Samstag, 20. April 2019

Zeitrausch-Trilogie [Kurzrezension]

Einzeltitel:
Zeitrausch - Spiel der Vergangenheit
Zeitrausch - Spiel der Zukunft
Zeitrausch - Spiel der Gegenwart

Autorin: Kim Kestner
Erster Band erschien am 29.1.2018
Im Arena Verlag
ISBN 1: 9783401510675
ISBN 2: 9783401510682
ISBN 3: 9783401510699
Rezensionsexemplar: Nein

Quelle: Arena Verlag
Quelle: Arena Verlag
Quelle: Arena Verlag

Klappentext des ersten Bandes:
Nimmst du diese Realität an, Alison Hill?
Es ist der Schock ihres Lebens, als Alison eines Morgens feststellen muss, dass ihr kleiner Bruder verschwunden ist. Mehr noch: Anscheinend hat es ihn nie gegeben! Zumindest nicht in dieser Realität. Alison hält die Fäden ihres eigenen Lebens nicht mehr in der Hand. Man hat sie zu einer Kandidatin der Show „Top The Realities" gemacht. An der Seite des unverschämt gutaussehenden, aber abweisenden Kay ist sie gezwungen, ihre Vergangenheit zu korrigieren, damit ihre eigene Realität wieder hergestellt wird. Und als wäre das nicht genug, entdeckt Alison während ihrer Reise durch die Jahrhunderte, dass Kay sie weit besser kennt, als es möglich sein sollte.

Mein Kommentar:
Super, super spannende Trilogie!
Ich habe den ersten Band des Buches letztes Jahr kurz vor Weihnachten bekommen. Zu Weihnachten stand dann Teil zwei auf meiner Wunschliste. Teil drei besorgte ich nicht mal eine Woche nach Weihnachten. Da seht ihr mal, wie süchtig ich innerhalb kürzester Zeit wurde! Ehrlich, ich habe seit Ewigkeiten keine so süchtigmachende Trilogie mehr gelesen. Teil 2 habe ich an einem einzelnen Nachmittag gelesen. An einem Nachmittag! Einfach nur großartig!

Alison war mir von der ersten Seite weg sympathisch. Ich konnte mich sofort in sie hineinfühlen, eben weil sie so normal ist. Sie ist ein nettes Mädchen, das durch eine Art Game-Show der Zukunft dazu gezwungen wird, um alles zu kämpfen, das sie jemals kannte. Verdammt, plötzlich steckt sie in einer komplett anderen Realität fest und muss irgendwie den Punkt in ihrer Vergangenheit finden, wo ein Fehler dazu geführt hat, dass ihre Realität nicht mehr existiert.
An ihrer Seite ist Kay. Hach, Kay! Der coole Typ, der scheinbar ohne Gefühl ist und auf den ersten Blick keinerlei Problem damit zu haben scheint, durch die Weltgeschichte teleportiert zu werden. Der Typ, der zum (chronologischen, nicht erzählten) Beginn, ein totaler A.......ähm, ich meinte Trottel, ist und erst durch alles, das er durchmachen musste, zum Helden wird, den ich zu lieben gelernt habe. Bei Kay war es um einiges schwieriger mit der Sympathie. Zu Beginn des ersten Bandes hasste ich ihn. Zum Ende des ersten Bandes liebte ich ihn. Zu Beginn des zweiten Bandes liebte ich ihn immer noch. Dann begann ich ihn zu hassen, wirklich, wirklich abgrundtief zu hassen. Dann liebte ich ihn wieder. Hass. Liebe. Hass. Liebe. Nur in Teil 3 blieb diese Achterbahn aus. Da war er einfach nur noch großartig!

Wie ihr vielleicht im letzten Absatz schon gelesen habt, zwingt mich das Buch dazu, zwischen chronologischer und erzählter Reihenfolge zu unterscheiden. Das habe ich mir irgendwann von Alison abgeschaut. Und in diesem Buch ist diese Unterscheidung auch bitter notwendig! Die Protagonisten werden quer durch die Weltgeschichte geschickte - und trotzdem kommt in ihrem Leben die Zeit der Goldsuche in den USA erst nach dem Schulabschluss, den Alison im 21. Jahrhundert machen sollte. Klingt kompliziert, nicht? Ist es teilweise auch. Aber: Die Autorin hat das super gemeistert! Sie erklärt Zeitreisen und vor allem die Problematik von Zeitreise sehr verständlich und gut erklärt.
Was mich besonders begeistert hat, war, dass die Autorin die Entstehung von Paralleluniversen berücksichtigt. Vor allem im dritten Teil wird das klar. Dafür bitte eine Rund Applaus! Ganz ehrlich: Ich hatte die ganze Zeit Angst, dass sie bei sowas einen Fehler machen würde. Insgeheim bin ich nämlich auch ein totaler Fan von diesem Teil der Physik und kenne mich deswegen ein bisschen mit allem aus, das mit Zeitreisen und so zu tun hat. Aber die Autorin hat tatsächlich alle Eventualitäten bedacht. Wirklich alle. Zeitweise dachte ich mir: "Aber was ist mit...?" [füge beliebiges Phänomen/Paradoxon ein, das durch Zeitreisen entstehen könnte] Und tadaaa: Jedes einzelne Mal beschrieb die Autorin dieses Phänomen oder Paradoxon oder zeigte zumindest durch Erwähnung, dass sie auch daran gedacht hat.

Hut ab! Kestner Kim hat mich als Fan gewonnen. Von mir, bekommt sie auf jeden Fall 5 Sterne, 100 von 100 Punkten, den Approved-Stempel.


Freitag, 19. April 2019

Der Pakt - Bis dass der Tod euch scheidet

Autorin: Michelle Richmond
Erschienen am 11.2.2019
Im Diana Verlag
ISBN: 9783453359963
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Randomhouse Verlagsgruppe


Zur Autorin:
Michelle Richmond ist eine US-amerikanische Bestsellerautorin. Sie wuchs in Mobile, Alabama auf und besuchte die dortige Universtität. Ihren Master machte sie in Miami. Sie arbeitete an mehreren Universitäten und Colleges als Gastdozentin. In dieser Zeit gründete sie den Verlag „Fiction Attic Press an San Francisco Journal of Books“. Ihre Karriere als Autorin startete sie mit dem Verfassen von Kurzgeschichten. Ihre Bücher sind mittlerweile weltweite Bestseller, die schon mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. 2007 wurde ihr Buch "The Year of Frog" von der Library Journal zum besten Buch gewählt. Des Weiteren wurde sie für den Grand prix des lectrices de Elle award nominiert und stand auf der Shortlist des San Francisco Chronicles. Sie gewann den Truman Capote Prize, den Palle Rosenkrantz Prize, Graze Palley Prize for Fiction und weitere. Die Autorin lebt heute in North California mit ihrem Mann und ihrem Sohn.
Quelle: lovelybooks.de

Klappentext:
Alice und Jake, ein frisch verheiratetes Ehepaar, jung, gutaussehend, erfolgreich. Zur Hochzeit erhalten sie eine Einladung, dem »Pakt« beizutreten, mit dem Ziel, ihre Ehe glücklich und lebendig zu gestalten. Die Grundregeln klingen vernünftig: Anrufe des Partners immer annehmen. Häufig zusammen verreisen. Geschenke machen. Warum also nicht dabei sein? Doch schon bald ist klar, sie können dem Pakt nicht mehr entkommen, schlimmer noch, die Strafen für Vergehen sind drakonisch. Ein Treueschwur, der zu einem der schlimmsten Albträume wird.
Quelle: Bloggerportal der Randomhouse Verlagsgruppe

Meine Meinung:
[Spoiler]
Das erste, das ich anmerken möchte, ist, dass das hier kein Thriller ist, wie man ihn gewöhnt ist. Das kann man als gut oder schlecht sehen, das bleibt jedem selbst überlassen. Es gibt keine blutigen Morde, keine Ermittlungsarbeit, keine verrückten Verbrecher. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick war ich mir dann nicht mehr ganz so sicher. Da gibt es dieses komische Gefängnis für alle, die sich nicht an die Regeln des Paktes halten, es gibt Folter (sehr, sehr kreative Foltermethoden) und es gibt dieses eine Pärchen, an das sich irgendwie niemand erinnert und das spurlos verschwunden zu sein scheint.
Schade finde ich aber, dass dem Leser, meiner Meinung nach, durch das Cover und den Klappentext ein eher typischer Thriller versprochen wurde. Zumindest ich hätte damit gerechnet und war deswegen eher enttäuscht. Ich habe doch genau deswegen zugegriffen! Weil ich wieder mal einen typischen Thriller mit Mord und Totschlag lesen wollte.

Die Protagonisten sind Alice und Jake. Alice wirkt sehr unsicher und war mir irgendwie sympathisch. Sie will einfach, dass alle zufrieden sind und würde alles dafür tun. Man merkt, wie sehr sie Jake liebt und wieviel sie für ihre Ehe schon opfern musste. Auch konnte ich ihre Frustration richtig spüren. Sie will doch nur, dass Jake und sie in ihrer Ehe glücklich sind. Und wenn das nicht funktioniert, vergräbt sie sich halt in ihrer Arbeit.
Jake wirkt auf mich sehr abwesend und distanziert. Er ist derjenige, der die Geschichte erzählt. Er ist Psychologe und verbrachte einen großen Teil des Buches damit, alles zu analysieren. Sich selbst, seine Situation, seine Ehe - vor allem seine Ehe - und jede andere Figur auch. Jetzt kenne ich viel zu viele "Fakten" über gelungene und nicht-gelungene Ehen. Juhu? Ist jetzt nicht wirklich relevant für mich, aber Hey, jetzt weiß ich, dass man sich zum Valentinstag keinen Heiratsantrag schenken sollte, da die Ehe sonst wahrscheinlich geschieden wird. Ob diese Fakten stimmen oder nicht, kann ich nicht beurteilen.

Durch Jakes Distanz zum Geschehen, fand ich das Buch streckenweise einfach nur langweilig. Erst bei Seite 253 nahm die Geschichte endlich an Schwung auf. Jake grübelt enorm viel und wir Leser, dürfen das alles mitlesen. Szenen, die durchaus ein Potential für Spannung gehabt hätten, wurden dadurch einfach nur zäh. Alle Sätze waren ungefähr gleich lang, ich bekam überhaupt keine Ahnung davon, wie sich Jake denn fühlt. Selbst in extremen Stresssituationen, in denen ich durchdrehen und schreiend wegrennen würde, bleibt er komplett ruhig. Die einzige Ausnahme hiervon, sind seine Treffen mit Jo Anne, einem anderen Pakt Mitglied, das sehr paranoid zu sein scheint. Plötzlich variiert die Satzlänge, Jakes Grübeleien treten in den Hintergrund, plötzlich entsteht Spannung. Kein Wunder, dass alle denken, dass die zwei eine Affäre miteinander haben!

Eine Unstimmigkeit, die mir nur so ins Auge sticht, ist die Reaktion des Umfeldes von Alice und Jake. Beide fehlen plötzlich ständig an ihrem Arbeitsplatz und entschuldigen sich nur durch SMS oder E-Mail. Trotzdem scheint das niemand irgendwie besonders viel auszumachen. Dabei haben beide doch ziemlich wichtige Positionen. Alice arbeitet in einer Anwaltskanzlei und arbeitet bei Prozessen mit, die doch ziemlich wichtig zu sein scheinen. Es geht meistens um viel Geld und Ansehen. Jake ist Therapeut für Jugendliche und Paare. Da sind Jugendliche aus sehr schwierigen Familien dabei, mit schweren Erkrankungen wie Depressionen und so weiter. Und trotzdem verliert er keine Kunden und seine Kollegen in der Gemeinschaftspraxis, scheinen vollstes Verständnis zu haben. Und die beiden fehlen jetzt nicht nur das ein oder andere Mal, sondern wirklich, wirklich häufig.

Auffallend fand ich auch, dass die Kapitel des Buches wirklich extrem kurz waren. Oft nur zwei oder drei Seiten - und ich habe das Buch auf meinem Tolino gelesen, auf Papier sind die Kapitel also noch kürzer!

Alles in allem hätte ich mir ein bisschen mehr Thriller in diesem Thriller gewünscht. Einfach ein bisschen mehr Mord und Totschlag und ein paar weniger Fakten über gelungene Ehen.

Freitag, 12. April 2019

Rotten Roads [Spoiler]

Autorin: Anke Kaminsky
Erschienen am 18.1.2019
Im Selbstverlag
ISBN: 9781794222021
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Autorin


Zur Autorin:
Anke Kaminsky wurde 1991 in Lippstadt geboren. Nach dem Fachabitur hat sie eine Ausbildung zur Krankenpflegerin gemacht und anschließend Berufspädagogik studiert. Momentan probiert sie sich in verschiedenen beruflichen Bereichen aus. "Rotten Roads" ist der dritte publizierte Roman.
Quelle: Autorin

Klappentext:
Die Strukturen der Neuzeit wurden durch regelmäßige Erdbeben zerstört. Nur noch Phoenix Grove, eine Stadt aus schwingungsfähigen Metall, erinnert an die alten Zeiten. Hinter den sicheren Mauern, verschwenden die zivilen Bürger keinen Gedanken an die Welt außerhalb. Erst als Eryn ihren verschollenen Vater in den Wäldern sucht, bekommt sie einen Einblick in die Gefahren, die dort lauern. Sie trifft auf Isko, der ihre Sicht auf Phoenix Grove für immer verändert.
Quelle: Autorin

Meine Meinung:
[Spoiler ab hier! Ihr wurdet gewarnt!]
Der Anfang hat mir total gut gefallen. Wirklich, ich war positiv überrascht davon und versank sofort richtig tief in der Geschichte. Die Autorin war sofort einige Fragen auf, deren Antwort ich unbedingt wissen wollte: Wo ist Eryns Vater? Welche Gefahren verstecken sich außerhalb der Stadtmauern? Haben Eryn und Mack überhaupt irgendeine Überlebenschance?

Eryn war mir sehr sympathisch und ich schloss sie sofort ins Herz. Ein nettes Mädchen, das bereit ist, alles zu tun, wenn das nur bedeutet, dass die Leute, die sie liebt in Sicherheit sind.
Leider war meiner Meinung nach genau das aber auch der größte Schwachpunkt des Buches. Eryn ist ein so nettes und liebes Mädchen, dass sie auf die Dauer naiv wirkt. Sie vertraut jedem und sieht in jedem nur positives und schafft es, jegliches Negatives durch die positiven Seiten eines Menschen aufzuwiegen. Das kann eine tolle Eigenschaft sein, wirklich, doch in ihrer Position wirkte das einfach fehl am Platz. Im Laufe des Buches kommt es dadurch zu Situationen, bei denen ich nur noch die Augen verdrehen konnte. Zum Beispiel, wenn [Spoiler] Isko ihr offenbart, dass er ihren Vater angeschossen hat. Natürlich ist Eryn entsetzt, doch schon auf der nächsten Seite scheint sie ihm verziehen zu haben. Das wird einfach als eine kleine Lüge abgetan, die im Grunde genommen unwichtig für Eryn ist und über die sie einfach hinwegblickt. Natürlich wird immer wieder darauf zurückgegriffen, doch immer nur durch einen Satz und nie wirklich...glaubwürdig. Ich weiß ja nicht, was ihr dazu sagt, aber wenn ein Mensch es wagen würde, meinen Vater anzuschießen oder auch nur zu bedrohen, würde dieser Mensch den nächsten Tag nicht mehr erleben. Da wäre es mir auch egal, dass ich ohne Isko verloren wäre und nie wieder meine Stadt erreichen würde.
Außerdem scheint sie dadurch, dass sie so offensichtlich zu den Guten gehört, manchmal scheinheilig. Eryn verurteilt im Laufe des Buches jeden, der ihrer Meinung nach "falsch" handelt. Auch, wenn die Figuren Gründe haben, die meiner Meinung nach komplett nachvollziehbar sind. Mir drängt sich da die Frage auf, ob sie denn überhaupt das Recht hat, die Leute in dieser Art und Weise zu verurteilen. Immerhin kommt sie aus einer Gesellschaft, die die anderen Figuren überhaupt erst in diese Situation gebracht hat.
Gedanklich trat Eryn meiner Meinung nach leider oft auf der Stelle. Im Laufe der Geschichte kaut sie immer wieder die gleichen gesellschaftlichen Probleme wieder. Immer wieder, aber leider ohne, dass sie eine neue Sicht auf sie bekommt.

Auch ist mir aufgefallen, dass es zwischen den Figuren sehr viele Ähnlichkeiten gib. Das möchte ich gar nicht wirklich in die Bewertung miteinbeziehen, es ist einfach nur etwas, das mir aufgefallen ist. So hat zum Beispiel jede Figur mindestens ein Elternteil verloren, oft sogar beide.
Des weiteren sind manche der Namen ungünstig gewählt. Ungünstig wegen der Ähnlichkeit. Ein Mädchen der "Strays" heißt Heather, die böse Gruppe heißt Heathens. Wie gesagt: Die Namen sind sehr ähnlich. Vor allem, wenn die Namen kurz nacheinander genannt wurden, wurde ich immer wieder kurz aus dem Lesefluss gerissen und musste erst mal wieder zuordnen, wer denn jetzt wirklich gemeint ist. Das nette Mädchen oder die tödlichen Feinde?

Der Fokus wechselt häufig. Immer steht eine neue Figur im Mittelpunkt und man erfährt mehr über seine oder ihre Gefühle, Ziele und Ängste. Einerseits ist das interessant, da so auch kleinere Figuren zu Wort kommen können, andererseits ging dadurch in diesem Fall viel Spannung verloren, was ich wirklich schade finde. Ich wusste dadurch sofort, ob jemand ehrlich oder unehrlich ist, ob jemand den Protagonisten helfen möchte oder nicht.

Die obligatorische Liebesgeschichte mit Dreiecksgespann gibt es auch hier. Allerdings ist sie nur im Hintergrund vorhanden und hat nur wenig Einfluss auf die Geschichte. Wirklich offensichtlich erwähnt, wird sie erst ganz am Ende der Geschichte. Das hatte leider aber auf mich den Eindruck, als wäre die Liebesgeschichte nur eingebaut worden, um halt auch eine Liebesgeschichte im Buch zu haben. Meiner Meinung nach wäre es vielleicht besser gewesen, sie wegzulassen. Das Buch hätte auch ohne sie funktioniert und das vielleicht sogar besser.

In manchen der Szenen fehlt für mich die Logik. Wie kommt es zum Beispiel, dass die Heathens technologisch voll ausgerüstet sind? Wie kann es sein, dass Isko und die Strays die Heathens trotzdem öfters ausrauben konnten? Und wie geht das, dass die Verletzungen der Figuren oft nur wenige Seiten lang eine Rolle spielen und dann einfach fallen gelassen werden? Oder, dass beim einzigen Erdbeben, das beschrieben wird, zwar viele mögliche Nachwirkungen beschrieben werden und betont wird, wie tödlich die Situation für unsere Protagonisten ist, aber trotzdem niemandem etwas passiert?

Vom Ende war ich enttäuscht. [Spoiler] Die Protagonisten werden gerettet und dürfen wieder (mehr oder weniger) zurück in ihr altes Leben. Sehr schade! Ich persönlich hätte es spannender gefunden, wenn die Figuren sich selbst hätten befreien müssen. Selbst wenn das bedeutet, dass jemand auf der Strecke bleibt und nicht überlebt.

Der Schreibstil ist meist flüssig und angenehm zu lesen und sobald ich mal mit dem Lesen begonnen hatte, brauchte ich nur etwa eine Woche, um das Buch zu lesen. Es gab immer wieder kleinere Fehler in der Rechtschreibung und Grammatik, doch über die kann ich leicht hinwegblicken. Passiert mir ja auch!

Diese Rezension hört sich sehr negativ an, nicht? Nun, ich denke, ich sollte an dieser Stelle noch klarstellen, dass die meisten meiner Kritikpunkte wahrscheinlich nicht auffallen würden, wenn man sich nicht, (so wie ich - ja, eine Angewohnheit aus dem Studium) neben dem Lesen ständig Notizen macht und dieses kleine Heftchen dann neben sich liegen hat, wenn man dann nach dem Lesen versucht, sich seine Meinung zu bilden.
Alles in allem ist das Buch eine nette Geschichte und lässt sich zwischendurch sehr einfach mal lesen. Vor allem für jüngere Jugendliche ab 12 Jahren könnte dieses Buch meiner Meinung nach gut geeignet sein.