Sonntag, 18. Januar 2026

Never Trust Your Fake Husband [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Inzwischen ist es so weit, dass ich mir bei der Arbeit einen gewissen Ruf aufgebaut habe. Nicht nur im Büro, generell bin ich im Bibliothekswesen inzwischen als New Adult-Expertin bekannt und darf mich über Einladungen zu Workshops und Vorträgen freuen. Nicht unbedingt der Ruf, um den ich mich bemüht hätte, aber ich will mich nicht beschweren. Gibt schlimmere Vorträge, die man halten kann. So habe ich meinen Spaß und meine Zuhörer:innen hoffentlich auch.

Einer der Vorteile, der sich daraus ergibt: Im Büro werden Liebesromane oft zuerst mir angeboten. Und manchmal greife ich natürlich auch zu. Hier zum Beispiel, bei "Never Trust Your Fake Husband". Ich liebe Fake Dating und Gedächtnisverlust kenne ich zwar bisher nur aus Fanfiction, aber warum sollte mir das nicht auch in Buchform gefallen?

Als Zoe im winterlichen Paris mitten in der Nacht zu sich kommt, kann sie sich an nichts mehr erinnern. Nicht mal mehr ihren Namen kann sie uns zu Beginn der Handlung nennen. Alles, was sie weiß: Ein Fremder beugt sich über sie und plötzlich fallen Schüsse. Er rettet sie und sie schaffen es, sich auf eine Flusskreuzfahrt zu schmuggeln. Dort geben sie sich als Ehepaar aus – denn was wäre eine bessere Tarnung, als ein Pärchen auf Hochzeitsreise?

Was sich auf den ersten Blick für mich wie die ideale Lektüre für Zwischendurch anhörte, traf dann leider nicht ganz meinen Geschmack. Leider war der Humor nicht ganz mein Fall und auch mit Zoe, die ich als überdreht und albern empfand, wurde ich nicht warm. 

Sehr gestört haben mich hier aber gewisse "Überlebensstrategien", die in der Realität wohl Agent Jakes frühzeitigen Tod zur Folge hätten. Das Zukleben von tiefen Wunden mit Sekundenkleber zum Beispiel, oder das Rausziehen von Gegenständen, die in tiefen Wunden stecken. Bitte, Leute, beides macht ihr bitte, bitte nicht! Ich weiß nicht, warum sowas immer wieder in Büchern auftaucht und ganz ehrlich: Ich halte sowas für unglaublich gefährlich. Gerade, weil ich das Gefühl hatte, als würde sich dieses Buch an eine jugendliche Zielgruppe richtet. Ich möchte Jugendlichen auf gar keinen Fall Naivität unterstellen, mein jugendliches Ich hätte aber seeeeehr viel geglaubt, einfach nur weil es in Büchern drinstand. 

Mein Fazit? Ich befürchte, dass ich für dieses Buch einfach zu alt war. Als 15-Jährige hätte ich die Geschichte und wohl auch Zoe geliebt, jetzt mit meinen 26 Jahren war ich aber leider kein Fan davon.

Freitag, 16. Januar 2026

Katabasis [Kurzrezension]

Quelle: Verlag
 

Alice Law und Peter Murdoch haben ein Problem: Ihr Doktorvater Jacob Grimes ist verstorben. Ein äußerst unangenehmer Mensch (also wirklich, wirklich grauenhaft), doch das ändert nichts daran, dass er ihr Doktorvater ist. Wie sollen sie denn nun ihr Studium im Fach der analytischen Magie abschließen? Ihnen bleibt nichts anderes übrig: Sie müssen ihren Mentor aus der Unterwelt zurückholen, egal, was es sie kosten wird. Und so machen sie sich auf in die Welt von Dante, T. S. Eliot und Orpheus. Denn "Katabasis" bedeutet so viel wie "Abstieg in die Unterwelt". 

Leser*innen, die wie ich literarisches Vorwissen mitbringen, sind hier ganz klar im Vorteil und werden sich über die vielen Referenzen freuen. Auch hier merkt man der Autorin einfach wieder an, wie viel sie weiß - auf eine gute Art. Doch auch für Leser*innen ohne literaturwissenschaftlichen Hintergrund ist die Geschichte verständlich und spannend. Getestet an meinem Bruder, der sich zumindest nicht über die literarischen Anspielungen beschwert hat.

Einziger Wermutstropfen: Leider lösen sich die Buchstaben auf dem Cover bereits nach kurzer Lesezeit auf. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass dieses Buch wieder mal ein Rezensionsexemplar ist, das ich aus dem Büro mitgenommen habe. Ich hoffe es, immerhin ist dieser Roman jetzt nicht gerade das günstigste Buch, das ich bisher in den Buchläden gesehen habe. Teuer genug, dass man eigentlich davon ausgehen können müsste, dass das Cover nicht nach der zweiten Lektüre zerbröselt.

Trotzdem: Klare Leseempfehlung! Aber vielleicht eher als eBook oder als Leihbuch aus eurer Bibliothek. Zumindest solange, bis ich herausgefunden habe, ob die schlechte Qualität des Schutzumschlages ein Mira-Problem oder ein Buch-Problem ist.

Samstag, 10. Januar 2026

Erebos 3 [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Dass ich mich nochmal über einen Erebos-Band freuen darf - damit hatte ich eigentlich schon nach Band 1 (meine allererste Rezension auf diesem Blog! Lang ists her!! Fast 13 Jahre!) nicht gerechnet. Dann vor ein paar Jahre die große Überraschung: Es kommt ein Band 2! Das war noch vor Covid, dazu habe ich dann eine Lesung mit Frau Poznanski in Innsbruck besucht und war dort unglaublich starstruck. Ich habe keinen Satz rausgebracht, als ich endlich dafür an der Reihe war, mein Buch signieren zu lassen.
Und dann im Sommer 2025 wieder die Überraschung: "Erebos 3" tauchte in meinem Büro auf. Ich war begeistert und meine Kolleginnen haben mir dieses Buch brav überlassen. 

Aber worum geht es diesmal? Erebos ist zurück und es geht um mehr als je zuvor. Schon zweimal musste Nick sich durch das Computerspiel „Erebos“ kämpfen. Und nun, kurz nach Handlungsende des zweiten Bandes, taucht das Spiel wieder auf seinem Rechner auf! Da wird er nicht mitmachen, auf keinen Fall! Doch Erebos hat ihn in der Hand. Und so wird Nick wieder zum Dunkelelfen Sarius … Diesmal ist Erebos nicht nur ein Online-Spiel für einsame Helden, plötzlich müssen Teams gebildet werden. Und es wird immer wichtiger, seltsame Rätsel zu lösen, deren Sinn sich Nick erst viel später erschließen werden.

Auch im dritten Anlauf wird die Videospielwelt von „Erebos“ nicht langweilig. Es war mir eine Freude, diese Welt nochmal mit Nick miterleben zu dürfen – und natürlich geht von meiner Seite jetzt das Rätseln los, ob ich mich in ein paar Jahren über einen Band 4 werde freuen dürfen. Falls ja, würde ich mir den ohne Zögern kaufen. Falls nein, müssen sich Leser:innen keine Gedanken machen, denn auch ohne potentiellen Folgeband lässt sich dieses Buch gut lesen und am Ende sind wie auch bei den letzten beiden Büchern alle Fragen geklärt!