Mittwoch, 26. Februar 2020

Update: Die Julibraut

Falls es eine Hölle gibt, ist sie sicherlich für jeden eine andere. Für mich ist sie ein großer Raum voller Menschen und ich mittendrin.
Gesendet: 25.2.2020, 15:01 Uhr 


Hi ihr Lieben!

Heute schreib ich mal wieder über "Die Julibraut" von Monika Feth. Vor kurzem hab ich ja schon angekündigt, dass da noch mehr kommt. Und heute ist es endlich so weit! Wir werden uns ein bisschen über Georg Taban unterhalten, den Antagonisten. Von dem bekomme ich im Moment ja regelmäßige Textnachrichten zugeschickt, was minimal gruselig ist.


14. Februar 2020
6:25 Uhr: Jette...
6:26 Uhr: Hilf mir zu vergessen. Zieh den Stachel der verratenen Liebe aus meinem Fleisch. Lass mich dich hassen und Frieden finden.
6:26 Uhr: Dein Gorg

19:55 Uhr: Ich habe nichts als Liebe gewollt und du hast meine Gefühle in den Schmutz getreten.
19:55 Uhr: Das wird mir nie wieder passieren.
19:56 Uhr: Du hast den Tod verdient.


Doch halt! Wer ist Georg Taban oder "Gorg", wie er sich oben genannt hat, überhaupt? Nun, das hab ich mich auch gefragt. Ich konnte nicht sofort nach dem Erhalt mit dem Buch beginnen, deswegen bekam ich schon länger Textnachrichten und konnte Georg zuerst so kennenlernen. Das war...schräg.
 Als ich das Buch begann war das einfach nur eine unglaubliche Leseerfahrung. Ich las das Buch und bekam gleichzeitig Hinweise per Whatsapp. Das hebt die ganze Lektüre einfach auf ein total neues Level! 


17. Februar 2020
17:14 Uhr: Dies ist nicht der Ort, an dem man ungestraft Emotionen zeigt. Weder Wut noch Angst, Trauer oder Schmerz.


 Georg Taban ist schon länger Teil der Reihe zum "Erdbeerpflücker". Schon seit Teil 1. Für mich ist dieser Teil, der letzte in der Reihe, aber der einzige, den ich bisher gelesen habe, deswegen war er für mich eine neue Figur. Georg ist ein total irrer Serienmörder. Er sucht sich eine Frau, die für ihn den perfekten Menschen verkörpert und beginnt eine Beziehung mit ihr. Irgendwann stellt sich dann heraus, dass sie einfach nur ein Mensch ist und halt auch ihre Fehler hat und nicht perfekt ist. Perfektion ist unmöglich - das kann Georg aber nicht sehen. Und daher fühlt er sich von der Frau betrogen und hinters Licht geführt. Und um sich zu rächen, bringt er sie um. Danach sucht er sich die nächste.


18. Februar 2020
19:20 Uhr: Ich habe meinen Opfern die Haare abgeschnitten. Nur meinem letzten nicht. Sie hatte bereits kurze Haare.


Gott sei Dank hat man Georg aber in einem der Vorgängerromane bereits gestellt! Im Moment sitzt er im Gefängnis. Das hält ihn aber offensichtlich nicht davon ab, der Protagonistin Jette das Leben schwer zu machen. Sie war damals die einzige, die ihm rechtzeitig entkommen konnte. Sie denkt, dass sie ein neues Leben begonnen hat, eines ohne ihn und ohne seinen Einfluss. Tja, so kann man sich täuschen. Denn plötzlich bekommt sie Drohnachrichten und ihren Freunden passieren "Unfälle". Die Polizei nimmt ihre Ängste nicht ernst. Taban sitzt doch im Gefängnis - Wie zur Hölle soll der auch dafür verantwortlich sein?


23. Februar 2020
15:10 Uhr: Jette, ich werde dich zerstören. Und ebenso alle, die du liebst. Mehr liebst, als du mich je geliebt hast.  


Wie ihr euch also denken könnt: Ziemlich unangenehmer Zeitgenosse. So unangenehm, dass er in meinem Telefon mit "Blogtour" hinter seinem Namen eingespeichert ist. Sollte mir in nächster Zeit irgendwas zustoßen, will ich ja nicht, dass irgendwer glaubt, dass diese Nachrichten echt sind. Das wäre aber auch megaschlechtes Timing, wirklich. Aber trotzdem...man weiß ja nie! Sicher ist sicher!

Das Buch hab ich jetzt schon fertig gelesen - Die Rezi kommt Anfang März. Da kommt dann auch mein Beitrag zum Fotowettbewerb und vielleicht erzähl ich euch ja dann noch von ein paar der anderen Nachrichten. Immerhin gibt es noch wirklich, wirklich viel mehr. Und Bilder und Videos und Sprachnachrichten... Wie gesagt: Minimal gruselig, auch wenn man weiß, dass das zur Blogtour gehört und man sich selbst dazu angemeldet hat. 

Also dann, bis März!
Liebe Grüße,
Eure Mira  

Montag, 24. Februar 2020

Brief an einen jungen Dichter

Autorin: Virginia Woolf
Erschienen am 30.4.2019
Im Steidl GmbH & Co. OHG
ISBN: 9783869309477
Rezensionsexemplar: Nein

Quelle: Verlag


Zur Autorin:
"Vorreiterin des Feminismus: Die britische Schriftstellerin Virginia Woolf gehört zu den progressivsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Von ihr stammt u. a. die schriftstellerische Form des inneren Monologs als Bewusstseinsstrom der erzählenden fiktiven Figur. Als ihr bekanntestes Werk gilt „Mrs. Dalloway“ das zuletzt 1997 mit Vanessa Redgrave verfilmt wurde. Virginia Woolfs eigene Geschichte erzählte 2002 der Film „The Hours“, für den Nicole Kidman in der Titelrolle mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Virginia Woolf und die Bloomsbury Group: Die Autorin wurde 1882 als Adeline Virginia Stephen in eine wohlhabende Londoner Familie hineingeboren. Schon als Kind kam sie mit berühmten Autoren wie Thomas Hardy und Henry James in Kontakt, die häufig bei ihrem Vater zu Besuch waren. 1905 zog sie gemeinsam mit ihren Geschwistern Vanessa und Thoby in ein Haus in Bloomsbury, das der späteren „Bloomsbury Group“ ihren Namen gab. In diesem Kreis junger Intellektueller und Künstler konnte sich Virginia erstmals als Schriftstellerin frei entfalten. Literarischer Erfolg und private Probleme: Gemeinsam mit ihrem Ehemann Leonard Woolf gründete Virginia den Verlag Hogarth Press, in dem sie 1922 ihren eigenen Roman „Jacob's Room“ (Jacobs Zimmer) veröffentlichte und der international bekannt wurde. In den folgenden Jahren erschienen „Mrs. Dalloway“ (1925), „To the Lighthouse“ (1927) und „Orlando“ (1928). In dem 1929 veröffentlichen Essay „A Room of One's Own“ (Ein Zimmer für sich allein) schrieb Woolf über die eingeschränkten Möglichkeiten weiblicher Schriftstellerinnen und avancierte so zu einer frühen Vorreiterin der Frauenbewegung der 68er. Auf Deutsch wurde der Essay jedoch erst 1978 erstmals veröffentlicht. Schon im jugendlichen Alter entwickelte Virginia Woolf eine bipolare Störung, die sich in langen depressiven Schüben äußerte. Am 28. März 1941 nahm sich die erst 59-jährige Schriftstellerin das Leben, in dem sie mit einem schweren Stein im Mantel in den Fluss Ouse stieg."
Quelle: lovelybooks.de

Klappentext:
"Schreibe nicht nur über dich selbst, sondern erschaffe Charaktere und hole ihre Stimmen hervor! Vermeide Selbstmitleid! Lies die großen Dichter vergangener Zeiten! Verwandle menschliches Leben in Poesie! Schreibe Tragödien und Komödien in verdichteter Form! Vor allem aber: Strebe nicht nach Ruhm und veröffentliche nichts vor dem dreißigsten Lebensjahr!
Virginia Woolfs Brief an den jungen Dichter John Lehmann ist eine Gebrauchsanweisung für moderne Poesie. Als erfahrene
Prosaschriftstellerin, die sich vorgeblich über die Dichtkunst kein wirkliches Urteil erlauben mag, gibt sie dem scheinbar verzweifelten John feinfühligen, ironischen und sehr präzisen Rat. Dieser erschien erstmals 1932 als achter Band der »Hogarth Letters« in Woolfs eigenem Verlag. Der vorgebliche Adressat des Briefs, John Lehmann, war dort Geschäftsführer und hatte Virginia Woolf um einen Beitrag über moderne Lyrik gebeten. Aus der vermeintlichen Unterweisung des Dichterfreunds entwickelt Virginia Woolf eine beeindruckende Poetik."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Dieses Büchlein ist wohl das kürzeste, das ich 2020 gelesen habe. Es hat gerade mal etwas mehr als 50 Seiten und naja, die Schrift ist nicht wirklich klein, um es mal so zu sagen. Es ist halt einfach ein Brief, den Virginia Woolf geschrieben hat. Und auch früher hat man wohl darauf geachtet, dass die Brief nicht zu lang werden. Auch wenn dieser Brief sicher so einige Seiten umfasste, immerhin ist hier nicht mal der ganze Brief abgedruckt. Der hier abgedruckte Brief endet früher als der eigentliche, denn weiter hinten würden dann persönliche Details, Klatsch und Tratsch und sowas kommen und das hat der Verlag gekürzt. Schade, das hätte ich interessant gefunden. Aber okay, ich sehe ein, dass das wahrscheinlich gerade die Nachfahren der Leute nicht cool finden würden, über die Virginia da geschrieben hat, wenn das plötzlich weltweit zu lesen wäre.

Von Virginia Woolf habe ich, um ehrlich zu sein, noch nie ein Buch beendet, außer eben dieses hier. Ich weiß, das ist schrecklich! Ich hätte das für die Uni schon lange tun müssen - Sorry an alle meine Professoren, die diesen Post lesen. "Orlando" habe ich sicher schon vier Mal begonnen und "Mrs. Dalloway" mindestens genauso oft. Aber irgendwie hab ich nie reingefunden. Weder in die Printversion, noch ins Hörbuch. Irgendwann in der Mitte der Bücher verliere ich dann meistens die Lust und höre auf. Meist ist das auch gar keine bewusste Entscheidung gewesen - ich hab dann halt irgendwann irgendwie plötzlich ein ganz anderes Buch in der Hand gehalten, das nichts mit Virginia Woolf zu tun hatte. Aber ich schwöre hoch und heilig, dass ich zumindest eines der zwei Bücher lesen werde, bevor ich mein Studium abschließe!
Bei diesem Büchlein hatte ich dieses Problem nicht, dafür war es einfach zu kurz. Ich war innerhalb einer halben Stunde oder so fertig, da war also gar nicht genügend Zeit, um sich von anderen Büchern ablenken zu lassen. Und - Überraschung! - es hat mir tatsächlich gefallen! Ich hab extrem viele Sätze angestrichen, die ich schön fand und die ich in den nächsten Beiträgen mit Buchzitaten einbauen werde. Was mir etwas Probleme bereitet hat, war Woolfs Neigung zu sehr langen und verschachtelten Sätzen, doch auch das war nicht so schlimm, wie ich zu Beginn noch dachte.

Mein Fazit? Hat mir besser gefallen, als ich dachte! Daumen hoch!

Samstag, 22. Februar 2020

Meine liebsten Buchzitate #9

Hi ihr Lieben!

Heute gibts mal wieder Buchzitate für euch, damit mal wieder etwas Abwechslung auf diesen Blog kommt. Also viel Spaß damit!

1. "Vicious - Das Böse in uns" von V. E. Schwab, Seite 152

"Wo zum Teufel kommt der Hund her?", fragte Mitch.
"Ich darf ihn behalten", sagte Sydney.
"Ist das Blut?"
"Ich habe ihn erschossen", sagte Victor und durchsuchte seine Papiere.

2. "Disrupt - Her" von Miki Agrawal, Seite 38

Die gesellschaftlichen Regeln nämlich sind reine Trugbilder. Sie existieren nicht wirklich, sind vielmehr reine Konstrukte, an die wir entschieden haben zu glauben.

3. "Shadowcast - Die Blume der Finsternis" von P.M. Freestone, Seite 158

Sie lächelt, lächelt richtig, sodass einer ihrer Zähne ganz leicht an ihrer Unterlippe hängen bleibt. Ein überraschend liebenswerter Anblick.

4. "Strange the Dreamer - Ein Traum von Liebe" von Laini Taylor, Seite 90

Sathaz (gespr.: Sah-thahz), Stubst.
Das Verlangen nach etwas, das man niemals besitzen kann.
Archaisch; abgeleitet von der "Legende des Sathaz", der sich in den Mond verliebte.

5. "Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit" von Charlotte Roth, Seite 75

Er sagte auch: "Es gibt eine Linie zwischen Gut und Böse, ihr Bürschlein. Die zu übertreten, ist ganz einfach. Aber man hat dafür einen Preis zu bezahlen."

Die Rezensionen findet ihr 1. hier, 2. hier, 3. hier, 4. hier und 5. hier.