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Samstag, 18. April 2026

Bite the Bride

Quelle: Verlag


Katherine Campbell ist eine von sehr wenigen menschlichen Studentinnen an der Darkthorn Universität – und sie hasst Vampire. Nicht unbedingt ideal an einer Universität, wo es vor Vampiren, Werwölfen und ähnlichen Wesen nur so wimmelt. Doch als sie dann versucht, ein Zauberbuch zu stehlen, ist sie plötzlich auf Vampire angewiesen. Denn sie entfesselt einen gefährlichen Fluch, der nur dadurch im Zaum gehalten werden kann, wenn Chef-Bibliothekar Ethan Hawthorn sie regelmäßig beißt. Und das ist nur mehr in Ehen legal. 

Also werden die beiden blitzschnell verheiratet, ohne Rücksicht auf gegenseitige Sympathien, und ein ständiges Seilziehen beginnt. Kann diese Ehe funktionieren?

Kurze Antwort: Nein! Sollte sie nicht! Dürfte sie nicht! Ich konnte diese Beziehung nicht ausstehen und ich weiß echt nicht, warum zur Hölle diese beiden Figuren ein gemeinsames Happy End bekommen haben. Und ich verstehe beim besten Willen nicht, warum die Beziehung bei allen anderen Figuren, Kreaturen und Mächten SO GUT ankommt, wie sie es in diesem Buch tut.

Katherine Campbell hält sich selbst für sehr intelligent, aber ist trotzdem in jedem Kapitel wieder davon überrascht, dass ihr Handeln Konsequenzen haben könnte. Sie ist ein Mensch ohne irgendwelche magischen Talente - trotzdem überschätzt sie sich selbst immer und immer wieder. Denn wie kann es jemand wagen, ihr zu vorzuschreiben, welche Talente sie hat oder nicht hat? Das wär ja noch schöner!

Und statt dann Verantwortung zu übernehmen, wenn mal wieder etwas schiefgeht, sieht sie sich selbst lieber als Opfer und versucht, gegen Ethan und alle anderen Figuren zu rebellieren, indem sie einfach wirklich unfreundlich zu allen ist. Dabei scheint sie zu vergessen: Schuld an ihrer Situation ist nun mal vor allem sie selbst. Denn wenn sie auch nur einmal kurz nachdenken würde statt nur davon auszugehen, dass sie aufgrund ihrer Menschlichkeit diskriminiert wird, dann würde keine dieser Situationen passieren.

Mitleid braucht man mit Ethan  aber trotzdem nicht zu haben. Immerhin beweist er Seite für Seite wieder, dass er nicht in der Lage dazu ist, sinnvoll zu kommunizieren oder mit seinen Emotionen erwachsen umzugehen. Auch wird er Katherine gegenüber handgreiflich und würgt sie. Aber natürlich findet sie das heiß. Auch sonst war das Thema Consent hier immer wieder ein Problem. Aber auch das findet sie natürlich gut. Meiner Meinung nach ist das einfach nur problematisch, gerade da das hier ein Buch ist, das sich selbst als „witzig“ vermarktet. Auch in Liebesromanen kann und muss toxisches und gewalttätiges Verhalten als solches reflektiert werden. Natürlich, es gibt auch Dark Romance - aber diese wird dann als solche vermarktet. Leser*innen wissen, was sie dort erwartet. Wenn so ein Verhalten aber einfach als gegeben in einer ROM-COM angenommen wird, dann trägt dieses Buch zu einer Normalisierung von Gewalt gegen Frauen bei.

Dieses Buch hätte eine wunderbare RomCom in düsterem Setting werden können. Mich hat das Buch aber leider nicht abgeholt. Daher auch keine Leseempfehlung.

Sonntag, 18. Januar 2026

Never Trust Your Fake Husband [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Inzwischen ist es so weit, dass ich mir bei der Arbeit einen gewissen Ruf aufgebaut habe. Nicht nur im Büro, generell bin ich im Bibliothekswesen inzwischen als New Adult-Expertin bekannt und darf mich über Einladungen zu Workshops und Vorträgen freuen. Nicht unbedingt der Ruf, um den ich mich bemüht hätte, aber ich will mich nicht beschweren. Gibt schlimmere Vorträge, die man halten kann. So habe ich meinen Spaß und meine Zuhörer:innen hoffentlich auch.

Einer der Vorteile, der sich daraus ergibt: Im Büro werden Liebesromane oft zuerst mir angeboten. Und manchmal greife ich natürlich auch zu. Hier zum Beispiel, bei "Never Trust Your Fake Husband". Ich liebe Fake Dating und Gedächtnisverlust kenne ich zwar bisher nur aus Fanfiction, aber warum sollte mir das nicht auch in Buchform gefallen?

Als Zoe im winterlichen Paris mitten in der Nacht zu sich kommt, kann sie sich an nichts mehr erinnern. Nicht mal mehr ihren Namen kann sie uns zu Beginn der Handlung nennen. Alles, was sie weiß: Ein Fremder beugt sich über sie und plötzlich fallen Schüsse. Er rettet sie und sie schaffen es, sich auf eine Flusskreuzfahrt zu schmuggeln. Dort geben sie sich als Ehepaar aus – denn was wäre eine bessere Tarnung, als ein Pärchen auf Hochzeitsreise?

Was sich auf den ersten Blick für mich wie die ideale Lektüre für Zwischendurch anhörte, traf dann leider nicht ganz meinen Geschmack. Leider war der Humor nicht ganz mein Fall und auch mit Zoe, die ich als überdreht und albern empfand, wurde ich nicht warm. 

Sehr gestört haben mich hier aber gewisse "Überlebensstrategien", die in der Realität wohl Agent Jakes frühzeitigen Tod zur Folge hätten. Das Zukleben von tiefen Wunden mit Sekundenkleber zum Beispiel, oder das Rausziehen von Gegenständen, die in tiefen Wunden stecken. Bitte, Leute, beides macht ihr bitte, bitte nicht! Ich weiß nicht, warum sowas immer wieder in Büchern auftaucht und ganz ehrlich: Ich halte sowas für unglaublich gefährlich. Gerade, weil ich das Gefühl hatte, als würde sich dieses Buch an eine jugendliche Zielgruppe richtet. Ich möchte Jugendlichen auf gar keinen Fall Naivität unterstellen, mein jugendliches Ich hätte aber seeeeehr viel geglaubt, einfach nur weil es in Büchern drinstand. 

Mein Fazit? Ich befürchte, dass ich für dieses Buch einfach zu alt war. Als 15-Jährige hätte ich die Geschichte und wohl auch Zoe geliebt, jetzt mit meinen 26 Jahren war ich aber leider kein Fan davon.

Sonntag, 5. Oktober 2025

Great Big Beautiful Life [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Margaret Ives, Tochter einer Skandal-Familie und Frau eines verstorbenen Musikers, hat schon lange niemand mehr gesehen. Legenden ranken sich um ihren Namen, niemand weiß, wohin und warum sie verschwunden ist. Doch jetzt möchte sie eine Biographie über ihr Leben schreiben lassen – ein wahrer Traumjob, das findet zumindest Alice Scott, die in diesem Auftrag ihre große Chance sieht. Weniger begeistert scheint Hayden Anderson, aber was erwartet man vom grantigen Pulitzer-Preisträger? Beide werden dazu eingeladen, einen Probemonat bei Margaret zu absolvieren, danach will sie sich entscheiden. Doch hat Alice, die den großen Durchbruch noch nicht geschafft hat, überhaupt eine Chance? JA, beschließt sie und macht sich an die Arbeit. Wenn sie nur nicht bald das Gefühl hätte, dass die Dame nicht ganz ehrlich mit ihr ist. Und wenn ihre Anziehung zu Hayden bloß nicht so stark wäre. Denn beide möchten diesen Job – und am Ende wird ihn nur einer bekommen, was einer noch frischen Beziehung nicht gut tun würde.

Eine schöne Geschichte über zwei ehrgeizige Menschen im typischen Emily Henry-Stil. Unterbrochen wird die Liebesgeschichte immer wieder von Episoden aus Margarets Leben, was ich spannend fand. So lernen wir parallel auch sie und ihre Familiengeschichte besser kennen.

Die Beziehung zwischen Alice und Hayden entwickelte sich trotz Zweifel von beiden Seiten allerdings recht schnell – da hat mir leider etwas Tiefe und Spannung gefehlt. Trotzdem eine angenehme Lektüre für Zwischendurch!

Sonntag, 13. April 2025

Seven Years From Now [Hörbuch/Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Hach, dieses Buch war einfach unglaublich süß. Clementine ist am Boden zerstört, denn sie hat ihre Tante verloren, die eine sehr wichtige Bezugsperson für sie war. Ihre Tante war immer sehr exzentrisch, hat immer zu ihr gehalten, kurz: Das Band zwischen ihnen war ein ganz besonderes. Und jetzt ist diese Tante einfach weg und alles, was Clementine bleibt, ist die Wohnung ihrer Tante. Die Wohnung, von der diese Tante immer behauptet hat, dass sie verzaubert ist. Manchmal finde man sich einfach sieben Jahre in der Vergangenheit wieder. Und das passiert auch Clementine: Plötzlich ist da ein fremder Mann in ihrer Wohnung. Kein Einbrecher, sondern einfach nur James, der hier kurzfristig wohnen darf, während Clementines Tante verreist ist. Ein super sympathischer junger Mann, der toll kochen kann und große Träume verfolgt. Ein richtiger Traum-Typ, der mich zum Lächeln und Kichern brachte.

Schön fand ich, dass sich die Autorin wirklich Gedanken um den Zeitreise-Aspekt gemacht hat. Sie hat fixe Regeln dafür festgelegt, die wir gemeinsam mit Clementine und James entdecken. Und sie lässt James und Clementine auch in Clementines Gegenwart immer wieder auf einander treffen: Plötzlich ist James hier ein Starkoch und das Verlagshaus, für das Clementine arbeitet, möchte sein Buch verlegen. Was natürlich zu Komplikationen führt. Denn Clementine arbeitet auf ihren nächsten großen Karriereschritt hin und braucht unbedingt dieses Buchprojekt - doch der Lauf der Handlung verkompliziert die Beziehung und damit die mögliche Zusammenarbeit der beiden immer weiter.

Ebenfalls hat es mir gefallen, dass der Fokus nicht nur auf der Beziehung zwischen Clementine und James lag. Auch das Band zu Tante Analea wird aufgearbeitet, es geht hier viel auch um die Frage, wie (und ob) sich ein so großer Verlust aufarbeiten lässt. Clementine wünscht sich nichts mehr, als ihre Tante nur noch einmal zu sehen, nur noch einmal mit ihr zu sprechen. Diesen Wunsch kennen wahrscheinlich alle von uns, die schon einmal jemanden verloren haben. Im Gegensatz zu ihr haben wir aber keine durch die Zeit reisende Wohnung zur Verfügung, die diesen Wunsch vielleicht und mit ein bisschen Glück erfüllen könnte. Doch auch diese Wohnung ist nicht die magische Lösung für dieses Bedürfnis - denn Clementine hat keine Kontrolle über diese Zeitreisen. Sie kann nicht entscheiden, wann der Sprung passiert. Manchmal wacht sie einfach auf und die Wohnung befindet sich exakt sieben Jahre in der Vergangenheit. Und manchmal ist sie in der Vergangenheit und in der nächsten Sekunde wieder in ihrer Gegenwart, ohne, dass sie es wollte. Und die Wohnung kann in der Vergangenheit auch nicht verlassen werden - Clementine würde dann genau wieder in ihrer Gegenwart landen. Also nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint.

Auch toll fand ich hier die Beschreibung von James Liebe zu Essen. James ist Koch und in Clementines Gegenwart sogar ein Starkoch mit eigenem Restaurant. Von Zitronenkuchen bis hin zu Spaghetti (?) mit Trockeneis bekommen wir hier viele seiner Experimente mit. Von einigen ist Clementine sehr angetan, von anderen eher weniger, aber ich habe es geliebt, wie sehr ich James Begeisterung spüren konnte. Die Autorin hat es geschafft, das glaubwürdig rüberzubringen und hat mich auch dazu gebracht, an einem Punkt der Handlung selbst damit zu beginnen, endlich mal wieder einen Kuchen zu backen. Nein, leider keinen Zitronenkuchen, Brownies, die aber ebenfalls sehr gut geworden sind.

Mein Fazit? Eine sehr schöne Liebesgeschichte - eine Liebeserklärung an besondere Menschen, Essen und an das Leben.

Freitag, 28. März 2025

The Last Bookstore on Earth [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Als ich 16 war, habe ich mal damit begonnen, einen Roman über ein Mädchen zu schreiben, das sich über die Apokalypse freut, weil sie so endlich mal Zeit hat, um alle Bücher zu lesen, die sie lesen will. Es war eine meiner Meinung nach sehr lustige Geschichte, die ich wegen Schulstress aber nie beendet habe. Naja, vielleicht irgendwann mal? An diese Geschichte musste ich auf jeden Fall hier denken.

In diesem Roman geht es um die 17-jährige Liz, die seit inzwischen kanpp einem Jahr in einer Buchhandlung lebt. Die restliche Welt liegt in Trümmern, und die wenigen Überlebenden haben durch die Stürme inklusive Säureregen alles verloren. So auch Liz, für die dieses Geschäft seitdem der einzige Ort ist, an dem sie sich noch sicher fühlt. Mit den Büchern handelt sie auch jetzt noch, gleichzeitig hat sie die Buchhandlung zu einer Art Postamt umfunktioniert: Menschen können hier Nachrichten hinterlassen und abholen. Doch dann bricht eines Tages die gleichaltrige Maeve ins Geschäft ein. Sie ist sehr wahrscheinlich gefährlich und wird verfolgt, doch da gerade ein weiterer Sturm aufzieht, brauchen die beiden einander. Liz bietet Maeve eine Unterkunft an, Maeve wiederum hilft Liz bei einigen Reparaturen und bei der Beschaffung neuer Vorräte. Und während sich der Himmel mit jedem Tag weiter verdunkelt, entwickelt sich zischen den beiden eine zarte Liebesgeschichte …

Es handelt sich hierbei um einen schönen und jugendgerechten Liebesroman von einer selbst erst 19 Jahre alten Autorin. Das junge Alter der Autorin merkt man an manchen Stellen meiner Meinung nach auch, aber das ist okay. Und ich finde, dass hier definitiv auch schon das Potential sichtbar wird, das die Autorin mit sich herumträgt. So oder so bin ich gespannt, welche Bücher dieser Autorin ich in Zukunft noch kennenlernen darf. 

Neben der stimmigen Beziehung zwischen den beiden Mädchen findet sich hier auch viel Spannung, die zumindest bei mir dafür gesorgt hat, dass ich nur so durchs Buch geflogen bin. Was verbirgt Maeve? Was ist mit Liz‘ Familie passiert? Und werden die beiden den nächsten Sturm überstehen?

Dass sowohl Maeve als auch Liz es geschafft haben, so lange am Leben zu bleiben, hat mich überrascht - beide zeichnen sich hier nicht durch ihre großartigen Survivalskills aus. Doch ich glaube, dass genau diese Eigenschaft dazu beitragen könnte, dass jüngere Leser:innen sich in den beiden Protagonistinnen wiedererkennen können. Sie sind eben keine Supermenschen, sondern ganz normale Mädchen, die trotz allem einfach auch eine gewaltige Portion Glück hatten.

Mein Fazit? Ein schöner Jugendroman!

Montag, 24. Februar 2025

"Iron Flame" und "Onyx Storm" [Hörbuch/Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Quelle: Verlag

Nachdem ich "Fourth Wing" beendet hatte, kam für mich gleich die große Enttäuschung: "Iron Flame" sollte schlechter sein. Das hörte ich von ringsum überall. Deswegen war ich mir zuerst dann auch gar nicht sicher, ob ich mit dieser Reihe überhaupt weitermachen wollte. Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher, wissen wir doch alle. Als dann aber der Erscheinungstermin von "Onyx Storm" näher rückte, wurde meine Neugierde dann doch zu groß. Plötzlich war mein Instagram nur noch voll mit Content zu dieser Reihe. Und dann kamen noch neue Stimmen aus meinem Freundeskreis dazu, die mich beruhigten, dass "Iron Flame" gar nicht so schlecht sei, sondern einfach nur unter dem "Second Book Syndrome" leide, das ich ja selbst schon öfters auf dieser Seite beschrieben habe. Also habe ich mir noch gerade rechtzeitig das Hörbuch gekauft und Band 2 nur eine Woche vor dem Erscheinen von "Onyx Storm" beendet. Für mich ideal, denn nach diesem Cliffhanger hätte ich nie ein Jahr (oder war es länger zwischen diesen Büchern?) durchgehalten.

War dieses Buch genauso unterhaltsam und gut wie "Fourth Wing"? Nö. Vor allem die erste Hälfte fand ich schwach. Da sind ein paar Logikfehler drin (Warum zur Hölle lasse ich als Regierung zu, dass ein Lehrer jedes Jahr fast meine Schüler ermordet und sie zumindest traumatisiert?) Aber ich habe trotzdem zu keiner Sekunde darüber nachgedacht, dieses Buch abzubrechen. Die Handlung hat es geschafft, mich trotz der Schwächen genug zu fesseln, um das Hörbuch innerhalb kurzer Zeit durchzuhören. Wir durchleben hier gemeinsam mit Violet das zweite Schuljahr am War College, lernen mit ihr mehr über Politik und den Widerstand dagegen kennen.

Und dann ging das Drama um die Drachenreiter bereits in die dritte Runde … Und diesmal war ich in der ersten Reihe mit dabei. Ich hatte mir das Hörbuch zu Band 3 sogar vorbestellt und mir einen früheren Wecker gestellt, damit ich noch vor der Arbeit mit der Geschichte anfangen konnte. Hier dann die erste Enttäuschung: Leider erschien das Buch weltweit um die gleiche Zeit, nicht um Mitternacht, wie ich es vermutet hätte. Also musste ich noch den ganzen Arbeitstag abwarten und konnte mich erst am späten Nachmittag in die Geschichte stürzen. Und "stürzen" trifft es denke ich ganz gut: Ich habe mich mit voller Wucht in die Geschichte geworfen und bin erst einige Tage später wieder daraus aufgetaucht. 

Nachdem sich die Handlung der vergangenen zwei Bücher hauptsächlich auf den brutalen Alltag im Basgiath War College konzentriert haben, erfahren die Leser:innen hier endlich auch mehr über die restliche Welt. Zusammen mit Violet und Xaden machen wir uns hier auf die Suche nach der Familie des jungen Drachens Andarna und hoffen, damit ein Heilmittel für Xaden (Warum er ein Heilmittel braucht, fragt ihr? Verrate ich euch nicht. Lest Teil 2) und eine Waffe gegen die Wyvern und die Veneni zu finden. Dabei entdecken wir Inseln mit spannenden und ungewöhnlichen Kulturen und hinterfragen den Aufbau und die Struktur ihres Heimatlandes Navarre mehr als je zuvor. Natürlich dürfen auch emotionale und spicy Momente zwischen Violet und Xaden nicht fehlen. Aber, nochmal: Genauso wie Band 1 und 2 ist auch dieses Buch kein Erotikroman. Liebe Book-fluencer, hört bitte auf, so zu tun, als wäre dem so. Bei Erotik-Romanen steht der Sex im Vordergrund, hier ist der Sex eine nette Nebenhandlung neben einer ausgefeilten Fantasy-Welt mit komplizierter Politik und spannenden Kämpfen. 

Besonders lobend hervorheben muss ich in diesem Buch die Nebenfiguren, die mir immer mehr ans Herz gewachsen sind und mich sehr gut unterhalten haben. Ich sag nur: Brokkoli!

Allerdings kann ich niemandem von euch empfehlen, Buch 3 als das deutsche Hörbuch anzuhören. Tut es nicht. Das geht am Anfang sehr gut und wird auch toll gesprochen, aber was zur Hölle ist da am Ende ab Abschnitt 508 passiert? Die Audioqualität ist plötzlich in manchen Kapiteln um einiges schlechter und die Schnitte haben mich fast zum Weinen gebracht. Wer hat das bitte verbrochen? Normalerweise würde ich dafür irgendwelche Praktikanten verantwortlich machen, aber das glaube ich nicht. Das könnte ich keinem Praktikanten zuschreiben. Jeder Mensch hätte erkannt, dass da Sätze und Wörter noch nicht zu Ende waren. Niemand hätte den Schnitt so gelegt. Niemand. Ich muss daher leider davon ausgehen, dass dieser Verlag KI genutzt hat und dann niemand mehr das Ergebnis kontrolliert hat. Einige der letzten Kapitel waren so mies geschnitten, dass ich recherchiert habe, ob ich das Hörbuch irgendwo zurückgeben oder melden kann. Spoiler: nein, ging leider nicht. Fragt mich also bitte nicht, was in den letzten paar Kapiteln passiert ist, denn ich habe nicht zugehört. Ich war zu abgelenkt davon, auf den nächsten unglücklich gesetzten Schnitt zu warten.

Mein Fazit? Die Reihe geht super weiter und bleibt spannend. Ich werde auch Band 4 wieder lesen - dann aber voraussichtlich nicht mehr als Hörbuch. Da ist mir leider das Risiko zu groß, dass auch hier wieder geschlampt wird.

Dienstag, 11. Februar 2025

My Roommate is a Vampire [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Hach, ich liebe Vampire! Hätte ich auch nie gedacht, dass ich das irgendwann mal schreiben würde. Immerhin war ich als Jugendliche gefühlt eine der wenigen, die mit "Twilight" so wirklich gar nichts anfangen konnte. Aber heute? Ganz anderes Thema! Wundert also wohl niemanden, dass dieses Buch bei der Arbeit extra für mich bestellt wurde, oder? Oder?

Hier geht es um die Künstlerin Cassie Greenberg, die ein Problem hat, wie es wohl viele von uns kennen: Sie kann sich ihre Miete allein nicht mehr leisten. Als sie daher die Anzeige von einem gewissen Frederick J. Fitzwilliam findet, der eine:n Mitbewohner:in sucht, schlägt sie zu. Vor allem, weil die Miete selbst für eine WG eigentlich viel zu günstig ist. Beim ersten Zusammentreffen ist Cassie daher auch noch misstrauisch – ob da wohl Leichen im Küchenschrank gelagert werden? Aber das einzig ungewöhnliche scheinen das altmodische Auftreten und das gute Aussehen ihres zukünftigen Mitbewohners zu sein, also zieht sie ein. Doch schon muss sie feststellen, dass Frederick nicht ganz so menschlich ist, wie er auf den ersten Blick auf sie wirkte …

An manchen Stellen wirkte auf mich die Übersetzung leider etwas holprig, was meinen Lesefluss vor allem zu Beginn leicht störte. Auch wurde die große Katastrophe gegen Ende des Buches, die bei entsprechender Ausführung locker Stoff für zwei Bücher geboten hätte, ohne langweilig zu werden, leider innerhalb von vielleicht zehn Seiten und nicht unbedingt glaubwürdig abgehandelt. Ernsthaft? Schon beim allerersten Versuch klappt alles, wie es soll? Keiner der Vampire hat irgendein grundlegendes Wissen über Menschen? Selbst die Vampire nicht, die selbst ein Instagram-Konto haben? Meint ihr das ernst? Hier wäre meiner Meinung nach mehr Spannung möglich gewesen, die so leider gar nicht genutzt wurde.

Aber trotz dieser Punkte erwartet Leser:innen hier eine süße Liebesgeschichte mit Fantasy-Elementen und einer Prise Spice, die ein kurzweiliges Lesevergnügen bietet.

Mein Fazit? War ganz süß, da wäre aber mehr möglich gewesen.

Sonntag, 22. Dezember 2024

Sexy Rich Vampires [Reihenrezension/Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

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Uff... war es nicht mal möglich, Bilder nebeneinander zu platzieren? Wenn das immer noch möglich ist, dann lasst es mich gerne wissen. Denn so stört mich die Ansicht ganz minimal. Aber joa: Heute komme ich da wohl nicht mehr drauf. Also schreibe ich jetzt einfach mal die Rezension. Das ist ein Problem von Zukunfts-Mira.

Heute geht es um meine Guilty-Pleasure-Reihe von 2024: "Sexy Rich Vampires". In meinem Freundeskreis auch bekannt als die Reihe, bei der man lieber gar nicht nachfragt, worum es geht. Der Titel sagt genug.

Für alle, die es doch interessiert: Die Reihe handelt von Julian, einem Vampir, und Thea, einer scheinbar ganz normalen Musikstudentin. Julian ist extrem reich und hat die letzten 30 Jahre einfach mal so verschlafen. Nach dem Tod seiner Schwester hat er beschlossen, dass er nie wieder aufwachen will. Naja, so gut geklappt hat das leider nicht, denn nun wurde er nicht nur geweckt, nein, noch schlimmer: Seine Mutter hat auch beschlossen, dass er sich nun endlich verpartnern soll. Dafür soll er die typischen Riten der Vampirwelt durchlaufen.

Thea wiederum hat ganz andere Probleme: Ihre Mutter ist schwer krebskrank und neben den Unigebühren muss sie daher auch noch irgendwie die Krankenhausrechnungen stemmen. Sie nimmt daher natürlich jeden Job an, den sie kriegen kann. Unter anderem wird sie auch als Cellistin zu einer Veranstaltung gerufen, die ihr irgendwie seltsam vorkommt. Aber naja: Reiche Menschen sind halt manchmal einfach schräg. Sie weiß nicht, dass sie für ein Treffen der Vampirwelt spielt. Und dort trifft sie auf den total attraktiven Julian, der sie nicht zu mögen scheint - und von dieser Stelle nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Diese Geschichte ist Schund. Totaler Schund. Und das meine ich so positiv, wie ich das nur meinen kann. Ich habe die Serie aus ganzem Herzen geliebt. Band 1 habe ich in nicht mal einem Tag verschlungen, Band 2 in einer ähnlichen Rekordzeit. Und diese zwei Bücher haben mir verdammt nochmal einen Urlaub gerettet. Diese Reihe habe ich damit also zum exakt richtigen Zeitpunkt gefunden. Und direkt nach dem Urlaub habe ich dann natürlich Band 3 und 4 gekauft. Natürlich, denn hier kann man gar nicht zwischendrin zu lesen aufhören. Jeder Band endet mit einem Cliffhanger. Wenn man wissen will, ob die Figuren überleben, muss man das nächste Buch kaufen.

Buch 1 und 2 waren meine Favoriten und werden daher auf Goodreads und co mit jeweils 5 Sternen bewertet. Band 3 und 4 fand ich schwächer und werde ihnen daher 4 bzw. 3 Sterne geben. Das hängt aber sehr wahrscheinlich auch mit den geänderten Leseumständen zusammen. Während ich die ersten zwei Bücher ja im Urlaub gelesen habe, las ich die anderen beiden zurück in meinem Alltagsleben.

Was mir an Band 1 und 2 besonders gut gefallen hat? Das langsame Kennenlernen untereinander und von der Welt. Ich hatte nicht mit einer so langsamen Entwicklung der Beziehung gerechnet, fand das aber total gut. In Band 1 gab es auch noch keinen Sex, was man durch den Titel wohl nicht erwarten würde. Und zwar kommt es schon hier zum Klischee (natürlich ist Thea so jungfräulich, wie man es sein kann), doch der Konflikt entsteht aus anderen Gründen, als man es wohl erwarten würde.

Und das zieht sich durch die ganze Handlung durch: Die Autorin kennt die typischen Klischees und baut sie in die Handlung ein. Und gleichzeitig verpasst sie diesen Klischees einen ganz neuen Twist. Und trotzdem finden sich hier Dinge, die ich liebe, wie der heiße Badboy mit starkem Beschützerinstinkt und "Touch her and die"-Mentalität.

Ganz ehrlich? Band 4 ist vorbei, aber ich habe mit der Welt trotzdem noch nicht abgeschlossen. Jetzt wünsche ich mir nämlich noch Bücher aus der Sicht aller anderen Rosseau-Brüder und der Schwester. Ich finde, die haben alle ihre eigene Liebesgeschichte verdient.

Mein Fazit? Eine tolle Reihe, die ich genossen habe!

Mittwoch, 18. Dezember 2024

The First To Die At The End [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Wir erinnern uns noch gut an das erste Buch dieser Reihe, oder? Das war "They Both Die At The End". Ein Buch, bei dem ich es geschafft habe, mir einzureden, dass es natürlich und trotz des dramatischen Titels ein gutes Ende geben würde. Und wegen dem ich dann in einem Einkaufszentrum geheult habe. Da macht es doch Sinn, dass ich unbedingt das nächste Buch rund um "Deathcast" lesen wollte. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich hier von einem zweiten Band sprechen kann, denn es handelt sich um eine Art Vorgeschichte.

Hier ruft Deathcast zum ersten Mal an - und Valentino, jung, gesund, ein Model und gerade nach New York gezogen, hebt ab. Orion wiederum, der dringend auf ein Spenderherz wartet und nur darauf wartet, dass sein Herz den Dienst aufgibt, wird nicht angerufen. Und trotz dieser widrigen Umstände freunden die beiden sich an, denn die Anziehung zwischen den beiden ist einfach zu stark.

Diese Ausgangssituation hielt ich für besonders spannend, denn zu diesem Zeitpunkt weiß noch niemand, ob Deathcast echt ist oder doch nur ein meisterhaft geplanter Betrug. Ganz ehrlich, wäre ich in dieser Buchwelt, würde ich wohl von letzterem ausgehen. Denn woher soll diese Firma wissen, dass jemand in den nächsten 24 Stunden sterben wird? Als Leserin wussten wir hier mehr als die Figuren selbst. Doch trotzdem geht dadurch keine Spannung verloren, denn es ist Tag 1 dieses... Angebots. Und natürlich funktioniert das am ersten Tag nicht perfekt und schon bald sterben auch Menschen, die niemand angerufen und vorgewarnt hat... Dadurch konnte ich mir bis zum Ende nicht sicher sein, ob Orion nicht vielleicht doch noch sterben wird.

[SPOILER!]

Gleichzeitig ergab sich durch diese Unsicherheit auch mein einziger Kritikpunkt und der betrifft das Ärzteteam rund um Orion. Valentin entscheidet nämlich recht schnell, dass er sein Herz an ihn spenden will, sollte das irgendwie möglich sein. Natürlich sind die beiden ein Macht und für beide ist das eine bittersüße Nachricht. Und das Ärzteteam reagiert auf die komplett neue und für sie ja auch noch ungewöhnliche Situation so, dass sie Valentin dazu auffordern, seinen letzten Tag im Krankenhaus zu verbringen. Sein Leben ist sofort weniger wert als Orions, er wird nur noch als Spenderorgan gesehen. Das fand ich krass, vor allem für Ärzt:innen. Vor allem für den ersten Tag von Deathcast hielt ich das für nicht ganz glaubwürdig. Zu diesem Zeitpunkt weiß ja noch niemand so wirklich, ob das funktionieren wird. Sollten da nicht gerade Ärzt:innen kritisch sein?

[Spoiler Ende!]

Ich fand diese Fortsetzung (wenn ich sie denn so nennen kann) nicht ganz so genial wie Buch 1, aber trotzdem toll. Buch 3 wurde auch bereits angekündigt und ihr könnt euch sicher sein, dass das ebenfalls bei mir einziehen darf.

Mein Fazit? Trotz meines Kritikpunkts wirklich toll. Ich freue mich auf das nächste Buch aus dieser Welt.

Sonntag, 1. Dezember 2024

A Bookboyfriend for Christmas [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Hach, es ist Weihnachtszeit! Ja, die hat für mich bereits mit November begonnen. Man gönnt sich ja sonst nichts, oder? Also wenigstens eine verlängerte Weihnachtszeit muss dieses Jahr sein.

Hier findet ihr eine super süße Geschichte mit viel Potential - das aber zum aktuellen Stand nicht ganz genutzt wird. 

Das Setting ist großartig: Booktokerin Mia gewinnt ein Weihnachten allein in einer Buchhandlung. Sie freut sich enorm darauf - denn sonst hätte sie schon wieder ein Weihnachten alleine verbringen müssen. Wie jedes Jahr seit ihre Familie bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Daher ist dieser Gewinn für sie eine tolle Chance, sich abzulenken und vielleicht doch noch ein schönes Fest verbringen zu können. Doch als es endlich so weit ist, ist sie plötzlich nicht allein: Nick, der grantige Bruder der Besitzerin der Buchhandlung, ist auch hier. Eigentlich wollte er Mia nur den Laden aufschließen, doch wegen einer Fußverletzung kommt er jetzt nicht mehr weg - und wegen einem Schneesturm können die beiden die Rettung nicht verständigen. 

Wie ihr an der Inhaltsbeschreibung seht: Genau meine Art von Buch! Als ich das auf der Frankfurter Buchmesse gesehen habe, wusste ich, dass ich es einfach haben muss. Meine Kaufentscheidung wurde natürlich vom super schönen Cover, der schönen Innengestaltung und dem aufwendigen Farbschnitt unterstützt. Die Gestaltung ist wirklich, wirklich gut gelungen!

Umso enttäuschender, dass es im eigentlich Buch so einige Schwächen gibt. So war ich schockiert von der Menge an Fehlern in der Rechtschreibung, der Zeichensetzung und den Fehlern im Ausdruck, die ich fand. Teils habe ich mich über diese Fehler so geärgert, dass ich das Buch zur Seite legen musste. Bei sowas vergeht mir der Spaß. Klar, irgendwas wird immer übersehen - aber doch nicht in dieser Menge! Das hier ist ein veröffentlichtes Buch, das von Leser:innen gekauft werden kann und wird. Am Ende des Tages sind Bücher auch ein Produkt und wenn dieses Produkt deutliche Qualitätsmängel aufweist, dann ist das nicht in Ordnung.
Auch Logikfehler habe ich hier gefunden. So verstehe ich zum Beispiel nicht, warum Mia durch ein eingeschlagenes Fenster klettert, wenn sie den Haustürschlüssel hat. 
Besonders schockiert hat mich hierbei, dass im Impressum durchaus ein Korrektorat und ein Lektorat genannt wurden. Das ist einfach super schade.

Mein Fazit? Dieses Buch muss dringend ausführlich überarbeitet werden. Schade, denn da wäre mehr möglich gewesen.

Freitag, 29. November 2024

A Not So Meet Cute [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Ihr wisst: Fake Dating ist eines meiner Lieblingstropes. Das ist einfach fast immer unterhaltsam. Sobald ich das in der Inhaltsbeschreibung irgendwo lese, landet das Buch auf meiner Leseliste. Und so ist es auch hier gelaufen.

Der Inhalt ist schnell erklärt. Huxley, Besitzer einer großen Immobilienfirm, will unbedingt diesen einen großen Deal abschließen. Doch er wirkt auf andere kalt und distanziert und deswegen will der andere Immobilienhai nicht an ihn verkaufen. Um eine gewisse Nähe herzustellen, lügt Huxley daher und erzählt diesem Typen von seiner schwangeren Verlobten. Die aber nicht existiert. Doch da kommt Lottie ins Spiel. Sie hat gerade ihren Job verloren und ist ziemlich verzweifelt, denn sie hat ihrer Mutter schon erzählt, dass sie nächste Woche endlich wieder auszieht. Als ihr also Huxley sein Angebot unterbreitet, ist sie kritisch - doch sie nimmt an.

Und gleich zu Beginn war ich überzeugt. Der Start in den Roman war einfach großartig. Da war ein toller Humor, eine Protagonistin, mit der ich mich wohlfühlte und ein heißes Love-Interest.

Joa, schade, dass das nicht so bleib. Bald wechselte der Humor auf eine eher obszöne Ebene. Viele Szenen waren unnötig sexuell aufgeladen - was vielleicht auch mit dem hier umgesetzten Verständnis von Humor zusammenhängt. Und aus dem zwar frechen, aber durchaus sympathischen Huxley wurde ein unglaublicher Grantling, der sich unangenehm bis übergriffig verhielt. Und das will ich einfach nicht lesen. Wenn ich Männer will, die sich im Ton vergreifen und sich respektlos verhalten, kann ich auch einfach Tinder runterladen oder auf Social Media leicht bekleidet Fotos posten. An dieser Stelle muss ich auch sagen, dass ich keinerlei Verständnis für Lottie aufbringen konnte. Warum zur Hölle findet sie so ein Verhalten anziehend?

Huxley ist einfach ein stinkreicher Mistkerl. Er hält sich die meiste Zeit über für einen besseren Menschen und blickt auf alle anderen herab, weiß aber noch nicht mal, wie man sich selbst ein Käsesandwich zubereitet. Kein Witz, der bekommt das von Lottie gezeigt. Und sie findet das aus irgendeinem Grund ganz, ganz toll.

Auch muss ich sagen, dass ich mit dem Spice ein Problem hatte. So möchte ich an dieser Stelle nochmal ganz klar und vor allem meine jüngeren Leser:innen darauf aufmerksam machen, dass schlafende Menschen keinen Consent geben können. Es kommt hier also streng genommen zu einer Vergewaltigung - was die beiden Protagonisten aber ziemlich heiß finden. Irgendwie. Aus welchem Grund auch immer. Aber auch die wachen Szenen sind nicht unbedingt toll gelungen. So habe ich zum Beispiel vollstes Verständnis dafür, wenn Autor:innen sich in ihren Romanen gegen eine Diskussion von Verhütung entscheiden. Aber wenn das in ein Buch eingebaut wird, dann sollte das doch bitte passieren, bevor die beiden in der Kiste landen! Danach hilft das doch weder gegen Geschlechtskrankheiten noch gegen Schwangerschaft. Meine Güte, Leute!

Mein Fazit? Das hätte so, so toll werden können! Aber es war leider wirklich schwach. Für mich enttäuschend.

Mittwoch, 11. September 2024

Wolke sieben ganz nah

Autorin: Kirsty Greenwood
Erschienen am: 2.7.2024
Im Knaur Verlag
ISBN: 9783426448878
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Was tun, wenn du die Liebe deines Lebens erst nach dem Tod findest?

Mit 27 Jahren in ihrem leicht peinlichen Nachthemd an einem Mikrowellen-Burger zu ersticken, stand definitiv nicht auf Delphi Bookhams To-do-Liste. Trotzdem findet sich die Londonerin genau auf diese Weise im Nachleben wieder – das leider ganz und gar nicht so ist, wie sie es sich vorgestellt hatte.

Nichts scheint im Jenseits so richtig zu funktionieren, angefangen bei der verkratzten VHS-Kassette, auf der Delphi sich die High- und Lowlights ihres Lebens anschauen soll. Doch dann steht sie plötzlich dem attraktivsten Mann gegenüber, dem sie je begegnet ist. Als sein umwerfendes Lächeln sie gerade für alles zu entschädigen scheint, wird der Fremde jedoch mit dem Kommentar »großer Fehler« auf die Erde zurückgeschickt!

Aber anders als in ihrem irdischen Dasein ist Delphi diesmal nicht bereit, sich einfach so mit ihrem Pech abzufinden …"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Wisst ihr noch damals, als ich überzeugt war, Liebesromane nicht ausstehen zu können? Ja, ich bin ebenfalls froh, dass diese Zeiten vorbei sind. Sonst hätte ich diesem Buch nämlich nie eine Chance gegeben - und das wäre ein Riesenverlust!

Hier geht es um Delphi, die ich schon nach wenigen Seiten ins Herz geschlossen habe. Sie erstickt an einem Burger und stirbt so. Und muss feststellen, dass das Jenseits ganz anders ist als das, was sie sich vorgestellt hat: Alles sieht aus wie in einem Wäschesalon und ihre Therapeutin Merritt ist nicht unbedingt so feinfühlig, wie man sich eine Jenseits-Therapeutin so vorstellen würde. Und nachdem Delphi beim Abspielen aller Lowlights ihres eher langweiligen Lebens schon fast durchgedreht ist, trifft sie auch noch ihre wahre Liebe im Warteraum - der aber nur irrtümlich hier gelandet ist. Doch Delphi hat Glück: Merritt ist vernarrt in Liebesromane und kann sich diese Chance nicht entgehen lassen. Und so bekommt Delphi doch nochmal eine zweite Chance und zehn Tage Zeit, um diesen Traummann dazu zu bringen, sie zu küssen. Schafft sie es, darf sie noch ein bisschen weiterleben. Wenn nicht, stirbt sie nochmal...

Delphi war mir sofort sympathisch. Sie hatte es bisher im Leben nicht leicht und hatte immer schon damit zu kämpfen, mit anderen Menschen zurechtzukommen. Deswegen hat sich auch nicht besonders viele Freundschaften - ihr Vertrauen in andere Menschen hat sie schon zu Schulzeiten verloren. Es war schön, mitzuerleben, wie sie in diesen zehn Tagen es endlich wieder mal wagt, andere Menschen mal wieder in ihr Leben zu lassen. Dieses Buch vermittelt so ein unglaublich positives Menschenbild, dass das sogar mich Zynikerin beeinflusst hat. Und das, ohne nur tolle, perfekte Menschen zu zeichnen.

Vor dem Lesen hatte ich ein bisschen Sorge, dass das Thema Tod hier geschmacklos behandelt werden würde. Doch das war zumindest meiner Meinung nach nicht der Fall. Es handelt sich natürlich um eine romantische Komödie, aber der Humor ging meiner Ansicht nach nicht unter die Gürtellinie. Gebt aber bitte nicht zu viel auf meine Wahrnehmung - gerade dieses Thema ist eines von denen, die wohl jeder Mensch ein bisschen anders wahrnimmt. Während es für mich auch in Zeiten der Trauer voll in Ordnung ist, zu lachen, sich mit Freund:innen zu treffen, zu tanzen und bunte Kleidung zu tragen, sehen das andere ganz anders. Auch für mich ist der Tod traurig, aber das Leben mit offenen Armen zu begrüßen, ist die Strategie, die mir am meisten dabei hilft, mit Verlusten umzugehen und mich an meine Verstorbenen auf eine positive und produktive Art zu erinnern. Klar fließen da auch Tränen (verdammt, ich weine ja selbst jetzt gerade wieder), aber trotzdem finde ich, dass Spaß und Humor trotzdem Teil eines Lebens sein dürfen, selbst wenn dieses Leben gerade von einem Verlust oder sogar der eigenen Sterblichkeit überschattet wird. Und dieses Buch hatte einfach den perfekten Humor für den Umgang mit dem Thema: Leicht zynisch, liebenswürdig, manchmal eine Prise Slapstick, und meistens einfach wunderbar nachvollziehbar.

Das Ende dieses Romans war für mich vorhersehbar - doch die Autorin hat es geschafft, einen Twist einzubauen, den ich so nicht erwartet hätte. Und selbst diese Vorhersehbarkeit hat mich nicht gestört. Ich hatte meinen Spaß - und was sonst ist bitte wichtig?

Lobend hervorheben möchte ich auch eine Behauptung, die ganz zu Beginn des Buches von Merritt aufgestellt wird und die ich sehr schön finde: Jeder Mensch hat fünf Seelenverwandte. Ist das nicht wundervoll??? Und sowas Wunderschönes finde ich in einem Liebesroman? Einem Genre, das normalerweise die eine wahre Liebe feiert? Wunderbar!

Mein Fazit? Ein wunderbarer Liebesroman!

Mittwoch, 24. Juli 2024

When in Rome [Abgebrochen]

 

Quelle: Verlag

Pop-Sternchen Amelia hat genug von ihrem Leben im Rampenlicht. Also beschließt sie, sich ganz spontan eine Pause zu nehmen, trotz eines geplanten Interviews und der nötigen Vorbereitung einer anstehenden Tournee – die Konsequenzen kann ja ihre fiese Managerin für sie ausbaden. Amelia flieht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aufs Land, genauer gesagt: in die Kleinstadt Rome. Doch schon auf der Hinreise hat sie eine Panne – und landet mit ihrem Auto im Garten des schlecht gelaunten, aber gutaussehenden Noahs, der ihr trotz seiner Abneigung ein Zimmer im Haus zur Verfügung stellt …

Dieses Buch hätte in der Theorie alles, was nötig wäre, um zu einem meiner Jahreshighlights zu werden. Allein schon mit der Trope „grumpy meets sunshine“ könnte man mich normalerweise begeistern. Und trotzdem habe ich das Buch nicht mal bis zur Hälfte der Handlung durchgehalten. 

Die Protagonisten sind unglaubwürdig und nicht authentisch. Amelia ist total abgehoben, aufdringlich und überzeugt davon, in jeder Situation das Opfer zu sein. Sie ist in sozialen Situationen nicht unbedingt geschickt, ist sich aber sicher, dass sie super charmant ist. Aber naja: Wenn sie versucht, charmant zu sein, benimmt sie sich ausnahmslos immer daneben. Ganz ehrlich: Wäre ich Noah hätte ich sie schon nach der ersten Nacht rausgeworfen. Mir egal, dass sie in dieser Kleinstadt gestrandet ist - sie ist reich und könnte jederzeit ihre Managerin anrufen. Damit wäre sie also nicht mein Problem. 

Noahs einzige Charaktereigenschaft wiederum ist „mürrisch“. Er hat sonst zumindest bis zu Seite 100 keine anderen Eigenschaften gezeigt. Und trotzdem kommt Amelias schlechtes Verhalten bei ihm scheinbar gut an? Denn: Trotz fehlender Chemie, fehlender Kommunikation, gegenseitiger Abneigung und ohne jedes Wissen übereinander beginnen die beiden innerhalb von 24 Stunden nach dem Kennenlernen, miteinander zu knutschen. Das war für mich einfach nicht glaubwürdig.

Mein Fazit? Für mich leider eine große Enttäuschung. Kann ich euch leider nicht empfehlen.

Samstag, 22. Juni 2024

Stolz und Vorurteil. Die Graphic Novel nach Jane Austen

Autorin: Claudia Kühn
Illustratorin: Tara Spruit
Nach Jane Austens Roman
Erschienen am 12.6.2024
Im Loewe Verlag
ISBN: 9783732022588
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Klappentext:
"Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Mädchen ab und zu von der Liebe träumt
Elizabeth Bennet hat vier Schwestern und eine Mutter, deren größte Sorge ist, alle Töchter unter die Haube zu bringen. Als der vermögende Mr Bingley und sein attraktiver Freund Darcy das benachbarte Anwesen Netherfield beziehen, ist Mrs Bennet ganz aus dem Häuschen. Aber schon beim ersten Tanz wird Elizabeth klar, dass sie nie, niemals einem so stolzen und arroganten Mann wie Mr Darcy ihr Herz schenken könnte.
Niemals?
Wirklich, Lizzy???
Erlebe den Klassiker neu als hinreißende Graphic Novel
Seit über zweihundert Jahren begeistert Jane Austens Stolz und Vorurteil Leserinnen weltweit immer wieder neu. Diese wunderschöne Graphic Novel sollte in keiner Austen-Sammlung fehlen. Mit ihren bezaubernden Illustrationen verwandelt Tara Spruit den zeitlosen Klassiker Stolz und Vorurteil in eine hochwertige Graphic Novel, die sich nicht nur als Geschenkausgabe für Jane Austen-Begeisterte eignet, sondern alle Regency-Fans zum Träumen einlädt. Verliebe auch du dich unwiederbringlich in den ultimativen Book Boyfriend Darcy!"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Ich schäme mich fast schon das zu sagen: Ich habe "Stolz und Vorurteile" bisher noch nicht gelesen. Und das als Literaturwissenschaftlerin, die hoffentlich bald ihren Master in den Händen hält. Klar habe ich schon Fächer belegt, in denen dieses Buch auf der Leseliste gestanden wäre. Aber trotzdem habe ich mich bisher immer darum herumgewunden. Es ist nicht so, als hätte ich es nicht zumindest versucht. Aber reingefunden habe ich bisher nie. Als ich dann auf NetGalley dieses Graphic Novel gesehen habe, habe ich einfach mal spontan beschlossen, diesem Roman eine allerletzte Chance zu geben.
Und was soll ich sagen? Ich habe tatsächlich endlich "Stolz und Vorurteile" fertig gelesen! Zwar nur als Graphic Novel, aber wer interessiert sich schon so genau für die Details?

Speaking of details:  Die haben mir leider bei diesem Zeichenstil stellenweise gefehlt. Gerade wenn mehrere Figuren in einem Bild zu sehen waren, fiel es mir sehr schwer, sie auseinanderzuhalten. Und das war in vielen Fällen nicht unbedingt hilfreich, wenn es darum ging, die Geschichte zu verstehen. Das war für mich gerade zu Beginn ein Problem. Vielleicht wäre es hier gut gewesen, die Figuren etwas individueller zu gestalten.

Die Geschichte an sich gefiel mir besser, als ich ursprünglich gedacht hätte. Ich hatte tatsächlich Spaß mit der Geschichte, auch wenn dieser Spaß vor allem erst in der zweiten Hälfte auftauchte, als Mr. Darcy endlich seine Gefühle zu zeigen begann. Doch gleichzeitig fehlte mir bei Mr. Darcy ein sauberer Übergang. Während es für mich bei Lizzy sehr gut nachvollziehbar war, dass sie Mr. Darcy irgendwann nicht mehr leiden konnte, war das bei Mr. Darcy anders: In der einen Sekunde ist er ein arroganter Mistkerl, im nächsten Kapitel ist er unsterblich in Lizzy verliebt und würde alles für sie tun. Keine Ahnung, ob das im Originalbuch genauso ist. Es hat mich auf jeden Fall gestört, denn ich habe nicht ganz verstanden, woher Mr. Darcys Sinneswandel kommt. Nur, weil ihm Lizzy mal den Kopf gewaschen hat? Weil sie ihn für einen schlechten Menschen hält? Warum interessiert ihn das plötzlich? Das war für mich nicht ganz nachvollziehbar?

Mein Fazit? Ein Graphic Novel für Zwischendurch, das aber leider kleine Schwächen mitbringt.

Sonntag, 26. Mai 2024

That Time I Got Drunk And Saved A Demon [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Wer diese Rezension außerhalb von meinem Blog liest, wird sehen, dass es hier keine Sternebewertung gibt. Und das hat damit zu tun, dass ich selbst an meiner Leseerfahrung schuld bin und die Autorin nichts dafür kann. Und jetzt denken sich wahrscheinlich alle, die diese Rezension lesen: Mira, WAS ZUR HÖLLE IST PASSIERT? Joa. Was soll ich sagen? Ich hab mich wie immer brav die Triggerwarnungen durchgelesen. Und da war auch ein Trigger dabei, den ich nicht kannte: Dubcon. Und anstatt zu googeln, was das denn bitte bedeutet, bin ich einfach davon ausgegangen, dass mich das wahrscheinlich eh nicht stören wird. Tja, und so habe ich auf die harte Tour rausgefunden, was denn dubcon bedeutet. Damit ihr das nicht auch googeln müsst: Dubcon steht für "dubious consent". Heißt also, dass nicht ganz klar ist, ob alle Figuren Consent geben oder nicht. Keine Ahnung, ob ich da einfach zu altmodisch bin, aber ich war eher überrascht, als ich diese Definition gelesen habe. Für mich gibt es nur klaren Consent oder keinen Consent. Und wenn kein Consent da ist, dann gibt es da für mich keine Diskussion und keine Zweifel - dann ist kein Consent da. Da gibt es für mich keine Graustufen: Entweder alle Beteiligten sind informiert und begeistert, oder sie geben keine Zustimmung. Wer nicht voll informiert und begeistert seine Zustimmung kund tut, gibt keinen Consent. 

Ihr seht also: Ich bin für Bücher mit dieser Triggerwarnung wirklich nicht die richtige Leserin. Deswegen war ich auch vor allem in der ersten Hälfte des Buches eher schockiert. Ich will wirklich kein Kink-Shaming betreiben, aber damit kann ich wirklich gar nichts anfangen. 

Die zweite Hälfte des Buches war dann eher die typische Romanze, die ich mir von Anfang an erwartet hätte. Auch das war kein absolutes Lesehighlight, aber für mich um einiges ansprechender als die erste Hälfte. Hier wurde mir dann leider fast zu viel mit Klischees gespielt. Gerade im Bezug auf den Dämon konnte ich diese nicht alle mit der Figur, die uns in der ersten Hälfte gezeigt wurde, in Einklang bringen.

Mein Fazit? Ich bin nicht die Zielgruppe und konnte deswegen leider nicht viel mit diesem Roman anfangen.

Freitag, 23. Februar 2024

The Lost Memory Project

 Autor: Alexis Hall
Erschienen am 22.12.2023
Im LYX Verlag
ISBN: 9783736320659
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag



Klappentext:
"Ein vorgetäuschter Gedächtnisverlust trifft auf echte Gefühle ...

Am liebsten würde Sam Becker das Meeting mit seinem Boss absagen, weiß er doch, dass der mit ihm über mögliche Entlassungen in seinem Team sprechen will. Jonathan Forest ist attraktiv - keine Frage -, aber leider auch ein bisschen einschüchternd. Und als Sam sich während des Termins den Kopf stößt, nutzt er die Gelegenheit und tut das einzig "Logische": Er gibt vor, sein Gedächtnis verloren zu haben und sich deshalb auch nicht an ihr Gespräch erinnern zu können. Was zuerst wie eine gute Idee aussieht, entwickelt sich schnell zu einem Desaster, denn bei ihrer zweiten Chance, sich wirklich kennenzulernen, entdeckt Sam ganz neue Seiten an seinem verschlossenen Boss und beginnt, ungeahnte Gefühle für ihn zu entwickeln ..."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Da es bei mir gerade wieder zu schneien begonnen hat, schreibe ich einfach mal eine Rezension zu einem der Weihnachtsbücher, die ich dieses Jahr gelesen habe. Auch wenn ich zugeben muss, dass mich das Weihnachts-Setting hier doch eher überrascht hat. Immerhin weißt nichts in Klappentext oder auf dem Cover darauf hin, dass es hier um Weihnachten gehen könnte. Das könnte man vielleicht bei der nächsten Auflage noch ergänzen, denn ich bin sicherlich nicht die einzige, die es gestört hätte, von dieser Zeit zu lesen, wenn sie das Buch im Hochsommer aufgeschlagen hätte.

Ich habe auch bereits "Boyfriend Material" und "Husband Material" des Autoren gelesen. Und war von beiden gut unterhalten, auch wenn mir vor allem "Husband Material" zwiegespalten zurückgelassen hat. Ich möchte ehrlich mit euch sein: Auch wenn ich das Buch lustig und unterhaltsam fand, hielt ich die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten in beiden Büchern nicht für gesund. Deswegen war ich umso gespannter darauf, ob ich das gleiche Problem auch hier wieder haben würde.

In "The Lost Memory Project" habe ich sehr viele Elemente aus den anderen Büchern des Autoren wiedererkannt. Da wäre zum einen die Namensgebung der Figuren ("der übereifrige neue Chris") und das Verhalten der Nebencharaktere, die oft überzeichnet, aber genau deswegen lustig und liebenswert waren. Wie auch bei den anderen Büchern habe ich auch dieses gerne gelesen und fand gerade zu Beginn vieles lustig. Ich habe mich über weite Teile gut unterhalten gefühlt und das ist ja etwas definitiv Positives.

Die Ähnlichkeit geht aber leider auch in eine weniger positive Richtung. Auch hier halte ich die Protagonisten für überhaupt nicht kompatibel. Die beiden bringen die schlimmsten Charaktereigenschaften des jeweils anderen zum Vorschein. Sie mögen sich die meiste Zeit des Buches nicht mal! Jonathan ist ein ziemlicher Arsch und das ändert sich auch im Laufe des Buches nicht wirklich. Irgendwann scheint Sam das halt einfach nicht mehr wirklich zu stören. Der Umschwung von "Sam hasst Jonathan" zu "Sam liebt Jonathan" passierte dabei ordentlich schnell - für mich fast zu schnell. Sam wiederum lügt Jonathan das ganze Buch über an. Die Lüge wird erst so zehn Seiten vor Schluss aufgeklärt - was mir persönlich einfach zu spät war. Denn so entstand nicht unbedingt die ideale Grundlage für eine gesunde Beziehung und alles musste sehr schnell abgehandelt werden. Ich wartete ständig darauf, dass jetzt alles aufkam und die Beziehung zerbrach, damit die beiden neu zueinander finden könnten und sich dieses Mal in die Wahrheit verlieben könnten. Aber das ist leider nicht passiert und ich wurde auch nie so wirklich warm. Am Ende habe ich mir dann eigentlich sogar gewünscht, dass die Beziehung vielleicht einfach zerbricht und beide feststellen, dass sie ohne Partner besser dran sind.

Allerdings hatte ich auch mit Sam so ein bisschen meine Probleme. Er ist unglaublich gutherzig - aber das war für mich leider oft nicht komplett glaubwürdig. Denn gleichzeitig konnte Sam auch ordentlich austeilen und war gegenüber von Jonathan teils auch richtig gemein. Sam kann nicht mit Geld umgehen, ist keine Führungsperson und ich habe mich oft gefragt, wie es denn dazu kam, dass er die Filiale leiten durfte. Denn er wirkt auf mich nicht so, als würde er die notwendigen Kompetenzen mitbringen. Ich meine: Er hat einen Mitarbeiter, der dafür bekannt ist, die Ausstellungsstücke zu beschädigen. Da scheint fast täglich was zu passieren. Es tut mir ja echt leid, aber der würde nicht lange für mich arbeiten. Vielleicht macht mich das zu einem schlechten Menschen, denn der Angestellte braucht das Geld, um seine Oma zu pflegen, aber hallo? Da verstehe ich Jonathan und seine Aufforderung an Sam, diesen Mitarbeiter endlich zu feuern.

Auch hatte ich bei diesem Buch ein bisschen das Problem, dass nur sehr wenig passiert. Meiner Meinung nach hätte man ohne große Änderungen an der Handlung auch einfach hundert Seiten kürzen können. Hört sich hart an, ich weiß. Aber für mich persönlich war das Buch für so wenig Handlung und Entwicklung leider einfach zu lange.

Mein Fazit? Gerade der Beginn war echt gut und ich mag auch den Humor des Autors. Auch die Nebenfiguren waren mir sympathisch. Mit den beiden Protagonisten und ihren Liebesgeschichten konnte ich allerdings leider weniger anfangen.

Samstag, 17. Februar 2024

Ruined. Lady Catherines Geheimnis

 Autorin: Sarah Vaughn
Erschienen am 14.02.2024
Im Loewe Verlag
ISBN: 9783743217720
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
Das Buch ist bei deiner Buchhandlung vor Ort und bei vielen Online-Buchshops erhältlich!

Eine Liebe zwischen Schicksal und Verführung
Die ganze Stadt redet darüber, wie Catherine Benson ihre Unschuld verloren hat. War es im Park? Oder in einer Kutsche? Nur ein sehr verzweifelter Mann wird sie nun noch heiraten. Einer wie Andrew Davener. Catherines ansehnliche Mitgift kann er gut gebrauchen. Beide sind aus tiefstem Herzen unglücklich über diese arrangierte Ehe. Bis zur Hochzeitsnacht! Wird Catherines Traum von erfüllter Liebe doch noch wahr werden?

Eine prickelnde Regency Romance über unerwartete Leidenschaft im Graphic Novel

Pflicht und Romantik kollidieren in dieser atemberaubenden
Regency Romance. Für Leser*innen ab 16 und alle Fans von Anthony Bridgerton und dem Duke of Hastings. Eine wunderschöne Feel-Good-Romance aus der Regencyzeit. Slow Burn – voller Leidenschaft und mit einem Extra-Hauch Spice.

Meine Meinung:
Dieses Buch wollte ich lesen, weil ich es bei meinem neuen Arbeitsplatz gesehen habe. Und ja, auch an meinem Arbeitsplatz gibt es Rezensionsexemplare. Unglaublich viele sogar. Was für mich unglaublich spannend ist. Und ich habe deswegen manchmal auch die Chance, in ein noch nicht erschienenes Buch hinein zu blättern. Zum Beispiel in dieses hier. Und was ich dort gesehen habe, hat mich zumindest so weit überzeugt und mich so neugierig gemacht, dass ich das Buch beim Verlag angefragt habe. Und kurz darauf hatte ich dann das Buch auf meinem Reader. Und habe das Buch dann an einem Nachmittag durchgesuchtet. Ups.

Was mich total fasziniert hat, war wohl, dass es hier immer um Catherines Geheimnis geht, das sich erst im letzten Viertel aufklärt. Sie hat ihre Jungfräulichkeit vor ihrer Hochzeitsnacht verloren und dann noch an einen Typen, der sich direkt aus dem Staub gemacht hat, als diese Affäre in die Öffentlichkeit geraten ist. Und wie wir alle aus "Bridgerton" wissen: Das ist Klatsch, über den sich die gesamte höhere Gesellschaft den Klatsch zerreißt. Catherine braucht also ganz dringend einen Ehemann, um ihre eigene Ehre und die ihrer Familie zu retten. Andrew Davener meldet sich freiwillig - denn er braucht das Geld, das Catherine in die Ehe mitbringen wird. Nicht unbedingt also eine Liebeshochzeit und keiner der beiden ist besonders erfreut darüber. Und während dieser Hochzeit setzt diese Geschichte ein. Wie ihr euch denken könnt, sind beide Personen nicht besonders erfreut darüber, dass sie nun nicht für Liebe heiraten, sondern aus anderen, viel weniger romantischen Gründen. Doch beide möchten trotzdem dafür sorgen, dass die Ehe irgendwie funktioniert. Was bleibt ihnen auch anderes übrig? Vor allem Catherine gibt sich sofort große Mühe, das Herz ihres Mannes für sich zu gewinnen. Doch das ist gar nicht so leicht, denn Andrew ist ein recht verschlossener Mensch, Ob es ihr wohl gelingen kann, ihren Mann für sich zu gewinnen?

Auf der optischen Ebene ist das Buch meiner Meinung nach gut gemacht. Ein einfach gehaltener Zeichenstil, der aber trotzdem schön ist und erzählende Wirkung hat. Ich würde euch aber definitiv empfehlen, das Buch in gedruckter Form zu lesen. Ich habe das Graphic Novel auf meinem iPad gelesen und mir war die Schrift teilweise zu klein - was mich dazu zwang, ins Bild zu zoomen. Und das sorgt dann natürlich dafür, dass die Bildqualität schlechter wird und die Bilder teils etwas verpixelt wirkten.

Inhaltlich gefiel mir diese Geschichte sehr gut und hielt einige positive Überraschungen für mich bereit. Da wäre zum einen Catherines Schwester, die einfach nur möchte, dass Catherine glücklich ist und ihr sogar nahelegt, wegzulaufen. Sie selbst hat eine Beziehung mit einer Frau und scheint sich nicht wirklich dafür zu interessieren, was die Gesellschaft über sie denkt. Dann ist da die sexuelle Ebene, die meiner Meinung nach gut gelöst wurde. Die Trope "arranged marriage" (also arrangierte Ehe) vermeide ich meist eher, da manche Bücher da schnell sexuelle Gewalt darstellen, oder zumindest eine eher unangenehme Hochzeitsnacht - und solche Szenen sind nichts für mich. Damit fühle ich mich nicht wohl. Hier wurde das ganz anders gelöst und ich finde es super, wie das gelöst wurde (werde aber euch hier keine weiteren Infos geben, da ich keine Spoiler verbreiten möchte.)
Auch eine weitere Figur habe ich schnell ins Herz geschlossen: Andrews jüngere Schwester. Sie scheint an einer Angststörung oder so zu leiden und traut sich schon seit Jahren nicht mehr, das Haus zu verlassen. Durch Catherine und die Freundschaft zu ihr, blüht sie auf und lässt endlich wieder mal jemanden an sich heran.
Und auch sonst gibt es viele, viele tolle Figuren. Ich habe es total genossen, die alle kennenzulernen. Und ja, natürlich hoffe ich darauf, die ein oder andere Person in einem weiteren Band noch etwas näher kennenzulernen.

Generell finde ich auch den Vergleich zu Bridgerton, der im Klappentext gezogen wird, gerechtfertigt. Ich sehe diese Parallele definitiv und auch von der Qualität der Handlung kann diese Geschichte dem Vergleich durchaus standhalten.

Mein Fazit? Ein tolles Graphic Novel, das ich sehr gerne gelesen habe. Ich würde mich sehr freuen, in einem weiteren Teil nochmal in diese Welt eintauchen zu können!

Sonntag, 4. Februar 2024

Iris Kelly Doesn't Date [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Nachdem ich Teil 1 und vor allem Teil 2 der Reihe rund um diese Freundesgruppe aus Bright Falls sehr genossen habe, war für mich klar, dass ich unbedingt auch den dritten und letzten Band der Reihe lesen werde. Hier geht es jetzt um Iris - eine Figur, die mir bereits in den letzten beiden Büchern sehr sympathisch war. Iris ist bisexuell, mag Sex und hat deswegen auch mit den typischen Vorurteilen zu kämpfen und das leider auch aus ihrer Familie. Und dazu kommt, dass sie in ihren letzten Beziehungen ziemlich viel Pech hatte: Ein Typ hat sie verlassen, da er Kinder wollte und sie nicht (obwohl sie das auch von Anfang an kommuniziert hat) und ihre letzte Freundin hat ihr verschwiegen, dass sie verheiratet ist und ein Kind hat. Deswegen ist für Iris klar: Sie datet nicht mehr. One Night Stands? Klar, gerne! Aber sie wird sich nicht mehr auf irgendeine langfristige Beziehung einlassen.

Auch Stevie wurde vor nicht zu langer Zeit verlassen. Mit ihrer Ex ist sie aber weiter befreundet - unter anderem auch deswegen, weil diese jetzt mit einer guten Freundin von ihr zusammen ist. Uff. Arme Stevie! Am liebsten würde Stevie sich ja einfach wieder in die Welt des Datings stürzen, aber mit einer generalisierten Angststörung wie Stevie sie hat, ist das nicht so leicht. Da ist nichtmal ein One Night Stand drin, wie sie feststellen muss, nachdem ihr erster Versuch bei sowas katastrophal schiefgeht. Aber naja: Dadurch, dass sie Iris eh nie wieder sehen wird, schadet es ja auch niemandem, wenn sie ihren Freund:innen erzählt, dass die Nacht toll war und sie und Iris ab jetzt daten. Blöd nur, wenn Iris dann plötzlich in dem Theater steht, in dem auch Stevie auftritt, und hier für eine Rolle vorspricht ...

Ich glaube alle von euch wissen, wie sehr ich Fake Dating mag. Ich finde diese Trope einfach wundervoll und witzig und irgendwie wird sie nie wirklich langweilig. Als ich also sah, dass es in diesem dritten Band darum gehen wird, landete das Buch sofort auf meiner Wunschliste.

Die beiden Protagonistinnen Stevie und Iris habe ich sofort ins Herz geschlossen. Vor allem Stevie war mir sympathisch, auch wenn ich mir von ihrer Seite ein bisschen mehr Entwicklung gewünscht hätte. Gleiches gilt aber auch für Iris. Generell wirkten die beiden Figuren auf mich in ihrer Gestaltung konstanter und weniger dynamisch als die bisherigen Figuren, die uns die Autorin präsentiert hat. Das fand ich persönlich schade, denn ich mag ja gerade die Entwicklung so gerne. Und ich weiß ja auch, dass die Autorin in der Lage dazu ist, Entwicklungen zu schreiben, die mich so richtig sprachlos zurücklassen. Gerade bei Stevie hätte ich mir gewünscht, dass sie mehr Selbstbewusstsein entwickelt und für sich einsteht. Gegen Ende baute sie das zwar dann auf, aber das war für mich dann schon etwas zu spät.

Was mich gestört hat, war, dass viel Konflikt vor allem deswegen entstand, weil die Figuren nicht besonders gut miteinander kommunizierten. Das ist einfach etwas, das ich persönlich in Liebesromanen nicht mag. An fehlerhafter Kommunikation finde ich schon genug in der Realität - und Liebesromane sind für mich ein Weg, die Realität einfach zu vergessen. Aber das kann ich nicht, wenn ich mich gleichzeitig ärgere, dass Menschen es nie schaffen, einfach mal anzusprechen, was denn nicht stimmt. Auch wenn ich sagen muss, dass dieser Ärger hier schwächer war als bei anderen Büchern, in denen diese Trope vorkommt. Hier konnte ich das zähneknirschend als realistische Darstellung von Stevies Angststörung akzeptieren. Ich fand das trotzdem nicht großartig, aber ich konnte es akzeptieren.

Was ich an diesem Buch wiederum geliebt habe, ist, dass dieses Buch in der Welt des Theaters spielt. Ich liebe Theater, habe selbst einige Zeit Theater gespielt und gerade an diesen Abschnitt meines Lebens hat mich hier so einiges erinnert. Ich konnte Iris Überraschung nachfühlen, wieviel Spaß es ihr macht, auf der Bühne zu stehen. Wie schön es ist, einfach mal für einen Abend in eine andere Rolle hineinzuschlüpfen. Und ich sags euch: Ich wäre super gerne Teil dieser Produktion, die hier vorbereitet wird. Die hört sich nämlich nach richtig viel Spaß an.

Mein Fazit? Alles in allem also ein leider nur mittelmäßiges Buch. Es hat mir zwar Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, mit den anderen Teile dieser Reihe kann dieses Buch aber leider nicht mithalten.

Mittwoch, 24. Januar 2024

Unverhofft ins Herz

Autorin: Jodie Slaughter
Erschienen am 12.12.2023
Im Montlake Romance
ISBN: 9782496713329
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Der prickelnde neue Roman um alte Gefühle und eine zweite Chance für die große Liebe

Wenn ein Moment des Glücks alles verändert

Miriam steckt in ihrem Leben fest. Sie hat denselben Job wie mit sechzehn und wohnt seit der Trennung von ihrem Mann bei ihrer Mutter im verschlafenen Greenbelt. Bis ein Moment am Lottostand alles ändert: Der unerwartete Gewinn ist Miriams Ticket in ein neues Leben. Wäre da nur nicht die Tatsache, dass sie auf dem Papier noch mit Leo verheiratet ist – und Leo Anspruch auf ihr Vermögen hat. Also macht sie ihm ein Angebot. Doch Leo macht ihr einen verlockenden Gegenvorschlag – bei dem er allerdings nicht so bald wieder aus ihrem Leben verschwindet."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Was würdet ihr mit 220 Millionen Dollar tun? Denn das ist der Betrag, den Miriam, die Protagonistin, hier gewonnen hat. Also meine erste Amtshandlung wäre eine süße 2 oder 3-Zimmer-Wohnung in einem neu renoviertem Altbau, möglichst in der Innenstadt, vielleicht sogar in der Altstadt. Mehr bräuchte ich an Wohnraum in meinem aktuellen Lebensabschnitt gar nicht. 50 Quadratmeter wären schon Luxus und mehr würde ich eh nicht putzen wollen. Und dann würde ich natürlich noch dafür sorgen, dass meine Familie schöne Wohnungen oder Häuser bekommen. Geben wir es doch einfach zu: Wir alle haben uns schonmal ausgemalt, was wir tun würden, wenn wir stinkreich wären. Wir hätten da alle unsere Pläne. Miri nicht. Denn sie hätte nie damit gerechnet, bei sowas Glück zu haben. Allein das macht sie schon zu einer sympathischen Protagonistin.

Über weite Szenen fand ich diesen Roman gut konstruiert und gut geschrieben. Ich halte die Autorin für durchaus fähig, gute Geschichten zu schreiben. Aber vielleicht sollte diese Autorin nicht unbedingt über Sex schreiben. Denn, wow! Diese Stellen waren richtig mies. Ich habe mich mit der hier verwendeten Sprache einfach unwohl gefühlt, weil sie so obszön war und so gar nicht zum Rest des Romans passen wollte. Die erste Szene habe ich gelesen und war einfach nur schockiert, die zweite habe ich auch noch irgendwie über mich gebracht - die restlichen Szenen habe ich dann überblättert. Gratuliere, das wäre damit die erste Autorin, die das geschafft hat.

Auch verstand ich nicht, wie es möglich ist, dass Miri und Leo noch verheiratet sind. Die beiden haben seit 8 Jahren keinen Kontakt mehr zu einander. Sie haben kein Wort miteinander gesprochen. Warum zur Hölle gab es da noch keine Scheidung? Diese Frage wurde nicht geklärt und das hat mir gefehlt.
Außerdem verstand ich nicht, wie Miri nochmal auf Leo reinfallen konnte. Denn sind wir mal ehrlich: Wenn jemand 8 Jahre lang jede Interaktion vermeidet und sich dann plötzlich zusammenreißt, nur weil du endlich mal eine Grenze setzt und einen Schlussstrich ziehen möchtest, dann tut diese Person das doch nicht, weil sie dich liebt. Das kann mir keiner erzählen! So verhält man sich nicht, wenn man jemanden liebt. Ich halte Leo für super toxisch. Und daran konnten auch die Kapitel aus seiner Perspektive nichts ändern. Ich traute ihm einfach nicht und das wurde im Laufe der Handlung nicht besser. Wären ich und Miri befreundet, würde ich ihr ordentlich den Kopf waschen. Und das hier ist in einem Liebesroman nicht unbedingt die beste Ausgangssituation.

Mein Fazit? Der Roman ist eigentlich nicht unbedingt schlecht. Aber leider hat er mir wegen verschiedenen Aspekten trotzdem nicht besonders gut gefallen. Schade.

Montag, 15. Januar 2024

Paperthin Touch [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Hach, ich liebe Bücher über Bücher. Das macht einfach so viel Spaß. Ich liebe es, über Autor:innen und das Verlagswesen zu lesen, auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass die Realität um einiges weniger romantisch ist. Hier ist zum Beispiel die Protagonistin Clio Lektorin, ihr Love-Interest ein berühmter Autor namens Bryn. Die beiden flirten im Zuge des Lektoratsprozesses in der Kommentarspalte von Word-Dokumenten. Mit dieser Ausgangssituation hat die Autorin auf jeden Fall schon etwas ganz Neues geschaffen, das ich so noch nicht kannte.

Auch die Umsetzung hat mich gerade zu Beginn überzeugt. Wir bekamen hier tatsächlich das Word-Dokument zu lesen, mit der Rohversion von Bryns Roman und mit den Kommentaren der beiden. Und das habe ich geliebt, denn so habe ich das noch nirgendwo gesehen. Wie schon gesagt: Wenn man in seinem Leben bereits knapp Tausend Bücher gelesen hat, passiert das nicht mehr so schnell.

Gerade zu Beginn begegnen wir (abgesehen von den Word-Kommentaren) auch sonst vielen schönen Ideen und Kreativität. Die erste Hälfte ist voll mit Ungewöhnlichem, das ich so noch nicht kannte.

In der zweiten Hälfte wurde das Buch dann braver und weniger außergewöhnlich. Das fand ich schade, denn in der ersten Hälfte hat ja die Autorin bereits gezeigt, was sie kann und wie talentiert sie eigentlich wäre. Da fand ich es dann schade, dass hier eher wieder auf Elemente zurückgegriffen wurde, die ich bereits kannte. Ist natürlich legitim und normalerweise würde mich das auch nicht stören, aber nach der absolut gigantischen ersten Hälfte waren meine Erwartungen sehr hoch und das hat dann bei mir für Enttäuschung gesorgt.

[Spoiler im nächsten Absatz]

Auch muss ich gestehen, dass ich glaube, dass die Protagonisten ohne einander besser dran wären. Clio ist davon überzeugt, dass sie und Bryn zusammengehören. Dass sie das perfekte Paar wären. Und dass Bryn unrecht angetan wurde, sein Name zu unrecht durch den Dreck gezogen wurde und er eigentlich unschuldig ist. Auch wenn er ihr mehrfach gegenteiliges sagt und sie an mehreren Stellen und bei der geringsten Schwierigkeit davon zu überzeugen versucht, dass er nicht gut für sie ist und er kein guter Mensch ist. Und naja, damit hatte ich ein ziemlich großes Problem. 2021 habe ich das Buch "Alle drei Tage" gelesen. Darin geht es um Femizide und Gewalt an Frauen. Und darin wurde eben auch berichtet, dass Männer, die später gewalttätig werden, oft von sich aus zu einem frühen Beziehungszeitpunkt sagen würden, dass sie kein guter Mensch seien und sie der Frau nicht gut tun würden. Außerdem wird darauf aufmerksam gemacht, dass manche Frauen sogar von anderen Frauen, zum Beispiel Ex-Partnerinnen, gewarnt werden würden. Und naja: Ich will Bryn wirklich nicht zu einem Gewalttäter machen und ihn so lesen, weil ich nicht glaube, dass er einer ist. Aber diese Parallelen habe ich trotzdem gesehen. Und das hat bei mir dann auch dafür gesorgt, dass in meinem Kopf alle Alarmsirenen losgegangen sind. Wie gesagt: Ich denke nicht, dass Bryn ein gefährlicher Mann ist. Immerhin ist er eine Buchfigur und die beiden bekommen ein Happy End. Aber diese Parallelen zusammen mit Clios unerschütterlichem Glauben, dass Bryn ein guter Mensch ist und sie nie verletzen würde? Gemixt mit Clios Überzeugung, dass sie Bryn retten kann? Puh, schwierig.

[Spoiler Ende]

Mein Fazit? Die erste Hälfte dieses Buches ist grandios. Die zweite hat mir weniger gut gefallen. Trotzdem werde ich die Autorin weiter im Blick behalten, denn an vielen Stellen hat sich das Potential gezeigt, das in diesem Buch und damit auch in ihr stecken würden.