Dienstag, 9. Mai 2023

The Maze Cutter [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Ich bin schon seit einer so langen Zeit Bloggerin, dass ich irgendwie davon ausgehe, dass das alle über mich wissen. Als wäre das etwas ganz, ganz offensichtliches: Ich bin Brillenträgerin, habe braune Haare und bin Bloggerin. Scheinbar habe ich das aber nie meinen Kolleg:innen im Italienischkurs erzählt. Und heute habe ich ganz selbstverständlich darüber geredet und alle waren ganz überrascht, weil sie mich jetzt schon fast ein Studienjahr lang kennen und ich das scheinbar nie erwähnt habe. Ups? Also, an alle meine Italienischkolleg:innen, die sich heute Abend auf meinem Blog herumtreiben: Schön, dass ihr mich gefunden habt!

Dieses Buch habe ich mir gekauft, da ich die Maze-Runner-Trilogie als Jugendliche geliebt habe. Ich habe vor allem den ersten Teil immer und immer wieder gelesen, meinen Schulfreund:innen ständig von der Figur Newt vorgeschwärmt, in die ich mich damals ein bisschen verliebt habe und Fanfictions geschrieben, die niemand von euch jemals lesen wird, also fragt erst gar nicht danach. Als ich "Maze Cutter" in der Buchhandlung gesehen habe, war ich zu gleichen Teilen begeistert und besorgt. Ich habe die Ursprungsreihe geliebt und wenn so viele Jahre später plötzlich ein neuer Teil erscheint, gehen in meinem Kopf Alarmglocken los, da sich das in der Vergangenheit meistens als Abzocke rausgestellt hat. Meine Neugierde hat aber gewonnen und so durfte dieses Buch in mein Bücherregal einziehen.

Ich habe mich bemüht, mit möglichst geringen Erwartungen an diesen Roman ranzugehen. Und trotzdem wurde ich enttäuscht. Ja Leute, so viel kann ich euch jetzt schon verraten: Wenn ihr die ursprüngliche Serie geliebt habt, wird euch dieses Buch nicht glücklich machen. Und wenn ihr mit "Maze Runner" bisher noch nie etwas zu tun hattet, solltet ihr dieses Buch erst recht nicht lesen, denn danach werdet ihr ganz sicher keine Lust mehr auf die Ursprungsserie haben. Wenn ihr die Ursprungsserie nicht gelesen habt, solltet ihr an dieser Stelle außerdem nicht weiterlesen. Dieses Buch spielt 70 Jahren nach dem letzten Band, ich muss also auch auf Dinge eingehen, die erst ganz am Ende der "Maze Runner"-Serie passieren.

Ich finde es unglaublich schade, dass ich so ein harsches Urteil über dieses Buch fällen muss. Vor allem, da ich den Beginn des Romans nicht unbedingt schlecht fand. Klar, da waren ein paar Unklarheiten (Wie konnte sich eine Inselgesellschaft ohne technische Gerätschaften von außerhalb so weit entwickeln? Woher bekommen die Personen dort ihre Ressourcen? Haben sie die Druckerpresse innerhalb der 70 Jahre neu erfunden oder warum haben sie gedruckte Bücher? Wie kann es sein, dass Newts Tagebuch zu einer Klassenlektüre wurde, wenn uns im Prolog gezeigt wird, wie Thomas das Buch versteckt?), aber eigentlich fand ich den Beginn des Buchs spannend. Ich war aufgeregt, was da jetzt auf mich zukommt und ich befürchte, dass ich diese positive Grundstimmung auf diese Geschichte übertragen habe und deshalb länger gebraucht habe, um zu erkennen, wie gut (oder eben nicht) dieses Buch wirklich ist.

Leider blieb es nicht bei den paar Ungereimtheiten zu Beginn des Buches, über die ich sonst wahrscheinlich sogar hinweggeschaut hätte. Eine Frage, die sich mir während der Lektüre immer wieder gestellt hat: Weiß der Autor, wie lange 70 Jahre sind? Und: Kennt er seine eigenen Charaktere? Ich wage zu bezweifeln, dass Thomas und co. nach der Ankunft auf dieser Insel eine Sekte aufgebaut haben, um sich als Götter verehren zu lassen. Anders kann ich mir aber nicht erklären, wie innerhalb von 70 Jahren diese Figuren zu Heiligen und zu Sagengestalten werden konnten, nicht nur auf der Insel, sondern auch in der restlichen Welt. Vor allem: Warum bitte auf der restlichen Welt? Wie hat diese Welt etwas von den Lichtern mitbekommen? Die medizinischen Tests waren doch geheim oder verdränge ich gerade irgendwas wichtiges aus dem dritten Band, weil ich vom Tod einer ganz besonderen Figur noch heute traumatisiert bin?

Ab ungefähr der Hälfte des Buches kam dann noch ein weiteres Problem dazu: Ich hatte keine Ahnung, was da vor sich ging und warum die Dinge passierten, die da passierten. Ich kannte weder die Motivation der Figuren, noch ihre Ziele, noch, was eigentlich für sie auf dem Spiel stehen würde, sollten die Dinge nicht so laufen, wie geplant. Was auch immer geplant ist. Fragt das wen anderen, denn ich habe das bis zum Ende nicht durchschaut. Verstärkt wurde meine Verwirrung durch das Verhalten der Figuren, das teils ein scharfer Kontrast zur eigentlichen Situation war. Jemand stirbt oder befindet sich in Lebensgefahr und die Hauptfiguren flirten, machen Witze und reflektieren die Geschehnisse kein bisschen. Es scheint sie nicht zu interessieren, ob da jemand stirbt oder was mit ihnen selbst passiert. Ich glaube, dass das auch dazu beigetragen hat, dass die Figuren für mich bis zum Ende blass und schablonenhaft wirkten. Teils realisierte ich auch erst beim Tod mancher Personen, dass diese Personen existieren und wahrscheinlich auch schon früher erwähnt wurden. Sie waren mir einfach so egal, dass ich mir nicht mal gemerkt habe, dass sie da sind. Und sowas ist einfach super schade.

Mein Fazit? Ich bin enttäuscht. Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen.

Samstag, 6. Mai 2023

Bunny [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Dieses Buch stand seit Ewigkeiten auf meiner Wunschliste, und als es dann im Buchclub als neue Lektüre vorgeschlagen wurde, wusste ich sofort, dass ich dafür stimmen würde. Und es hat tatsächlich die meisten Stimmen gesammelt, also habe ich es sofort gekauft und jetzt über eine Woche vor der Endbesprechung bereits beendet. Was nicht so oft vorkommt, öfters passiert es, dass ich es nicht zu Ende lese, leider.

"Bunny" habe ich aber in einem Rutsch gelesen. Es geht hier um Samantha, die an der Universität Kreatives Schreiben studiert. Wie das bei solchen Studiengängen schnell mal passiert, hat auch sie nur vier Studienkolleginnen. Die "Bunnies", wie sie sich nennen, haben eigentlich direkt nach dem Studienbeginn eine Clique gegründet und Samantha ist leider kein Teil davon. Zumindest bis jetzt, denn plötzlich erhält sie eine Einladung zum "Smut Salon", einer Veranstaltung der Bunnies. Und damit beginnt sie, immer tiefer ins Kaninchenloch dieser verrückten Gruppe hineinzustürzen...

Was ich an diesem Buch besonders mochte, ist auch das, was ganz sicher einige bei unserer Endbesprechung kritisieren werden: Der Roman war unglaublich verwirrend. Samantha ist keine verlässliche Erzählerin und auch die anderen Figuren machen keine Aussagen, auf die wir Leser:innen uns verlassen können. Und irgendwie hat die Autorin es geschafft, das auf eine Art umzusetzen, die mich total gefesselt hat. Nach den ersten hundert Seiten wollte ich den Roman nicht mehr weglegen. Ich musste das Buch immer wieder mal zuklappen, weil manche der Plottwists meinen Kopf überfordert haben und ich mir die verschiedensten Theorien zusammengesponnen habe, aber eigentlich wollte ich einfach die Nacht durchlesen.

Besonders überraschend war für mich, dass ich diesen Roman wirklich gruselig fand. Klar, hinten im Klappentext steht, dass das "Fairytale Horror" ist, aber aufgrund des süßen Covers und des eher zahmen Beginns hatte ich nicht damit gerechnet, wie verrückt die Geschichte später wird. Oft sind es gar nicht die Dinge, die passieren, sondern die Art, wie sie beschrieben wurden, die mir einen Schauer über den Rücken jagten. Dieser Schreibstil hat mich zutiefst beeindruckt, wie ihr vielleicht merkt.

Mein Fazit? Ein großartiger, unglaublich gruseliger Roman.

Mittwoch, 3. Mai 2023

Leipziger Buchmesse 2023

 Hey ihr Lieben,

Wie ihr bereits mitbekommen habt, habe ich das letzte Wochenende in Leipzig verbracht. Begleitet dorthin hat mich mein heißgeliebter Buchclub beziehungsweise eine Teilgruppe davon. Ich sag's euch, ohne diese Leute wäre die Messe nicht mal halb so lustig, spannend und informativ gewesen. Wenn ihr Bücher liebt, solltet ihr zumindest einmal in eurem Leben einem Buchclub beitreten. Ich habe durch diese Gruppe so vieles gewonnen und mein Alltag wurde um einiges bunter.

Da die Hotels, Hostels und Ferienwohnungen in Leipzig leider schon zu Semesterbeginn entweder ausgebucht oder sündteuer waren, haben wir in einem Hostel in Halle übernachtet. Über diese Stadt wusste ich ehrlich gesagt gar nichts, außer, dass sie halt in der Nähe von Leipzig liegt und dort die Unterkünfte günstiger sind. Ihr könnt euch vorstellen, wie überrascht ich war, als ich dann plötzlich in einer Großstadt stand, die eine richtig schöne Altstadt hat und so viele Sehenswürdigkeiten, dass ich ganz sicher nochmal zurückkommen werden. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir die Buchhandlung "Rotschildt", in der wir zwischendurch Pause gemacht haben, um mal aus der kalten Luft rauszukommen. Von außen sieht die recht klein aus, aber lasst euch davon nicht täuschen: Ihr findet hier in fünf oder sechs Räumen Tausende gebrauchte Bücher aus allen Genres, die ihr euch vorstellen könnt. Wir waren große Fans von diesem Laden und ich glaube, fast alle von uns haben hier schon ihrer Buchkaufsucht nachgegeben und etwas gekauft. Noch besser wurde dieses Erlebnis vor allem auch durch den Besitzer, der total interessiert und freundlich war und begeistert davon, dass wir nicht nur irgendeine Gruppe, sondern ein Buchclub sind, der gemeinsam verreist. Wir haben lange mit ihm geredet und so vieles über seinen Laden und über Antiquariate generell erfahren, das wir noch nicht wussten. Auch in diesen Laden muss ich ganz sicher irgendwann zurückkehren.

In der Buchhandlung "Rotschildt".
Quelle: Sara Apay

Für die Buchmesse selbst haben wir uns leider nur den Samstag freigenommen. Am liebsten hätte ich einfach alle Tage genutzt, aber das war so am einfachsten für alle zu organisieren. Es war unglaublich voll und es gab total viel zu sehen. Ich selbst habe mir nur einen winzigen Bruchteil angesehen und das hat schon gereicht, dass mein Kopf dann am Abend übervoll war. Aber ich finde, das gehört zu Messen einfach dazu. Zum ersten Mal war ich auch fast inkognito auf einer Messe unterwegs. Früher habe ich Messen vor allem dazu genutzt, um ordentlich Networking zu betreiben, aber dieses Mal wollte ich einfach nur Spaß haben, Bücher entdecken und Zeit mit meinen Freund:innen verbringen. Auf den Namen "Mira" habe ich trotzdem reagiert, aber das tue ich in der Zwischenzeit sowieso auch im Alltag. Daran merkt man, wie lange ich schon Buchbloggerin bin. Ganz funktioniert hat das mit der Anonymität dann am Ende doch nicht, denn ich habe über Lovelybooks.de Tickets für Talkrunden und ein Meet und Greet mit Meike Werkmeister und Maren Vivien Haase gewonnen. Beide Autorinnen waren total lieb und ich und ein paar andere Gewinnerinnen hatten die Chance, einfach mal ein bisschen mit ihnen zu plaudern. An dieser Stelle: Hi an alle, die ich dort kennengelernt habe! Für die war ich dann aber auch einfach die Laura und nicht die Mira von "Miras Bücherwelt". Trotzdem konnte ich es mir nicht verkneifen, mit den Autorinnen über Rezensionen zu sprechen. Es interessiert mich einfach immer sehr, ob Autor:innen eigentlich Rezensionen zu ihren Büchern lesen. Und wenn ja: Ob sie dann nur die positiven lesen oder auch die mit weniger Sternen. Und wie sie Sterne überhaupt wahrnehmen. Denn ganz ehrlich: Ich verstehe es, wenn sich Autor:innen von Rezensionen aller Art fernhalten wollen. In jedem Buch steckt doch sehr viel Liebe, Zeit und Energie und ich kann mir vorstellen, dass dann selbst gut gemeintes konstruktives Feedback sehr schmerzhaft sein kann. Und das Sternesystem halte ich sowieso für Schmarrn, denn während ich drei Sterne nicht als schlechte Bewertung wahrnehme, gibt es Autor:innen, die das mit einem Stern gleichsetzen. Aber zu meiner Überraschung haben mir beide Autorinnen verraten, dass sie auf Instagram, aber auch auf Lovelybooks unterwegs sind und dort auch Rezensionen zu ihren Büchern lesen. Und dass sie auch schlechte Rezensionen nicht mehr verletzen, solang sie höflich und begründet sind. Ich hatte eine super Zeit während dem Meet and Greet und auch während der Lesungen.

Hier seht ihr mich mit Meike Werkmeister
und Maren Vivien Haase.

Quelle: Eigenes Bild

Wisst ihr, was der einzige Nachteil daran ist, wenn man mit seinem Buchclub zu einer Buchmesse wie Leipzig fährt? Niemand ist dabei, der dich davon abhält, Bücher zu kaufen. Wirklich keiner. Seht ihr meine dicke Tasche da auf dem Bild? Da waren zu diesem Zeitpunkt schon vier Bücher drin. VIER. Drei davon habe ich innerhalb der ersten Stunde vor Ort gekauft. Und in der anderen Hand halte ich eine neue Tasche von Lovelybooks, in die dann gleich die neuen Bücher der beiden Autorinnen wanderten. Zähle dazu die zwei Bücher, die ich am Freitag im Antiquariat gekauft habe und tadaaa: Ich habe sage und schreibe acht Bücher zurück nach Salzburg gebracht. Wann ich die lesen soll? Keine Ahnung! Wo die in meinem Bücherregal Platz haben sollen? Gute Frage! Bitte fügt an dieser Stelle mein hysterisches Lachen ein. Ich bin nur froh, dass ich mich im April mehr oder weniger an mein Buchkaufverbot gehalten habe, so hat mich das schlechte Wissen nicht ganz so geplagt.

Zu guter Letzt möchte ich mich nochmal bei allen Mitgliedern meines Buchclubs bedanken, die mich auf diese Reise begleitet haben. Danke für eure gute Laune, eure Freude an der Messe, die guten Gespräche und eure Motivation. Es war mir eine Ehre, mit einer so tollen Gruppe die Leipziger Buchmesse besuchen zu dürfen und ich freue mich auf unseren nächsten Ausflug, der irgendwann einfach stattfinden muss.

Alles Liebe,

Eure Mira