Freitag, 14. Dezember 2018

Amphitruo

Autor: T. Maccius Plautus
Übersetzt aus dem Lateinischen von Jürgen Blänsdorf
Geschrieben um ??? - laut aktueller Forschungen im 2. Jahrhundert nach Christus
Meine Version wurde vom Reclam Verlag herausgegeben



Meine Meinung:
Es ist wirklich überraschend, wie unterhaltsam ein Stück sein kann, das im 2. Jahrhundert nach Christus geschrieben wurde. Ich hatte lateinische Texte als sehr trocken, langweilig und vor allem unglaublich kompliziert in Erinnerung - so wurden sie mir zumindest im Lateinunterricht vermittelt. Deswegen war ich auch anfangs nicht wirklich begeistert davon für mein Studium ein Buch lesen zu müssen, das nur als Lateinisch-Deutsche-Version zu bekommen war. Auf der rechten Seite ist also immer der deutsche Text, auf der linken das lateinische Original. Und so geht das 100 Seiten lang - je 50 Seiten Latein, 50 Seiten Deutsch. Aber tja, das sind wohl Opfer, die man bei für sein Studium bringen muss.
Ich ging also mit keiner besonders großen Motivation an dieses Buch ran - und dann begann ich zu lesen. Allein schon der Startmonolog von Mercur (so geschrieben) brachte mich zum Schmunzeln. Ich fand dieses Buch unglaublich unterhaltsam und war überrascht, wie wenig sich der Humor bis in die Gegenwart verändert hat. Würde man dieses Stück heute auf die Bühne bringen, würde sich das Publikum wohl immer noch amüsieren, wie damals im alten Rom.
Was lernen wir (ich) also daraus? Beurteile ein Buch nicht nach seinem Ersterscheinungsjahr! Sonst geht die ein oder andere großartige Lektüre einfach verloren.

The future is female - Was Frauen über Feminismus denken (Kurzrezension)

Herausgeberin: Scarlett Curtis
Erschienen am 8. Oktober 2018
Im Goldmann Verlag
Übersetzt von Antje Althans, Katrin Harlaß, Elke Link, Kristin Lohmann, Johanna Ott, Sophie Zeitz

Quelle: lovelybooks.de

Meine Meinung:
Prinzipiell muss ich sagen, dass ich mit sehr hohen Erwartungen an dieses Buch gegangen bin. Ich halte mich selbst für eine Feministin, deswegen war ich sehr gespannt, wie dieses Buch aufgebaut sein würde. Nun, jetzt kann ich es euch verraten: Es handelt es sich hierbei um eine Ansammlung von kleineren  (und ein, zwei größere) Aufsätze von verschiedenen Autorinnen, die präsentieren, was Feminismus für sie bedeutet und was sie gerne (vor allem jungen) Leserinnen wissen lassen möchten. Das deckt eine ziemlich breite Bandbreite ab: Von einem Kapitel aus der Sicht von Bridget Jones, über eine kurze Geschichte des Feminismus bis hin zu Leselisten, Playlists und "Zehn Arten, die Frauen in deinem Leben zu unterstützen" ist alles dabei. Alles von unterschiedlichen Autorinnen geschrieben. Das bedeutet natürlich auch, dass sich die Qualität der Texte unterscheidet. Es gab Texte, die ich mit großer Freude verschlang - aber leider auch Texte, die es leider überhaupt nicht schafften, sich von der Masse abzuheben oder die mir sogar negativ auffielen. Viele der Texte konnte ich nicht auseinander halten, da sie einfach nichts besonderes waren.
Was ist also mein Fazit zu diesem Buch? Ist schon in Ordnung, mein nächstes Lieblingsbuch wird es aber nicht.

Montag, 21. Mai 2018

Höhenrauschsaison [eBook]

Autorin: Meredith Winter
Erschienen am 16. April 2018
Im Sommerburg Verlag
ISBN:  9783981872248

Quelle: lovelybooks.de


Zur Autorin:
Meredith Winter kommt aus Lüneburg. Sie ist gelernte Ernährungsberaterin und alleinerziehende Mutter von drei Kindern.

Zum Inhalt: 
Clementine ist Ärztin. Sie betreut eine Gruppe Bergsteiger, die den höchsten Berg der Welt besteigen wollen: Den Mount Everest! Dieser Berg fordert jedes Jahr Todesopfer - sie soll helfen, die Zahl so gering wie möglich zu halten. Mit dabei in der Gruppe: Ein Auftragskiller. Er soll Clementines Zwillingsschwester ermorden: Blöd nur, dass die schon tot ist und ihre Stelle am Mount Everest nie angetreten hat...

Mein Kommentar: 
Das ist das zweite Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe. Beide hat sie mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt: Danke dafür! :)

Gleich zu Beginn: Das Buch war genauso unterhaltsam wie das letzte der Autorin. Die Lektüre war leicht und perfekt für entspannte Nachmittage am See.
Zwar zog sich der Beginn etwas, doch sobald die zwei Protagonisten dann endlich aufeinandertrafen, wurde das Ganze spannend. Auf der einen Seite, zogen sich die zwei an wie Magneten, auf der anderen Seite war ständig das wissen, dass er ein Mörder ist. Zur Spannung trugen auch die Sichtwechsel bei. Man bemerkte, wie Alexej langsam aber sicher auftaute und sich immer mehr von seinem alten Ich entfernte. Auch erfuhr man, wie er überhaupt auf die schiefe Bahn gekommen war. Diese Stelle hat mir fast schon ein paar Tränchen entlockt.
Auch Clementine fand ich erfrischend und musste über ihren Sturkopf und ihre Weltansicht immer wieder lachen oder zumindest lächeln. 

Leider bin ich Buchbloggerin und muss deswegen auch kritisieren, was mir nicht gefallen hat. Der Großteil war bei diesem Buch Gott-sei-Dank eher nebensächlich. Gestört hat mich vor allem der ständige Sichtwechsel. Ich weiß, dass das ironisch ist - immerhin habe ich diese einen Absatz lobend hervorgehoben. Trotzdem erschienen mir die Sichtwechsel teils fast überflüssig und die einzelnen Passagen zu kurz. Zwar lernte man dadurch die Figuren wirklich, wirklich gut kennen, aber ich frage mich trotzdem, ob man das nicht anders hätte lösen können? Sei es durch längere Einzelpassagen oder durch weniger häufige Wechsel. Oder zumindest keinem Sichtwechsel innerhalb der Kapitel?

[Achtung, Spoiler!]

Einen weiteren  Kritikpunkt habe ich noch anzubringen, danach bin ich ruhig -Versprochen! Und zwar war für mich die Logik in der Welt des Buches nicht immer ganz vorhanden. Ich spreche nicht von den Figuren und der Geschichte insgesamt, aber bei einer Passage geriet ich wirklich ins Stocken. In dieser stellte sich heruas, dass Clementine und Alexej belogen worden waren. Eva war lebendig und Alexej hatte einen falschen Auftrag erhalten und sollte eigentlich "nur" Drogen schmuggeln. Das erschien mir doch etwas weit hergeholt. Das Drogenversteck ist zwar wirklich kreativ, aber ob jemand dafür das Leben seines besten Auftragskillers aufs Spiel setzen würde und das eines zweiten, der das ganze überwacht, noch dazu? Da bin ich mir nicht wirklich sicher...

Benotung:
Hier die Definition der Noten:
1: Wirklich, wirklich gut
2: Gut
3: Durchschnitt, nichts wirklich besonderes
4: Hat mir nicht gepasst.
5: Habe das Buch an die Wand geworfen
Schreibstil: 1
Handlung: 1-2
Protagonisten: 2
Logik: 3-4
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Gesamtnote: 2

Erster Satz:
Blick. Es ist dieser Blick, welcher mich dazu treibt, das zu tun, was wohlerzogene Damen nicht tun.

Vielen, vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!