Mittwoch, 15. Juli 2026

Hazelthorn

 

Quelle: Verlag

Geh nicht in den Garten!

Evander ist krank und hat die letzten Jahre in seinem Zimmer verbracht. Sein Leben dreht sich um drei Regeln:

1. Verlasse niemals das Anwesen.

2. Betritt niemals den Garten.

3. Und sei nie wieder allein mit Laurie.


Und seit Laurie vor einigen Jahren versucht hatte, ihn im Garten des Anwesens zu ermorden, hält er sich penibel daran. Bis heute weiß er nicht, was Laurie dazu gebracht haben könnte, ihn so sehr zu hassen, dass er ihn umbringen möchte. Denn eigentlich hat er ihm nie etwas getan. Ganz im Gegenteil: Er bewundert Laurie sehr!

Als Evanders Vormund stirbt, geht das Millionenerbe auf Evander über – und nicht auf Laurie, wie eigentlich erwartet wurde. Doch entgegen allen Erwartungen plant Laurie nicht sofort den nächsten Mordanschlag, sondern möchte Evander dabei helfen, den Mörder seines Vormundes zu finden. Und sie sollten sich beeilen, denn der Garten hat Hunger …

C.G. Drews legt mit "Hazelthorn" nun einen neuen Dark Fantasy Roman für Leser*innen ab 16 Jahren vor. Die hier präsentierte Art des Horrors ähnelt dem Vorgängerbuch »Don’t Let the Forest in«: Botanical Horror, Body Horror, explizite Beschreibungen. Das führte leider dazu, dass in meinem Kopf automatisch der Vergleich losging – und bei diesem schnitt »Don’t Let the Forest in« besser ab. Zwar war auch »Hazelthorn« spannend, doch »Don’t Let the Forest in« schaffte es, glaubwürdigere Beziehungen zu zeichnen und mehr auf die Grautöne der Protagonisten und Nebenfiguren einzugehen. In »Hazelthorn« ist Gut und Böse wiederum sehr klar und eindeutig definiert.

Trotzdem: Ein spannender Horror-Roman für junge Erwachsene. Seid euch nur bitte bewusst, dass die Beschreibungen hier sehr explizit sind.

Dienstag, 14. Juli 2026

Cryptos. Graphic Novel

Quelle: Verlag

Poznanskis Thriller jetzt als Graphic Novel!

In »Cryptos« ist die Welt durch die Klimakrise unbewohnbar geworden. Die Menschheit verbringt daher den größten Teil ihres Lebens in Online-Welten: Märchenwelten, unendlich große Bibliotheken, verlorene Städte wie Venedig, aber auch Welten voll Spannung und Abenteuer. Sogar Gefängnisse finden sich online. Doch plötzlich kommt es in Kerrybrook, einer der friedlichsten Online-Welten, zu einem Verbrechen. Und Jana, die Designerin dieser Online-Welt, beginnt nachzuforschen. Und muss schon bald begreifen, dass der Tod nun auch für sie keine Illusion mehr ist.

Neben der Neuauflage des Romans ist nun kurz vor dem Erscheinen von Band 2 auch eine Adaption als Graphic Novel erschienen. Diese überzeugt vor allem durch die vielen unterschiedlichen Zeichenstile. Mit jeder besuchten Welt ändern sich die Darstellung der Figuren, das Farbschema und so weiter. Ich als Leserin konnte so die Welten von »Cryptos« nochmal ganz neu entdecken.

Natürlich muss hier auf einige Details, auf Dialoge und auf Janas Innensicht verzichtet werden, durch die Illustrationen rücken dafür andere Dinge in den Vordergrund. Die Geschichte ist auch als Graphic Novel durchaus lesenswert und wird wohl vor allem auch jüngere Leser*innen ansprechen oder auch Personen, die normalerweise eher weniger lesen.

Besonders spannend fand ich auch das Nachwort, in dem die Beteiligten erklären, wie man denn eigentlich vorgeht, wenn man einen Roman wie »Cryptos« in ein Graphic Novel verwandeln möchte. Und das alles ganz ohne Künstliche Intelligenz! Das wird auch für jüngere Leser*innen mit unterschiedlichen Leveln an Lesefähigkeit und Sprachverständnis interessant sein und kann Bibliotheken oder Schulen als Aufhänger für verschiedene Veranstaltungen dienen.

Mein Fazit? Eine tolle Ergänzung fürs Bücherregal!

Montag, 13. Juli 2026

The Elements of Baking

 

Quelle: Verlag


Ich mache mich gerne darüber lustig, dass meine Familie dem Ernährungsklischee entspricht, das Boomer gerne auf Facebook teilen. Vegetarier, zuckerarm, laktosefrei, glutenfrei. Jeder braucht was anderes und allein schon ein normales Abendessen wird kompliziert, wenn alle zusammenkommen.

Ganz ehrlich? Als es zu mir hieß, dass es für meine Autoimmunerkrankung gut wäre, wenn ich in Zukunft auf Gluten verzichte, ging für mich eine Welt unter. Ich liebe es, zu backen. Wenn ich gestresst bin, bringt mich das so richtig runter. Und zu Treffen im Freundeskreis Kuchen mitzubringen, ist für mich eine eigene Love Language. UND DAS SOLL JETZT NICHT MEHR GEHEN?

Naja, doch. Ganz ruhig, Mira der Vergangenheit! Du darfst weiter Kuchen backen und essen - du musst dich nur anpassen. Und wie du dich anpasst, lernst du in "The Elements of Baking". Egal ob Blätterteig, Zimtschnecken, eine Pistazientorte, ... Du findest hier Rezepte für jeden Anlass und für jedes Bedürfnis.

Und zusätzlich findet man hier auch verständliche Erklärungen, was auf chemischer Ebene im Teig passiert. So lernst du schnell, wie du deine Lieblingsrezepte für deine Bedürfnisse anpassen kannst. So funktioniert dann auch der Apfelkuchen deiner Oma in glutenfrei. Die Autorin erklärt ganz genau, was wie und in welcher Menge ersetzt werden kann und auf was geachtet werden sollte.

Auch die Gestaltung dieses Buches ist total hochwertig und einfach schön. Ich habe jedes Mal wieder meine Freude, wenn ich dieses Buch in die Hand nehme und etwas daraus nachkoche.

Mein Fazit? Egal, ob ihr selbst auf etwas verzichten müsst/möchtet oder jemand eurer Lieben - hier findet ihr super Rezepte, die super schmecken und immer funktionieren! Ein echter Gamechanger, den ich euch sehr empfehlen kann!

Freitag, 5. Juni 2026

Statt aus dem Fenster zu schauen

 

Quelle: Verlag

Einfach mal ausbrechen und ein paar Hühner kaufen ... wer träumt denn nicht davon? Also ich auf jeden Fall und das dürfte wohl auch der Grund sein, warum in meinem kleinen Hochbeet gerade ein Kürbis vor sich hin wuchert. Ja, darauf bin ich stolz. Auf den Kürbis und auf die einzelne Erdbeere, die daneben wächst. Zählt das schon als Quarter Life Crisis?

Eine schlimmere Krise hat aber Sophie, die Protagonistin dieses Buches. Ihr Leben lang bekommt sie schon gesagt, dass aus ihr mal „etwas“ wird – aber was genau das sein soll, weiß sie bis heute nicht. Stattdessen sitzt sie in einem Praktikum, das sie langweilt, macht ein Studium, das sie nicht interessiert, und lebt in einer WG, in der sie sich nicht wohlfühlt. Während eines weiteren, viel zu langen Tages vor Excel-Tabellen, beschließt sie, auszubrechen. Sie kauft ein Haus – oder die Überreste davon – in der ostdeutschen Provinz um wenige tausend Euro, packt ihre Sachen auf ihr Fahrrad und steigt in den Zug.

Was folgt, ist ein knallbunter Mix aus Überforderung, Angst und Chaos, aber auch Lebensfreude, Erfindergeist und Optimismus. Das Haus hat zwar keinen Strom und ein Loch im Dach – aber wozu gibt es Youtube-Tutorials? Der Garten ist verwildert – also der perfekte Platz für ein Kartoffelfeld und Hühner! Und Handyempfang gibt es auch nicht wirklich – kein Problem, wenn man nur das perfekte Kaffeehaus in der Nähe findet!

In poetischer, bildhafter Sprache und einer ruhigen Atmosphäre erzählt die Autorin von Sophies Erfolgen und Misserfolgen, von kleinen und großen Dramen. Sie lässt ihre Hauptfigur und deren Umfeld an ihrem Verstand zweifeln und immer wieder fast aufgeben, bevor sie sich dann aber doch wieder irgendwie aufrappelt. Und in der Zeit zwischen den Renovierungsaufgaben und in den langen Nächten stellt die Autorin die Frage, was wir denn eigentlich vom Leben wollen – und warum.

Ein schönes Buch, das zum Nachdenken anregt und dazu einlädt, sich damit auf dem Balkon zu verkriechen. Wenn ihr so wie ich aktuell Mitte 20 seid, dann wird euch dieses Buch sehr wahrscheinlich gefallen. Ich habe es auf jeden Fall geliebt!

Samstag, 18. April 2026

Bite the Bride

Quelle: Verlag


Katherine Campbell ist eine von sehr wenigen menschlichen Studentinnen an der Darkthorn Universität – und sie hasst Vampire. Nicht unbedingt ideal an einer Universität, wo es vor Vampiren, Werwölfen und ähnlichen Wesen nur so wimmelt. Doch als sie dann versucht, ein Zauberbuch zu stehlen, ist sie plötzlich auf Vampire angewiesen. Denn sie entfesselt einen gefährlichen Fluch, der nur dadurch im Zaum gehalten werden kann, wenn Chef-Bibliothekar Ethan Hawthorn sie regelmäßig beißt. Und das ist nur mehr in Ehen legal. 

Also werden die beiden blitzschnell verheiratet, ohne Rücksicht auf gegenseitige Sympathien, und ein ständiges Seilziehen beginnt. Kann diese Ehe funktionieren?

Kurze Antwort: Nein! Sollte sie nicht! Dürfte sie nicht! Ich konnte diese Beziehung nicht ausstehen und ich weiß echt nicht, warum zur Hölle diese beiden Figuren ein gemeinsames Happy End bekommen haben. Und ich verstehe beim besten Willen nicht, warum die Beziehung bei allen anderen Figuren, Kreaturen und Mächten SO GUT ankommt, wie sie es in diesem Buch tut.

Katherine Campbell hält sich selbst für sehr intelligent, aber ist trotzdem in jedem Kapitel wieder davon überrascht, dass ihr Handeln Konsequenzen haben könnte. Sie ist ein Mensch ohne irgendwelche magischen Talente - trotzdem überschätzt sie sich selbst immer und immer wieder. Denn wie kann es jemand wagen, ihr zu vorzuschreiben, welche Talente sie hat oder nicht hat? Das wär ja noch schöner!

Und statt dann Verantwortung zu übernehmen, wenn mal wieder etwas schiefgeht, sieht sie sich selbst lieber als Opfer und versucht, gegen Ethan und alle anderen Figuren zu rebellieren, indem sie einfach wirklich unfreundlich zu allen ist. Dabei scheint sie zu vergessen: Schuld an ihrer Situation ist nun mal vor allem sie selbst. Denn wenn sie auch nur einmal kurz nachdenken würde statt nur davon auszugehen, dass sie aufgrund ihrer Menschlichkeit diskriminiert wird, dann würde keine dieser Situationen passieren.

Mitleid braucht man mit Ethan  aber trotzdem nicht zu haben. Immerhin beweist er Seite für Seite wieder, dass er nicht in der Lage dazu ist, sinnvoll zu kommunizieren oder mit seinen Emotionen erwachsen umzugehen. Auch wird er Katherine gegenüber handgreiflich und würgt sie. Aber natürlich findet sie das heiß. Auch sonst war das Thema Consent hier immer wieder ein Problem. Aber auch das findet sie natürlich gut. Meiner Meinung nach ist das einfach nur problematisch, gerade da das hier ein Buch ist, das sich selbst als „witzig“ vermarktet. Auch in Liebesromanen kann und muss toxisches und gewalttätiges Verhalten als solches reflektiert werden. Natürlich, es gibt auch Dark Romance - aber diese wird dann als solche vermarktet. Leser*innen wissen, was sie dort erwartet. Wenn so ein Verhalten aber einfach als gegeben in einer ROM-COM angenommen wird, dann trägt dieses Buch zu einer Normalisierung von Gewalt gegen Frauen bei.

Dieses Buch hätte eine wunderbare RomCom in düsterem Setting werden können. Mich hat das Buch aber leider nicht abgeholt. Daher auch keine Leseempfehlung.

Mittwoch, 25. Februar 2026

Cultish

 

Quelle: Verlag

Amanda Montell sagt euch vielleicht aktuell noch nicht so viel, ich kenne den Namen aber ohne Übertreibung schon seit mindestens zwei Jahren. Immerhin bin ich Hörerin ihrer Podcasts "Sounds Like a Cult" und "Magical Overthinkers". Und wie ihr, wenn ihr die Autorin googelt, sehen werdet: Zu beiden Podcasts gibt es Bücher. Einerseits eben "Cultish", aber auch "The Age of Magical Overthinking", das ich letztes Jahr gelesen, aber scheinbar nicht rezensiert habe, weil einfach viel zu viel los war. Nur zu ihrem dritten Buch, "Wordslut", ist mir bisher noch kein Podcast untergekommen. Würde ich aber wohl ebenfalls hören, falls er irgendwann auftauchen sollte. 

Wenn ihr ähnlich drauf seid wie ich noch vor ein paar Jahren, dann seid ihr wahrscheinlich überzeugt davon, dass ihr NIE auf einen Kult oder eine sektenhafte Gruppe reinfallen könntet. NIE. Ihr seid viel zu intelligent dafür, zu stabil und natürlich durchschaut ihr Tricks wie Gehirnwäsche (die es übrigens gar nicht gibt, wie man in diesem Buch erfährt) sofort! Natürlich! Aber: Menschen sind Rudeltiere. Wir brauchen Gemeinschaft, um ein glückliches und gesundes Leben führen zu können. Egal ob Fußballverein, Politik oder Religionsgemeinschaft: Menschen gründen Gruppen. In vielen Fällen sind diese Gruppen harmlos. In anderen Fällen weniger. Aber wohl jeder von uns ist Teil von verschiedenen Gruppen. Buchclub. Theatergruppe. Chor. Pen-and-Paper-Rollenspiel-Gruppe. Tanzverein. Kampfsportverein. Um nur ein paar zu nennen, in denen ich Mitglied bin oder in meinem Leben schon Mitglied war. Gruppen gehören dazu und wer zu keiner einzigen Gruppe gehört, führt wohl ein ziemlich einsames Leben. Aber natürlich kann fast jede Gruppe irgendwann auch kippen und extrem werden.

Zusammen mit Amanda Montell tauchen wir in diesem Buch ein in die Welt der Kulte. Sie erzählt fesselnd davon, was einen Kult eigentlich zu einem Kult macht, wie man einen Kult als solchen erkennt und ab wann dieser gefährlich wird. Den Fokus legt die Linguistin dabei natürlich auf die exklusive Sprache, die die Gruppe von Außenstehende abgrenzt. Doch auch für Nicht-Sprachwissenschaftler*innen ist dieses Buch eine interessante Lektüre: Wir begegnen hier Tragödien wie „Jonestown“ oder „Heavens Gate“, beschäftigen uns mit Multi-Level-Marketingstrategien und mit Sporttrends.

Mein Fazit? Ein echtes Must-Read! Und hört euch verdammt nochmal den Podcast der Autorin an!

Montag, 23. Februar 2026

Don't Let The Forest In

 

Quelle: Verlag

Fühlst du das Moos in deinem Bauch…

… und die Pilze hinter deinen Augen?

Die Monster kommen und sie werden dich holen! 


Als Andrew nach dem Sommer wieder an die Wickwood Academy zurückkehrt, ist nichts wie zuvor. Seine Zwillingsschwester ist beleidigt, sein bester Freund Thomas benimmt sich seltsam. Bisher waren sie ein unschlagbares Dreierteam, doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Andrew hat immer Horror-Geschichten geschrieben, Thomas dazu gezeichnet, jetzt weigert sich Thomas, einen Stift auch nur anzufassen. Als Andrew ihm in den verbotenen Wald folgt, erkennt er den Grund: Die Monster sind zum Leben erwacht.

Ein Horrorroman, der mich sofort in seinen schönen und seltsamen Bann gezogen hat. Ich war süchtig, konnte den Roman nicht mehr weglegen. Nein, das meine ich Ernst. Das ist mit einer der Gründe, warum ich Horror eigentlich kaum je lese: Ich fürchte mich ganz enorm, grusele mich mindestens die nächste Woche vor meinem eigenen Schatten (oder hier: vor meinen Zimmerpflanzen), aber MUSS das Buch trotzdem fertig lesen, da mir als Kind von einer Klassenkollegin eingeredet wurde, dass die Angst sonst nicht vergehen kann. Ob da was dran ist? Dafür weiß ich zu wenig über Horror - ich höre mir aber gerne an, was die Expert*innen unter euch darüber zu sagen haben.

Da ich mich ja mit Horror sowieso nicht auskenne, sagte mir bisher auch Botanical Horror nichts. Joa, jetzt weiß ich, dass das was ganz enorm Gruseliges ist, das eventuell damit zu tun hat, dass Pflanzen in dir wachsen. Was für eine schreckliche Vorstellung, die definitiv dafür gesorgt hat, dass ich meine Hauspflanzen jetzt ein bisschen kritischer betrachte. (WEHE, die breiten sich IN MIR aus! NOPE, NOPE, NOPE!!!!)

Wisst ihr, was ich getan habe, sobald ich mit diesem Buch fertig war? Ich habe das Buch als Weihnachtsgeschenk für meinen Bruder bestellt. Und meiner Schwester danach eingeredet, dass sie dieses Buch auch lesen muss. Denn ja, ich habe mich zu Tode gegruselt, ABER WENN ICH SCHON DARUNTER LEIDEN MUSS, DANN WENIGSTENS NICHT ALLEIN! Wozu hat man denn Geschwister, nicht? 

Auf jeden Fall freue ich mich jetzt schon darauf, mich auch vor den anderen Büchern von C. G. Drews zu gruseln. Ist es eine gute Idee, diese Bücher auch noch zu lesen? Wahrscheinlich nicht. Bin ich gerade in der Laune, gute Entscheidungen zu treffen? HELL NO!

Mein Fazit also? Total spannend, viel zu gruselig für mich. Lest es trotzdem. Und drückt mir die Daumen, dass ich bei den anderen Büchern von C.G. Drew nicht durchdrehe!

Sonntag, 18. Januar 2026

Never Trust Your Fake Husband [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Inzwischen ist es so weit, dass ich mir bei der Arbeit einen gewissen Ruf aufgebaut habe. Nicht nur im Büro, generell bin ich im Bibliothekswesen inzwischen als New Adult-Expertin bekannt und darf mich über Einladungen zu Workshops und Vorträgen freuen. Nicht unbedingt der Ruf, um den ich mich bemüht hätte, aber ich will mich nicht beschweren. Gibt schlimmere Vorträge, die man halten kann. So habe ich meinen Spaß und meine Zuhörer:innen hoffentlich auch.

Einer der Vorteile, der sich daraus ergibt: Im Büro werden Liebesromane oft zuerst mir angeboten. Und manchmal greife ich natürlich auch zu. Hier zum Beispiel, bei "Never Trust Your Fake Husband". Ich liebe Fake Dating und Gedächtnisverlust kenne ich zwar bisher nur aus Fanfiction, aber warum sollte mir das nicht auch in Buchform gefallen?

Als Zoe im winterlichen Paris mitten in der Nacht zu sich kommt, kann sie sich an nichts mehr erinnern. Nicht mal mehr ihren Namen kann sie uns zu Beginn der Handlung nennen. Alles, was sie weiß: Ein Fremder beugt sich über sie und plötzlich fallen Schüsse. Er rettet sie und sie schaffen es, sich auf eine Flusskreuzfahrt zu schmuggeln. Dort geben sie sich als Ehepaar aus – denn was wäre eine bessere Tarnung, als ein Pärchen auf Hochzeitsreise?

Was sich auf den ersten Blick für mich wie die ideale Lektüre für Zwischendurch anhörte, traf dann leider nicht ganz meinen Geschmack. Leider war der Humor nicht ganz mein Fall und auch mit Zoe, die ich als überdreht und albern empfand, wurde ich nicht warm. 

Sehr gestört haben mich hier aber gewisse "Überlebensstrategien", die in der Realität wohl Agent Jakes frühzeitigen Tod zur Folge hätten. Das Zukleben von tiefen Wunden mit Sekundenkleber zum Beispiel, oder das Rausziehen von Gegenständen, die in tiefen Wunden stecken. Bitte, Leute, beides macht ihr bitte, bitte nicht! Ich weiß nicht, warum sowas immer wieder in Büchern auftaucht und ganz ehrlich: Ich halte sowas für unglaublich gefährlich. Gerade, weil ich das Gefühl hatte, als würde sich dieses Buch an eine jugendliche Zielgruppe richtet. Ich möchte Jugendlichen auf gar keinen Fall Naivität unterstellen, mein jugendliches Ich hätte aber seeeeehr viel geglaubt, einfach nur weil es in Büchern drinstand. 

Mein Fazit? Ich befürchte, dass ich für dieses Buch einfach zu alt war. Als 15-Jährige hätte ich die Geschichte und wohl auch Zoe geliebt, jetzt mit meinen 26 Jahren war ich aber leider kein Fan davon.

Freitag, 16. Januar 2026

Katabasis [Kurzrezension]

Quelle: Verlag
 

Alice Law und Peter Murdoch haben ein Problem: Ihr Doktorvater Jacob Grimes ist verstorben. Ein äußerst unangenehmer Mensch (also wirklich, wirklich grauenhaft), doch das ändert nichts daran, dass er ihr Doktorvater ist. Wie sollen sie denn nun ihr Studium im Fach der analytischen Magie abschließen? Ihnen bleibt nichts anderes übrig: Sie müssen ihren Mentor aus der Unterwelt zurückholen, egal, was es sie kosten wird. Und so machen sie sich auf in die Welt von Dante, T. S. Eliot und Orpheus. Denn "Katabasis" bedeutet so viel wie "Abstieg in die Unterwelt". 

Leser*innen, die wie ich literarisches Vorwissen mitbringen, sind hier ganz klar im Vorteil und werden sich über die vielen Referenzen freuen. Auch hier merkt man der Autorin einfach wieder an, wie viel sie weiß - auf eine gute Art. Doch auch für Leser*innen ohne literaturwissenschaftlichen Hintergrund ist die Geschichte verständlich und spannend. Getestet an meinem Bruder, der sich zumindest nicht über die literarischen Anspielungen beschwert hat.

Einziger Wermutstropfen: Leider lösen sich die Buchstaben auf dem Cover bereits nach kurzer Lesezeit auf. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass dieses Buch wieder mal ein Rezensionsexemplar ist, das ich aus dem Büro mitgenommen habe. Ich hoffe es, immerhin ist dieser Roman jetzt nicht gerade das günstigste Buch, das ich bisher in den Buchläden gesehen habe. Teuer genug, dass man eigentlich davon ausgehen können müsste, dass das Cover nicht nach der zweiten Lektüre zerbröselt.

Trotzdem: Klare Leseempfehlung! Aber vielleicht eher als eBook oder als Leihbuch aus eurer Bibliothek. Zumindest solange, bis ich herausgefunden habe, ob die schlechte Qualität des Schutzumschlages ein Mira-Problem oder ein Buch-Problem ist.

Samstag, 10. Januar 2026

Erebos 3 [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Dass ich mich nochmal über einen Erebos-Band freuen darf - damit hatte ich eigentlich schon nach Band 1 (meine allererste Rezension auf diesem Blog! Lang ists her!! Fast 13 Jahre!) nicht gerechnet. Dann vor ein paar Jahre die große Überraschung: Es kommt ein Band 2! Das war noch vor Covid, dazu habe ich dann eine Lesung mit Frau Poznanski in Innsbruck besucht und war dort unglaublich starstruck. Ich habe keinen Satz rausgebracht, als ich endlich dafür an der Reihe war, mein Buch signieren zu lassen.
Und dann im Sommer 2025 wieder die Überraschung: "Erebos 3" tauchte in meinem Büro auf. Ich war begeistert und meine Kolleginnen haben mir dieses Buch brav überlassen. 

Aber worum geht es diesmal? Erebos ist zurück und es geht um mehr als je zuvor. Schon zweimal musste Nick sich durch das Computerspiel „Erebos“ kämpfen. Und nun, kurz nach Handlungsende des zweiten Bandes, taucht das Spiel wieder auf seinem Rechner auf! Da wird er nicht mitmachen, auf keinen Fall! Doch Erebos hat ihn in der Hand. Und so wird Nick wieder zum Dunkelelfen Sarius … Diesmal ist Erebos nicht nur ein Online-Spiel für einsame Helden, plötzlich müssen Teams gebildet werden. Und es wird immer wichtiger, seltsame Rätsel zu lösen, deren Sinn sich Nick erst viel später erschließen werden.

Auch im dritten Anlauf wird die Videospielwelt von „Erebos“ nicht langweilig. Es war mir eine Freude, diese Welt nochmal mit Nick miterleben zu dürfen – und natürlich geht von meiner Seite jetzt das Rätseln los, ob ich mich in ein paar Jahren über einen Band 4 werde freuen dürfen. Falls ja, würde ich mir den ohne Zögern kaufen. Falls nein, müssen sich Leser:innen keine Gedanken machen, denn auch ohne potentiellen Folgeband lässt sich dieses Buch gut lesen und am Ende sind wie auch bei den letzten beiden Büchern alle Fragen geklärt!