Freitag, 28. Juni 2019

Die Schlacht der Bücher

Autorin: Audrey Harings
Erschienen am 1. November 2017
Im AH Tales and Stories S.L.
ISBN: 9788494667367
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Autorenwebsite

Zur Autorin:
"Audrey Harings wurde 1969 in der wunderschönen Römerstadt Trier an der Mosel geboren. Ihre Jugend verbrachte sie in Mainz. Durch die Nähe zum ZDF ergab es sich, dass sie schon als Kind, Bücher für das Fernsehen rezensieren durfte. 2016 erschien ihr erstes Buch "Sharj und das Wasser des Lebens", welcher ursprünglich nur für ihre beiden Mädchen als Gute Nacht Geschichte bestimmt war. Mittlerweile sind alle Bände des Vierteilers erschienen. Es folgten drei süße Tiergeschichten über das legendäre CanGu Team, dann die Schlacht der Bücher und das wundersame Fräulein Gelblich. Im April 2018 wurde der Katastrophenvogel veröffentlicht. Und kurz darauf erschien das Tagebuch einer schwangeren 13 jährigen. Den Abschluss in 2018 bildete die wundervolle Weihnachtsgeschichte über den Drachen Ferdinand. 12 Bücher in nur zwei Jahren. Im März 2019 hat Igor, der Ostermuffel das Licht der Welt erblickt. 
 Ihre Geschichten handeln allesamt von Freundschaft, Respekt und dem richtigen Umgang miteinander. Das Happy End ist in jedem Fall garantiert.
 Heute lebt sie mit ihrer Familie im südlichen Spanien, in der Nähe der Hafenstadt Alicante."
Quelle: Autorin

Klappentext:
"Mitten in Berlin geschehen unheimliche Dinge. In Sandras Buchhandlung verschwinden plötzlich Geschichten aus den Kinderbüchern.
Ob Anna und Jakob etwas damit zu tun haben? Die beiden wurden nämlich ausgerechnet von einem Mathebuch ins "Nichts" gezogen. Dort sollen sie Geschichten erfinden und diese in eine geheime Bibliothek bringen, damit sie für alle Kinder der Welt zugänglich werden. Doch die beiden sind dort im "Nichts" nicht alleine. Sie ahnen nicht, dass sie einen bösen Gegenspieler haben."
Quelle: lovelybooks.de

Mein Kommentar:
Dieses Buch ist ein Kinderbuch. Habe ich schon länger keines mehr gelesen, aber für die Prüfungen ist das wahrscheinlich eine ganz gute Lektüre, damit ich einfach mal abschalten kann.

Zuerst mal ein sehr großes Dankeschön an die Autorin! Von ihr bekam ich ein total süßes Paket mit einer Tasse zu "Igor der Ostermuffel", vielen Lesezeichen, einem Verlagsprogramm und natürlich dem Buch. Danke dafür, ich habe mich total darüber gefreut!

Nun kommen wir aber endlich und ohne weitere Ablenkungen zum Buch.
Die Protagonisten sind sehr nett. Sie sind einfach gestaltet, was aber wahrscheinlich daran liegt, dass sie großteils einfach noch Kinder sind. Von dem her fand ich das eigentlich ganz passend. Was ich schade fand, war, dass viele Figuren nur für wenige Seiten eingeführt wurden. Zum Beispiel die Buchhändlerin, die ich persönlich gerne länger begleitet hätte. Oder der Übersetzer für Betriebshandbücher, der zwar der Bösewicht war, dafür aber meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit bekam. Besonders schade fand ich das bei den Buchfiguren: Sie fechten zwar den größten Kampf aus, sind aber nicht wirklich lange besonders präsent. Alles in allem war ich mich sehr oft nicht sicher, wer denn jetzt eigentlich die Hauptfigur ist. Anna und Jakob? Mit ihnen beginnt die Geschichte, sie bringen alles ins Laufen, aber in der Mitte treten sie dann sehr lange sehr stark in den Hintergrund. Die Buchhändlerin? Dafür kamen aber die Kapitel über sie zu unregelmäßig. Der Übersetzer? Hier das gleiche wie bei Anna und Jakob - obwohl er mehr Aufmerksamkeit bekam.

[Achtung: Spoilergefahr!]
Die Geschichte selbst ist auch in Ordnung. Stellenweise fand ich die Probleme zu einfach gelöst, selbst für ein Kinderbuch. Dass zum Beispiel der Kampf zwischen den Buchfiguren und den Gegenständen aus den Handbüchern einfach durch gutes Zureden und Streicheln der Geräte gelöst werden kann. Das war mir dann fast schon zu abstrakt.
Den Aufhänger der Geschichte fand ich gut. Alles startet, als Jakob und Anna eine Dokumentation über die Bücherverbrennungen im Nationalsozialismus sehen. Das hätte man noch mehr thematisieren können, vor allem weil die ganze Geschichte dadurch ins Rollen kommt und auch immer wieder betont wird, dass alles dadurch ins Rollen kam. Man hätte noch ein bisschen mehr darüber schreiben können, wie das damals abgelaufen ist, warum die Bücher verbrannt wurden und vielleicht auch, wie die Autoren damit umgehen mussten.

Die Sprache fand ich für ein Kinderbuch sehr schwierig und nicht immer leicht zu lesen. Häufig wurden schwierige Worte verwendet, die ich als Kind der Zielgruppe entweder nicht kannte oder nur schwer entziffern konnte. Ein Beispiel dafür wäre das Wort "Betriebshandbücher". In Österreich sagen wir dazu "Bedienungsanleitungen" oder einfach nur "Anleitung" und ich kannte auch sehr lange nur dieses Wort dafür. Genauer gesagt bis vor eineinhalb Jahren, als ich für einige Zeit mit einem Mädchen aus Deutschland in einer WG lebte. Andere Beispiele für Wörter, die ich in diesem Alter nicht gekannt hätte, wären "Kaffeevollautomat" (Kaffeemaschine), "Wagners Walkürenritt" oder "Entsafter".
Auch der Stil schien nicht immer ganz passend für ein Kinderbuch. Versteht mich nicht falsch, der Stil war nicht schlecht - nur eben kein Kinderbuchstil. Ich denke aber, dass man dieses Problem mit der passenden Lektorin relativ schnell lösen könnte. Ich habe zwar in der Danksagung gesehen, dass das Buch relativ häufig Korrektur gelesen wurde, aber einmal mehr, von jemandem, der das vom Beruf her macht, würde dem Buch nicht schaden.

Loben möchte ich hier die Illustrationen. Die sind total liebevoll gestaltet und wirklich, wirklich süß!

Mein Fazit? Ein nettes Kinderbuch, das aber vielleicht nochmal überarbeitet werden sollte.

Donnerstag, 27. Juni 2019

Studienhalbzeit - Was waren meine Highlights?

Hallo Ihr!

Wie ihr wisst, studiere ich jetzt schon seit drei Semestern. Und ich studiere nicht einfach irgendwas, nein! Ich studiere DAS Studienfach für Leseratten: Vergleichende Literaturwissenschaft. Das einzige Studium, in dem Stoff mithilfe von Harry Potter erarbeitet wird! Hach! Ich bin so in dieses Fach verliebt!

Seit ich einmal den Namen dieses Fachs gepostet habe, bekomme ich immer wieder Mails mit der Bitte, doch ein bisschen was über mein Studium zu erzählen, weil sich die Absender dieses Fach auch vorstellen könnten. Also dachte ich mir, ich starte eine neue Serie zu meinem Studium. Und heute beginne ich mit meinen Studien-Highlights. Also hier sind sie! Die (bisherigen) Top 5 Lehrveranstaltungen meines Studiums!

Platz 5: Kulturgeschichte 2
Habe ich schon erwähnt, wie schwierig dieses Ranking für mich ist? Ich muss total viele Lehrveranstaltungen ausschließen, die ich eigentlich auch super fand! Aber wenn ich jede Lehrveranstaltung hier poste, die mir gefallen hat, könnte ich eigentlich gleich ein Foto meines Curriculums machen und hier hochladen. Aber das wäre nicht ganz der Sinn dieses Beitrags, deswegen muss ich mich eingrenzen. Und das hier ist meine Wahl für Platz 5: Der (für mich erste, für alle anderen zweite) Teil von Kulturgeschichte. Ich fand dieses Fach so spannend, da die Professorin so viele Parallelen zu unserer Lebenswelt heute zog. Und so viele Beispiele für Kunstwerke brachte - egal ob Lieder, Gemälde, Texte oder Filme. Das einzige, mit dem ich nicht zufrieden war, war die Prüfung. Die war nämlich sehr, sehr schwierig.

Platz 4: Textkompetenz
Das Fach in dem uns durch Harry Potter erklärt wird, was die einzelnen Begriffe der Textanalyse bedeuten. Ihr kennt mich: Sobald jemand Harry Potter sagt, werde ich hellhörig! Und die Professorin hat begriffen, dass das ein Phänomen ist, das unter Literaturwissenschaftsstudenten wohl gehäuft auftritt (den Tattoos, Notizbüchern und Kleidungsstücken nach zu urteilen). Und sie nutzt es für sich! Der einzige Grund, wegen dem dieses Fach im Ranking nicht weiter oben ist, ist, weil die Prüfung wirklich extrem schwierig war. Und ich habe total Panik vor dem Ergebnis! Drückt mir also auf jeden Fall die Daumen.

Platz 3: Literaturgeschichte im Kontext der Moderne
Das ist das Fach, auf das ich in dieser Sekunde, in der ich den Artikel schreibe, eigentlich lernen sollte. Tue ich aber nicht, wie ihr seht. Stattdessen schreibe ich Artikel, die ich zu einem späteren Zeitpunkt posten kann. (hysterisches Lachen). Warum mag ich diese Lehrveranstaltung? Wahrscheinlich großteils wegen dem Professor. Er verknüpft die meisten Ereignisse mit dem, was heute alles passiert. Und er bringt total viele Textbeispiele. Ich weiß, ich studiere Literaturwissenschaft, da sollte das selbstverständlich sein - und trotzdem bin ich jedes Mal, wenn ein Professor oder eine Professorin das tut, total begeistert.

Platz 2: Vergleichende und Allgemeine Literaturwissenschaft
Eigentlich sind das zwei unterschiedliche Lehrveranstaltungen, aber im neuen Curriculum (das ist an Unis der Plan, der vorgibt, wann ich welche Lehrveranstaltung besuchen sollte) wurden sie zusammengelegt. Diese Lehrveranstaltungen waren meine Einführungsveranstaltungen, in denen ich meine allerersten Universitätsprüfungen ablegen musste. Die Gruppe hier bestand anfangs aus 14, später nur noch aus sieben Leuten und wir lernten uns ziemlich schnell kennen. Der Professor konnte hier wirklich auf uns eingehen!
Trotzdem: Könnt ihr euch vorstellen, wie nervös ich am Prüfungstag war? Zur Prüfung konnte ich alles auswendig und habe jedes einzelne Beispiel nochmal durchgeackert. Ich hatte totale Angst! Wie sollte ich das bloß schaffen? "Ein Alien möchte wissen, was Kunst ist. Was würden Sie ihm sagen?" Das war die erste Frage in Kurzfassung. Angst muss man also vor der Prüfung wirklich keine haben!

Platz 1: Weltliterarische Lektüre
Überrascht euch das? Na hoffentlich nicht! In dieser Lehrveranstaltung bekamen wir gleich in der ersten Woche eine ellenlange Leseliste ausgeteilt. Das Semester hatte 14 Wochen plus 3 in denen keine Lehrveranstaltung war. Das bedeutet 17 Bücher und eine Kurzgeschichte standen auf dem Plan. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich es nicht geschafft habe, jedes Buch fertig zu lesen, ABER ich habe in jedem so viel gelesen, wie nur irgendwie möglich. Und die Einheiten selbst fühlten sich an, wie ein Treffen eines etwas größeren Buchklubs! Hier konnte ich endlich mal extrem viel über Bücher diskutieren!

Was studiert ihr so? Und was waren eure Highlight bisher? Lasst es mich doch in einem Kommentar wissen! Und schreibt mir auch, was ihr von der Idee haltet, eine Reihe über mein Studium zu gestalten!

Alles Liebe und bis zum nächsten Mal!
Mira

Donnerstag, 20. Juni 2019

Bad Feminist

Autorin: Roxane Gay
Erschienen am 13. 5. 2019
Im btb Verlag
ISBN: 9783442717811
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zur Autorin:
"Roxane Gay, geboren 1974, ist Autorin, Professorin für Literatur und eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen und literarischen Stimmen ihrer Zeit. Sie schreibt u.a. für die New York Times und den Guardian, ist sie Mitautorin des Marvel-Comics »World of Wakanda«, Vorlage für den hochgelobten Actionfilm Black Panther (2018), dem dritterfolgreichsten Film aller Zeiten in den USA. Roxane Gay ist Gewinnerin des PEN Center USA Freedom to Write Award. Sie lebt in Indiana und Los Angeles."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Leider liebt sie Rapmusik, das Frauenbild: grauenvoll. Leider liest sie sehr gerne Fashion-Magazine, das Frauenbild: ebenfalls erschreckend. Und ihre Lieblingsfarbe ist leider: pink. In einer Zeit, in der Barack Obama sich als Feminist bezeichnet und sogar Modeimperien den Schriftzug in großer Zahl auf T-Shirts drucken, wahrscheinlich keine gute Idee. Feminismus ist chic geworden und angekommen in der Popkultur. Aber was kann guter Feminismus heute wirklich sein? In ihrem hochgelobten Essayband sprengt Roxane Gay das ideologische Korsett eines guten und starren Feminismus und erklärt sich selbst ironisch zum Bad Feminist – stimmgewaltig, bestechend klug und fern jeder Ideologie unterzieht sie unsere Gegenwart einer kritischen Analyse und zeigt, wie man alles auf einmal sein kann: eine der bedeutendsten Feministinnen der Gegenwart und dabei definitiv nicht perfekt."
Quelle: Verlag 

Meine Meinung:
Das war eine schwere Geburt, wirklich! Zwischendurch habe ich immer wieder Pausen eingelegt und habe sogar mit einem Abbruch geliebäugelt. Ich habe es dann aber doch fertig gelesen, weil das hier eben ein Rezensionsexemplar ist. Fand ich total schade, denn in dieses Buch habe ich sehr große Hoffnungen gesetzt. Überall habe ich nur Lob dazu gelesen!

"Bad Feminist" ist eine Essaysammlung zu verschiedenen Themen des Feminismus. Gegliedert ist das ganze nach verschiedenen Themenbereichen, zum Beispiel die Repräsentation von "Race" in der Unterhaltungsbranche. Viele der Themen waren im Grunde genommen spannend, andere waren wiederum belanglos, vieles habe ich nur überflogen, um ganz ehrlich zu sein.
Gerade die ersten hundert Seiten fand ich einfach nur langweilig und brachten mich fast zur Weißglut. Anstatt die Chance zu nützen und sich als Feministin vorzustellen und kurz zu beschreiben, warum sie eine schlechte Feministin sein soll, schreibt sie seitenweise über Scrabble. Es freut mich ja für die Autorin, dass sie Scrabble so gerne mag, dass sie sogar an Wettbewerben teilnimmt, aber daraus ein ewig langes Essay zu gestalten und dieses an den Anfang eines Buches über Feminismus zu stellen? Ich weiß nicht, fand ich jetzt nicht wirklich relevant. Genauso wenig passend fand ich den Artikel darüber, wie ihrer Meinung nach Studenten sein sollen.

Teilweise hatte die Autorin ganz interessante Ideen und Ansichten und bot neue Sichtweisen an, auf die ich als weiße, sehr privilegierte Frau aus Europa wohl nie gekommen wäre. Gerade über Themen wie fehlende Repräsentation von farbigen Frauen in Filmen und Büchern habe ich bisher, um ehrlich zu sein, nie wirklich viel nachgedacht. Klar, das Thema hat mich gestreift, aber wirklich befasst habe ich mich damit nie. Nicht alle der Filme und Bücher, die die Autorin als Beispiel nannte, kannte ich. Okay, eigentlich kannte ich nur den Film "12 Years a Slave" und das Buch "Fifty Shades of Grey" (Nein, das werde ich hier auf keinen Fall rezensieren und nein, auch nicht diskutieren!) und auch ein paar Lieder. Aber die Autorin lieferte Gott sei Dank Szenenbeschreibungen und Textausschnitte mit, sodass ihre Argumentation nachvollziehbar wurde.

Das Cover störte mich. Hier sieht man ja nur die Vorderseite, weil die Vorderseite vom Verlag zur Verfügung gestellt wird und die Rückseite natürlich nicht. Ist ja klar - normalerweise ist ja auch die Rückseite total irrelevant, weil dort nur der Inhalt steht und vielleicht ein paar Lesermeinungen. Hier nicht. Hier ist plötzlich überhaupt kein Rosa mehr und auch sonst nichts typisches. Stattdessen ist hier plötzlich ein riesiges Portraitfoto der Autorin. Das passte meiner Meinung nach nicht wirklich.