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Willkommen in meiner Ecke des Internets. Bleib doch ein bisschen! Koch dir eine Tasse Tee und lass uns über Bücher quatschen.
Dienstag, 14. Februar 2023
Book Love. Eine Liebeserklärung an das Lesen
Samstag, 29. Oktober 2022
Das Inferno [Kurzrezension]
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Dieses Buch habe ich vor einer Woche in der Auslage meiner liebsten Buchhandlung gesehen. Natürlich war ich sofort neugierig. Ich meine: "Das Inferno". Dass das was mit Dante zu tun haben muss, war mir sofort klar! Und wie ihr alle wisst, habe ich eine regelrechte Obsession mit Dante und seinem Werk entwickelt. Die geht so weit, dass ich in der Zwischenzeit sogar überlege, ob ich meine Masterarbeit über die "Commedia" oder zumindest einen Teil davon schreiben soll. Dass ich mir dieses Buch gekauft habe, halte ich also für eine Investition in meine Zukunft als erfolgreiche Literaturstudentin.
Die Geschichte des Infernos kennt ihr wahrscheinlich, oder? Dante (beziehungsweise ein namenloser Erzähler, der von meinen Profs Dante genannt wird, bei dem ich mir aber nicht sicher bin, ob sein Name jemals genannt wird), verirrt sich im Wald und trifft dort auf grauenhafte Monster. Vor denen rettet ihn sein Idol Vergil, ein römischer Dichter. Bis hierher ist die Geschichte im Original und in dieser Adaption sehr gleich. Klar, die Monster sind andere (zum Beispiel ein Versicherungsvertreter - grauenhafter Typ!), aber doch Monster. Und auch Vergil hat seinen Auftritt. Hier trifft er allerdings in Form eines Schakals auf. Warum das so ist, kann ich euch nicht sagen. Ich glaube nicht, dass das irgendwo erklärt wird. Hat der Schakal irgendeine symbolische Bedeutung, die ich nicht kenne? Das einzige, das meine literarischen Nachschlagewerke ausgespuckt haben, ist, dass ein Schakal für einen ägyptischen Totengott stehen kann. Ich glaube nicht, dass diese Verbindung hier gewollt ist, aber zumindest passt das doch ein bisschen zusammen, oder?
[Kleine Spoilerwarnung: Es werden inhaltliche Aspekte angesprochen. Große Twists werden nicht verraten, aber ich beschäftige mich mit den Unterschieden zur Originalversion. Da muss ich natürlich den Inhalt ansprechen. Wer das nicht hören möchte, überspringt bitte den nächsten Absatz.]
Vergil lässt Dante auf jeden Fall ausrichten, dass ihn Dantes verstorbene Geliebte Beatrice schickt (die der reale Dante übrigens nur zwei- oder dreimal vor ihrem Tod gesehen hat), die möchte, dass er auf den Weg der Tugend zurückkehrt. Und deswegen soll Vergil ihn jetzt durch die Hölle führen, damit Dante weiß, was ihn erwartet, wenn er sich nicht bessert. Hier beginnen die richtig großen Unterschiede zum Original. Die Höllenkreise beinhalten andere Strafen, Dante interessiert sich nicht wirklich für die Insassen der Hölle und die Herrscher der Hölle sind nicht wirklich erfreut von Dantes Anwesenheit in der Hölle und nehmen hier die Rolle der Antagonisten ein. Und auch vom neuen Ende bin ich kein großer Fan, denn dadurch werden die zwei weiteren Teile der "Commedia" - das "Purgatorio" und das "Paradiso" - unmöglich gemacht.
[Spoiler Ende]
Eigentlich könnte man das also meiner Meinung nach als eigenständige Geschichte bezeichnen, die zwar Ähnlichkeiten mit Dantes Werk hat, aber auch nicht viel mehr. Von dieser Entscheidung kann man halten, was man will. Ich persönlich bin immer noch zwiegespalten. Ich habe diesen Comic ja gekauft, weil ich ein großer Dante-Fan bin und gespannt darauf war, wie das "Inferno" in Comicform dargestellt wird. Dass es dann so viele Abweichungen von Dante gab, sorgte bei mir für Irritation. Das ist allerdings nicht nur schlecht, denn so war ich gezwungen, mich aus einer ganz anderen Perspektive mit diesem Werk zu beschäftigen und sie neu wahrzunehmen - obwohl ich sie gerade gar nicht las.
Auch wenn mir einige der Änderungen gar nicht zusagten, fand ich andere ziemlich cool. Dass in der Hölle zum Beispiel Bürokratie eine große Rolle spielt, halte ich für passend. Und einen gewissen österreichischen Diktator wollte ich schon immer mal in der Hölle leiden sehen. Meier hat eindeutig Humor, was er meiner Meinung nach an vielen Stellen beweist, entweder direkt im Text oder subtiler durch Bildsprache.
Mein Fazit? Der Autor hat seine künstlerische Freiheit voll ausgenutzt und viele Aspekte von Dantes "Göttlicher Komödie" komplett verändert. Das ist natürlich sein gutes Recht, ich hätte mir stellenweise aber mehr Ähnlichkeit mit dem Originaltext gewünscht. Trotzdem handelt es sich bei "Inferno" um ein gut gelungenes Graphic Novel und für eine interessante Lektüre für Zwischendurch.
Mittwoch, 26. Oktober 2022
What if? 2 Was wäre wenn?
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Samstag, 8. Januar 2022
Schattenspringer. Wie es ist, anders zu sein [Kurzrezension]
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Das erste, was ich tat, nachdem ich mein Studentenzimmer eingerichtet habe, war folgendes: Ich schwang mich auf mein Rad, suchte mir den Standort der Stadtbücherei heraus, fuhr dorthin und holte mir eine Büchereikarte und einen Stapel Bücher. "Schattenspringer" war eines davon. Das Buch wurde mir vor Ewigkeiten mal empfohlen, ist dann aber auf meiner Wunschliste einfach immer weiter nach unten gerutscht, so wie das manchmal halt ist. Als ich es aber in der Bücherei sah, erinnerte ich mich wieder an die Empfehlung und packte es gleich ein.
In diesem Comic beschreibt die Autorin anschaulich, wie es ist, anders zu sein. Und nicht nur irgendwie anders: Die Autorin ist Autistin. Autist:innen kennen die meisten wohl nur aus Serien wie "Big Bang Theory", was allerdings keine gute Repräsentation ist. Jede:r Autist:in ist anders - was bei der Lektüre dieses Comics sehr schnell klar wird. Was mir an diesem Comic gut gefällt, ist die Tatsache, dass das keine Leidensgeschichte ist. Ich will damit nicht sagen, dass es nicht in Ordnung ist, über seine Leidensgeschichte zu schreiben, wenn einem danach ist. Aber ich lese das halt nicht so gerne. Hier spricht die Autorin ganz unaufgeregt über ihren Alltag, ihre Kindheit und ihre Jugend. Sie illustriert ihre Symptome und die Reaktionen ihrer Mitmenschen auf ihre Fettnäpfchen. So sind zum Beispiel andere Kinder für sie "unlogische Reizmaschinen", Redewendungen versteht sie wörtlich (Wie zur Hölle soll jemand über seinen:ihren Schatten springen?) und Sinnesreize überfordern sie. Als Autistin fühlt sie sich immer wieder so, als wäre sie von einem anderen Stern - was die Autorin hier durch Antennen darstellt. Finde ich eine super witzige Idee.
Der Zeichenstil ist zu Beginn überraschend bunt und fröhlich. Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Leider hält das aber nur die ersten paar Seiten an, danach sind die Bilder schwarz-weiß. Finde ich persönlich schade, mir gefielen die bunten Bilder. Aber ist halt auch Geschmackssache, schätze ich.
Mein Fazit? Eine tolle Einführung in das Leben einer Autistin. Abzüge gibt es von meiner Seite nur, weil nicht alles so bunt ist wie zu Beginn. Ich freue mich darauf, hoffentlich bald auch die anderen Comics der Autorin lesen zu können.
Dienstag, 7. Dezember 2021
Dein Bücherregal verrät dich. Momente, die du nur kennst, wenn du Bücher liebst
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Mittwoch, 27. Januar 2021
Fangs [Kurzrezension]
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Dieses Buch war ein Weihnachtsgeschenk von meinen Eltern. Seit Jahren hat es sich bei uns eingebürgert, dass ich zu Weihnachten einen Comic der Autorin bekomme. Warum? Nun, weil ich Frau Andersen auf Instagram folge und ihr Humor genau dem meinen entspricht. Die meisten der Themen und viele der Situationen, die sie anspricht, kenne ich exakt so aus meinem eigenen Leben. Dass ich mich da dann jedes Mal wieder köstlich amüsiere, dürfte keinen überraschen.
Dieses Buch unterscheidet sich ziemlich von den Vorgängern. Ist das schlecht? Auf gar keinen Fall! Während Sarah Andersen in den vorherigen Comics hauptsächlich über das alltägliche Leben gescherzt hat, hat sie sich mit diesem Buch an eine Fantasy-Geschichte gewagt. Ein komplett neues Thema also und nicht nur das: Auch den Zeichenstil kann man kaum mit dem ihrer früheren Comics vergleichen. Hier gibt es mehr Details, vor allem was die Darstellung der Menschen angeht. Beziehungsweise der Nicht-Menschen. Genau darum geht es hier nämlich: Um eine Vampirin und einen Werwolf. Die zwei lernen sich in einer Bar kennen und verlieben sich in einander. Diese Idee war für mich neu. In den meisten Büchern, in denen sich Vampire und Werwölfe begegnen, stehen sich diese ja als Feinde gegenüber. Hier offensichtlich nicht.
Geändert hat sich auch die Tiefe der Geschichte. Versteht mich nicht falsch, dieses Buch ist immer noch sehr lustig und kurzweilig. Doch während ihre vorherigen Hefte wirklich nur aus Sketches bestanden und keine Situation länger als über eine Seite behandelt wurde, ist das hier eine fortlaufende Geschichte. Wir lernen also die zwei Protagonisten, Elsie und Jimmy, wirklich sehr gut kennen.
Die Beziehung der zwei Protas ist einfach zum Niederknien! Ich musste an so unglaublich vielen Stellen laut lachen! Wenn sich Elsie als Hundemensch beschreibt, zum Beispiel, oder mit Jimmy schon wieder darüber diskutieren muss, ob sie ihm bei ihren nächtlichen Spaziergängen eine Leine anlegen darf. Oder wenn Jimmy seine Freunde irgendwie davon überzeugen muss, dass seine Freundin existiert, ohne dass er ihnen Fotos von ihr zeigen kann. Glaubt mir bitte einfach, dass die Autorin auch mit diesem Buch wieder exakt meinen Humor getroffen hat!
Mein Fazit? Ein absolut wunderbarer Comic, der mich bis zur letzten Seite begeistern konnte. Ich kann euch dieses Büchlein wirklich aus ganzem Herzen empfehlen!




