Dienstag, 30. Mai 2023

Galatea [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Madeline Miller ist total beliebt. Die Menschen in meiner Umgebung lieben ihre Bücher. Und ich? Ich hab noch gar nichts von ihr gelesen. Beziehungsweise: Ich hatte noch nichts von ihr gelesen. Es gibt nicht mal irgendeinen richtigen Grund dafür. Ich kam einfach lange nicht dazu und dann war Madeleine Miller schon so beliebt, dass ich ihre Bücher nicht mehr anrühren wollte, weil sonst Leute von mir erwarten würden, dass ich die Bücher ebenfalls lieben werde, was ich aber nie versprechen kann. Dann habe ich aber diese Kurzgeschichte in der Buchhandlung gefunden und die hat mich neugierig genug gemacht, dass ich das Büchlein dann gekauft habe.

Es geht hier um die Pygmalion-Sage. Pygmalion ist ein ziemlich unsympathischer Künstler, der von der sexuellen Freizügigkeit mancher Frauen so schockiert ist, dass er der Liebe für immer abschwört und zum Frauenfeind wird. Doch dann schafft er es, die perfekte Statue zu erschaffen. Er nennt sie Galatea und verliebt sich unsterblich in sie und je nachdem, wen ihr fragt, hat er auch Sex mit dieser Statue. Die Götter lassen dann Galatea lebendig werden und die beiden leben glücklich bis an ihr Lebensende. Naja, dem widerspricht Miller. Laut ist seitdem über ein Jahrzehnt vergangen und Galatea lebt in einem Krankenhaus, in dem Pygmalion sie weggesperrt hat, da sie halt leider doch nicht seinen viel zu hohen Erwartungen entspricht. Nachdem sie ihnen erzählt hat, dass sie mal eine Statue war, halten sie auch die Ärzte für verrückt. Ihr einziger Gast ist Pygmalion, der sie zwar nicht mehr als Teil seines Lebens haben möchte, aber trotzdem eine Art seltsamen Fetisch für die Tatsache entwickelt hat, dass sie eine zum Leben erwachte Statue ist. In diesem Buch geht es um Galateas bisheriges Leben, darum, wie sie im Krankenhaus gelandet ist und darum, wie es jetzt für sie weitergeht.

Ich war mit dieser Geschichte recht schnell durch und fand sie eigentlich auch ganz spannend. Die Kurzgeschichte ist vollgepackt mit Spannung, was immer schon eine gute Ausgangssituation ist. Ich muss aber ehrlich gestehen, dass ich mit dem hier verwendeten Ausdruck so meine Probleme hatte. Ich mag schöne Sprache, blumige Sprache, und hätte damit gerechnet, so eine Art der Sprache hier vorzufinden. Die Verwendung von Worten wie "ficken" hat mich dann doch eher überrascht und das nicht unbedingt auf eine positive Art. Für mich macht sowas viel kaputt und das finde ich sehr schade - vor allem halt auch, weil Millers Schreibstil so häufig gelobt wird.

Mein Fazit? Diese Geschichte hielt ich leider nur für mittelmäßig. Ich glaube deswegen, dass ich die anderen Texte der Autorin wohl auch weiter nicht lesen werde. Schade.

Samstag, 27. Mai 2023

Meine liebsten Buchzitate #115

1. "Das Kaufhaus der Träume" von Lee Mi-ye, Seite 103

"Reiseziel sagen Sie? Ein Mensch ist aber kein Auto mit Autopilot, in den nur das Ziel einprogrammiert ist. Man muss doch selbst den Motor starten, aufs Gas drücken und auch mal auf die Bremse. So lernt man, wie man lebt, und nur so macht es Spaß. Eine berühmte Autorin zu werden ist nicht alles. Ich will das Drehbuch meines Lebens schreiben, während ich es lebe. Ob ich dabei an einem Strand oder in einer Wüste ende, werde ich erst dort erkennen."

2. "Das Mädchen auf dem Baum" von Sebnem Isigüzel, Seite 17

Die Welt besteht aus Geschichten, sonst wäre sie ja nicht zu ertragen.

3. "Einsteins Hirn" von Franzobel, Seite 7

Dabei ist die Schwerkraft bloß das Heimweh der Dinge, die zurück zu ihrem Ursprung wollen, in einen Zustand gegenseitiger Durchdringung.

4. "Highly Suspicious and Unfairly Cute" von Talia Hibbert, Seite 25

My brain helpfully informs me that I could easily fall and crack my head open and die right now. (My brain, in case I failed to mention this before, is kind of a dick.)

5. "Untouchable" von Talia Hibbert, Seite 167 (Kindle Edition)

Zach: Glad you exist.

Nate: Same.

Dienstag, 23. Mai 2023

Miss Peregrine. La casa dei ragazzi speciali. Il graphic novel [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Leute, ich habe mich endlich, endlich an ein italienisches Buch gewagt. Ich lerne ja seit inzwischen fast zwei Jahren Italienisch an der Uni, davor habe ich in der Hauptschule schon ein bisschen Italienisch gelernt, aber davon nicht besonders viel mitgenommen. So wirklich auf Italienisch zu lesen, das habe ich mich bisher aber nie getraut. Aber irgendwann muss man diesen ersten Schritt wagen - und die Entscheidung, wann dieser erste Schritt sein soll, hat mir meine Professorin abgenommen. Denn wir müssen irgendwann im Laufe des Semesters ein Buch unserer Wahl präsentieren. Ich bin morgen dran (also bitte Daumen halte. Anstrengende Woche. Am Mittwoch präsentiere ich mein Masterthema meiner Seminargruppe. Diese Rezension wird schon etwas früher vorbereitet. Wisst ihr wieviel Gehirnschmalz ich gebraucht habe, um rauszufinden, dass ich Donnerstag in diesem Satz als "morgen" bezeichnen sollte?)

Ich habe mich für dieses Buch aus zwei Gründen entschieden. Erstens, weil es ein Graphic Novel ist und ich gehofft habe, dass mir das hilft, zu verstehen, um was es eigentlich geht. Und zweitens, weil ich den Film dazu bereits kannte und mir dachte, dass das vielleicht hilfreich ist, wenn ich die Handlung bereits kenne. Tja, bei letzterem habe ich definitiv falsch gedacht. Wie weit kann ein Film vom Buch entfernt sein? Hier wurde unglaublich viel geändert! Schauplätze, Figuren wurden gestrichen, verschmolzen oder neu dazuerfunden, zusätzliche Twists wurden eingefügt, die aber gar nicht wirklich nötig gewesen wären, zumindest meiner Meinung nach. Buch und Film unterscheiden sich sehr von einander. Trotzdem würde ich sagen, dass beides seinen Reiz hat. Ich weiß, ungewöhnliche Meinung meinerseits. Hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich den Film bereits vor einer Ewigkeit gesehen und ihn schon gesehen habe, bevor ich das Buch gelesen habe.

Dadurch, dass ich doch noch dabei bin, Italienisch zu lernen, werde ich es mir auf Goodreads und co. verkneifen, eine Sternebewertung zu vergeben. Wenn ich alle paar Worte wieder eine Übersetzung nachschlagen muss, bin ich meiner Meinung nach einfach nicht berechtigt, über Schreibstil oder die Charakterisierung der Figuren zu urteilen. Das wäre dem Buch gegenüber einfach nicht fair. Das einzige, das ich wirklich bewerten kann, ist der Zeichenstil, in dem der Graphic Novel gezeichnet wurde. Der hat mir eigentlich ganz gut gefallen. Hat mich persönlich (als Nicht-Manga-Leserin, also ich entschuldige mich jetzt schon!) irgendwie an den Zeichenstil eines Mangas erinnert. Besonders schön fand ich das Spielen mit den Farben. Teile des Buchs sind in Schwarz-Weiß gehalten, andere sind farbig, und dadurch entsteht meiner Meinung nach eine weitere Erzählebene. Das fand ich toll gemacht.

Mein Fazit? Eine interessante Lektüre für mich. Alles habe ich (noch) nicht verstanden, aber das Buch hat mir trotzdem gut gefallen.