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Mittwoch, 3. Juli 2024

Das Mädchen mit dem Porzellangesicht

Autorin: Simone Keil
Erschienen am 17.2.2024
Im: Klett-Cotta Verlag
ISBN: 9783608966350
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"»Noch nie zuvor hat er ein so schönes Mädchen gesehen. Im Mondlicht. Und sie weint...«

London, 1888. In einer kalten Novembernacht wird in einem Backsteinhaus in Covent Garden die kleine Miyo geboren. Für ihren Vater, den Puppenmacher Kazuki Kobayashi, ist sie das größte Glück auf Erden. Das Leben könnte wunderbar sein, wenn Kobayashi nicht einst einen Vertrag mit einem dubiosen Advokaten geschlossen hätte, der ihm Wohlstand und Ansehen sichert, sein Kind aber einer ungewissen Zukunft ausliefert...

Der Puppenmacher kommt zu dem einzig logischen Schluss: Er muss Miyo verstecken, um ihr Leben zu retten. Dazu fertigt er eine ganz besondere Porzellanmaske an, ein feines, aber regungsloses Gesicht, das er sonst für seine Puppen entwirft. Die Maske soll seine Tochter vor dem Advokaten verbergen. Doch die Ausdruckslosigkeit verdammt Miyo zu einem Leben in Isolation – nur wenige machen sich die Mühe, hinter die kalte Fassade der Porzellanmaske zu blicken. Aber in anderen Außenseitern findet Miyo treue Freunde, die sie auf ihrer abenteuerlichen Flucht vor dem teuflischen Advokaten begleiten. Und endlich findet sie auch die Liebe, nach der sie sich schon immer gesehnt hat."
Quelle: Verlag

Meine Meinung: 
Dieses Buch wollte ich vor allem wegen der Schauerroman-Vibes lesen, die meiner Meinung nach ganz klar von diesem Klappentext ausgestrahlt werden. Gleichzeitig wollte ich diese Maske sofort auch als Metapher lesen. Ihr kennt mich, ich bin Literaturwissenschaftlerin - ich kann einfach nicht aus meiner Haut, ich muss alles überanalysieren. Eh klar also, dass dieses Buch auf meinen eReader gewandert ist, oder?

Wir folgen hier Miyo durch ihr Leben. Ihr Vater hat einen sehr gruseligen Vertrag mit einem richtig gruseligen Typen geschlossen. Und dieser Typ seine Tochter nicht finden kann, muss sie ab sofort eine Maske aus Porzellan tragen. Immer. Denn nur so kann sie vor dem Advokaten verborgen bleiben. Wie genau das funktioniert, ob da Magie involviert ist, oder doch eher Technik, wurde für mich nicht ganz klar, aber das war für mich persönlich nicht so schlimm.
Generell kann man über die Welt sagen, dass es sich hierbei um eine Art Parallelwelt zu handeln scheint. Einerseits wirkte das hier beschriebene England auf mich wie das England zum Ende des 19. Jahrhunderts, gleichzeitig ist die Technik hier aber in manchen Aspekten weiter fortgeschritten, als sie es bei uns ist. So sind Roboter, die tatsächlich ein Bewusstsein und eine Persönlichkeit haben, hier etwas ganz Alltägliches. Was ich super spannend fand! Ich lese total gerne Steampunkt und schaue entsprechende Filme und dieser Roman hat mich an dieses Genre erinnert. Ob das genau so erwünscht war oder nur meine Assoziation kann ich nicht sagen. Aber zurück zu den Robotern: Klar scheinen die Figuren gewisse Vorgaben zu haben, anhand derer sie sich verhalten sollten - was sie aber nicht davon abhält, sich anders zu verhalten, wenn sie es für richtig halten. Und das fand ich großartig. Und gerade dieser Hintergrund machte es für mich einfacher, Dinge wie das Funktionieren der Porzellanmaske zu akzeptieren. Wenn solche Roboter in dieser Welt möglich sind, wird eine scheinbar magische Maske wohl das kleinere Problem sein.

Ein kleines Problem hatte ich leider mit dem Ende des Buches. Der ganze Konflikt zwischen Miyo und dem Advokaten wurde innerhalb der letzten fünf Seiten aufgelöst und das auf eine nicht besonders spannende oder interessante Art. Das fand ich richtig schade, denn ich habe mir hier einen großen Showdown erwartet. Ich war dann nach dem Ende doch eher enttäuscht. Das Buch und vor allem auch Miyo hätten mehr verdient, finde ich.

Mein Fazit? Ein guter Roman, der euch in eine spannende Welt entführen wird. Nur mit dem Ende war ich nicht ganz zufrieden.

Montag, 25. März 2024

Adelsspross. Die erste Tochter

Autorin: Katharina Maier
Erschienen am 10.9.2019
Bei epubli
ISBN: 9783750202092
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Lovelybooks



Klappentext:
"Ein Mädchen erkennt, dass sie fliegen möchte und nicht darf

Myn wächst auf einem Planeten auf, über dem Raumschiffe fliegen und auf dem Väter das letzte Wort haben. Sie kann immer nur das, was Mädchen nicht können sollen. Trotzdem verlebt die Adelstochter eine unbeschwerte Kindheit mit einer eigenwilligen Mutter, einem schöngeistigen Vater und einem großen Bruder, der sie anspornt, ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
Ihre scheinbar heile Welt erhält Risse, als der aufwieglerische Asnuor zum Obersten Priester ernannt wird. Weshalb fällt das ganze Volk vor einem solchen Ehrgeizling auf die Knie? Warum schmiedet Myns Mutter Pläne hinter verschlossenen Türen? Und was hat das alles mit Myn und ihrem Bruder Vairrynn zu tun?
In 7 Bänden erzählt »Die Erste Tochter« von Intrige, Leidenschaft, Liebe, Freundschaft, Hass, einer fremden Welt und von einer Frau und drei Männern, die diese Welt für immer verändern. Doch eigentlich will Myn vor allem eins: ihre eigene Freiheit, von der sie in »Adelsspross« gerade erst begreift, dass sie sie gar nicht hat.

Ein Planet. Eine Frau. Ein Kampf."
Quelle: Lovelybooks

Meine Meinung:
Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut. Ich wurde von der Autorin (beziehungsweise einer Bekannten der Autorin, die sie beim Marketing unterstützt) vor ungefähr zwei Monaten kontaktiert und eingeladen, diesen Roman zu lesen. Und natürlich wollte ich das! Überrascht das irgendjemanden? Ich liebe Dystopien, feministische Dystopien finde ich noch spannender und ich interessiere mich sehr für Geschichten, die in der Zukunft angesiedelt sind. Erwartet habe ich mir genau das, was im Klappentext versprochen wird: Intrigen, Raumschiffe und viel Konfliktpotential durch Asnour, den Obersten Priester.

Dann kam aber leider schon auf den ersten 50 Seiten die erste schlechte Nachricht. Das Setting in der Zukunft wurde für mich leider an den meisten Stellen nicht sichtbar. Eher würde ich das Buch im Genre High Fantasy einordnen. Klar werden manchmal Raumschiffe erwähnt, aber die reine Erwähnung reicht meiner Meinung nach nicht, um ein Buch zu Science Fiction oder einem "Zukunftsepos" zu machen. Und ganz ehrlich? Das finde ich schade, denn High-Fantasy-Bücher bewerte ich leider meistens nur mittelmäßig. Das hat mir die Erfahrung inzwischen gezeigt und hätte ich gewusst, dass das Buch eher in diese Richtung tendiert, hätte ich die Anfrage wohl auch anders beantwortet. Denn entgegen allgemeiner Angabe, macht es mir keinen Spaß, wenig begeisterte Rezensionen zu schreiben, die man hätte vermeiden können.

Aufgefallen ist mir hier auch sehr schnell die unglaubliche Liebe zum Detail, die die Autorin hier beweist. Sie scheint wirklich sehr viel über ihre Welt zu wissen und das zeigt sie uns auch, indem sie uns im Detail erklärt, wie die Welt, ihre Wesen und ihre Einwohner funktionieren. Was wirklich toll sein kann! Versteht mich bitte nicht falsch: Ich finde es wichtig und richtig, dass sich die Autorin offensichtlich viele Gedanken zum Buch gemacht hat. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob es wirklich notwendig ist, uns Leser:innen so viele Informationen zu geben? Das Buch wirkte dadurch nämlich leider teilweise überladen, unübersichtlich und langatmig. Viele der Beschreibungen wären meiner Meinung nach nicht unbedingt nötig gewesen, oder zumindest nicht in diesem Ausmaß, denn man hätte das auch einfach durch das Interagieren der Figuren miteinander zeigen können, statt lange darüber zu schreiben. 
Am Ende gibt es dann noch ein kleines Nachschlagewerk, in dem alle Figuren nochmal vorgestellt und bestimmte Begriffe erklärt werden. Das ist zwar ein schönes Extra, darf aber meiner Meinung nach nicht notwendig sein, um die Geschichte zu verstehen. Gerade bei eBooks ist das Vor- und Zurückblättern nämlich eher aufwendig.
Probleme hatte ich persönlich auch mit einigen der Namen von Figuren und Wesen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Autorin sich auch da viele Gedanken dazu gemacht hat. Ganz ehrlich? Wer so viel Herz in die Schaffung einer fiktionalen Welt steckt, fängt dann nicht plötzlich bei den Namen an, einfach irgendwas zu tippen. Ich als Leserin kenne diese Gedanken dahinter aber leider nicht. So wirkten die Namen dann leider teils wie willkürliche Buchstabenkombinationen. Das erschwerte es mir, mir zu merken, wovon denn genau gerade die Rede ist und was dieses Wesen nochmal war.

Wir folgen in diesem Roman vor allem Myn und ihren Brüdern. Myn ist ein junges Mädchen, dessen Kindheit wir in diesem Buch aus der Ich-Perspektive verfolgen. Das machte sie für mich zu der Figur, der ich am meisten Aufmerksamkeit schenkte und die mich am meisten interessierte. Was meiner Meinung nach in diesem Buch nicht unbedingt ideal war: Wahrscheinlich wird sich das in den zukünftigen Teilen der Bücher noch ändern, doch in diesem ersten Band war Myn eher eine passive Figur, die eine reine Beobachterrolle einzunehmen schien. Das hat den Vorteil, dass wir so mal eine Einleitung in die Welt bekommen - und den Nachteil, das ein Kind oft nur wenige Ziele hat, die für ein Buch passend sind, das sich selbst als "Epos" bezeichnet. Generell hatten die Figuren in diesem Buch leider nur wenige für mich wirklich klare Ziele, die der Handlung Schwung hätten verschaffen können. Die einzige, die mir da wirklich als Ausnahme einfallen würde, ist Myns Mutter, die versucht, politischen Wiederstand zu leisten. Das bekommen wir hier aber leider nur am Rande und erst später im Buch mit. Das bewirkte, dass es der Handlung leider sehr schwer fiel, Tempo zu entwickeln.

Mein Fazit? Dieses Buch war leider nicht ganz mein Fall. Schade.

Samstag, 15. April 2023

Do not eat. Wie ein T-Shirt mich vor Aliens bewahrte [Kurzrezension]

Quelle: Verlag
 

Dieses Buch hab ich mir für meinen Osterurlaub in Italien ausgeliehen, weil ich trotz meiner Ferien an meinem Exposé für meine Masterarbeit schreiben musste und daneben auf gar keinen Fall Lust auf eine zu ernste Lektüre hatte. Sowohl das Cover als auch der Titel und der Klappentext versprachen mir Klamauk, viele Lacher und einen satirischen Ausflug in eines meiner Lieblingsfilmgenres. Hab ich nichts dagegen einzuwenden - immerhin war es während meiner Schulzeit, als noch nicht feststand, ob ich Autorin oder Astrophysikerin werden will, eines meiner Lieblingshobbys, mich über die fehlerhafte Physik in verschiedenen Science-Fiction-Filmen lustig zu machen. Am liebsten gemeinsam mit meinem Vater, mit dem ich eh bald wieder mal einen Filmeabend machen muss.

Und dieser Roman beginnt sehr vielversprechend: Clint und Derek begegnen während einer Wanderung zwei kleinen Mädchen, die unbeaufsichtigt durch den Wald spazieren. Dass mit diesen zwei etwas nicht stimmt, wird ihnen klar, als sich eines der Mädchen auf Derek stürzt und ihn verschlingt. Clint ist aber Physiker, deswegen darf er am Leben bleiben und wird von den Aliens entführt. Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern soll er verschiedene Berechnungen anstellen - doch allen der Anwesenden ist klar, dass sie ihr "Do Not Eat"-T-Shirt und damit auch ihre scheinbare Sicherheit an Board verlieren werden, sobald die Berechnungen abgeschlossen sind. Also müssen sie kämpfen.

Den Beginn der Geschichte fand ich stark. Viele Stellen brachten mich zum Schmunzeln, zum Beispiel wenn die Aliens eine Sondenuntersuchung durchführen, da sie Clints "Erwartungen an eine Alienentführung" nicht enttäuschen möchten. Doch kurz danach endete meiner Meinung nach bereits die humoristische Umsetzung. Der Rest des Buches war für mich nicht irgendwie besonders lustig oder unterhaltsam. Nicht lustiger als ein ganz normaler, nicht satirisch gemeinter Sci-Fi-Film. Irgendwann ist der einzige Unterschied die Menge der Kleidung, die die Hauptfiguren tragen, denn außer der Nacktheit der Figuren und der Form des Raumschiffs, die dem männlichen Geschlechtsorgan auffallend zu ähneln scheint, kann ich irgendwann einfach nichts mehr erkennen, das eventuell humoristisch gemeint sein könnte. Das fand ich vor allem deswegen schade, da ich eben ein Buch mit viel Witz und Humor erwartet hätte - vor allem mit Humor, der über Penisse und Nacktheit hinausgeht. Ich wollte lachen und vielleicht sogar während dem Lachen zum Nachdenken gebracht werden, während ich mir gemütlich den ersten Sonnenbrand des Jahres hole, nicht eine ganz normale Sci-Fi-Story mit viel zu viel Gewalt lesen, wie ich sie schon zur Genüge kenne.

Mein Fazit? Leider gar nicht das, was ich erwartet habe. Schade, denn der Beginn des Romans war sehr stark.

Sonntag, 13. März 2022

Goddess in the Machine [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Wenn ihr die Möglichkeit hättet, auf einen neuen Planeten zu reisen, würdet ihr das tun? Könntet ihr die Erde zurücklassen? Wärt ihr bereit dazu, euch für ein paar Hundert Jahre einfrieren zu lassen? Also ich würde zumindest mal darüber nachdenken, zumindest, wenn meine Familie auch mitkommt. Nur der Teil mit dem Einfrieren wäre für mich eine große Überwindung. Ist doch eine sehr gruselige Vorstellung... Noch gruseliger machen sie Bücher wie dieses hier. In "Goddess in the Machine" von Lora Beth Johnson geht es um ein Raumschiff, das auf einen anderen Planeten fliegt. Die Besatzung und alle Passagiere werden in der Zwischenzeit eingefroren. Nach ihrer Landung sollen sie wieder aufgeweckt werden. Auch Andra und ihre Familie befinden sich auf diesem Schiff. Doch als Andra aufwacht, ist sie allein und ihr Raumschiff ist nirgendwo zu sehen. Stattdessen befindet sie sich in einer dunklen Höhle auf einem zerstörten Planeten, der nicht mal im Ansatz so aussieht wie der Planet, auf dem sie sein sollte. Was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass sie erst tausend Jahre zu spät aufgeweckt wurde. Jeder, den sie je kannte, ist damit also tot. Ach ja, und die Menschen hier scheinen sie für eine Göttin zu halten. Und wenn Andra überleben will, muss sie diese Rolle gut spielen... zumindest bis sie herausfindet, wie sie wieder zurück auf die Erde kommt...

Ich habe von der ersten Seite weg mit Andra mitgefiebert. Oh mein Gott, allein diese Vorstellung, plötzlich so allein zu sein, ist grauenhaft! Ich musste einfach wissen, ob und wie sie diese Situation aushält. Und auch die Idee, dass sie jeder für eine Göttin hält, war für mich unglaublich spannend. Andra ist eigentlich ein ziemlich normales Mädchen - dass sie nicht wirklich weiß, wie zur Hölle sie sich verhalten soll, um die Erwartungen der anderen zu erfüllen, war für mich nachvollziehbar. Dem anderen Protagonisten Zhade gegenüber, blieb ich die ganze Handlung gegenüber zwiegespalten. Aber ich denke, dass das auch von der Autorin so gewollt war. Man weiß die meiste Zeit nicht so wirklich, was er eigentlich will. Dass er außerdem in einer Art Akzent der Zukunft spricht und seine Kapitel auch so geschrieben wurden, trug zu meinem Misstrauen ihm gegenüber bei. Englisch ist nicht meine Muttersprache und die fremde Sprachvariante trug dazu bei, dass ich ihm gegenüber immer ein bisschen Distanz hielt.

Apropos Sprachvariation: Ich finde es eine grandiose Idee von der Autorin, in diesem Buch so mit der Sprache zu spielen. Um ehrlich zu sein, dachte ich in der ersten Sekunde, dass ich gerade Opfer einer mysteriösen Krankheit geworden bin und deswegen die Worte plötzlich alle so komisch aussehen. Hat vielleicht ein paar Minuten gedauert, bis ich verstanden habe, was die Autorin hier macht. Aber dann war ich begeistert. Eigentlich ist es ja auch logisch, dass sich die Sprache weiterentwickelt. Warum sollte die Autorin also nicht auch ein bisschen experimentieren dürfen? Und es war offensichtlich, dass sie nicht einfach irgendwas schreibt. Die Sprache hat zum Beispiel weiter Regeln, an die sich die Autorin selbst auch streng hält und die Wortstämme blieben die gleichen, wie sie es auch in der Gegenwart sind. Ein anderes Experiment, das die Autorin hier wagt, ist ein Kapitel in Binärcode zu schreiben. Jup, richtig gelesen. Binärcode. Das ist die Computersprache mit Einsen und Nullen. Und auch hier hat die Autorin nicht einfach irgendwelche Kombinationen getippt: Ich hab das natürlich mit einem Online-Übersetzer nachgeprüft. Und ich würde euch sehr empfehlen, dass ihr das auch macht.

In diesem Buch wimmelt es nur so von Plottwists und Cliffhangern. Ich hatte hier keine ruhige Minute und hätte alle, die mich unterbrochen haben, am liebsten auf den Mond geschossen. Und gerade dieser eine Plottwist gegen Ende des Buches! Oh. Mein. Gott! Da musste ich das Buch kurz mal zur Seite legen, um das zu verdauen. Und dann noch das Ende an sich! Oh Hilfe! Ich muss mir ganz dringend den zweiten Teil holen und zwar schnell!

Mein Fazit? Wenn ihr eine richtig spannende Lektüre sucht, die sich gleichzeitig durch gelungene Sprachexperimente auszeichnet, dann seid ihr hier an der richtigen Stelle. Lest dieses Buch! Ihr werdet es nicht bereuen!

Sonntag, 13. Februar 2022

Pyramidenspiel. Ein Roman über die gechippte Gesellschaft

Autor: Juan Arte
Erschienen am 28.12.2021
Im Selbstverlag
ISBN: 9783754628324
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Klappentext:
"Europa, 2084: Über die Hälfte der Weltbevölkerung ist einer Seuche zum Opfer gefallen. Die Überlebenden suchen Sicherheit und Bequemlichkeit in den Segnungen der Technik. Doch die implantierten Chips kontrollieren nicht nur die Vitalwerte und wer in der eigenen Wohnung ein- und ausgeht. Skrupellose Konzernbosse und korrupte Politiker haben das Spiel auf ein neues Level gehoben. Künstliche Intelligenz verfolgt jeden Schritt der Bürger und wertet die Daten zur Erstellung eines perfiden Sozialratings aus. Privatsphäre ist Geschichte. Wer mehr Punkte hat, ist der bessere Mensch. Die wenigen, die sich weigern, bei diesem Spiel mitzumachen, führen ein gefährliches Leben als Außenseiter. Als der geordnete Alltag des Héctor García López aus den Fugen gerät, beginnt er allmählich, sein Dasein in Frage zu stellen. Wird er zum Zünglein an der Waage im verzweifelten Kampf der letzten freien Menschen gegen den totalen Überwachungsstaat?"
Quelle: Lovelybooks

Meine Meinung:
Ja, auch nach meiner Bachelorarbeit über Dystopien habe ich noch nicht genug von diesem Thema. Also her mit der nächsten Dystopie!

"Pyramidenspiel" glänzt vor allem durch das spannende Worldbuilding. Die Welt ist interessant und über große Teile glaubwürdig. Die aktuellen technischen Innovationen mit all ihren Problemen (Stichwort Datenschutz) werden konsequent weitergedacht und so weit zugespitzt, dass ich stark an Orwells "1984" erinnert wurde. Auch Corona spielt hier eine Rolle - aber keine Angst, es handelt sich dabei nicht um einen weiteren Pandemieroman.

Interessant finde ich auch die Entscheidung, jedem Kapitel ein Zitat aus einem anderen Text voranzustellen. Spannend war das für mich vor allem daher, weil ich aufgrund meines Studiums einen großen Teil der zitierten Texte kannte. Diese Dystopie handelt über weite Teile auch von Literatur und ihrer Macht. Viele Bücher werden von den Machthabern als gefährlich angesehen und können deswegen nur gelesen werde, wenn man eine spezielle Berechtigung hat. Von dem her halte ich diese Zitate auch für recht passend, vor allem da zumindest die, die ich schon kannte, wohl alle aus Büchern stammen, die in dieser Welt verboten sind.

Kritisieren muss ich leider die Liebesgeschichte, die sich im letzten Drittel entwickelt. Meiner Meinung nach passt die nicht zum Rest des Buches. Sie nimmt auch nicht wirklich viel Platz ein, die Figuren haben keine Chemie und keine Zeit, diese zu entwickeln und deswegen wirkte das auf mich nicht glaubwürdig. Vielleicht wäre es besser gewesen, in diesem Buch auf die Liebesgeschichte zu verzichten.

Gegen Ende gab es dann natürlich auch einen großen Showdown, auf den ich hier inhaltlich gar nicht tiefer eingehen möchte. Dieser ist über weite Teile auch gut gelungen. Allerdings geht dann leider durch Erklärungen und Monologe ziemlich viel Spannung verloren. Hier wird gefühlt nochmal die ganze Welt erklärt, was nicht so ganz zu den vorhergehenden Szenen passt.

Zumindest aktuell ist das Ende für mich noch unbefriedigend. Das passiert mir bei Dystopien öfter, allerdings sehe ich oft nach wenigen Tagen ein, dass das Ende genau richtig ist. Hier ist das noch nicht passiert. Ob das wohl noch kommen wird? Ich kann es nicht sagen. Wir werden es sehen.

Mein Fazit? Eine interessante und spannende Zukunft, die sich so hoffentlich nie entwickeln wird. Einige Schwächen gibt es, allerdings haben mich die nicht davon abgehalten, die Lektüre zu genießen.

Montag, 4. Oktober 2021

Doktor Maxwells wunderliches Zeitversteck

 Autorin: Jodi Taylor
Erschienen am 19.7.2021
Im Blanvalet Verlag
ISBN: 9783734162732
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Kondome schützen! Wie Sie mit ihnen auch schwer bewaffnete Truppen abwehren, erfahren Sie im vierten Roman um die Zeitreisende Madeleine »Max« Maxwell.

Madeleine »Max« Maxwell freut sich auf ein friedvolles Leben an der Seite ihres geliebten Leon. Leider hält der Frieden nicht mal bis zum Mittagessen … Die Zeitpolizei taucht auf, um Max für ein Verbrechen zu verhaften, das sie nicht begangen hat – zumindest nicht in diesem Universum. Max und Leon bleibt nur die Flucht durch die Zeit, ein abenteurlicher Trip ins alte Ägypten, bis sie schließlich getrennt werden und Max sich allein den Schergen der Zeitpolizei stellen muss. Doch erst im St. Mary's Institut für historische Forschung, wo alles begann, wird die wilde Jagd durch die Zeit enden …"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Das hier ist der vierte Teil einer Reihe, deswegen herrscht hier Spoilergefahr für alle vorhergehenden Bände. Wenn ihr die noch nicht alle gelesen habt, dann ist diese Rezension für euch mit Vorsicht zu genießen. 

In der Zwischenzeit haben wir wirklich schon viele Abenteuer zusammen mit Max erlebt: Jack the Ripper, ein bösartiges Institut für Zeitreisen in der Zukunft, das Trojanische Pferd, verschiedene Kriege und Krankheiten... In diesem Teil kommen noch Paralleluniversen und eine außer Kontrolle geratene Zeitpolizei hinzu. Und ja: Jede:r, der:die gedacht hat, dass die vorherigen Teile schon schräg waren, wird hier eines besseren belehrt. Dieser Teil hier ist definitiv der abgedrehteste der ganzen Reihe. Das hat für mich leider auch viel vom Reiz dieser Reihe genommen. Was ich an "Maxwell" so gerne mag, ist, dass hier Zeitreisen behandelt werden, ohne dass das hier ein reiner Sci-Fi-Action-Thriller wird. Naja, würde man diesen Band verfilmen, wäre das leider ziemlich nah am oben genannten dran.

Auch der Schreibstil in diesem Band war ganz anders als ich es erwartet hätte. Klar, die Thematik ist auch düsterer, aber: Wo ist dieser wundervolle Humor, den ich in den letzten Büchern so gelobt habe? Warum habe ich während dem Lesen dieses Buchs keine Leuchtstifte verwendet, um meine Highlights so schnell wie möglich wiederzufinden? Mir persönlich hat das Lesen dieses Teils viel weniger Spaß gemacht als die drei Teile davor, was eben sehr viel auch mit dem fehlenden Humor zu tun hatte. An einigen wenigen Stellen schien sich die Autorin daran zu erinnern, dass sie ja früher so viele gute Witze gerissen hat, doch aufgrund der Gesamtstimmung des Buches wirkte das dann eher fehl am Platz und einfach nicht authentisch.

Die Reihe um Maxwell hat zumindest im Englischen noch viele weitere Teile. Ob die wohl auch noch übersetzt werden? Nach diesem Teil hier bin ich mir nämlich auch gar nicht sicher, ob ich das restliche Dutzend Bücher und Kurzgeschichten rund um Maxwell noch lesen muss. Ich habe einfach Angst, dass die Reihe jetzt von Teil zu Teil schwächer wird.

Eine weitere Anmerkung habe ich und die betrifft die Vermarktung des Buches. Auf Lovelybooks habe ich den folgenden Abschnitt im Klappentext gefunden: "unabhängig voneinander lesbare Abenteuer". Geht's noch? Diese Bücher sind ganz klar nicht unabhängig voneinander lesbar! Gerade dieser Band nicht. Wenn ihr da die anderen Teile nicht kennt, werdet ihr einfach nur unglaublich verwirrt sein.  Also fangt bitte mit dem ersten Teil an und arbeitet euch dann der Reihe nach durch.

Mein Fazit? Bis jetzt der schwächste Teil der Reihe. Das macht mir persönlich auch leider nicht wirklich Lust auf die nachfolgenden Bände.

Donnerstag, 19. August 2021

The Martian Chronicles [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Es gibt Bücher, bei denen ich schockiert bin, dass die nicht regelmäßig neu verfilmt werden. Zu diesem Buch konnte ich nur eine Adaption von 1980 finden. Das ist verschwendetes Potential! Dieses Buch könnte die Art von Film werden, die mein Vater und ich uns gemeinsam ansehen würden. Da sind Science-Fiction- und dystopische Elemente, da ist Gesellschaftskritik und Fantasie und Aliens und einige Stellen grenzen fast schon an Horror! Ich habe gelacht und gezittert und an meinen Nägeln gekaut und am Abend "nur noch ein Kapitel" gelesen.

In diesem Buch wird ein Traum wahr, den die Menschheit noch heute verwirklichen möchte: Der Mars wird endlich besiedelt! Doch mit einem haben die Menschen nicht gerechnet: intelligentes Leben. Hochintelligentes Leben. Leben, das dazu bereit ist, um diesen Planeten zu kämpfen. Doch die Marsianer sind nicht einfach bösartig, wie das in vielen aktuellen Filmen und Büchern der Fall wäre. Sie wollen halt einfach in Ruhe gelassen werden.

Besonders spannend waren für mich die vielen unterschiedlichen Perspektiven. Da ist zum Beispiel eine Marsfrau, die die Landung der Erdlinge in einem Traum voraussieht. Da ist die Besatzung der verschiedenen Raumschiffe. Die ersten Siedler. Und so weiter und so weiter. Man lernt viele verschiedene Facetten der Menschheit kennen und das macht diesen Roman so interessant.

Spannend ist auch, dass es in diesem Buch keine klare Unterteilung in Gut und Böse gibt. Es gibt hier nur Grautöne. Klar, natürlich gab es ein paar Figuren, die ich persönlich als "böse" bezeichnen würde und einige, die ich "gut" nennen möchte. Aber da war einfach so viel dazwischen!

Mein Fazit? Ein wirklich toller Science-Fiction-Klassiker.

Sonntag, 1. August 2021

Brave New World [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

"Brave New World" stand ursprünglich auf der Liste für meine Bachelorarbeit, ich musste diesen Text dann aber leider wieder streichen. Mein Professor hatte Zweifel, dass ich es schaffe, so viele Texte in meiner Bachelorarbeit zu behandeln - und wahrscheinlich hatte er Recht, wenn ich bedenke, dass ich am Ende meiner Arbeit noch zehn Seiten streichen musste.

In "Brave New World" geht es um eine Zukunft, in der jeder Mensch zufrieden mit seiner Position ist, egal wie schlecht sie auch aus heutiger Situation wirken mag. Wie die Menschheit das geschafft hat? Genmanipulation, die Erschaffung von Klonen und frühkindliche Prägung. Wenn man eine Firma eröffnet und dafür Fließbandarbeiter braucht, die eintönige Arbeit lieben, dann musst du nur ein bisschen vorausplanen und bekommst eine ganze Armee an Menschen geliefert. Diese Vorstellung, dass Menschen so zur Ware werden, fand ich verdammt gruselig. Und auch, wieweit sich die Gehirnwäsche hier weiterentwickelt hat. Und die betrifft hier nicht nur die unteren Schichten, sondern jeden. Die Geschichte wird nämlich aus der Sicht von Menschen der Oberschicht erzählt und auch die wissen, dass es nicht erwünscht ist, irgendwas zu hinterfragen. Erschreckend fand ich auch, dass in dieser Zukunft alles so sexuell geprägt ist und zwar von Kindesbeinen an. Orgien werden von öffentlicher Hand gefördert und in den Umkleidekabinen von Arbeitsplätzen gibt es...spezielles Spielzeug, das auch fröhlich benutzt wird. Wer nicht regelmäßig neue Partner:innen hat, wird als abnormal und krank angesehen. Ich würde mich nicht als prüde ansehen, aber das hier war ein bisschen viel, vor allem, weil es so unerwartet kam. Ich wusste nicht viel über "Brave New World" bevor ich es selbst gelesen habe.

Die interessanteste Figur war meiner Meinung nach John. Er ist außerhalb dieses Systems aufgewachsen und hat als einer von sehr wenigen Menschen der Welt Eltern, die er noch dazu kennt. Natürlich gezeugte Kinder würde man normalerweise abtreiben lassen. Doch Johns Mutter wurde in einem Reservat vergessen, in dem die Welt noch sehr ähnlich wie Huxleys Gegenwart zu sein scheint. Durch Bernard und Lenina wird er in die "Zivilisation" gebracht und darf die moderne Welt kennenlernen. Natürlich ist er total überwältigt, aber irgendwie auch enttäuscht. Ihn schreckt die Welt ab, sie macht ihn krank. Dazu kommt, dass er nicht als Mensch gesehen wird, sondern als Obskurität, die man wie ein Tier im Zoo bewundern kann.

Mein Fazit? Schnappt euch diesen Klassiker und lest ihn. Er ist erschreckend und unglaublich spannend!

Samstag, 17. April 2021

Das Lied der Kämpferin

 Autorin: Das Lied der Kämpferin
Erschienen am 8.3.2021
Im btb Verlag
ISBN: 9783442717392
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"In einer nicht allzu fernen Zukunft ist die Erde ein düsterer Ort, heimgesucht von mörderischen Kriegen, zerstört von den Menschen selbst und gewaltigen Naturkatastrophen. Einigen wenigen ist es gelungen, sich auf eine Raumstation zu retten, um von hier aus die letzten Reserven der Erde zu Plündern. Herrscher dieser neuen, trostlosen Welt ist ein ebenso tyrannischer wie blutrünstiger Sektenführer. Doch eine Gruppe junger Rebellen lehnt sich auf gegen das eiserne Regime, angespornt von der charismatischen Mädchen-Kriegerin Joan, die über ganz eigene Kräfte verfügt und deren Geschichte das Schicksal zukünftiger Generationen bestimmen wird."
Quelle: Verlag

Meinung:
Dieses Buch war nicht so, wie ich es erwartet habe. Ich dachte, dass das hier eine "normale" Dystopie ist, wie ich sie schon dutzende Male gelesen habe. Aber so war das nicht. Absolut nicht.
 
Das auffälligste an diesem Roman ist der Stil. Der war… schwierig. Komplizierter Satzbau, Abschweifungen, Fachwörter, die ich das letzte Mal vor zwei Semestern gehört habe. Oft ist unklar, was wirklich passiert und was nur in der Fantasie der Figuren ... Das macht das Buch schwer zugänglich. Für mich kein größeres Problem - immerhin habe ich durch mein Studium gelernt, mit schwierigen Texten umzugehen. Aber auch ich habe für dieses Buch länger gebraucht als ursprünglich geplant. Normalerweise habe ich kein Problem damit, innerhalb einer Stunde 50 Seiten oder mehr zu lesen, bei diesem Buch war das nicht möglich. Spätestens nach zwanzig Seiten musste ich pausieren, um erstmal alles zu verarbeiten.
 
Ich war etwas überrascht von Joan. Im Klappentext wird sie als "charismatische Mädchen-Kriegerin" beschrieben. Von ihrem Charisma habe ich nicht viel mitbekommen. Eine Kriegerin? Auf jeden Fall. Besondere Kräfte? Check! Aber charismatisch? Nope! Schade fand ich auch, dass ich als Leserin über einen großen Teil ihrer Geschichte im Unklaren gelassen wurde. Warum hat zum Beispiel ausgerechnet sie diese besonderen Kräfte? Und warum zur Hölle sollte sie verbrannt werden? Und wie konnte es passieren, dass die Erde zu so einem lebensfeindlichen Ort wird?

Schmerz und Gewalt spielen in diesem Text eine große Rolle. Teils fügen sich die Figuren den Schmerz durch kunstvolle Verbrennungen selbst zu, teils werden sie Opfer von Gewalt. Es gibt medizinische Experimente und sexuelle Gewalt, später auch Folter. Das hält sicher nicht jede:r Leser:in aus.

Mein Fazit? Nicht das, was ich erwartet habe. Die Protagonistin konnte mich nicht begeistern. Allerdings ist das Buch für mich aus wissenschaftlicher Perspektive spannend. Da kann man einiges daraus machen und sollte jemand schon eine Arbeit zum Buch gelesen haben, wäre ich dankbar, wenn ihr mir die weiterleiten könntet.

Sonntag, 11. April 2021

Doktor Maxwells skurriles Zeitexperiment

 Autorin: Jodi Taylor
Erschienen am 15.02.2021
Im Blanvalet Verlag
ISBN: 9783734162725
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Madeleine »Max« Maxwells Woche beginnt nicht gut. Aus irgendeinem Grund sind beinahe sämtliche Mitarbeiter der zeitreisenden Historiker von St. Mary's blau gefärbt. Da sie so wohl kaum in eine andere Epoche reisen können, ohne dort aufzufallen, bleibt es an Doktor Maxwell hängen, einen Freund ihres Chefs zu einem Besuch bei Sir Isaac Newton zu begleiten. Dort werden sie von einem aufgebrachten Mob verfolgt. Im letzten Moment erreichen sie wieder ihre Zeitreisekapsel, die eine verhängnisvolle Fehlfunktion hat und die beiden Zeitreisenden im absoluten Nichts stranden lässt! Dieses Mal wird Max nicht nur vom Chaos verfolgt – es hat sie eingeholt!"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Nun ist endlich der dritte Band rum um "Max" Maxwell erschienen. Band 1 und Band 2 habe ich ja schon rezensiert, war also klar, dass auch der dritte Teil bei mir einziehen muss. Gerade von Band 1 war ich total begeistert und bis heute terrorisiere ich meine Freundinnen regelmäßig mit der Bitte, die Reihe doch auch endlich anzufangen.

Ich muss allerdings leider gestehen, dass ich von diesem Band nicht ganz so begeistert bin wie von seinen Vorgängern. Der gesamte Stil ist hier um einiges ernster. Natürlich, es gibt immer noch einige wirklich köstliche Stellen, die ich mir wieder angestrichen habe. Zum Beispiel wenn plötzlich alle Historiker:innen blau sind oder Honig als Droge missbraucht wird. Aber es waren eben nicht ganz so viele wie in den vorherigen Bänden. Das hängt wohl auch mit der Themenwahl zusammen. Max muss sich hier ernsthaft mit ihrer Liebe zu Leon und mit der Frage nach einer gemeinsamen Zukunft befassen. Die Frage, ob sie ihre Arbeit am St. Marys hinschmeißen soll, wird immer wieder thematisiert und überschattete weite Teile der Handlung.

Vor allem der Einstieg in dieses Buch hat mich überrascht. Der Prolog war schon harter Tobak! Vielleicht wäre für diesen Abschnitt eine Triggerwarnung angebracht? Der Rest der Handlung ist dann im Vergleich dazu fast schon entspannend, auch wenn es weiter rund geht.

Ich glaube, dass es diesem Buch gut getan hätte, nicht ganz so viel Action einzubauen. Bei den vorhergehenden Teilen war ja auch nicht ständig nur Tempo! Hier kam wirklich ein dramatisches Event nach dem anderen. Max's Beziehungen zu den anderen Figuren ging da leider fast schon unter. Gerade zu Beginn! In der zweiten Hälfte des Buches wurde das besser und da war ich wirklich froh drum. Ich liebe die Art, wie die Autorin Freundschaften und Zwischenmenschliches auf den Punkt bringt.

Loben möchte ich die Auswahl der Schauplätze. Allein schon Troja! Der Mythos des trojanischen Pferdes wurde hier großartig neuinterpretiert und ich kann nicht glauben, dass ich bisher noch nie über diese Möglichkeit nachgedacht habe! Wow! Einfach wow! Ich hatte Angst, dass die Reihe an dieser Stelle ihre Glaubwürdigkeit einbüßen würde, aber das ist nicht passiert. Stattdessen habe ich nun das Gefühl, dass sich die Autorin wirklich mit ihren Themen beschäftigt hat.

Mein Fazit? Kann leider nicht mit den ersten beiden Teilen mithalten. Hat trotzdem Spaß gemacht. Ich freue ich mich auf den nächsten Band - und hoffe, dass noch sehr viele folgen werden!

Samstag, 6. März 2021

Dave [Abgebrochen]

Autorin: Raphaela Edelbauer
Erschienen am 23.01.2021
Im Klett-Cotta Verlag
ISBN: 9783608964738
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag



Klappentext:
"Was braucht es, um eine Maschine mit menschlichem Bewusstsein auszustatten? Den Programmierer Syz interessiert nichts so sehr wie die Beantwortung dieser Frage. Doch als er hinter die Kulissen des Labors blickt, gerät sein bedingungsloser Glaube an die Technik ins Wanken. Welchem Zweck dient DAVE wirklich und wer wird von ihm profitieren?

In der Welt von Syz dreht sich alles ums Programmieren. Geschlafen und gegessen wird hauptsächlich, um schnellstmöglich wieder in die Datenströme des Computers abzutauchen. Das Ziel des gesamten Labors ist nichts Geringeres als die Programmierung der ersten generellen Künstlichen Intelligenz, ausgestattet mit einer Höchstleistung an Rechenkraft und menschlichem Bewusstsein: DAVE. Dann allerdings bringen zwei Ereignisse Syz‘ geregeltes Leben ins Wanken. Erstens, Syz verliebt sich in eine junge Ärztin, und zweitens, DAVE droht ein Totalausfall. Der Strudel, in den Syz in der Folge gerät, katapultiert den Programmierer in unmittelbare Nähe der Machtzentrale. Während das Labor in blinder Technikgläubigkeit weiterhin auf die Verwirklichung der Künstlichen Superintelligenz hinarbeitet, taucht Syz tief in die Geschichte des Labors ein und versucht herauszufinden, wessen Interessen DAVE am Ende eigentlich dient. Nach dem großen Erfolg von »Das flüssige Land« legt Raphaela Edelbauer einen einzigartigen Roman über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Künstlichen Intelligenz vor."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Auf dieses Buch war ich wirklich super gespannt. Ich habe ausschließlich Positives über dieses Buch gehört, habe darüber in mehreren Zeitungen gelesen und sogar einen Bericht im Fernsehen gesehen. Das ist auf jeden Fall etwas, worauf die Autorin stolz sein kann und soll! Ich will der Autorin auch auf gar keinen Fall mit dieser Rezension ihren Erfolg madig machen und ich will auch nicht, dass sie sich schlecht fühlt. Also, Frau Edelbauer, falls Sie irgendwie auf diese Rezension stoßen: Ich freue mich sehr für Sie und Ihr Buch! Nehmen Sie sich meine Bewertung bitte nicht zu Herzen und machen Sie einfach weiter, als hätten Sie sie nie gesehen. Immerhin gibt es viele Menschen, denen Ihr Buch gefällt und die Sie mit Ihrer Welt begeistern konnten!

Doch mich konnte dieses Buch leider nicht begeistern. Es war mir persönlich einfach zu langatmig. Eigentlich bin ich ja ein großer Fan von Dystopien und von Science-Fiction aller Art. Aliens, tödliche Krankheiten, Atomkriege, Überwachungsstatten, übermächtige Technologien wie Dave... Ich habe schon so unglaublich viele sehr unterschiedliche Werke aus dieser Sparte gelesen. Viele davon haben mich begeistert. Andere - wie eben leider auch "Dave" - eben nicht. 

Ich muss dazu sagen, dass ich "Dave" auch nicht unbedingt schlecht fand. Zwischendurch gab es auch einige durchaus interessante Stellen, an denen man merkt, dass die Autorin ihr Handwerk beherrscht. Manchmal ging er Schreibstil fast schon ins Lyrische. Das fand ich dann spannend zum Lesen. Aber leider gab es dann eben auch lange Abschnitte, die in mir persönlich einfach nichts auslösten.

Mein Fazit? Ich möchte nicht ausschließen, dass ich es irgendwann in der Zukunft nochmal mit diesem Buch versuchen werde. Im Moment ist es aber nicht das Richtige für mich.

Samstag, 28. November 2020

Lovestar

Autor: Andri Snaer Magnason
Erschienen am 30.10.2020
Im Eichborn Verlag 
ISBN: 9783847900573
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Zum Autoren:
"Andri Snær Magnason, geboren 1973 in Reykjavík. Der Literaturwissenschaftler schrieb Kinderbücher, Theaterstücke, Lyrik, Romane und Sachbücher. Seine Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt. In Island hat er sich als Umweltschützer einen Namen gemacht. 2008 organisierte er mit Björk das Protestkonzert Náttura. 2014 verlor Island aufgrund der Erderwärmung seinen ersten Gletscher, Okjökull. Der »Brief an die Zukunft« auf der Gedenktafel stammt von ihm. In seinem Buch Traumland (dt. 2011) kritisiert er die in Island ansässige Aluminiumindustrie. 2016 kandidierte er bei der Präsidentschaftswahl in Island."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Der international agierende Konzern LoveStar mit Sitz in Island hat eine Methode gefunden, um die Menschheit komplett fernzusteuern. Träume werden entschlüsselt und zu Geld gemacht, der Tod wird zu einem großen Spektakel vermarktet, und die einzig wahre Liebe wird jedem Menschen unwiderruflich per Algorithmus zugerechnet. Ein junges Paar jedoch versucht, sich der totalen Gleichschaltung zu widersetzen und seine ganz individuelle Liebe zu retten - während die Welt ins Chaos stürzt ..."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
In der Zwischenzeit haben es sicher schon alle mitbekommen, ich erwähn's aber gerne nochmal: Ich schreibe meine Bachelorarbeit über das literarische Dystopien. Überrascht es da jemanden, dass ich dieses Buch lesen wollte? Es befindet sich zwar nicht in dem Zeitraum, den mein Betreuer und ich abgesteckt haben, aber nur weil ich es zumindest in dieser Arbeit nicht verwenden kann, heißt das ja nicht, dass ich das nicht lesen kann. Und ich sehe es fast schon als meine Pflicht, so viele Dystopien wie nur möglich zu lesen. Also auch "Lovestar".

In diesem Roman geht es um eine Welt, die vom großen Konzern "LoveStar" beherrscht wird. Diese Firma hat das Leben des Menschen in jedem einzelnen Aspekten verändert. Begräbnisse? Gibt es nicht mehr, dafür LoveDeath. Die Leichen werden ins Weltall geschossen und stürzen als Sternschnuppen auf die Erde. Wahre Liebe? Gibt es und sie kann mithilfe eines Algorithmus errechnet werden. Und in den Preis der Berechnung miteingerechnet sind ein paar Tage Urlaub in einem schönen Hotel, in dem man sich endlich kennen lernen kann. Schulden und Geldmangel? Kann ganz einfach beglichen werden, du musst nur dein Sprachzentrum vermieten, damit dich Firmen ihre Slogans krähen lassen können oder deine Nachbarn bezahlen dafür, dass du ihnen Komplimente oder Erinnerungen zurufst.

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: Aus der Sicht Indridi, Simons und dem Unternehmer LoveStar. 
Indridi hat seine wahre Liebe gefunden: Sigridur. Nicht durch einen Algorithmus, sondern ganz altmodisch durch Zufall. Zumindest glaubt er das. Blöd nur, dass das Ergebnis der Berechnung Sigridurs was anderes sagt. Gibt es für die beiden überhaupt die Chance, ihre Liebe zu retten? Und wäre das überhaupt das Richtige? Und wie weit ist LoveStar bereit zu gehen, um ihre Berechnungen als den einzigen Weg zur Liebe zu erhalten? Indridi war die Figur, die ich am unterhaltsamsten fand.
Simon ist ein Geheimwirt. Hört sich gruselig an, nicht? Ist es auch. Er bekommt Aufträge zugespielt, die er erfüllen muss, um gutes Geld zu verdienen. Empfiehl deinen "Freunden" diesen und jenen Film! Bringe 10 Gäste in dieses neue Restaurant! Fahre dieses Auto, trage diese Kleidung. Quasi die Weiterentwicklung eines Influencers.
LoveStar ist der Gründer von LoveStar. Früher hat er natürlich anders geheißen, aber irgendwann haben ihn alle nur noch wie seine Firma genannt und das tun sie auch heute noch. Er war sehr anders, als ich es von einem solchen Unternehmer erwartet hätte. Bei weitem nicht so unsympathisch. Eine sehr spannende Figur, meiner Meinung nach.

Ich fand dieses Buch super entspannend und lustig. Ich konnte und wollte es einfach nicht mehr aus der Hand legen! Wie kommt man denn auf solche Ideen? Alleine schon die Kräher und die Geheimwirte! Und das ist nur der Gipfel des Eisberges. Eltern bekommen auch zum Beispiel mehrere Versuche, um die Erziehung ihrer Kinder richtig hinzukriegen. Indridis Eltern brauchten zum Beispiel zwei. Nach fünf Jahren haben sie Indridi "zurücksetzen" lassen. Sie haben ihn abgegeben und einen Neugeborenen zurückbekommen, der genetisch gesehen exakt der gleiche Mensch war. Total schräg und gruselig! Andere Ideen fand ich wiederum gar nicht so erschreckend. Das mit der Berechnung der wahren Liebe zum Beispiel. Das ist doch eigentlich ganz schön, nicht? Keine nervigen Dates und unangenehmer Small-Talks mehr, keine gruseligen Datingapps, nur noch ein Brief, dass deine Berechnung stattgefunden hat. Dagegen hätte ich nichts auszusetzen.

Mein Fazit? Sehr cooles Buch über eine schräge, aber irgendwie liebenswerte Zukunftsversion.

Samstag, 3. Oktober 2020

Wir Verlorenen

 Autorin: Jana Taysen
Erschienen am 22.09.2020
Im Kirschbuch Verlag
ISBN: 9783948736064
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Zur Autorin:
"Jana Taysen wurde 1992 in Hagen geboren und lebt mit Freund und Hund im abenteuerlichen Köln. Dort arbeitet sie in einem Marktforschungsinstitut. Zuvor studierte sie English Studies und Medienwissenschaften im Bachelor und Markt- und Medienforschung im Master. Das Schreiben war schon von klein auf ein wichtiger Teil von Janas Leben und eine ihrer liebsten Freizeitbeschäftigungen. Sie liebt es, neue Welten und Charaktere zu erschaffen und selbst ganz und gar in die Geschichten abzutauchen."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Dein Verstand weiß, dass du niemandem mehr trauen kannst – aber was tust du, wenn dein Herz etwas anderes verlangt?

Smilla führt mit ihrer kleinen Schwester Jera ein tristes Leben in der Eifel. Die Welt, wie wir sie kannten, gibt es seit einer verheerenden Katastrophe nicht mehr. Wo vorher Gesetze und Ordnung herrschten, treibt nun der grausame Clan der Verlorenen Jungs sein Unwesen.
Smilla weiß, dass es in dieser Welt keinen Platz für Liebe und Glück mehr gibt. Bis sie ihren einstigen Nachbarn Falk wiedertrifft ...

Doch dann gerät Smilla selbst in eine Spirale aus Verrat und Lügen, die sie an allem zweifeln lässt, woran sie noch glaubte. Wem kann sie noch vertrauen, wenn es um das eigene Überleben geht? Und welche zwielichtige Rolle spielt Falk bei all den Ereignissen?

Ein spannungsgeladener Roman voll Leidenschaft und Philosophie, der uns dabei zu den wichtigen Fragen des Lebens führt."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Ich mag Dystopien. Es gefällt mir, zu sehen, was die schlimmste Zukunft ist, die sich ein Mensch vorstellen kann. Was mich an dieser Dystopie besonders interessiert hat, ist die Tatsache, dass hier eine Pandemie die Zivilisation ausgelöscht hat. Ist vielleicht eine schlechte Idee so ein Buch im Moment zu lesen, aber hey, wen interessierts? 

Unsere Hauptfigur hier ist Smilla. Sie war mir nicht sympathisch. Sie wirkte auf mich sehr überheblich, so als wäre sie etwas Besseres. Es freut mich ja sehr, dass sie ihre moralischen Überzeugungen nicht gleich aufgibt und sich für das einsetzt, das sie für richtig hält, aber Smilla scheint eine richtige Abneigung gegenüber allen anderen Menschen entwickelt zu haben. Und zwar nicht nur gegenüber von den Monstern, die Menschenhandel betreiben, nein, auch gegenüber allen, die halt einfach mit irgendeiner Art von Leben weitermachen wollen. Gleichzeitig scheinen aber die ganzen Erwartungen, die sie für jeden anderen hat, nicht für sie selbst zu gelten. Sie darf natürlich unzuverlässig sein, andere übers Ohr hauen und tun worauf auch immer sie gerade Lust hat. Gerade Smillas Unzuverlässigkeit fand ich sehr anstrengend und irgendwie auch unglaubwürdig. Die hat eine kleine Schwester, die auf sie zählt! Eine Gruppe, die sich um sie kümmern will und die die beiden bei sich aufgenommen hat! Und was macht sie? Hält sich nicht an Regeln, verschwindet immer mal wieder, das volle Programm. Mit Jera, also der kleinen Schwester, hatte ich totales Mitleid.
Die Beziehung zwischen Falk und Smilla fand ich nicht glaubwürdig. Die zwei passen doch einfach überhaupt nicht zusammen! Smilla ist mega moralisch und brav und Falk gehört zu der Art von Menschen, die der Meinung sind, dass man jetzt eh einfach alles machen kann, was man will, weil es ja keine Gesetze mehr gibt. Survival of the fittest! Ich habe einfach nicht verstanden, was Smilla an Falk findet. Er behandelt sie nicht gut, die Einstellung der beiden passt einfach gar nicht zusammen und meiner Meinung nach braucht es mehr als eine Begegnung in der Welt vor der Apokalypse, um eine Beziehung zu begründen. Vor allem, wenn mir ein Typ bei der ersten Begegnung seinen Hund auf den Hals hetzt und mich ausrauben will! Da verliebe ich mich doch nicht in ihn! Das macht doch keinen Sinn!

Die Idee der Geschichte fand ich eigentlich sogar ganz spannend. Wie gesagt, ich liebe Dystopien. Und gerade wenn man selbst in einer Pandemie lebt, finde ich es spannend über eine Welt zu lesen, die nach einer Pandemie spielt. Ich finde es gut, dass das Buch erst vier Jahre nach dem Ausbruch der Pandemie beginnt, wo sich zumindest eine Art der Routine entwickelt hat. 

Mein Fazit? Spannende Idee, allerdings war mir die Protagonistin absolut unsympathisch.

Sonntag, 13. September 2020

The Left Hand of Darkness [Kurzrezension]

Quelle: Verlag

 Auch heute habe ich wieder einen Klassiker für euch! Warum auch nicht? Irgendwann müssen die ja auch rezensiert werden. 

Bei "The Left Hand of Darkness" handelt es sich um einen Science-Fiction-Roman, der auf einem anderen Planeten spielt. Dort leben ebenfalls Menschen (zumindest erschienen sie mir sehr menschenähnlich), doch im Gegensatz zu uns haben sie kein festes Geschlecht. Die Trennung in Männer und Frauen gibt es her nicht. Alle sind die meiste Zeit des Monats geschlechtlos und entwickeln nur ein paar Tage pro Monat typisch weibliche oder typisch männliche Merkmale. Um es sinngemäß mit den Worten einer der Figuren zu sagen: Eine Person kann die Mutter für zwei Kinder sein und gleichzeitig der Vater für vier andere. Dieses Konzept fand ich total spannend. Die Idee, dass das Geschlecht eines Menschen plötzlich gar keine Rolle mehr spielt, ist meiner Meinung nach großartig. Bei uns ist das ja leider total wichtig. Je nachdem, was du in der Hose hast, wird etwas anderes von dir erwartet. Dieser kleine Unterschied bestimmt irgendwie fast alles: Was du anziehen darfst und was nicht, ob du dich schminken darfst, was man von dir erwartet, was man dir zutraut, welche Regeln du befolgen musst und wie man dich behandelt. Natürlich ist das heute schon viel, viel besser, als das zum Beispiel zur Zeit von Henry James war. Aber von einer Welt wie in "The Left Hand of Darkness" sind wir trotzdem noch weit entfernt. 

Natürlich ist dort aber nicht alles gut. Wie langweilig wär denn sonst dieses Buch? Die Winter sind zum Beispiel einfach nur extrem und ich will die wirklich nicht miterleben. Da reicht mir unser Winter. Und es gibt hier auch Kriege, Intrigen, Gefangenenlager und Folterknechte. Also wirklich keine perfekte Welt. Aber dafür eine sehr spannende.

Die Hauptfigur, an deren Namen ich mich nicht mehr erinnere und den ich nicht nachschlagen kann, weil ich das Buch schon zur Bücherei zurückgebracht habe, ist ein Ethnologe, der von einem anderen Planeten stammt. Seine Aufgabe ist es den Planeten Winter zu erforschen. Er selbst ist, wie man vielleicht an den verwendeten Pronomen bemerkt, ein Mann und von einem Planeten, an dem es Geschlechter gibt, wie auch bei uns. Für ihn ist das Gesellschaftssystem ganz neu und genauso spannend, wie es auch für mich war.

Dadurch, dass an diesem Planeten alles anders funktioniert als bei uns, fand ich aber gerade den Einstieg relativ schwer. Das Buch wechselte immer wieder die Perspektiven und dazu kam noch, dass dieses Buch eigentlich der vierte Teil einer Reihe ist. Blöd nur, dass auf unserer Leseliste nur dieser Band stand und in unseren Unterlagen auch nicht thematisiert wird, was denn davor passiert ist. Das machte es für mich gerade zu Beginn schwer, die ganzen Zusammenhänge zu verstehen.

Mein Fazit? Sehr spannende außerirdische Welt, gerade der Einstieg ins Buch fiel mir aber sehr schwer.

Samstag, 21. März 2020

Awakening

Autorin: Jennifer Alice Jager
Erschienen am 23. 9. 2019
Im Arena Verlag
ISBN: 9783401604923
Rezensionsexemplar: Nein

Quelle: Verlag


Zur Autorin:
"Mit Worten Bilder malen: Jennifer Alice Jager begann ihre schriftstellerische Laufbahn während ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin und wurde schnell als Fantasy-Autorin bekannt.
Nach ihrem Schulabschluss fing sie an Kunst an Volkshochschulen zu unterrichten und gab später Privatunterricht in Japan. Heute ist sie wieder in ihrer Heimat, dem Saarland, und widmet sich ihren Hobbies wie dem Schreiben, Zeichnen und ihren Tieren.
Ihre Devise ist: mit Worten Bilder malen.
Für ihre Werke wurde die Autorin bereits mit zahlreichen Preis  wie u.a. dem Skoutz-Award und dem Besten E-Book Preis ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde sie mehrfach für den Lovelybooks-Leserpreis, dem Phantastikpreis und dem Saarländischen Buchpreis nominiert."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Umweltverschmutzung, Ausbeutung der Naturressourcen und Klimawandel: Die Tage der Erde waren gezählt. Doch jetzt holt Terra Mater aus zum Gegenschlag und sie kennt keine Gnade…

Nur vier Jugendliche können das Ende der Menschheit und den drohenden Untergang noch verhindern. Der nervenzerfetzende Auftakt der gewaltigen Endzeitreihe über den Kampf von Mensch gegen Natur.

Naturkatastrophen wüten auf der ganzen Welt. In Addys Heimatstadt Orsett zerstören Pflanzen alles und jeden, der ihnen in die Quere kommt. Auf der Suche nach der Ursache trifft Addy einen Jungen, in dessen Nähe die Natur noch viel verrückter zu spielen scheint. Was er ihr offenbart, ist noch schlimmer als das, was die Pflanzen ihrer Heimatstadt angetan haben. Denn dies war erst der Anfang. Terra Mater, die Erde selbst, will dem Tun der Menschen ein Ende setzen und eine bessere Welt erschaffen - ohne sie. Ihr erstes Ziel: die Kraftwerke des Energiekonzerns Elekreen. Dazwischen: Millionen von Menschen, die sie bereit ist zu opfern. Nach einer Vision ahnt Addy: Das Schicksal der Welt liegt in ihren Händen und in denen von drei anderen Jugendlichen, von denen sie ganze Kontinente trennen.

Brisant, hochaktuell, eine Naturgewalt! Der düstere Vierbänder für eine neue Generation von LeserInnen, die von Serienstoffen nicht genug bekommen - alle zwei Monate erscheint ein neuer Band."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Uff, was soll ich zu diesem Buch groß sagen? Ich habe es vor ein paar Wochen aus meiner Online-Bücherei heruntergeladen, nachdem ich in der Buchhandlung ein gutes Dutzend Mal daran vorbei gegangen bin. Jedes Mal habe ich es kurz in die Hand genommen, mich dann aber doch für ein anderes Buch entschieden, weil dieses hier doch eher dünn ist. Da kauf ich mir lieber ein dickeres Buch, von dem ich länger als einen Tag was habe. Und das ist auch schon mein erster Kritikpunkt für dieses Buch. Es ist einfach super dünn, gerade als eBook! Wenn die Nachfolgebände auch so dünn sind, stellt sich mir da die Frage, warum man die nicht einfach als ein Buch oder in zwei Bänden herausgegeben hat.

Jetzt aber zum Inhalt des Buches. Das Buch wird aus vier Perspektiven erzählt, auch wenn zwei davon wirklich nur am Rande erwähnt werden. Die Protagonisten befinden sich alle in unterschiedlichen Teilen der Welt: Australien, England, Kanada (oder waren es die USA?) und Japan. Wirklich erzählt wird nur aus der Sicht von Addy aus England und  einem Jungen aus Kanada, dessen Name ich schon wieder vergessen habe. Addy ist...naja, keine Ahnung, wie ich sie beschreiben soll. Sie hat psychische Probleme, so viel steht fest. So beschreibt sie zum Beispiel, dass sie Medikamente nehmen sollte und sich in ihrer alten Heimat, London, nicht mehr aus dem Haus getraut hat. Kein Wunder also, dass es sie ziemlich fertig macht, als ihr Zuhause plötzlich von Pflanzen zerstört wird. Da würde wohl wirklich jeder die Krise bekommen. Was mich allerdings wundert ist, wie wenig sie in diesem Band dazu lernt. Klar, an Faktenwissen gewinnt sie viel - aber an Zwischenmenschlichem? Sie weiß beispielsweise, dass ihre Mutter sich Sorgen um sie macht und jedes Mal total panisch wird, wenn Addy unangekündigt nicht mehr da ist. Und trotzdem ist sie jedes Mal wieder überrascht.
Die zweite Figur, der namenlose Junge, dessen Namen ich gerade nicht nachschauen kann, weil ich das Buch schon wieder zurückgegeben habe, fand ich besser gelungen. Er ist eine total spannende Persönlichkeit. Sein Bruder liegt seit einem Jahr im Koma und seit einem Jahr ist seine Mutter tot. Seitdem bleibt in seiner Familie alles an ihm hängen. Der Haushalt, die Erziehung seiner kleinen Schwester und und und. Sein Vater ist Alkoholiker, auf ihn kann er sich nicht verlassen. Umso größer der Schock, als er herausfindet, dass sein Vater seinen Bruder sterben lassen will. Und das, während seine Heimat von Naturkatastrophen gebeutelt wird. Und ja, mehr will ich über seine Situation gar nicht verraten, sonst könnte es passieren, dass ich aus Versehen einen großen Spoiler einbaue. Das wär dann wohl eher nicht so cool.

Die Geschichte selbst fand ich...in Ordnung. Die Thematik ist sicher aktuell, denn die Geschichte spielt kurz nachdem die Friday For Future-Proteste gescheitert sind. Zumindest erwähnt die Protagonistin, dass es diese Proteste gab, sie aber nichts gebracht haben. Die Idee, dass also die Erde zurückschlägt, wirft bei mir einige Fragen auf, die zumindest in diesem Teil nicht beantwortet werden konnten. Hat die Erde also ein Bewusstsein und Gefühle? Warum hat die Erde nicht schon viel früher eingegriffen? Wenn die Erde die Lebewesen auf ihr bis zu einem gewissen Grad steuern kann, warum tut sie das dann nicht einfach auch mit den Menschen? Das und noch viel mehr sind Fragen, die zumindest im ersten Teil nicht geklärt wurden und die sich die Protagonisten auch gar nicht wirklich gestellt haben.

Den Schreibstil fand ich ganz gut. Das Buch las sich ganz flüssig.

Mein Fazit? War schon in Ordnung, aber wirklich nicht mehr. Ob ich Teil zwei auch noch lesen werde, werden wir sehen. Wohl eher nicht.

Donnerstag, 5. März 2020

Beastmode. Es beginnt.

Autor: Rainer Wekwerth
Erschienen am 18.1.2020
Bei Planet! im Thienemann-Esslinger Verlag
ISBN: 9783522506304
Rezensionsexemplar: Ja



Zum Autoren:
"Fantastik für Kinder und Jugendliche: Rainer Wekwerth wurde 1959 in Esslingen geboren. Bereits im Kindesalter schrieb er Kurzgeschichten. Diese Berufung ließ ihn nicht mehr los, und mit 35 Jahren verfasste Wekwerth sein erstes Kinderbuch "Emilys wundersame Reise ins Land der Träume".
Nach weiteren drei Kinderbüchern wurde er im Jahre 1999 für seine Arbeit mit dem Landespreis für Kinder- und Jugendbuch Baden-Württemberg ausgezeichnet. Im selben Jahr begann er mit dem Schreiben von Fantasyromanen.
Wekwerth schreibt auch unter den Pseudonymen David Kenlock und Jonathan Abendrot."
Quelle: lovelybooks.de

Klappentext:
"Fünf außergewöhnliche Jugendliche auf einer besonderen Mission: der Rettung der Welt! Ein neuer Geniestreich von Spiegel-Bestsellerautor Rainer Wekwerth

Sie sind die letzte Hoffnung der Menschheit: Damon Grey, ein unheimlich gut aussehender, zweihundert Jahre alter Dämon. Amanda Nichols, die von sich behauptet, eine Göttin zu sein. Wilbur Night, der am ganzen Körper tätowiert ist und für fünf Sekunden die Zeit anhalten kann. Malcom Floyd, ein nicht klein zu kriegender Vollnerd, der unverwundbar ist. Und Jenny Doe, halb Mensch, halb Maschine, die keinerlei Erinnerungen an ihre Vergangenheit hat. Sie müssen herausfinden, was es mit dem mysteriösen Energiefeld auf sich hat, das im Pazifischen Ozean entdeckt wurde. Wissenschaftler vermuten, dass es ein gigantisches Portal ist, das in eine andere Dimension führt. Doch bislang ist keiner je zurückgekehrt …"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
So, hier ist nun die Rezension zum neuen Buch von Wekwerth. Auf dieses Buch war ich echt schon mega gespannt. Die Labyrinth-Reihe hab ich ja total genossen (bis auf das abrupte Ende von Teil 3, durch das ich glatt übersehen habe, dass noch ein Teil kommt) und ich war gespannt, ob es mir mit diesem Buch auch so geht.

Die Protagonisten sind Damon Grey, Amanda Nichols, Wilbur Night, Malcolm Floyd und Jenny Doe. Dieses Buch wurde aber hauptsächlich aus der Sicht von Wilbur und Malcolm erzählt. Ob ich die Figuren jetzt wirklich alle kenne? Ich glaube eher nicht. Ich denke, da werden noch so einige Überraschungen folgen. Ich finde es aber ziemlich schade, dass ich manche der Figuren nur so oberflächlich kennengelernt habe. Andere Bücher haben keine Nachfolgebände und sind hundert Seiten kürzer und schaffen es, die Figuren mit mehr Tiefe zu porträtieren. Echt schade, aber dieses Problem hatte ich damals beim "Labyrinth" auch schon. Dort kannte ich die Figuren erst ab Band 2 so richtig und eine sogar erst ab Band 3. Was ich allerdings jetzt schon über die Figuren, besonders über Wilbur und Malcolm, sagen kann, ist, dass sie total kreativ und liebevoll gestaltet wurden. Jede Figur hat eine besondere Hintergrundgeschichte und es machte Spaß, zu rätseln, wie die wohl aussieht. Und das wird in den nächsten Teilen sicher auch noch mal spannend.

Die Geschichte erinnerte mich vom Konzept etwas an die "Labyrinth"-Reihe. Eine Gruppe von Jugendlichen, die ohne große Erklärungen in verschiedene Settings geschmissen werden und die dort nach Portalen suchen müssen. Das kenn ich doch schon von irgendwoher. Natürlich sind die Details andere. [Spoiler] Hier geht es zum Beispiel eher ums Thema Zeitreisen als um einen gnadenlosen Überlebenskampf. [Spoiler Ende] Trotzdem ist mir diese Ähnlichkeit total ins Auge gestochen. Ich weiß natürlich auch nicht, inwieweit diese Ähnlichkeit beabsichtigt war und wie sich diese Geschichte noch weiter entwickelt. Wir werden es sehen. Ich fand die Geschichte nämlich, trotz dieser Ähnlichkeit, ziemlich spannend. Ich war von Seite eins weg mitten drin und hab mitgefiebert, wie das wohl weitergehen wird. Den nächsten Band werde ich garantiert auch noch lesen, immerhin will ich ja wissen, wie der Autor die Geschichte weiterspinnt.

Den Schreibstil fand ich sehr gut. Wie gesagt, ich war von Seite eins vom Sog dieser Geschichte gefangen. Das ist immer ein gutes Zeichen.

Mein Fazit? Fand ich sehr gut. Ich freue mich auf den nächsten Teil.

Sonntag, 16. Februar 2020

Transfusion. Sie wollen dich nur heilen

Autor: Jens Lubbadeh
Erschienen am 11.11.2019
Im Heyne Verlag
ISBN: 9783453320086
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Zum Autoren:
"Journalist und Autor: Jens Lubbadeh, geboren 1973, ist Autor, freier Journalist und Redakteur u.a. für „Die Zeit“, „Greenpeace Magazin“ und „Spiegel Online“. Für seine Arbeit wurde er mit dem Herbert Quandt-Medienpreis ausgezeichnet.
Sein Debüt als Schriftsteller lieferte er 2016 mit dem Science-Fiction-Thriller „Unsterblich“. Dieser und auch seine folgenden Romane wurden zu großen Erfolgen.  Lubbadeh lebt und arbeitet in Hamburg."
Quelle: lovelybooks.de

Klappentext:
"Ein Konzern, der für das ultimative Heilmittel über Leichen geht …

Ein Menschheitstraum ist wahr geworden. Mithilfe des Wundermittels Bimini, entwickelt vom Hamburger Pharmakonzern Astrada, kann Alzheimer nun endgültig geheilt werden. Iliana Kornblum, Wissenschaftlerin bei Astrada, hat das Medikament mitentwickelt, und ihr Vater gehörte zu den ersten Geheilten. Deshalb ist sie alarmiert, als sie bei ihrem Chef auf geheime Versuchsdaten stößt. Daten, die nur einen Schluss zulassen: Für Heilung und ein längeres Leben nimmt Astrada auch Tote in Kauf. Welche grausame Wahrheit verbirgt sich hinter dem Heilmittel?"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Heute, wo ich diese Rezension schreibe, ist der 12. Februar und ich habe dieses Monat schon zwölf Bücher gelesen. Ich muss ja voraus arbeiten, damit ich dann, wenn die Uni wieder stressig wird, genug zum Posten habe! Stellt euch doch mal vor, wenn ich plötzlich wochenlang großteils nur noch Buchzitate hochladen könnte. Wer würde sowas schon machen? Also ich ganz sicher nicht, natürlich nicht! Vor allem nicht in der Prüfungsphase des letzten Semesters!

Aber egal, auf zum Buch!
Die Protagonistin ist Iliana. Sie ist alleinerziehende Mutter eines kleinen Mädchens und Wissenschaftlerin mit Leib und Seele. Ihr größter Stolz ist Bimini: Ein Mittel, mit dem sie ihren Vater von Alzheimer heilen konnte. Jeder, der Demenz und Alzheimer schon mal miterlebt hat und sei es auch nur in schwachen Formen oder in der Anfangsphase weiß: Diese Krankheit ist unglaublich grausam. Und auch allen anderen wird das während der Lektüre dieses Buches sehr schnell klar, wenn Iliana sich so erinnert, wie das früher mit ihrem Vater so war, als er noch krank war. Und später im Buch wird das noch sichtbarer, aber was da passiert, werde ich euch nicht verraten. Auf jeden Fall steckt der Konzern, für den sie arbeitet, gerade bis zum Hals in Schwierigkeiten. In einem Container wurden tote Mädchen gefunden, alle mit so einem Kanülending am Arm, durch das Blut abgenommen wird und einem Kuscheltier der Firma in der Hand. Für die Öffentlichkeit ist klar, was das bedeutet: Astrada hat an diesen Kindern Experimente durchgeführt! Iliana kann und will das nicht glauben. Dieser Konzern, für den sie seit Ewigkeiten arbeitet, soll so etwas tun? Auf gar keinen Fall! Doch dann stößt sie auf geheime Daten, die ihr gesamtes Weltbild durcheinander bringen. Ist der Konzern wirklich so unschuldig, wie er sich nach außen hin gibt?
Pharmakonzerne sind ja auch im echten Leben oft Thema. Allerdings eines das ich, wenn ich ehrlich bin, immer nur so am Rande mitbekommen habe. Ich brauche ja Gott sei Dank keine besonderen Medikamenten und ich hoffe einfach mal, dass das zumindest in nächster Zeit so bleibt. Gleiches gilt für meine Familie. Allerdings weiß auch ich, dass viele Pharmakonzerne so einigen Dreck am Stecken haben. Sei es durch den Verkauf der Medikamente für unmenschlich hohe Preise, unethische Versuche an Menschen oder grausame Tierversuche. Wenn man da mal googelt, findet man überhaupt nicht mehr raus aus diesem Dschungel an Skandalen. Ich werde dank diesem Buch wohl zumindest in nächster Zeit um einiges aufmerksamer sein, wenn wieder mal so ein Skandal in der Zeitung kommt.

Die Geschichte fand ich, wie ihr vielleicht schon erraten habt, einfach nur total spannend. Ich hab dieses Buch durchgesuchtet. Verdammt, dieses Buch hat mich dazu gebracht, zu vergessen, dass ich mir eine Tasse Schwarztee gemacht habe, die ich eigentlich trinken wollte. Das passiert nicht wirklich oft. Ich liebe meinen Schwarztee und kalt ist der ekelhaft...

Auch den Schreibstil fand ich echt gut. Nicht immer hatte ich ein Bild vor Augen, die meiste Zeit aber schon.

Mein Fazit? Total spannende Lektüre! Mir hat es gefallen!

Dienstag, 4. Februar 2020

Dark World. EinThriller aus der nahen Zukunft

Autorin: Laura Lam
Erschienen am 9.12.2019
Im Heyne Verlag
ISBN: 9783453317208
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zur Autorin:
"Laura Lam wuchs in der Nähe von San Francisco auf und lebt heute in Schottland. Sie ist Autorin vieler Kurzgeschichten, Essays und Romane, darunter der preisgekrönten »Micah Grey«-Trilogie. Neben dem Schreiben unterrichtet sie Creative Writing an der Edinburgh Napier University."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Taema und Tila sind siamesische Zwillinge. Sie wachsen in einer Sekte auf, die jede medizinische Behandlung ablehnt. Als ihnen mit sechzehn die Flucht gelingt, können sie sich endlich voneinander trennen lassen – seither schlägt in der Brust einer jeden von ihnen ein mechanisches Herz. Doch die beiden Schwestern bleiben einander innig verbunden. Zehn Jahre später kommt Tila eines Abends blutüberströmt nach Hause und wird kurz darauf wegen Mordes verhaftet. Taema ist schockiert – und von Tilas Unschuld überzeugt. Als die Polizei ihr einen Deal anbietet, schlüpft Taema in die Rolle ihrer Schwester und taucht ab in die düstere Welt von San Franciscos Drogensyndikaten ..."
Quelle: Verlag

Meine Meinung: 
Das erste Buch, das mich in den Ferien begleiten durfte. Und gleich ein absolutes Highlight für mich, das ich nur so verschlungen habe. Zwischendurch versank ich so tief in dem Buch, dass ich nicht mehr reagierte, wenn ich angesprochen wurde und total desorientiert war, wenn ich kurz mal eine Lesepause einlegte. Das spricht für sich, nicht wahr? Weil  ich aber weiß, dass das als Rezension doch noch zu kurz ist, schreib ich wohl doch noch ein bisschen mehr.

In diesem Buch geht es um die Zwillinge Taema und Tila. Sie wurden als siamesischer Zwillinge geboren, die an der Brust zusammengewachsen sind. Das eigentliche Buch spielt aber zehn Jahre später: Die beiden sind der Sekte entkommen, leben getrennte Leben und finden sich in dieser neuen Welt eigentlich ganz gut zurecht. Bis eines Abends Tila blutüberströmt vor Taemas Haustüre auftaucht und kurz darauf verhaftet wird. Dieser eine Abend stellt Taemas Leben auf den Kopf. Sie ist die Hauptfigur in diesem Buch, auch wenn wir auch Tila durch Tagebucheinträge besser kennen lernen dürfen. Taema ist total verängstigt. Das ist eigentlich die Emotion, die sie das Buch hindurch am meisten beeinflusst. Sie fürchtet sich vor so vielem: Dass sie Tilas Unschuld nicht beweisen kann, dass sie und ihre Schwester sterben müssen und vor allem, dass sie Tila vielleicht falsch eingeschätzt hat und sie vielleicht doch schuldig sein könnte. Diese Angst wirkte dabei aber nie nervig oder übertrieben, sondern einfach nur authentisch. Taema wirkte einfach total menschlich und war für mich eine sehr spannende Protagonistin, die ich sehr gerne noch länger begleitet hätte. Aber naja, ich gehe fix davon aus, dass es noch einen weiteren Teil geben wird. Nicht, weil diese Geschichte nicht abgeschlossen wäre, denn das ist sie, aber weil auf Goodreads hinter dem Titel (Pacifica #1) steht. Ich hab keine Ahnung, was es mit dem Pacifica auf sich hat, immerhin könnte ich mich nicht daran erinnern, dass eine Pacifica im Buch vorgekommen wäre. Aber egal: Das #1 weißt auf jeden Fall darauf hin, dass es auch eine #2 geben wird. Warum denn sonst überhaupt Nummern verteilen, nicht?

Die Geschichte fand ich total spannend, gerade weil sie in einer so nahen Zukunft spielt. 2050, wenn mich nicht alles täuscht und ich das richtig in Erinnerung habe. Das werde ich miterleben, denke ich zumindest. Da wäre ich dann 50 Jahre alt. Deswegen fand ich es sehr interessant zu lesen, wie sich Lam die Zukunft so vorstellt. Und ich muss sagen: Sie scheint wirklich in Ordnung zu sein. Diese Version der Zukunft ist nicht perfekt, wirklich nicht. Es gab sogar einige Elemente, die mich zum Nachdenken brachten, ob das nicht vielleicht eine Dystopie ist. Allerdings gibt es auch vieles, das ich eigentlich ganz gut fand oder zumindest nicht unbedingt nur schlecht. Zum Beispiel, dass animierte Tattoos in dieser Zukunft möglich sind. Oder, dass die Medizin sich um so vieles weiterentwickelt hat. Und am spannendsten fand ich, dass sich diese Zukunftsversion gar nicht so abwegig anfühlte. 2050 ist in 30 Jahren - da kann viel passieren. Oder hätte sich vor 30 Jahren irgendwer vorstellen können, dass wir heutzutage Smartphones, Laptops und Virtual-Reality-Brillen haben? Ich denke nicht. Ehrlich gesagt hab ich aber keine Ahnung, ich bin noch nicht so alt.

Den Schreibstil fand ich auch gut. Er konnte mich wirklich fesseln und ich habe dieses Buch nur so verschlungen und jede Seite davon genossen. Zu Beginn war der Stil etwas gewöhnungsbedürftig. Auch da nicht schlecht und eigentlich sogar gut, aber doch gewöhnungsbedürftig. Aber sobald ich dann wirklich drin war, nahm ich gar nichts mehr um mich herum war.

Mein Fazit? Total spannendes Buch, das ich euch wirklich weiterempfehlen kann. Die Lektüre hat mir total Spaß gemacht und ich bin sehr gespannt, ob es wirklich einen zweiten Teil geben wird.

Dienstag, 14. August 2012

Sternenschimmer

Autor: Kim Winter
Erschienen 2011
Verlag:planet girl
 Zum Inhalt:
Mia ist eine der Betreuerinnen der Flüchtlinge des Planeten Loduun. Unter den Flüchtlingen ist auch Iason. Sie verliebt sich sofort in ihn. Doch er ist nur ein Gast auf der Erde. Mit jedem Tag, den die zwei zusammen verbringen rückt der Abschied näher. Denn jeder Loduuner hat einen Sinn für den er lebt. Danach sterben sie. Aber wieso ist es Iasons Sinn Mia zu beschützen? Und können Loduuner wirklich keine Liebe empfinden?

Mein Kommentar:
Die Autorin ist eine Malerin mit Wörtern. Nur leider hat sie gute und schlechte Zeiten.Manche Stellen sind super beschrieben, aber manche ziehen sich wie Kaugummi. Trotzdem ist die Geschichte gut.

Montag, 6. August 2012

Seelen

Autor: Stephenie Meyer
Erschienen 2008
Verlag: Carlsen
 Zum Inhalt:
Diese Geschichte spielt in der Zukunft. Es geht um Ausserirdische, die sich Seelen nennen. Sie nisten sich im menschlichen Körper ein. Auch Wanda ist eine Seele und wird in Melanies Körper verpflanzt. Doch anstatt einfach zu verschwinden, bleibt Melanie in ihrem Körper und kämpft gegen Wanda. Sie versperrt den Zugriff auf Erinnerungen und treibt sie in den Wahnsinn. Denn sie hat ein Ziel: ihre wahre Liebe wiederzufinden.Ihre Gefühle sind so stark, dass Wanda langsam in ihren Bann gerät. Sie macht sich auf die Suche, nach diesem Mann, den sie nicht kennt, aber den sie dennoch zu lieben scheint.

Mein Kommentar:
Meine Freundin hielt nichts von dem Buch, deswegen bin ich mit niedrigen Erwartungen daran gegangen. Ich bin positiv überrascht. Der Schreibstil ist wirklich perfekt. Die Autorin hat so treffende Ausdrücke benutzt, dass man sich fühlt, als wäre man in Wandas bzw. Melanies Körper. Großes Lob an die Autorin!!!