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Sonntag, 22. Dezember 2024

Sexy Rich Vampires [Reihenrezension/Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

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Uff... war es nicht mal möglich, Bilder nebeneinander zu platzieren? Wenn das immer noch möglich ist, dann lasst es mich gerne wissen. Denn so stört mich die Ansicht ganz minimal. Aber joa: Heute komme ich da wohl nicht mehr drauf. Also schreibe ich jetzt einfach mal die Rezension. Das ist ein Problem von Zukunfts-Mira.

Heute geht es um meine Guilty-Pleasure-Reihe von 2024: "Sexy Rich Vampires". In meinem Freundeskreis auch bekannt als die Reihe, bei der man lieber gar nicht nachfragt, worum es geht. Der Titel sagt genug.

Für alle, die es doch interessiert: Die Reihe handelt von Julian, einem Vampir, und Thea, einer scheinbar ganz normalen Musikstudentin. Julian ist extrem reich und hat die letzten 30 Jahre einfach mal so verschlafen. Nach dem Tod seiner Schwester hat er beschlossen, dass er nie wieder aufwachen will. Naja, so gut geklappt hat das leider nicht, denn nun wurde er nicht nur geweckt, nein, noch schlimmer: Seine Mutter hat auch beschlossen, dass er sich nun endlich verpartnern soll. Dafür soll er die typischen Riten der Vampirwelt durchlaufen.

Thea wiederum hat ganz andere Probleme: Ihre Mutter ist schwer krebskrank und neben den Unigebühren muss sie daher auch noch irgendwie die Krankenhausrechnungen stemmen. Sie nimmt daher natürlich jeden Job an, den sie kriegen kann. Unter anderem wird sie auch als Cellistin zu einer Veranstaltung gerufen, die ihr irgendwie seltsam vorkommt. Aber naja: Reiche Menschen sind halt manchmal einfach schräg. Sie weiß nicht, dass sie für ein Treffen der Vampirwelt spielt. Und dort trifft sie auf den total attraktiven Julian, der sie nicht zu mögen scheint - und von dieser Stelle nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Diese Geschichte ist Schund. Totaler Schund. Und das meine ich so positiv, wie ich das nur meinen kann. Ich habe die Serie aus ganzem Herzen geliebt. Band 1 habe ich in nicht mal einem Tag verschlungen, Band 2 in einer ähnlichen Rekordzeit. Und diese zwei Bücher haben mir verdammt nochmal einen Urlaub gerettet. Diese Reihe habe ich damit also zum exakt richtigen Zeitpunkt gefunden. Und direkt nach dem Urlaub habe ich dann natürlich Band 3 und 4 gekauft. Natürlich, denn hier kann man gar nicht zwischendrin zu lesen aufhören. Jeder Band endet mit einem Cliffhanger. Wenn man wissen will, ob die Figuren überleben, muss man das nächste Buch kaufen.

Buch 1 und 2 waren meine Favoriten und werden daher auf Goodreads und co mit jeweils 5 Sternen bewertet. Band 3 und 4 fand ich schwächer und werde ihnen daher 4 bzw. 3 Sterne geben. Das hängt aber sehr wahrscheinlich auch mit den geänderten Leseumständen zusammen. Während ich die ersten zwei Bücher ja im Urlaub gelesen habe, las ich die anderen beiden zurück in meinem Alltagsleben.

Was mir an Band 1 und 2 besonders gut gefallen hat? Das langsame Kennenlernen untereinander und von der Welt. Ich hatte nicht mit einer so langsamen Entwicklung der Beziehung gerechnet, fand das aber total gut. In Band 1 gab es auch noch keinen Sex, was man durch den Titel wohl nicht erwarten würde. Und zwar kommt es schon hier zum Klischee (natürlich ist Thea so jungfräulich, wie man es sein kann), doch der Konflikt entsteht aus anderen Gründen, als man es wohl erwarten würde.

Und das zieht sich durch die ganze Handlung durch: Die Autorin kennt die typischen Klischees und baut sie in die Handlung ein. Und gleichzeitig verpasst sie diesen Klischees einen ganz neuen Twist. Und trotzdem finden sich hier Dinge, die ich liebe, wie der heiße Badboy mit starkem Beschützerinstinkt und "Touch her and die"-Mentalität.

Ganz ehrlich? Band 4 ist vorbei, aber ich habe mit der Welt trotzdem noch nicht abgeschlossen. Jetzt wünsche ich mir nämlich noch Bücher aus der Sicht aller anderen Rosseau-Brüder und der Schwester. Ich finde, die haben alle ihre eigene Liebesgeschichte verdient.

Mein Fazit? Eine tolle Reihe, die ich genossen habe!

Sonntag, 26. Mai 2024

That Time I Got Drunk And Saved A Demon [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Wer diese Rezension außerhalb von meinem Blog liest, wird sehen, dass es hier keine Sternebewertung gibt. Und das hat damit zu tun, dass ich selbst an meiner Leseerfahrung schuld bin und die Autorin nichts dafür kann. Und jetzt denken sich wahrscheinlich alle, die diese Rezension lesen: Mira, WAS ZUR HÖLLE IST PASSIERT? Joa. Was soll ich sagen? Ich hab mich wie immer brav die Triggerwarnungen durchgelesen. Und da war auch ein Trigger dabei, den ich nicht kannte: Dubcon. Und anstatt zu googeln, was das denn bitte bedeutet, bin ich einfach davon ausgegangen, dass mich das wahrscheinlich eh nicht stören wird. Tja, und so habe ich auf die harte Tour rausgefunden, was denn dubcon bedeutet. Damit ihr das nicht auch googeln müsst: Dubcon steht für "dubious consent". Heißt also, dass nicht ganz klar ist, ob alle Figuren Consent geben oder nicht. Keine Ahnung, ob ich da einfach zu altmodisch bin, aber ich war eher überrascht, als ich diese Definition gelesen habe. Für mich gibt es nur klaren Consent oder keinen Consent. Und wenn kein Consent da ist, dann gibt es da für mich keine Diskussion und keine Zweifel - dann ist kein Consent da. Da gibt es für mich keine Graustufen: Entweder alle Beteiligten sind informiert und begeistert, oder sie geben keine Zustimmung. Wer nicht voll informiert und begeistert seine Zustimmung kund tut, gibt keinen Consent. 

Ihr seht also: Ich bin für Bücher mit dieser Triggerwarnung wirklich nicht die richtige Leserin. Deswegen war ich auch vor allem in der ersten Hälfte des Buches eher schockiert. Ich will wirklich kein Kink-Shaming betreiben, aber damit kann ich wirklich gar nichts anfangen. 

Die zweite Hälfte des Buches war dann eher die typische Romanze, die ich mir von Anfang an erwartet hätte. Auch das war kein absolutes Lesehighlight, aber für mich um einiges ansprechender als die erste Hälfte. Hier wurde mir dann leider fast zu viel mit Klischees gespielt. Gerade im Bezug auf den Dämon konnte ich diese nicht alle mit der Figur, die uns in der ersten Hälfte gezeigt wurde, in Einklang bringen.

Mein Fazit? Ich bin nicht die Zielgruppe und konnte deswegen leider nicht viel mit diesem Roman anfangen.

Freitag, 17. Mai 2024

Das Buch der kostbarsten Substanz [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Lilys Mann ist dement. Um seine Pflege finanzieren zu können, braucht Lily jeden Cent. Statt selbst Bücher zu schreiben, wie sie es früher getan hat und auch immer tun möchte, handelt sie daher mit seltenen antiquarischen Büchern. Statt ewig langer philosophischer Diskussionen mit ihrer großen Liebe, verhandelt sie über Verkaufspreise und mit Ärzt:innen. Nicht unbedingt das Leben, das sie sich gewünscht hat - aber was sonst bleibt ihr übrig? Als sie gebeten wird, das „Buch der kostbarsten Substanz“ zu für einen Kunden zu beschaffen, denkt sie sich daher auch nichts dabei. Sie wird ja ständig danach gefragt, irgendwelche seltenen Ausgaben für Sammler:innen zu besorgen. Das unglaublich hohe Honorar kann sie gut brauchen, also willigt sie ein. Doch dabei handelt es sich nicht um irgendeinen Essayband oder um normale okkulte Schriften - dieses Buch ist voll mit schwarzer Magie, die Unmögliches verspricht. Doch die Erfüllung deiner tiefsten Wünsche fordert einen Preis, der zu hoch scheint, um darauf näher einzugehen. Doch trotzdem stellt sich bald die Frage: Kann Lily der Macht des Buches widerstehen? 

Das war ein spannendes Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich habe es bei der Buch Wien gekauft und dann auch eigentlich direkt danach gelesen. Trotzdem komme ich leider erst jetzt dazu, die Rezension zu schreiben. Upsi!

Was ihr beachten solltet, wenn ihr dieses Buch lesen möchtet: Das ist kein klassischer Thriller, auch wenn dieses Wort auf dem Cover steht. Es gibt keine Ermittlung, keine psychopathischen Mörder:innen und es steht nicht die Aufklärung eines Verbrechens im Vordergrund. Wer aber Lust auf eine ungewöhnliche Geschichte über Magie und Bücher hat, ist hier richtig. Ihr solltet nur nicht damit rechnen, einen klassischen Thriller zu lesen. Ganz ehrlich: Ich hab den Vermerk auf dem Cover zuerst gar nicht gesehen und hab das Buch automatisch in die Kategorie "Fantasy" eingeordnet. Und diese Erwartung hat sich dann auch eher erfüllt als die Erwartungen, die ich gehabt hätte, wenn ich mit einem klassischen Thriller gerechnet hätte. 

Überrascht wurde ich durch die existentiellen Fragen, die aufgeworfen wurden – und die ich mir als Leserin dadurch gleich selbst gestellt habe. Wie weit würde ich gehen, um die Leute zu retten, die ich liebe? Würde ich zu schwarzer Magie greifen? Eine wirklich tolle Lektüre! 

Mittwoch, 20. Dezember 2023

Unhinged [Kurzrezension]

Quelle: Goodreads

Und der Preis für den seltsamsten Roman, den ich in diesem Jahr gelesen habe, geht an.... Nicht "Ice Planet Barbarians", nicht "Icebreaker", sondern an "Unhinged". Dieses Buch kann ich wirklich nicht mit irgendwas vergleichen, was ich je zuvor in meinem Leben gelesen habe und ich bin mir nicht sicher, ob das gut ist, auch wenn ich Ungewöhnliches normalerweise feiere.

Warum ich dieses Buch überhaupt gelesen habe? Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch durch Social Media. Dort ging ein Video über dieses Buch viral und es wurde mir nicht nur angezeigt, sondern auch von sicher fünf Menschen weitergeleitet, die wissen, dass bei mir bei sowas oft die Neugierde überwiegt und die Wahrscheinlichkeit besteht, dass ich mir dieses Buch tatsächlich kaufen werde. Den Ausschlag für die Kaufentscheidung haben dann aber zwei andere Freunde gegeben. Keine Ahnung, wie unser Gespräch in diese Richtung abgedriftet ist, aber irgendwie haben wir darüber geredet und die beiden waren entsetzt. Und gleichzeitig aber auch neugierig, schätze ich. Anders kann ich mir nicht erklären, wie der Pakt entstand, dass wird uns dieses Buch kaufen und gleichzeitig lesen würden. Und joa: Genau das ist auch geschehen.

Das Buch besteht aus 69 Seiten (I see what you did there) und wir drei waren deswegen auch sehr schnell durch mit dem Buch. Das nächste Mal als ich auf mein Handy blickte, erwarteten mich sehr viele Screenshots von sogenannten "Highlights". 

Aber worum geht es hier überhaupt? Nun, es geht um Tana... und um ihre Haustüre. Und ja, es ist in etwa so schräg und verstörend, wie sich das hier im ersten Moment anhört. Das Buch ist sehr explizit und enthält einige Szenen, die ich nie wieder aus meinem Kopf rausbekommen werde. Deswegen habe ich mich entschlossen, dass ich dieses Buch hier rezensieren würde. Wenn ich leiden muss, dann müsst ihr das auch. Ätsch.

Generell war ich aber von diesem Buch positiv überrascht und ja, es tut mir weh, das zuzugeben. Einige Stellen waren sogar lustig. Ich hätte nicht damit gerechnet, Witze, über antike Mythologie hier zu finden, die sogar passend sind. Das Buch war nicht so grauenhaft schlecht, wie ich gedacht hätte. Über weite Teile langweilig, aber nicht so schrecklich, wie ich dachte.

Ich bin mir ja relativ sicher, dass dieses Buch nicht als ernstzunehmende Lektüre gedacht ist. Ich glaube, dass das ein Scherz ist, ein lustiges Buch, Humor. Und ich möchte das jetzt einfach mal glauben, damit ich mich besser fühle.

Mein Fazit? Wird das in den Kanon der Weltliteratur eingehen? Ganz sicher nicht. Aber ich bereue nicht, die paar Euro für das eBook ausgegeben zu haben.

Freitag, 6. Oktober 2023

The Fake Boyfriend Fiasco [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

So, jetzt ist es offiziell: Ich habe jedes Buch von Talia Hibbert, das einfach so irgendwo erhältlich ist, gelesen. Rezensiert noch nicht, aber gelesen. Bekomme ich bitte Applaus? Oder, noch besser: Ein Bonusbuch von Talia Hibbert, mit dem ich mir die Zeit bis zur nächsten Veröffentlichung vertreiben kann? Die ist nämlich aktuell erst für 2024 angekündigt. Keine Ahnung, wie ich die Zeit bis dahin vertreiben soll... 

"The Fake Boyfriend Fiasco" ist eines der ersten Bücher von Talia Hibbert und das einzige aus dieser Zeit, das heute noch gekauft werden kann. Beim Rest hat sich Hibbert dazu entschieden, den Kauf zu beenden. Nachvollziehbare Entscheidung - nicht weil ich glaube, dass Hibberts ältere Bücher so schlecht sind, sondern weil ich das aus Autorinnenperspektive inzwischen verstehe. Wenn ich mir so ansehe, was ich vor einigen Jahren bis Jahrzehnten so geschrieben habe, kann ich das durchaus verstehen. Das ist zwar auch heute noch online zu finden (fragt nicht danach, ihr bekommt keine Antwort auf den Titel, den ihr dafür auf Wattpad suchen müsstet!), aber nur noch mit entsprechendem Vorwort, das meine Leser:innen darauf aufmerksam macht, dass ich halt echt noch sehr jung war, als ich dieses Buch geschrieben habe und dass ich dieses Buch heute nicht mehr unbedingt als großartig bezeichnen würde. Gebt mir noch fünf Jahre, dann wird dieses Buch ganz sicher offline sein.

In diesem Buch geht es um Nik und Aria. Nik ist Sportler und hat Probleme, damit Grenzen zu setzen, gerade wenn es ums Flirten oder um Beziehungen geht. Deswegen hat er Aria als Fake-Freundin angeheuert, um solchen "Missverständnissen" in Zukunft aus dem Weg zu gehen. Deswegen und weil er sich bei ihrer ersten Begegnung unsterblich in sie verliebt hat. Aria wiederum hat gar kein Interesse daran, sich in eine neue Beziehung zu stürzen - nicht nach der Art und Weise wie ihre letzte Beziehung geendet hat.

Wie auch die anderen Bücher Talia Hibberts mochte ich auch diesen Roman. Allerdings reiht sich dieser Roman in einer Reihung aller Hibbert-Bücher doch eher weiter unten in der Liste ein. Nicht weil es so schlecht ist, aber es sticht einfach weniger hervor, die Figuren sind weniger ausgereift, die Dialogen nicht ganz so genial. Ich denke, dass hier einfach auch das Alter des Werkes sichtbar wird. In der Zwischenzeit gab es eine Entwicklung in Schreibstil und co. und ich bin sehr froh, dass es die gab. Dieses Buch ist nicht schlecht, aber ich weiß nicht, ob ich eine solche Obsession mit den Werken der Autorin entwickelt hätte, wenn das mein erstes Buch gewesen wäre. Wahrscheinlich nicht, glaube ich.

Mein Fazit? Eine nette Lektüre, die späteren Bücher von Talia Hibbert finde ich aber besser.

Sonntag, 24. September 2023

Ice Planet Barbarians. Liz und Raahosh [Kurzrezension/Hörbuch]

 

Quelle: Verlag

Wie ihr wisst, habe ich erst vor Kurzem den ersten Teil dieser Reihe gehört und ja, ich fand ihn problematisch, ja, objektiv war das nicht gut und ja, ich hatte trotzdem meinen Spaß. Deswegen hier auch jetzt meine Rezension zum zweiten Teil, der irgendwie sogar noch schlimmer war als der erste und den ich trotzdem aus irgendeinem Grund zumindest erträglich fand. Er war schwächer als der erste Teil, aber trotzdem nicht so grauenhaft, wie ich es erwartet habe.

Ach ja: Für diese Rezension gilt Spoiler-Gefahr! Leute, wenn ihr nicht wissen wollt, wie dieses Buch endet, solltet ihr jetzt zum Lesen aufhören!

Sagt euch das Stockholm-Syndrom etwas? Das bezeichnet ein Phänomen, bei dem die Opfer einer Geiselnahme oder Entführung für die Täter positive Gefühle entwickeln. Das muss nicht unbedingt eine Verliebtheit sein, wie das in der Literatur dann oft ist - einfache Sympathie reicht schon. Für die Betroffenen muss das unglaublich verwirrend und einfach grauenhaft sein und ich bin keine Psychologin, kenne mich nicht damit aus, aber wenn ich das richtig verstanden habe, ist das eine Art Schutzmechanismus für die Psyche eines Menschen. (Widersprecht mir gerne, wenn ihr es besser wisst. Ich bin Literaturwissenschaftlerin mit Google-Zugriff, keine Psychologin) 

Genau dieses Stockholm-Syndrom spielt auch hier in diesem Buch eine Rolle. Innerhalb des ersten Kapitels wird Liz von Raahosh entführt und ist mindestens die erste Hälfte des Buches seine Gefangene. Was sie zu Beginn natürlich grauenhaft findet, so wie das wohl alle tun würden. Vor allem, weil er seinen Wunsch, sie zu schwängern, von Anfang an ganz klar mitteilt. Immerhin hat sein Khui (ein Parasit, der es ihnen ermöglicht, auf dem Planeten zu leben) bei Liz angeschlagen, sie ist jetzt also seine Gefährtin und soll sich gefälligst nicht so anstellen. Wen interessiert schon Consent oder so? Auf diesem Planeten spielt das keine Rolle, wie wir auch anhand Raahoosh Eltern eindrucksvoll demonstriert bekommen. Leider ist Raahoosh bis zum Ende des Buches nicht wirklich in der Lage, die Beziehung seiner Eltern kritisch zu hinterfragen. Das finde ich schade, denn ich glaube, dass das Raahoosh mehr Tiefe verliehen hätte und es mir ermöglicht hätte, ihn positiver zu sehen. So wirkt er halt die meiste Zeit einfach wie das Stereotyp des wilden Barbaren, ohne das zu irgendeinem Zeitpunkt zu durchbrechen.

Auch Liz zeigte sich hier nicht unbedingt von ihrer besten Seite. Fangen wir mal damit an, dass sie eindeutig nicht die hellste Kerze auf der Torte ist und die meiste Zeit nur herumzickt. Okay, letzteres verstehe ich irgendwie, immerhin wurde sie entführt. Aber wie kann man nur so mit sich selbst beschäftigt sein, dass man mehrere Kapitel lang nicht checkt, dass dein Entführer deine Sprache versteht und man sich deswegen vielleicht doch zweimal überlegen sollte, was man so von sich gibt? Und wie schnell passierte da bitte der Wechsel zwischen "Ich hasse Raahosh, weil er mich entführt hat" und "Raahosh ist der beste Mann im ganzen Universum und ich will ein Kind von ihm" passiert? Lizs Verliebtheit ist unglaublich krankhaft und ich habe mir gewünscht, dass eine der entführten Frauen Psychologie-Studentin ist, um mal ein ernsthaftes Wörtchen mit Liz zu sprechen. Als nämlich Raahosh (Gott sei Dank) mit den Konsequenzen seiner Entführung umgehen muss und ins Exil geschickt wird, dreht Liz komplett durch und versteift sich auf den Gedanken, dass es alle auf sie und ihre Liebe zu Raahosh abgesehen haben und alle gemein und böse sind. Liz. Mädel. Ganz langsam und für Anfänger: Der Typ hat dich entführt. Eure sexuellen Begegnungen waren nicht immer zu hundert Prozent consensual, du hast nicht immer deine volle Zustimmung gegeben und warst auch gar nicht in der Lage dazu, überhaupt informierten Consent, informierte Zustimmung zu geben. Dass der Stamm Regeln für solche Aktionen hat und Raahosh rauswirft, ist das mindeste, was er für dich tun kann. Oh mein Gott, sei froh, dass nicht alle Männer in diesem Stamm Psychopathen sind! Vergiss Raahosh und schnapp dir irgendeinen anderen Alien!

Dieses Buch ist extrem problematisch und diese problematischen Aspekte werden hier auch romantisiert. Überlegt euch also auf jeden Fall gut, ob ihr dieses Buch lesen möchtet.

Und trotzdem. Ich weiß nicht warum. Es gibt keinen Grund dafür. Aber ich möchte auch den dritten Teil hören, sobald er auf Skoobe verfügbar ist.

Mein Fazit? Eine grauenhafte und problematische Geschichte. Und trotzdem will ich wissen, wie es weitergeht.

Samstag, 9. September 2023

Ice Planet Barbarians. Georgie und Vektal (Hörbuch/Kurzrezension)

 

Quelle: Verlag

Dieses Buch wollte ich gleichzeitig lesen und auf keinen Fall anfassen. Normalerweise lese ich ja keine Bücher, die man als erotische Romane bezeichnen könnte - da bin ich immer noch etwas geschädigt vom ersten Band der After-Reihe. Hier wurde ich dann aber spannenderweise vor allem wegen der schlechten und absurden Rezensionen, die ich zu diesem Buch gelesen habe, interessiert daran. Auch wenn "Ice Planet Barbarians" im Allgemeinen überraschend gut bewertetet wurde, wurde es in meiner Blase dann doch eher zerrissen. Aber genau deswegen wollte ich es lesen. Wie ihr wisst, hatte ich wegen der Erkrankung meiner Katze und den Sorgen, die ich mir um sie gemacht habe, in den letzten beiden Wochen nicht unbedingt die beste Zeit meines Lebens, deswegen konnte mein Gehirn sowieso nicht mit viel anspruchsvolleren Geschichten umgehen und etwas emotionaleres als etwas wie dieses Buch wollte ich auch nicht unbedingt lesen.

Ich hatte also nicht wirklich irgendwelche Erwartungen an dieses Buch. Eigentlich nur negative: Ich erwartete eigentlich nur, dass ich mich danach über diesen Roman lustig machen würde. Und zu Beginn sah es auch so aus, als würde das passieren. Die Hörbuchsprecherin legte immer wieder absurd lange Pausen ein, teils mitten im Satz, deren Sinn ich nicht sah und sprach so langsam, dass es sich auf doppelter Geschwindigkeit für mich wie ein Buch in normalem Tempo anhörte. Die Hauptfigur fiel ständig in Ohnmacht, egal was gerade die Situation war, auch wenn es keinen nachvollziehbaren Grund dafür gab. Und, oh mein Gott, wie horny kann eine Protagonistin sein? Das war für mich fast am absurdesten: Georgie wurde mit einem Haufen anderer Mädchen entführt (die sich übrigens nach dem Absturz eigentlich benehmen, als wären sie auf einem ganz normalen Roadtrip und als wäre die Situation absolut ungefährlich und das eine normale Gruppe von Freundinnen, die nicht einfach eine Zweckgemeinschaft ist), sie hat einen Absturz überlebt, landet auf einem Planeten, auf dem sie nicht überleben kann, sie trifft Aliens - und alles, woran sie denken kann, ist Sex mit einem dieser Aliens, nämlich mit Vektal. Hier kommt dann auch ein Konzept von Partnerschaft ins Spiel, das außerdem super heteronormativ ist und Frauen auf ihre Fähigkeit zu gebären reduziert, da die Partnerwahl hier ein rein biologischer Prozess ist und nur davon geleitet wird, ob zwei Menschen genetisch so weit kompatibel sind, dass sie zusammen ein Kind zeugen können. Wenn du also unfruchtbar bist, dann wirst du diesen Seelenpartner oder wie auch immer ich das nennen soll, wahrscheinlich nicht finden. Wenn du nicht hetero bist, dann spielt dein Consent, deine Zustimmung, nur eine untergeordnete Rolle, denn bei der Partnerwahl hast du auf diesem Planeten nicht wirklich Mitspracherecht. Wer dein Khui (einen Parasiten, durch den die Aliens auf dem Planeten überleben können) zum Schwingen bringt, ist dein Partner auf Lebenszeit, egal ob ihr auf irgendeiner anderen als der biologischen Ebene kompatibel seid oder nicht. Ganz klar, dass ich sowas nicht mögen kann, oder?

Tja, und genau hier wurde ich überrascht. Ich nahm zwar all diese Dinge war, die diese Geschichte problematisch machten, und trotzdem musste ich irgendwann feststellen, dass ich dieses Hörbuch gerne hörte und mit den Figuren mitfieberte. Ich begann damit, Vektor anzuhimmeln, wann auch immer aus seiner Perspektive erzählt wurde und über schlechte Witze zu lachen und mir diesen super seltsamen und spannenden Planeten bildhaft vorzustellen. Aus irgendeinem Grund begann ich, Spaß mit dieser Geschichte zu haben. Und als ich dann fertig mit diesem Hörbuch war, wusste ich auch sofort, dass ich mir auch Buch zwei ausleihen würde. Denn am Ende wurde hier bereits die Tür für einen zweiten Handlungsstrang eröffnet, der wahrscheinlich objektiv gesehen sogar noch problematischer ist als der erste es schon war, den ich aber trotzdem unbedingt hören möchte. Und ich habe mit Freuden festgestellt, dass es im Englischen nicht nur zwei Bücher gibt, sondern eine ganze Serie. Und aktuell plane ich jeden einzelnen Band zu hören. 

Mein Fazit? Ich verstehe alle Punkte, die man an diesem Buch kritisieren kann. Himmel, ich habe viele davon oben sogar selbst aufgezählt. Und trotzdem hat dieses Buch seinen Zweck erfüllt: Ich hatte Spaß. Und das war weit mehr, als ich bei diesem Buch erwartet hätte.