Donnerstag, 6. Januar 2022

Cursed. Die Auserwählte [Hörbuch/Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Also Bücher (beziehungsweise Hörbücher) mit einem Netflix-Sticker sind mir neu. Aber okay: Es gibt scheinbar nichts, was es nicht gibt. Ob ich nach diesem Hörerlebnis Lust habe, mir dazu noch einen Film oder eine Serie auf Netflix anzusehen, ist eine andere Frage. Kleiner Spoiler: Nein, ich habe keine Lust darauf.

Dieses Buch begann vielversprechend. Die Welt, die hier gezeichnet wurde, ist unglaublich interessant und wunderschön. Es gibt ziemlich viele Fantasy-Elemente und literarische Anspielungen! Ihr wisst, wie toll ich es finde, wenn ich sehen kann, dass wirklich viel Liebe zum Detail in einem Werk steckt. Und zu Beginn war das hier auch der Fall. Nimue ist eine spannende Figur. Als England durch die roten Paladine erobert wird, wird Nimues Heimatdorf ausgelöscht. Alles, was ihr bleibt, ist ein Schwert, das sie zu einem gewissen Merlin bringen soll. Dabei wird sie von einem jungen Söldner namens Arthur begleitet.

Auch der Schreibstil gefiel mir eigentlich ganz gut. Der Autor hat ein gutes Gespür für Stimmungen und für Details und beschreibt die Geschichte auf eine Art, dass ich den Wald, die Feuer und die Pferde fast schon riechen konnte.

Leider hielt meine Begeisterung für das Buch nur bis kurz nach der Hälfte an. Danach habe ich eigentlich nur noch weitergehört, weil der Beginn so gut war und ich gehofft hatte, dass die Qualität vom Anfang doch nochmal erreicht wird. Mein größtes Problem war diese unglaubliche Brutalität der Figuren. Teilweise wurde mir da echt übel. Und ich bin eigentlich nicht so zart besaitet, dass ein bisschen Blut mich besonders beeinflussen würde. Irgendwann war ich echt überrascht, dass meine Kopfhörer nicht zu bluten beginnen.

Probleme habe ich auch mit dem Untertitel, der dann auch Programm ist. "Die Auserwählte" - was für eine nervige Trope! Dabei handelt es sich um eine Figur, die vom Schicksal dafür erwählt wurde, alles zu verändern. Habt ihr sicher schon öfter gesehen. Und während es da auch gute Beispiele für die Umsetzung gibt, sind die meisten doch eher schwach. Die Figur muss nichts können, braucht keinen speziellen Charakter, keine glaubwürdige Hintergrundgeschichte - sie wurde auserwählt, also schafft sie alles sowieso ohne Probleme. Und meistens weiß die Figur auch, dass er oder sie auserwählt ist und ihm oder ihr nichts passieren kann - was meiner Meinung nach die Spannung noch weiter verringert. Und auch Nimue ist eine typische Auserwählte - leider eine, die nicht so gut umgesetzt wurde.

Mein Fazit? Dieses Hörbuch startet stark, kann aber diese Qualität grade mal bis zur Hälfte halten. Der Schreibstil gefällt mir, wird aber schnell dadurch zerstört, dass einfach viel zu viel Gewalt beschrieben wird.

Dienstag, 4. Januar 2022

Shadowborn. Is my soul too dark for you?

 Autorin: Melanie Lane
Erschienen am 26.11.2021
Bei Loomlight im Thienemann-Esslinger Verlag
ISBN: 9783522654876
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Jeden Monat eine unschuldige Seele an den König des Schattenreichs opfern – so sieht Jujus Leben als Mitglied und zukünftige Hohepriesterin des mächtigsten Voodoo-Clans in ganz New Orleans aus. Und sie hasst es! Schlimmer wird es nur noch, als sie erfährt, dass Dean – seines Zeichens sexy Barkeeper und Jujus bester Freund – einen Pakt mit ebenjenem Teufel geschlossen hat. Im Tausch gegen Deans Seelenheil macht sie sich auf die gefährliche Suche nach einem göttlichen Amulett, doch dabei geraten nicht nur ihre Gefühle für Dean außer Kontrolle, sondern auch ihre eigene dunkle Magie."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Also nach New Orleans würde ich auch gerne mal fahren. Da spielen so viele Bücher und Filme, das muss ich mir irgendwann in der Realität ansehen. Außerdem steckt New Orleans voller Geschichten, die man wahrscheinlich nur so richtig genießen kann, wenn man vor Ort ist.

Aber jetzt ab zum Buch: Leute, lasst euch von diesem kindlichen Cover nicht täuschen. Dieses Buch würde ich nicht als Jugendbuch einstufen, eher als New Adult-Roman. Juju ist Mitte 20, genau wie die anderen Hauptfiguren auch. Auch wenn ich das zugegebenermaßen immer wieder vergessen habe. Sie benimmt sich für ihr Alter noch recht jugendlich, ihre Emotionen wirken manchmal etwas unreif und das Gleiche trifft auch auf die anderen Figuren zu. Gerade bei Dean hat mich das überrascht: Immerhin ist er nicht einfach nur ein sexy Barkeeper, sondern auch Besitzer von ebendieser Bar.

Jujus Familie ist nicht gerade gewöhnlich. Zum Beispiel gibt es in ihrem Haushalt keine Männer, wenn man von den Fröschen im Terrarium ihrer Tante absieht, die irgendwann mal ihre Lover waren. Dann ist da der Höllenhund, den Juju als Haustier adoptiert hat. Oder auch die Tatsache, dass ihre Familie vor Generationen einen Pakt mit dem Teufel geschlossen muss und nun seitdem jede Frau einmal pro Monat eine Seele abliefern muss. Doch Juju hat keine Lust mehr auf das Ganze. Sie will nicht mehr morden und beschließt, ihren eigenen Weg zu gehen. Ihre Familie ist davon nicht so begeistert und der Teufel höchstpersönlich erst recht nicht. Also bietet er Juju einen Pakt an: Ihr bester Freund Dean hat seine Seele an den Teufel verkauft. Er wäre bereit, diesen Handel aufzulösen, wenn Juju ihm ein Amulett bringt, mit dessen Macht er vielleicht sogar das Reich der Schatten verlassen könnte...

Schade finde ich, dass Juju einen großen Teil ihrer Entwicklung schon abgeschlossen hat, als die Handlung des Buches einsetzt. Gerade ihren Gewissenskonflikt, was das Seelensammeln angeht und ihre Entscheidung, das in Zukunft anders zu regeln, hätte ich gerne miterlebt.

Mein Fazit? Netter Roman für zwischendurch. Hat seine Schwächen, ich konnte ihn aber trotzdem genießen.

Sonntag, 2. Januar 2022

Das war 2021 und so wird 2022

 Hey ihr Lieben!

Schon wieder ist ein Jahr vorbei. Und was für ein Jahr das war! 2021 war für mich unglaublich voll, anstrengend, ermüdend und gleichzeitig wundervoll und bunt. Alles hat sich geändert, ich habe mich geändert und doch ist so vieles gleich geblieben. Ich habe einen neue Job ergattert, den ich so schnell nicht aufgeben werde, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Ich habe mein Bachelorstudium abgeschlossen und mit meinem Master begonnen. Und ich habe unglaublich viele Bücher gelesen. Nicht so viele wie letztes Jahr, aber zu meiner Verteidigung: 2021 hieß Lockdown nicht mehr, dass ich daheim sitze und es nichts zu tun gibt. 2021 heißt ein Lockdown, dass ich zwar daheim sitze, aber mindestens genauso viel oder noch mehr tun muss als ich normalerweise zu tun hätte. Aber jetzt zu meinen Lesestatistiken.

Ich habe 2021 mit diesem hier 189 Posts geschrieben und veröffentlicht und insgesamt 128 Bücher gelesen und rezensiert. Das sind 36.057 Seiten! Vorgenommen habe ich mir 52 Bücher, da bin ich also leicht übers Ziel hinausgeschossen. Und ich war dieses Jahr um einiges begeisterter von meinen Büchern als im letzten. Meine Durchschnittbewertung lag 2021 bei 4,1 Sternen. Im letzten waren es nur 3,8 Sterne.

Mein kürzestes Buch war "Bibliomanie" von Gustave Flaubert mit 64 Seiten und mein längstes Buch war "Die Göttliche Komödie. Paradies" von Dante Alighieri mit 828 Seiten. Im Durchschnitt hatten meine Bücher 281 Seiten.

Am beliebtesten war auf Goodreads George Orwells Roman "1984": Außer mir haben noch 5.930.086 andere Menschen diesen Roman gelesen. 

Durch eine neu entdeckte Seite namens Storygraph habe ich jetzt auch Zugriff auf noch mehr spannende Statistiken  über mein Leseverhalten. Durch diese Website weiß ich zum Beispiel, dass 33 meiner Bücher nachdenklich und reflektierend waren, 27 waren emotional und 19 abenteuerlich. Das Erzähltempo der Bücher wurde in 50% der Fälle mit mittel bewertet, in 29% mit langsam und 22% mit schnell. Ich weiß zwar nicht, in welcher Welt das 100% ergibt, aber ich hinterfrag diese Statistik jetzt einfach mal nicht. 48% meiner Bücher waren kürzer als 300 Seiten, 41% waren zwischen 300 und 499 Seiten lang und 11% hatten über 500 Seiten. 75% der Bücher, die ich gelesen habe, waren Fiktion und 25% waren Non-Fiction, also zum Beispiel Sachbücher oder Essays.

Meine am meisten gelesenen Genres waren Fantasy (19 Bücher), Gegenwartsliteratur (16 Bücher), Liebesromane (15 Bücher) und feministische Texte und Jugendromane mit je 12 Büchern.

Unterm Jahr habe ich an meinem Computer zwei Ordner angelegt: Einen mit den Covern aller Bücher, die ich gelesen habe und einen separaten mit meinen Highlights. An dieser Stelle möchte ich euch nochmal auf meine Jahreshighlights aufmerksam machen. Wie immer gelangt ihr mit einem Klick zum Cover direkt zur Rezension.

So, das wars dann auch schon mit meinem Rückblick. Jetzt wird es euch sicher interessieren, wie es im nächsten Jahr weitergeht. Neues Jahr, neue Mira - Richtig? Nun, nicht ganz. Ich werde wohl die gleiche Leseratte bleiben, die ich schon immer war. Aber ich habe mir trotzdem drei Vorsätze gemacht:

1. Ich möchte mindestens 100 Bücher lesen und rezensieren. Zuerst dachte ich eher so an 52 Bücher, wie letztes Jahr, da ich ja nicht weiß, wie es mit der Pandemie weitergeht. Falls die dieses Jahr endlich unter Kontrolle gebracht wird, könnte ich endlich mal wieder mehr Zeit mit meinen Freund:innen verbringen, auf Reisen gehen, sowas halt. Aber dann ist mir aufgefallen, dass aus dem Jahr 2021 20 Bücher noch nicht rezensiert wurden. Diese 20 Bücher zählen für mich schon für 2022 und dann schrumpft mein Ziel auf 32 Bücher. Und ohne jetzt angeben zu wollen: Das schaffe ich locker. Gar kein Problem. Also habe ich erhöht.

2. Ich möchte weniger Kooperationen eingehen. Rund um meinen Umzug und den Start ins Masterstudium habe ich dieses Jahr keine Rezensionsexemplare mehr angenommen. Das war mir einfach zu riskant, dass ich dann eine Deadline übersehe oder so. Und ich war überrascht, wie gut mir diese "Pause" getan hat. Einfach zu meinem Regal gehen und irgendein Buch herausziehen, das fertig lesen oder es nach hundert Seiten zur Seite legen,... das habe ich vermisst und es ist mir nicht mal aufgefallen. Also habe ich auch das restliche Jahr über größtenteils auf Rezensionsexemplare verzichtet. Fürs erste werde ich also weiter nur wenige Kooperationen eingehen und mich dabei auf Autor:innen und Verleger:innen konzentrieren, mit denen ich bereits gute Erfahrungen gemacht habe. Hin und wieder mal eine kann ich mir weiter gut vorstellen, auch neue Autor:innen zu unterstützen, aber auf keinen Fall mehr so viele wie früher. Eine Ausnahme wird wohl zu meinem zehnjährigen Bloggerjubiläum kommen. Da würde ich gern was Besonderes machen. Ich weiß noch nicht was, aber für Vorschläge bin ich offen.

3. Im letzten Jahr habe ich den Wunsch ausgesprochen, dass ich gerne auch mal über buchige Veranstaltungen berichten würde. Diesen Wunsch habe ich immer noch und ich verschiebe ihn jetzt einfach mal auf dieses Jahr. Schauen wir mal, was daraus wird!

Aber jetzt genug von mir. Wie sieht das bei euch aus? Was waren eure Jahreshighlights? Und habt ihr Vorsätze fürs neue Jahr? Lasst es mich gerne wissen!

Alles Liebe,

Eure Mira