Posts mit dem Label Horror werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Horror werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 23. Februar 2026

Don't Let The Forest In

 

Quelle: Verlag

Fühlst du das Moos in deinem Bauch…

… und die Pilze hinter deinen Augen?

Die Monster kommen und sie werden dich holen! 


Als Andrew nach dem Sommer wieder an die Wickwood Academy zurückkehrt, ist nichts wie zuvor. Seine Zwillingsschwester ist beleidigt, sein bester Freund Thomas benimmt sich seltsam. Bisher waren sie ein unschlagbares Dreierteam, doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Andrew hat immer Horror-Geschichten geschrieben, Thomas dazu gezeichnet, jetzt weigert sich Thomas, einen Stift auch nur anzufassen. Als Andrew ihm in den verbotenen Wald folgt, erkennt er den Grund: Die Monster sind zum Leben erwacht.

Ein Horrorroman, der mich sofort in seinen schönen und seltsamen Bann gezogen hat. Ich war süchtig, konnte den Roman nicht mehr weglegen. Nein, das meine ich Ernst. Das ist mit einer der Gründe, warum ich Horror eigentlich kaum je lese: Ich fürchte mich ganz enorm, grusele mich mindestens die nächste Woche vor meinem eigenen Schatten (oder hier: vor meinen Zimmerpflanzen), aber MUSS das Buch trotzdem fertig lesen, da mir als Kind von einer Klassenkollegin eingeredet wurde, dass die Angst sonst nicht vergehen kann. Ob da was dran ist? Dafür weiß ich zu wenig über Horror - ich höre mir aber gerne an, was die Expert*innen unter euch darüber zu sagen haben.

Da ich mich ja mit Horror sowieso nicht auskenne, sagte mir bisher auch Botanical Horror nichts. Joa, jetzt weiß ich, dass das was ganz enorm Gruseliges ist, das eventuell damit zu tun hat, dass Pflanzen in dir wachsen. Was für eine schreckliche Vorstellung, die definitiv dafür gesorgt hat, dass ich meine Hauspflanzen jetzt ein bisschen kritischer betrachte. (WEHE, die breiten sich IN MIR aus! NOPE, NOPE, NOPE!!!!)

Wisst ihr, was ich getan habe, sobald ich mit diesem Buch fertig war? Ich habe das Buch als Weihnachtsgeschenk für meinen Bruder bestellt. Und meiner Schwester danach eingeredet, dass sie dieses Buch auch lesen muss. Denn ja, ich habe mich zu Tode gegruselt, ABER WENN ICH SCHON DARUNTER LEIDEN MUSS, DANN WENIGSTENS NICHT ALLEIN! Wozu hat man denn Geschwister, nicht? 

Auf jeden Fall freue ich mich jetzt schon darauf, mich auch vor den anderen Büchern von C. G. Drews zu gruseln. Ist es eine gute Idee, diese Bücher auch noch zu lesen? Wahrscheinlich nicht. Bin ich gerade in der Laune, gute Entscheidungen zu treffen? HELL NO!

Mein Fazit also? Total spannend, viel zu gruselig für mich. Lest es trotzdem. Und drückt mir die Daumen, dass ich bei den anderen Büchern von C.G. Drew nicht durchdrehe!

Sonntag, 9. März 2025

Our Wives Under The Sea [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Bei diesem Buch gab es für mich eine Premiere: Eine Mitarbeiterin musste zur Self-Checkout-Kasse kommen und mein Alter überprüfen. Was mich im ersten Moment etwas irritiert hat, immerhin war ich extra zur Selbstbedienungskasse gegangen, weil ich am Tag davor bei einer Arbeitsveranstaltung war und so gar keine sozialen Energien mehr übrig hatte. Und: Ich bin Mitte 20 und fühlte mich trotzdem plötzlich wieder so, wie damals, als ich zum ersten Mal Alkohol gekauft habe. Natürlich hat bei diesem Buch aber niemand mehr nach meinem Ausweis gefragt. Ich denke nicht, dass es noch irgendwelche Zweifel an meiner Volljährigkeit geben könnte. Und jetzt, mit ein bisschen Abstand finde ich diese Kontrollen eigentlich gar nicht so schlecht. Gerade bei expliziten Inhalten, egal ob Erotik oder (so wie hier) Horror. Das müssen nicht unbedingt Kinder lesen. Schwieriger umsetzbar wird das wahrscheinlich bei Online-Bestellungen oder Grenzfällen. Wie geht man mit erotischen Romanen um, die von Verlagen für ein jüngeres Publikum freigegeben wurden - wie die Bücher von Ashley Herring Blake, die in der deutschen Übersetzung scheinbar plötzlich Jugendbücher sind? Oder mit 17-Jährigen, die wahrscheinlich durchaus oft schon in der Lage dazu sind, explizite Inhalte zu verarbeiten - vielleicht sogar besser als einige Erwachsene? Ich habe keine Antworten auf diese Fragen, sie sind mir aber beim Warten an der Self-Checkout-Kasse gekommen, deswegen möchte ich sie hier ganz frech in die Runde werfen.

In diesem Roman geht es um Miri und ihre Ehefrau Leah. Leah ist beruflich viel unter der Wasseroberfläche unterwegs - für Forschungsmissionen verbringt sie teils Wochen und Monate in U-Booten an den tiefsten Orten der Welt. Doch bei dieser neuesten Mission ist etwas schief gelaufen - und die Frau, die wieder zu Miri zurückkehrt, erinnert nur noch äußerlich an Leah. So weit, so gruselig. Schockierender als die Szenen an Land war für mich aber Leahs Perspektive, die uns von der Zeit in einem plötzlich stillstehenden U-Boot am Meeresboden erzählt, ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne Wissen darüber, was denn überhaupt passiert ist und was passieren wird.

Kleiner Fakt über mich: Ich kann nicht gut mit Enge umgehen. Eventuell bin ich sogar schon leicht klaustrophobisch, habe aber keine Diagnose vorzuweisen und nenne mich deswegen nicht gerne so. Wenn ich in einem geschlossenen, kleinen Raum wie einem Aufzug stehe, erhöht sich mein Puls. Wenn ich in einer überfüllten U-Bahn stehe, muss ich mich auf meine Atmung konzentrieren und mich selbst beruhigen. Und meine bisher einzige Panikattacke passierte vor einigen Jahren in einer meiner Meinung nach komplett überfüllten Berggondel. Ich wüsste nicht, was diese Angst ausgelöst hat - sie war irgendwie schon immer da. Das erste Mal sichtbar wurde sie sogar auf einem U-Boot - passt also gut zu diesem Buch. Mein Vater hat uns Kinder zu diesem historischen U-Boot mitgenommen und hatte einen riesen Freude damit - denn sowas interessiert ihn sehr und ich weiß, wie schön er es fand, uns diese Möglichkeit bieten zu können, sowas mal von innen zu sehen. Aber sobald ich drin war, hatte ich das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Ich musste sofort wieder da raus.

Wie ihr euch denken könnt, war also allein die Vorstellung, ohne Ausweg in einem U-Boot festzusitzen, für mich unglaublich gruselig und aufreibend. Vielleicht bin ich also die falsche Person, um den Gruselfaktor dieses Buches beurteilen zu können? Denn allein beim Schreiben dieser Rezension bekomme ich wieder schwitzige Hände.

[Spoiler im nächsten Absatz]

Dafür fand ich wiederum die Szenen an Land nicht wirklich gruselig. Ekelhaft, teilweise schon, aber nicht unbedingt gruselig. Das hing vielleicht damit zusammen, dass beide Protagonisten hier sehr passiv auf mich wirkten. Außerdem wurde bis zum Ende nie wirklich geklärt, was denn jetzt eigentlich wirklich passiert ist. Warum der technische Totalausfall des U-Boots? Warum Leahs Veränderung? Woher kamen die Stimmen? Und wem gehörte dieses Auge? Ich weiß es nicht, im Buch wurde es nicht geklärt. Das waren mir persönlich fast zu viele Fragen, die hier offen blieben.

[Spoiler Ende]

Den Schreibstil hier fand ich einfach großartig. Teils super schön, teils lustig, teils hat das Buch für Tränen in meinen Augen gefühlt. Und die Szenen unter Wasser haben bei mir ein richtig beklemmendes Gefühl ausgelöst - aber nochmal, das könnte auch einfach ich sein. Kann sein, dass das den Rest der Welt gar nicht stört, das kann ich nicht beurteilen. War aber auf jeden Fall toll zum Lesen!

Mein Fazit? Ein großartig geschriebener Horrorroman, der mich als Leserin aber mit vielen Fragen zurücklässt.

Donnerstag, 28. November 2024

Der längste Schlaf [Kurzrezension]

Quelle: Verlag


Es gibt fast nichts Schlimmeres für mich, als wenn ich nicht gut schlafen kann. Eine schlaflose Nacht und die nächsten paar Tage sind zum wegwerfen. Dann bekomme ich nichts mehr auf die Reihe und fühle mich einfach generell ganz ekelhaft. Mehrere schlaflose Nächte hintereinander? Nope, vergiss es! Da muss ich mich krankschreiben lassen. 
In meiner Kindheit und Jugend war das Nicht-Schlafen-Können leider ein eher häufiges Problem. Gerade mit so 12, 13 Jahren hatte ich eine Phase, in der ich diese Schlaflosigkeit im Nachhinein doch eher schon als krankhaft bezeichnen würde. Ich konnte einfach nicht schlafen. Ich lag da, aber der Schlaf kam nicht. Es war grauenhaft. Heute bin ich meiner Schlaflosigkeit Gott sei Dank entwachsen und leide nur noch in extremen Stressphasen darunter. Und auch dann ist es für mich heute nicht mehr so schlimm wie es das als Kind war. Dann schalte ich mir meine Lieblingspodcasts ein, zücke mein Rätselbuch, mach mir eine Wärmflasche und koche mir noch eine Kanne Tee. Und meistens bekomme ich dann trotzdem noch zumindest ein paar Stunden Schlaf. Gott sei Dank!

Anders geht es hier Mara Lux. Sie ist Schlafforscherin und leidet ironischerweise ebenfalls an Schlaflosigkeit. Doch ihre Gründe sind anders und etwas ungewöhnlicher als die meinen es waren: Sie hat seit ihrer Kindheit prophetische Träume. Was sie im Schlaf sieht, passiert oft auch. So auch der Autounfall, bei dem ihre Eltern gestorben sind. Daher hat sie bis heute panische Angst vor ihren Träumen und hat einige Tage sogar versucht, gar nicht mehr zu schlafen. Und diese Angst zeigt sich schon zu Beginn der Handlung als berechtigt: Bereits zu Beginn der Handlung träumt sie, dass ihre Nachbarin durch den Himmel fliegt – und findet am nächsten Tag heraus, dass diese aus dem Fenster gefallen oder gesprungen ist.
In Deutschland ist Mara fast nie, zu viel erinnert sie dort an ihre Eltern. Doch dann wird sie durch
einen Anwalt aus Frankfurt kontaktiert. Ein ihr fremder Mann möchte ihr anonym ein Herrenhaus
vererben. Zuerst glaubt Mara an Betrug, dann an eine Verwechslung, schließlich reist sie doch an –
und plötzlich träumt sie von einem maskierten Mann und einem Mädchen, das ihre Hilfe braucht.
Gleichzeitig scheint es im Herrenhaus zu spuken – oder ist das doch eine Psychose, die durch Maras
Schlafmangel ausgelöst wurde?

Melanie Raabe kannte ich zuvor nur durch ihre Krimis und Thriller. „Der längste Schlaf“ ist wiederum eher ein sehr spannender Roman mit Mystery- und Horror-Elementen. Traum und Realität vermischen sich, verschwimmen ineinander, und wir Leser:innen rätseln an jedem Morgen wieder, welche Traumelemente sich heute denn wieder in Maras Alltag drängen werden. Das macht mir Lust auf mehr aus diesem Genre!
Wir zweifeln gemeinsam mit Mara an ihrem Verstand, wundern uns über das Herrenhaus und bangen um das kleine Mädchen. Vor allem in der zweiten Hälfte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die letzten 200 Seiten habe ich in einer Sitzung verschlungen.

Mein Fazit? Ein geniales neues Buch von Melanie Raabe!

Samstag, 30. September 2023

The Southern Book Club's Guide to Killing Vampires [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Warum ich mir dieses Buch gekauft habe, könnt ihr euch denken, oder? Exakt, richtig geraten: Da steht Buchclub im Titel. Wie könnte ich an diesem Buch nur vorbeigehen? Kann ich nicht, geht nicht, das dürfte uns allen klar sein!

In diesem Buch geht es um Patricia. Sie ist Hausfrau und Mutter in den USA der 80er-Jahren, hat zwei Kinder und einen Mann, der nur selten Zeit für die Familie hat und muss sich jetzt auch noch um die demente Mutter ihres Mannes kümmern. Ihre einzige Ablenkung vom tristen Alltag ist der Buchclub, den sie mit einigen Freundinnen ins Leben gerufen hat. Ihr Lieblingsgenre? True Crime Bücher! Und sie sind sich sicher, dass so ein Mörder in ihrer Nachbarschaft keine Chance hätte. Denn im Gegensatz zu anderen Siedlungen halte sie zusammen und achten aufeinander. Doch dann zieht da ein neuer Nachbar ins Haus neben Patricia ein und irgendwas stimmt mit ihm nicht. Aber wie kann Patricia die anderen dazu bringen, ihr zu glauben? Oder verliert sie tatsächlich gerade den Verstand, wie es ihr ihr Mann und die anderen vorwerfen?

Dieses Buch hat mir vor allem deswegen so gut gefallen, weil hier Manipulation bzw. das Phänomen des Gaslightings so spannend genutzt wird. Patricia wird sehr schnell als verrückt abgestempelt, selbst von den Menschen, die ihnen am nächsten stehen - und das, obwohl sie für uns Leser:innen sehr logisch nachvollziehbar handelt. Die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt, wir sehen, was sie sieht - und gleichzeitig konnte ich das Handeln der anderen Figuren nachvollziehen. Ich konnte verstehen, warum sie sich lieber einreden, dass Patricia einfach gerade eine schwierige Zeit durchmacht. Es ist halt doch viel einfacher, sich das einzureden, als wirklich zu glauben, dass der Mann gefährlich ist, der gerade nebenan eingezogen ist und an einer unheilbaren Krankheit leidet, die es ihm verbietet bei Tag das Haus zu verlassen. Und das geht so weit, dass Patricia sogar selbst beginnt, an sich und ihren Beobachtungen zu zweifeln, was ich verstehe, denn da wäre ich mir auch nicht sicher, ob ich nicht halluziniere.

Auch wenn ich mit dem Buch an sich meine Freude hatte, habe ich doch wieder gemerkt, warum ich normalerweise keinen Horror lese. Gerade gegen Ende habe ich mich total gegruselt und geekelt. Ich war fix und fertig als das Buch zu Ende war und bin bei jedem Geräusch zusammengezuckt. Die Vorstellung, die da in meinem Kopf entstand, war einfach schrecklich und ich musste danach zuerstmal Schund anhören, um meine Nerven wieder zu beruhigen.

Mein Fazit? Nichts für schwache Nerven! Ich fand es super spannend, gleichzeitig war es mir fast zu viel!

Samstag, 6. Mai 2023

Bunny [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Dieses Buch stand seit Ewigkeiten auf meiner Wunschliste, und als es dann im Buchclub als neue Lektüre vorgeschlagen wurde, wusste ich sofort, dass ich dafür stimmen würde. Und es hat tatsächlich die meisten Stimmen gesammelt, also habe ich es sofort gekauft und jetzt über eine Woche vor der Endbesprechung bereits beendet. Was nicht so oft vorkommt, öfters passiert es, dass ich es nicht zu Ende lese, leider.

"Bunny" habe ich aber in einem Rutsch gelesen. Es geht hier um Samantha, die an der Universität Kreatives Schreiben studiert. Wie das bei solchen Studiengängen schnell mal passiert, hat auch sie nur vier Studienkolleginnen. Die "Bunnies", wie sie sich nennen, haben eigentlich direkt nach dem Studienbeginn eine Clique gegründet und Samantha ist leider kein Teil davon. Zumindest bis jetzt, denn plötzlich erhält sie eine Einladung zum "Smut Salon", einer Veranstaltung der Bunnies. Und damit beginnt sie, immer tiefer ins Kaninchenloch dieser verrückten Gruppe hineinzustürzen...

Was ich an diesem Buch besonders mochte, ist auch das, was ganz sicher einige bei unserer Endbesprechung kritisieren werden: Der Roman war unglaublich verwirrend. Samantha ist keine verlässliche Erzählerin und auch die anderen Figuren machen keine Aussagen, auf die wir Leser:innen uns verlassen können. Und irgendwie hat die Autorin es geschafft, das auf eine Art umzusetzen, die mich total gefesselt hat. Nach den ersten hundert Seiten wollte ich den Roman nicht mehr weglegen. Ich musste das Buch immer wieder mal zuklappen, weil manche der Plottwists meinen Kopf überfordert haben und ich mir die verschiedensten Theorien zusammengesponnen habe, aber eigentlich wollte ich einfach die Nacht durchlesen.

Besonders überraschend war für mich, dass ich diesen Roman wirklich gruselig fand. Klar, hinten im Klappentext steht, dass das "Fairytale Horror" ist, aber aufgrund des süßen Covers und des eher zahmen Beginns hatte ich nicht damit gerechnet, wie verrückt die Geschichte später wird. Oft sind es gar nicht die Dinge, die passieren, sondern die Art, wie sie beschrieben wurden, die mir einen Schauer über den Rücken jagten. Dieser Schreibstil hat mich zutiefst beeindruckt, wie ihr vielleicht merkt.

Mein Fazit? Ein großartiger, unglaublich gruseliger Roman.

Montag, 13. März 2023

Something is Killing the Children [Kurzrezension]

Quelle: Verlag

Ich habe den Fehler gemacht, diesen Graphic Novel am Abend zu beginnen. Ich lag entspannt im Bett und dachte, ich lese noch ein paar Seiten, um runterzukommen. Und dann war ich so dumm, dieses Buch aufzuschlagen. Großer Fehler. Ganz großer Fehler. Denn dann war ich gezwungen, dieses Buch mehr oder weniger in einem Rutsch durchzulesen. Ich wusste einfach, dass ich nicht schlafen würde, wenn ich heute nicht noch ein gutes Ende lesen würde. Tja, Pech für mich Leute! Denn Spoiler: Hier gibt es kein gutes Ende, sondern einen verdammten Cliffhanger. Und der zweite Teil war in der Stadtbücherei Salzburg bei meinem nächsten Besuch natürlich nicht verfügbar!

Eigentlich habe ich ziemlich gute Nerven, was Bücher angeht. Ich behaupte das jetzt einfach mal, da ich in meiner Jugend eine Krimi und Thriller-Phase durchgemacht habe. Und für sehr viele dieser Bücher war ich damals eigentlich zu jung. Dachte ich zwar damals nicht, aber heute schüttle ich immer wieder den Kopf über die Thriller, die ich damals verschlungen habe und vor allem über die sehr explizite Gewalt, die es darin gab. Diese Gewalt betraf aber meistens "nur" Erwachsene. Hier, in "Something is Killing the Children", ist vor allem Gewalt gegenüber Kindern Thema. Ich weiß nicht, warum mich das überrascht hat, immerhin wurde ich sowohl im Titel als auch im Klappentext gewarnt. Aber als dann auf den Seiten die ersten sterbenden, verstümmelten Kinder und Kinderleichen auftauchten, war ich doch baff. Ich hatte nicht damit gerechnet und schon gar nicht damit, dass das explizit und mit so vielen Details gezeigt wird. Damit hatte ich um ehrlich zu sein zu kämpfen, aber ich schätze, da war ich selbst schuld.

Schon auf den ersten Seiten wurde mir klar, dass es sich hierbei um eine ganze Reihe handeln wird. (Ja, auf dem Cover seht "Band 1". Ja, das hätte schon ein Hinweis sein müssen. Nein, der Tag, an dem ich dieses Buch ausgeliehen habe, war nicht einer meiner hellsten. Offensichtlich.) Viele verschiedene mögliche Handlungsstränge tun sich auf, wir bekommen eine spannende Protagonistin, die offensichtlich eine interessante Hintergrundgeschichte hat, unterschiedlichste Arten von Monstern werden eingeführt - und natürlich konnte das nicht im ersten Teil alles geklärt werden. Genau deswegen werde ich auf jeden Fall auch noch die weiteren Bände lesen müssen, sobald ich sie auftreiben kann. Deswegen und weil ich unbedingt noch ein gutes Ende brauche. Auch wenn ich befürchte, dass ich das hier nie bekommen werde...

Mein Fazit? Auf keinen Fall etwas für schwache Nerven, denn dieses Graphic Novel war auch für mich schon grenzwertig. Trotzdem muss ich jetzt unbedingt den nächsten Band lesen und herausfinden, wie es weitergeht. Uff.

Samstag, 17. April 2021

Das Lied der Kämpferin

 Autorin: Das Lied der Kämpferin
Erschienen am 8.3.2021
Im btb Verlag
ISBN: 9783442717392
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"In einer nicht allzu fernen Zukunft ist die Erde ein düsterer Ort, heimgesucht von mörderischen Kriegen, zerstört von den Menschen selbst und gewaltigen Naturkatastrophen. Einigen wenigen ist es gelungen, sich auf eine Raumstation zu retten, um von hier aus die letzten Reserven der Erde zu Plündern. Herrscher dieser neuen, trostlosen Welt ist ein ebenso tyrannischer wie blutrünstiger Sektenführer. Doch eine Gruppe junger Rebellen lehnt sich auf gegen das eiserne Regime, angespornt von der charismatischen Mädchen-Kriegerin Joan, die über ganz eigene Kräfte verfügt und deren Geschichte das Schicksal zukünftiger Generationen bestimmen wird."
Quelle: Verlag

Meinung:
Dieses Buch war nicht so, wie ich es erwartet habe. Ich dachte, dass das hier eine "normale" Dystopie ist, wie ich sie schon dutzende Male gelesen habe. Aber so war das nicht. Absolut nicht.
 
Das auffälligste an diesem Roman ist der Stil. Der war… schwierig. Komplizierter Satzbau, Abschweifungen, Fachwörter, die ich das letzte Mal vor zwei Semestern gehört habe. Oft ist unklar, was wirklich passiert und was nur in der Fantasie der Figuren ... Das macht das Buch schwer zugänglich. Für mich kein größeres Problem - immerhin habe ich durch mein Studium gelernt, mit schwierigen Texten umzugehen. Aber auch ich habe für dieses Buch länger gebraucht als ursprünglich geplant. Normalerweise habe ich kein Problem damit, innerhalb einer Stunde 50 Seiten oder mehr zu lesen, bei diesem Buch war das nicht möglich. Spätestens nach zwanzig Seiten musste ich pausieren, um erstmal alles zu verarbeiten.
 
Ich war etwas überrascht von Joan. Im Klappentext wird sie als "charismatische Mädchen-Kriegerin" beschrieben. Von ihrem Charisma habe ich nicht viel mitbekommen. Eine Kriegerin? Auf jeden Fall. Besondere Kräfte? Check! Aber charismatisch? Nope! Schade fand ich auch, dass ich als Leserin über einen großen Teil ihrer Geschichte im Unklaren gelassen wurde. Warum hat zum Beispiel ausgerechnet sie diese besonderen Kräfte? Und warum zur Hölle sollte sie verbrannt werden? Und wie konnte es passieren, dass die Erde zu so einem lebensfeindlichen Ort wird?

Schmerz und Gewalt spielen in diesem Text eine große Rolle. Teils fügen sich die Figuren den Schmerz durch kunstvolle Verbrennungen selbst zu, teils werden sie Opfer von Gewalt. Es gibt medizinische Experimente und sexuelle Gewalt, später auch Folter. Das hält sicher nicht jede:r Leser:in aus.

Mein Fazit? Nicht das, was ich erwartet habe. Die Protagonistin konnte mich nicht begeistern. Allerdings ist das Buch für mich aus wissenschaftlicher Perspektive spannend. Da kann man einiges daraus machen und sollte jemand schon eine Arbeit zum Buch gelesen haben, wäre ich dankbar, wenn ihr mir die weiterleiten könntet.

Samstag, 23. Mai 2020

Tommy's Rache

Autor: Denny van Heynen
Erschienen am 16. Juni 2017
Im Selbstverlag
ISBN: B06XQWWQ7K
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Autor
Zum Autoren:
"Der nordrhein- westfälische Autor lebt mit seiner Familie am Niederrhein, wo er die Freude am Schreiben von Romanen und Kurzgeschichten entdeckt hat. Darin macht er sich vor allem für LGBT´s sowie den Tierschutz stark und hält dem Mainstream einen Spiegel vor. Das Aufzeigen menschlicher Abgründe ist ihm dabei ebenso wichtig, wie die Unterhaltung seiner Leser. Des Weiteren lässt er neben der eigenen Homosexualität oftmals esoterische Themen in seine Werke einfließen.
Mehr Informationen gibt es auf seinem Autorenblog:
https://vanHeynen.blogspot.com"
Quelle: Autor

Klappentext:
"Tommy geht als Kind tagtäglich durch die Hölle. An seiner Schule ist der übergewichtige Junge seit jeher ein Außenseiter und wird von seinen Mitschülern massiv gedemütigt.
Sein schweres Trauma und die schmerzhaften Erinnerungen holen ihn Jahre später wieder ein, als sein Chef ihn aus beruflichen Gründen bittet, zurück in die Nähe seines einstigen Wohnortes zu ziehen. Tommy setzt von nun an alles daran, sich mit esoterischen Hilfsmitteln zu schützen.
Während der unausweichlichen Zugfahrt in die Vergangenheit werden jedoch dessen unangenehmsten Befürchtungen wahr: er trifft auf Joe, Sam und Lucy- seine früheren Peiniger.
Aber er ist ihnen nun nicht mehr hilflos ausgeliefert, da er sich zu einem attraktiven, starken Mann entwickelt hat. Zudem steht ihm ein aufmerksamer Partner zur Seite, der nichts von seiner schlimmen Kindheit ahnt.
Tommy wird dieses Mal von seiner besonderen Gabe beschützt- doch was für ihn eine außergewöhnliche Fähigkeit ist, wird für seine Peiniger zur bitteren Rache...

"Tommy´s Rache" beruht lose auf wahren Begebenheiten im Leben des Autoren Denny van Heynen."

Quelle: Goodreads

Meine Meinung:
Ich weiß, meistens rede ich nicht wirklich viel über solche Dinge, aber: Das Cover gefällt mir nicht. Natürlich muss man da gerade bei Self-Publishern immer ein Auge zudrücken, doch dieses Buch hier hätte ich mir wohl gerade wegen dem Cover nicht aus eigenem Antrieb gekauft. Es trifft einfach wirklich nicht meinen Geschmack.

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Kurzroman. Entschuldigt also bitte, falls es zu Spoilern kommt! Das eBook umfasst nur knapp um die 70 Seiten, davon spielt sich die Handlung auf vielleicht 60 davon ab. Dazu kommt ein recht langes Vorwort und halt das sonstige Drumherum, das Bücher so an sich haben. Deswegen hab ich das Buch auch in einem Rutsch durchgelesen. Das Vorwort fand ich eine gute Ergänzung, da so auch der Antrieb des Autoren, diese Geschichte zu schreiben, verständlich wird. Man merkt schon hier, dass viele Emotionen in diesem Buch verarbeitet wurden und das Schreiben des Buches vielleicht auch therapeutische Wirkung auf den Autoren hatte. Schlimme Erlebnisse in Texten zu verarbeiten, ist ja durchaus auch ein legitimer Grund, ein Buch zu schreiben. Nur muss man da dann halt immer aufpassen, den Leser nicht zu überfordern. Immerhin weiß der Leser nur das, was da auch im Text steht, er kennt die Geschichte des Autoren nicht oder nur abschnittsweise. So wurde zwar Tommys Motiv sehr klar und sein Wunsch nach Rache nachvollziehbar, doch an vielen anderen Stellen wirkte es auf mich so, als hätte der Text unter diesen starken Gefühlen gelitten. Ich denke, dass gerade gegen Ende, wo der Titel dann wirklich Sinn bekommt, mehr möglich gewesen wäre. Da war dann das Rachenehmen sehr im Vordergrund und der Schreibstil war deswegen nicht mehr so gut, wie er es vorher war. Besonders sichtbar wurde das meiner Meinung nach an den Dialogen, die hier doch eher geschwächelt haben.

Die Gabe Tommys wirkte auf mich leider nicht ganz glaubwürdig. Mir als Leserin wurde nicht ganz klar: Wie zur Hölle kam es zu dieser Gabe? Und was kann Tommy und was kann er nicht? Klar, es wird gezeigt, wie Tommy seine Gabe trainiert. Doch da ist ein ziemlich großer Sprung zwischen dem, was er trainiert und dem, was er dann gegen Ende mit der Gabe alles machen kann. Mir ist klar, dass man in einem Kurzroman eine Auswahl treffen muss und nicht jedes Detail genau beschreiben kann. Hier fehlten aber meiner Meinung nach wichtige Puzzleteile, die die Handlung und vor allem Tommys Gabe nachvollziehbar gemacht hätten.

Auch mit Tommy selbst wurde ich bis zum Schluss nicht ganz warm. Zu Beginn dachte ich noch, dass er mir sicher im Laufe der Handlung noch ans Herz wächst, aber da lag ich leider falsch. Den Grund dafür kann ich hier leider nicht beschreiben, es hängt aber mit seiner Gabe und wie er sie für seine Rache verwendet zusammen.

Mein Fazit? Gefallen hat mir über weite Teile der Schreibstil und ich halte das Vorwort für eine wirklich wichtige Ergänzung zum Text. Weniger gefallen haben mir leider der Protagonist und seine Gabe. In Summe also leider nur mittelmäßig.