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Mittwoch, 17. Juli 2024

Immer wissen, dass man zu danken hat [Kurzrezension]

Quelle: Verlag

Jetzt ist das Eis gebrochen und ich packe mir regelmäßig Bücher von der Arbeit ein. Was nicht unbedingt ideal für meinen Stapel der Schande ist, aaaaaber ich gebe mir Mühe, dass ich nicht übertreibe. Auf dieses Buch wurde ich neugierig, weil es hier um Franz Kafka geht. Jap, das war mein Gedankenprozess: "Ooooooh, Kafka!" Wie Kafka irgendwas mit Kindern am Hut haben kann, war mir zwar nicht ganz klar, aber ich war bereit dazu, mich überraschen zu lassen und noch was Neues über diesen Autoren zu lernen. Auch wenn ich nicht viel mehr erwartet hatte, als vielleicht diese Geschichte von Kafka und der verlorenen Puppe, die sich auf verschiedenen Social-Media-Kanälen wie ein Lauffeuer verbreitet. 

Joa, und hier sind wir schon am ersten Punkt, den ich hier gelernt habe: Die Geschichte, wie sie online so gerne geteilt und inzwischen sogar in Kinderbüchern verbreitet wird, stimmt so nicht ganz. Wie das eigentlich abgelaufen ist, könnt ihr entweder im Originaltext von Kafkas letzter Lebensgefährtin Dora Diamant nachlesen oder in diesem Büchlein. 

Auf diese und andere Geschichten, Gerüchte und auf verschiedene Fragen geht die Autorin mithilfe von vielen Textausschnitten und Zitaten von und über Kafka ein. Anschließend kontextualisiert sie diese in einem längeren Fließtext. Fließtext und Zitate werden durch eine unterschiedliche Schriftfarbe von einander abgehoben: Der Fließtext ist schwarz, die Zitate sind blau. An sich halte ich diese Abgrenzung für eine gute Idee und für sehr hilfreich – in der Praxis ist aber der Unterschied gerade bei schlechterem Licht oder dem Licht einer Nachtischlampe kaum zu erkennen. Zumindest für mich. Kann natürlich auch einfach an meinen schlechten Augen liegen, who knows?

Überraschend war für mich das bunte und verspielte Design. Das habe ich von einem Buch über Kafka nicht erwartet. Alles, was von dem Typen handelt oder von ihm geschrieben wurde, wird ja heute am liebsten in sehr dunklen Farben gedruckt, am liebsten mit Ungeziefer drauf, egal ob es tatsächlich um "Die Verwandlung" oder den "Bau" geht oder nicht. Da war das mal eine nette Abwechslung.

Wer dieses Buch lesen möchte, sollte ein gewisses Grundwissen über Franz Kafka mitbringen. Der Text ist trotzdem gut verständlich, aber bei einem so kurzem Buch kann natürlich nicht auf jedes Detail aus Kafkas Leben eingegangen werden.

Mein Fazit? Ein nettes Fachbuch für Zwischendurch!

Mittwoch, 7. April 2021

[Literatur mit Mira #3]: Europäische Entdecker und ein Krautkopf

Hey ihr Lieben!

Freut mich sehr, dass ihr wieder hergefunden habt. Heute habe ich für euch den dritten Teil dieser Reihe. Bisher habe ich noch keine Drohbriefe erhalten, deswegen gehe ich einfach mal davon aus, dass euch diese Posts genauso viel Spaß machen, wie mir. 

Falls ihr sie noch nicht gelesen habt: Hier kommt ihr zu Teil 1 (Amerika, Wikinger und komplett verrückte Briten) und zu Teil 2 (Kolumbus und die Kannibalen)!

Den letzten Post habe ich mit der Ankündigung beendet, dass es dieses Mal um einen großen Haufen europäischer "Entdecker" gehen wird. Einer dieser Europäer war Alvar Nunez Cabeza de Vaca. Ein absolut großartiger Name, der überhaupt nicht übertrieben lang ist. Wenn so ein Buchcharakter heißen würde, würde ich mich in meiner Rezi darüber lustig machen. Auf jeden Fall hat der seine Reise mit fünf Schiffen und ungefähr fünfhundert Teilnehmern begonnen. Aus irgendeinem Grund dachte der Kommandant, es sei eine gute Idee, die Sümpfe zu erforschen. Spoiler: War es nicht! Im Gegenteil! Die meisten der Teilnehmer starben und die meisten der Schiffe gingen unter. Die Überlebenden fuhren weiter Richtung Westen - und versenkten auch noch ihr letztes Schiff. Von drei Soldaten weiß ich, dass sie überlebt haben. Diese drei haben sich nämlich verbündet. Einer davon war unser lieber Alvar Nunez Cabza de Vaca. Alvar machte in den nächsten paar Jahren so einiges mit: Er wurde versklavt, arbeitete später als Medizinmann und als Händler. Er ging zu Fuß nach Mexiko-Stadt, denn dort gab es eine spanische Siedlung. Auf dem Weg dahin sah er total viel Natur, die er natürlich auch beschrieb und zwar im Text "Le Relación" aus dem Jahre 1542. Den hab ich leider noch nicht gelesen, ich will es aber unbedingt.

Der nächste Europäer, mit dem wir uns beschäftigen, war Hernando de Soto. Er wollte unbedingt eine der goldenen Städte finden, die man im Norden von Florida vermutete. Wie kommt er auf sowas? Richtig geraten: Die Bibel verweist darauf. De Soto war mit über 600 Soldaten unterwegs und scheint nicht gerade ein friedlicher Zeitgenosse gewesen zu sein. Durch ihn wurden viele Stämme von Einheimischen fast vollständig ausgelöscht und das war kein Unfall und kein Versehen, das könnt ihr mir glauben.

Auch De Coronado war auf der Suche nach den goldenen Städten, allerdings war er im Südwesten der heutigen USA unterwegs. Wie ihr euch schon denken könnt, war auch er auf seiner Suche nicht erfolgreich. Allerdings hat er trotzdem total viel als einer der ersten Europäer gesehen: Zum Beispiel den Grand Cannyon. Er war mit einer Armee von 350 Soldaten unterwegs, mit mehreren hundert Ureinwohnern und mit einigen Sklaven. Zusammen reisten sie von Mexiko über Arizona, New Mexico, Texas und Oklahoma nach Kansas. Sie hatten unter anderem auch Kontakt zu den Hopi und den Zuni.

Vor etwa fünfhundert Jahren eroberten dann die Spanier Mexiko-Stadt. Auch dieses Unterfangen wäre eigentlich der perfekte Stoff für ein Buch. Die verbündeten sich nämlich mit einigen Einheimischen und stürzten dann mit nur ein paar hundert Mann die einheimische Regierung.
Das gleiche machte De Zoro in Peru. Auch er riss die Macht an sich, wieder nur mit einer kleinen Gruppe von Soldaten.

Zu diesem Zeitpunkt dachte man übrigens noch, dass Amerika ein total schmaler Kontinent ist. Verrazano suchte in den 1520ern zum Beispiel eine Seepassage, durch die er wieder nach Asien kommen könnte. Immerhin war der Landweg nach Asien immer noch extrem teuer und die Gewürze wollte man trotzdem haben. Verrazano hatte (Überraschung!) keinen Erfolg bei seiner Suche, auch wenn er das dachte. Er fand nämlich den Hudson River in New York und hielt den für den Seeweg, den er gesucht hat. Versteh ich irgendwie, der Fluss ist echt lang. Der geht von New York zum heutigen Albany und dann noch weiter bis zum Henderson Lake, der fast schon an der Grenze zu Kanada liegt. Schaut euch das mal auf der Karte an - ich kann verstehen, dass der dachte, dass er früher oder später den Kontinent durchqueren würde, wenn er weiterfährt. Das ist ein ewig weiter Weg! Und so wurde Amerika dann auch lange auf Karten dargestellt: als schmaler Kontinent mit einem Fluss, der die beiden Meere verbindet.

Der nächste Europäer, der sich auf den beschwerlichen Weg nach Amerika machte, war Cartier. Er erforschte die nördlichen Teile der heutigen USA und die Küste des heutigen Kanadas. Außerdem war er auf dem Flusssystem des St. Lawrence Rivers unterwegs. Wo man grad in der neuen Welt ist, kann man ja eigentlich auch gleich eine neue Stadt gründen - und das hat Cartier dann auch getan. Er gründete Montreal. Das war zu Beginn des 17. Jahrhunderts.

Danach kam Samuel de Champlain. Der hat sich vor allem für Kanada interessiert. Dort hat es ihm so gut gefallen, dass der gleich noch Quebec gegründet hat. Schon damals sah sich Kanada ein bisschen als eine Art Gegenstück zu den USA, ich weiß aber nicht mehr, warum. Auf jeden Fall hat Champlain fast sein ganzes Leben damit verbracht, die Umgebung zu erforschen. Und dabei hat er immer brav mitgeschrieben, deswegen haben wir heute einen verdammt großen Haufen an Texten von ihm. Darin schreibt er unter anderem auch über die amerikanischen Ureinwohner, mit denen er eigentlich ziemlich gut zusammenarbeitete.
Am Beispiel von Champlain werden so richtig schön die Unterschiede sichtbar, die es in der Behandlung der Ureinwohner gab. Im Norden interessierten sich die Europäer vor allem für den Handel mit Fellen. Dafür muss man das Land nicht besitzen und wenn man gut mit den Ureinwohnern auskommt, kann dir das sogar Vorteile verschaffen. Der Süden wiederrum interessierte sich hauptsächlich für die Landwirtschaft. Da schaut das mit dem Landbesitz schon wieder ganz, ganz anders aus.

Aber zurück zu den Entdeckern. Der nächste wichtige Name auf meiner Liste ist John Cabot, den ich mir nur für die Prüfung merken konnte, da ich in der Vorlesung "John Cabbage" verstanden habe, also "John Krautkopf". Das hab ich auch so mitgeschrieben. Erst als ich dann das Buch zur Vorlesung gelesen habe, ist mir mein Fehler aufgefallen. Auf jeden Fall segelte John Cabot, oder John Krautkopf nur fünf Jahre nach Kolumbus. Er war der erste britische Forscher unter König Henry dem siebten. Nach ihm hat sich England für drei Viertel des Jahrhunderts aus der ganzen "Wir-kolonisieren-Amerika"-Geschichte zurückgezogen und erst unter König Elisabeth I. wieder damit angefangen, als die spanische Armada besiegt wurde.

Quelle: The Trustees of
the British Museum
Die letzten zwei Namen, die ich euch heute noch vorstelle, sind Martin Frobisher und John White. Martin Frobisher reiste in den 1570ern in die nördlichen Teile Amerikas, um nach Gold zu suchen. Das war da grad echt total begehrt. Und Frobisher wurde fündig! Er hat haufenweise goldglänzende Steine gefunden und mit nach Europa gebracht. Schiffsladungen voll! Der Typ dachte, er sei jetzt ein gemachter Mann, der sich sein restliches Leben lang um nichts mehr kümmern muss. Tja, ihr merkt eh schon an meiner Formulierung, dass das nicht so gut geklappt hat, oder? Wie sagt man so schön? Es ist nicht alles Gold, das glänzt. Der Kerl hat einfach Schiffe voll mit Dreck und irgendwelchen Steinen mitgebracht. Kein Gold, kein bisschen! Und das Beste? Er hat Jahre gebraucht, um das rauszufinden!
Aber trotzdem waren auf seinem Schiff so einige Kostbarkeiten, auch wenn das für ihn damals wohl nur ein schwacher Trost war. John White, der auf seinem Schiff arbeitete, hat während der Reise zum Beispiel ziemlich viel gemalt. Vor allem die Ureinwohner, unter anderem auch einen Inuit. Und diese Bilder prägen die Vorstellung von den Ureinwohnern noch bis heute.

Für die Ureinwohner Amerikas und die Natur waren die Europäer natürlich katastrophal. Wenn Europa eines kann, dann die Zerstörung von Ökosystemen! Die indigene Bevölkerung wurde verfolgt und ermordet oder steckte sich mit Krankheiten an, gegen die sich ihr Immunsystem nicht wehren konnte. Das hat sie bis an den Rand der Ausrottung getrieben.
Die Europäer hat das nicht wirklich interessiert. Im Gegenteil. Nach und nach passte man das Land an europäische Bedürfnisse an, erschöpfte die Böden und rodete massenhaft Wälder. Damit schafften die es tatsächlich, klimatische Veränderungen herbeizuführen. Meine Professorin für Kulturgeschichte ging sogar so weit, zu behaupten, dass das auch noch für heutige ökologische Katastrophen mitverantwortlich sein könnte.

Aber wie es mit Amerika weitergeht, werde ich euch hier und heute nicht verraten. Dieser Beitrag ist auch so schon viel zu lang. Falls ihr wissen wollt, wie's weiter geht, schreibt mir doch einen netten Kommentar. Ich hoffe, dass euch das Lesen dieses Beitrags so viel Spaß gemacht hat, wie mir das Schreiben. Nächstes Mal erfahrt ihr ein bisschen mehr über die verlorene Kolonie und was die britische Königin mit dem Bundesstaat Virginia zu tun hat!

Also: Alles Liebe!
Eure Mira

Freitag, 26. Februar 2021

[Literatur mit Mira #2]: Kolumbus und die Kannibalen

 Hey ihr Lieben!

Heute hab ich wieder ein bisschen Literaturgeschichte für euch. Willkommen zurück also bei der Reihe, in der ich mich über dumme Entscheidungen und berühmte Menschen lustig mache, in der Hoffnung, dass ich euch so ein bisschen für die Literaturwissenschaft begeistern kann.


Das letzte Mal haben wir ja mit Kolumbus aufgehört, der um 1492 Amerika "entdeckt" hat. Eigentlich ein total unangemessenes Wort, wenn ihr mich fragt. Er war nicht der Erste, der da war und eigentlich kann man einen Kontinent ja auch nicht wirklich entdecken. Meine Vermutung ist es, dass dieser Wort ein Euphemismus ist. Also eine schöne Umschreibung für das, was eigentlich vorgefallen ist: Der Mord an unzählig vielen Menschen und die Kolonisierung Amerikas.

Wie wir das letzte Mal schon festgestellt haben, war es eigentlich nicht Kolumbus Plan, einen neuen Kontinent zu "finden". Er wollte nach Asien. Warum? Weil dort Gewürze verkauft wurden, und die Portugiesen nicht alle paar hundert Kilometer wieder bezahlen wollten, um weiterzukommen.

Mit Asien hat man früher total viele Mythen verknüpft. Der Grund dafür ist (wie könnte es anders sein?) die Religion. In der Bibel steht, dass sich der Garten Eden im Osten befindet. Wenn Kolumbus also immer weiter nach Westen segelt, muss er irgendwann so weit westlich sein, dass er schon wieder im Osten ist und dann genau bei Eden ankommt. Merkt euch das, das ist wichtig! Jetzt machen wir aber noch einen kurzen Exkurs in die damalige Wahrnehmung Asiens und wie man sich Eden so vorgestellt hat.

Eine Erwähnung im Zusammenhang mit dem Garten Eden, hat zum Beispiel Alexander der Große verdient. Laut Überlieferungen ist er bei seinen Feldzügen so weit in den Osten gelangt, dass er an die Türen des Paradieses geklopft hat. Man hat ihn aber nicht reingelassen, was ich sehr lustig finde, wenn ich mir das bildlich vorstelle.
Auch bei den alten Griechen und Römern und im Mittelalter hat man extrem viel über das Paradies geschrieben. Meist war damit der Osten oder eben auch der Westen verknüpft. Auf jeden Fall muss das Paradies in weiter Ferne liegen. Oder auch gar nicht so weit weg, zum Beispiel bei Platon: Der schrieb über den Ort Atlantis, der einfach nur perfekt war, dann aber im Meer versunken ist. Diese Stadt sollte direkt hinter der Straße von Gibraltar liegen, also auch für damalige Verhältnisse nicht unerreichbar.
Marco Polo prägte die Vorstellung von Asien besonders stark. Der reiste im 

Quelle: welt.de
13. Jahrhundert von Italien nach Asien und dann wieder zurück. Seine Beschreibungen von Asien waren zu Kolumbus Zeiten einer der wichtigsten Texte über Asien. Kolumbus las die dann natürlich zur Vorbereitung. Das weiß man, weil seine Kopie des Textes noch erhalten ist. Darin hat er sogar herumgekritzelt und sich Notizen gemacht, vor allem dann, wenn Gold erwähnt wurde. Marco Polo hat seine Erwartungen stark geprägt. Auch das ist wichtig. Es gibt einige sehr schöne Versionen seines Textes, googelt einfach mal danach. Ein Beispiel seht ihr auf dem Bild rechts. Auf diesem und auch auf den anderen der Bilder sieht man enorm viele spannende Dinge. Zum Beispiel Kannibalismus. Das ist auch wieder wichtig, bitte merken! 

Quelle: iisvaldagno.it
Aber Marco Polo war nicht der erste und nicht der einzige, der von Kannibalismus berichtete. Das gab es schon die ganze Antike lang. Um wieder meinen Professor zu zitieren: "Whenever you get to the border of the world, there is cannibalism, animal worship and paganism."
Ein weiterer einflussreicher Text war "The Travels of Sir John Mandeville" aus dem Jahr 1371. Der hat sich zwar im Nachhinein als Fälschung und als frei erfunden herausgestellt, war aber trotzdem total beliebt. Auch dort wird die Geschichte von der Reise nach Asien mit Bildern wie dem auf der rechten Seite untermalt, die so wunderschöne und magische Dinge wie Zyklopen, Menschen ohne Kopf oder Menschen mit Pferdefüßen zeigten. Und natürlich wieder Kannibalen
Wie schon gesagt wurde auch der Atlantik sehr gerne fantastisch beschrieben. Zum Beispiel im Jahre 800, im Text "Navigatio Sancto Brendani Abbatis". Darin geht es um einen mittelalterlichen, irischen Mönch, der im Atlantik herumreist, wahrscheinlich so bei den kanarischen Inseln. Auf einer dieser Inseln baut der Mönch dann einen Altar. Blöd nur, dass diese Insel gar keine Insel ist, sondern ein verdammter Wal! Wie konnte der Mönch das nicht merken?! Ist der Wal komplett reglos herumgetrieben? Hatte der nicht so eine typische Walhaut? War da Gras und Wald und ein Strand? Irgendwas, das darauf hindeutet, dass das eine Insel ist? Ich hab keine Ahnung, ich hab den Text (noch) nicht gelesen. Aber ich werde das auf jeden Fall noch nachholen und euch dann davon berichten!

So, das waren also die Texte, die Kolumbus so gelesen hat, bevor er sich auf den langen und beschwerlichen Weg nach Amerika machte. Ich, als Leseratte, kann mir vorstellen, dass der Typ total gehypt war und sich schon die ganze Überfahrt über ausmalte, was er dann in "Asien" wohl alles sehen wird. Und als er dann ankam, wollte er diese Dinge sehen und zwar sofort! Blöd nur, dass es in der realen Welt keine Menschen ohne Kopf gibt und keine Zyklopen und auch keine Wale, auf denen man seinen Altar errichten kann. Deswegen projizierte Kolumbus einfach alles, das er wusste oder zu wissen glaubte, auf das Land und seine Bewohner. So war er zum Beispiel felsenfest davon überzeugt, dass er sich auf der Insel der Kannibalen befand - die Bewohner nannten sich selbst nämlich Carribe, was Kolumbus als Cannibe hörte. Carribe...erinnert euch das an irgendwas? An eine Region vor Amerika vielleicht, die aus mehreren Inseln und Inselgruppen besteht? Die Karibik? Jap, richtig geraten. Kolumbus war auf einer karribischen Insel gelandet und zwar war das 1492.
Aber das war nicht das einzige Missverständnis, dass Kolumbus Erwartungen zu verdanken ist. So war Kolumbus zum Beispiel überzeugt davon, dass diese Leute Hundeschnauzen im Gesicht haben. Keine Ahnung, ob man das immer noch ein Missverständnis nennen kann. Keine Ahnung, wie Kolumbus sowas glauben konnte! Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass die Menschen auch zu dieser Zeit keine Hundeschnauzen hatten. Wie Kolumbus darauf kommen konnte? Nun, das kann ich euch zumindest ansatzweise erklären. "Cannibe", also der Wortstamm von Kannibale, kommt nämlich aus dem Lateinischen Wort für Hund. Und das hat der liebe Kolumbus wohl einfach projiziert. Fragt mich nicht, wie. Muss ein ziemlich verrücktes Pflänzchen gewesen sein, das er da geraucht hat.

Über seine Entdeckung schrieb Kolumbus 1493 in einem Brief, der natürlich auch veröffentlicht wurde. In diesem Brief wird das ganze Ausmaß seiner Verblendung sichtbar. Wenn man sich den so durchliest, könnte man echt glauben, dass das der Garten Eden ist. Es ist November und die Pflanzen blühen, es herrscht ewiger Frühling und während die einen Pflanzen noch blühen, kann man die nächsten schon abernten. Die natürlichen Hafen sind sicher und perfekt für mögliche Siedler. Es gibt ein System an Flüssen mit Trinkwasser, die natürlich die Flüsse des Paradieses sein müssen. Was auch sonst? Von ihm wurde Amerika zum ersten Mal als eine Art Mutter dargestellt. Merkt euch diese Darstellung, die wird uns noch durch die ganze Literaturgeschichte Amerikas begleiten.

Quelle: wikivisually.com

Spannend ist in diesem Zusammenhang auch das Bild "Christopher Columbus" von Stradanus, das der Künstler 1585 erschuf. Darauf seht ihr (wie könnte es anders sein) Amerigo Vespucci und Amerika. Ja, die nackte Frau soll Amerika sein. Kein Plan, warum das Bild "Christoph Columbus" heißt und dann Vespucci abgebildet ist. Ist aber so, zumindest, wenn ich meinen Professoren glauben darf.
Auf jeden Fall ist Amerika hier eine junge und nackte Frau. Amerigo auf der anderen Seite ist angezogen und schleppt außerdem noch eine Flagge mit sich rum, ein Kreuz und dieses runde, astrologische Gerät, dessen Name ich nicht kenne. Das Kreuz und die Fahne symbolisieren auf der einen Seite die Macht der Kirche und auf der anderen die Macht des Staates. Er hat beide Mächte auf seiner Seite, wie kann es auch anders möglich sein? Amerika liegt in einer Hängematte. Das verweist darauf, wie man den Kontinent damals wahrnahm: Ein Ort, wo man nichts tun muss und den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen kann. Wächst eh einfach alles immer, zu jeder Jahreszeit. Wie Kolumbus schon in seinem seinem Brief beschrieb: Amerika ist ein Schlaraffenland.
Trotzdem werden in diesem Bild schon die gefährlichen Seiten Amerikas sichtbar. Da sind seltsame Tiere, neben Amerika lehnt eine Waffe, die sie jederzeit verwenden könnte und im Hintergrund gibt es Kannibalismus.

Doch warum ist der Kannibalismus so bedeutend? Wo Amerika doch das Paradies auf Erden sein soll? Nun, das lässt sich ziemlich leicht erklären. Die Seefahrer wollten sich Amerika ja nicht einfach nur ansehen und dann nie wieder zurückkommen. Sie wollten das Paradies für sich erobern. Denn der neue Kontinent muss ja ein Paradies sein, sonst fällt doch die Werbefunktion weg. Jap, richtig gehört: Schon zur Zeit von Kolumbus war Werbung wichtig. Wie sonst soll man Investoren für seine nächste große Seefahrt anlocken? Auch im Hinblick auf die Werbefunktion hört sich der Kannibalismus ziemlich paradox an, nicht? Nun, eigentlich macht es sogar Sinn, sowas auf die Ureinwohner zu projizieren. Man konnte sich ja schon damals denken, dass die Besiedelung des neuen Kontinents jetzt nicht unbedingt friedlich zugehen würde. Also hat man die Ureinwohner einfach als böse Kannibalen vermarktet, die sich den Garten Eden unter den Nagel gerissen haben. Und da ist es doch selbstverständlich, dass die guten Christen das Paradies vor den Kannibalen retten müssen, wenn die das nicht freiwillig hergeben. Ihr seht, worauf das hinausläuft? Wenn man sich so eine Geschichte ausdenkt, lässt sich viel Grausamkeit rechtfertigen.
Merkt euch diesen Gegensatz zwischen Paradies und Wildnis, zwischen Erotik und der tödlichen Gefahr, das ist bis heute ein Leitmotiv in Kunst, die sich mit Amerika auseinander setzt.

Bleiben wir noch ein bisschen beim Thema Kannibalismus, das ist gerade so schön spannend. Vespucci sagt euch sicher auch was, oder? Das ist der Typ, der erkannt hat, dass Amerika ein ganzer Kontinent ist und nicht ein Teil von Asien. Nach ihm ist Amerika benannt. Kolumbus hat das ja bis zu seinem Tod nicht gerafft, dass das nicht China und auch nicht Indien ist. Auf jeden Fall beschreibt Vespucci eine ganz ähnliche Szene, wie oben dargestellt wurde. Ein junger Mann trifft auf ein paar einheimische Frauen. Laut meinem Professor wird hier eine "male fantasy" beschrieben, also eine männliche Fantasie. Die Geschichte endet nicht besonders schön für den jungen Mann: Er wird ermordet und gekocht. Wieder also: Auf der einen Seite die Verlockung der Frauen, die Erotik, und auf der anderen Seite die tödliche Gefahr.

Natürlich stand man der Beschreibung der Ureinwohner auch damals zumindest manchmal kritisch gegenüber. Wichtig ist hier zum Beispiel der Text "Über die Kannibalen" von Michel de Montaigne aus dem Jahre 1580. Der liest sich total leicht, wenn ihr also grad ein bisschen Zeit habt, dann blättert den gerne mal durch. Er schreibt, wie der Titel schon sagt, über den Kannibalismus in Amerika und zwar aus einer erstaunlich positiven Sicht. Die Kannibalen sind hier keine Monster und keine Unmenschen, im Gegenteil. Eigentlich sieht er sie sogar als bessere Menschen als die Leute aus dem Westen es sind. Die Leute im Westen sperren ihre Feinde unter unmenschlichen Bedingungen ein, nur um sie dann später zu foltern und zu töten. Die Ureinwohner bieten ihren Gefangen an, dass sie ein Teil ihrer Gemeinschaft werden dürfen. Erst, wenn sie das nicht tun, werden sie getötet und gegessen. Und auch dann ist das eigentlich nicht tragisch, zumindest nicht laut Montaigne. Immerhin werden hier nur Atome ausgetauscht. Die Welt ist in seinem Weltbild ein einziger großer Organismus. Nichts kann verloren gehen. Deswegen ist Kannibalismus nichts Negatives - die Atome eines Menschen werden nur auf die aufgeteilt, die ihn essen. Die Ureinwohner werden zu "noblen Wilden" - auch das ist ein Bild, das bis heute verwendet wird.

Quelle: pinterest.com

Die erste bildliche Darstellung der Ureinwohner stammt übrigens aus dem Jahre 1505 und zwar handelt es sich dabei um einen Holzschnitt von Froschauer. Auch hier ist der Kannibalismus wieder sehr schön sichtbar. Vom Dach hängen menschliche Körperteile, die über einem Lagerfeuer geröstet werden und manche der Figuren sind sogar gerade dabei, zu essen. Doch auch hier findet sich gleichzeitig wieder das Bild der Mutter: im Vordergrund ist eine Mutter gerade dabei, ihr Kind zu säugen. Ach ja, und rechts oben sieht man im Hintergrund, dass ja Gott sei Dank die Europäer schon auf dem Weg sind, um dem seltsamen Treiben der Kannibalen ein Ende zu bereiten.


Und mit diesem Bild hören wir heute auch schon wieder auf. Ich hoffe, dass ihr beim Lesen dieses Posts genauso viel Freude hattet wie ich während dem Schreiben! Das nächste Mal geht es dann um einen ganzen Haufen europäischer Entdecker und um einen Krautkopfmann. 

Alles Liebe,

Eure Mira

Freitag, 29. Januar 2021

[Literatur mit Mira #1]: Amerika, Wikinger und komplett verrückte Briten

 Hi ihr Lieben!


Heut probiere ich mal wieder was Neues aus. Ich habe keine Ahnung, wie ich das hier aufziehen werde, hab aber total Lust drauf. Lasst mir also auf jeden Fall eure Meinung dazu da!

Oh Gott, Mira! Was wird das jetzt?
Ich muss für die Uni massenhaft, wirklich massenhaft Gedichte und Klassiker und Sachtexte lesen und lerne so, so, so, so viele spannende Dinge. Und das fällt auf diesem Blog bisher einfach durchs Raster. Das finde ich echt schade. Immerhin prägen diese Dinge mich und mein Lesen total. Prinzipiell finde ich Literaturtheorie und Literaturgeschichte total spannend. Und deswegen will ich euch das auch auf gar keinen Fall vorenthalten.

Ich werde mir also für die Beiträge dieser Reihe immer ein Thema rauspicken und ein bisschen was darüber schreiben. Also was ich darüber denke, was ich besonders spannend finde, was wirklich wissenswert ist und was wir in der Uni darüber gelernt haben. Das hier wird also eine Reihe für all die Leute, die mehr über Literaturwissenschaft und Literaturgeschichte wissen wollen, für alle Leute, die sich gerade planlos durchs Internet klicken und irgendwie auf meiner Seite gelandet sind und die Schüler, die dringend eine einfach verständliche Zusammenfassung für ihre nächste Prüfung brauchen. (Ja, liebe Schüler! Ich weiß, dass ihr da seid! Wer sonst sucht nach Titeln von Klassikern und den magischen Wörtchen "Zusammenfassung" oder "Erklärung, einfach"?).

Die Themen dieser Reihe werden wahrscheinlich nicht chronologisch oder alphabetisch geordnet sein oder sonst irgendeiner logischen Reihenfolge folgen. Ich werde einfach immer über das schreiben, das mich gerade besonders interessiert oder beschäftigt.

Heute ist das zum Beispiel das Thema "Kolonisierung der USA". Ich habe vor etwas längerer Zeit eine Prüfung in amerikanischer Literaturgeschichte geschrieben und warum sollte ich meine Notizen dazu denn einfach verwerfen? Also hab ich mich jetzt mal daran gemacht, die zu übersetzen und irgendwie in eine halbwegs unterhaltsame Form zu bringen. Schauen wir mal, ob das funktioniert hat.
Meine Quellen für diese Reihe sind meine Mitschriften aus den Fächern "Kulturgeschichte 2", "Introduction to American Literary Studies", "Survey of American Literature" und das Buch "A Short Literary History of the United States", geschrieben von Mario Klarer.

Auch sollte ich vorweg vielleicht noch klarmachen, dass ich hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe. Und natürlich kann es auch sein, dass sich hier mal ein Fehler reinschummelt. Sollte euch etwas auffallen, dann lasst es mich auf jeden Fall wissen, damit ich diesen Fehler dann auch ausbessern kann.

Aber jetzt: Los geht's!

Amerika - Wie alles begann!

Das wissen wir doch alle, nicht? Kolumbus kam mit seinem Schiff dort an und seitdem kennen wir Amerika. Nun, nicht ganz. Eigentlich begann die ganze Geschichte schon viel früher. Und zwar im 8. oder 9. Jahrhundert, mit den Wikingern. Die haben damals ganz Europa erforscht und das Mittelmeergebiet und alle möglichen Flüsse in Asien. Vorstellen kann man sich die Wikinger wohl wie Piraten: Sie haben Landstriche überfallen und ausgeraubt. Manchmal haben sie sich aber auch an Orten niedergelassen, die ihnen ganz besonders gut gefallen haben. In Frankreich zum Beispiel.

Die Wikinger waren sowieso ziemlich spannend, auch für die Literatur. Blicken wir doch zum Beispiel auf das Jahr 991. Kennt ihr Maldon, in England? Wenn ihr auf den Ortsnamen klickt, kommt ihr zu Google Maps und zwar genau nach Maldon. Dort gibt es so kleine Inseln, die vom Festland abgeschnitten sind, wenn gerade Flut ist. Und dort ist eine Bande von Wikingern gelandet, die gegen die Briten kämpfen wollten. Allerdings war gerade Flut. Also wäre es unmöglich gewesen, zu den Inseln zu gelangen, ohne von den Briten mit Pfeilen erschossen zu werden. Schwierige Situation also: Soll man riskieren, mit dem Schiff zu fahren? Soll man schwimmen? Oder warten, bis Ebbe ist und dann schnell hinüber laufen? Alles nicht so coole Alternativen. Also taten die Wikinger, was man als blutrünstiger Wikinger eben so tut: Sie riefen über den Kanal und baten die Briten höflich darum, sie das Wasser überqueren zu lassen, ohne sie zu erschießen. Ja. Richtig gelesen. Das ist kein dummer Witz, den ich mir ausgedacht habe, die haben das wirklich gemacht. Und was noch absurder ist: DIE BRITEN HABEN JA GESAGT!!! Die haben echt zugelassen, dass die zu ihnen kommen. Dreimal könnt ihr raten, wie der Kampf geendet hat. Richtig. Die Briten haben verloren. Selbst schuld, zumindest meiner Meinung nach. Wie bitte kommt man auf diese Ideen? Was haben die geraucht?
Auf jeden Fall wurde diese Blamage schon damals sehr gut dokumentiert. Gleich zwei Texte beschreiben dieses Desaster, und zwar das Gedicht "The Battle of Maldon" und die Chronik "Anglo-Saxon Chronicle". Eine Chronik ist ein Buch mit kurzen Einträgen über wichtige Ereignisse, wie etwa diese Peinlichkeit. Und gerade für diese Chronik bin ich echt dankbar, sonst hätte ich so einiges weniger zum Lachen.
Nochmal ganz kurz zum Gedicht. Und zwar handelt es sich dabei um ein episches Gedicht und um ein heroisches Gedicht. "Episch" bedeutet, dass das Gedicht eine Geschichte erzählt, meistens die eines Helden oder, leider seltener, einer Heldin. Viele Epen werden, selbst wenn sie nicht offiziell zur Lyrik gehören, in Versform und mit Metrum geschrieben, weil das den Vortragenden dabei half, die Texte auswendig zu lernen. "Heroisch" bedeutet genau das, was man auch heute noch darunter versteht: Es geht um Helden und ihre Taten. Spannend an diesem Gedicht ist auch, dass es eines von nur zwei anglosaxischen epischen Gedichten ist, die bis heute überlebt haben. Das zweite ist "Beowulf", aber über das schreib ich vielleicht ein anderes Mal mehr.

So, der Kampf ist vorbei, wir bleiben aber noch bei den Wikingern und ungefähr in der gleichen Zeit. Wir sind jetzt bei der ersten Jahrtausendwende, also im Jahr 1.000. Nun geht es um Eritathe Red, der nach Island migrierte. Dort blieb er aber nicht durchgehend, er ist ja immer noch ein Wikinger, die sitzen nicht die ganze Zeit irgendwo herum. Er erforschte alle Landmassen, die irgendwo in der Nähe waren und gelangte unter anderem auch nach Grönland. Sein Sohn Leif Erikson kam noch weiter: Er erforschte bereits die Küste Nordamerikas. Allerdings hinterließ das überhaupt keinen Eindruck auf das Gedächtnis Europas. Dabei gibt es sogar einen Text über die zwei und zwar die "Saga of Erik the Red". Das wurde so um die 250 Jahre nach der Besiedelung Grönlands verfasst und darin werden Landschaften beschrieben, die mit großer Wahrscheinlichkeit die nördlichsten Punkte Nordamerikas sind. Allerdings hielt man diese Texte lange nicht für wirklich wichtig und sie haben auch die späteren Entdeckungsreisen nicht beeinflusst.

Kolumbus kam erst später auf den Plan und zwar im Jahre 1492. Doch warum ist der überhaupt nach Amerika gefahren? Nun, dafür gibt es eine einfache Erklärung: Geld. Europa hat zu dieser Zeit schon sehr viel Handel mit Asien betrieben, hauptsächlich ging es da um Gewürze. Blöd nur, dass man da durch wirklich viele Länder durch muss, die alle auch einen Stück vom Kuchen haben wollen und Geld für die Wegstrecke verlangen. Gerade, wenn man aus einem Land wie Portugal oder Spanien kommt, stell ich mir das echt lästig vor. Kein Wunder also, dass die Portugiesen als erste versuchten, einen anderen Weg zu finden, um nach Asien zu kommen. Bei ihren ersten Versuchen wollten sie ganz Afrika entlangsegeln und dann am Kap der guten Hoffnung vorbei. Diese Strecke war aber echt gefährlich und schwierig und die Portugiesen brauchten das gesamte 15. Jahrhundert, um das zu schaffen. Kolumbus hielt eine andere Strecke für klüger: Nach Westen segeln, über den Atlantik. Schon damals wussten die Leute, dass die Erde rund ist (was man von manchen Erdbewohnern der Gegenwart nicht behaupten kann). Und weil die Gewürze und der Handel damit so unglaublich wertvoll waren, haben die Spanier nicht gezögert, Kolumbus die Unterstützung dafür zuzusagen. Um es mit den Wörtern meines Professors zu sagen: "The catholic kings financed it, because the spices would pay for it." Möglich war die Fahrt nach Asien vor allem durch die Reconquista und die Rückeroerberung der arabischen Halbinsel. Bei der Reconquista wurden die Moslems aus Spanien und der iberischen Halbinsel vertrieben. Dazu vielleicht ein andermal mehr. Auf jeden Fall bedeutete das für Spanien vor allem eines: Geld und Macht. Und das Geld wurde eben in Kolumbus investiert. Und so begann die Erschließung und die Zerstörung der neuen Welt.

Und das wars dann auch schon wieder mit dem ersten Teil dieser Reihe. Im nächsten werden wir uns noch ein bisschen mehr mit Kolumbus beschäftigen. Dort findet ihr zum Beispiel auch raus, was er mit Kannibalen am Hut hat und wie Marco Polo da mit drin hängt!

Lasst es mich wissen, ob euch dieser Beitrag gefallen hat!
Alles Liebe, 
Eure Mira