Montag, 25. Mai 2020

Die Dinge gechillt geregelt kriegen. Hausaufgaben, Handy und Hobby besser organisieren

Autoren: David Allen, Mark Wallace, Mike Williams
Erschienen am 6.4.2020
Im Piper Verlag
ISBN: 9783492062213
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag
Zum Autoren:
"David Allen, geboren 1945 in Jonesboro, Louisiana, arbeitet seit über 20 Jahren als erfolgreicher Management-Berater und Trainer. Er gilt als einer der einflussreichsten Denker zum Thema Produktivität und ist unter anderem als Berater für Microsoft, die US-Navy und die Weltbank tätig. Allen lebt mit seiner Frau in Ojai, Kalifornien."
Quelle: lovelybooks.de

Klappentext:
"Morgen Mathetest, heute Hausaufgaben, Klavierunterricht und Karate-Training: Jugendliche geraten mehr und mehr in einen gefährlichen Strudel aus Alltagsstress, Prüfungsdruck und Zukunftsängsten. Neben den überforderten Teenagern stehen mindestens genauso ratlose Eltern, die sich fragen: Wie können wir unserem Nachwuchs helfen? In seinem neuen Buch liefert David Allen endlich Organisationsstrategien für die nächste Generation. Der Selbstmanagement-Profi sagt nervösen Eltern, wann es besser ist, einfach mal die Klappe zu halten, und erklärt jungen Leuten, wie sie ihren komplizierten Alltag meistern und dabei einen kühlen Kopf bewahren. Ein Buch für alle, die noch lernen müssen!"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Ich bin ein großer Fan von Büchern, die mir neue Strategien vorstellen, wie ich möglichst produktiv und organisiert arbeiten und studieren kann. Ob ich die Strategien dann auch umsetze, ist eine andere Frage, aber ist ja egal. Ich finde, solche Bücher sind doch schon ein erster kleiner Schritt in Richtung eines ordentlicheren Lebens.

Diese Strategie ist eigentlich ziemlich einfach und erinnert vom Grundprinzip sehr an meine To-Do-Listen, die ich sowieso schon immer mache, weil ich sonst halt einfach alles vergessen würde, was noch zu tun ist. Der Autor erklärt das aber um einiges eleganter: Er spricht von "offenen Enden" (das sind die unerfüllten Aufgaben) und davon, dass sich unser Gehirn nur fünf davon merken kann. Und diese offenen Enden halten uns dann in der Nacht wach, weil das Hirn Angst hat, etwas zu vergessen. Und so entsteht dann Stress. Hört sich irgendwie nachvollziehbar an. Auch, dass der Stress geringer wird, wenn man alles aufschreibt, was man sich merken sollte und das dann diszipliniert abarbeitet. Aber wirklich neu ist diese Strategie nicht. Im Gegenteil: Das einzige, was ich an der Strategie noch nicht kannte, ist die 2-Minuten-Regel. Die besagt, dass man alles, das man innerhalb von zwei Minuten erledigen kann, sofort getan werden soll. Finde ich einen guten Ansatz - zwei Minuten sind ja wirklich nicht viel Zeit und trotzdem kann man dadurch viel weiterbringen. Blöd nur, wenn sich diese 2-Minuten-Aufgaben summieren und man dann stundenlang wirklich wichtige Aufgaben vor sich her schiebt. Wie gesagt: Gute Idee, es darf aber dann nicht mehr als eine oder zwei solcher Aufgaben gleichzeitig anfallen.

Was micht wirklich geärgert hat, war wie schlecht dieses Buch auf meinem Reader funktioniert hat. Das Buch ist leider völlig mit Bildern überladen, die sich weder an den Reader noch an das Programm am Computer anpassen. Diese Bilder haben meinen Reader mehrere Male zum Absturz gebracht und mich dazu gezwungen, die letzten siebzig Seiten nur noch schnell am Computer durchzublättern. Besondern genau arbeiten kann ich da nicht, das ist klar. Solltet ihr also überlegen, dieses Buch als eBook zu kaufen: Tut es nicht. Ihr werdet euch nur ärgern. Vor allem, weil viele dieser Bilder nicht wirklich notwendig waren. Wie eine To-Do-Liste aussehen sollte, kann man doch wirklich auch ohne Bilder zeigen!

Mein Fazit? Diese Ordnungsstrategie lässt sich leicht erlernen und umsetzen, ist aber nicht wirklich neu. Das Buch an sich ist für viele sicher hilfreich, die eBook-Version ist aber eine absolute Katastrophe.

Sonntag, 24. Mai 2020

Meine liebsten Buchzitate #18

1. "Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit" von Charlotte Roth, Seite 286

Verrückt sind wir alle. Und einsam auch. Aber weil das auf seine Art jeder von uns kennt, dass er ein kleines Geschichtchen anpackt und auf einmal ein Zauberbuch in den Händen hat, sind wir mit dem Wahnsinn und der Einsamkeit nicht allein.

2. "A Good Girl's Guide to Murder" von Holly Jackson, Seite 141

"Irgendwas ist los."
"Es ist gar nichts." Sie zuckte mit den Schultern. "Na ja, sieht man von der Staatsverschuldung und den steigenden Meeresspiegeln ab."

3. "Ich will, dass ihr alle in Panik geratet! Meine Reden zum Klimaschutz" von Greta Thunberg, Seite 60

Wieder einmal kehren Sie ihre Probleme unter den Teppich, und unsere Generation soll sich um sie kümmern und sie lösen.

4. "Brief an einen jungen Dichter" von Virginia Woolf, Seite 24

Wäre eine Katze zur Hand, die an die Wand geschleudert oder eine Ehefrau, die ermordet werden könnte, so wäre jetzt der passende Zeitpunkt. Zumindest entnehme ich das Ihrem wilden Gesichtsausdruck.

5. "Der Zauberberg" von Thomas Mann, Seite 102

Die Zeit ist doch überhaupt nicht 'eigentlich'. Wenn sie einem lang vorkommt, so ist sie lang, und wenn sie einem kurz vorkommt, so ist sie kurz, aber wie lang oder kurz sie in Wirklichkeit ist, das weiß doch niemand.

Samstag, 23. Mai 2020

Tommy's Rache

Autor: Denny van Heynen
Erschienen am 16. Juni 2017
Im Selbstverlag
ISBN: B06XQWWQ7K
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Autor
Zum Autoren:
"Der nordrhein- westfälische Autor lebt mit seiner Familie am Niederrhein, wo er die Freude am Schreiben von Romanen und Kurzgeschichten entdeckt hat. Darin macht er sich vor allem für LGBT´s sowie den Tierschutz stark und hält dem Mainstream einen Spiegel vor. Das Aufzeigen menschlicher Abgründe ist ihm dabei ebenso wichtig, wie die Unterhaltung seiner Leser. Des Weiteren lässt er neben der eigenen Homosexualität oftmals esoterische Themen in seine Werke einfließen.
Mehr Informationen gibt es auf seinem Autorenblog:
https://vanHeynen.blogspot.com"
Quelle: Autor

Klappentext:
"Tommy geht als Kind tagtäglich durch die Hölle. An seiner Schule ist der übergewichtige Junge seit jeher ein Außenseiter und wird von seinen Mitschülern massiv gedemütigt.
Sein schweres Trauma und die schmerzhaften Erinnerungen holen ihn Jahre später wieder ein, als sein Chef ihn aus beruflichen Gründen bittet, zurück in die Nähe seines einstigen Wohnortes zu ziehen. Tommy setzt von nun an alles daran, sich mit esoterischen Hilfsmitteln zu schützen.
Während der unausweichlichen Zugfahrt in die Vergangenheit werden jedoch dessen unangenehmsten Befürchtungen wahr: er trifft auf Joe, Sam und Lucy- seine früheren Peiniger.
Aber er ist ihnen nun nicht mehr hilflos ausgeliefert, da er sich zu einem attraktiven, starken Mann entwickelt hat. Zudem steht ihm ein aufmerksamer Partner zur Seite, der nichts von seiner schlimmen Kindheit ahnt.
Tommy wird dieses Mal von seiner besonderen Gabe beschützt- doch was für ihn eine außergewöhnliche Fähigkeit ist, wird für seine Peiniger zur bitteren Rache...

"Tommy´s Rache" beruht lose auf wahren Begebenheiten im Leben des Autoren Denny van Heynen."

Quelle: Goodreads

Meine Meinung:
Ich weiß, meistens rede ich nicht wirklich viel über solche Dinge, aber: Das Cover gefällt mir nicht. Natürlich muss man da gerade bei Self-Publishern immer ein Auge zudrücken, doch dieses Buch hier hätte ich mir wohl gerade wegen dem Cover nicht aus eigenem Antrieb gekauft. Es trifft einfach wirklich nicht meinen Geschmack.

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Kurzroman. Entschuldigt also bitte, falls es zu Spoilern kommt! Das eBook umfasst nur knapp um die 70 Seiten, davon spielt sich die Handlung auf vielleicht 60 davon ab. Dazu kommt ein recht langes Vorwort und halt das sonstige Drumherum, das Bücher so an sich haben. Deswegen hab ich das Buch auch in einem Rutsch durchgelesen. Das Vorwort fand ich eine gute Ergänzung, da so auch der Antrieb des Autoren, diese Geschichte zu schreiben, verständlich wird. Man merkt schon hier, dass viele Emotionen in diesem Buch verarbeitet wurden und das Schreiben des Buches vielleicht auch therapeutische Wirkung auf den Autoren hatte. Schlimme Erlebnisse in Texten zu verarbeiten, ist ja durchaus auch ein legitimer Grund, ein Buch zu schreiben. Nur muss man da dann halt immer aufpassen, den Leser nicht zu überfordern. Immerhin weiß der Leser nur das, was da auch im Text steht, er kennt die Geschichte des Autoren nicht oder nur abschnittsweise. So wurde zwar Tommys Motiv sehr klar und sein Wunsch nach Rache nachvollziehbar, doch an vielen anderen Stellen wirkte es auf mich so, als hätte der Text unter diesen starken Gefühlen gelitten. Ich denke, dass gerade gegen Ende, wo der Titel dann wirklich Sinn bekommt, mehr möglich gewesen wäre. Da war dann das Rachenehmen sehr im Vordergrund und der Schreibstil war deswegen nicht mehr so gut, wie er es vorher war. Besonders sichtbar wurde das meiner Meinung nach an den Dialogen, die hier doch eher geschwächelt haben.

Die Gabe Tommys wirkte auf mich leider nicht ganz glaubwürdig. Mir als Leserin wurde nicht ganz klar: Wie zur Hölle kam es zu dieser Gabe? Und was kann Tommy und was kann er nicht? Klar, es wird gezeigt, wie Tommy seine Gabe trainiert. Doch da ist ein ziemlich großer Sprung zwischen dem, was er trainiert und dem, was er dann gegen Ende mit der Gabe alles machen kann. Mir ist klar, dass man in einem Kurzroman eine Auswahl treffen muss und nicht jedes Detail genau beschreiben kann. Hier fehlten aber meiner Meinung nach wichtige Puzzleteile, die die Handlung und vor allem Tommys Gabe nachvollziehbar gemacht hätten.

Auch mit Tommy selbst wurde ich bis zum Schluss nicht ganz warm. Zu Beginn dachte ich noch, dass er mir sicher im Laufe der Handlung noch ans Herz wächst, aber da lag ich leider falsch. Den Grund dafür kann ich hier leider nicht beschreiben, es hängt aber mit seiner Gabe und wie er sie für seine Rache verwendet zusammen.

Mein Fazit? Gefallen hat mir über weite Teile der Schreibstil und ich halte das Vorwort für eine wirklich wichtige Ergänzung zum Text. Weniger gefallen haben mir leider der Protagonist und seine Gabe. In Summe also leider nur mittelmäßig.