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Donnerstag, 16. Juli 2026

Heartstopper. Volume 6

 

Quelle: Verlag

Auf Wiedersehen, Charlie und Nick!

Jetzt ist es leider so weit: Der voraussichtlich letzte Band der „Heartstopper“-Reihe ist erschienen. Die Protagonisten werden erwachsen, breiten langsam ihre Flügel aus, beginnen damit, die Welt außerhalb der Schule zu entdecken. Während Charlie sich als neu gewählter Schulsprecher gegen LGBTQ+-Feindlichkeit an seiner Schule engagiert, bewirbt sich Nick bei seiner Traumuniversität. Es geht natürlich um psychische Gesundheit, um Selbstakzeptanz, aber auch um die Angst vor dem Zerbrechen der ersten Jugendliebe – denn ob eine Fernbeziehung wirklich funktionieren kann, da ist sich vor allem Nick nicht ganz so sicher.

Auch das letzte Graphic Novel der Reihe war wieder eine süße und angenehme Lektüre für Zwischendurch. Inhaltlich wurde hier die Zeit etwas gerafft, einzelne Ereignisse standen damit weniger im Vordergrund als bei den vorherigen Büchern. Das ist aber vielleicht sogar eine gute Entscheidung, denn ich fühlte mich dadurch sehr an das Gefühl vor meiner eigenen Matura erinnert: ein ganz normales Schuljahr – und dann, in den letzten Wochen, ist alles plötzlich ganz schnell vorbei.

Vor allem jüngere Leser*innen werden auch mit diesem Band ihre Freude haben. Durch die Netflix-Serie zu "Heartstopper" ja ein regelrechter Hype ausgelöst. Komplett gerechtfertigt, meiner Meinung nach! Ich habe sowohl die Serie als auch die Graphic Novels sehr genossen. Die Reihe ist eine wunderschöne Coming-of-Age-Liebesgeschichte, die sich mit viel Fingerspitzengefühl auch sehr schwierigen Themen widmet. Und ich glaube auch, dass viele Jugendliche sich in diesem Graphic Novels selbst wiederfinden können. Repräsentation ist sehr wichtig - und hier findet ihr Figuren unterschiedlicher Sexualität und unterschiedlicher Gender, alle Figuren sehen unterschiedlich aus und sind auch durch ihr Verhalten einzigartig. Allein diese Repräsentation ist schon so viel wert!

Wenn ihr die Reihe bisher noch nicht gelesen habt, dann lasst das euer Zeichen sein. Lest die Reihe - jetzt ist sie ja abgeschlossen und ihr müsst keine Wartezeiten mehr befürchten. Natürlich hoffe ich aber trotzdem noch auf einen (oder fünf) weitere Teile von "Heartstopper". Träumen darf man doch, oder?

Montag, 23. Februar 2026

Don't Let The Forest In

 

Quelle: Verlag

Fühlst du das Moos in deinem Bauch…

… und die Pilze hinter deinen Augen?

Die Monster kommen und sie werden dich holen! 


Als Andrew nach dem Sommer wieder an die Wickwood Academy zurückkehrt, ist nichts wie zuvor. Seine Zwillingsschwester ist beleidigt, sein bester Freund Thomas benimmt sich seltsam. Bisher waren sie ein unschlagbares Dreierteam, doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Andrew hat immer Horror-Geschichten geschrieben, Thomas dazu gezeichnet, jetzt weigert sich Thomas, einen Stift auch nur anzufassen. Als Andrew ihm in den verbotenen Wald folgt, erkennt er den Grund: Die Monster sind zum Leben erwacht.

Ein Horrorroman, der mich sofort in seinen schönen und seltsamen Bann gezogen hat. Ich war süchtig, konnte den Roman nicht mehr weglegen. Nein, das meine ich Ernst. Das ist mit einer der Gründe, warum ich Horror eigentlich kaum je lese: Ich fürchte mich ganz enorm, grusele mich mindestens die nächste Woche vor meinem eigenen Schatten (oder hier: vor meinen Zimmerpflanzen), aber MUSS das Buch trotzdem fertig lesen, da mir als Kind von einer Klassenkollegin eingeredet wurde, dass die Angst sonst nicht vergehen kann. Ob da was dran ist? Dafür weiß ich zu wenig über Horror - ich höre mir aber gerne an, was die Expert*innen unter euch darüber zu sagen haben.

Da ich mich ja mit Horror sowieso nicht auskenne, sagte mir bisher auch Botanical Horror nichts. Joa, jetzt weiß ich, dass das was ganz enorm Gruseliges ist, das eventuell damit zu tun hat, dass Pflanzen in dir wachsen. Was für eine schreckliche Vorstellung, die definitiv dafür gesorgt hat, dass ich meine Hauspflanzen jetzt ein bisschen kritischer betrachte. (WEHE, die breiten sich IN MIR aus! NOPE, NOPE, NOPE!!!!)

Wisst ihr, was ich getan habe, sobald ich mit diesem Buch fertig war? Ich habe das Buch als Weihnachtsgeschenk für meinen Bruder bestellt. Und meiner Schwester danach eingeredet, dass sie dieses Buch auch lesen muss. Denn ja, ich habe mich zu Tode gegruselt, ABER WENN ICH SCHON DARUNTER LEIDEN MUSS, DANN WENIGSTENS NICHT ALLEIN! Wozu hat man denn Geschwister, nicht? 

Auf jeden Fall freue ich mich jetzt schon darauf, mich auch vor den anderen Büchern von C. G. Drews zu gruseln. Ist es eine gute Idee, diese Bücher auch noch zu lesen? Wahrscheinlich nicht. Bin ich gerade in der Laune, gute Entscheidungen zu treffen? HELL NO!

Mein Fazit also? Total spannend, viel zu gruselig für mich. Lest es trotzdem. Und drückt mir die Daumen, dass ich bei den anderen Büchern von C.G. Drew nicht durchdrehe!

Samstag, 10. Januar 2026

Erebos 3 [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Dass ich mich nochmal über einen Erebos-Band freuen darf - damit hatte ich eigentlich schon nach Band 1 (meine allererste Rezension auf diesem Blog! Lang ists her!! Fast 13 Jahre!) nicht gerechnet. Dann vor ein paar Jahre die große Überraschung: Es kommt ein Band 2! Das war noch vor Covid, dazu habe ich dann eine Lesung mit Frau Poznanski in Innsbruck besucht und war dort unglaublich starstruck. Ich habe keinen Satz rausgebracht, als ich endlich dafür an der Reihe war, mein Buch signieren zu lassen.
Und dann im Sommer 2025 wieder die Überraschung: "Erebos 3" tauchte in meinem Büro auf. Ich war begeistert und meine Kolleginnen haben mir dieses Buch brav überlassen. 

Aber worum geht es diesmal? Erebos ist zurück und es geht um mehr als je zuvor. Schon zweimal musste Nick sich durch das Computerspiel „Erebos“ kämpfen. Und nun, kurz nach Handlungsende des zweiten Bandes, taucht das Spiel wieder auf seinem Rechner auf! Da wird er nicht mitmachen, auf keinen Fall! Doch Erebos hat ihn in der Hand. Und so wird Nick wieder zum Dunkelelfen Sarius … Diesmal ist Erebos nicht nur ein Online-Spiel für einsame Helden, plötzlich müssen Teams gebildet werden. Und es wird immer wichtiger, seltsame Rätsel zu lösen, deren Sinn sich Nick erst viel später erschließen werden.

Auch im dritten Anlauf wird die Videospielwelt von „Erebos“ nicht langweilig. Es war mir eine Freude, diese Welt nochmal mit Nick miterleben zu dürfen – und natürlich geht von meiner Seite jetzt das Rätseln los, ob ich mich in ein paar Jahren über einen Band 4 werde freuen dürfen. Falls ja, würde ich mir den ohne Zögern kaufen. Falls nein, müssen sich Leser:innen keine Gedanken machen, denn auch ohne potentiellen Folgeband lässt sich dieses Buch gut lesen und am Ende sind wie auch bei den letzten beiden Büchern alle Fragen geklärt!

Sonntag, 6. April 2025

Die Tribute von Panem L. Der Tag bricht an [Kurzrezension]


Quelle: Verlag

Dieses Buch habe ich erfolgreich meiner Kollegin abgenommen - Sorry, C.! Dabei war das gar nicht meine Intention. Ich hab nur gejammert, dass sie klüger war als ich und das Rezensionsexemplar für sich reserviert hat. Und dann hatte ich das Buch plötzlich wieder in der Hand. Joa, gewehrt habe ich mich dann auch nicht wirklich, muss man dazu sagen. Upsi!

Nach den drei Hauptbänden der „Tribute von Panem“-Reihe und dem Prequel „Das Lied von Vogel und Schlange“, das ich persönlich ja eher weniger mochte, können sich Leser*innen nun mit diesem Buch erneut in die Welt der Hungerspiele zurück wagen. Dieses Mal wird die Geschichte des Mentors und schweren Alkoholikers Haymitch Abernathy erzählt. Wie wurde er zu der tragischen Figur, die wir zusammen mit Katniss kennengelernt haben?

Die Handlung beginnt am Tag der Ernte – Haymitchs 16. Geburtstag. Für ihn ist noch alles wie immer: Er arbeitet, lässt sich von seinem kleinen Bruder Sid und seiner Mutter gratulieren und trifft sich mit seiner Freundin Lenore Dove. Doch dann kommt es während der Ziehung der Tribute für die Hungerspiele zum Aufstand – Haymitch gerät beim Versuch, Lenore zu schützen, irgendwie dazwischen und plötzlich muss er zur Strafe an den tödlichen Spielen teilnehmen. Er weiß: Bald wird er nicht mehr leben. Also wird er sein Bestes tun, um bis zu seinem Tod die Hungerspiele so stark wie möglich zu stören. Mehr als sein Leben kann ihm das Kapitol ja nicht nehmen … oder?

Knapp 15 Jahre ist es inzwischen her, dass der erste Band der „Tribute von Panem“-Reihe erschien. Doch auch dieses neue Buch ist keine reine Geldmacherei, wie man es von anderen Autor*innen bekannter Reihen erwarten würde. Dieser Roman fügt sich nahtlos in die Reihe ein, ist gesellschaftskritisch – und das nicht nur im Bezug auf die fiktionale Welt – und einfach unglaublich spannend. 

Mein Fazit? Wer die anderen Bücher der Reihe mochte, wird auch dieses Buch genießen. Ein Must-Have!

Freitag, 28. März 2025

The Last Bookstore on Earth [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Als ich 16 war, habe ich mal damit begonnen, einen Roman über ein Mädchen zu schreiben, das sich über die Apokalypse freut, weil sie so endlich mal Zeit hat, um alle Bücher zu lesen, die sie lesen will. Es war eine meiner Meinung nach sehr lustige Geschichte, die ich wegen Schulstress aber nie beendet habe. Naja, vielleicht irgendwann mal? An diese Geschichte musste ich auf jeden Fall hier denken.

In diesem Roman geht es um die 17-jährige Liz, die seit inzwischen kanpp einem Jahr in einer Buchhandlung lebt. Die restliche Welt liegt in Trümmern, und die wenigen Überlebenden haben durch die Stürme inklusive Säureregen alles verloren. So auch Liz, für die dieses Geschäft seitdem der einzige Ort ist, an dem sie sich noch sicher fühlt. Mit den Büchern handelt sie auch jetzt noch, gleichzeitig hat sie die Buchhandlung zu einer Art Postamt umfunktioniert: Menschen können hier Nachrichten hinterlassen und abholen. Doch dann bricht eines Tages die gleichaltrige Maeve ins Geschäft ein. Sie ist sehr wahrscheinlich gefährlich und wird verfolgt, doch da gerade ein weiterer Sturm aufzieht, brauchen die beiden einander. Liz bietet Maeve eine Unterkunft an, Maeve wiederum hilft Liz bei einigen Reparaturen und bei der Beschaffung neuer Vorräte. Und während sich der Himmel mit jedem Tag weiter verdunkelt, entwickelt sich zischen den beiden eine zarte Liebesgeschichte …

Es handelt sich hierbei um einen schönen und jugendgerechten Liebesroman von einer selbst erst 19 Jahre alten Autorin. Das junge Alter der Autorin merkt man an manchen Stellen meiner Meinung nach auch, aber das ist okay. Und ich finde, dass hier definitiv auch schon das Potential sichtbar wird, das die Autorin mit sich herumträgt. So oder so bin ich gespannt, welche Bücher dieser Autorin ich in Zukunft noch kennenlernen darf. 

Neben der stimmigen Beziehung zwischen den beiden Mädchen findet sich hier auch viel Spannung, die zumindest bei mir dafür gesorgt hat, dass ich nur so durchs Buch geflogen bin. Was verbirgt Maeve? Was ist mit Liz‘ Familie passiert? Und werden die beiden den nächsten Sturm überstehen?

Dass sowohl Maeve als auch Liz es geschafft haben, so lange am Leben zu bleiben, hat mich überrascht - beide zeichnen sich hier nicht durch ihre großartigen Survivalskills aus. Doch ich glaube, dass genau diese Eigenschaft dazu beitragen könnte, dass jüngere Leser:innen sich in den beiden Protagonistinnen wiedererkennen können. Sie sind eben keine Supermenschen, sondern ganz normale Mädchen, die trotz allem einfach auch eine gewaltige Portion Glück hatten.

Mein Fazit? Ein schöner Jugendroman!

Montag, 24. Februar 2025

"Iron Flame" und "Onyx Storm" [Hörbuch/Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Quelle: Verlag

Nachdem ich "Fourth Wing" beendet hatte, kam für mich gleich die große Enttäuschung: "Iron Flame" sollte schlechter sein. Das hörte ich von ringsum überall. Deswegen war ich mir zuerst dann auch gar nicht sicher, ob ich mit dieser Reihe überhaupt weitermachen wollte. Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher, wissen wir doch alle. Als dann aber der Erscheinungstermin von "Onyx Storm" näher rückte, wurde meine Neugierde dann doch zu groß. Plötzlich war mein Instagram nur noch voll mit Content zu dieser Reihe. Und dann kamen noch neue Stimmen aus meinem Freundeskreis dazu, die mich beruhigten, dass "Iron Flame" gar nicht so schlecht sei, sondern einfach nur unter dem "Second Book Syndrome" leide, das ich ja selbst schon öfters auf dieser Seite beschrieben habe. Also habe ich mir noch gerade rechtzeitig das Hörbuch gekauft und Band 2 nur eine Woche vor dem Erscheinen von "Onyx Storm" beendet. Für mich ideal, denn nach diesem Cliffhanger hätte ich nie ein Jahr (oder war es länger zwischen diesen Büchern?) durchgehalten.

War dieses Buch genauso unterhaltsam und gut wie "Fourth Wing"? Nö. Vor allem die erste Hälfte fand ich schwach. Da sind ein paar Logikfehler drin (Warum zur Hölle lasse ich als Regierung zu, dass ein Lehrer jedes Jahr fast meine Schüler ermordet und sie zumindest traumatisiert?) Aber ich habe trotzdem zu keiner Sekunde darüber nachgedacht, dieses Buch abzubrechen. Die Handlung hat es geschafft, mich trotz der Schwächen genug zu fesseln, um das Hörbuch innerhalb kurzer Zeit durchzuhören. Wir durchleben hier gemeinsam mit Violet das zweite Schuljahr am War College, lernen mit ihr mehr über Politik und den Widerstand dagegen kennen.

Und dann ging das Drama um die Drachenreiter bereits in die dritte Runde … Und diesmal war ich in der ersten Reihe mit dabei. Ich hatte mir das Hörbuch zu Band 3 sogar vorbestellt und mir einen früheren Wecker gestellt, damit ich noch vor der Arbeit mit der Geschichte anfangen konnte. Hier dann die erste Enttäuschung: Leider erschien das Buch weltweit um die gleiche Zeit, nicht um Mitternacht, wie ich es vermutet hätte. Also musste ich noch den ganzen Arbeitstag abwarten und konnte mich erst am späten Nachmittag in die Geschichte stürzen. Und "stürzen" trifft es denke ich ganz gut: Ich habe mich mit voller Wucht in die Geschichte geworfen und bin erst einige Tage später wieder daraus aufgetaucht. 

Nachdem sich die Handlung der vergangenen zwei Bücher hauptsächlich auf den brutalen Alltag im Basgiath War College konzentriert haben, erfahren die Leser:innen hier endlich auch mehr über die restliche Welt. Zusammen mit Violet und Xaden machen wir uns hier auf die Suche nach der Familie des jungen Drachens Andarna und hoffen, damit ein Heilmittel für Xaden (Warum er ein Heilmittel braucht, fragt ihr? Verrate ich euch nicht. Lest Teil 2) und eine Waffe gegen die Wyvern und die Veneni zu finden. Dabei entdecken wir Inseln mit spannenden und ungewöhnlichen Kulturen und hinterfragen den Aufbau und die Struktur ihres Heimatlandes Navarre mehr als je zuvor. Natürlich dürfen auch emotionale und spicy Momente zwischen Violet und Xaden nicht fehlen. Aber, nochmal: Genauso wie Band 1 und 2 ist auch dieses Buch kein Erotikroman. Liebe Book-fluencer, hört bitte auf, so zu tun, als wäre dem so. Bei Erotik-Romanen steht der Sex im Vordergrund, hier ist der Sex eine nette Nebenhandlung neben einer ausgefeilten Fantasy-Welt mit komplizierter Politik und spannenden Kämpfen. 

Besonders lobend hervorheben muss ich in diesem Buch die Nebenfiguren, die mir immer mehr ans Herz gewachsen sind und mich sehr gut unterhalten haben. Ich sag nur: Brokkoli!

Allerdings kann ich niemandem von euch empfehlen, Buch 3 als das deutsche Hörbuch anzuhören. Tut es nicht. Das geht am Anfang sehr gut und wird auch toll gesprochen, aber was zur Hölle ist da am Ende ab Abschnitt 508 passiert? Die Audioqualität ist plötzlich in manchen Kapiteln um einiges schlechter und die Schnitte haben mich fast zum Weinen gebracht. Wer hat das bitte verbrochen? Normalerweise würde ich dafür irgendwelche Praktikanten verantwortlich machen, aber das glaube ich nicht. Das könnte ich keinem Praktikanten zuschreiben. Jeder Mensch hätte erkannt, dass da Sätze und Wörter noch nicht zu Ende waren. Niemand hätte den Schnitt so gelegt. Niemand. Ich muss daher leider davon ausgehen, dass dieser Verlag KI genutzt hat und dann niemand mehr das Ergebnis kontrolliert hat. Einige der letzten Kapitel waren so mies geschnitten, dass ich recherchiert habe, ob ich das Hörbuch irgendwo zurückgeben oder melden kann. Spoiler: nein, ging leider nicht. Fragt mich also bitte nicht, was in den letzten paar Kapiteln passiert ist, denn ich habe nicht zugehört. Ich war zu abgelenkt davon, auf den nächsten unglücklich gesetzten Schnitt zu warten.

Mein Fazit? Die Reihe geht super weiter und bleibt spannend. Ich werde auch Band 4 wieder lesen - dann aber voraussichtlich nicht mehr als Hörbuch. Da ist mir leider das Risiko zu groß, dass auch hier wieder geschlampt wird.

Mittwoch, 18. Dezember 2024

The First To Die At The End [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Wir erinnern uns noch gut an das erste Buch dieser Reihe, oder? Das war "They Both Die At The End". Ein Buch, bei dem ich es geschafft habe, mir einzureden, dass es natürlich und trotz des dramatischen Titels ein gutes Ende geben würde. Und wegen dem ich dann in einem Einkaufszentrum geheult habe. Da macht es doch Sinn, dass ich unbedingt das nächste Buch rund um "Deathcast" lesen wollte. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich hier von einem zweiten Band sprechen kann, denn es handelt sich um eine Art Vorgeschichte.

Hier ruft Deathcast zum ersten Mal an - und Valentino, jung, gesund, ein Model und gerade nach New York gezogen, hebt ab. Orion wiederum, der dringend auf ein Spenderherz wartet und nur darauf wartet, dass sein Herz den Dienst aufgibt, wird nicht angerufen. Und trotz dieser widrigen Umstände freunden die beiden sich an, denn die Anziehung zwischen den beiden ist einfach zu stark.

Diese Ausgangssituation hielt ich für besonders spannend, denn zu diesem Zeitpunkt weiß noch niemand, ob Deathcast echt ist oder doch nur ein meisterhaft geplanter Betrug. Ganz ehrlich, wäre ich in dieser Buchwelt, würde ich wohl von letzterem ausgehen. Denn woher soll diese Firma wissen, dass jemand in den nächsten 24 Stunden sterben wird? Als Leserin wussten wir hier mehr als die Figuren selbst. Doch trotzdem geht dadurch keine Spannung verloren, denn es ist Tag 1 dieses... Angebots. Und natürlich funktioniert das am ersten Tag nicht perfekt und schon bald sterben auch Menschen, die niemand angerufen und vorgewarnt hat... Dadurch konnte ich mir bis zum Ende nicht sicher sein, ob Orion nicht vielleicht doch noch sterben wird.

[SPOILER!]

Gleichzeitig ergab sich durch diese Unsicherheit auch mein einziger Kritikpunkt und der betrifft das Ärzteteam rund um Orion. Valentin entscheidet nämlich recht schnell, dass er sein Herz an ihn spenden will, sollte das irgendwie möglich sein. Natürlich sind die beiden ein Macht und für beide ist das eine bittersüße Nachricht. Und das Ärzteteam reagiert auf die komplett neue und für sie ja auch noch ungewöhnliche Situation so, dass sie Valentin dazu auffordern, seinen letzten Tag im Krankenhaus zu verbringen. Sein Leben ist sofort weniger wert als Orions, er wird nur noch als Spenderorgan gesehen. Das fand ich krass, vor allem für Ärzt:innen. Vor allem für den ersten Tag von Deathcast hielt ich das für nicht ganz glaubwürdig. Zu diesem Zeitpunkt weiß ja noch niemand so wirklich, ob das funktionieren wird. Sollten da nicht gerade Ärzt:innen kritisch sein?

[Spoiler Ende!]

Ich fand diese Fortsetzung (wenn ich sie denn so nennen kann) nicht ganz so genial wie Buch 1, aber trotzdem toll. Buch 3 wurde auch bereits angekündigt und ihr könnt euch sicher sein, dass das ebenfalls bei mir einziehen darf.

Mein Fazit? Trotz meines Kritikpunkts wirklich toll. Ich freue mich auf das nächste Buch aus dieser Welt.

Mittwoch, 10. Juli 2024

Curious Tides [Abgebrochen]

Autorin: Pascale Lacelle
Erschienen am 27.3.2024
Im Fischer KJB Verlag
ISBN: 9783737343756
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Ein Roman wie eine Flutwelle – Bildgewaltige Dark-Academia-Fantasy um eine junge Mondmagierin, ein mächtiges Geheimnis und eine unwiderstehliche Liebe

Emory war bisher höchstens eine mittelmäßige Heilerin, und dass sie einen Platz am renommierten Aldryn College für Mondmagie ergattert hat, verdankt sie allein ihrer besten Freundin Romie. Romie war immer die mächtigere Magierin, die Klügere, die Hübschere, der niemand widerstehen konnte. Doch nun ist Romie tot. Ertrunken in einer Meereshöhle, bei einer dummen Mutprobe, zusammen mit acht anderen Erstsemestern. Nur Emory hat überlebt, und seither hat sich ihre Magie in etwas Mächtiges, Dunkles verwandelt. Niemand darf je davon erfahren. Doch die Blicke des undurchschaubaren Keiran treffen Emory mitten ins Herz: Ahnt er etwas? 

Der New York Times Bestseller jetzt auch endlich auf Deutsch! Die Fantasy Neuerscheinung 2024 von Pascale Lacelle, packend und poetisch erzählt. Der Beginn einer epischen Romantasy Dilogie für alle Fans von Fourth Wing, Ravenhall Academy oder Atlas Six. Voller Action, Spannung, Magie und Romantik."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Diese Rezension schiebe ich jetzt auch schon Ewigkeiten vor mich her, obwohl mir schon seit sicher einem Monat klar ist, dass ich das hier nicht beenden werde. Ich glaube, ich habe das vor allem so lange vor mir hergeschoben, weil diese Entscheidung dann endgültig wird - oder zumindest fühlt es sich dann so an. Und ich wollte dieses Buch wirklich gerne mögen. Der Mond strahlte für mich schon immer eine Art von Magie aus, deswegen hatte mich der Klappentext schon bei "Mondmagie". Auch das Meer liebe ich aus ganzem Herzen. Diese Mischung, die hier angeteasert wird, hätte mich überzeugen müssen - zumindest war ich davon überzeugt.

Mein erstes Problem begann schon sehr früh im Buch: Ich hatte das Gefühl, dass ich hier einen zweiten Band lese. Romie ist bereits tot als die Geschichte beginnt. Was man ja auch definitiv machen kann und in Ordnung wäre - aber ich hatte das Gefühl, als würde die Autorin hier von meiner Seite Wissen voraussetzen, das ich nicht haben kann. Ich verstand die Bedeutung dieser Mutprobe nicht, konnte die Beziehung zwischen Romie und Emory nicht richtig einschätzen und das Magiesystem erst recht nicht. Ich verstand nicht, wie dieses Schulsystem funktioniert oder warum Leute scheinbar beim kleinsten Fehltritt direkt ihrer Magie und Persönlichkeit beraubt werden. Die Autorin hat sich eindeutig sehr viel überlegt, aber bei mir angekommen ist davon nicht so viel, wie die Autorin sich wahrscheinlich gewünscht hätte. Information vermittelt wurde nämlich gefühlt fast nur in Form von Infodumps oder in Flashbacks. Beide machte es schwierig, mich bei der Stange zu halten. Und innerhalb der ersten 50 Seiten war ich dann bereits so verwirrt und frustriert, dass ich damit begann, diesen Roman zu verfluchen.

Mein zweites Problem war Emory, also die Protagonistin. Ich kam mit ihr einfach gar nicht zurecht. Sie war mir von Seite 1 weg unsympathisch, was vor allem damit zu tun hatte, dass sie sich zumindest in den ersten Kapitel dieses Buches sehr ich-bezogen verhält. Sie ist die wichtigste, sie ist diejenige, die unter Romies Tod am allermeisten leidet und natürlich ist sie auch Schuld am Tod - aber gleichzeitig auch wieder nicht, denn sie ist ja das Opfer in der Geschichte. Lässt sich hier herauslesen, dass ich Emory gar nicht ausstehen kann? Und sie gleichzeitig gar nicht so richtig einschätzen kann?
Baz Sichtweise mochte ich um einiges lieber - aber leider nicht gern genug, um dieses Buch beenden zu wollen. Während mir Emory einfach nur auf die Nerven ging, fand ich Baz, naja, langweilig.

Mein Fazit? War leider so gar nicht mein Fall. Schade!

Samstag, 13. April 2024

Fourth Wing [Kurzrezension]

 
Quelle: Verlag

Wer auf irgendeinem sozialen Netzwerk unterwegs und dort in der Buchbubble ist, hat garantiert schon von diesem Buch gehört. Die einen feiern es, die anderen machen sich darüber lustig, und ich bin natürlich auch schnell neugierig geworden. Und ganz ehrlich: Ich hätte mir nicht erwartet, dass mir dieses Buch gefällt. Aber wenn sich dem Chor der Lobeshymnen plötzlich gleich mehrere Freund:innen anschließen? Dann kann das gar nicht so schlecht sein, wie die Kritiker:innen so sagen, oder? Und was soll ich sagen? Das war ein ziemlich überraschendes Highlight für mich.

In diesem Buch folgen wir Violet durchs erste Jahr am Kriegs-College. Dort sollen die Schüler:innen zu Soldat:innen ausgebildet werden - wenn sie denn lange genug überleben, um tatsächlich auf dem Schlachtfeld zu landen. Denn eine Besonderheit am Kriegs-College ist, dass die meisten Arten körperlicher Gewalt hier total alltäglich und erlaubt sind. Wenn jemand dabei stirbt oder von anderen Schüler:innen ermordet wird, dann ist das voll okay. Dann war diese Person sowieso nicht stark genug, um auf dem Schlachtfeld zu überleben. 
Also eigentlich ein Setup, das man so nicht ganz ernst nehmen kann. Das war zumindest meine Einstellung, als ich zu lesen begonnen habe. Und ich muss sagen: Ja, ich sehe die Kritikpunkte, die online gemacht wurden, aber trotzdem hatte ich mit diesem Roman unglaublich viel Spaß. Ja, ich stimme zu, dass das nicht die sinnvollste Art ist, neueste Soldat:innen auszubilden, gleichzeitig hab ich aber auch genossen, wie sehr die Spannung durch dieses gefährliche College erhöht wurde. Ja, ich verstehe ebenfalls nicht ganz, warum überhaupt irgendjemand diese Schule besuchen möchte. Aber eine komplett leere Schule zu präsentieren, macht halt nur wenig Sinn. Und ja, auch ich finde den Spitznamen "Violence", den Violet von Love Interest Xaden verpasst bekommt, ebenfalls nicht besonders gut. Und stellenweise wurde mir Krieg fast etwas zu sehr romantisiert. Krieg macht keinen Spaß und ist kein Spiel, sondern ist eine Hölle, die ich nie selbst erleben möchte.
Aber das ändert nichts daran, dass ich richtig viel Spaß mit diesem Reihenauftakt hatte.

Das Buch ist richtig toll geschrieben und zwischen Xaden und Violet herrscht eine sehr spannende Chemie, die mich fast schon süchtig machte. Und auch sonst gab es viele tolle Figuren, von denen fast keine einfach nur gut oder nur böse ist. Stattdessen schafft die Autorin es, überraschend viele Graustufen zu zeigen. Das ist eine Art von Tiefe, die ich einem Jugend-Fantasyroman nicht erwartet hätte. Und das Buch endet auch mit einem richtig miesen Cliffhanger, der mich sehr überrascht hat und der mich auf jeden Fall dazu bringen wird, den zweiten Band auch noch zu lesen.

Schon bevor ich dieses Buch gelesen habe, ist mir vor allem ein Kritikpunkt, der von vielen gemacht wurde, hängen geblieben: Das Buch könne man nicht ernst nehmen, denn es sei ja nur eine sexuelle Fantasie der Autorin, die von jungen Frauen auch nur deswegen gelesen werde. Davon abgesehen, dass die explizit sexuellen Szenen vielleicht insgesamt nur so um die zehn Seiten betragen (von insgesamt in der englischen Version über 500 Seiten), ist das eine Kritik, die mal wieder misogyn und sexistisch ist. Sexuelle Lust und sexuelle Vorstellungen von Frauen werden so abgewertet und niedergemacht. So werden Frauen und Menschen, die als weiblich gelesen werden, für ihre sexuellen Vorlieben beschämt - und das mal wieder in vielen Fällen von Männern. Und bitte versteht mich nicht falsch: Wenn ihr in euren Büchern keinen Spice und keine Erotik lesen wollt, dann ist das voll in Ordnung. Müsst ihr ja auch nicht. Menschen haben unterschiedliche Geschmäcker. Wenn ihr diese eine Art, Sexszenen zu schreiben, wie man sie hier findet, nicht gut findet, dann sagt das genau so. Auch das ist in Ordnung. Aber das Buch auf diese 10 Seiten zu reduzieren und es damit abzuwerten? Und dann auch noch die Autorin persönlich durch diese Form der Kritik anzugreifen? Auf so eine unterirdisch miese Art? Das ist nicht okay.

Mein Fazit also? Wenn ihr dieses Buch nicht mögt, ist das völlig in Ordnung. Ich habe die Lektüre aber sehr genossen und freue mich schon auf den zweiten Teil, den ich auch schon bei der Bücherei für mich vorbestellt habe.

Freitag, 12. April 2024

Honesty. Was die Wahrheit verbirgt

Autorin: Franzi Kopka
Erschienen am 28.2.2024
Im Fischer Sauerländer Verlag
ISBN: 9783737359771
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Nach der großen Pandemie und einem erbitterten Krieg herrscht in Sestiby vollkommener Frieden. Eine allgegenwärtige KI sorgt für die Bevölkerung. Lügen gehören der Vergangenheit an, genau wie jene Emotionen, die Menschen unbedacht handeln lassen: Misstrauen, Eifersucht oder Wut. Nur Mae spürt diese verbotenen Gefühle – Gefühle, die sie ihr sicheres Leben kosten könnten. Als sie in das Partnerschaftsprogramm der Regierung gesteckt wird, steht sie unter strengster Beobachtung. Sie tut alles, um nicht aufzufliegen, wäre da nur nicht dieser gefährlich attraktive Typ mit den frostblauen Augen, der sie immer wieder provoziert – bis er ihr ganzes Weltbild mit nur einem Satz zum Einsturz bringt.

Der Auftakt der emotionalen und hoch spannenden »Honesty«-Trilogie von Franzi Kopka

Perfekt für Fans von Dystopien wie »Gameshow« oder »Tribute von Panem«. Voller Spannung, Rebellion und Romantik! Eine neue hochspannende Jugendbuchreihe ab 14 Jahren."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Ich war als Jugendliche ein großer Fan von Dystopien - und liebe sie noch heute. Diese Bücher üben auf mich eine solche Faszination aus, dass ich sogar meine Bachelorarbeit zum Thema geschrieben habe. Wenn da also ein neues Buch erscheint, das vielversprechend scheint und sich in die Reihen meiner alten Favoriten einordnen möchte, dann muss ich da sofort zugreifen.

Leider muss ich hier aber gleich zugeben, dass mich dieses Buch erst ab der zweiten Hälfte irgendwie abholen konnte. Und auch dann war das leider nicht so überzeugend, dass ich diese Reihe weiterempfehlen könnte. Und das tut mir wirklich leid, denn viele Elemente, die sich die Autorin überlegt hat, wären eigentlich vielversprechend. So ist das zum Beispiel die erste Dystopie, die ich entdeckt habe, die es tatsächlich schafft, eine gewisse Diversität bei ihren Figuren zu repräsentieren. Und das rechne ich dem Buch und der Autorin auch hoch an.

Aber diese Diversität erschwerte es hier leider ein bisschen, ein glaubwürdiges Weltbild zu erschaffen. Warum ist zum Beispiel die frühe Eheschließung so unglaublich wichtig? Die Figuren MÜSSEN Anfang 20 heiraten, sonst verlieren sie ihre Privilegien. Meistens gibt es für solche Maßnahmen einen einfachen Grund in Dystopien: Entweder droht die Menschheit auszusterben und die Menschen sollen Kinder bekommen oder die Eheschließung ist ein Kontrollmechanismus und die Ehepartner sollen einander überwachen. Aber was ist hier der Grund? Das habe ich leider nicht verstanden. Und in beiden Fällen wirkt die große Toleranz der doch eher als autoritär gezeichneten Gesellschaft als fehl am Platz. So sind asexuelle und aromantische Personen zum Beispiel komplett von dieser Regelung ausgenommen. Das finde ich zwar an sich lobenswert, das in dieser Welt auch asexuelle Menschen, gleichgeschlechtliche Liebe und nichtbinäre Identitäten einen Platz finden, aber es erschwert natürlich auch das Finden einer Begründung für diese Regelung. Das hat für mich dann leider nicht funktioniert - und das ist super schade, denn der Großteil dieser Handlung dreht sich doch um dieses Partnerschaftsprogramm, an dem auch die Protagonistin Mae teilnimmt.

Dadurch, dass die Autorin es schafft, so viele diverse Figuren in die Geschichte mit aufzunehmen, finde ich es umso schader, dass gerade misogyne Erzählungsmuster trotzdem erhalten bleiben und unhinterfragt verwendet werden. So ist Mae leider so gar nicht wie andere Mädchen. Makeup interessiert sie eigentlich nicht und Mode auch nicht. Teils ist das natürlich ihren Lebensumständen geschuldet, aber leider nicht nur. Mae wird generell als "anders" gezeichnet, was natürlich okay sein kann, wenn es dann dabei geblieben werde. Aber das kombiniert mit der Tatsache, dass scheinbar wirklich alle anderen Mädchen (außer natürlich Maes allerbeste Freundin, die das auch sofort und ohne gemeinsame Vorgeschichte wird), die gezeigt werden, als die ärgsten Zicken überhaupt gezeichnet werden? Und dann noch der große Kampf um männliche Anerkennung, die für einige der Mädchen hier das wichtigste der Welt zu sein schien? Puh, das wirkte auf mich dann leider doch nicht so fortschrittlich und divers, wie das Buch gerne sein möchte.

Eine weitere Frage, die sich mir nach dem Ende des Buches stellt, ist folgende: Wo ist Alice im Buch, wenn sie nicht gerade angesprochen wird? Alice ist die Künstliche Intelligenz, die alle Menschen ständig überwacht und sich um sie kümmert. Wenn du zum Beispiel Musik hören möchtest oder etwas wissen willst, dann fragst du Alice danach. Wenn Mae aber eine ihrer vielen Panikattacken hat, Leute anschreit (was in dieser Welt mehr als nur ein bisschen verdächtig ist) und eindeutig verbotene Gefühle zeigt, scheint Alice wohl gerade anderwertig beschäftigt zu sein. Zumindest gibt es für dieses Verhalten nie Konsequenzen und selbst andere Menschen, die sich um sie herum befinden und ja selbst wissen, dass dieses Verhalten in dieser Welt nicht normal und sogar verboten ist, scheinen es nicht für nötig zu halten, sie zu melden. Bei Maes Bruder verstehe ich das ja - ich würde meine Geschwister auch nicht auf diese Art verraten. Aber bei Fremdem? Da würde man sich in dieser Welt doch verdächtig machen, wenn man daran einfach vorbeigeht, oder?

Mein Fazit? Dieses Buch war leider überhaupt nicht mein Fall. Schade, denn ich habe mich sehr auf die Lektüre gefreut.

Dienstag, 12. März 2024

Belladonna. Die Berührung des Todes

Autorin: Adalyn Grace
Erschienen am 5.1.2024
Bei ArsEdition
ISBN: 9783845856919
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Eine verbotene Liebe und ein Geheimnis, das alles zerstören könnte ...

Signa ist vom Tod berührt. Seit ihre Eltern gestorben sind, glauben ihre Verwandten, dass sie verflucht ist. Bis Signa eines Tages von ihrem Cousin in das wunderschöne Herrenhaus Thorn Grove eingeladen wird. Die rauschenden Bälle und eleganten Gäste faszinieren Signa, doch der Glanz verbirgt ein düsteres Geheimnis. Die Tochter des Hauses, Blythe, wurde vergiftet und der Täter steht der Familie näher als vermutet. Als der Tod dann höchstpersönlich erscheint, um Signa bei dem Rätsel zu helfen, weckt er in ihr verbotene Gefühle, die sie in einen dunklen Abgrund reißen könnten ...

Der Auftakt einer romantischen Trilogie und einer Enemies-to-Lovers-Geschichte, die fesselt!"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Wie ihr euch sicher denken könnt, verfolge ich nicht nur die deutschsprachige Buch-Bubble mit großem Interesse. Englische Rezensionen lese ich genauso oft wie deutsche und inzwischen wage ich mich sogar an die ein oder andere italienische Kurzmeinung. So habe ich auch "Belladonna" entdeckt. "Belladonna" wurde gerade im Englischsprachigen Raum sehr gefeiert und dieser Hype scheint jetzt auch auf die deutsche Community übergeschwappt zu sein. War also klar, dass auch ich dieses Buch lesen muss, oder? Vor allem, weil ich ja im Laufe des letzten Jahres realisiert habe, dass ich immer mehr Bücher tatsächlich auch toll finde, die online gefeiert werden.

Bei diesem Buch kann ich mir aber nicht an die Lobeshymnen anschließen. Gleich zu Beginn: Es ist nicht so, als würde ich dieses Buch schrecklich finden. Ich war nur einfach... gelangweilt. Es hat mich nicht vom Hocker gerissen. Was super schade ist, denn ich liebe die Idee des Buches. Ich mag viele der Details, die hier eingebaut wurden zumindest in der Theorie. Signas tödliche Begabung ist ja total interessant! Daraus könnte man so unglaublich viel machen. Und auch der Kriminalfall, den Signa lösen möchte, ist eine spannende Idee. Aber mit der Umsetzung war ich nicht ganz zufrieden.

[Spoiler]
Ich glaube die meisten Probleme hatte ich mit der Romantik in der Geschichte. Das Love-Interest ist hier nämlich der Tod. Der Sensenmann. Eine Figur, so alt wie die Menschheit selbst. Signa ist 19. Der Tod hat sie kennengelernt, als sie zwei Monate alt war. Ekelhaft!
Und dann natürlich noch das Machtgefälle: Der Tod ist... der Tod. Er hat um einiges mehr Macht als sie und Signa könnte diese Liebe mit dem Leben bezahlen. Aber mal abgesehen davon: Der Tod blieb als Figur unglaublich blass und ich habe bis zum Ende nicht verstanden, was Signa in der Figur des Todes sieht. Warum er für sie mehr ist als nur eine Mentor-Figur. Denn das ist er definitiv. Aber woher das romantische und sexuelle Interesse? Was löste das aus? Ich weiß es einfach nicht. Weder auf optischer Ebene noch auf Ebene der Persönlichkeit oder des Verhaltens weiß ich nicht, warum sie den Tod so anziehend findet.

Auch mit dem Schreibstil wurde ich leider nicht warm. Das finde ich total schade, weil ich weiß, dass dieses Buch so viele Leute gefeiert haben.

Mein Fazit? Die Idee war super, aber die Umsetzung war leider nichts für mich. Schade.

Mittwoch, 21. Februar 2024

How To Make Friends With The Dark [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Wenn ich als Jugendliche mit meinen Freund:innen über unsere größten Ängste gesprochen habe, war das Gespräch danach meistens schnell zu Ende. Während andere mir erzählten, wie groß ihre Angst vor Spinnen oder Höhen oder Clowns war (was ja alles in Ordnung ist, vor allem in diesem Alter - Ängste kann man nicht steuern), war meine größte Angst schon immer, Menschen zu verlieren, die mir nahestehen. Wahrscheinlich ist das die größte Angst von sehr vielen Menschen, aber die meisten sprechen das meiner Erfahrung nach mit 13 oder 14 Jahren (also in dem Alter, in dem solche Gespräche geführt werden) nicht so aus. Für einige glückliche ist das in dem Alter auch noch gar nichts, über das sie bisher besonders viel hätten nachdenken müssen. Während ich mit 13 Jahren schon zweimal um jemand hatte trauern müssen, lerne ich auch heute mit Mitte 20 noch Menschen kennen, die noch nie jemanden verloren haben. Die Glücklichen. Ich wünsche ihnen, dass das noch sehr lange so bleibt. 

Auf jeden Fall: Allein schon der Gedanke, dass jemand, den ich liebe, sterben könnte, bringt mich fast dazu, los zu weinen. Deswegen bin ich mit Büchern, in denen es um den Tod von Menschen geht, die den Hauptfiguren nahestehen, immer auch sehr vorsichtig. Immerhin werde ich in solchen Büchern mit meiner großen Angst konfrontiert und das ist meistens nicht besonders schön. Dieses Buch habe ich dann aber trotzdem gelesen. Warum? Das weiß ich selbst nicht so genau. Manchmal bekomme ich so ein Bauchgefühl, dass ein Buch genau jetzt richtig ist für mich und ich habe gelernt, auf dieses Bauchgefühl zu lernen. Denn meistens liege ich damit richtig.

In diesem Buch geht es um die junge Tiger. Sie und ihre Mutter stehen sich sehr nahe, funktionieren wie eine gut geölte Maschine. Sie sind immer füreinander da und so wird das auch immer bleibe, ist sich Tiger sicher. Immerhin brauchen sie einander, denn beide haben sonst keine Familie. Kein Vater, keine Großeltern, keine Geschwister. Da sind nur Tiger und ihre Mutter. Und sie lieben sich, auch wenn Tiger natürlich manchmal genervt von der Zuneigung von ihrer Mutter ist. An dem Tag, an dem das Buch beginnt, kommt es zum ersten Mal in Tigers Leben zu einem richtigen Streit zwischen ihr und ihrer Mutter. Ihre Mutter wollte ihr verbieten, zum Schulball zu gehen - und anschließend hat sie Tiger als "Entschuldigung" ein Ballkleid gekauft, das Tiger schrecklich findet. Der Streit endet damit, dass Tiger ihre Mutter über ihr Telefon hin anschreit, dass sie sie doch endlich in Ruhe lassen solle. Und statt rechtzeitig nach Hause zu gehen, trifft sie sich mit dem Jungen, in den sie verliebt ist. Ein Verhalten, wie man es von Teenagern kennt, oder? Nichts Besonderes. Nichts besonders Dramatisches. Doch wenige Stunden später ist Tigers Mutter tot und Tiger bereut alles, was sie getan und gesagt hat. Und plötzlich ist sie auf sich alleine gestellt, muss lernen, mit ihrer Trauer umzugehen, und wird von Pflegefamilie zu Pflegefamilie geschoben und steckt plötzlich in einem System fest, das ihr komplett fremd ist. Und in das sie auch gar nicht gehört, findet Tiger. Denn ihre Mutter hat sie geliebt, sie wurde nie geschlagen, nie vernachlässigt, sie kann nichts von den Dingen nachvollziehen, die die anderen Pflegekinder der Familien erlebt haben.

Für Tiger ist nichts mehr so, wie sie es kannte. Und sie versinkt langsam, aber sicher, in einer Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit, die für mich als Leserin nur schwierig auszuhalten war. Also, Leute: Lest dieses Buch bitte unbedingt nur dann, wenn es euch gerade psychisch gut geht. Und beachtet unbedingt die Triggerwarnungen zum Buch. Ich habe während dem Lesen viel geweint und musste das Buch zwischendurch sogar zur Seite legen, weil ich die Worte nicht mehr entziffern konnte. Ich weiß, dass ich bei einem Buch weine, ist nicht mehr unbedingt eine Seltenheit (verdammt, bin ich über die letzten Jahre weich geworden!), aber so stark? Das kommt dann doch nicht unbedingt oft vor.

Tiger tat mir so unglaublich leid! Aber gleichzeitig hat es die Autorin geschafft, Tiger tatsächlich als eine Person darzustellen und nicht nur als ein Gefühl. Sie ist ein unglaublich komplexer Mensch und das auch schon vor der Trauer. Und während der Trauer macht Tiger eine unglaubliche Entwicklung durch, die ich diesem Buch gar nicht zugetraut hätte. Tiger weiß nicht, wie man trauert und das merkt man auch. Sie hat mit ihren Gefühlen zu kämpfen, weiß nicht, wie sie das Erlebte verarbeiten kann (oder ob das überhaupt möglich ist) und ist einfach komplett im Überlebensmodus. Sie verarbeitet ihre Trauer auf eine Art, die nicht unbedingt gesund ist und das ist ihr meistens auch bewusst - aber sie weiß sich auch nicht anders zu helfen. Und ganz ehrlich? Ich finde das gut! Trauer ist unglaublich schmerzhaft und ein chaotisches Gefühl, das eigentlich kein Gefühl ist, weil es aus vielen unterschiedlichen Gefühlen bestehen kann. Jeder Mensch trauert anders und man muss eigene Mechanismen entwickeln, um nicht durchzudrehen und irgendwie weiterzuleben. Und Tiger entwickelt solche Mechanismen. Ihre Mechanismen sind nicht unbedingt gesund - aber trotzdem glaubwürdig. Und das war mir persönlich viel wichtiger. Was bringt es irgendjemanden, über einen Menschen zu lesen, der perfekt trauert, wenn es sowas überhaupt geben sollte? Ich denke, dass dieses Chaos, das man in diesem Buch findet, für Jugendliche und junge Erwachsene, die vielleicht selbst zum ersten Mal mit Verlust umgehen müssen, um einiges tröstender sein kann. Vor allem Tigers Gedanken über die Aufforderung, dass sie jetzt "ganz stark" sein müsse, die alle Erwachsenen in ihrem Leben ihr plötzlich sagen, fand ich gut und spannend. Ganz ehrlich: Gerade bei Themen wie Trauer und Verlust sollte man auf Phrasen verzichten. Phrasen sind nutzlos. Wenn ihr nicht wisst, was ihr sagen könnt, dann sagt doch bitte einfach genau das. Ist meiner Meinung nach besser als wenn ihr einem Trauernden sagt, dass ihr geliebter Mensch jetzt "an einem besseren Ort" sei oder dass er:sie:they jetzt "ganz, ganz stark" sein und "einfach weitermachen" müsse. Tigers Trauer und ihre Reaktion darauf waren glaubwürdig und das machte das Buch für mich als Leserin nochmal schmerzhafter.

Mein Fazit? Wie ihr merkt, hat mich das Buch sehr berührt. Ich kann euch also die Lektüre aus ganzem Herzen empfehlen. Wenn ihr psychisch stabil seid und aktuell etwas Trauriges lesen wollt, dann lest dieses Buch!

Sonntag, 11. Februar 2024

How To Change Everything [Hörbuch/Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Es ist Anfang Februar und meine Allergietabletten sind bereits jetzt im Einsatz. Die Pollensaison hat einfach schon jetzt gestartet. Wer da noch behauptet, dass der Klimawandel nicht existiert, dem kann wohl echt niemand mehr helfen. Wir stehen am Anfang der Klimakatastrophe und statt dass wir an der Utopie arbeiten, in der wir leben könnten, machen wir die Situation immer noch schlimmer. Was, ganz ehrlich gesagt, ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft ist. Wir haben das Privileg, von Wissenschaft umgeben zu sein, profitieren davon ganz ordentlich, und weigern uns trotzdem, die Wissenschaft ernst zu nehmen, wenn sie uns vor einer Katastrophe warnt, die wir gerade dabei sind, auszulösen. Und meiner Meinung nach kann man gar nicht früh genug damit beginnen, Menschen zu diesem Thema aufzuklären. Vor allem Jugendliche sind ja an diesem Thema sowieso interessiert - warum also nicht denen gleich Informationen an die Hand geben, die ihnen dabei helfen, über dieses Thema zu lernen und es zu verstehen?

Dieses Buch ist zum Beispiel für Jugendliche gemacht. Das wusste ich persönlich nicht, finde es aber wichtig, das hier zu erwähnen. Ich glaube, dass ich Jugendlichen ab 12 Jahren dieses Buch zutrauen würde. Je nachdem, wie reif die Kids sind, könnten sie das wohl wahrscheinlich auch schon früher lesen oder (so wie ich) hören. Die Autorin beherrscht einen einfachen Schreibstil, der aber trotzdem angenehm ist, und erklärt schwierige und vielleicht noch nicht bekannte Begriffe, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Sie spricht die Jugendlichen direkt an und stellt andere Kinder und Jugendliche vor, die sich bereits erfolgreich für das Klima engagieren und bietet so Vorbilder an, an denen man sich orientieren könnte. Dabei schafft die Autorin es aber, ohne erhobenen Zeigefinger auszukommen. Diese Mischung halte ich für wichtig und für gut gelungen. 

Gleichzeitig ist dieses Buch aber definitiv auch für Erwachsene geeignet. Ich bin definitiv erwachsen und hatte meine Freude mit diesem Buch. Auch für mich war dieses Hörbuch noch interessant und informativ. Besonders spannend fand ich die Geschichte der Vertuschung des Klimawandels. Ich bin mir nicht sicher, wie das tatsächlich im Buch genannt wird, also schreibt den Titel bitte einfach mir zu, wenn ihr ein Problem mit dem habt. Aber wusstet ihr, dass eigentlich schon in den 70ern vor dem Klimawandel gewarnt wurde. In den 70ern! Also vor 50 Jahren! Und heute gibt es immer noch Leute, die nicht an den Klimawandel glauben? Nach 50 Jahren? Wo sind wir als Menschheit bitte falsch abgebogen?

Besonders schön fand ich, dass hier nicht nur auf Umweltschutz, sondern auch auf die Bedeutung von Klimagerechtigkeit eingegangen wird. Denn das wird mir im aktuellen Diskurs leider zu oft vergessen. Nicht alle Menschen sind auf gleiche Weise vom Klimawandel betroffen. Während ich mir eine Klimaanlage für meine Wohnung kaufen könnte (und damit alles nochmal schlimmer machen würde), haben andere keine Wohnung, die sie kühlhalten könnten. Während ich den Sommer im Schwimmbad verbringen könnte, verdursten andere. Wir in Europa und vor allem in Österreich sind unglaublich privilegiert und werden deswegen wahrscheinlich auch um einiges weniger unter dem Klimawandel leiden als ein armes Land. Wie Privileg und Klimawandel zusammenhängen, wurde hier wirklich toll dargestellt!

Mein Fazit? Ein super spannendes Hörbuch, das sicher auch für jüngere Leser:innen geeignet ist. Das Buch ist informativ, spannend und hat mich gleichzeitig auch aufgewühlt.

Sonntag, 17. Dezember 2023

Love in Winter Wonderland [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Dieses Buch haben wir als Dezember-Lektüre im Buchclub gewählt und am nächsten Mittwoch ist die Endbesprechung - die hoffentlich online stattfindet, damit ich daran auch teilnehmen kann. 

In "Love in Winter Wonderland" geht es um Ariel und Spencer, die sich im Abschlussjahr der Schule befinden. Ariel möchte nach der Schule die Kunsthochschule besuchen, die auch ihr Vater schon besucht hat. Das einzige Problem? Ihre Familie ist nicht gerade gut betucht und ihr fehlt das Geld, um die Studiengebühren zu bezahlen, sollte sie angenommen werden. Und sie weiß, dass ihre Chance auf ein Stipendium gering ist. Also beginnt sie, in der kleinen Buchhandlung "Wonderland" zu arbeiten. Was sie nicht weiß? "Wonderland" soll demnächst geschlossen werden, denn auch Treys Familie hat Geldprobleme. Für Trey ist das eine Katastrophe: Er ist mit dem "Wonderland" aufgewachsen und auch, wenn es ihn manchmal nervt, dort aushelfen zu müssen, kann er sich ein Leben ohne diese Buchhandlung nicht vorstellen. Deswegen beschließt er: Er muss "Wonderland" retten. Und gemeinsam mit Ariel macht er sich an die Arbeit...

Dieses Buch war eine leichte Lektüre, die ich recht schnell gelesen habe. Einfach mal so hundert Seiten am Stück zu lesen, war hier kein Problem. Und das war auch wieder mal schön - und meiner Meinung nach eine der großen Stärken dieses Buches. Dazu kommen Protagonist:innen, die überraschend viel Tiefe bekamen und mit denen ich über weite Teile des Buches mitfühlen konnte. Vor allem Trey ist mir ans Herz gewachsen, aber auch Ariel mochte ich.

Spannend finde ich, dass wir hier Repräsentation einer Essstörung finden: Ariel hat mit Binge Eating zu kämpfen. Meiner Meinung nach wäre es aber schön gewesen, noch tiefer in die Materie einzutauchen und diese Essstörung und die damit einhergehende Störung der Eigenwahrnehmung an mehr als nur ein oder zwei Stellen zu zeigen. Das hätte für mich persönlich diese Repräsentation glaubwürdiger gemacht - vor allem, weil Ariel selbst beschreibt, dass sie erst seit ein paar Monaten auf dem Weg der Genesung ist. Ich kann aber verstehen, warum die Autorin sich hier dagegen entschieden hat. Das hätte doch die Stimmung des Romans von Grund auf verändert und mir ist klar, dass es das Ziel der Autorin war, einen gemütlichen Weihnachtsroman zu schaffen - und nicht eine realistische Schilderung von Essstörungen.

Was ich etwas schade finde, ist, dass die Autorin leider an einigen Stellen auf Klischees zurückgreift. Das Buch hätte meiner Meinung nach auch ohne diese Klischees funktioniert - vielleicht sogar besser als mit ihnen. Gerade die Mean Girls, also die Gruppe an Mädchen, die gemein zu Ariel ist, sieht man doch in sehr vielen Jugendromanen. Und die hätte es hier meiner Meinung nach einfach nicht gebraucht.

Ein Punkt, den ich persönlich auch nicht mochte - was aber einfach Geschmackssache ist: Trey hat die meiste Zeit der Handlung eine Freundin. Ja, sie streiten. Ja, diese Freundin wird hier nicht unbedingt als sympathisch dargestellt. Aber sie ist trotzdem seine Freundin und sie führen eine monogame Beziehung. Und auch, wenn ich diese Figur nicht mochte, hat sie es trotzdem nicht verdient, dass ihr Freund einer anderen schöne Augen macht. Das hat niemand verdient. Und das hat dann auch meine Freude über das Happy End etwas gedämpft.

Mein Fazit? Eine nette Weihnachtsgeschichte, die aber leider die ein oder andere Schwäche mitbringt.

Freitag, 27. Oktober 2023

Die Apfelprinzessin [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Gerade mal eine Woche ist die Frankfurter Buchmesse jetzt her und ich habe bereits das erste Buch meiner Ausbeute gelesen. Und mich mit dem Kauf unwissentlich auf eine Reihe von aktuell 26 Büchern eingelassen. Ach du meine Güte. Ich habe am Stand gesehen, dass das eine Reihe ist, aber 26 Bücher? Oh mein Gott! Ich hoffe nur, dass die alle gut sind. Das wäre dann eine Premieren, denn ich bin noch nie einer Reihe begegnet, die so lange gut bleibt.

Was an den Büchern dieser Reihe super angenehm ist? Nun, sie sind sehr kurz. Jeder Band hat nur knapp über hundert Seiten, man ist also recht schnell durch und hat dann das Erfolgserlebnis, das man wieder mit einem Buch durch ist. Ist aber natürlich nicht nur toll, wenn ein Buch so kurz ist, denn ich hätte gerne direkt weitergelesen.

In diesem Buch geht es um die Märchen (oder Lügen) der Gebrüder Grimm. Dieser erste Band konzentriert sich (glaube ich) auf Schneewittchen. Meine Unsicherheit stammt daher, dass die Märchen nur lose miteinander verknüpft sind. Klar, es gibt Anspielungen, aber die Autorin hat sich da doch sehr viele Freiheiten genommen. Was auch völlig okay ist und meiner Meinung nach sogar gut. Ich hätte kein Interesse daran, den zweiten Band dieser Reihe zu lesen, wenn das einfach ein ganz normales Retelling wäre. Dadurch, dass sich die Autorin nur lose an den Märchen orientiert, hatte ich zwar immer wieder meine Freude dadurch, dass ich Dinge und Personen wiedererkannt habe, gleichzeitig konnte so aber auch Spannung entstehen. Ich bin jetzt mit dem ersten Band durch und habe keine Ahnung, wie die Geschichte rund um die Apfelprinzessin weitergeht. Und ich möchte das aber unbedingt wissen. Super, dass meine Wunschliste also schon eine Woche nach der Buchmesse wieder wächst. Uff.

Erzählt wird der Roman aber trotz des Bezugs auf die Gebrüder Grimm überraschenderweise aus der Gegenwart beziehungsweise aus dem Jahr 2012. Der junge Will ist gerade dabei, die Schule abzuschließen. Er ist ein Heimkind, denn leider lebt sein Vater schon seit Jahren in der Psychiatrie. Er hat eine Obsession mit Märchen entwickelt, die für ihn selbst und seine Mitmenschen gefährlich wurde - und die muss Will immer noch bei jedem Besuch ausbaden. Was für ihn super schmerzhaft ist, denn er kann nicht nachvollziehen, wie sein Vater diesem Wahn verfallen ist. Doch dann wird er selbst in die Welt der Märchen gesogen - und damit in eine Welt, die weder er noch seine Freunde verstehen.

Durch das Setting der Reise habe ich mich an die Abenteuerromane erinnert gefühlt, die ich als Kind gerne gelesen habe. Nur, dass ich nicht glaube, dass dieses Reihe kindgerecht ist. Für Jugendliche vielleicht, aber definitiv nicht für Kinder.

Mein Fazit? Ich bin auf jeden Fall jetzt schon gespannt, wie es weitergeht und werde die Reihe definitiv noch weiter lesen.

Donnerstag, 20. Juli 2023

Vergissmeinnicht. Was bisher verloren war

 Autorin: Kerstin Gier
Erschienen am 28.06.2023
Im Fischer Verlag
ISBN: 9783949465093
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Mit Feen abzuhängen, durch Portale in eine Parallelwelt zu spazieren und Superkräfte zu besitzen, daran hat Quinn sich mittlerweile gewöhnt. Blöd nur, dass ihn jedes Geheimnis, das er aufdeckt, vor neue Rätsel stellt. Ohne Matilda und ihre ganz spezielle Art, den Dingen auf den Grund zu gehen, wäre er völlig aufgeschmissen. Dass er sie doch eigentlich vor den Gefahren des Saums beschützen wollte, hindert Matilda nicht daran, sich kopfüber ins Abenteuer zu stürzen. Denn die beiden müssen dringend ein paar Fragen klären: Steckt eine Geheimgesellschaft hinter dem Tod von Quinns Vater? Wie bändigt man eine Sphinx– und erst die intrigante neue Mitschülerin? Und kann man überhaupt verliebt sein, wenn man ständig in Lebensgefahr gerät?"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich den ersten Band dieser Reihe gelesen und ziemlich gefeiert. Ich habe mich in die kreative Welt verliebt und die beiden Protagonisten Matilda und Quinn sehr schnell ins Herz geschlossen. Der Roman hat mir so gut gefallen, dass ich mich dazu bereit erklärt habe, mit einer Freundin für eines unserer Projekte einen Buddyread zu diesem Buch zu machen - aber darüber werdet ihr demnächst mehr erfahren, sollte unser Projekt tatsächlich gut genug sein, um das Licht der Welt zu erblicken.

Eigentlich lese ich ja inzwischen keine oder kaum Jugendbücher mehr. Kerstin Gier hat es aber wieder geschafft, mich genau da abzuholen, wo ich gerade stehe. Immer wieder habe ich sogar vergessen, wie jung diese Protagonisten eigentlich sind - bis sie dann mal wieder über die Schule oder so gesprochen haben. Obwohl ich nicht mehr der Zielgruppe entspreche, habe ich mich gut unterhalten gefühlt und die Lektüre genossen.

In diesem zweiten Band haben sich die Figuren an die Existenz des Saums schon etwas mehr gewöhnt, was bedeutet, dass der Fokus nicht mehr nur darauf lag. Jetzt ging es zwar noch um Details, aber auch das echte Leben spielte hier eine größere Rolle. Verschiedene Konflikte stehen im Vordergrund, zwischen Matilda und Quinn kriselt es immer noch wegen Teil 1 und bei der Prophezeiung kommen die beiden auch nicht wirklich weiter, dafür müssen sie sich mit einer neuen Mitschülerin herumschlagen, die wir bereits im ersten Teil kennen lernen durften. Trotzdem gab es auch hier wieder tolle Fantasy-Elemente, die ich genossen habe - und sogar Anspielungen auf die Silber-Reihe waren dabei. Es wirkt fast so, als würde "Vergissmeinnicht" in der gleichen Welt spielen und das hat mir eine sehr große Freude gemacht, weil ich diese Reihe vor ein paar Jahren ebenfalls verschlungen habe.

Wie die meisten von euch wissen, ist es ein häufiges Phänomen, dass der zweite Band einer Reihe meistens schwächer ist als der erste. Und das ist auch hier so. Allerdings ist es nicht leicht, mit so einem großartigen Band 1 mitzuhalten und auch wenn der zweite Band mich nicht ganz so begeistern konnte wie der erste, war er doch ziemlich gut - wie ihr an meiner sehr positiven Rezension hoffentlich erkennen könnt. Ich freue mich jetzt schon auf den dritten Band, den ich natürlich auch wieder lesen werde.

Mein Fazit? Nicht ganz so gut wie der Vorgängerband, trotzdem sehr gut!

Dienstag, 20. Juni 2023

Gallant [Hörbuch/Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

"Gallant" habe ich bereits bei einigen Freund:innen gesehen - entweder weil sie es mit herumgetragen haben oder weil ich sie auf Goodreads stalke. Dann wurde es auch noch bei Skoobe als Hörbuch verfügbar und dann war mir klar, dass ich das hier lesen muss. Die Autorin kenne ich ja bereits von anderen Büchern, zum Beispiel von "Vicious". "Vicious" habe ich eigentlich nur positiv in Erinnerung, deswegen hatte ich an diesen neuen Roman auch recht große Erwartungen. Wahrscheinlich leider zu große.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich fand "Gallant" nicht schlecht. Das größte Problem, das ich hier hatte, hat wohl vor allem damit zu tun, dass die Handlung des Buches um einiges langsamer vorangeht, als ich es mir erwartet hätte. Lange passiert nicht viel, zumindest nicht viel Offensichtliches. Die Autorin schafft es zwar, Unbehagen bei mir zu wecken, durch Dinge, die sie zwischen den Zeilen andeutete, aber gerade bis zur Hälfte passierte abgesehen davon eher weniger. Kann natürlich funktionieren, als Hörbuch war das dann aber leider weniger spannend als erhofft.

Interessant an diesem Buch fand ich vor allem die Hauptfigur. Olivia ist eine Waise und sie kann nicht sprechen. Der Grund dafür ist nicht ganz klar. Allein ihre Stummheit fand ich interessant, denn ich habe bisher nicht viele stumme Figuren in der Literatur kennengelernt. Auch die anderen Figuren fand ich spannend und ich halte sie eigentlich alle für gelungen.

Etwas schade finde ich, dass am Ende sehr vieles in sehr kurzer Zeit passiert und einige Fragen zumindest bei mir offen bleiben. Warum ist zum Beispiel gerade Olivias Familie zu den Beschützern der Mauer geworden? Was würde passieren, wenn einfach alle Gallant verlassen würden? Woher kommt Olivias Gabe, Guhle zu sehen? Zwischendurch wirkte es auf mich, als wäre das vielleicht der erste Teil einer Reihe, aber zumindest auf Goodreads und Lovelybooks sah ich jetzt auf den ersten Blick keinen Hinweis darauf, dass da noch was kommen könnte. Korrigiert mich gerne, falls ihr da mehr wisst als ich.

Mein Fazit? Spannende Figuren, aber weniger spannend als erhofft, relativ langsam und leider blieben bei mir auch ein paar Fragen offen.

Sonntag, 11. Juni 2023

Loveless [Hörbuch/Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Dieses Buch stand zwar noch auf meiner Wunschliste, ich war mir aber bereits relativ sicher, dass ich es in diesem Leben nicht mehr lesen würde. Bis es zu unserem neuen Buchclubbuch gewählt wurde. Aus den Rezensionen, die ich dazu las, konnte ich eigentlich schon schließen, dass ich mit diesem Buch nicht unbedingt meine Freude haben würde. Klarer Fall von Jugendbuch, für das ich mich in der Zwischenzeit einfach zu alt fühle und mit dem ich deswegen auch nicht mehr so unglaublich viel anfangen kann. Dabei wäre das Thema eigentlich spannend: Es geht hier um Asexualität - eine sexuelle Orientierung, die zumindest ich nicht besonders oft in meinen Büchern finde. Als Ausnahme ist hier der dritte Teil der Ravenswood-Reihe von Talia Hibbert zu nennen, in dem ein demisexueller Protagonist vorkommt. Asexualität bezeichnet - ganz vereinfacht gesagt - einen Menschen, der keine oder nur wenig sexuelle Anziehung gegenüber anderen Menschen, egal welchem Geschlecht, spürt. Das gleiche gibt es mit romantischer Anziehung: Aromantisch. Beides ist ein Spektrum: Nicht jeder Mensch, der sich als asexuell oder aromantisch bezeichnet, spürt überhaupt nie eine Anziehung dieser Art, verliebt sich nie oder wird nie eine romantische oder sexuelle Beziehung haben. Teil dieses Spektrums ist zum Beispiel eben auch die oben erwähnte Demisexualität, bei der sexuelle Anziehung erst entsteht nachdem es schon eine tiefere emotionale Verbindung zu einem Menschen gibt. Wichtig zu erwähnen ist, dass das Asexualitäts-Spektrum keine Krankheit oder so ist, sondern eine ganz normale Sexualität, die schon immer Teil der Menschheit war. So, ich hoffe, ich konnte die Grundzüge davon halbwegs verständlich erklären, für all meine Leser:innen, die damit bisher noch nicht besonders viel Berührung hatten. Falls nicht: Online gibt es genügend Ressourcen, die von Personen erstellt wurden, die sich mit dieser sexuellen bzw. romantischen Orientierung identifizieren und das deswegen auch ganz sicher besser erklären können als ich.

Vorab auch gleich noch ein Disclaimer: Dieses Buch hat mir überhaupt nicht gefallen, vor allem wegen Georgia, der Protagonistin. Scheinbar fühlen sich aber so einige Menschen durch diese Figur und ihren Kampf mit sich selbst gut repräsentiert. Wenn das bei dir, liebe:r Leser:in, der Fall sein sollte, dann soll meine eher kritische Rezension daran hoffentlich nichts ändern. Nur du entscheidest, wer dich repräsentieren soll - nicht eine überkritische Buchbloggerin online, die du wahrscheinlich gar nicht kennst und der dieses Buch halt einfach nicht zugesagt hat.

Dieses Buch folgt nun Georgia, die in ihrem ersten Jahr am College feststellen muss, dass sie in ihrem Leben noch nie verliebt war, nicht mal ein bisschen. Sie ist ungeküsst, Jungfrau und allein der Gedanke, daran etwas zu ändern, sorgt bei ihr für Brechreiz. Dabei liebt sie eigentlich alles, was mit Romantik zusammenhängt und hat auch gegen gute Fanfictions mit nicht-jugendfreiem Inhalt nichts einzuwenden. Und sie will das alles so gerne wollen, aber sie kann es nicht. In diesem Buch geht es um Georgias Suche nach ihrer Sexualität und ihrer Identität.

Wie oben schon erwähnt, hatte ich mit Georgia ordentlich zu kämpfen. Das begann schon mit dem unglaublichen Druck, den sie sich selbst wegen ihrem nicht vorhandenen ersten Kuss macht. Leute, es ist egal, wenn ihr mit 18 noch nicht geküsst wurdet. Die Menschen, die es wert sind, dass ihr eure Zeit mit ihnen verbringt, wird das nicht interessieren. Entspannt euch! Lasst euch Zeit, das ist meistens die bessere Idee als euch zu zwingen, einfach mit irgendwem rum zu schmusen.

Was mich an Georgia auch störte, war ihre unglaublich negative Art. Kennt ihr Menschen, die sich mit ihrem gesamten emotionalen Ballast auf alle anderen stützen, aber nicht wirklich gewillt sind, daran zu arbeiten? Diese Art von Mensch nennt meine Mutter Energievampire und ich bin mir sicher, dass Georgia in der Realität ein solcher Mensch wäre. Georgia scheint eigentlich immer schwarz zu sehen. Alles ist schlecht um sie herum, die Welt hat es auf sie abgesehen und wenn nicht gleich alles nach ihren Wünschen verläuft, werden diese Wünsche nie in Erfüllung gehen. Meiner Meinung nach sollte ihre Suche nach ihrer Identität auf keinen Fall einfach so mit ihren Freund:innen passieren, sondern unter professioneller Aufsicht. Bei ihr war ich mir nämlich nicht sicher, ob die Erkenntnis, dass sie asexuell ist, nicht zu einer handfesten Depression bei ihr führen könnte. Dazu kamen noch ihre sehr sichtbaren sozialen Ängste und später im Buch ihr unglaubliches Selbstmitleid.

Apropos Freund:innen. Bei diesem Aspekt hat sich für mich nochmal ganz deutlich gezeigt, warum ich Georgia nicht mag. Wie kann man so mit seinen Freund:innen umgehen? Sie verhält sich unglaublich manipulativ, scheint sich nicht für die Gefühle von anderen zu interessieren und tut einfach, was auch immer sie will, ohne mit Konsequenzen zu rechnen. Ganz ehrlich: Ihre Freund:innen (tolle Figuren, die ich auf Anhieb sympathisch fand!) haben Besseres verdient und ich konnte kein bisschen nachvollziehen, warum die ihr dann am Ende einfach verzeihen und dann wieder alles gut sein soll? Wenn jemand sowas in meinem Freundeskreis abziehen würde, müsste diese Person sich erst wieder ganz mühsam und in kleinen Schritten mein Vertrauen erarbeiten. Eine einzelne große Aktion würde da nicht reichen.

Das einzige, was ich diesem Roman lassen muss, ist, dass ich ihn zu Ende gehört habe. Irgendwas gab es hier also, dass mich trotz dieser offensichtlichen Ablehnung und meinem Ärger gegenüber der Protagonistin bei der Stange gehalten hat.

Mein Fazit? Dieses Buch wurde von vielen Menschen gefeiert, mich konnte es aber leider vor allem wegen der Protagonistin, die mir auf zu vielen Ebenen unsympathisch war, nicht begeistern.

Freitag, 9. Juni 2023

I kissed Shara Wheeler [Kurzrezension/Hörbuch]

 

Quelle: Verlag

Leider war unser Buchclubbuch zum Thema Pride Month zumindest für mich eine Enttäuschung - dazu später noch eine Rezension. Deswegen war für mich aber auf jeden Fall klar, dass ich diesen Pride Month auch noch ein anderes Buch über eine queere Person lesen möchte. Mach ich zwar auch außerhalb des Junis, aber das war mir einfach ein Anliegen, dass meine Pride Month-Lektüre nicht total enttäuschend ist. Also habe ich mal einen Blick darauf geworfen, welche Bücher andere Blogger:innen aktuell so mochten und dabei ist mir "I kissed Shara Wheeler" ins Auge gestochen. Die Protagonistin wird als unsympathisch beschrieben und dass das aber gleichzeitig gut umgesetzt wurde. Das hat mich dann natürlich gleich neugierig gemacht und ich habe mir das Hörbuch geholt. Die Autorin kannte ich ja schon von anderen Büchern wie "One Last Stop" - ein Roman, der mir unglaublich gut gefallen hat. Ich wusste also, dass ich mit dieser Lektüre nur wenig Risiko eingehe.

In diesem Buch geht es um Chloe Green, eine absolute Streberin, die töten würde, um als Klassenbeste die High School beenden zu dürfen. Die einzige Person ihrer Klasse, die wirklich eine Konkurrenz für sie darstellt, ist Shara Wheeler, Tochter des Direktors, die immer nur ein paar Punkte zu sein scheint als Chloe. Laut Chloe ist Shara ein schrecklicher Mensch. Sie lügt, ist eine falsche Schlange und hat sicher so einige Leichen im Keller versteckt. Schade nur, dass das sonst niemand so zu sehen scheint. Eines Tages wagt Shara Wheeler es, Chloe in der Schule zu küssen. Kurz darauf verschwindet sie spurlos. Und um herauszufinden, was es mit diesem verdammten Kuss auf sich hatte, muss Chloe Shara wiederfinden.

Mit diesem Hörbuch hatte ich einfach Spaß. Die Sprecherin war hier super ausgewählt, die ganze Geschichte wirkte dadurch total authentisch.

Ich mochte Chloe, auch wenn ich mich im echten Leben wahrscheinlich nicht mir ihr verstehen würde. Als ehemalige Streberin, die selbst als Klassenbeste die Schule abgeschlossen hat, konnte ich ihren Wunsch, besser zu sein als Shara, gut nachvollziehen. Auch ihren Stress und ihre Enttäuschung, die sie spürt, als ihr klar wird, dass es ohne Shara keine Konkurrenz für sie gibt und sie allein deswegen ihre Feindin wiederfinden muss, konnte ich nachvollziehen. Welchen Sinn hat es, Klassenbeste zu sein, wenn man nicht dafür kämpfen muss? Das ist doch dann nur der halbe Spaß! Trotzdem fand ich es schön, dass Chloe sich im Laufe des Buches weiterentwickelt und es schafft, sich kritisch mit ihren Prioritäten auseinanderzusetzen.

Auch die anderen Figuren habe ich (mit Ausnahme von Shara natürlich) sofort in mein Herz geschlossen. Hier wurde viel auf Details geachtet und das merkte man meiner Meinung nach auch schnell. Gerade Chloes beste Freundin und ihre Mütter habe ich geliebt, aber auch kleinere Figuren waren interessant.

Mein Fazit? Sehr gut gemachtes Hörbuch, das ich bis zur letzten Sekunde genossen habe.

Dienstag, 9. Mai 2023

The Maze Cutter [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Ich bin schon seit einer so langen Zeit Bloggerin, dass ich irgendwie davon ausgehe, dass das alle über mich wissen. Als wäre das etwas ganz, ganz offensichtliches: Ich bin Brillenträgerin, habe braune Haare und bin Bloggerin. Scheinbar habe ich das aber nie meinen Kolleg:innen im Italienischkurs erzählt. Und heute habe ich ganz selbstverständlich darüber geredet und alle waren ganz überrascht, weil sie mich jetzt schon fast ein Studienjahr lang kennen und ich das scheinbar nie erwähnt habe. Ups? Also, an alle meine Italienischkolleg:innen, die sich heute Abend auf meinem Blog herumtreiben: Schön, dass ihr mich gefunden habt!

Dieses Buch habe ich mir gekauft, da ich die Maze-Runner-Trilogie als Jugendliche geliebt habe. Ich habe vor allem den ersten Teil immer und immer wieder gelesen, meinen Schulfreund:innen ständig von der Figur Newt vorgeschwärmt, in die ich mich damals ein bisschen verliebt habe und Fanfictions geschrieben, die niemand von euch jemals lesen wird, also fragt erst gar nicht danach. Als ich "Maze Cutter" in der Buchhandlung gesehen habe, war ich zu gleichen Teilen begeistert und besorgt. Ich habe die Ursprungsreihe geliebt und wenn so viele Jahre später plötzlich ein neuer Teil erscheint, gehen in meinem Kopf Alarmglocken los, da sich das in der Vergangenheit meistens als Abzocke rausgestellt hat. Meine Neugierde hat aber gewonnen und so durfte dieses Buch in mein Bücherregal einziehen.

Ich habe mich bemüht, mit möglichst geringen Erwartungen an diesen Roman ranzugehen. Und trotzdem wurde ich enttäuscht. Ja Leute, so viel kann ich euch jetzt schon verraten: Wenn ihr die ursprüngliche Serie geliebt habt, wird euch dieses Buch nicht glücklich machen. Und wenn ihr mit "Maze Runner" bisher noch nie etwas zu tun hattet, solltet ihr dieses Buch erst recht nicht lesen, denn danach werdet ihr ganz sicher keine Lust mehr auf die Ursprungsserie haben. Wenn ihr die Ursprungsserie nicht gelesen habt, solltet ihr an dieser Stelle außerdem nicht weiterlesen. Dieses Buch spielt 70 Jahren nach dem letzten Band, ich muss also auch auf Dinge eingehen, die erst ganz am Ende der "Maze Runner"-Serie passieren.

Ich finde es unglaublich schade, dass ich so ein harsches Urteil über dieses Buch fällen muss. Vor allem, da ich den Beginn des Romans nicht unbedingt schlecht fand. Klar, da waren ein paar Unklarheiten (Wie konnte sich eine Inselgesellschaft ohne technische Gerätschaften von außerhalb so weit entwickeln? Woher bekommen die Personen dort ihre Ressourcen? Haben sie die Druckerpresse innerhalb der 70 Jahre neu erfunden oder warum haben sie gedruckte Bücher? Wie kann es sein, dass Newts Tagebuch zu einer Klassenlektüre wurde, wenn uns im Prolog gezeigt wird, wie Thomas das Buch versteckt?), aber eigentlich fand ich den Beginn des Buchs spannend. Ich war aufgeregt, was da jetzt auf mich zukommt und ich befürchte, dass ich diese positive Grundstimmung auf diese Geschichte übertragen habe und deshalb länger gebraucht habe, um zu erkennen, wie gut (oder eben nicht) dieses Buch wirklich ist.

Leider blieb es nicht bei den paar Ungereimtheiten zu Beginn des Buches, über die ich sonst wahrscheinlich sogar hinweggeschaut hätte. Eine Frage, die sich mir während der Lektüre immer wieder gestellt hat: Weiß der Autor, wie lange 70 Jahre sind? Und: Kennt er seine eigenen Charaktere? Ich wage zu bezweifeln, dass Thomas und co. nach der Ankunft auf dieser Insel eine Sekte aufgebaut haben, um sich als Götter verehren zu lassen. Anders kann ich mir aber nicht erklären, wie innerhalb von 70 Jahren diese Figuren zu Heiligen und zu Sagengestalten werden konnten, nicht nur auf der Insel, sondern auch in der restlichen Welt. Vor allem: Warum bitte auf der restlichen Welt? Wie hat diese Welt etwas von den Lichtern mitbekommen? Die medizinischen Tests waren doch geheim oder verdränge ich gerade irgendwas wichtiges aus dem dritten Band, weil ich vom Tod einer ganz besonderen Figur noch heute traumatisiert bin?

Ab ungefähr der Hälfte des Buches kam dann noch ein weiteres Problem dazu: Ich hatte keine Ahnung, was da vor sich ging und warum die Dinge passierten, die da passierten. Ich kannte weder die Motivation der Figuren, noch ihre Ziele, noch, was eigentlich für sie auf dem Spiel stehen würde, sollten die Dinge nicht so laufen, wie geplant. Was auch immer geplant ist. Fragt das wen anderen, denn ich habe das bis zum Ende nicht durchschaut. Verstärkt wurde meine Verwirrung durch das Verhalten der Figuren, das teils ein scharfer Kontrast zur eigentlichen Situation war. Jemand stirbt oder befindet sich in Lebensgefahr und die Hauptfiguren flirten, machen Witze und reflektieren die Geschehnisse kein bisschen. Es scheint sie nicht zu interessieren, ob da jemand stirbt oder was mit ihnen selbst passiert. Ich glaube, dass das auch dazu beigetragen hat, dass die Figuren für mich bis zum Ende blass und schablonenhaft wirkten. Teils realisierte ich auch erst beim Tod mancher Personen, dass diese Personen existieren und wahrscheinlich auch schon früher erwähnt wurden. Sie waren mir einfach so egal, dass ich mir nicht mal gemerkt habe, dass sie da sind. Und sowas ist einfach super schade.

Mein Fazit? Ich bin enttäuscht. Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen.