Mittwoch, 3. Juli 2019

Suche mich nicht

Autor: Harlan Coben
Erschienen am 18. 6.2019
Im Goldmann Verlag
ISBN: 9783442205455
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zum Autoren:
"Meister des psychologischen Thrillers: Der amerikanische Bestsellerautor Harlan Coben wurde 1962 in Newark im US-Bundesstaat New Jersey geboren und studierte Politikwissenschaften am Amherst College in Massachusetts. Anschließend arbeitete er zunächst im Touristikunternehmen seines Großvaters und verfasste in seiner Freizeit erste Geschichten. 1990 gelang ihm die Veröffentlichung seines Debütromans „Play Dead“. Den großen Durchbruch schaffte er mit seinem Thriller um den ehemaligen Basketballspieler Myron Bolitar, der als Agent für Sportler und Stars tätig ist und immer wieder in spannende Kriminalfälle verstrickt wird. Als erster Schriftsteller überhaupt wurde Harlan Coben für seine Bolitar-Reihe mit den drei großen amerikanischen Krimipreisen Edgar, Shamus und Anthony ausgezeichnet. Ein ganzes Thriller-Universum: Im Jahr 2001 veröffentlichte Harlan Coben mit „Tell No One“ (Kein Sterbenswort) erstmals wieder einen eigenständigen Thriller, der 2006 in Frankreich unter dem Titel „Ne le dis à personne“ verfilmt wurde. Damit schuf er die Grundlage zu einem literarischen Universum mit zahlreichen eigenständigen Romanen, deren Figuren jedoch zum Teil miteinander verbunden sind und in jeweils anderen Geschichten namentlich erwähnt werden. 2016 erschienen sein Krimi „Home“ mit Myron Bolitar sowie der eigenständige Roman „Fool me once" (dt: „In ewiger Schuld“). Der Schriftsteller lebt mit seiner Familie in New Jersey."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Für Simon wird ein Alptraum wahr, als seine Tochter Paige von einem Tag auf den anderen verschwindet. Hinterlassen hat sie eine Botschaft, in der sie klar macht, dass sie nicht gefunden werden will. Panisch begibt sich Simon auf die Suche, und als er Paige im Central Park tatsächlich entdeckt, erkennt er seine Tochter nicht wieder. Denn diese junge Frau ist völlig verstört und voller Angst. Sie flieht vor ihm, und Simon hat nur eine Chance, wenn er sie retten will: Er muss ihr in die dunkle und gefährliche Welt folgen, in deren Sog sie verloren ging. Und was er dort entdeckt, reißt ihn und seine gesamte Familie in einen Abgrund …"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Juhu, alle Prüfungen für dieses Semester sind vorbei! Also habe ich meinen ersten Ferientag gleich mal dafür genutzt, dieses Buch fertig zu lesen. So paradox es sich auch anhört: Das Lesen kommt grade in den stressigen Zeiten des Studiums oft mal zu kurz. Ja, auch bei einem Literaturstudium.

Aber jetzt zu den wirklich wichtigen Dingen: Dem Buch. Wo fange ich heute an?

Zuerst möchte ich etwas zum Klappentext loswerden. Das hätte man meiner Meinung nach besser machen können. Ein bisschen weniger schwammig. Das zum Beispiel: Von einem auf den anderen Tag verschwunden? Von wegen! Laut der Hauptfigur gab es schon Wochen davor ständig Streit und nach einem der Streits ist Paige abgehauen.
"Panisch" beschreibt Simon nicht wirklich! Ehrlich Leute, damit tut ihr ihm Unrecht! Simon hat mit seiner Tochter enorm viel durchgemacht, durch ihre Drogensucht und Aaron, der ihr Freund zu sein scheint und sie aber verprügelt und immer tiefer in den Abgrund zerrt. Dafür, dass seine Tochter zu Beginn des Buches seit über einem Jahr verschwunden ist, hält er sich wirklich enorm gut! Auch in Stresssituationen bleibt er meistens (den Umständen entsprechend) eher ruhig. Also Simon ist vieles, aber panisch? Nein, nicht wirklich.

Die Story fand ich enorm spannend und super durchdacht. Ich war mir sehr lange nicht sicher, wie zur Hölle der Autor alle Fäden zusammenführen will. Die Sekte und die Auftragsmörder und Simon und Elena, die Privatdetektivin. Aber irgendwie hat er das dann doch geschafft. Am Ende machte alles Sinn und alle Fäden verbanden sich miteinander. Wie machen Autoren sowas bloß?

Den Schreibstil fand ich die meisten Teile des Buches über sehr spannend. Vor allem wegen etwas, dass man in der Literaturwissenschaft eine "hohe Mittelbarkeit" nennen würde. Für alle die sich jetzt fragen, was zur Hölle ich damit meine: Mittelbarkeit beschreibt, wie sehr sich der Erzähler in den Vordergrund drängt und klar macht, dass er da ist. Das habe ich bei einem Krimi noch nie so gelesen wie hier! Der Erzähler ist nicht Teil der Welt der Figuren, trotzdem plaudert er immer wieder munter mit den Lesern und beschwert sich, wie teuer zum Beispiel die Mieten in New York sind. Und zwar nicht nur nebenher, sondern so, dass ich wirklich davon ausgehe, dass das geplant und mehr als nur Zufall ist.
Was mich am Stil aber gestört hat, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist, will ich hier wirklich mal anprangern, da ich das in letzter Zeit immer und immer wieder in ansonsten toll geschriebenen Büchern sehe. Also, ehrliche Frage, an alle Autoren, die meinen Blog lesen: Was habt ihr mit eurem "dies/diese"? Warum verwendet man das, statt dem meiner Meinung nach viel eleganterem und einfacherem "das"? Vergleicht einfach mal: "Dies ist ein Tatort" versus "Das ist ein Tatort". Was würde ein normaler Mensch eher sagen? Was klingt authentischer? Bin ich der einzige Mensch, den das stört?

Aber jetzt beiseite mit der Dies-und-das-Diskussion: Was ist mein Fazit? Meiner Meinung nach ist dieser Thriller ein extrem spannendes Buch, das ich mit bestem Gewissen weiterempfehlen kann! Tolle Arbeit, ich werde in Zukunft sicher noch ein paar weitere Bücher des Autoren rezensieren!

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