Sonntag, 20. Oktober 2019

Psychose - Ein Wayward-Pines Thriller

Autor: Blake Crouch
Erschienen am 16.9.2019
Im Goldmann Verlag
ISBN: 9783442489701
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zum Autoren:
"Blake Crouch ist der Autor einiger höchst erfolgreicher Romane, darunter der internationale Bestseller »Dark Matter. Der Zeitenläufer« und die Wayward-Pines-Trilogie, die als TV-Serie verfilmt wurde. Blake Crouch lebt mit seiner Familie in Colorado."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Wayward Pines, Idaho, eine idyllische Kleinstadt mitten im Nichts. Hier soll Secret-Service-Agent Ethan Burke zwei Vermisste aufspüren. Doch als er nach einem Verkehrsunfall im Krankenhaus des Ortes wieder zu sich kommt, ist seine eigentliche Mission sein geringstes Problem: All seine Sachen sind verschwunden, die Menschen um ihn herum verhalten sich äußerst merkwürdig, auf seine Fragen bekommt er nur ausweichende Antworten. Und als Ethan dann versucht, Wayward Pines zu verlassen, stößt er auf einen unüberwindbaren Zaun – und ein grauenvolles Geheimnis ..."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Heute beschäftigen wir uns mit einem Buch, das mich zu gleichen Teilen fasziniert und erschreckt hat. Kennt ihr diese ekelhafte Gefühl, wenn man sich während einem Horrofilm die ganze Zeit stresst und Sorgen macht? Das hatte ich hier, zumindest in Ansätzen. Gott sei Dank nicht so stark wie bei einem Film, sonst hätte ich wohl abgebrochen. Aber Ansätze von Horror waren definitiv vorhanden. Genauso wie Ansätze von Science-Fiction. Und so weiter und so weiter.

Die Hauptfigur dieses Buchs ist Ethan Burke. Er ist Secret-Service-Agent und hatte einen Autounfall auf dem Weg nach Wayward Pines. Und seit er hier wieder zu sich gekommen ist, passieren um ihn herum seltsame Dinge. Sein Handy, sein Geld, seine Kleidung - alles weg und nicht mehr auffindbar. Die Leute starren ihn seltsam an (was, streng genommen, eigentlich gar nicht so seltsam ist, immerhin hat er zumindest zu Beginn ein recht demoliertes Gesicht) und behandeln ihn seltsam (ebenfalls nicht so seltsam, denn wer würde einen Typen, der sich ein Hotelzimmer nimmt und das aber nicht bezahlen kann schon freundlich behandeln?). Aber einige Dinge gab es schon, die weder er noch ich nachvollziehen konnten: Warum kann er per Telefon niemanden erreichen? Wie kann es sein, dass Beverly, mit der er sich anfreundet, aus dem Jahr 1989 oder so kommt? Und warum kann er die Stadt nicht verlassen?
Ethan ist ...speziell. Ich konnte seine Handlungen und seine Gefühle durchaus nachvollziehen. Allerdings wurde ich trotzdem nie so ganz mit ihm warm. Er wirkte einfach immer etwas kühl und distanziert. Das war auf 200 Seiten jetzt nicht so schlimm, aber für die nächsten Bände erwarte ich, dass das noch besser wird.

Die Geschichte ist nicht neu. Ein Ort, den der Protagonist aus irgendeinem Grund nicht verlassen kann, egal was er tun. Der Gedanke wurde schon öfters behandelt, in verschiedenen Büchern. Trotzdem fand ich die Story sehr spannend und habe das Buch nur so verschlungen! Ich konnte es kaum erwarten herauszufinden, was zur Hölle es mit dieser Stadt auf sich hat! Warum ist Ethan wirklich hier? Warum kann er die Stadt nicht verlassen? Und warum erreicht er niemanden außerhalb der Stadt? Das war ziemlich, ziemlich spooky! Und spannend. Also den nächsten Band werde ich auf jeden Fall auch noch lesen, denn ich würde schon gerne wissen, wie es jetzt weiter geht. Auch, wenn viele der offenen Fragen schon geklärt wurden, wüsste ich trotzdem gerne noch mehr über die Stadt und ihre Hintergründe und wie es jetzt mit Ethan weitergeht.

Der Schreibstil war gut und erinnerte mich ziemlich an einen Actionfilm. Liegt das vielleicht daran, dass es zu diesem Buch auch eine Serie gibt? Ich könnte mir gut vorstellen, dass der Autor beim Schreiben des Buchs schon seine Serie im Hinterkopf hatte, auch wenn es die da noch nicht gab. Ich hoffe auf jeden Fall, dass sich früher oder später die Chance ergibt, die Serie auch mal anzusehen, zumindest eine oder zwei Folgen davon. Auf Netflix konnte ich sie noch nicht finden, aber naja, was nicht ist kann ja noch werden, oder?

Mein Fazit? Sehr spannend, ich freue mich auf den nächsten Teil!

Freitag, 18. Oktober 2019

Schatten und Licht in Lissabon

Autorin: Birte Stährmann
Erschienen am 16.9.2019
Im Tredition Verlag
ISBN: 3749729336
Rezensionsexemplar: Ja



Zur Autorin:
"Birte Stährmann, geboren 1967, aufgewachsen in Flensburg, lebt mit ihrem Mann in Stuttgart. Berufliche Stationen: Krankenschwester, Lehrerin für Pflegeberufe, Kommunikationswirtin, Fundraiserin. Arbeitet als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Fundraising für eine Non-Profit-Organisation. Fachbuchautorin zahlreicher Veröffentlichungen (unter dem Namen Birte Mensdorf). „Der Duft nach Vanille“ ist ihr erster Roman. Homepage www.birte-staehrmann.de"
Quelle: lovelybooks.de

Klappentext:
"Stuttgart 2018: Die einundvierzigjährige Mirjam begibt sich nach dem Tod ihrer Mutter auf die Suche nach ihren Wurzeln und reist nach Lissabon. 
Lissabon 1933: In Portugal finden die dreizehnjährige Stuttgarterin Judith und ihre Familie eine neue Heimat. In den Folgejahren wird Lissabon eine brodelnde Weltstadt voller Auswanderer, auf der Flucht vor den Nazis. Sie wollen Europa über den letzten offenen Hafen mit direktem Zugang zum Atlantik verlassen. 
Erzählt wird die miteinander verflochtene Geschichte beeindruckender Frauen - ihrem Leben, Leiden und Lieben über mehrere Generationen hinweg, eingebettet in die Zeitgeschichte der dreißiger Jahre bis ins Heute. Ein atmosphärisch dichter Roman, der mit den Erzählebenen spielt. Von der Autorin der Romane "Der Duft nach Vanille" und "Wellen kommen, Wellen gehen""
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Wie kann sich ein Buch bloß so vor der Öffentlichkeit verstecken? Weder auf Lovelybooks, noch auf Goodreads gab es eine Spur davon, als ich es bekam! Inzwischen kann man es wenigstens auf Goodreads finden - aber auf Lovelybooks, der eigentlich wichtigsten Bücherseite im deutschsprachigen Raum, ist das Buch immer noch nicht vertreten. Und auf Goodreads wird der Klappentext dann auch noch nicht korrekt abgebildet! Das verstehe ich nicht, es ist doch kinderleicht, sowas einzutragen! Aber okay, ist nicht meine Entscheidung. Es machte nur die Arbeit an der Rezension mühsamer, da das Finden der Informationen einfach viel, viel länger dauerte. ISBN, genaues Erscheinungsdatum, und so weiter - das alles habe ich normalerweise innerhalb von ein paar Sekunden. Hier dauerte das viel, viel länger.

Mirjam und Judith waren meiner Meinung nach sympathisch, aber ein bisschen zu...glatt.  Sie scheinen einfach perfekt zu sein und keine Fehler zu haben. Sie zögern nicht, sie müssen nicht lang überlegen, sie leben einfach in den Tag hinein und müssen nicht wirklich was tun, damit alles gut geht. Mit ihnen wurde ich das ganze Buch hindurch einfach nicht wirklich warm, weil ich einfach nie das Gefühl hatte, sie wirklich kennen zu lernen.

Die Geschichte könnte ganz spannend sein. Die Idee ist ja auch gut: Eine Geschichte über mehrere Generationen hinweg erzählt, teilweise in Briefen und Tagebucheinträgen. Wichtige historische Ereignisse passieren parallel mit persönlichen Siegen und Tragödien. Liebe, Herzschmerz, Tod, alles hat seinen Platz. Was allerdings problematisch ist, ist die lange Zeitspanne. Da kann natürlich nicht alles detailliert erzählt werden, sonst kommen da ja mehrere tausend Seiten raus. Ich persönlich hätte es aber besser gefunden, wenn zumindest manche Ereignisse detaillierter erzählt werden würden. Klar, jetzt habe ich einen Überblick darüber, was passiert ist und warum was passiert ist und ich weiß, was die Figuren wann gefühlt haben. Aber gleichzeitig auch nicht. Gleichzeitig habe ich keine Ahnung was wer wann getan und gesagt hat und was wer wann gefühlt hat. Denn das Meiste wurde innerhalb weniger Sätze abgehandelt und wieder fallengelassen. So blieb leider alles meistens sehr oberflächlich. Da hätte ich lieber ein Buch gelesen, das eine kürzere Zeitspanne behandelt und das dafür mehr in die Tiefe geht. Ich möchte mit den Figuren mitfühlen und so war da einfach immer eine ziemliche Distanz zwischen uns.

Auch mit dem Schreibstil wurde ich leider nicht ganz warm. Er wirkte oft nicht ganz...authentisch. Zum Beispiel klingen die Figuren genau gleich, egal in welcher Zeit sie sich befinden und egal wie alt sie sind. Auch machte es keinen Unterschied, ob eine Person spricht oder etwas aufschreibt. Da wäre meiner Meinung nach mehr Variation angebracht. Ich meine, wer von uns spricht schon genau so, wie er schreibt? Klar kann es da Ähnlichkeiten geben, aber wenn es gar keine Unterschiede gibt, dann ist das meiner Meinung nach nicht realistisch.
Ein weiteres Problem hatte ich mit der Verwendung von Adjektiven. Adjektive können etwas tolles sein und eine Geschichte wunderbar ausschmücken. Können. Betonung auf "können". Denn hier wurden meiner Meinung nach eindeutig zu viele Adjektive verwendet. Und - was noch problematischer war - die Adjektive passten teils gar nicht zur Grundstimmung der Szene. Wenn in einem hochdramatischen Brief plötzlich die "fröhliche Sonne" beschrieben wird, dann ist die ganze Stimmung doch futsch! Das fand ich sehr schade und sollte meiner Meinung nach dringend nochmal überarbeitet werden.

Mein Fazit? Da wäre mehr möglich gewesen. Schade.

Mittwoch, 16. Oktober 2019

Scythe - Der Zorn der Gerechten

Autor: Neal Shusterman
Erschienen am
Im Sauerländer Verlag
ISBN:  9783737355070
Rezensionsexemplar: Nein

Quelle: Verlag


Zum Autoren:
"Ein Großmeister bedrückender Sci-Fi-Szenarien: In den USA gilt Neil Shusterman längst als einer der Superstars unter den Jugendbuchautoren. Alle Bücher des 1962 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborenen Schriftstellers und Drehbuchautors wurden zu internationalen Bestsellern und sind vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt Shusterman den National Book Award for Young People’s Literature. Shusterman studierte an der University of California in Irvine Psychologie und Theaterwissenschaften. Während dieser Zeit schrieb er eine beliebte Humor-Kolumne für die Schulzeitung. Danach arbeitete er als Assistent bei einer Talentagentur in Los Angeles, wo sich ein bekannter Agent seiner annahm. Schon nach kürzester Zeit hatte Shusterman einen ersten Buchvertrag und einen Drehbuchjob. In Deutschland wurde vor allem seine „Unwind Dystology“ bekannt, eine Sci-Fi-Serie für Jugendliche, die ab 2012 unter dem Titel „Vollendet“ erschien. In dem bedrückend realen Mehrteiler geht es um den 16-jährigen Connor, der „umgewandelt“ werden soll – das heißt, sein Körper wurde von seinen Eltern vollständig zur Organspende freigegeben. Als er Risa trifft, der ein ähnliches Schicksal blüht, müssen sich die beiden entscheiden – Flucht oder Umwandlung? In „Scythe – Die Hüter des Todes“, einer weiteren Sci-Fi-Serie, entwickelt Neil Shusterman die gruselige Vision einer scheinbar perfekten Welt. Aktuell lebt der Autor mit seinen vier Kindern in Südkalifornien."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Der zweite Band der großen 'Scythe'-Trilogie von New-York-Times-Bestseller-Autor Neal Shusterman

Citra hat es geschafft.

Sie wurde auserwählt und als Scythe entscheidet sie jetzt, wer leben darf und wer sterben muss.

Doch als wenn das nicht schon schwer genug wäre, übernehmen skrupellose Scythe die Macht und stellen neue Regeln auf. Die wichtigste Regel lautet, dass es ab jetzt keine Regeln mehr gibt.

So beginnt Citras Kampf für Gerechtigkeit.

Ein Kampf, den sie nur gemeinsam gewinnen kann mit ihrer großen Liebe Rowan."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Wisst ihr was total cool ist? Dieses Buch hat zwei Umschläge, meines zumindest. Ich lese dieses Buch, denk mir nichts Böses und plötzlich verrutscht der Schutzumschlag. Auch das wäre eigentlich noch nichts Besonders - die Teile verrutschen doch ständig. Aber hier kam mir dann doch was spanisch vor: Und zwar kam auf der Rückseite ein weiterer Strichcode inklusive ISBN aufgedruckt. Also habe ich den Schutzumschlag mal runter genommen - und da ist ein zweiter Schutzumschlag! Der goldene, mit Citra vorne drauf! Den, den ich eigentlich wollte, aber nirgendwo finden konnte! Oh, mein Gott, dieses Buch hat zwei Schutzumschläge! (Fügt hier bitte mein hysterisches Kreischen ein!) Und so macht man einer professionellen Leseratte wie mir eine Freude! Ich bin so, so glücklich darüber!

Wisst ihr, worüber ich absolut nicht glücklich bin? Dass ich auf den dritten und letzten Band noch ein Monat warten muss. Wisst ihr, wie nervig das ist? Ich will, nein, ich muss wissen, wie es weiter geht! Dieses Ende ist ein totaler Cliffhanger! Ich muss weiterlesen! Dringend. Am besten heute noch!

Insgesamt hat mich dieses Buch ziemlich in meiner Leseplanung zurückgeworfen. Eigentlich wollte ich davor noch ein paar Rezensionsexemplare lesen, wirklich! Aber dann konnte ich an einem Abend nicht einschlafen und ich wollte irgendwas lesen, das ich a) noch nicht kenne und von dem ich b) sicher bin, dass es gut ist. Naja, wenn Neal Shusterman  etwas kann, dann schreiben. Und deswegen habe ich zu diesem Buch gegriffen. Ein Fehler. Nicht nur, dass ich in dieser Nacht nicht mehr viel geschlafen habe, nein, meine gesamte Planung ist durcheinander, da dieses Buch ziemlich dick ist und mich deswegen auch relativ lang beschäftigt hat! Danke, ganz toll!

Genau wie in Teil 1, geht es hier unglaublich spannend weiter. Vielleicht sogar noch spannender. Während in Teil 1 der Fokus auf der Ausbildung lag, ist diese jetzt vorbei. Citra ist jetzt eine Scythe und muss ihre Nachlesen durchführen und damit leben, dass sie jede Woche fünf Menschen ermorden sollte. Und Rowan befindet sich auf der Flucht und versucht gleichzeitig die Welt von all den korrupten Scythe zu befreien, die sich auf ihr herumtreiben. Und natürlich werden auch neue Figuren eingeführt: Da ist Greyson, den ich hier nicht näher vorstellen werde, und der Thunderhead höchstpersönlich! Ja, ihr habt richtig gelesen: Das gottähnliche Computerprogramm, das in der Welt von "Scythe" das Sagen hat, kommt hier zu Wort und erzählt seine Sicht der Dinge, was spannender ist, als man sich vielleicht in der ersten Sekunde denken würde. Und auch Faraday und Curie kommen wieder zu Wort. Vor allem an Citra habe ich einen Narren gefressen. Ich finde sie einfach unglaublich spannend und würde das Buch auch lesen, wenn es zu 100% aus ihrer Sicht erzählt werden würde.

Der Schreibstil ist einfach großartig. Genauso wie die Geschichte, die total spannend und düster und faszinierend war. Wir reden hier von Neal Shusterman! Der Typ ist ein Meister, wenn es darum geht, düstere Zukunftsversionen zu schaffen.

Ich habe nur einen einzigen Kritikpunkt und der hat mit dem Klappentext zu tun: "Mit ihrer großen Liebe Rowan". Ist das euer Ernst, Leute? Da schreibt Neal Shusterman ein Buch, in dem Liebesgeschichten so gut wie keine Rolle spielen - und ihr schreibt sowas in den Klappentext? Das hier ist keine Liebesgeschichte, romantische Storyelemente sind so weit im Hintergrund, dass man stellenweise total vergisst, dass sie da sind! Ihr müsst nicht unbedingt jedes Buch mit einer "großen Liebe" verknüpfen, wirklich nicht! Gerade dann nicht, wenn die Liebesgeschichte keine oder nur eine winzige Rolle spielt.

Mein Fazit? Großartiger zweiter Band. Ich brauche sofort Band 3! Approved-Stempel: Wo bist du?



Montag, 14. Oktober 2019

Sythe - Die Hüter des Todes

Autor: Neal Shusterman
Neu erschienen am 26.6.2019
Im Fischer-Sauerländer-Verlag
ISBN: 9783737356985
Rezensionsexemplar: Nein

Quelle: Verlag
Zum Autoren:
"Ein Großmeister bedrückender Sci-Fi-Szenarien: In den USA gilt Neil Shusterman längst als einer der Superstars unter den Jugendbuchautoren. Alle Bücher des 1962 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborenen Schriftstellers und Drehbuchautors wurden zu internationalen Bestsellern und sind vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt Shusterman den National Book Award for Young People’s Literature. Shusterman studierte an der University of California in Irvine Psychologie und Theaterwissenschaften. Während dieser Zeit schrieb er eine beliebte Humor-Kolumne für die Schulzeitung. Danach arbeitete er als Assistent bei einer Talentagentur in Los Angeles, wo sich ein bekannter Agent seiner annahm. Schon nach kürzester Zeit hatte Shusterman einen ersten Buchvertrag und einen Drehbuchjob. In Deutschland wurde vor allem seine „Unwind Dystology“ bekannt, eine Sci-Fi-Serie für Jugendliche, die ab 2012 unter dem Titel „Vollendet“ erschien. In dem bedrückend realen Mehrteiler geht es um den 16-jährigen Connor, der „umgewandelt“ werden soll – das heißt, sein Körper wurde von seinen Eltern vollständig zur Organspende freigegeben. Als er Risa trifft, der ein ähnliches Schicksal blüht, müssen sich die beiden entscheiden – Flucht oder Umwandlung? In „Scythe – Die Hüter des Todes“, einer weiteren Sci-Fi-Serie, entwickelt Neil Shusterman die gruselige Vision einer scheinbar perfekten Welt. Aktuell lebt der Autor mit seinen vier Kindern in Südkalifornien."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kaltlässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster. Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und dessen erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten …"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Dieses Buch wollte ich schon seit einiger Zeit lesen. Deswegen habe ich vor meinem September-Urlaub auch ohne schlechtes Gewissen einfach zugegriffen und es in meinen Rucksack gelesen. Ich habe bei weitem nicht die ganze Zeit gelesen, wirklich nicht! Meine Reisebegleitung kann das bezeugen! Wir waren Sightseeing, haben viel geplaudert und stundenlang Karten gespielt. Gelesen haben wir beide nur selten. Und trotzdem war ich mit diesem Buch am zweiten Tag fertig. Einfach nur schrecklich! Wo soll ich denn in Osteuropa eine deutsche Version vom zweiten Teil herbekommen?! Tja, jetzt bin ich ja wieder daheim und ich werde ihn mir garantiert so bald wie möglich holen, das ist klar!

Citra ist eine sehr intelligente junge Frau, die für ihr Alter sehr reif ist. Sie ist sehr verantwortungsbewusst, sehr fleißig und hat hohe moralische Ansprüche an sich selbst. Sie will keine Scythe werden, auf gar keinen Fall. Um ihrer Familie aber Immunität zu verleihen und damit zu garantieren, dass sie zumindest dieses eine Jahr nicht sterben können, nimmt sie diese Aufgabe aber an. Und sieht während ihrer Ausbildung immer deutlicher, warum es vielleicht ganz gut ist, wenn man seine Arbeit als Scythe nicht zu gerne mag. Trotzdem ist Citra bei weitem keine Heilige und keine perfekte Langweilerin. Sie kämpft mit sich, sie ist ungeduldig und sie widerspricht sehr gerne.
Rowan ist ein junger Mann, der sich einfach nur unsichtbar fühlt. Er hat eine extrem große Familie und fühlt sich dort einfach nicht wahrgenommen und nicht beachtet. Er ist bei weitem nicht so verantwortungsbewussst wie Citra und auch nicht so fleißig. Aber seine moralischen Ansprüche sind sehr ähnlich und auch er ist nicht wirklich scharf darauf, ein Scythe zu werden.
Beide entwickeln sich während der Geschichte extrem weiter. Das Buch folgt ihnen ein ganzes Jahr lang und behandelt alle Aspekte ihrer Ausbildung. Vor allem der innere moralische Konflikt der Figuren steht dabei im Vordergrund. Können sie wirklich täglich Menschen töten, für den Rest ihres Lebens? Ganz wichtig: In dieser Gesellschaft ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, über tausend Jahre alt zu werden. Wenn Citra und Rowan das also wollen, dann könnten beziehungsweise müssten sie bis in alle Ewigkeit jede Woche fünf Menschen hinrichten. So lange, bis sie sich selbst "nachlesen", also umbringen. Diesen inneren Konflikt fand ich sehr spannend und hab mich auch selbst gefragt, wie ich wohl in so einer Situation reagieren würde. Und ganz ehrlich: Ich wüsste es nicht. Ich hätte nicht die geringste Ahnung. Allein bei dem Gedanken daran, in so eine Situation zu geraten, wird mir übel. Aber wenn ich so dafür sorgen könnte, dass jeder in meiner Familie für mein gesamtes Leben unsterblich ist...vielleicht würde das meine Entscheidung beeinflussen. Keine Ahnung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Art der Ausbildung meinen Eltern zusagen würde. Da wär ich also schon mal nicht allein mit meinem Entsetzen.

Der Schreibstil und die Geschichte waren genauso großartig, wie ich es mir gewünscht habe! Ich fand dieses Buch einfach nur großartig und brauche unbedingt so bald wie möglich den zweiten Teil! Ganz, ganz dringend! Dieses Buch bekommt von mir auf jeden Fall den Approved-Stempel!


Samstag, 12. Oktober 2019

Ich vergesse nie

Autor: John Marrs
Erschienen am 17.09.2019
Im Edition M Verlag
ISBN: 9782919809202
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zum Autoren:
"John Marrs arbeitete über zwanzig Jahre als freischaffender Journalist für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Mit seinem Roman »The One« gelang ihm in England der Durchbruch, eine Verfilmung durch Netflix ist bereits in Vorbereitung. Der Autor lebt und arbeitet in London."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Der neue fesselnde Psychothriller des Nr.-1-Bestsellerautors von »Die gute Seele«.

Wie viel Blut braucht es, um vergessen zu können?

Er versteckt sich im Schatten und wartet auf den perfekten Moment. Jeder Mord wird präzise geplant und ausgeführt … Die junge Polizistin Becca Vincent kämpft um Anerkennung in ihrem Job und nun hat sie sich den größten Fall ihrer Karriere geangelt. Sie weiß, dass es um Alles oder Nichts geht. Aber wie soll sie den Täter, ein Gesicht unter Tausenden, finden?

Mithilfe einer Videoaufnahme und Joe Russell, einem Super-Recogniser mit einem ausgezeichneten Gedächtnis für Gesichter, versucht sie, dem Mörder auf die Spur zu kommen. Doch er beobachtet sie bei jedem Schritt und kommt ihnen immer näher. Können Becca und Joe den Zusammenhang zwischen den Verbrechen aufdecken, bevor der Mörder den letzten Namen von seiner Liste streicht?"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Also das war...ziemlich, ziemlich gut!

Beginnen wir mit den Hauptfiguren. Da sind Becca, Joe und ein namenloser Täter. Becca ist alleinerziehende Mutter einer Tochter und eigentlich total überfordert. Sie möchte auf der Karriereleiter ganz nach oben klettern, allerdings bricht es ihr auch gleichzeitig das Herz, dass sie nicht für ihre Tochter da sein kann. Denn die hat mit ihren sechs Jahren natürlich kein Verständnis dafür, dass immer nur ihre Oma, aber nie ihre Mama da ist. Becca war mir sympathisch.
Joe hat ein photographisches Gedächtnis für Gesichter. Jedes Gesicht, das er einmal sieht, merkt er sich. Da passiert es schon mal, dass er einen Bankräuber erkennt und verhaftet, während er im Bus sitzt und zur Arbeit fährt. Auch er war mir sehr sympathisch. Ich werde nicht verraten, wie es mit ihm ausgeht, aber eines sage ich euch: Das Ende, das aus seiner Sicht beschrieben wird, lässt mich hoffen, dass es einen zweiten Band geben wird. Und den würde ich auch lesen.
Den Täter habe ich jede einzelne Sekunde des Buches gehasst. Einfach nur gehasst. Habt ihr euch schonmal gefragt, wie die Täter-Opfer-Umkehr funktioniert? Lest dieses Buch, dann wisst ihr es! Am liebsten wäre ich ins Buch gehüpft und hätte ihn geschubst...vor ein fahrendes Auto oder so... Der Typ hat Probleme, echt!

Die Geschichte traf ziemlich genau meinen Geschmack. Perfekt durchgeplante und ausgeführte Morde, bei denen scheinbar keine Spuren zurückbleiben. Jeder Mord erzählt seine eigene Geschichte - jedes der Opfer wird komplett anders umgebracht, keine zwei Todesarten sind die selben. Und scheinbar keine Verbindung zwischen den Opfern. Beziehungsweise eine Verbindung, die nur für den Täter selbst sichtbar ist - alle anderen fragen sich, was zur Hölle der Täter eigentlich für ein Problem hat. Auch ich habe mich das gefragt und das, obwohl der Täter ziemlich viel über sich und seine Motive sprach.
Mit dem Ende war ich nicht ganz zufrieden, muss ich sagen. Ja, es war passend. Ja, manches daran habe ich sogar gut und schön gefunden. Und dann gab es gegen Ende noch etwas, wegen dem ich dieses Buch gerne an die Wand geworfen hätte. Hab ich nur blöderweise als eBook gelesen. Ging also nicht, der Reader war ein Geburtstagsgeschenk und deswegen also noch relativ neu.

Den Schreibstil fand ich größtenteils ziemlich gut. Ich hatte immer sofort ein Bild vor Augen (was stellenweise eigentlich gar nicht so wünschenswert war!). Stellenweise traten die Ermittlungen ziemlich an der Stelle - da wäre vielleicht etwas mehr Tempo schön gewesen. Aber alles in allem ziemlich gut, wie gesagt!

Mein Fazit? Mir hats gefallen.

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Wer heute lügt, ist morgen tot

Autor: Thomas Enger
Erschienen am 9. September 2019
Im cbt Verlag
ISBN: 9783570312667
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zum Autoren:
"Thomas Enger wurde 1973 in Oslo geboren und wuchs in Jessheim auf. Enger studierte Publizistik, Sport und Geschichte. Nach seinem Studium arbeitete er in einer Onlineredaktion. In seiner Freizeit schreib Enger seinen ersten Roman und war an diversen Musical-Produktionen beteiligt. Sein neuster Roman "Sterblich" ist Thomas Engers erster Thriller. Im Fokus steht der Ermittler Henning Juul. 2012 erscheint mit "Vergiftet" der zweite Band der norwegischen Krimi-Reihe und mit "Verleumdet" ein Jahr später Band 3. Zusammen mit seiner Familie lebt er in Oslo."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Deine Freundin ist tot und du stehst unter Mordverdacht ...

Der 18-jährige Evan wird über Nacht vom Schulschwarm zum Verdächtigen. Seine Freundin und ein Bandkollege werden nach dem Schulfest tot aufgefunden. Sie hat gerade mit ihm Schluss gemacht, er sich mit Evan gestritten. Als ein belastendes Video auftaucht und Evans Alibi infrage stellt, hält jeder in seinem Heimatort ihn für den Täter. Um seine Welt vor dem endgültigen Einsturz zu bewahren, sucht Evan nach dem wahren Täter. Doch dann geschieht ein weiterer Mord ..."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Bei diesem Buch handelt es sich um einen sehr spannenden Bericht, in dem es vor Mord und Totschlag nur so wimmelt. Ja, ich sage Bericht. Nicht Jugendbuch, nicht Krimi, sondern Bericht. Aber ich schätze, es ist eine Mischung aus allen dreien. Der Grund dafür ist der Erzählstil: Die Geschichte besteht aus zwei Teilen, die gleichzeitig erzählt werden. Die Hauptfigur, Evan, ist vor Gericht im Zeugenstand und erzählt, was passiert ist. Dann ist der Wechsel und wir befinden uns in der Zeit, über die er erzählt. Der Wechsel geschieht auch optisch: Die Schrift ändert sich, wird schmaler und kleiner. Diese Entscheidung fand ich gut, so fühlte sich der Wechsel einfach viel natürlicher an.

Die Hauptfigur der Geschichte ist Evan. Er ist ein normaler Jugendlicher mit einem komplizierten Familienleben. Sein Vater starb bei einem Autounfall, seine Mutter trinkt und an seinen jüngeren Bruder kommt er nicht mehr so wirklich ran, weil dieser sich total von ihm abschottet. Nur sein Onkel ist noch für ihn da, aber auch er ist eher ein guter Freund, als eine Vaterfigur. Was Evan Halt gibt, ist vor allem eins: Seine Freundin Mari. Doch damit ist jetzt Schluss, denn ohne ihm zu sagen warum, trennt sie sich von ihm und macht per SMS mit ihm Schluss. Autsch. Doch es kommt noch schlimmer: Am nächsten Tag wird Maris Leiche gefunden. Sie wurde ermordet. Ihr könnt euch sicher denken, wer da zum Kreis der Verdächtigen gehört? Und das Schlimmste ist nicht, dass die Polizei ihn für Verdächtig hält, sondern dass die ganze Stadt ihn schon verurteilt zu haben scheint. Die Menschen wollen einen Schuldigen und da bietet sich Evan einfach perfekt an. Vor allem online hat er keine Ruhe mehr: Angebliche Beweise werden gepostet, Beleidigungen und so weiter. So wie das Internet eben sein kann! Ich denke, wir kennen uns aus. Ich fand es total gut, dass die Autorin so viel über die Sozialen Netzwerke ablaufen ließ. Die Beschreibung des Shitstorms fand ich ziemlich gut.

Auch den Schreibstil fand ich gut. Teilweise erzählte mir Evan etwas zu erwachsen für sein Alter, vor allem, wenn man bemerkt, dass seine Gedanken und Handlungen halt doch typisch jugendlich sind. Das könnte man eventuell nochmal stellenweise überarbeiten, aber größtenteils fand ich den Schreibstil total super und mitreißend. Mich konnte er fesseln und das ist für mich das Wichtigste.

Die Geschichte fand ich großartig. Vieles habe ich schon sehr bald, sagen wir mal, geahnt, doch das machte die ganzen großen Enthüllungen nicht weniger spannend. Im Gegenteil: Ich habe das ganze Buch gehofft, ich könnte mich irren. Der Schock, dass ich Recht hatte, war dann einfach nur riesig. Ich werde nicht schreiben, welche Plottwists ich meine - wenn ihr das Buch gelesen habt, wisst ihr, was ich meine. Und wenn ihr es noch nicht gelesen habt, dann würdet ihr wohl die Mistgabeln auspacken, wenn ich euch schon jetzt alles verrate. Nein, nein, das lass ich lieber!

Kommen wir besser zum Fazit! Sehr spannendes Buch, das mich sogar im allhalbjährlichen Chaos des Semesterbeginns begeistern konnte.

Dienstag, 8. Oktober 2019

Sündenschuld

Autor: Salvador Felip
Erschienen am 30.8.2019
Im Bastei Lübbe Verlag
ISBN: 9783404178698
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zum Autoren:
Krimi-Unterhaltung aus Italien: Der 1971 in Madrid geborene Salvador Felip studierte zunächst Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete danach als IT-Sicherheitsberater. Seine ersten beiden Werke waren historischer Romane und spielten vor der Kulisse des antiken Roms. 2018 erschien mit „Der Priester und sein Henker“ Felips Debüt auf dem deutschen Buchmarkt und zugleich sein erster Kriminalroman. Sein zweiter Krimi "Sündenfall" folgte ein Jahr später.
Quelle: Verlag


Klappentext:
" "Ich beichte, Padre, weil ich sündigen werde. Ich werde einen Mann töten. Möchten Sie wissen, wer das Opfer sein wird?" - "Wer?" - "Sie, Padre."

Die Beichte eines Unbekannten stellt Padre Martín vor ein unlösbares Dilemma: Behält er sie für sich, ist er dem Tod geweiht. Bricht er sein Schweigen, verstößt er gegen das Beichtgeheimnis. Kurz darauf findet er einen Mitbruder ermordet in der Kirche auf. Der zuständige Inspektor begreift schnell, dass Padre Martín mehr weiß, als er zugibt. Widerwillig beginnen die beiden zu kooperieren. Der eine, um seinen Fall zu lösen, der andere, um sein Leben zu retten ..."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Uff, dieses Dilemma! Stellt euch vor, ihr erwartet nichts Böses und plötzlich sagt euch ein Fremder, den ihr nicht wirklich sehen könnt, dass er euch ermorden wird. Ihr habt keine Ahnung wann oder warum. Was würdet ihr tun? Also ich würde auf jeden Fall ab zur Polizei, allerdings stehe ich auch nicht unter dem Beichtgeheimnis! Padre Martin geht es da ganz anders: Entweder er schweigt und wird qualvoll ermordet oder er bricht das Beichtgeheimnis und wird zum Ausgestoßenen. Lesen irgendwelche Leute diesen Blog, die sich mit dem Christentum so wirklich auskennen? Wäre man in einem solchen Fall wirklich machtlos? Oder könnte man da irgendwas machen? Ich sah jedenfalls keinen wirklichen Ausweg für Martin, was die Geschichte total spannend für mich machte.

Padre Martin war mir sehr sympathisch und tat mir leid. Er steckt in einem moralischen und religiösen Dilemma und hat keine Ahnung, wie er dieses lösen kann und soll. Klar weiß er, dass er eigentlich zu Polizei gehen sollte - aber dann wäre sein Leben nie wieder so, wie es früher war. Er wäre dann kein Priester mehr und das möchte er auf keinen Fall riskieren. Also leidet er Todesangst und hofft, dass einfach alles schnell vorbei ist. Doch so schnell erlöst ihn der Unbekannte nicht: Zuerst möchte er Padre Martins Leben noch so richtig zur Hölle machen!

Der Inspektor war mir unsympathisch. Er ist zu jedem unfreundlich und am allermeisten zu sich selbst. Warum das so ist, wird gar nie so wirklich erklärt. Auf jeden Fall legt er aber ein gehöriges Desinteresse an allem und jedem an den Tag. Das fand ich nicht wirklich passend in seiner Position. Außerdem bläst er den Leuten um sich herum ständig Zigarettenrauch ins Gesicht. Gehts noch? Das ist grauenhaft! Aber gleichzeitig sieht er sich natürlich als Opfer seiner Umwelt. Immerhin kann er ja nichts dafür, wenn sich mal wer gegen ihn wehrt, oder? Kurz gesagt: Mit ihm wurde ich nicht so richtig warm. Erst gegen Ende besserte sich das ein bisschen.

Der Schreibstil total gut. Mit der Lektüre war ich sehr schnell durch und man spürte mit jedem Satz, dass das Buch im Süden spielt. Bei mir kam da eine totale Sommerstimmung auf! Ich weiß, dass dieses Buch in Madrid spielt, aber ich sah trotzdem ständig nur Palermo vor meinem inneren Auge.
Die Geschichte fand ich spannend, gerade wegen dem Dilemma, in dem Martin steckt. Das Motiv des Täters habe ich ziemlich schnell durchschaut, aber es ist nachvollziehbar und gut beschrieben, deswegen werte ich das nicht als negativ oder so. Die allgemeine Umsetzung war leider nicht immer perfekt, vor allem da gegenüber dem Inspektor meiner Meinung nach halt einfach die Sympathie fehlte. Padre Martins Perspektive konnte aber Gott sei Dank so einiges retten!

Mein Fazit: Ganz gut mit kleinen Fehlern! 

Sonntag, 6. Oktober 2019

Zimmer 19

Autor: Marc Raabe
Erschienen am 30.8.2019
Im Ullstein Taschenbuch Verlag
ISBN: 9783548289151
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zum Autoren:
"Marc Raabe wurde 1968 in Köln geboren. Mit 15 Jahren entdeckte er seine Leidenschaft fürs Geschichtenerzählen und begann mit einem Freund Filme zu drehen. Drei Jahre später entstand daraus eine Produktionsfirma für Industriefilme, Musikvideos und Fernsehen. Zusätzlich studierte er Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften sowie Germanistik, beendete jedoch das Studium vorzeitig, um sich ganz seiner Firma zu widmen. Heute ist er Gesellschafter und Geschäftsführer einer Fernsehproduktion und lebt mit seiner Familie in Köln. Sein Thriller-Debüt »Schnitt« erschien 2012 im Ullstein Verlag und stand mehrere Wochen auf der Spiegel Online Bestsellerliste, ebenso wie sein zweiter Thriller »Der Schock«. Seine Bücher erscheinen in zehn Sprachen, »Schnitt« stand 2012 auf der Krimi Short-List des LovelyBooks Leserpreises und wurde zudem beim Krimi Blitz 2012 von Krimi-Couch.de zum drittbesten deutschen Krimi gekürt."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Der neue Thriller von Bestsellerautor Marc Raabe!

MORD VOR LAUFENDER KAMERA

Auf der Eröffnungsveranstaltung der Berlinale wird zum Entsetzen aller ein Snuff-Film gezeigt. Das Opfer: die Tochter des Bürgermeisters Otto Keller.
Tom Babylon vom LKA und die Psychologin Sita Johanns ermitteln unter Hochdruck. Doch eine Gruppe von Prominenten um Keller mauert. Was hat der Bürgermeister zu verbergen? Und wer ist die Zeugin, die aussieht wie Tom Babylons vor Jahren verschwundene Schwester? Die Ereignisse überschlagen sich, als ein weiterer Mord passiert. Plötzlich stellt Sita Johanns fest, es gibt eine Verbindung zwischen ihr und den Opfern: Ein furchtbares Ereignis in ihrer Jugend - und die Zahl Neunzehn."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
So, wieder ein Buch fertig gelesen! Dieses Buch ist das erste, das ich von diesem Autoren gelesen habe. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass ich mir auch noch Teil Eins besorge. Denn das war echt ziemlich gut!

Beginnen wir mit den Figuren! Tom Babylon war mir sehr sympathisch, auch wenn der Typ wirklich psychisch nicht ganz gesund ist. Ständig ist da wieder seine verschwundene Schwester, die plötzlich neben ihm sitzt, steht oder ihm hinterherläuft und mit ihm plaudert. Das sorgte bei mir für Gänsehaut, das war so richtig gruselig! Ein Grund mehr für mich die anderen Bücher auch noch zu lesen, vor allem die, die noch kommen. Ich will unbedingt wissen, was mit dem Mädchen passiert ist! Lebt es noch? Ist es tot? Wird Babylon das jemals herausfinden? Ich habe keine Ahnung, muss aber ehrlich sagen, dass mich diese Fragen eigentlich am meisten beschäftigt haben.
Sita fand ich cool und gleichzeitig tat sie mir total leid. Das schreckliche Ereignis, von dem hier die Rede ist, hat mich echt schockiert. Dabei war die Erzählweise aber, wie auch in vielen anderen Szenen auch, nicht so grausam. Statt mit viel Blut und Gewalt und unglaublichen Details zu arbeiten, schreibt der Autor über diese Szenen extrem schlicht. Und das machte sie für mich um einiges schrecklicher, als sie gewesen wären, wenn das Blut nur so gespritzt hätte.
Sita war für mich eine der Figuren, die mich am meisten interessiert haben. Sie war einer der Hauptgründe, warum ich mich kaum mehr von diesem Buch loseisen konnte. Sie hatte etwas an sich, das mich einfach nur faszinierte. Und auch bei ihr bin ich gespannt, wie es mit ihr in den Folgebänden weitergeht. Und ja, sie ist der Hauptgrund für mich, den Vorgänger zu lesen: Ich will unbedingt wissen, wie sie zu ihrer Narbe gekommen ist. Wenn mich nämlich nicht alles täuscht, gibt es nämlich in diesem Buch keine Erklärung dafür!

Die Geschichte fand ich sehr gut und spannend. Stellenweise waren es zu viele verschiedene Handlungsstränge, die gleichzeitig aufgegriffen wurden. Allerdings war das wirklich nur bei ganz wenig Stellen im Buch der Fall, das ist also echt vernachlässigbar. Meiner Meinung nach war es auch überhaupt kein Problem, dass ich davor Teil 1 nicht gelesen habe. Das werde ich jetzt zwar noch nachholen, aber während dem Lesen wurden eigentlich immer alle Infomationen geliefert, die gerade relevant waren und der Rest war echt nicht notwendig.

In diesen Schreibstil habe ich mich verliebt. Das war unglaublich! Ich habe es schon davor gesagt und ich sage es gerne nochmal: Die anderen Bücher der Reihe hole ich mir auch noch, früher oder später! Der Schreibstil macht süchtig und ich brauche mehr von diesem Stoff. Schnell!

Mein Fazit? Liest sich sehr gut und ist sehr spannend geschrieben. Den ersten Teil muss man davor nicht unbedingt gelesen haben, ich werde es aber definitiv noch nachholen!

Freitag, 4. Oktober 2019

Dear Evan Hansen

Autor: Val Emmich, Steven Levenson, Benj Pasek und Justin Paul
Erschienen am 2.9.2019
Im cbj Verlag
ISBN: 9783570165652
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zum Autoren:
"Val Emmich ist Autor, Singer-Songwriter und Schauspieler. Er ist einer der Autoren des Romans »Dear Evan Hansen«, mit dem er sein erstes Jugendbuch vorlegt.
Steven Levenson ist der Tony Award gekrönte Drehbuchautor des Musicals »Dear Evan Hansen«, das sich seit seiner Premiere zu einem vielfach preisgekrönten Kassenschlager entwickelt hat, der 2018 durch 50 Städte tourte.Benj Pasek und Justin Paul bilden das Tony-, Oscar- und Grammy-prämierte Songwriter-Team hinter dem Broadway-Hit-Musical »Dear Evan Hansen« und den Kino-Erfolgen »La La Land«, »Trolls« und »Greatest Showman«.

 Benj Pasek und Justin Paul bilden das TONY-, OSCAR- und GRAMMY-prämierte Songwriter-Team hinter dem Broadway-Hit-Musical »Dear Evan Hansen« und den Kino-Erfolgen »La La Land«, »Trolls« und »Greatest Showman«."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Nobody Deserves to be Forgotten

Ein nie für die Augen anderer bestimmter Brief lässt Evan Hansen als engsten Freund eines toten Mitschülers erscheinen. Dem einsamen Evan eröffnet sich durch dieses Missverständnis die Chance seines Lebens: endlich dazuzugehören. Evan weiß natürlich, dass er falsch handelt, doch nun hat er plötzlich eine Aufgabe: Connors Andenken zu wahren und den Hintergründen seines Todes nachzuspüren. Alles, was er tun muss, ist weiter vorzugeben, Connor Murphy habe sich vor seinem Selbstmord allein ihm anvertraut. Plötzlich findet sich der unsicht- und unscheinbare Evan im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sogar der des Mädchens seiner Träume – Connors Schwester."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich tief berührt. Alle paar Seiten hatte ich wieder Tränen in den Augen (was eher schräg ist, wenn man sich mit seiner Familie nebenher eine Komödie im Fernsehen ansieht).

Dieses Buch als, nun ja, Buch zu sehen, hat mich zu Beginn total überrascht und auch irgendwie verunsichert. Ich kenne das Musical nun schon seit fast zwei Jahren und ich war mir sehr, sehr sicher, dass dieses Musical irgendwann verfilmt wird. Aber daraus ein Buch zu machen? Ist es nicht normalerweise umgekehrt? Dass aus dem Buch ein Musical wird? Trotzdem habe ich dieses Buch sicherheitshalber auf meine Wunschliste gesetzt und hab dann pünktlich zum Erscheinungstermin eine Anfrage an den Verlag geschickt. Und tatsächlich lag dieses Buch schon wenige Tage später in meinem Mailfach. Habt ihr eine Ahnung, wie sehr mich das gefreut hat?

In diesem Buch geht es, Überraschung!, um Evan Hansen. Er ist Schüler im letzten Jahr der High School und nicht gerade das, was man psychisch gesund nennt. Eher genau das Gegenteil: Er hält sein Leben für wertlos, sich selbst für den größten Looser überhaupt und denkt, dass alle anderen ohne ihn besser dran wären. Ohne seine Medikamente könnte er nicht zur Schule gehen und sogar mit ihnen, bekommt er regelmäßig Panik. Mit sozialen Situationen, wie sie sich als Schüler nur schwer vermeiden lassen, ist er überfordert. Er fühlt sich unsichtbar - das ist zugleich sein Segen und sein Fluch. Sein Segen, weil das Unsichtbarsein ihm einen gewissen Schutz bietet. Ein Fluch, weil er irgendwie auch gerne mal Freunde hätte. Doch das alles ändert sich, als Connor Murphy, der seltsame, immer aggressive Freak der Schule, Evan einen Brief stiehlt, den er für die Therapie an sich selbst schreiben musste. Wenige Tage später ist Connor tot. Selbstmord. Und alle denken, dass der Brief, den Connor in seiner Jackentasche hatte, Connors Abschiedsbrief an Evan ist. Und zum ersten Mal hat Evan die Chance mal nicht unsichtbar zu sein...
Das Buch aus Evans Sichtweise zu lesen, tat weh. Einfach nur weh. Seine Verzweiflung war so unglaublich präsent, in jeder Seite. Selbst, wenn gerade alles gut schien, merkte man, dass in Wirklichkeit eigentlich gar nichts passt. Und das war schmerzhaft, wirklich schmerzhaft. Trotzdem war da immer eine gewisse Hoffnung im Hintergrund. Keine Ahnung, ob die wirklich da war oder nur, weil ich das Ende Dank dem Musical schon kannte...

Ich fand es gut, wie herausgearbeitet wurde, was so ein Suizid in einer Familie so anrichten kann. Das wurde richtig gut beschrieben und ohne irgendwas zu beschönigen. Ich wüsste gar nicht, was ich tun würde, wenn sich jemand aus meiner Familie irgendwas antun würde. Liebe Mama, lieber Papa, lieber S., liebe P.: Ich warne euch! Wehe ihr tut sowas! Das würde ich nicht überleben, das würde ich einfach nicht überleben! Gleiches gilt für meinen Freundeskreis: Leute, NEIN! Macht sowas nicht!

Was ich schade fand, war, dass der Buchtext nicht näher am Musical war. Ich liebe dieses Musical und höre es gerade nebenher, während ich diese Rezension schreibe. Ein paar Dinge wurden übernommen, manche meiner Lieblingsstellen aber leider nicht. Aber ich schätze, dass das halt einfach unter den Begriff "künstlerische Freiheit" fällt. Dieses Buch beruht zwar auf dem Musical, ist aber nicht das Musical. Und damit muss ich mich halt abfinden, auch wenn manche meiner Lieblingstextstellen nicht übernommen wurden.

Die Geschichte rund um Evan und Connor gefiel mir schon im Musical so unglaublich gut und auch in Buchform konnte sie mich wieder überzeugen. Sowohl das Buch als auch das Musical haben ihre Vorzüge, die man jeweils nicht ins andere Medium übertragen kann. Das Buch wird die Musik nicht abspielen können, dafür brauch ich immer meine Lautsprecher und ein gutes Timing, damit die richtigen Lieder zur richtigen Stelle kommen. Und im Musical fehlen viele schöne Storyelemente, die hier noch dazugedichtet wurden. Zum Beispiel, dass die falschen Mails in einem Fitnessstudio geschrieben wurden, in dem Jared, der Evan hilft, immer seine Hausaufgaben macht. Das sorgte bei mir dann doch für einige Lacher.

Alles in allem? Gut gelungenes Buch! Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man "Dear Evan Hansen" an manchen Schulen als Klassenlektüre einsetzen könnte. Man könnte mit den Schülern dann viel über psychische Gesundheit sprechen. Also, liebe Lehrer: Schaut euch dieses Buch mal genauer an!


Mittwoch, 2. Oktober 2019

The Subtle Art of Not Giving A F*ck - A Counterintuitive Approach to Living a Good Live

Autor: Mark Manson
Erschienen am 13.9.2016
Im HarperOne Verlag
ISBN: 9780062457714
Rezensionsexemplar: Nein

Quelle: Verlag


Zum Autoren:
"Mark Manson ist Blogger, Autor und Unternehmer. Er ist spezialisiert auf Bücher über persönliche Entwicklung, die nicht nerven. Seine Website MarkManson.net wird jeden Monat von über zwei Millionen Menschen gelesen. Er lebt in New York City."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Scheiß auf positives Denken sagt Mark Manson. Die ungeschönte Perspektive ist ihm lieber. Wenn etwas scheiße ist, dann ist es das eben. Und wenn man etwas nicht kann, dann sollte man dazu stehen. Nicht jeder kann in allem außergewöhnlich sein und das ist gut so. Wenn man seine Grenzen akzeptiert, findet man die Stärke, die man braucht. Denn es gibt so viele Dinge, auf die man im Gegenzug scheißen kann. Man muss nur herausfinden, welche das sind und wie man sie sich richtig am Arsch vorbeigehen lässt. So kann man sich dann auf die eigenen Stärken und die wichtigen Dinge besinnen und hat mehr Zeit, sein Potential gänzlich auszuschöpfen.
Die subtile Kunst des darauf Scheißens verbindet unterhaltsame Geschichten und schonungslosen Humor mit hilfreichen Tipps für ein entspannteres und besseres Leben. Damit man seine Energie für sinnvolleres verwendet als für Dinge, die einem egal sein können."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Dieses Buch ist eines von denen, die ich zum Geburtstag bekommen habe. Vielen Dank an meine Tante!
Ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen. Deswegen habe ich auch erst überlegt, ob ich den Klappentext auf Englisch oder auf Deutsch übernehmen soll. Auf der einen Seite traue ich euch eigentlich allen zu, den englischen Text zu verstehen. So schwer ist der nicht und ich bin mir ziemlich sicher, dass keiner von euch Probleme damit hätte. Allerdings habe ich vor kurzem herausgefunden, dass ich auch Leser habe, die viel jünger sind, als ich es bin. Und im Alter von zwölf oder dreizehn Jahren hätte ich mit diesem Text wohl noch Probleme gehabt. Deswegen also lieber auf Deutsch! Aus genau dem gleichen Grund, habe ich auch lange überlegt, ob ich dieses Buch wirklich hier rezensieren soll. Hier bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass ihr den ein oder anderen Fluch im Titel und im Klappentext überleben werdet. Solltet ihr mir da nicht zustimmen, sieht man sich sicher im nächsten Beitrag wieder. ;)

Beginnen wir hier mal am Besten mit dem Schreibstil. Es handelt es sich bei diesem Buch wohl am ehesten um einen (nicht ganz ernstzunehmenden) Ratgeber. Der Stil ist dafür ziemlich locker gehalten. Keine hochgestochenen Phrasen, keine blumigen Umschreibungen - dafür hunderte Flüche pro Seite. Daran musste ich mich erstmal gewöhnen. Ich gehöre nicht unbedingt zu den Menschen, die ständig fluchen, das machte die Sache nicht unbedingt leichter. Allerdings gewöhnte auch ich mich daran. Und nach einiger Zeit fand ich den Stil sogar passend. Der Autor ist stellenweise wirklich sehr zynisch und gerade da passte das einfach dazu.

Die Tipps, die der Autor gibt, sind nicht wirklich neu. Meistens sind sie anders formuliert als zum Beispiel in Lifestyle-Blogs, manchmal werden sie einfach umgedreht. Du bist nichts Besonderes. Die Chance, dass deine Träume in Erfüllung gehen, sind verschwindend gering. Die Wahrscheinlichkeit spielt gegen dich.  Das sind die Hauptaussagen dieses Buches. Manchmal war das erfrischend. Zum Beispiel, wenn der Autor aufgrund der Wahrscheinlichkeit belegt, dass unsere Probleme bei weitem nicht so schwerwiegend sind, wie sie sich vielleicht anfühlen und, dass die meisten Menschen genau das gleiche Problem irgendwann hatten oder haben werden. Mit anderen "Tipps" hatte ich so meine Probleme. Allen voran die Aussage, dass niemand von uns etwas Besonderes ist. Ganz im Gegenteil: Laut dem Autoren sind wir alle eigentlich nur Durchschnitt, vielleicht sogar darunter. Und naja, davon abgesehen, dass diese Aussage, nicht gerade schmeichelhaft ist, kann ich dem einfach nicht zustimmen. Denn irgendwie sind wir doch alle einzigartig. Jeder Mensch ist meiner Meinung nach eine ganz eigene Kombination an Talenten, Begabungen, Charakterzügen, Fehlern und Schwächen. Jeder Mensch hat etwas, das ihn von allen anderen abhebt. Und das sollte meiner Meinung nach auf gar keinen Fall übersehen werden.

Alles in allem fand ich dieses Buch aber trotzdem irgendwie unterhaltsam. Nicht das beste Buch, das ich je gelesen habe, aber trotzdem lesenswert.

Montag, 30. September 2019

Neuzugänge im Oktober

Hallo ihr Lieben!

Der Oktober ist da - und das heißt, dass bei mir das neue Semester beginnt. Auf dem Blog wird also in den nächsten Wochen wieder etwas weniger los sein. Natürlich hab ich trotzdem ein paar Neuzugänge für euch und es wird weiterhin jede Woche mindestens eine Rezension geben. Aber nun gleich zu den Neuzugängen, die mich die ersten paar Wochen des neuen Semesters begleiten dürfen!

Insgesamt sind 18 Bücher neu bei mir eingezogen. Davon habe ich bis heute schon zwei fertig gelesen und eines lese ich momentan. 10 der Bücher sind Rezensionsexemplare. Vom letzten Monat nehme ich ausnahmsweise kein einziges Rezensionsexemplar mehr mit, was mich sehr stolz macht!
8 der Bücher sind Krimis oder Thriller, 6 sind Jugendbücher (eines ist gleichzeitig auch ein Krimi), zwei sind Sachbücher, ein Buch ist ein Klassiker, eines fällt in die Kategorie Lyrik und dann gibt es da noch einen Roman. Alles in allem also gut aufgeteilt, finde ich!

Quelle: Autorin
Erinnert ihr euch noch an "Luna Park - Jahrmarkt der Gier"? Das ist ein Jugendbuch, das ich 2016 rezensieren durfte. Nun hat sich die Autorin Anfang September wieder an mich gewendet und hat mir ihr neues Buch angeboten. Diesmal ist es aber ein Buch für Erwachsene. Ich bin auf jeden Fall gespannt! Für diese Rezension müsst ihr euch aber leider noch etwas gedulden, denn wie die meisten Bücher hat auch dieses hier eine Frist, vor der ich keine Rezensionen veröffentlichen darf.

Quelle: Verlag


Jedes Monat ist irgendein Buch bei meinen Neuzugängen dabei, das eigentlich ganz anders ist, als die Bücher, die ich sonst so lese. Dieses Mal ist es dieses hier. Die Autorin hat mir eine total liebe Anfrage geschickt und die Leseprobe dazu, hat mich einfach neugierig gemacht!

Quelle: Verlag
Genauso, wie jedes Monat irgendein Buch dabei, ist, das eigentlich überhaupt nicht in mein Beuteschema fällt, gibt es auch immer eines, dessen Cover ich einfach nur unglaublich finde. Dieses Monat ist es dieser hier. Das Cover ist ein richtiger Hingucker! Das Buch stand schon länger auf meiner Wunschliste und ich bin total happy, dass der Verlag mir das Buch für eine Rezension zur Verfügung gestellt hat!

Quelle: Verlag
Dieses Buch schaut im echten Leben um einiges besser aus als online. Online hab ich aber leider keine schöneren Fotos gefunden. Auf jeden Fall war dieses Buch ein Spontankauf Anfang September. Kann ja nicht schaden!

Quelle: Verlag
Warum immer nur vom Worst-Case-Szenario ausgehen? Auch dieses Buch habe ich Anfang September spontan gekauft. Ich bin sehr gespannt, was es mir zu bieten hat und welche Ideen Bregman für eine bessere Zukunft so hat! Ich lasse es euch auf jeden Fall wissen und auch, was ich von den einzelnen Ideen so halte! Die Rezi dazu kommt übrigens schon sehr, sehr bald, denn ich habe es schon jetzt fertig gelesen.

Quelle: Verlag
Dieses Buch wollte ich schon ewig lesen, bin aber nie dazu gekommen. Als ich es also vor kurzem wieder im Buchladen sah, nahm ich es sofort mit. Und oh mein Gott, ich bereue nichts! Ich habe es im Uraub fertig gelesen und die Rezi kommt bald, sehr bald!

Quelle: Verlag
Gibt dieser Neuzugang eventuell schon einen Hinweis darauf, wie mir das letzte Buch in dieser Liste gefallen hat? Eventuell. Sehr wahrscheinlich sogar. Ich freue mich darauf schon wirklich sehr, sehr, sehr! Schaut euch übrigens mal das Cover ganz genau an. Ist euch aufgefallen, dass man die Gesichter der beiden Scythe sieht? Also mir bis gerade vorhin nicht. Das gleiche gilt für Teil Eins. Schön, dass ich das ganze Buch lesen konnte, ohne das Gesicht zu sehen.


Quelle: Verlag
Dieses Buch habe ich immer wieder mal auf Goodreads gesehen, war mir aber nie so sicher, ob ich es lesen will. So richtig habe ich es gar nicht wahrgenommen. Dann war ich in Krakau und hab dort einen ziemlich süßen Buchladen gefunden. Und dort fand ich dieses Buch und irgendwie hörte es sich doch ganz gut an. Also: gekauft!

Quelle: Verlag
Ich war diesen September mal wieder in Prag. Ihr wisst alle: Ich LIEBE Prag. Prag ist einfach großartig. Für mich war vor allem das Kafka-Museum interessant. Wunderts wen? Ich studiere Literaturwissenschaft! Und in einem ziemlich coolen, sehr alt aussehenden Buchladen kaufte ich mir die Erzählungen Kafkas, gesammelt in einem Werk. Brauche ich sowieso fürs Studium!

Quelle: Verlag
Dieses Buch habe ich ebenfalls erstmals auf Goodreads gesehen. Ich wollte es unbedingt lesen, dachte aber, dass ich auf die deutsche Übersetzung warten würde. Dann habe ich es aber in Zilina, der drittgrößten Stadt der Slowakei, gesehen. Dort habe ich für einige Monate gelebt und gearbeitet und da ich sowieso gerade in der Nähe war, hab ich aus einem Anflug von Melancholie beschlossen, "meinen" Buchladen dort zu besuchen. Aka der einzige, der englische Bücher verkauft. Und dort habe ich dieses Buch gesehen und gleich gekauft.

Quelle: Verlag
Dieses Buch wollte ich sehr gerne lesen, deswegen habe ich mich auch auf ein Rezensionsexemplar beworben. Ich war mir nicht sicher, ob ich eines bekomme, denn gerade bei so beliebten und so stark beworbenen Büchern, geht man als Bloggerin oft leer aus. Da ist dann einfach das Kontingent sehr schnell aus und ich muss zugeben, ich habe nicht alle Erscheinungstermine im Auge und frage die meisten Bücher erst spät an. Umso überraschter und glücklicher war ich darüber, dass ich dieses Buch tatsächlich zur Verfügung gestellt bekam! Vielen, vielen Dank, ich freue mich!

Quelle: Verlag
Auch dieses Buch befand sich auf meiner Rezensionsexemplar-Wunschliste. Und auch diesen Wunsch bekam ich erfüllt. Das Cover finde ich einfach unglaublich großartig! Seht es euch an! Ist es nicht toll? Vielen Dank an den Verlag!

Quelle: Verlag
Diesen Gedichtsband habe ich in derselben Buchhandlung gefunden, wie auch die Erzählungen von Kafka. Wirklich, dieser Laden! Das war Liebe auf den ersten Blick! Geht also, wenn ihr in Prag seid, auf jeden Fall zu diesem einen Buchladen in der Nähe des Kafkamuseums! Von außen sieht er winzig aus, aber der hat zwei Stockwerke und ist so, so, so toll!


Quelle: Verlag
Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar. Ich habe große Erwartungen an diesen Thriller! Der Klappentext hört sich nämlich sehr, sehr spannend an. Perfekt geplante Morde, die irgendwie aufgeklärt werden müssen? Ein Wettlauf gegen die Zeit? Das hört sich nach einem Buch an, das mir gefallen könnte.

Quelle: Verlag
Genau da war ich diesen Sommer schon! Seht ihr dieses Cover? Da ist Berlin! Da war ich grade!!! Und ja, ich bin diesen Sommer viel herumgekommen. Auf jeden Fall ist auch dieses Buch ein Rezensionsexemplar! Vielen Dank an den Verlag, ich bin gespannt! Von diesem Autoren habe ich noch nie etwas gelesen oder gehört. Aber er scheint ziemlich bekannt zu sein und bietet unter anderem auch Schreibkurse und so an. Da bin ich wirklich gespannt!


Quelle: Verlag
Diese Geschichte hört sich unglaublich spannend an! Eine Wandlerin, die eigentlich im Wasser sein sollte und an Land strandet? Ich will wirklich gern wissen, was mit ihr passieren wird! Also vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Quelle: Verlag
Dieses Buch habe ich vom Verlag angeboten bekommen. Die Ameisenfrau ist ein Wissenschaftsthriller. Für mich ist das ziemliches Neuland, denn besonders viele Wissenschaftsthriller habe ich noch nicht gelesen. Umso spannender für mich! Vielen lieben Dank an den Verlag!

Quelle: Verlag
Auch das letzte Buch auf dieser Liste ist ein Rezensionsexemplar. Von Bastei Lübbe! Ich finde die Krimis von diesem Verlag meistens total spannend, deswegen habe ich sehr große Erwartungen! Ich freue mich schon aufs Lesen!

Wie siehts bei euch aus? Irgendwelche Neuzugänge, die ihr mir besonders empfehlen wollt? Kennt ihr eines dieser Bücher schon? Lasst es mich auf jeden Fall wissen! Ich freue mich darauf, mit euch zu plaudern!

Samstag, 28. September 2019

Leseglück - 99 Bücher, die gute Laune machen

Autorin: Florian Valerius und Mareike Fallwickl
Erschienen am 23.8.2019
Im arsEdition
ISBN: 9783845831879
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zu den Autoren:
"Für das Schreiben geboren: Mareike Fallwickl wurde 1983 in Hallein bei Salzburg geboren und studierte Allgemeine und Historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft in Salzburg. Seit 2008 arbeitet sie als freie Lektorin, Texterin und Konzeptionistin.
Schon als Kind entdeckte sie ihr Faible für Sprache und verschlang Bücher über Bücher, inzwischen sind es 100 pro Jahr. Darüber hinaus bloggt sie seit 2009 in ihrem Literaturblog „Bücherwurmloch“. 2017 war sie zum ersten Mal offizielle Bloggerin des Deutschen Buchpreises und zum zweiten Mal Jurorin für den Blogbuster – einem Preis für literarische Nachwuchstalente ohne Verlagsvertrag.
Irgendwann entschied sie sich, nicht mehr nur rezensieren und lektorieren zu wollen, sondern griff selbst zu Papier und Stift. Dass ihr das Schreiben im Blut liegt, war schon früh klar. Ihre Deutschlehrerin bat sie, kürzere Hausaufgaben zu verfassen, da sie nicht so viel Zeit hätte, dies alles zu korrigieren.
Austoben konnte sich Mareike Fallwickl Jahre später in ihrem Romandebüt „Auf Touren“ (2012), ein erotischer Roman, der durch Salzburgs Straßen führt. Für ihren zweiten Roman „Dunkelgrün fast schwarz“ erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Bundeskanzleramts der Republik Österreich.

Florian Valerius hat seinen eigenen Weg gefunden, Menschen zum Lesen zu bringen. 2016 hat er Instagram für sich entdeckt und wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem der erfolgreichsten Buchblogger Deutschlands – als @literarischernerd nutzt er #bookstagram als modernen und authentischen Weg, um Menschen und Literatur zusammenzubringen. Ob Kinderbuch, Klassiker, Bestseller oder zeitgenössische Literatur – er setzt sich kritisch damit auseinander und inspiriert Tausende von Menschen. 2017 wurde er dafür mit dem ersten Buchblog-Award ausgezeichnet. Seine Leidenschaft lebt er in der analogen Welt seit vielen Jahren als Buchhändler in Trier. #makereadingsexyagain"
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Glücksmomente verschenken

Eine originelle Geschenkidee für Lesehungrige und Bücherfreunde, für Freundin, Freund, Schwester, Mutter, Vater und die ganze Familie. Ein besonderes Geschenk und eine unbedingte Leseempfehlung für Menschen, die Bücher lieben. Mit einem Satz: Das Buchgeschenk für begeisterte Leser und solche, die es werden wollen.

• Glückliche Leser: Die schönsten Geschichten, die ein gutes Buch bieten kann, multipliziert mit 99 ergibt Leseglück
• Lesenswerte Tipps: Buchempfehlungen, die zum Weiterlesen anregen
• Das richtige Geschenk für Bücherliebhaber: Ein wunderbares Buch über wunderbare Bücher
• Übersichtliche Aufteilung: Schnell das passende Buch für die aktuelle Stimmungslage finden
• Buchbesprechungen vom Experten: Die Auswahl ist zusammengestellt von einem Buchhändler und Buchblogger
• Handliches Format: Passt in jede Tasche, damit Sie beim Bücherkauf die Tipps schnell bei der Hand haben

Lesen macht glücklich

Sie sind ständig auf Achse? Der stressige Alltag lässt Sie nicht zur Ruhe kommen? Dann ist es höchste Zeit für ein bisschen Leseglück. Setzen Sie sich gemütlich auf Ihr Sofa und nehmen einmal wieder ein gutes Buch in die Hand. Denn eines steht fest: Lesen ist eine wundervolle Therapie und macht einfach rundum glücklich. Falls Sie nicht wissen, welche Geschichte zu Ihrer Stimmung passt, lassen Sie sich von den 99 Tipps und Textausschnitten in „Leseglück“ inspirieren. Hier finden Sie für jede Schieflage und jeden guten Moment im Leben eine Anregung, die Lust zum Weiterlesen macht.

Lesestoff für die Bucket List

Fangen Sie wieder an, die Magie des Lesens zu entdecken. Statt schlechte Laune zu pflegen, greifen Sie zu dieser kleinen Sammlung guter Schmöker, die eine humorvolle Liebeserklärung an das Lesen mit Ideen für Ihre Wunschliste vereint. Das kleine Buch hilft dabei, alte Schätze und Klassiker in Ihren Regalen wiederzuentdecken und mit aktuellen Neuerscheinungen und Bestsellern Ihren literarischen Horizont zu erweitern. Die übersichtliche Einteilung nach der jeweiligen Gemütsverfassung lässt Sie genau die Seiten finden, die Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Genießen Sie den Spaß am Lesen und die Vorfreude auf weiteres Leseglück!"
Quelle: Verlag 

Meine Meinung:
Vorgestern haben wir uns mit "Nervenkitzel" beschäftigt - heut gehts dann gleich weiter mit "Leseglück"! Wie ihr vielleicht schon am Cover und am ähnlich gestalteten Klappentext erkannt habt, handelt es sich dabei um zwei Bücher aus der gleichen Reihe. Trotzdem sind beide Bücher einzigartig und auf keinen Fall austauschbar.

Was dieses Buch auf jeden Fall vom anderen abhebt, ist, dass die Gestaltung der Lesetipps eine andere ist. Die einzelnen Tipps sind viel kürzer gehalten. Während die Buchvorstellungen in "Nervenkitzel" meist mindestens eine Seite lang waren, waren sie hier nur selten länger als eine halbe Seite lang. Das fand ich persönlich angenehmer. Die freien Seiten, die dadurch entstanden, wurden für Zitate genutzt, für Bestenlisten, für Musikempfehlungen. Und wieder fand ich es total schade, dass ich nur ein eBook davon hatte. Spätestens bei der Seite "Buchcover zum Selbstgestalten" hätte ich am liebsten zu ein paar bunten Stiften gegriffen. Gleiches gilt für die Listen zum Selbstausfüllen: Was sind deine Lieblingslieder zum Thema Freundschaft? (Schwer, weil ich eigentlich nur Liebeslieder höre. Und NEIN, nicht die kitschigen, sondern die schnellen! Zum Beispiel die von American Authors!) Was ist dein liebster Leseort? (Mein roter Ohrensessel, wenn nicht grade die Katze darauf schläft. Sonst definitiv die Couch im Wohnzimmer.) Was ist dein liebstes Lesegetränk? (Vanille-Schwarztee mit einem Schuss Milch oder Pfefferminztee aus eigenem Anbau.) Hier war der Drang, alles auszufüllen, noch viel stärker als bei "Nervenkitzel"! Also auf gar keinen Fall als eBook kaufen!

Die Tipps fand ich wieder sehr spannend zum Lesen, allerdings sind hier nicht ganz so viele Bücher auf meiner Wunschliste gelandet. Acht Bücher sind neu dazugekommen, drei standen schon davor auf meiner Wunschliste, ein paar weitere hab ich schon gelesen. Wie auch schon bei "Nervenkitzel" habe ich nicht alle der Empfehlungen komplett gelesen. Hier waren es sogar um einige weniger, die ich mir komplett durchgelesen habe. Ich bin zum Beispiel kein wirklicher Fan von schwarzem Humor, dem hier ein ganzes Kapitel gewidmet war. Genauso bin ich auch bei Liebesgeschichten (denen hier nicht nur ein Kapitel gewidmet war!) immer eher kritisch. Da ich an diesen Büchern also keinen besonderen Bedarf habe, habe ich da also gar nicht wirklich aufmerksam gelesen, sondern nur drüber geblättert. Sollte ich allerdings mal ein Geschenk aus dieser Sparte brauchen, kann ich mir gut vorstellen, dass ich das Büchlein dazu befragen werde.

Mein Fazit? Sehr süßes Buch! Super nette Geschenksidee, die ich wahrscheinlich auch selbst mal verschenken werde!

Donnerstag, 26. September 2019

Nervenkitzel - 99 Krimis, die unter die Haut gehen

Autorin: Miriam Semrau
Erschienen am  23.8.2019
Im arsEdition Verlag
ISBN: 9783845831886
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zur Autorin:
"Miriam Semrau, Jahrgang ´71, liest und liebt von Kindesbeinen an spannende Geschichten. Seit Jahren empfiehlt sie Krimis, Thriller und Noirs in ihrer Sendung „Krimi mit Mimi“ in hr2 kultur und auf ihrem Blog krimimimi.com. Zusätzlich moderiert sie Lesungen, unter anderem bei den Krimifestivals in Hamburg, Lüneburg und Braunschweig. Ihr Alias „Krimimimi“ ist bei ihr Programm, denn ohne Krimi geht diese Mimi wirklich nie ins Bett."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Spannung und Abenteuer verschenken

Eine originelle Geschenkidee für lesehungrige Krimifans und Bücherfreunde, für Freundin, Freund, Schwester, Mutter, Vater und die ganze Familie. Ein besonderes Geschenk und eine unbedingte Leseempfehlung für Menschen, die Krimis lieben. Mit einem Satz: Das Buchgeschenk für begeisterte Krimileser und solche, die es werden wollen.

• Hoher Gruselfaktor: Die spannendsten Geschichten, die ein guter Krimi bieten kann, multipliziert mit 99 ergibt Nervenkitzel
• Buchrezensionen von der Expertin: Die Auswahl ist zusammengestellt von "Krimimimi", einer Krimikennerin und Bloggerin
• Übersichtliche Aufteilung: Schnell den passenden Schmöker finden, sei es Krimi, Detektivroman, Abenteuerroman oder Thriller
• Kriminell gute Tipps: Buchempfehlungen und Leseproben, die zum Weiterlesen anregen
• Das richtige Geschenk für Liebhaber des Genres: Ein wunderbares Buch über einzigartige Krimis
• Handliches Format: Passt in jede Tasche, damit Sie beim Bücherkauf die Lesetipps schnell bei der Hand haben

Gute Unterhaltung garantiert

Sie sind ständig auf Achse? Der stressige Alltag lässt Sie nicht zur Ruhe kommen? Dann ist es höchste Zeit für ein bisschen Ablenkung. Setzen Sie sich gemütlich auf Ihr Sofa und nehmen einmal wieder einen soliden Kriminalroman oder einen grusligen Thriller in die Hand. Denn eines steht fest: Lesen ist eine wundervolle Therapie; es entspannt und lenkt ab. Falls Sie nicht wissen, welcher Kriminalfall zu Ihrer Stimmung passt, lassen Sie sich von den 99 Tipps und Textausschnitten in „Nervenkitzel“ inspirieren. Hier finden Sie für jede Schieflage und jeden Moment im Leben eine Anregung, die Lust zum Weiterlesen macht.

Lesestoff für die Bucket List

Fangen Sie wieder an, die Magie des Lesens zu entdecken. Statt schlechte Laune zu pflegen, greifen Sie zu dieser kleinen Sammlung guter Kriminalgeschichten, die eine Liebeserklärung an das Genre mit Ideen für Ihre Wunschliste vereint. Das kleine Buch hilft dabei, alte Schätze und Klassiker in Ihren Regalen wiederzuentdecken und mit aktuellen Neuerscheinungen Ihren literarischen Horizont zu erweitern. Die übersichtliche Einteilung lässt Sie genau die Seiten finden, die Ihnen ein Lächeln ins Gesicht oder die Gänsehaut in den Nacken zaubern. Genießen Sie den Spaß am Lesen und die Vorfreude auf weiteren Nervenkitzel!"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Dieses Buch kam mir vor, wie ein Blog in Buchform. Ich denke, dass das der beste Vergleich ist. Die Autorin stellt ihre Favorite vor und erklärt auf einer oder zwei Seiten, warum man dieses Buch dringend lesen sollte. Meist mit einer kurzen Erklärung zum Inhalt, manchmal mit Textausschnitten. Ergänzt wird das durch einzelne Seiten zum Selbstausfüllen: Welchen Krimi sollte jeder gelesen haben? Wie werden die Genres eingeteilt und durch was unterscheiden sie sich? Was ist meine Lieblingskrimibuchhandlung? (Gibt es sowas wirklich?!) Bei diesen Seiten fand ich es wirklich schade, dass ich nur das eBook habe, denn da kann ich wohl nur schlecht die Seiten ausfüllen.

Die Innengestaltung des Buches fand ich insgesamt sehr schön. Gearbeitet wurde mit verschiedenen Schriftarten und -größen und außerdem mit süßen kleinen Kritzeleien. Außerdem wurde bei manchen Büchern das Cover eingefügt, was es um einiges einfacher machte, es auf Goodreads wiederzufinden und meistens auch eine Landkarte, auf der markiert wurde, wo dieses Buch spielt. Das fand ich besonders spannend, denn so wurde wirklich sichtbar, dass sich die Autorin Mühe gegeben hat, möglichst Krimis aus aller Welt zu präsentieren. Ergänzend dazu wäre es vielleicht spannend gewesen, eine Weltkarte einzubauen, auf der dann alle Bücher eingezeichnet sind. Allerdings wäre das dann gerade als eBook vielleicht doch eher etwas unübersichtlich.

Überraschenderweise kannte ich bei weitem nicht alle der hier vorgestellten Bücher. "In der Finsternis" kannte ich und "Blackout" von Marc Elsberg und wenn mir das neue Buch von Marc Raabe gefällt, dann werde ich das hier vorgestellte vielleicht auch noch lesen. Ein paar AutorInnen fehlten mir aber, die ich der Autorin dringend ans Herz legen möchte: Ursula Poznanski, Melanie Raabe und Harlan Coben. Also, liebe Frau Semrau, falls sie jemals auf meinen Blog und meine Rezension stoßen: Schreiben Sie diese AutorInnen auf Ihre Liste!

Wie oben schon beschrieben, war dieses Buch für mich irgendwie wie eine Art von Blog. Genauso wie bei einem Blog habe ich also nicht alle Rezensionen gleich aufmerksam gelesen. Bei manchen war das nur der erste Satz, bei manchen nur der Titel, bei manchen alles und anschließend noch die Rezensionen und der offizielle Klappentext auf Goodreads. 41 neue Bücher sind so auf meiner Wunschliste gelandet. Gut, dass also schon in 3 Monaten Weihnachten ist. Und gut, dass die Bücherei den Großteil der Krimis im Haus hat. MUHAHAHAHA!

Mein Fazit? Für Krimileser auf jeden Fall ein süßes Geschenk.

Dienstag, 24. September 2019

Schmutzige Seelen

Autor: Mark Franley
Erschienen am 27.08.2019
Im Edition M Verlag
ISBN: 9782919807512
Rezensionsexemplar: Ja



Zum Autoren:
"1972 in Nürnberg geboren, ist Mark Franley bis heute seiner Heimat treu geblieben. Inspiriert durch die lange und oftmals auch dunkle Geschichte seiner Stadt, wird diese zur perfekten Kulisse für das, was einen guten Psychothriller ausmacht. Die Eigenschaft mit offenen Augen durch die Welt zu laufen, spiegelt sich in all seinen Geschichten wieder und erklärt sicherlich auch den Erfolg, von bisher über 750.000 verkauften eBooks. Immer wieder finden sich gesellschaftliche Themen, geschickt eingebettet in fiktive Geschichten, und regen so zum Nachdenken an. Einige kurze, prägnante Sätze genügen, um den Leser in eine andere Welt zu holen und ihn dort festzuhalten. Spannung ist in jedem Fall garantiert!"
Quelle: Verlag

Klappentext:
" Nichts für schwache Nerven: Der Auftakt zur packenden Thriller-Reihe von Bestsellerautor Mark Franley.

Eine junge Frau, mit einem Drahtseil um den Hals, zielt auf ihren eigenen Vater. Er hat ebenfalls eine Waffe in der Hand. Einer der beiden stirbt auf grausame Weise. Der Anblick ist selbst für die unerschrockene Oberkommissarin Eva Lange zu viel.

Unerwartet bekommt Eva Unterstützung von dem exzentrischen Sonderermittler Ruben Hattinger. Ruben hat sich mit seiner Beobachtungsgabe und zahlreichen Ermittlungserfolgen einen Namen gemacht, Teamfähigkeit zählt aber nicht zu seinen Stärken. Trotz einer ersten Festnahme gehen die bizarren Hinrichtungen weiter, und für die beiden Ermittler beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Nicht für schwache Nerven? Wie recht du hast, mein lieber Klappentext! Dieser Thriller kann sich wirklich sehen lassen. Aber nicht nur wegen Szenen, die selbst am stärksten Nervenkostüm zerren.


Beispielsweise auch wegen der Hauptigur: Ruben Hattinger fand ich total spannend. Er kommt mit Menschen nicht ganz so gut zurecht und erinnerte mich in seinem Verhalten stellenweise an Sherlock Holmes aus der BBC-Serie, nur dass Ruben um einiges sympathischer war. Er sieht Details, die sonst keinem auffallen. Innerhalb von Sekunden weiß er, ob jemand im Haus ist oder eben nicht. Oder er spricht mit einem Verdächtigen und weiß sofort, dass er angelogen wird. Die meisten anderen Figuren waren scheinbar ganz normale Menschen - und Ruben sieht sie sich an und weiß sofort, dass da etwas nicht passt. Ich war einfach nur fasziniert. Einfach nur spannend!
Eva ist die zweite Hauptfigur. Sie ging leider neben Ruben etwas unter. Vor kurzem hat ihre beste Freundin ihr ihren Freund ausgespannt und sie ist immer noch total fertig davon. Trotzdem gibt sie ihr bestes, um sich davon nicht davon beeinflussen zu lassen. Immerhin ist sie in der Polizei in ihrem Dorf ein sehr hohes Tier und wenn sie sich gehen lässt, dann würde das das ganze Dorf negativ beeinflussen. Und dann ist da noch die Szene, die im Klappentext beschrieben wurde: Die Tochter eines Kollegen ist verschwunden und plötzlich stehen sich die beiden gegenüber und haben eine Waffe aufeinander gerichtet. Wer von den beiden stirbt, werde ich hier nicht verraten, aber: Das ist erst der Anfang. Und wie das so in einem Dorf halt ist, kennt jeder jeden. Eva kennt also auch fast jeden der Betroffenen! Sie war also von so gut wie jedem Todesfall persönlich betroffen, da sie jedes Opfer zumindest aus zweiter Hand kannte.

Die Geschichte selbst war auch spannend. Zumindest einen Teil der Täter habe ich sehr schnell identifiziert. Allerdings war ich mir dann bis zum offiziellen Geständnis auf der letzten Seite dann doch nicht mehr so sicher. Immerhin konnte ich bei Gott kein Motiv finden. Am Ende gab es dann natürlich ein passendes Motiv, das total Sinn machte, aber bis dahin? Kein Plan! Und ja, diese Geschichte ist wirklich nicht für schwache Nerven geeignet. Ich habe schon hunderte Krimis und Thriller gelesen - und trotzdem musste dieses Buch immer mal wieder weglegen, weil ich einfach eine Pause brauchte. Manche der Kapitel waren wirklich, wirklich, wirklich blutrünstig. So viele Details! Stellenweise wurde mir sogar übel.

Der Schreibstil traf genau meinen Geschmack. Die richtige Mischung aus ernst und nicht-ganz-so-ernst, grausam und entspannend wurde hier erreicht. Das Lesen hat mir viel Freude bereitet. Die meiste Zeit konnte und wollte ich es gar nicht aus der Hand legen.

Mein Fazit? Ein wirklich tolles Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern konnte.