Montag, 30. Dezember 2019

Neuzugänge im neuen Jahr

Hallo ihr Lieben!

Kaum zu glaube: Schon wieder ist ein Jahr vorbei. Ich hab so unglaublich viel gelesen! Aber darüber will ich heute gar nicht sprechen, erst übermorgen, in meinem Jahresrückblick. Heute geht es um die Neuzugänge, die im Dezember neu bei mir einziehen durften. Und das waren einige! Der Dezember ist einer meiner liebsten Monate im ganzen Jahr: Adventskalender, Nikolaus, das Christkind, gute Bücher und warmer Tee. Der Dezember ist meiner Meinung nach einfach der perfekte Lesemonat. Und dieses Jahr war er das noch mehr als sonst.

Erster Grund: Der NetGalley-Adventskalender und der Adventskalender von Lovelybooks.de! Von NetGalley und den teilnehmenden Verlägen bekam ich dieses Jahr jeden Morgen im Advent eine Einladung zu einem Leseexemplar. Natürlich habe ich nicht jede angenommen, aber doch ein paar, die schon länger auf meiner Wunschliste standen. Bei Lovelybooks war das ein bisschen anders: Da gab es jeden Tag drei neue Gewinnspiele. Nicht jeder bekam also das Leseexemplar, sondern nur eine glückliche Minderheit. Auch hier habe ich mich nur auf ein paar Bücher beworben, allerdings leider keines gewonnen. Nur auf die letzte Auflösung warte ich noch, da ging es um einen Buchgutschein im Wert von 30€. Wäre auch nicht so unangenehm, nehm ich auch gern! Aber ich lass es euch spätestens im nächsten Post zu meinen Neuzugängen wissen, sollte ich den gewinnen.

 Und das sind sie, die Bücher, die ich von den diversen Adventkalendern bekommen habe.

Quelle: Verlag
 Dieses Buch stand schon ewig auf meiner Wunschliste, das Cover hat mich bisher aber immer abgeschreckt und mich davon abgehalten, es zu kaufen. Ich weiß nicht, das Mädchen hier sieht einfach...unnatürlich aus und damit total gruselig. Aber der Klappentext hört sich gut an und als es mir dann im Rahmen des Adventkalenders von NetGalley als Rezensionsexemplar angeboten wurde, musste ich einfach zusagen.

Quelle: Verlag
 Michael Ende hat meine Kindheit geprägt, wie kein anderer Autor. Ich habe "Momo" geliebt und zig mal gelesen, genauso "Jim Knopf". Er ist einer der Autoren, die mich überhaupt dazu gebracht haben, lesen zu wollen. Gäbe es ihn und seine Bücher nicht, wäre ich heute nicht hier und ihr wüsstet nicht, dass ich überhaupt existiere. Aber wer war dieser Mann überhaupt? Nun, das werde ich mit dieser Biographie herausfinden. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich, dass ich dieses Buch zur Verfügung gestellt bekommen habe!

Quelle: Verlag
Dieses Buch habe ich in den letzten Wochen überall gesehen: Auf Facebook, Instagram, Twitter und auf so gut wie jedem Blog, dem ich folge. Der Klappentext hört sich spannend an, also habe ich zugegriffen, als dieses Buch im Adventkalender auftauchte. Vielen Dank für das Leseexemplar! Die Rezension dazu ist übrigens schon online, ihr findet sie hier!

Quelle: Verlag
 Auf dieses Buch bin ich sehr gespannt. Ich habe, ehrlich gesagt, noch gar nichts von diesem Buch gehört. Aber die Grundidee hört sich sehr spannend an, also habe ich einfach mal zugesagt. Manchmal lese ich ja auch nichtfiktionale Bücher gerne und dieses hier könnte wirklich gut sein. Ich freu mich also sehr darüber, vielen Dank! Die Rezension ist auch schon online und zwar hier!

Zweiter Grund: Aus irgendeinem Grund weiß der Nikolaus genau, welches Buch ich mir gewünscht habe. Und hat das hat er mir auch geschenkt! Gemeinsam mit Schoki und Mandarinen, also allem, was das weihnachtliche Leserherz begehrt!

Quelle: Verlag
Du weißt, dass du eine richtige Leseratte bist, wenn du nicht nur Bücher liest, sondern auch Bücher über Bücher. Und das hier ist so ein Buch. Mir wurde dieses Buch auf Goodreads empfohlen und ich musste es einfach auf meine Wunschliste fürs Christkind setzen. Und der Nikolaus hat es gebracht. Und, oh mein Gott, ich hatte Recht! Es ist großartig! Am 7. Dezember habe ich das Buch dann schon liebevoll in mein Regal eingeordnet, fertig gelesen. Und natürlich ist auch die Rezension schon online. Ihr findet sie hier!

Dritter Grund: Weihnachten! Ich liebe, liebe, liebe Weihnachten! Und natürlich standen auf meinem Wunschzettel nicht nur Bücher, natürlich nicht! Echt nicht, lustigerweise. Ich hab mir zum Beispiel auch eine neue Rodel gewünscht (Schlitten, für meine deutschen Leser). Und eine neue Füllfeder aus Bambus habe ich auch bekommen und eine selbstgenähte Buchtasche von meiner Oma. Aber Bücher waren Gott sei Dank auch unter dem Baum!

Quelle: Verlag
 Jup, auch ich schreibe nicht nur über Bücher, sondern hoffe irgendwann auch selbst mal groß als Autorin raus zu kommen. Und wie ihr sehen könnt, habe ich meine Familie als Unterstützung. Mit gratis Betalesern, Kritik und eben auch Bücher wie diesem. Vielen Dank und ich freue mich darauf!
Quelle: Verlag
Quelle: Verlag
Quelle: Verlag

 Wie ihr vielleicht wisst, habe ich das Graphic Novel von "The Handmaid's Tale" gelesen und "Den Report der Magd" auf Deutsch zu lesen begonnen. Letzteres war aber ein Büchereibuch und ich hatte zu wenig Zeit, um es fertig zu lesen. Tja, jetzt gibt es keine Ausreden mehr: Meine Tante hat mir Teil 1 geschenkt und meine Mutter Teil 2. Ich freue mich!

Quelle: Verlag
Dieses Buch habe ich vor einigen Wochen entdeckt und mich sofort darin verliebt. Kein Wunder also, dass es auf meine Wunschliste gewandert ist. Und das Christkind hat mich erhört. Und: Es ist wunder, wunderschön! Ich freu mich also schon darauf, euch im neuen Jahr die Rezi präsentieren zu dürfen!

Quelle: Verlag
 Dieses Buch war ein Geschenk von meiner Oma, zusammen mit einer total schönen Buchtasche, selbstgenäht natürlich! Vielen Dank dafür, ich freue mich darauf!

Quelle: Verlag
Dieses Buch war ebenfalls ein Geschenk meiner Tante. Ja, die gleiche wie bei "The Handmaid's Tale". Ich habe von diesem Buch noch nie was gehört und bin gespannt, wie es mir gefällt!

Quelle: Verlag
 Dieses Buch war ein Geschenk von einer anderen Tante, die übrigens auch eine meiner treusten Leserinnen ist! Hallo du! Es hört sich total spannend an, ich freue mich darauf!

Nun, und natürlich gab es auch sonst wieder ein paar Neuzugänge, die in keine der Kategorien passen.
Quelle: Verlag
Den ersten Teil von "Strange the Dreamer" hab ich absolut großartig gefunden. So großartig, dass ich das Buch auch gleich einer Freundin zum Geburtstag geschenkt habe (Hi, L.!).  Den zweiten Teil habe ich als erstes bei der Bloggerjury vom Verlag gefunden, hab mich gleich darauf beworben - und prompt eine Absage kassiert. Heul! Am nächsten Tag fand ich dieses Buch dann auf NetGalley und hab mich dort nochmal beworben. Und es funktionierte! Schon kurz darauf hatte ich Teil 2 auf dem Reader! Vielen, vielen Dank, ich freue mich sehr!

Quelle: Verlag
 Dieses Buch wurde mir auf NetGalley vom Verlag angeboten. Es hört sich spannend an und auch das Cover sieht schön aus. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was es damit auf sich hat und bin in der Zwischenzeit auch schon auf einige Rezensionen gestoßen, die in höchsten Tönen von diesem Buch schwärmen. Na, da bin ich gespannt!

Quelle: Verlag
 Dieses Buch war ein Spontankauf während einem Ausflug nach Wien. Wir waren in dieser riesigen Buchhandlung in der Mariahilferstraße und meine Mutter sagte, dass meine Geschwister und ich uns ein Buch aussuchen dürfen. Natürlich nehme ich das Angebot sehr gerne an, hallo? Auf jeden Fall: Vielen Dank an meine Eltern für dieses Buch!

Quelle: Verlag
  Melanie Raabe ist eine großartige Autorin, deren letzte Bücher ich total genossen habe! Kein Wunder also, dass ich mich total über dieses Rezensionsexemplar gefreut habe! Meine Mutter übrigens auch, die hat es mir nämlich auf der Stelle aus meinem Bücherregal geklaut. Vielen, vielen Dank an den Verlag!
Quelle: Verlag
Dieses Buch ist gleich nach Weihnachten bei mir eingetrudelt und war damit das erste Lebenszeichen meines Briefträgers nach Weihnachten. Vielen Dank an den Verlag für Buch, ich bin gespannt!

Insgesamt gab es im Dezember also 18 Neuzugänge, davon 8 Rezensionsexemplare. Also extrem viele Bücher, die ich jetzt in meinem Regal stapeln muss. Aber hey: Tetris mochte ich schon immer!

Welche Bücher haben zu Weihnachten einen Platz unter eurem Baum gefunden? Irgendwas das ich kenne oder kennen sollte? Lasst es mich wissen, egal, ob das Buch ein Weihnachtsgeschenk war oder nicht!

Liebe Grüße und bis bald!
Eure Mira

Samstag, 28. Dezember 2019

Disrupt-her - Ein Manifest für die selbstbestimme Frau

Autorin: Miki Agrawal
Erschienen am 21.10.2019
Im Kamphausen Media GMBH
ISBN: 9783958833883
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag
Zur Autorin:
"Ich habe es immer geliebt, den Status quo und die Herangehensweise der Gesellschaft an die Dinge in Frage zu stellen. Gibt es eine bessere, effizientere, umweltfreundlichere, designorientiertere, raffiniertere und kunstvollere Art, dies zu tun? Ich war schon immer fasziniert von dem Prozess der Entdeckung, Erfindung und schnellen Verbesserung und mein Lieblingsspruch ist 'Erneuerung ist Perfektion' ". Miki Agrawal ist Unternehmerin, Erfinderin, Rednerin, Tabu-Brecherin und Autorin. Sie wurde 2017 als "Young Global Leader" vom World Economic Forum ausgezeichnet, sowie als "Social Entrepreneur of the Year" auf dem World Technology Summit."
 Quelle: Verlag

Klappentext:
"Miki Agrawal, erfolgreiche Unternehmerin, Erfinderin und Gründerin mehrerer Sozialunternehmen, räumt mit weit verbreiteten gesellschaftlichen Annahmen, wie Frau zu sein hat, auf. In 13 wichtigen Lebensbereichen motiviert sie die Frau konsequent ihren eigenen Weg zu gehen und sich von Zwängen zu befreien. Ob Karriere, Konsum, der Umgang mit Geld oder die Einstellung zum Leben: Nicht die Vorgaben der Gesellschaft dürfen das Leben bestimmen, sondern die eigenen Überzeugungen und kreativen Ideen.
Ein Manifest für die moderne Frau, das inspiriert, positive Schritte auf der persönlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Ebene zu unternehmen.

"Sag mit deinem ganzen Körper: JA zu deiner Arbeit, deiner Liebe, deinen Beziehungen und deiner Mission -- und das alles authentisch, unumwunden und mit voller Integrität.""
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Ich hatte wieder mal Lust auf etwas ganz, ganz anderes. Irgendwas Nicht-Fiktionales, vielleicht etwas Feministisches, auf jeden Fall mal gerade keine Verfolgungsjagden, Dystopien oder so. Nicht, dass ich die nicht mehr mögen würde, aber manchmal braucht mein Kopf auch mal Abwechslung. Also war ich hocherfreut, als mir durch den Adventskalender von NetGalley.de "Disrupt-her" als eBook angeboten wurde. Natürlich habe ich ja gesagt. Und dann gelesen, versteht sich von selbst.

In diesem Buch geht es, vereinfacht gesagt, darum, wie du als Frau erfolgreicher in deinem gesamten Leben sein kann. Arbeit, Liebe, Freundschaft, Familie und so weiter. Wie eine Art Ratgeber. Vielleicht ist das ja sogar ein Ratgeber, ich weiß es nicht. Kann gut sein, wenn ich so darüber nachdenke. Allerdings sollte man das zumindest meiner Meinung nach nicht so lesen. Besser als eine Art Erfahrungsbericht. Denn natürlich stehen Miki Agrawals eigenen Erfahrungen stark im Vordergrund. Das fand ich spannend: Immerhin ist sie Gründerin mehrer weltbekannter Firmen (periodensichere Unterwäsche sagt euch sicher was, oder?). Sie scheint zu den Menschen zu gehören, die irgendwie immer irgendwas Neues aus dem Boden wachsen lassen können und dabei auch immer erfolgreich zu sein scheinen. Ob das allerdings mit ihren Lebensweisheiten zu tun hat oder eine Mischung aus Glück, Kontext und Geschäftssinn ist? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es ja auch eine Mischung aus allem. Beeindruckend ist es auf jeden Fall, das werde ich nicht abstreiten. Im Laufe des Buches zeigt sie ihren Lebenslauf und ich war schwer beeindruckt. Sicher drei oder vier Firmengründungen sind da drinnen! Glutenfreie Pizza aus biologischen Zutaten, periodensichere Unterwäsche und "Tushy", was auch immer das ist. Letzteres hat irgendwas mit Klopapier zu tun, allerdings kann ich das nicht mit Sicherheit beantworten, da ich dieses Kapitel überspringen musste. Der Grund dafür hat nichts mit dem Text selbst zu tun, mehr mit der Buchgestaltung. Dieses Kapitel hat die Autorin nämlich so aufgebaut, dass man auf der letzten Seite des Kapitels anfangen muss und sich dann vorarbeitet, indem man quasi rückwärts liest, also weiter nach vorne blättern muss. Da dauerte es schon mal eine halbe Ewigkeit, bis ich auf meinem eReader die richtige erste Seite gefunden habe und dann musste ich für jede Seite drei, vier Male hin und her blättern, da ich auf meinem Reader lieber mit größerer Schrift lese als vom Verlag vorgegeben. Seufz. War ein hochkompliziertes Unterfangen, das damit geendet hat, dass ich das Kapitel einfach übersprungen habe.

Die Kapitel bestehen aus mehreren Teilen. Der normale Kapiteltext, der in verschiedene Unterkapitel unterteilt ist, eine Seite mit verschiedenen Fragen und Aufgaben an dich, die Leserin, und eine Seite über GB, dein neues Armband und deine neue Freundin. Beim eBook ist natürlich kein Armband dabei, leider. Und die Schriftart von diesem Teil der Kapitel war auch eher anstrengend, weswegen ich diesen Teil meistens nur überflogen habe und gegen Ende dann einfach überblättert.

Der Schreibstil gefiel mir sehr gut. Ich habe viele schöne Zitate im Text gefunden, die ich früher oder später mit euch teilen werde. Allerdings hatte ich oft auch das Gefühl, als hätte die Autorin versucht so viele zitierbare Sätze wie nur irgendwie möglich aneinander zu reihen. Also Sätze, die wahrscheinlich als Einzelzitat sehr gut und aufbauend und cool wirken, aber als ganzes Buch mit hunderten solcher Sätze hintereinander, dann aber doch eher gezwungen wirkt. Das kam mir dann stellenweise übertrieben vor und war ehrlich gesagt auch etwas anstrengend.

Mein Fazit? Ganz nettes Buch, das man schon mal lesen kann. Allerdings gab es auch hier einige Schönheitsfehler, an denen man noch arbeiten könnte.

Donnerstag, 26. Dezember 2019

DRAUSSEN

Autor: Volker Klüpfel und Michael Kobr
Erschienen am 19.11.2019
Im Ullstein Verlag
ISBN: 9783550081811
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Zu den Autoren:
" VOLKER KLÜPFEL und MICHAEL KOBR kennen sich seit ihrer gemeinsamen Schulzeit im Allgäu-Gymnasium in Kempten. Kobr, Jahrgang 73, und Klüpfel, geboren 1971, verband zunächst ein gemeinsamer Freundeskreis – und der Spaß am Schreiben. Klüpfel studierte Politik in Bamberg und wurde Journalist, Kobr arbeitete nach dem Germanistikstudium in Erlangen als Realschullehrer. Inzwischen sind sie beide Vollzeit-Autoren – und vor allem durch die Krimis mit Kommissar Kluftinger bekannt. Doch sie haben auch ohne den grantigen Allgäuer reüssiert: etwa mit dem Urlaubsroman In der ersten Reihe sieht man Meer. Mit ihren legendären Lesetouren sind die beiden auf Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum unterwegs.
DRAUSSEN (Ullstein Buchverlage) ist der erste Thriller von Klüpfel & Kobr."
Quelle: lovelybooks.de

Klappentext: 
"Härter und spannender als je zuvor. Der erste Thriller des Bestsellerduos.

Ein Leben draußen im Wald, kein Zuhause, immer auf der Flucht: Das ist alles, was Cayenne und ihr Bruder Joshua kennen. Nur ihr Anführer Stephan weiß, warum sie hier sind und welche Gefahr ihnen droht. Er lebt mit ihnen außerhalb der Gesellschaft, drillt sie mit aller Härte und duldet keinen Kontakt zu anderen. Cayenne sehnt sich nach einem normalen Alltag als Teenager. Doch sie ahnt nicht, dass sie alles, was Stephan ihr beigebracht hat, bald brauchen wird. Denn der Kampf ums Überleben hat schon begonnen. Und plötzlich steht er vor ihr: der Mann, der sie töten will."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Okay, das war nicht ganz meins. Versteht mich bitte nicht falsch: Ich fand das Buch auch nicht besonders schlimm. Aber in Jubelgeschrei ausgebrochen bin ich während der Lektüre leider auch nicht.

In diesem Buch geht es um das Trio Cayenne, Joshua und Stephan, um einen unbekannten Tagebuchautor, um einen Politiker namens Wagner (?) und um seinen Gehilfen Chu. Sehr viele Protagonisten also. Aber gehen wir sie einfach mal der Reihe nach durch.
Cayenne ist etwa zwanzig Jahre alt und Joshuas Schwester. Sie mag ihr Leben im Wald eigentlich nicht wirklich und würde am liebsten einfach abhauen. Doch das kann sie nicht tun, denn Joshua, circa fünfzehn Jahre alt, liebt Stephan abgöttisch und sieht ihn als großes Idol an und würde deswegen nicht mitkommen. Als muss auch Cayenne bleiben. Ich war etwas verwirrt, was das Alter und den Altersunterschied von Cayenne und Joshua angeht und den Zeitraum, den sie mit Stephan verbracht haben. Zu Beginn denkt sich Cayenne, dass sie etwa so alt war wie Joshua als sie Stephan kennen lernte, dann weitet sich der Zeitraum aber gefühlt immer weiter aus, bis sie am Ende etwa 10 und 8 Jahre alt sind, als sie zu Stephan kommen. Das ist jetzt nur eine Kleinigkeit, aber mich hat das verwirrt.
Mit Cayenne und Joshua wurde ich leider das ganze Buch hindurch nicht warm. Mit Joshua vielleicht noch eher, da er eine gewisse Lebensfreude versprühte, die bei Cayenne einfach total fehlte. Bei Cayenne stand eigentlich der Ärger im Vordergrund, hauptsächlich über Stephan. Und trotzdem rennt sie ihm einfach hinterher. Manchmal widerspricht sie ihm zwar, aber so richtig rebellisch wird sie nie. Das hätte das Buch meiner Meinung nach um einiges spannender gemacht.
Stephan ist ein schräger Vogel. So wird er uns zumindest präsentiert. Ihr kennt doch sicher auch aus Fernsehn und co. diese Leute, die sich auf den Weltuntergang vorbereiten, indem sie lernen, wie man im Wald überleben kann. So einer ist Stephan. Nur, dass er nicht an den Weltuntergang glaubt, sondern sich sicher ist, dass er und seine kleine "Familie" verfolgt werden. Und deswegen geht er nach Deutschland, wo er das Zentrum seiner Verfolger glaubt. Ähm....okay. Das hört sich jetzt meiner Meinung nach nicht nach etwas an, das ich tun würde, wenn ich verfolgt werden würde, aber okay. Jedem das Seine.
Wagner ist eine Abgeordneter im deutschen Parlament. Ich weiß leider nicht in welcher Partei. Es wird erwähnt, aber ich bin mit dem deutschen Parteisystem nicht ganz so vertraut. Auf jeden Fall ist es Wagners Ziel Stephan und die Kinder zu finden und zum Schweigen zu bringen. Ich war mir bei ihm sehr lange unklar, warum er sich das alles antut. Klar, am Ende wird das alles aufgelöst und man bekommt die Infos, warum das überhaupt alles passiert, aber eben erst am Ende. Diese Information wäre meiner Meinung nach auch schon zu Beginn praktisch gewesen.
Als letztes gibt es noch den unbekannten Tagbuchautoren. Ich hatte eigentlich schon sehr, sehr bald eine Ahnung, wer der Autor sein muss, aber bestätigt wurde diese Vorahnung auch erst am Ende. Diese Tagebucheinträge gefielen mir. Das waren meiner Meinung nach eigentlich fast die spannendsten Abschnitte des Buches. Aber leider waren die immer nur relativ kurz und eher selten.

Die Geschichte fand ich okay. Nicht die spannendste, aber okay. Man hätte aus dieser Idee wohl mehr machen können. Was mich besonders irritiert hat, war der Beginn. Wir starten gleich mit einer Kampfszene zwischen Cayenne und einem Unbekannten. Das war verwirrend und machte zumindest meiner Meinung nach nicht wirklich Lust auf mehr, da ich schon fast befürchtete, dass jetzt jedes der Kapitel so verlaufen würde. War dann Gott sei Dank aber nicht so.

Den Schreibstil fand ich ebenfalls okay. Er hatte nicht wirklich eine Wirkung auf mich. Ich schlief jetzt auch nicht ein oder so, aber die Geschichte hatte nicht wirklich eine Sog-Wirkung auf mich. Ich fand ihn gut genug, um nicht einfach abzubrechen, aber doch habe ich immer wieder damit geliebäugelt, nach dem letzten Kapitel einfach aufzuhören und mich anderen Büchern zu widmen.

Mein Fazit also? Konnte leider nicht ganz meinen Geschmack treffen. Sehr schade.

Dienstag, 24. Dezember 2019

Vicious - Das Böse in uns

Autorin: V. E. Schwab
Erschienen am 27. 11. 2019
Im Fischer Tor Verlag
ISBN: 9783596705030
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zur Autorin:
"Victoria (V. E.) Schwab ist die Autorin der »Weltenwanderer«-Trilogie und der »New York Times«-Bestsellerserie »Vicious & Vengeful«. Sie wurde 1987 als Kind einer englischen Mutter und eines amerikanischen Vaters geboren und ist seitdem von unstillbarem Fernweh getrieben. Wenn sie nicht gerade durch die Straßen von Paris streunt oder auf irgendeinen Hügel in England klettert, sitzt sie im hintersten Winkel eines Cafés und spinnt an ihren Geschichten."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Der Tod ist erst der Anfang
Victor Vale und Eli Ever wollen sterben. Allerdings nicht, um tot zu bleiben, sondern um mit außergewöhnlichen Fähigkeiten wieder zu erwachen. Als junge, brillante Medizinstudenten wissen sie genau, was sie tun. Sie planen das Experiment minutiös – und haben Erfolg: Beide kommen verwandelt wieder ins Leben zurück. Eli entwickelt eine erstaunliche Regenerationskraft und wird praktisch unsterblich, Victor kann anderen Schmerz zufügen oder nehmen. Was sie nicht unter Kontrolle haben, ist die Tragödie, die durch ihr Experiment ausgelöst wird. Denn Superkräfte allein machen keine Helden …"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Wow, das war mal echt spannend! Normalerweise lese ich ja nicht wirklich viele Fantasy-Bücher außerhalb des Jugendbuchbereichs, aber vielleicht sollte ich das echt öfter tun.

Victor ist unsere Hauptfigur hier. Er ist eine ziemlich düstere Person und irgendwie cool. Er kann das Schmerzempfinden von anderen Menschen kontrollieren. Er will eigentlich nur eines: Rache nehmen an seinem früheren Freund Eli. Dieser ist nach dem Experiment einer Art religiösen Fanatismus verfallen. Er sieht sich als ein göttliches Wunder, das die Welt von Leuten mit eben solchen Fähigkeiten "reinigen" soll. Ein sehr angenehmer Zeitgenosse also, wie ihr euch sicher vorstellen könnt.
Eine weitere Hauptfigur gibt es noch, die aber leider gar nicht im Klappentext erwähnt wurde: Die kleine Sydney. Sie ist erst zwölf Jahre als und ebenfalls schon gestorben - und wie durch ein Wunder wieder ins Leben zurückgekehrt. Auch sie hat eine Gabe: Sie kann Tote wieder ins Leben zurückholen. Auch ihre ältere Schwester hat eine Gabe, allerdings werde ich hier nichts darüber sagen, sonst würde ich einen der größten Plottwists vorwegnehmen.
Alle Hauptfiguren sind extrem gut durchdacht. Egal wie klein eine Figur ist: Jede Einzelne hat eine Geschichte und ist großartig geschrieben. Alle Figuren sind total spannende Persönlichkeiten und es hat Spaß gemacht, sie durch die Geschichte begleiten zu dürfen.

Die Geschichte selbst war total spannend und macht Lust auf mehr. Und: Es wird mehr Stoff geben! Immerhin ist das der Auftakt zu einer neuen Serie mit mindestens drei Teilen. Ich sage deswegen mindestens, da es laut Goodreads auch ein Buch gibt, das als Teil 0,5 gespeichert ist. Keine Ahnung, was das bedeutet. Ist das dann also ein Prequel? Oder eine zusätzliche Kurzgeschichte? Hat da irgendwer nähere Informationen?

Den Schreibstil fand ich ziemlich gut. Die Geschichte ließ sich gut lesen, war spannend und angenehm. Ich war mit dem Buch sehr schnell durch, war die ganze Zeit gut unterhalten und bin deswegen zufrieden. Genau das wünsche ich mir von einem guten Buch.

Mein Fazit? Ein toller Reihenauftakt! Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird!


Montag, 23. Dezember 2019

Meine liebsten Buchzitate #3

Hi ihr Lieben!

Ich habe wieder ein paar Schnipsel aus Büchern zusammengetragen, die ich unbedingt mit euch teilen möchte! Also reden wir nicht lange drum rum und fangen gleich an mit dem dritten Teil der Reihe! Ach ja, eine Neuigkeit gibt es: Ich habe beschlossen, auch schöne Gedichte mit aufzunehmen, wenn ich denn welche finde. Sollte keine große Challenge sein, immerhin studiere ich ja Literaturwissenschaft.

1. "Totenstille" von Dean Will, auf Seite 66

"Sie sprechen recht gut für eine Taube."
Sie sagt es freundlich, trotzdem verspanne ich mich. Es ist, als würde man jemandem mit einer Beinprothese sagen: "Ey, für einen Krüppel gehst du ganz ordentlich." Es ist kein Kompliment. Ist es einfach nicht.

2. "Totenstille" von Dean Will, auf Seite 71

Nachdem ich ein Sandwich - ein margarinedominiertes Verbrechen in Frischhaltefolie aus der Kühlung im Zeitungsladen - gegessen habe, spreche ich mit Lena.

3. "Scythe - Das Vermächtnis der Ältesten" von Neal Shusterman, auf Seite 426

Ezra, der Künstler, den Possuelo nun freilassen wollte, malte ein Wandbild in einer der größeren Höhlen. Es reizt ihn, dass dies ein Wallfahrtsort für zukünftige Tonisten werden könnte, wenn es denn weiterhin Tonisten geben würde, und dass seine Höhlenmalereien bis ins Detail von den zukünftigen Gelehrten untersucht werden würden. Er fügte einige Elemente ein, nur um sie verwirren. Einen tanzenden Bären, einen fünfäugigen Jungen und eine elfstündige Uhr, auf der die Zifer "4" fehlte.
"Was ist das Leben wert, wenn man sich keine Späße mit der Zukunft erlauben kann?", wollte er wissen.

4. "Fire And Ice" von Robert Frost

Some say the world will end in fire,
Some say in ice.
From what I've tasted of desire
I hold with those who favor fire.
But if it had to perish twice,
I think I know enough of hate
To say that for destruction ice
Is also great
And would suffice.

5. "Grabschrift" von J. W. Goethe

Als Knabe verschlossen und trutzig,
Als Jüngling anmaßlich und stutzig,
Als Mann zu Taten willig,
Als Greiß leichtsinnig und grillig! -
Auf deinem Grabstein wird man lesen:
Das ist fürwahr ein Mensch gewesen!

So, das waren mal wieder ein paar Schnipsel. Morgen gibt es wieder eine Rezension!
Liebe Grüße!

Freitag, 20. Dezember 2019

Böse Opfer

Autor: Max Manning
Erschienen am 6.12.2019
Im Harper Collins Verlag
ISBN: 9783959673563
Rezensionsexemplar: Ja



Zum Autoren:
" Max Manning arbeitete als Journalist bei einer großen Tageszeitung. Er begann seine Karriere als Regionalreporter und wechselte schließlich in die traditionsreiche Londoner Fleet Street, wo er für verschiedene Blätter tätig war - die letzten sechzehn Jahre als Schlussredakteur für den Daily Telegraph"
Quelle: Verlag

Klappentext:
" Bohrende Kopfschmerzen zwingen Gem Golding dazu, auf ihrem Nachhauseweg spätnachts an einem einsamen Laden zu stoppen, um Schmerztabletten zu kaufen. Da taucht auf dem dunklen Parkplatz plötzlich ein Mann auf, greift sie an und überwältigt sie. Ihr Angreifer verspricht, ihr nichts zu tun, wenn sie sich fügt. Selbst wenn sie schreien könnte - mit Hilfe ist in dieser Gegend nicht zu rechnen. Doch auf einmal bietet sich eine unerwartete Gelegenheit zum Gegenangriff. In diesem verhängnisvollen Augenblick entscheidet sich Gems weiteres Leben: Wird sie Kämpferin oder Opfer sein?"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Als ich vor ein paar Tagen zu lesen begonnen habe, gab es zu diesem Buch noch keine Bewertungen auf Goodreads oder Lovelybooks. Das hat mich verwirrt, denn normalerweise bin ich nicht die erste, die ein Buch liest. In der Zwischenzeit gibt es aber einige erste Bewertungen. Und ich kann mir vorstellen, dass die für Verlag und Autor doch eher enttäuschend sind. Die sind nämlich momentan nicht wirklich toll. Kann ich verstehen, auch wenn ich persönlich dieses Buch besser bewerte. Sobald man nämlich den Trick dieses Buchs verstanden hat, ist es ziemlich cool!

Also, was ist denn der Trick, den man kennen muss, um dieses Buch zu mögen? Alle, die von selbst draufkommen wollen, sollten diesen Absatz überspringen und einfach beim nächsten weiterlesen. Wenn ich eine von euch wäre, würde ich dieses Geheimnis nicht wissen wollen. Dieses Aha-Erlebnis ist nämlich einfach nur unglaublich. Na, immer noch da? Okay, da du es also wirklich wissen willst: Das Buch erzählt nicht eine, sondern zwei Geschichten parallel. In der ersten entscheidet sich Gem dazu zu kämpfen, in der anderen gibt Gem auf. Beides hat Konsequenzen, beides prägt ihren weiteren Lebensweg. Nur halt auf andere Weise. Bei beiden Optionen gibt es Parallelen. Kein Wunder, ist ja immer noch der gleiche Täter bei beiden. Aber doch waren sie so unterschiedlich, dass man eigentlich beide unabhängig von einander lesen könnte. Auf jeden Fall, sobald man das herausgefunden hat, kommt man ziemlich gut mit der Handlung zurecht. Ohne der Info glaube ich aber, dass dieses Buch wirklich sehr kompliziert sein kann. Ich persönlich habe auch überlegt, abzubrechen, bevor ich das verstanden habe. Aber sobald ich das herausgefunden hab, fand ich es cool. 

Die Protagonistin ist Gem. Je nach Abschnitt des Buches ist sie ein Opfer oder eine Kämpferin. Sie ist eine sehr spannende Figur, auch wenn ich nie das Gefühlt hatte, sie so wirklich kennen zu lernen. Man blieb einfach immer an der Oberfläche mit ihr, gerade weil man eben über zwei verschiedene Gems liest. 

Die Geschichte fand ich gut. Sehr spannend, macht durchaus Sinn. Ich persönlich würde es cool finden, wenn man dieses Buch verfilmen würde. Ich könnte mir vorstellen, dass man so die Besonderheiten des Buches einfacher und vielleicht auch deutlicher als Film umsetzen könnte. 

Der Schreibstil war in Ordnung. Ich habe das Buch innerhalb von weniger als einem Tag gelesen, was schon mal immer ein gutes Zeichen ist. Stellenweise war das Buch etwas verwirrend, aber das hab ich ja schon oben erwähnt. 

Mein Fazit? Ganz interessantes Buch! Ich kann mir gut vorstellen, es nochmal zu lesen, damit ich auch die erste Hälfte richtig verstehe. 

Ach ja, und liebe Grüße aus der Slowakei! Hier hab ich die letzten paar Tage verbracht. Jetzt bin ich aber schon wieder auf dem Weg nach Hause. 




Mittwoch, 18. Dezember 2019

Meine liebsten Buchzitate #2

Hi ihr Lieben!

Ein Weilchen ist es her, dass ich Teil 1 dieser Reihe gepostet habe. In der Zwischenzeit habe ich neue Bücher gelesen und darin auch ein paar neue Zitate entdeckt, die ich euch auf gar keinen Fall vorenthalten möchte! Also, auf gehts zu den nächsten paar Buchzitaten!

1. "Dunkelgrün fast schwarz" von Mareike Fallwickl, Seite 53

Es wäre aber schön, dick zu sein. Sie könnte unter der Dusche stehen, die Arme um sich selbst schlingen und etwas zum Festhalten haben.

2. "Dunkelgrün fast schwarz" von Mareike Fallwickl, Seite 60

Fröhliche Rufe prallen ab von den aneinandergedrängten Häusern, buongiorno, ciao, eeeh, Carla, Carla, mi vedi, como stai, diese Sprache, die immer klingt, als hätte sie alle Zeit der Welt, die sich dehnt und freundlich zischt.

3. "Dunkelgrün fast schwarz" von Mareike Fallwickl, Seite 289

Jo ist schnell betrunken, und mit dem Alkohol kommt das Wurschtigkeitsgefühl. So hat ihr Vater es immer genannt, das österreichische Wurschtigkeitsgefühl, das Substantiv von "ist mir egal", das Wort gewordene Achselzucken.

4. "Alles schläft" von Jarosch Lisbeth, Seite 202

Das Heile-Welt-Gesetz besagt, dass man Rücksicht auf sexistische alte Männer nehmen muss, weil sie ja nichts dafür können, dass sie mit der Vorstellung aufgewachsen sind, Frauen seien in erster Linie Deko.

5. "Totenstille" von Dean Will, Seite 63

Schweden ist eines der liberalsten Länder überhaupt, was man angesichts einiger dieser Chatrooms nicht meinen sollte. Hier oben gedeiht der weiße, heterosexuelle Neanderthal noch in seinem natürlichen Habitat.

Das waren mal wieder ein paar Schnipsel aus meinen aktuellen Büchern. Wie sieht es bei euch aus? Irgendwelche tollen Zitate, die ihr mit mir teilen wollt? Lasst es mich auf jeden Fall wissen, ich bin gespannt!


Montag, 16. Dezember 2019

Das Mädchen Jannie

Autorin: Petra Hammesfahr
Erschienen am 19.8.2019
Im Diana Verlag
ISBN: 9783453292383
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag
Zur Autorin:
"Petra Hammesfahr, geboren am 10. Mai 1951 in Titz, Kreis Düren ist eine der erfolgreichsten deutsche Krimi- und Drehbuch-Autorinnen. 1991 erscheint Hammesfahrs erster Thriller-Roman. Seither gehört sie zu den erfolgreichsten deutschen Krimi-Autoren und hat an die 34 Bücher verfasst. Mitte der Neunziger beginnt sie auch Drehbücher für das Fernsehen zu verfassen. Sie schreibt zwei Episoden für die Kriminalserie „Der Fahnder“, das Drehbuch zur Verfilmung ihres eigenen Romans „Der stille Herr Genardy“ und den Film- und Buchstoff zu „Heiss und kalt“. Ihr Roman „Die Sünderin“ wurde unter dem Titel »The Sinner« mit Jessica Biel in der Hauptrolle als erfolgreiche US-Fernsehserie produziert und läuft weltweit auf Netflix."
Quelle: lovelybooks.de

Klappentext:
"Vom Großvater an Miro verkauft, zieht die elternlose Jannie mit einigen Frauen bettelnd über Land. Sie weiß nicht, ob sie zehn oder schon elf Jahre alt ist, aber sie weiß von Kindern, die in feinen Häusern arbeiten müssen, weil sie für den Straßenstrich zu jung sind. Während Kommissar Klinkhammer sich bemüht, Licht ins Dunkel um sieben verscharrte Kinderleichen zu bringen, gelingt Jannie die Flucht. Sie wird von Dieter auf seinem einsamen Hof aufgenommen und kümmert sich liebevoll um dessen Mutter. Die alte Frau liegt gelähmt und stumm im Bett, mit Augenzwinkern versucht sie Jannie begreiflich zu machen, in welcher Gefahr sie schwebt. Doch Jannie kennt keine Morsezeichen …"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
An diesem Buch habe ich vergleichsweise echt lange gelesen. Sicher fünf oder sechs Tage. Ich musste drei (!!!) vorgeplante Posts veröffentlichen, damit ich noch ein bisschen mehr Zeit zum Lesen habe. Aber, wie hat mir dieses Buch denn jetzt gefallen?

Also, den ersten Teil der Geschichte fand ich ganz gut. Die Autorin brachte einige gute Ideen ein und baute einige berührende Hintergrundinformationen ein. Nur dann wurde das Buch irgendwie...langweilig. Es begann sich zu ziehen und die Handlung trat auf der Stelle. Stellenweise war ich wirklich kurz davor, abzubrechen. Ich habe dann aber trotzdem weitergelesen, in der Hoffnung, dass das Buch nochmal besser wird.

Die Geschichte wird aus extrem vielen Perspektiven erzählen. Da ist Jannie, natürlich. Sie ist ein kleines Mädchen, das in Armut aufgewachsen ist. Sie ist leider etwas naiv, was aber meiner Meinung nach verständlich ist. Ihre Sichtweise war meistens spannend.
Dann war da Dieter. Auch seine Sichtweise war spannend, auch wenn ich mir bei ihm etwas mehr Sicherheit gewünscht hätte. Er weiß die meiste Zeit selbst nicht so wirklich, was er will. Auch hat er eine...interessante Sichtweise, was das Schreiben betrifft. Aus irgendeinem Grund ist er der Meinung, dass er das, was er in seinem Thriller beschreibt, auch wirklich ausführen muss. Ähm....ja, gut...okay. Ein bisschen verstörend, aber okay...
Dann war da der andere Autor, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Er ist mit der Rezensentin von "Bücherwurms Blog" verheiratet. Ihn fand ich schon spannender, die Rezensentin auch, auch wenn sie nicht gerade sympathisch war. Ich hoffe, man stellt sich uns Blogger nicht wirklich so vor? Die meisten von uns sind wirklich nett und haben es sich nicht zur Aufgabe gemacht, Autoren niederzumachen. Die meisten von uns sind einfach nur totale Büchernarren, denen es nicht reicht, ein Lesetagebuch auf Papier zu führen. Von dem her: Spannende Figur, aber wirklich nicht besonders sympathisch.
Dann ist da noch der Kommissar Klinkhammer. Er hatte einige ganz spannende Szenen und Ansätze, aber das wars dann leider auch schon wieder.
Von den Figuren her konnte mich dieses Buch also schon mal nicht ganz überzeugen.

Der Stil war in Ordnung. Zu großen Teilen las sich das Buch ganz gut. Allerdings wurden im letzten Viertel des Buches so einige Fehler übersehen. Rechtschreibung, Grammatik, teilweise wurden ganze Wörter vergessen und die Sätze waren dann leider nicht mehr ganz Deutsch. Das fand ich sehr schade, denn das hat den Lesefluss ziemlich beeinträchtigt.

Was mich gestört hat, war die Synonyme Verwendung von Rumänen, Zigeunern und Roma. Nicht meine Wortwahl, die des Buches. "Zigeuner" ist eigentlich eines der Worte, auf die man in einem Buch komplett verzichten sollte. Nicht nur in einem Buch eigentlich, auch im Alltag. Dieses Wort ist einfach total veraltert. Mit der synonymen Verwendung von Roma und Rumänen habe ich vor allem ein Problem: Das ist nicht das gleiche. Roma sind auch in Rumänien eine Minderheit. Ich verstehe, dass die Figuren, das eventuell durcheinander bringen könnten. Da wäre es aber wirklich wichtig gewesen, das nochmal zu kommentieren - egal ob das durch eine andere Figur passiert oder durch die Autorin. Gefährlich ist auch, dass dieses Buch viele Stereotype und Vorurteile über Roma und Sinti aufgreift und unreflektiert einsetzt. Da hätte ich mir gewünscht, dass diese Vorurteile nicht einfach unhinterfragt eingesetzt und wiederverwendet werden.

Sehr schade, aber so wirklich überzeugen konnte mich dieses Buch nicht.

Samstag, 14. Dezember 2019

I'd Rather Be Reading: The Delights and Dilemmas of the Reading Life

Autorin: Anne Bogel
Erschienen am 4. 9. 2018
In der Baker Publishing Group
ISBN: 9780801072925
Rezensionsexemplar: Nein

Quelle: Verlag
 Zur Autorin:
"Anne Bogel is an author, the creator of the blog Modern Mrs. Darcy, and host of What Should I Read Next? podcast.
Don’t Overthink It: Make Easier Decisions, Stop Second-Guessing, and Bring More Joy to Your Life releases March 3, 2020.
Her most recent book I’d Rather Be Reading: The Delights and Dilemmas of the Reading Life explores the way our books shape, define, enchant, and even sometimes infuriate us. It’s the perfect gift for any bibliophile and will command an honored place on the (overstuffed) bookshelves of any book lover.
Reading People: How Seeing the World Through the Lens of Personality Changes Everything digs into Anne’s experience with the personality frameworks she loves the most and walks you through 7 different frameworks, explaining the basics in a way you can actually understand. She shares personal stories about how what she learned made a difference in her life and shows you how it could make a difference in yours, as well.
Modern Mrs. Darcy, which derives its name from a Jane Austen book, is a lifestyle blog for nerds who appreciate Anne’s modus operandi of approaching old, familiar ideas from new and fresh angles. While Modern Mrs. Darcy isn’t strictly a book blog, Anne writes frequently about books and reading. Her book lists are among her most popular posts. She is well known by readers, authors, and publishers as a tastemaker. In 2016, she launched her podcast What Should I Read Next?—a popular show devoted to literary matchmaking, bibliotherapy, and all things books and reading.

Anne lives in Louisville, Kentucky, with her husband, four children, and a yellow lab named Daisy."
Quelle: Goodreads

Klappentext:
"For so many people, reading isn't just a hobby or a way to pass the time--it's a lifestyle. Our books shape us, define us, enchant us, and even sometimes infuriate us. Our books are a part of who we are as people, and we can't imagine life without them. 
I'd Rather Be Reading is the perfect literary companion for everyone who feels that way. In this collection of charming and relatable reflections on the reading life, beloved blogger and author Anne Bogel leads readers to remember the book that first hooked them, the place where they first fell in love with reading, and all of the moments afterward that helped make them the reader they are today. Known as a reading tastemaker through her popular podcast What Should I Read Next?, Bogel invites book lovers into a community of like-minded people to discover new ways to approach literature, learn fascinating new things about books and publishing, and reflect on the role reading plays in their lives.
The perfect gift for the bibliophile in everyone's life, I'd Rather Be Reading will command an honored place on the overstuffed bookshelves of any book lover."
Quelle: Goodreads 

Meine Meinung:
Dieses Buch war für mich ein Geschenk vom Nikolaus! Als Geschenk macht sich das echt gut. Das Cover ist wunderschön und das Bild schaut aus, als wäre es ein Aquarell. Die Schrift ist golden und glänzt total schön im Licht. Einfach nur toll. Auch innen drinnen ist das Buch wunderschön: Total coole Zeichnungen und einfach nur schön. Kann ich also allein schon von der Gestaltung empfehlen.

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, ist dieses Buch wieder auf Englisch. Tut mir also leid für meine jüngeren Leser, die noch nicht so lange Englisch haben. Aber naja, vielleicht motiviert euch dieses Buch ja dazu, schnell gut Englisch zu lernen, damit ihr dieses Buch auch lesen könnt. Der Stil ist nämlich auch sehr schön. Und das Buch liest sich auch sehr schnell. Ich hatte das Buch in weniger als einem Tag durch. Freitag Abend begann ich mit dem Lesen, Samstag Mittag war ich dann auch schon wieder fertig. Und zwischendurch hab ich gelernt, an meiner Proseminararbeit geschrieben und "Medea" gelesen. Ja, beide Versionen.

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Sammlung von kleineren Aufsätzen zum Thema Lesen. Die Ausätze spielen alle direkt im Leben der Autorin. Sie spricht beispielsweise über ihr erstes Eigenheim direkt neben der Bücherei (Ich will auch!!!). Oder darüber, wie sie damit begann, Klassiker zu lesen. Oder warum sie aufgehört hat, ihre Wunschliste auf Goodreads zu ergänzen. Oder warum ihr die Bücherliebe fast schon in die Wiege gelegt wurde. Alles Themen, die ich als professioneller Buchwurm zu hundert Prozent nachvollziehen kann. Die Aufsätze lesen sich in etwa so, wie ein Blogpost, was ich jetzt nicht besonders überraschend finde, wenn man bedenkt, dass die Autorin einen Blog betreibt, genau wie ich. Vielleicht sollte ich ja auch über mein Leben schreiben? Hätte da irgendein Verlag Interesse daran? Wenn ja: Meine Mailadresse steht oben. Wenn ja, aber Druckkostenzuschussverlag: Nein, danke.

Mit Anne konnte ich mich total gut identifizieren. Wundert mich jetzt nicht unbedingt. Sie ist schon um einiges älter als ich (was mich überrascht hat, da ich sie mir zumindest dem Schreibstil etwa in meinem Alter vorgestellt habe) und ihr gesamtes Leben wurde durch Bücher geprägt. Ich hoffe, dass das auch bei mir so sein wird. Vor allem hoffe ich, dass ich auch mal direkt neben einer Bücherei wohne. Das wäre so, so schön! Ich kenne jetzt schon alle Mitarbeiter unserer Stadtbücherei, denn ich habe lange ehrenamtlich und in den Ferien dort gearbeitet. War sehr lustig und die Leute da sind echt nett. Leider gibt es keine Vorteile, was die Gebühren für vergessene Bücher angeht, aber das werd ich verkraften. Dafür habe ich immer jemanden, der mir neue Bücher empfiehlt oder schon gelesene Bücher mit mir diskutiert.

Mein Fazit? Ein wirklich sehr schönes Buch, das ich sehr genossen habe. Durchaus lesenswert, kann ich euch also mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Freispruch für Medea [Kurzrezension]

Quelle: Amazon.de
[Achtung: Spoiler!]

Uff, dieses Buch ist jedes Mal aufs Neue eine Challenge. Vor einiger Zeit hab ich ja "Medea" rezensiert, also das Original. Heute kommt eine Rezension zu einer der Neubearbeitungen des Mythos.

Wir erinnern uns zurück: Medea hat ihre zwei Kinder und die neue Flamme ihres Mannes ermordet, als ihr Mann sie verlassen möchte. Sehr dramatisch, aber doch irgendwie spannend. Frau Haas ging es jetzt in diesem Buch darum, Medea von diesen Zuschreibungen zu befreien und ihre Schuld am Ganzen zu relativieren. Der Mord an den Kindern wird auf eine Abtreibung reduziert. Außerdem soll erläutert werden, wie es denn überhaupt so weit kommen konnte. Deswegen beschreibt Haas nicht nur so einen kurzen Ausschnitt wie Seneca sondern schreibt über ihr gesamtes Leben. Die Geschichte setzt ein, als Medea vierzehn Jahre alt ist und begleitet sie so ungefährt zwanzig Jahre lang, vielleicht auch etwas länger.

Der Stil ist hier sehr...nennen wir es mal blumig oder lyrisch. Eine leichte Lektüre ist das nicht. Der Stil ist sehr abstrakt und arbeitet mit wirklich vielen Vergleichen. Das macht den Schreibstil recht sperrig und schwierig.

Der Freispruch ist zumindest meiner Meinung nach nicht gelungen, auf gar keinen Fall. Die Medea hier, ist schwer verliebt und ihr gebrochenes Herz soll alles rechtfertig. Nein. Einfach nur nein. Medea ist nicht verliebt, sie macht sich absolut abhängig von Jason. Sie definiert sich nur noch über ihn und alles, das sie tut, tut sie nur, um ihm zu gefallen. Mich als Leserin schreckte das total ab. Am liebsten wollte ich Medea schütteln, zurück nach Kolchis schleppen und in ihr Zimmer einsperren. Weiterentwicklung gibt es bei ihr nicht. Sie bleibt immer die gleiche Person, die sie mit vierzehn Jahren war. Sie denkt ständig nur in Extremen, Graustufen gibt es für sie nicht: Wahre Liebe oder puren Hass, sonst sieht sie nichts. Die ganze Zeit. Und auch wenn sie nun nur eine Abtreibung durchführt: Kreusa hat sie trotzdem ermordet. Und die ist hier ein Kind. Sie bleibt also trotzdem eine Kindsmörderin, ob die Autorin es will oder nicht. Dazu kommt der Mord an ihrem Bruder, am König Pelias und an unzähligen Tieren. Sie trotzdem schuldig, auch wenn jetzt der Mord an den eigenen Kindern wegfällt.

Eine Sache, über die ich auch noch sprechen möchte, ist die Darstellung von Medea als "Kräuterhexe". Sie arbeitet hauptsächlich mit einer Blume namens "Herbstzeitlose". Die gibt es auch bei uns. Ihr könnt sie gerne mal googeln. Vielleicht lest ihr euch ja mal durch, was passiert, wenn man die aus Versehen isst. Eines kann ich euch sagen: Es ist definitiv nicht schön und in sehr vielen Fällen tödlich. Aber Medea verwendet diese Pflanze durchgehend als "Heilmittel" und nie geht was schief. Obwohl sie gar keine Ahnung hat, was zur Hölle sie da tut. Sie probiert einfach mal an ihrem Vater aus, was da passiert und macht das dann natürlich richtig, weil sie ja glücklicherweise so eine tolle Intuition hat und so eine tolle Verbindung zur Natur, dass da gar nichts schief gehen kann. Meh. Halte ich nicht wirklich für glaubwürdig. Da hätte man eine schöne Szene einbauen können, wie ihr jemand die Heilkünste beibringt. Wäre auf jeden Fall besser und spannender gewesen.

War also wirklich nicht ganz meines. Fürs Studium lese ich das und auch bei meiner Arbeit kann ich das Buch sicher gut verwenden, aber für jemanden, der einfach zum Spaß lesen will, ist dieses Buch aber wahrscheinlich nicht die richtige Wahl.

Dienstag, 10. Dezember 2019

10 Blind Dates für die große Liebe

Autorin: Ashley Elston
Erschienen am 31. 10. 2019
Im One Verlag
ISBN: 9783846600917
Rezensionsexemplar: Ja



Zur Autorin:
"Ashley Elston lebt mit ihrem Mann, drei Söhnen und zwei Katzen im Norden Louisianas. Sie arbeitete zehn Jahre lang als Hochzeits- und Porträtfotografin, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Büchern widmete. Spurlos ist ihr erstes Jugendbuch."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Gefühlschaos und großes Herzklopfen!

Sophie wünscht sich nur eins: Zeit zu zweit mit ihrem Freund. Doch dann serviert Griffin sie aus heiterem Himmel ab - und Sophies Herz ist gebrochen. Zum Glück weiß ihre Nonna, was man gegen Liebeskummer tun kann: Zusammen mit der ganzen Familie arrangiert sie für Sophie zehn Blind Dates an zehn Tagen. Wenn das mal nicht im Chaos endet! Vor allem, weil nicht jedes Date Sophies Geschmack trifft. Zwischen all den süßen, aber auch verrückten Typen weiß sie gar nicht, wo ihr der Kopf steht. Und als wäre das nicht schon genug, steht plötzlich auch noch Griffin vor ihrer Tür, der sie zurückgewinnen will. Aber möchte Sophie das überhaupt? Denn vielleicht schlägt ihr Herz schon längst für jemand anderen ..."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Ach, kommt schon Leute! Alles, was ich will, ist ein bisschen Weihnachtsstimmung. Daher dachte ich mir, wage ich mich doch wieder mal an einen Liebesroman. Der Klappentext versprach schon mal gutes: Eine süße Liebesgeschichte, mit der ich mich unter hundert Decken verkriechen kann und mit einer Tasse Tee in der Hand und einer (oder zwei...oder drei...) Katzen auf dem Schoß einfach nur vergessen kann, dass es draußen eigentlich immer noch eher herbstlich als winterlich ist. Kalt ist es schon, aber bisher liegt da keine einzige Schneeflocke. (Update: OMG, es hat gerade zu schneien begonnen!)

Sophie scheint eigentlich ein ganz nettes Mädchen zu sein. Sie wohnt in den USA, hat italienische Wurzeln und wird Weihnachten mit ihrer extrem großen Familie verbringen. Ihre Schwester wird nicht dabei sein, denn die bekommt bald ihr erstes Kind und ist ans Bett gefesselt. Eigentlich wollte sie die Zeit mit ihrem Freund verbringen, doch dann findet sie heraus, dass er vorhat, sich von ihr zu trennen. Das schockt sie natürlich, aber so wirklich Trauer löst das nicht bei ihr aus. Natürlich, sie sagt, dass sie das fertig macht. Der Leser spürt davon aber nicht viel. Und das ist leider die meiste Zeit so. Sophie sagt, sie ist glücklich, traurig, erschrocken, ängstlich, blablabla. Doch dem Erzählstil merkt man das nicht an. Die Geschichte plätschert halt so vor sich hin, aber Emotionen kamen da nicht wirklich bei mir auf. Außer eine: Langeweile. Ja, richtig gehört. Ich fand dieses Buch dann doch eher fad. Eine typische Liebesgeschichte halt. Eine typische Protagonistin halt, die man zwar zu etwas besonderem hätte machen können, es aber leider nicht getan hat. Allein schon ihre Abstammung: Sie nennt zwar ihre Großeltern Nonno und Nonna und isst die ganze Zeit Nudelgerichte und italienische Nachspeisen, aber sonst? Italien ist mehr als Spaghetti Bolognese! Man hätte da italienische Weihnachtsbräuche einbauen können, die Großeltern untereinander auf Italienisch sprechen lassen, irgendwas besonderes halt. Aber nein, das war einfach eine typisch amerikanische Familie, wie man sie halt aus Filmen kennt. Jeder hat ein Auto, die Geschenke werden Frühmorgens am 25. geöffnet und außer Nudelgerichten scheinen italienische Familien hier nichts zu essen. Schade, da hätte man echt viel daraus machen können. Das hätte echt spannend werden können, so wurde ich mit Sophie aber leider nicht warm.

Die Geschichte war ganz nett. 10 Blind Dates, organisiert durch verschiedene Familienmitglieder. Manche davon waren ziemlich gut, manche total schräg, manche irgendwas dazwischen. War ganz nett, viel mehr aber leider nicht.

Der Schreibstil war ganz in Ordnung. Wie gesagt, der plätschert halt ganz nett vor sich hin. Ich hab das Buch innerhalb eines Tages fertig gelesen, den Großteil an einem Abend. Das Buch war ganz nett geschrieben. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch gerade jüngere Leserinnen begeistern könnte. Mich persönlich riss es aber leider nicht vom Hocker. Sehr schade.

Sonntag, 8. Dezember 2019

Medea [Kurzrezension]


Quelle: Verlag



Heute bekommt ihr von mir wieder eine Kurzrezension zu einem Buch, mit dem ich mich im Moment im Studium beschäftige. Und zwar echt intensiv. Ich muss nämlich zu Medea eine Proseminararbeit schreiben. Juhu!

Aber zuerst mal kurz eine Erklärung: Wer ist Medea überhaupt? Nun, Medea ist eine Kindsmörderin aus dem alten Griechenland. Zuerst schrieb Euripides über sie, dann Seneca und dann immer und immer mehr Autorinnen und Autoren, bis heute.
Medea half Jason und den Argonauten dabei, das goldene Vließ (Widderfell) ihres Vaters zu stehlen. Ziemlich fies, ich weiß. Warum? Nun, ganz einfach: Medea hat sich in Jason verliebt und sieht darin ihre Chance, ihn auf sich aufmerksam zu machen. Und es funktioniert: Medea flieht gemeinsam mit Jason aus ihrer Heimat, Kolchis. Auf der Fahrt nach Jolkos, wo Jason herkommt, ermorden sie gemeinsam ihren Bruder und später in Jolkos den König Pelias, der sich weigert, Jason den Thron zu überlassen. Die Geschichte ist besonders grausam, da sie nämlich seine Töchter vorgaukelt, ihn wieder jung machen zu können und sie dazu bringt, ihn auseinanderzusägen und in einen Topf mit kochenden Wasser zu werfen. Und, surprise, surprise: Natürlich überlebt der Kerl das nicht! Natürlich sind die Einwohner nicht besonders glücklich darüber und die zwei werden wieder vertrieben. Sie landen in Korinth. Und hier setzt die Geschichte bei Seneca ein. Die Liebe zwischen den beiden ist in der Zwischenzeit...nennen wir es mal abgekühlt. Sie haben zwei Kinder miteinander, die aber das ganze Stück lang namenlos bleiben. Jason hat überhaupt keine Lust mehr, mit Medea zusammenzusein und verlobt sich deswegen mit Kreusa, einer Königstochter. Tja, Medea nimmt ihm das sehr übel. Sie sendet Kreusa deswegen ein verfluchtes Kleid, das dafür sorgt, dass sie in Flammen aufgeht und stirbt. Doch damit ist ihr Rachedurst noch nicht gestillt: Sie ersticht ihr erstes Kind und dann, als Jason zusieht, auch noch das zweite. Und damit endet dieses Drama dann auch schon wieder. Und da sag noch mal einer, die Griechen seien langweilig!

Ganz ehrlich: Als ich dieses Drama zum ersten Mal gelesen habe, habe ich kein Wort verstanden. Hätte ich nicht gewusst, worum es geht, hätte ich wohl sofort aufgegeben. Aber in der Zwischenzeit habe ich den Text noch ein paar mal gelesen und mit jedem Mal gefällt mir die Geschichte besser. Medea ist einfach eine unglaublich spannende Figur, gerade fürs alte Griechenland! Leider wurde dieser Text damals nie aufgeführt, aber heute macht man das regelmäßig. Allerdings immer nur Neubearbeitungen und leider so gut wie nie das Original. Verstehe ich auch, der Text ist nicht gerade das, was man abendfüllend nennt (also er ist sehr kurz) und eher kompliziert geschrieben. Das wäre also für jeden Zuschauer eine Challenge und für die Schauspieler sowieso. Trotzdem würde ich das Original echt gerne mal auf der Bühne sehen. Das fände ich spannend.

Medea ist hier in dieser Version noch eine der besten Varianten ihrer selbst. Hier kommt ihr Schmerz noch um einiges besser zum Ausdruck als in vielen anderen, neueren Versionen. Trotzdem ist einfach....nun ja, Medea. Aus unserer heutigen Sicht sind ihre Taten nicht mehr wirklich nachvollziehbar, aber naja, im alten Griechenland war das noch etwas anders. Die Morde, gerade an den Kindern, wirken aus unserer heutigen Zeit wirklich sehr übertrieben. Damals war das auch nicht gerade eine Selbstverständlichkeit, aber doch schon eher verständlich. Hier noch ein kleiner Disclaimer: Ich bin keine Expertin für die alten Griechen, kann also auch sein, dass alles ganz anders ist. Ich möchte trotzdem versuchen zu erklären, wie ich die Morde interpretiere und verstehe. Auf jeden Fall ist Jason hier schon nicht mehr der Jüngste und er ist ein Herrscher. Er braucht also einen Erben, an den er den Thron weitergeben kann, wenn er mal zu alt dafür ist. Am besten einen Erben, der aus der Ehe mit Kreusa hervorgeht, denn sie ist eine Königstochter und damit könnte er sein eigenes Reich vergrößern. Wenn das nicht funktioniert, hätte er immer noch die zwei Kinder mit Medea. Deswegen möchte er, dass die Kinder bei ihm bleiben. Und indem Medea nicht nur seine neue Frau umbringt, sondern auch ihre Kinder, zerstört sie seine Zukunft. Und das nachhaltig. Oder würdet ihr gerne einen Mann heiraten, dessen Exfrau seine neue Verlobte und seine Kinder ermordet hat? Dessen Ex den Ruf hat, eine Hexe zu sein? Also ich weiß ja nicht, aber ich wäre da dann doch eher vorsichtig, gerade im alten Griechenland.

Auf jeden Fall solltet ihr euch auf jeden Fall mal Zeit nehmen und euch "Medea" durchlesen. Die Lektüre ist nicht besonders leicht, aber es lohnt sich, wenn man den Text erstmal verstanden hat. "Medea" prägt die Kunst noch bis heute, auch wenn das vielleicht auf den ersten Blick nicht so scheint. Versucht es also auf jeden Fall einfach mal!

Freitag, 6. Dezember 2019

Die Sekte - Es gibt kein Entkommen

Autorin: Mariette Lindstein
Erschienen am 15.7.2019
Im Blanvalet Verlag
ISBN: 9783734107252
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zur Autorin:
"Hinter den Kulissen: Mariette Lindstein ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie war fünfundzwanzig Jahre lang Mitglied bei Scientology und arbeitete während dieser Zeit u. a. im Hauptquartier der Kirche in Los Angeles. 2004 verließ sie die Gemeinschaft dann schließlich. Über ihre Zeit die sie dort verbrachte und ihre Erfahrungen redet sie in ihren erfolgreichen Büchern.
Mit ihrem Debüt „Die Sekte – Es gibt kein Entkommen“ offenbart sie verborgene Geheimnisse der berühmten Sekte. Hierfür wurde sie mit dem Crimetime Specsavers Award für das beste Debüt ausgezeichnet und für den CWA Dagger Award nominiert.
Nebenbei hält die Autorin Vorträge über die Gefahren von Sekten."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Eine junge Frau in den Fängen einer gefährlichen Sekte – »Nervenzerreißende Spannung ist garantiert.« Aftonbladet

Auf einer nebeligen, sturmgepeitschten Insel vor der Westküste Schwedens hat sich der charismatische Franz Oswald, Anführer der Bewegung Via Terra, mit seinen Anhängern in einem herrschaftlichen Anwesen niedergelassen. Sofia Bauman ist fasziniert von dem Mann und dem geheimnisumwitterten Ort. Als er ihr einen Job anbietet, fällt es ihr leicht alles hinter sich zu lassen. Doch Oswald entpuppt sich als sadistischer Psychopath, der Sofia zu seinem Spielzeug machen will. Sie muss fliehen, aber sie ist längst in einem dunklen Netz aus Abhängigkeit, Liebe und Gewalt gefangen …"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Dieses Buch fand ich echt erschreckend. Du als Leserin weißt, was es mit Via Terra auf sich hat und das von Anfang an. Während Sofia eigentlich nichts darüber weiß. Nur, dass sie den Anführer ganz cool findet und er ihr einen Job angeboten hat. Und ein sofortiges Jobangebot, das ist für Leute unseres Studiums jetzt nicht unbedingt etwas selbstverständlich. Ja, unseres Studiums: Literaturwissenschaft. Mit dem einzigen Unterschied, dass sie schon fertig ist und ich hoffentlich nie in ihrer Situation lande. Aber zurück zum Thema. Du als Leserin weißt von Anfang an, dass das mit Via Terra nicht gut enden wird. Ich meine, das Buch heißt schon "Die Sekte" und der Klappentext spricht von einer "gefährlichen Sekte" und von einem "dunklen Netz aus Abhängigkeit, Liebe und Gewalt". Sofia kennt den Klappentext ihres Buches nicht. Und sie rutscht da einfach rein.

Kennt ihr die Redewendung, dass ein Frosch, der in einen Topf gesetzt wird, dessen Wasser sich nur langsam und gradweise erhöht, totgekocht wird, bevor er überhaupt realisiert, dass er in Gefahr ist? Nun, genau so ging es Sofia. Sie war, dumm gesagt, der Frosch im Topf voll Wasser. Dabei ist sie nicht mal besonders naiv oder so. Sie macht sich keine falschen Hoffnungen und sobald die Dinge beginnen, sich in die falsche Richtung zu entwickeln, bemerkt sie das auch und reagiert darauf auch. Nur blöderweise sind um sie herum sehr viele Leute, die das einfach nicht so sehen, wie sie. Da sind halt dann einfach die "Anderen" schuld. Die Anderen, die Oswald natürlich wieder reizen mussten. Die Anderen, die ihre Arbeit nicht so machen, wie sie sie machen sollten. Die Anderen, die faul sind und dumm und einfach alles falsch machen müssen und dadurch das gesamte Team in Ungnade verfallen lassen. Die Anderen, die die Regeln ja kennen und die Konsequenzen ja auch und deswegen ja eigentlich wissen müssten, dass sie sich anders verhalten müssten und dann wäre ja alles wieder gut und so schön, wie es zu Beginn war. Oder? Blöd nur, wenn Sofia plötzlich eine der Anderen wird. Und dann halt nichts mehr so schön ist, wie es mal war. Aber ich will gar nicht zu viel verraten, deswegen beende ich diesen Absatz lieber. Sonst plaudere ich  am Ende noch irgendwelche Cliffhanger aus, ohne es wirklich zu wollen.

Besonders spannend finde ich, dass auch die Autorin teil einer Sekte war. Das wusste ich nicht, bevor ich das Buch zu lesen begann. Erst als ich das Buch beendet habe, erfuhr ich das. Das macht das Buch meiner Meinung nach noch spannender, denn die Autorin hat da wahrscheinlich auch eigene Erfahrungen eingebaut. Teilweise kamen mir die Strafen offensichtlich übertrieben vor, also wirklich überspitzt. So, dass ich nur mit Unverständnis darauf reagieren konnte, dass Sofia noch hier bleibt und nicht sofort abhaut. Aber die Autorin war ja teil einer Sekte. Keine Ahnung also, ob die Strafen wirklich so übertrieben sind, wie sie mir vorkommen. Man hört ja immer vieles über Sekten, aber Sekten, die betreffen ja immer nur die Anderen.  Bei uns zumindest, da gibt es zwei Sekten, die man öfters sieht. Eine steht immer mit Flyern vor dem Bahnhof und ich bin mit einem Mädchen, das Teil dieser Sekte war, in die gleiche Klasse in der Hauptschule gegangen. Eine andere steht immer in der Haupteinkaufsstraße meiner Universitätsstadt und will mit mir darüber reden, was ich an meinem Leben so mag, keine Ahnung, was das bringen soll. Gibt es wirklich Leute, die dann ein ernsthaftes Gespräch anfangen und sich bekehren lassen? Wahrscheinlich, sonst würden die das ja nicht machen. Aber trotzdem, es wirkt...seltsam.

Den Schreibstil fand ich sehr gut. Sofia erzählt die ganze Geschichte und man begleitet sie wirklich auf ihrem ganzen Weg. Aber auch eine zweite Person lernen wir näher kennen, immer am Ende eines jeden Kapitels. Wer das ist, werde ich euch nicht verraten. Aber eines sage ich euch: Es ist verdammt gruselig. Und mitreißend. Die letzten 200 Seiten habe ich gestern Abend noch gelesen, weil ich sowieso nicht schlafen hätte können, ohne zu wissen, wie das ausgeht. Tja, ich habe es geschafft. In weniger einer Stunde. Uff.

Mein Fazit? Auf jeden Fall lesenswert und für mich auf jeden Fall auch ein möglicher Kandidat für einen Re-Read.

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Scythe - Das Vermächtnis der Ältesten

Autor: Neal Shusterman
Erschienen am 27.11.2019
Im Fischer Sauerländer Verlag
ISBN:9783737355087
Rezensionsexemplar: Nein

Quelle: Verlag

Zum Autoren:
"Ein Großmeister bedrückender Sci-Fi-Szenarien: In den USA gilt Neil Shusterman längst als einer der Superstars unter den Jugendbuchautoren. Alle Bücher des 1962 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborenen Schriftstellers und Drehbuchautors wurden zu internationalen Bestsellern und sind vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt Shusterman den National Book Award for Young People’s Literature. Shusterman studierte an der University of California in Irvine Psychologie und Theaterwissenschaften. Während dieser Zeit schrieb er eine beliebte Humor-Kolumne für die Schulzeitung. Danach arbeitete er als Assistent bei einer Talentagentur in Los Angeles, wo sich ein bekannter Agent seiner annahm. Schon nach kürzester Zeit hatte Shusterman einen ersten Buchvertrag und einen Drehbuchjob. In Deutschland wurde vor allem seine „Unwind Dystology“ bekannt, eine Sci-Fi-Serie für Jugendliche, die ab 2012 unter dem Titel „Vollendet“ erschien. In dem bedrückend realen Mehrteiler geht es um den 16-jährigen Connor, der „umgewandelt“ werden soll – das heißt, sein Körper wurde von seinen Eltern vollständig zur Organspende freigegeben. Als er Risa trifft, der ein ähnliches Schicksal blüht, müssen sich die beiden entscheiden – Flucht oder Umwandlung? In „Scythe – Die Hüter des Todes“, einer weiteren Sci-Fi-Serie, entwickelt Neil Shusterman die gruselige Vision einer scheinbar perfekten Welt. Aktuell lebt der Autor mit seinen vier Kindern in Südkalifornien."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen – all das haben die Menschen in der Zukunft erreicht. Das neue Problem: Überbevölkerung. Die Lösung: die Installation der Scythe, die entscheiden, wer leben darf und wer sterben muss. Doch die Scythe der neuen Ordnung missbrauchen ihre Macht, allen voran Scythe Goddard. Aufhalten können ihn nur Citra und Rowan, doch die liegen in einem eisigen Gefängnis auf dem Meeresgrund und niemand weiß, ob es gelingen wird, sie rechtzeitig wiederzubeleben. Das spannende Finale der international erfolgreichen »Scythe«-Trilogie."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Neal Shusterman nimmt eine Utopie und schafft es, sie so umzubauen, dass man doch nicht mehr dort leben will. Ehrlich. Strenggenommen wär das ja die perfekte Welt: Unsterblichkeit, keine Krankheiten, jeder kann seine Träume verfolgen und genau das machen was er will. Und das alles unter der Herrschaft einer liebevollen, fast gottähnlichen, künstlichen Intelligenz, die immer nur das Beste für dich will. Blöd ist da nur eines: Da sind ausgebildete Massenmörder, die dazu ausgebildet sind, die Überbevölkerung zu bekämpfen. Und manchen davon macht das auch noch Spaß!

Auf den dritten Teil dieser Reihe habe ich eine halbe Ewigkeit und noch drei Tage gewartet. Am Erscheinungstag stand ich dann gleich nach der letzten Vorlesung in der Buchhandlung und bettelte die Buchhändlerinnen an, mir doch bitte, bitte, sofort und auf der Stelle den letzten Band zu geben, denn ich MUSS wissen, wie es weitergeht. Tja, sie hatten die Bücher noch nicht mal eingeräumt, ich durfte mir also ein Exemplar aus dem frischgeöffneten Karton klauen. Gott sei Dank! Tja, dann habe ich erstmal gelesen. Für diesen Band habe ich um einiges länger gebraucht, als für die vorhergehenden Teile. Der Hauptgrund dafür war wohl die Länge dieses Buches: Insgesamt über 600 Seiten hat das gute Stück! Außerdem stand bei mir am Wochenende Familienbesuch an. Also konnte ich immer nur an den Abenden, beim Frühstück und bei den Zugfahrten lesen. Jetzt bin ich aber fertig, deswegen kommt hier jetzt die Rezension. Nun, eigentlich stecken wir schon mittendrin.

Citra (eigentlich ja Scythe Anastasia, also bitte!) ist toll wie immer. Ich habe ehrlich gesagt auch gar nichts anderes erwartet. Sie ist eine großartige und starke junge Frau und ich bewundere sie für ihren Mut und ihre Kraft. Sie ist für mich die einzig wahre Hauptfigur des Buches und stellt jeden anderen in den Schatten.
Rowan (Scythe Lucifer!!!) rückt auch hier wieder eher in den Hintergrund. Er ist zwar ein netter Kerl, allerdings geht er neben Citra einfach unter, zumindest meiner Meinung nach. Das ist aber nicht wirklich ein Kritikpunkt, wie gesagt, ich mag Citra.
Greyson war in diesem Band die nächste wichtige Erzählperspektive. Ihr werdet es nicht glauben, doch er hat sich zum Propheten gemausert! Immerhin ist er der einzige, mit dem der Thunderhead noch spricht. Und er macht sich wirklich gut in seiner Rolle. Gleichzeitig bleibt er ein normaler Kerl, der seine Situation einfach nur extrem absurd findet. Ihr hätte ich stellenweise echt gern umarmt. Auch, wenn er das später echt nicht mehr nötig hatte. Glaubt mir, der Kerl kommt auch ohne jede Hilfe zurecht.
Eine Figur, die neu dazugekommen ist, ist Jeri. Jeri ist ein genderfluider Kapitän eines großen Schiffes und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Scythe Anastasia zu beschützen. Wenn es sein muss, auch mit Jeris eigenen Leben. Jeri war die erste Figur überhaupt, die ich kenne, die genderfluid ist. Und noch spannender: Das ist in diesem Buch überhaupt kein Thema. Jeri wird nach den passenden Pronomen gefragt, ja, aber trotzdem ist das eher Nebensache. Fand ich total spannend und erfrischend und deswegen möchte ich diese Besonderheit auch auf jeden Fall nochmal hervorheben.

Die Geschichte war unglaublich spannend. Dieses Buch deckte eine sehr weite Zeitspanne ab: Über drei Jahre! Deswegen konnte leider nicht alles so genau und ausführlich beschrieben werden, wie ich mir das stellenweise gewünscht hätte. Meiner Meinung nach änderte das aber nichts an der Spannung. Anfangs war es stellenweise verwirrend, da der Autor viel in der Zeit herumsprang, aber auch daran gewöhnte man sich ziemlich schnell.

Auch der Schreibstil ist toll. Er ist erschreckend, er ist verwirrend, er ist wunderschön und einzigartig. Das Buch ließ mich laut im überfüllten Zug auflachen und nur Sekunden später stellten sich die Härchen auf meinen Armen auf und ich musste mich davon abhalten laut zu schreien. Also typisch Neal Shusterman halt, nichts Besonderes. (hysterisches Lachen) Kleiner Scherz. Natürlich ist das besonders. Der Autor ist großartig. Und genau deswegen hat er auch den Approved-Stempel verdient.


Montag, 2. Dezember 2019

Wir sehen dich sterben

Autor: Michael Meisheit
Erschienen am 14.10.2019
Im Heyne Verlag
ISBN: 9783453439825
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Zum Autoren:
"Michael Meisheit – Jahrgang 1972 – hat an der Filmakademie Baden-Württemberg Film studiert – mit dem Schwerpunkt „Drehbuch“. Sozusagen vom Studium weg wurde er 1997 als Drehbuchautor für die Fernsehserie „Lindenstraße“ engagiert, für die er in den folgenden zwanzig Jahren knapp 400 Folgen geschrieben hat. Seit 2012 veröffentlicht er – vor allem unter dem Pseudonym Vanessa Mansini – humorvolle Liebesromane. Für "Nicht von dieser Welt" gewann er 2014 den Indie-Autoren-Award der Leipziger Buchmesse. Insgesamt hat er fast 200.000 Bücher und Hörbücher im Selfpublishing an die Leser*innen gebracht. Im Oktober 2019 erschien sein erster Thriller "Wir sehen Dich sterben" bei Heyne. Meisheit lebt mit seinen zwei Kindern in Berlin-Kreuzberg."
Quelle: Verlag
Klappentext:
" Berlin: An einem Dezembersonntag soll MyView der Weltöffentlichkeit präsentiert werden. Bei dem geheimen Projekt wurde eine bahnbrechende Technologie entwickelt: Mithilfe eines Chips im Sehnerv kann das Blickfeld eines Menschen live auf einen Bildschirm übertragen werden. Einen Tag vor der Präsentation entdeckt die junge Wissenschaftlerin Nina Kreutzer Videostreams, die durch die Augen von sechs ihr unbekannten Menschen blicken lassen. Menschen, die offensichtlich nicht wissen, dass ihnen ein Chip implantiert wurde – und die jetzt einer nach dem anderen ermordet werden. Zusammen mit dem Polizisten Tim Börde beginnt für Nina ein Wettlauf gegen die Zeit …"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Was für ein Buch! Einfach großartig und empfehlenswert! Und natürlich, wie jedes mal, wenn ich so ein tolles Buch gelesen habe, zögere ich das Schreiben der Rezension so weit hinaus, bis es gar nicht mehr weiter geht. Toll, ich weiß!

Beginnen wir doch mit den Hauptfiguren, wie immer. Zuerst will ich euch Tim Börde vorstellen. Tim ist Polizist und ein ziemlich cooler noch dazu. Er reagiert auf vieles einfach genau so, wie ich als Leserin reagiert habe. Jemand sagt ihm, dass MyView existiert - er hält sie für verrückt und zweifelt erstmals. Jemand bringt sich in Gefahr, entgegen meiner ausdrücklichen Anweisung als besorgte Leserin - er rauft sich zu genau der gleichen Zeit die Haare wie ich und schimpft mit Nina zu genau der gleichen Zeit, in der ich auch überlege, ob ich das Buch nicht einfach an der nächsten Bushaltestelle aussetzen sollte.
Nina ist die zweite Hauptfigur. Sie will eigentlich gar kein Teil der Geschichte sein und ist es zu Beginn auch nicht. Ganz im Gegenteil! Zuerst ist jemand ganz anders die Protagonistin und sie nur eine Nebenfigur, die mir nicht mal besonders sympathisch war. Sie war halt einfach die eine, der der Freund ausgespannt wurde und die deswegen (verständlicherweise) immer noch sauer ist. Und die halt eigentlich nur mithilft, weil sie es halt muss. Und dann plötzlich ist sie die neue Hauptfigur und einzige Zeugin und in Lebensgefahr und eigentlich will sie das gar nicht. Aber jetzt steckt sie schon mittendrin, also kann sie ja auch dabei mitarbeiten, den Mörder zu stoppen.

Die Geschichte fand ich total erschreckend. Menschen wird ohne, dass sie es wissen, ein Chip implantiert, der alles aufzeichnet, das sie sehen? Gruselig, verdammt gruselig! Vor allem, da das halt wirklich einfach ganz normale Leute sind. Das könnte jeder von uns sein! Wer weiß, vielleicht sind meine Augen (oder meine Brille) ebenfalls manipuliert. Ich würde es wohl nie herausfinden. Ich fand es gut, dass in diesem Buch gezeigt wurde, wie das einen Menschen beeinflusst oder beeinflussen könnte. Stellt euch vor, was man durch eure Augen denn so sehen könnte! Bei mir wäre das jetzt nicht sooo spannend: Man würde wohl hauptsächlich Buchseiten, Hörsäle oder meinen Laptop sehen, aber trotzdem. Es wäre trotzdem einfach extrem unangenehm.
Der Autor war wirklich sehr gut darin, mich in die Irre zu führen. Ich habe während dem Lesen sehr, sehr viele Theorien entwickelt, wie denn das ausgehen könnte. Wer könnte der Mörder sein? Schafft der Mörder es, seinen Auftrag abzuschließen? Wer sind die Leute mit den Chips? Und sind wirklich alle so gut, wie es scheint? Oder täuscht sich Nina in ihren Mitmenschen?

Der Schreibstil war sehr unterhaltsam und angenehm. Das Buch lies sich in einem Rutsch durchlesen und war ein sehr angenehmer Begleiter in Zug und Bus. Leider kein besonders langer Begleiter, denn nach vier Tagen, wars das auch schon wieder. Leider, ich hätte sehr gerne noch mehr Zeit mit Nina und Tim verbracht.

Mein Fazit? Ein super spannendes Buch! Es war mir eine Freude, dieses Buch lesen zu dürfen!