Donnerstag, 10. Oktober 2019

Wer heute lügt, ist morgen tot

Autor: Thomas Enger
Erschienen am 9. September 2019
Im cbt Verlag
ISBN: 9783570312667
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zum Autoren:
"Thomas Enger wurde 1973 in Oslo geboren und wuchs in Jessheim auf. Enger studierte Publizistik, Sport und Geschichte. Nach seinem Studium arbeitete er in einer Onlineredaktion. In seiner Freizeit schreib Enger seinen ersten Roman und war an diversen Musical-Produktionen beteiligt. Sein neuster Roman "Sterblich" ist Thomas Engers erster Thriller. Im Fokus steht der Ermittler Henning Juul. 2012 erscheint mit "Vergiftet" der zweite Band der norwegischen Krimi-Reihe und mit "Verleumdet" ein Jahr später Band 3. Zusammen mit seiner Familie lebt er in Oslo."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Deine Freundin ist tot und du stehst unter Mordverdacht ...

Der 18-jährige Evan wird über Nacht vom Schulschwarm zum Verdächtigen. Seine Freundin und ein Bandkollege werden nach dem Schulfest tot aufgefunden. Sie hat gerade mit ihm Schluss gemacht, er sich mit Evan gestritten. Als ein belastendes Video auftaucht und Evans Alibi infrage stellt, hält jeder in seinem Heimatort ihn für den Täter. Um seine Welt vor dem endgültigen Einsturz zu bewahren, sucht Evan nach dem wahren Täter. Doch dann geschieht ein weiterer Mord ..."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Bei diesem Buch handelt es sich um einen sehr spannenden Bericht, in dem es vor Mord und Totschlag nur so wimmelt. Ja, ich sage Bericht. Nicht Jugendbuch, nicht Krimi, sondern Bericht. Aber ich schätze, es ist eine Mischung aus allen dreien. Der Grund dafür ist der Erzählstil: Die Geschichte besteht aus zwei Teilen, die gleichzeitig erzählt werden. Die Hauptfigur, Evan, ist vor Gericht im Zeugenstand und erzählt, was passiert ist. Dann ist der Wechsel und wir befinden uns in der Zeit, über die er erzählt. Der Wechsel geschieht auch optisch: Die Schrift ändert sich, wird schmaler und kleiner. Diese Entscheidung fand ich gut, so fühlte sich der Wechsel einfach viel natürlicher an.

Die Hauptfigur der Geschichte ist Evan. Er ist ein normaler Jugendlicher mit einem komplizierten Familienleben. Sein Vater starb bei einem Autounfall, seine Mutter trinkt und an seinen jüngeren Bruder kommt er nicht mehr so wirklich ran, weil dieser sich total von ihm abschottet. Nur sein Onkel ist noch für ihn da, aber auch er ist eher ein guter Freund, als eine Vaterfigur. Was Evan Halt gibt, ist vor allem eins: Seine Freundin Mari. Doch damit ist jetzt Schluss, denn ohne ihm zu sagen warum, trennt sie sich von ihm und macht per SMS mit ihm Schluss. Autsch. Doch es kommt noch schlimmer: Am nächsten Tag wird Maris Leiche gefunden. Sie wurde ermordet. Ihr könnt euch sicher denken, wer da zum Kreis der Verdächtigen gehört? Und das Schlimmste ist nicht, dass die Polizei ihn für Verdächtig hält, sondern dass die ganze Stadt ihn schon verurteilt zu haben scheint. Die Menschen wollen einen Schuldigen und da bietet sich Evan einfach perfekt an. Vor allem online hat er keine Ruhe mehr: Angebliche Beweise werden gepostet, Beleidigungen und so weiter. So wie das Internet eben sein kann! Ich denke, wir kennen uns aus. Ich fand es total gut, dass die Autorin so viel über die Sozialen Netzwerke ablaufen ließ. Die Beschreibung des Shitstorms fand ich ziemlich gut.

Auch den Schreibstil fand ich gut. Teilweise erzählte mir Evan etwas zu erwachsen für sein Alter, vor allem, wenn man bemerkt, dass seine Gedanken und Handlungen halt doch typisch jugendlich sind. Das könnte man eventuell nochmal stellenweise überarbeiten, aber größtenteils fand ich den Schreibstil total super und mitreißend. Mich konnte er fesseln und das ist für mich das Wichtigste.

Die Geschichte fand ich großartig. Vieles habe ich schon sehr bald, sagen wir mal, geahnt, doch das machte die ganzen großen Enthüllungen nicht weniger spannend. Im Gegenteil: Ich habe das ganze Buch gehofft, ich könnte mich irren. Der Schock, dass ich Recht hatte, war dann einfach nur riesig. Ich werde nicht schreiben, welche Plottwists ich meine - wenn ihr das Buch gelesen habt, wisst ihr, was ich meine. Und wenn ihr es noch nicht gelesen habt, dann würdet ihr wohl die Mistgabeln auspacken, wenn ich euch schon jetzt alles verrate. Nein, nein, das lass ich lieber!

Kommen wir besser zum Fazit! Sehr spannendes Buch, das mich sogar im allhalbjährlichen Chaos des Semesterbeginns begeistern konnte.

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