Donnerstag, 5. März 2020

Beastmode. Es beginnt.

Autor: Rainer Wekwerth
Erschienen am 18.1.2020
Bei Planet! im Thienemann-Esslinger Verlag
ISBN: 9783522506304
Rezensionsexemplar: Ja



Zum Autoren:
"Fantastik für Kinder und Jugendliche: Rainer Wekwerth wurde 1959 in Esslingen geboren. Bereits im Kindesalter schrieb er Kurzgeschichten. Diese Berufung ließ ihn nicht mehr los, und mit 35 Jahren verfasste Wekwerth sein erstes Kinderbuch "Emilys wundersame Reise ins Land der Träume".
Nach weiteren drei Kinderbüchern wurde er im Jahre 1999 für seine Arbeit mit dem Landespreis für Kinder- und Jugendbuch Baden-Württemberg ausgezeichnet. Im selben Jahr begann er mit dem Schreiben von Fantasyromanen.
Wekwerth schreibt auch unter den Pseudonymen David Kenlock und Jonathan Abendrot."
Quelle: lovelybooks.de

Klappentext:
"Fünf außergewöhnliche Jugendliche auf einer besonderen Mission: der Rettung der Welt! Ein neuer Geniestreich von Spiegel-Bestsellerautor Rainer Wekwerth

Sie sind die letzte Hoffnung der Menschheit: Damon Grey, ein unheimlich gut aussehender, zweihundert Jahre alter Dämon. Amanda Nichols, die von sich behauptet, eine Göttin zu sein. Wilbur Night, der am ganzen Körper tätowiert ist und für fünf Sekunden die Zeit anhalten kann. Malcom Floyd, ein nicht klein zu kriegender Vollnerd, der unverwundbar ist. Und Jenny Doe, halb Mensch, halb Maschine, die keinerlei Erinnerungen an ihre Vergangenheit hat. Sie müssen herausfinden, was es mit dem mysteriösen Energiefeld auf sich hat, das im Pazifischen Ozean entdeckt wurde. Wissenschaftler vermuten, dass es ein gigantisches Portal ist, das in eine andere Dimension führt. Doch bislang ist keiner je zurückgekehrt …"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
So, hier ist nun die Rezension zum neuen Buch von Wekwerth. Auf dieses Buch war ich echt schon mega gespannt. Die Labyrinth-Reihe hab ich ja total genossen (bis auf das abrupte Ende von Teil 3, durch das ich glatt übersehen habe, dass noch ein Teil kommt) und ich war gespannt, ob es mir mit diesem Buch auch so geht.

Die Protagonisten sind Damon Grey, Amanda Nichols, Wilbur Night, Malcolm Floyd und Jenny Doe. Dieses Buch wurde aber hauptsächlich aus der Sicht von Wilbur und Malcolm erzählt. Ob ich die Figuren jetzt wirklich alle kenne? Ich glaube eher nicht. Ich denke, da werden noch so einige Überraschungen folgen. Ich finde es aber ziemlich schade, dass ich manche der Figuren nur so oberflächlich kennengelernt habe. Andere Bücher haben keine Nachfolgebände und sind hundert Seiten kürzer und schaffen es, die Figuren mit mehr Tiefe zu porträtieren. Echt schade, aber dieses Problem hatte ich damals beim "Labyrinth" auch schon. Dort kannte ich die Figuren erst ab Band 2 so richtig und eine sogar erst ab Band 3. Was ich allerdings jetzt schon über die Figuren, besonders über Wilbur und Malcolm, sagen kann, ist, dass sie total kreativ und liebevoll gestaltet wurden. Jede Figur hat eine besondere Hintergrundgeschichte und es machte Spaß, zu rätseln, wie die wohl aussieht. Und das wird in den nächsten Teilen sicher auch noch mal spannend.

Die Geschichte erinnerte mich vom Konzept etwas an die "Labyrinth"-Reihe. Eine Gruppe von Jugendlichen, die ohne große Erklärungen in verschiedene Settings geschmissen werden und die dort nach Portalen suchen müssen. Das kenn ich doch schon von irgendwoher. Natürlich sind die Details andere. [Spoiler] Hier geht es zum Beispiel eher ums Thema Zeitreisen als um einen gnadenlosen Überlebenskampf. [Spoiler Ende] Trotzdem ist mir diese Ähnlichkeit total ins Auge gestochen. Ich weiß natürlich auch nicht, inwieweit diese Ähnlichkeit beabsichtigt war und wie sich diese Geschichte noch weiter entwickelt. Wir werden es sehen. Ich fand die Geschichte nämlich, trotz dieser Ähnlichkeit, ziemlich spannend. Ich war von Seite eins weg mitten drin und hab mitgefiebert, wie das wohl weitergehen wird. Den nächsten Band werde ich garantiert auch noch lesen, immerhin will ich ja wissen, wie der Autor die Geschichte weiterspinnt.

Den Schreibstil fand ich sehr gut. Wie gesagt, ich war von Seite eins vom Sog dieser Geschichte gefangen. Das ist immer ein gutes Zeichen.

Mein Fazit? Fand ich sehr gut. Ich freue mich auf den nächsten Teil.

Dienstag, 3. März 2020

Bartleby, der Schreiber

Autor: Hermann Melville
Erschienen am 10.3.2019
Im Insel Verlag
ISBN: 9783458194668
Rezensionsexemplar: Nein

Quelle: Verlag

Zum Autoren:
"Der Autor packender Reiseerzählungen: Herman Melville kam im Jahr 1819 in New York City zur Welt. Seine Familie war zunächst wohlhabend, verarmte aber nach dem frühen Tod des Vaters. Nach seiner Tätigkeit auf einem Postschiff und als Lehrer heuerte Melville 1841 auf einem Walfänger an, „desertierte“ aber anschließend aufgrund der seiner Meinung nach unzumutbaren Bedingungen an Bord des Schiffes. Später arbeitete er weiterhin auf Schiffen und gelangte auf seinen Reisen bis in die Südsee. Nach seiner Rückkehr in die USA betätigte sich Herman Melville als Schriftsteller, wobei er seine Reiseeindrücke verarbeitete. Sein Erstlingswerk „Typee“ schrieb er im Jahr 1846. Sein Roman „Moby Dick“ erschien 1851. Dieses Buch zählt heute zu den bedeutenden Werken der Weltliteratur. Zu Lebzeiten des Autors verkauften sich aber nicht mehr als rund 3.000 Exemplare. Mit der erstmaligen Neuauflage des Werkes kurz nach dem Tod Herman Melvilles im Jahr 1891 begann die Wiederentdeckung seiner Arbeit. Der Roman enthält zahlreiche religiöse und mythologische Hinweise und beschäftigt sich mit philosophischen und historischen Themen. Die Inspirationen für seine Werke sammelte Melville auf zahlreichen Reisen, die ihn unter anderem nach England, an das Mittelmeer und nach Palästina führten."
Quelle: lovelybooks.de

Klappentext:
"Herman Melvilles »Geschichte aus der Wall Street« mit der sprichwörtlich gewordenen Sentenz »I would prefer not to« wurde – nach dem Erscheinen seines Romans Moby Dick – 1853 erstmals publiziert. Im Mittelpunkt steht der Angestellte einer New Yorker Rechtsanwaltskanzlei, Bartleby, der die ihm aufgetragenen Schreib- und Kopiertätigkeiten zunächst mit Fleiß und Hingabe erfüllt, plötzlich aber nicht mehr »mitmachen« möchte. Er wird immer schweigsamer, will die aufgetragenen Büroarbeiten nicht ausführen und lässt seinen Arbeitgeber verwirrt zurück. Bartleby verweigert sich schließlich dem Leben selbst …
Die parabelhafte und absurd-komische Erzählung erscheint in der Insel-Bücherei mit Illustrationen von Sabine Wilharm, deren Coverillustrationen für die Harry-Potter-Bücher alle Leser kennen.
»Ich möchte lieber nicht …«"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
"Na, Mira? Bereit die Rezension zu schreiben?"
"Ja...aber ich möchte lieber nicht."
"Du möchtest nicht?"
"Lieber nicht."

Bücher wie "Bartleby, der Schreiber" erinnern mich daran, warum ich Literatur studiere. Wo sonst hätte ich je eine Geschichte wie diese gelesen? Bei diesem Büchlein handelt es sich um die neue Ausgabe von Melvilles Kurzgeschichte, die er erstmals 1853 veröffentlichte. Hier gibt es sogar Bilder dazu. Diese Bilder sind total abstrakt und haben mich anfangs irritiert - danach gewöhnte ich mich aber daran und am Ende machte es sogar richtig Spaß, mir die dazu noch anzusehen.

Die Geschichte inklusive den Bildern hat nur so um die 80 Seiten und das auch nur, weil die Seiten ein eher kleines Format haben. Die Geschichte hab ich also innerhalb eines Abends verschlungen. 

Mit dem Schreibstil hatte ich gerade zu Beginn zu kämpfen. Die Sätze sind stellenweise total verschachtelt und man merkt halt, dass die Geschichte nicht erst gestern herauskam. Sobald ich mich aber daran gewöhnt habe, gefiel der Stil mir fast schon.

Die Handlung fand ich total cool. Ich wusste durch meine Vorlesungen schon ungefähr, worum es geht, aber eben nicht genau. Und vor allem dachte ich nicht, dass mich die Geschichte so zum Lachen bringen könnte. Allein die Vorstellung: Du hast einen neuen Mitarbeiter, der zu Beginn ganz fleißig ist, irgendwann zu allem aber nur noch sagt: "Lieber nicht!". Egal worum es geht! Bei allem antwortet er mit "Lieber nicht!". Die ganze Situation ist einfach nur unglaublich absurd und ich wüsste auch gar nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich Bartlebys Chefin wäre. Allerdings juckt es mich jetzt in den Fingern, das mal im echten Leben auszuprobieren. Also, jetzt nicht in der Arbeit und auch nicht in der Uni. Ich wüsste ehrlich gesagt gar nicht, wo ich das ausprobieren könnte. Aber ich will das unbedingt ausprobieren. Oder zuschauen, wie das jemand anders ausprobiert. Okay, die zweite Variante gefällt mir fast besser, da ist weniger Risiko für mich dabei. Also? Wer von euch opfert sich?

Mein Fazit? Super coole Geschichte! Daumen hoch!

Sonntag, 1. März 2020

Totsee

Autor: Arne M. Boehler
Erschienen am 3. März 2020
Im Selbstverlag
ISBN: B082HXZHXV
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Autor


Zum Autoren:
"Arne M. Boehler wurde in Kempten im Allgäu geboren und wuchs dort in der schwäbischen Provinz auch auf. Nach dem Abitur war die Sache für ihn sonnenklar: Er würde als Frontmann seiner Heavy-Metal-Band zum Rockstar werden, ohne Wenn und Aber. Klappte nicht sofort. Er arbeitete als Pfleger, auf dem Bau, als Lichttechniker, als Tour-Manager einer Punkrock-Band. Neben den blutrünstigen Texten für seine Songs versuchte er sich an ersten Märchen und Erzählungen, die - zum Vorteil für alle Beteiligten - nie das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Die Metal-Band war erfolgreicher als die ersten Geschichten, aber nur unwesentlich. Er studierte Anglistik und Geographie und arbeitet als Lehrer.
 Arne M. Boehler lebt noch immer im Allgäu. Er schreibt derzeit an seinem dritten Roman."
Quelle: lovelybooks.de

Klappentext:
"Nora Dahn ist die beste Personenschützerin Deutschlands. Sie hat Weltstars bewacht,
Kanzler und Industrielle. Ihr neuer Auftrag hört sich harmlos an:
Eine junge Frau beim Urlaub in den Bergen begleiten?
Nichts leichter als das.
Am idyllischen Bergsee angekommen merkt Nora jedoch schnell, dass ihren Schützling ein düsteres Geheimnis umgibt. Noch bevor sie die Reißleine ziehen kann, steckt sie inmitten einer tödlichen Verschwörung, die in die dunkelste deutsche Vergangenheit zurückreicht.
Nicht nur Noras eigenes Leben gerät in höchste Gefahr ..."
Quelle: lovelybooks.de

Meine Meinung:
Letzten Sommer habe ich "Das Weinen der Kinder" gelesen - das Erstlingswerk des Autoren. Da war ich gerade in Sizilien, und wann immer ich gerade nicht beim Sightseeing war, hab ich mich auf die Terasse gesetzt und gelesen. Das Buch hat mir gut gefallen - und deswegen hat sich der Autor vor kurzem wieder an mich gewendet und mich gefragt, ob ich vielleicht auch sein zweites Buch lesen will. Natürlich habe ich zugesagt! Nun bin ich fertig mit der Lektüre. Wie hat es mir also gefallen? Gut. Es hat mir gut gefallen.

In diesem Buch geht es um Nora, Personenschützerin, super tough, aber gleichzeitig sensibel. Ihren neuen Auftrag will sie eigentlich gar nicht antreten - blöd nur, dass sie erpressbar ist... Also gibt sie nach. Was soll auch schon so schlimm daran sein? Sie soll nur die junge Kim begleiten. Doch mit dem Mädchen stimmt irgendwas nicht, was wir nicht erst bei den Kapiteln aus ihrer Sicht bemerken. Was da wohl dahinter steckt? Eine psychische Erkrankung oder doch eine ganz große Verschwörung?
Nora war mir sympathisch. Gerade zu Beginn war ich mir nicht ganz sicher, in welche Richtung sie sich entwickeln würde. Da erschien sie mir stellenweise auch nicht wirklich wie eine Personenschützerin. Später schien sie dann aber in ihre Rolle hineinzufinden und wurde um einiges authentischer.

Die Handlung ist durch die große Verschwörung im Hintergrund ziemlich kompliziert. Die Geschichte hat sehr viele Ebenen und Stränge, die alle zu einander geführt werden müssen. Das hat der Autor (Gott sei Dank!) gut hinbekommen. Am Ende waren dann alle Fragen geklärt und alles wurde so aufgelöst, dass es auch Sinn ergab. Eine Kleinigkeit, die mich gestört hat, war folgendes: Ich hatte irgendwie dauernd das Gefühl, einen zweiten Teil zu lesen. Das entstand wohl dadurch, dass immer wieder frühere Ereignisse thematisiert wurden und frühere Einsätze und das auf eine Art, wie ich sie sonst nur von zweiten Bänden kenne. Das war jetzt nicht störend, es ist mir einfach aufgefallen.

Den Schreibstil fand ich sehr gut. In der Rezension zu "Das Weinen der Kinder" habe ich fehlende Satzzeichen und Rechtschreibfehler bemängelt. Das war hier aber gar kein Problem mehr. Sehr brav, der Autor hat also seinen Job erfüllt. Auch habe ich das Gefühl, als hätte sich der Schreibstil im Allgemeinen verbessert. Super gemacht, weiter so!

Mein Fazit? Wieder ein gutes Buch. Ich bin gespannt, was der Autor in Zukunft noch schreiben wird.