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| Quelle: Verlag |
Katherine Campbell ist eine von sehr wenigen menschlichen Studentinnen an der Darkthorn Universität – und sie hasst Vampire. Nicht unbedingt ideal an einer Universität, wo es vor Vampiren, Werwölfen und ähnlichen Wesen nur so wimmelt. Doch als sie dann versucht, ein Zauberbuch zu stehlen, ist sie plötzlich auf Vampire angewiesen. Denn sie entfesselt einen gefährlichen Fluch, der nur dadurch im Zaum gehalten werden kann, wenn Chef-Bibliothekar Ethan Hawthorn sie regelmäßig beißt. Und das ist nur mehr in Ehen legal.
Also werden die beiden blitzschnell verheiratet, ohne Rücksicht auf gegenseitige Sympathien, und ein ständiges Seilziehen beginnt. Kann diese Ehe funktionieren?
Kurze Antwort: Nein! Sollte sie nicht! Dürfte sie nicht! Ich konnte diese Beziehung nicht ausstehen und ich weiß echt nicht, warum zur Hölle diese beiden Figuren ein gemeinsames Happy End bekommen haben. Und ich verstehe beim besten Willen nicht, warum die Beziehung bei allen anderen Figuren, Kreaturen und Mächten SO GUT ankommt, wie sie es in diesem Buch tut.
Katherine Campbell hält sich selbst für sehr intelligent, aber ist trotzdem in jedem Kapitel wieder davon überrascht, dass ihr Handeln Konsequenzen haben könnte. Sie ist ein Mensch ohne irgendwelche magischen Talente - trotzdem überschätzt sie sich selbst immer und immer wieder. Denn wie kann es jemand wagen, ihr zu vorzuschreiben, welche Talente sie hat oder nicht hat? Das wär ja noch schöner!
Und statt dann Verantwortung zu übernehmen, wenn mal wieder etwas schiefgeht, sieht sie sich selbst lieber als Opfer und versucht, gegen Ethan und alle anderen Figuren zu rebellieren, indem sie einfach wirklich unfreundlich zu allen ist. Dabei scheint sie zu vergessen: Schuld an ihrer Situation ist nun mal vor allem sie selbst. Denn wenn sie auch nur einmal kurz nachdenken würde statt nur davon auszugehen, dass sie aufgrund ihrer Menschlichkeit diskriminiert wird, dann würde keine dieser Situationen passieren.
Mitleid braucht man mit Ethan aber trotzdem nicht zu haben. Immerhin beweist er Seite für Seite wieder, dass er nicht in der Lage dazu ist, sinnvoll zu kommunizieren oder mit seinen Emotionen erwachsen umzugehen. Auch wird er Katherine gegenüber handgreiflich und würgt sie. Aber natürlich findet sie das heiß. Auch sonst war das Thema Consent hier immer wieder ein Problem. Aber auch das findet sie natürlich gut. Meiner Meinung nach ist das einfach nur problematisch, gerade da das hier ein Buch ist, das sich selbst als „witzig“ vermarktet. Auch in Liebesromanen kann und muss toxisches und gewalttätiges Verhalten als solches reflektiert werden. Natürlich, es gibt auch Dark Romance - aber diese wird dann als solche vermarktet. Leser*innen wissen, was sie dort erwartet. Wenn so ein Verhalten aber einfach als gegeben in einer ROM-COM angenommen wird, dann trägt dieses Buch zu einer Normalisierung von Gewalt gegen Frauen bei.
Dieses Buch hätte eine wunderbare RomCom in düsterem Setting werden können. Mich hat das Buch aber leider nicht abgeholt. Daher auch keine Leseempfehlung.

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