Donnerstag, 10. Juni 2021

Soul Food

 Autorin: Elizabeth Acevedo
Erschienen am 21.04.2021
Im Rowolth Verlag
ISBN: 9783499003547
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Obwohl es ihr Abschlussjahr an der Highschool ist, hat Emoni das Gefühl, wichtige Entscheidungen immer nur für andere treffen zu müssen. Mit ihrer kleinen Tochter wohnt sie bei der Großmutter, und nach der Schule arbeitet sie in einem Burgerladen, um zum Lebensunterhalt beizutragen. Der einzige Ort, wo sie ihre Verantwortung loslassen kann, ist die Küche, denn Kochen ist ihre Leidenschaft – und ihre große Begabung. Man sagt, dass in all ihren Gerichten etwas Magisches steckt, das die Menschen in ihrem Innersten berührt. Doch kann Emoni es schaffen, an sich selbst zu denken und ihre eigenen Träume zu verwirklichen, wenn das Leben ihr immer wieder Steine in den Weg legt?"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Mit 10 Jahren habe ich beschlossen, Köchin oder Konditorin zu werden. Daraus ist dann, wie wir alle wissen, doch nichts geworden, aber trotzdem: Ich liebe es zu kochen und zu backen. Aus irgendeinem Grund beruhigt es mich, in der Küche etwas zu zaubern. An den Gedanken, dass es in meinem Studentenheim, in das ich im Herbst übersiedle, keinen Ofen gibt, muss ich mich erst noch gewöhnen. Aber egal, da finde ich schon eine Lösung. Und eigentlich geht es hier auch gar nicht um mich, sondern um Acevedos Roman "Soul Food". Doch auch dort geht es um das Thema Kochen. Emoni ist unglaublich begabt, was das Kochen angeht. Laut ihrer Großmutter hat sie magische Hände und irgendwann würde sie gern ihr eigenes Restaurant betreiben. Doch zuerst muss sie die Highschool abschließen. Aber für Emoni ist das nicht so einfach wie für die meisten anderen von uns, denn Emoni ist Mutter. Mit 14 wurde sie von ihrem ersten Freund schwanger und muss sich seitdem nicht nur um sich selbst kümmern, sondern auch um die kleine Emma. Hier hat mich der Roman überrascht: Ich habe noch nie ein Buch mit einer Teenie-Mutter gelesen. Bisher sind mir jugendliche Eltern nur in schlechten Realityshows oder in Zeitungsartikeln begegnet und der Ton war dabei nie besonders wertschätzend. Hier war das ganz anders. Emoni wird einfach als Mensch beschrieben. Emma ist halt einfach "passiert". Schwierig für Emoni, aber es macht sie nicht zu einem schlechten Menschen, es macht sie nicht asozial und nicht dumm. 

Ich finde es schön, dass es hier wirklich ums Kochen geht. Die Zubereitung der einzelnen Gerichte wird richtig schön beschrieben, wir lernen, worauf Emoni besonders achtet und wie sie ihre Gerichte verfeinert. Wir lesen darüber, wie gut es sich für Emoni anfühlt, zu kochen und gleichzeitig lernen wir den Alltag in großen Küchen kennen. Den Stress, dem Köche dort oft ausgesetzt sind und die Tatsache, dass das Kochen ein Knochenjob ist, bei dem man die ganze Zeit in Bewegung ist. (Das war damals auch der Hauptgrund, warum ich mir doch einen anderen Beruf gesucht habe. Während meines Schülerpraktikums war es Sommer und ich bin gleich am ersten Tag kollabiert.) Nichts wird romantisiert, nichts wird beschönigt und trotzdem kommt klar heraus, warum Emoni Köchin werden möchte. Interessant finde ich auch die Tatsache, dass die Autorin hier Rezepte einbaut. Die werde ich auf jeden Fall irgendwann nachkochen.

Mein Fazit? Ein wunderbares Buch. Ganz klare Leseempfehlung!

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