Freitag, 31. März 2023

Meine liebsten Buchzitate #113

1. "Aus dem Wald hinausfinden" von Margaret Atwood, Seite 47

Einem Großteil der aktuellen politischen Debatten liegt ein Denken zugrunde, das Menschen in bestimmte Kategorien einordnet. Als wüsste man über das Leben eines Menschen Bescheid, wenn man es von außen betrachtet.

2. "Untouchable" von Talia Hibbert, Seite 111 (Kindle Edition)

Zach: Want to get a drink?

Hannah: No.

Zach: Want to eat cookies and bitch about people?

Hannah: Meet you at the park in twenty minutes.

3. "Highly Suspicious and Unfairly Cute" von Talia Hibbert, Seite 19

"Is everything you do a calculated display of masculinity, and if so, aren't you afraid the constant pressure of performance will lead you to snap?"

4. "Aus dem Wald hinausfinden" von Margaret Atwood, Seite 56

Wir sind nun mal die Spezies, die wir sind. Langfristiges Denken liegt uns nicht besonders.

Dienstag, 28. März 2023

Perfect on Paper [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Ich bin ewig um dieses Buch herumgeschlichen und habe es dann aber doch erst gelesen, als mir eine Freundin diesen Roman für die Dauer unserer gemeinsamen Reise nach Amsterdam geliehen hat. Sie selbst war begeistert von diesem Buch - ich eher weniger.

Dieser Roman handelt von Darcy, die seit einigen Jahren anonym Ratschläge in Liebesdingen an ihrer Schule verteilt. Und sie ist wirklich gut darin: Die meisten ihrer Kund:innen sind zufrieden mit ihren Ratschlägen und schaffen es entweder, ihre Beziehung zu retten, eine Beziehung aufzubauen oder aber auch eine Beziehung zu beenden und über Beziehungen hinweg zu kommen. Sie behauptet von sich selbst eine 95 %-ige Erfolgsquote zu haben (was ich nicht wirklich glauben kann, da das eine verdammt hohe Zahl ist). Doch niemand weiß, dass es Darcy ist, die diese Ratschläge vergibt - und das soll auch so bleiben. Vor allem wegen Brooke, ihrer besten Freundin, in die Darcy außerdem seit Ewigkeiten verknallt ist. Dann wird Darcy aber von ihrem Schulkollegen Brougham dabei erwischt, wie sie die Briefe einsammelt, in denen nach Rat gefragt wird. Und der bietet ihr einen Tauschhandel an: Er bewahrt ihr Geheimnis - dafür soll Darcy ihm dabei helfen, seine Exfreundin zurückzugewinnen...

Das Konzept an sich halte ich für total spannend. Die Umsetzung... eher weniger. Vor allem muss ich zugeben, dass mich Darcy bereits nach einigen Kapiteln genervt hat. Beziehungen sind für sie eine Obsession und sie weiß alles darüber, zumindest wirkt es hier so. Aber aus irgendeinem Grund ist sie nicht in der Lage, ihr Wissen selbst anzuwenden, vor allem im Bezug auf Brooke. Brooke weiß nicht, wie verliebt Darcy in sie ist, denn Darcy bekommt ja ihr gegenüber den Mund nicht auf, auch klare Kommunikation immer die Grundlage einer jeden Beziehung sein sollte, zumindest meiner Meinung nach. Generell halte ich ihre Beziehung zu Brooke für besorgniserregend. Darcy beschreibt Brooke als ihre beste Freundin, aber davon merke ich nicht viel. Es wirkt eher so, als würde Darcy Brooke einerseits auf ein Podest stellen und sie zu einer Art unerreichbaren Göttin hochstilisieren und andererseits auch so, als würde Darcy Brooke besitzen wollen. Beides nicht unbedingt Dinge, die zu einer stabilen Freundschaft oder gar zu einer gesunden Beziehung beitragen. Vor allem, wenn diese Wünsche dazu führen, dass Darcy lügt, betrügt und manipuliert, nur um dafür zu sorgen, dass Brooke endlich ihr gehört. Ehrlich, Darcys Verhalten im Laufe dieses Buches war einfach nur grauenhaft. Und dann hatte Darcy auch noch die ganze Zeit so unglaublich viel Mitleid mit sich selbst. Ich hatte das Gefühl, als würde sie sich ernsthaft als das Opfer der ganzen Geschichte sehen. Wenn sie aber wirklich so viel über Beziehungen weiß, wie uns Leser:innen eingeredet wird: Warum schafft sie es dann erst ganz am Ende des Romans, ihr Verhalten zu hinterfragen? Warum befolgt sie nicht die Ratschläge, die sie all den Menschen um sich herum gibt? Warum sorgt Darcy für so viel unnötiges Drama? Das hat für mich alles vorne und hinten nicht zusammengepasst und das fand ich schade.

Mein Fazit? Eine interessante Idee, doch die Umsetzung ist meiner Meinung nach schwach - vor allem, durch eine Protagonistin mit der ich gar nichts anfangen konnte.

Samstag, 25. März 2023

Der Hausmann [Kurzrezension]

Quelle: Verlag

 Aus irgendeinem Grund gehe ich am liebsten zu Lesungsterminen, wenn ich noch gar nichts über die Autorin oder den Autoren und über das dazugehörige Buch weiß. Dann kann ich mich da ohne große Erwartungen reinsetzen. Im besten Fall nehme ich dann ein signiertes Buch mit nach Hause und habe einen tollen Abend und im schlimmsten Fall habe ich einen netten Abend, an dem ich Zeit mit Freund:innen verbringe, denn aus meiner Bücherbubble kommt eigentlich immer jemand mit zu solchen Events. Eine Lesung wie "Der Hausmann" habe ich aber wirklich noch nie erlebt. Ohne es zu wissen, sind wir hier in ein "Eat and Great" gestolpert. Es gab kleine Törtchen und Kuchen von einem Kaffeehaus in der Nachbarschaft, verschiedene Getränke, eine Lesung und die Möglichkeit, ein bisschen mit der Autorin zu plaudern. Ich habe diesen Abend sehr genossen und bin deswegen nicht nur mit ein paar übrig gebliebenen Kuchenstücken, die mir die Buchhändlerin zugesteckt hat, nach Hause gegangen, sondern auch mit einem signierten Exemplar und "Der Hausmann" und dem Wunsch, diesen Roman auch sofort zu lesen.

Eines der wohl reizvollsten Elemente für mich hier ist die Vielfalt der Stile, die in diesem Buch zur Anwendung kommen. Da gibt es "normale" Romankapitel, einen Internetblog, einem auf einer Plattform namens Slack verfassten Chatverlauf, ein Deutsch-Lern-Tagebuch und einen Graphic Novel. Dieser ständige Wechsel sorgte für Spannung und machte auch einfach Spaß. Ich glaube nicht, dass ich schon mal ein Buch gelesen habe, in dem sich eine Autorin getraut hat, so mit den Stilen zu spielen. Und das Beste daran: Meiner Meinung nach hat diese Kombination auch funktioniert.

Ein paar Worte zur Handlung: Die Haupthandlung dreht sich um Tim und Thea. Thea hat gerade bei einem Start-up für veganes Hundefutter eine neue Stelle angenommen und Tim ist Hausmann und zeichnet an seinem Graphic Novel, der hoffentlich ihren Durchbruch bedeuten wird. Und diese Umkehrung der traditionellen Geschlechterrollen geschieht bei ihnen natürlich nicht konfliktlos, wie ihr euch sicher denken könnt. Und dann gibt es als Nebenhandlungen noch den Blog "Sparen mit Dagmar", in dem die liebe ältere Nachbarin ihren Leser:innen Spartipps gibt und das Tagebuch von Maxim, einem ukrainischen Flüchtling, der ebenfalls in diesem Haus wohnt und mit Tim Deutsch übt. Und wir bekommen Einblick in den Graphic Novel, an dem Tim aktuell arbeitet. Natürlich hatte ich meine Lieblingshandlungsstränge, auf die ich mich gefreut habe. Und zwar waren das wohl Dagmars Blog, der mich immer wieder aufs Neue überrascht hat und zum Lachen bringen konnte, und der Chatverlauf zwischen Thea und Anna, ihrer Vorgesetzten. 

Ich habe lange überlegt, ob ich meinen einzigen Kritikpunkt ansprechen soll, da das halt doch sehr eindeutig ein humoristisch-satirisches Buch ist. Aber ich möchte mit euch, meinen Leser:innen, ehrlich sein und deswegen habe ich mich dazu entschieden, das anzusprechen. Ich persönlich halte die Darstellung der Figuren teilweise für fast zu überspitzt. Gerade im Bezug auf den Drogenkonsum von Thea und Tim ist mir das aufgefallen. Bitte lasst es mich wissen, falls ich hier gerade mit meinem Unwissen glänze. Als Mensch, der überhaupt nichts mit Drogen am Hut hat, wirkte das einfach sehr extrem. Es hat meine Freude am Buch nicht wirklich stark gedämpft, aber doch dafür gesorgt, dass ich über manche Szenen die Stirn gerunzelt habe.

Mein Fazit? Trotz eines kleinen Kritikpunktes habe ich diese Lektüre genossen und hatte meinen Spaß mit diesem Buch.