Posts mit dem Label Musical werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Musical werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 29. Juli 2023

"Jesus Christ Superstar" in Kufstein

Quelle: Verlag

Hallo ihr Lieben!

Diese Woche hat es meine Mutter und mich mal wieder zu einem Musical verschlagen. Das war diesmal eigentlich Zufall, dass wir hier gelandet sind: Meine Tante hat Karten gewonnen und an uns weitergeschenkt, als feststand, dass sie nicht würde hingehen können. Und zu kostenlosen Tickets können wir unmöglich Nein sagen! 

Auch, wenn das Thema normalerweise nicht gerade das unsere wäre. Beide sind wir nicht besonders religiös. Aber wir mögen Andrew Lloyd Webber, daher halten wir auch die letzten sieben Tage im Leben Jesus einen Abend lang aus. Denn genau darum geht es hier.

Vielleicht beginnen wir mit den Dingen, die mir gefallen haben. Da wäre zuerst mal das Ambiente: So ein Musical auf der Festung Kufstein stattfinden zu lassen, hat einfach seinen Reiz. Wenn du dorthin gehst, spazierst du zuerst zur Festung rauf und verbringst dann den Abend im alten Gemäuer. Auch wenn du im Zuschauerraum sitzt, hast du immer die Mauern im Auge und dann auch noch einen richtig schönen Blick auf das Tal und die Berge in der Umgebung. Ich war davor noch nie in einem Freilufttheater und auch, wenn es zwischendurch recht kühl wurde, fand ich das auch mal spannend.

Auch das Bühnenbild halte ich für gelungen. Mir gefiel die moderne Machart, die sich auch in manchen der Kostüme wiederfindet. Leider nicht in allen (warum muss die Clownsfigur unbedingt homosexuellen Stereotypen entsprechen?), aber gerade die Kostüme der Jünger fand ich spannend.

Und man hat meiner Meinung auch gemerkt, dass die meisten Darsteller:innen einen Hintergrund im Tanz haben müssen. Die Tanzeinlagen waren unglaublich gut und haben mir sehr gut gefallen. Sowohl die Soli als auch die Paartänze waren schön anzusehen und konnten mich begeistern.

Nun, aber leider zu den Dingen, die mir weniger gut gefallen haben, denn ja, leider gab es die auch. Zum einen müssen wir hier leider nochmal zur Festung als Ort zurückkommen. Das Ding an einer Festung ist halt leider, dass es dort nicht unbedingt immer viel Platz gibt. Immerhin kann man Mauern nicht einfach so mal verschieben und so mehr Raum schaffen. Und das hat man leider auch gemerkt: Für 2000 Zuschauer:innen war die Festung leider zu klein. Das hat man vor allem während der Pausen gemerkt, in denen wir im Hof von links nach rechts und wieder zurück geschoben wurden. Auf die Toilette zu gehen, war in der dafür vorgesehenen Pause wegen der vielen Menschen eigentlich nicht möglich und auch etwas zu trinken, haben wir uns bei dem Gedränge nicht zugetraut. Das war einfach nicht besonders gemütlich. Wir sind dann freiwillig wieder zu unseren Sitzen zurückgegangen und haben den Rest der Pause dort verbracht.

Auch muss ich zugeben, dass wir beide keine Fans des Gesangs waren. Wäre "Jesus Christ Superstar" ein Tanztheater, wäre die Vorstellung grandios gewesen, aber es ist halt ein Musical und da gehört auch der Gesang dazu. Der war hier halt leider um einiges schwächer als in eigentlich allen anderen professionell produzierten Musicals, die wir bisher gesehen haben. Wir waren sehr froh, dass wir für diese Tickets nichts bezahlt haben, denn sonst hätten wir Kufstein wahrscheinlich sehr unzufrieden verlassen. Das war einfach echt nicht gut, leider. Wäre das ein Amateurtheater gewesen, dann wäre ich da nicht so kritisch, aber die Ticketpreise beginnen hier bei 39 Euro und enden bei 119 Euro. Das ist dafür einfach echt zu viel. Bei diesen Preisen darf man sich hohe Qualität erwarten und die war meiner Meinung nach gerade beim Gesang nicht vorhanden.

Alles in allem kann ich euch sagen, dass diese Vorstellung bei uns für viel Gesprächsstoff gesorgt hat. Besonders viel Lob haben wir dabei aber leider nicht immer ausgesprochen. Super schade, da wir uns doch sehr auf die Vorstellung gefreut haben, aber mit anderen Musicals, die wir bisher so gesehen haben, konnte dieses einfach nicht mithalten.

Montag, 5. Juni 2023

Rebecca [Musicalrezension]

 

Quelle: Musical Vienna

Hallo ihr Lieben! 

Heute werde ich mal was Neues probieren. Wie ihr wisst, wollte ich schon länger auch Theaterstücke und co. rezensieren. Theaterstücke sind ein großer Teil meines Lebens und irgendwie gehört das ja auch zum großen Bereich der Literatur. Vor allem ein Stück wie "Rebecca", das ja auf einem Roman basiert. Und seit Jahresbeginn war ich wohl im Durchschnitt jede zweite oder dritte Woche bei einem Theaterstück irgendwo in Österreich. Die Aufführung von "Rebecca" im Raimund Theater in Wien wird nun also meine erste Rezension dieser Art sein. Hinterlasst mir also sehr gerne auch Feedback.

In "Rebecca" geht es um eine namenlose Erzählerin (gespielt von Nienke Latten), die sich in Maxim de Winter (Mark Seibert) verliebt und ihn auch bereits kurz nach Kennenlernen heiratet. Mit ihm reist sie zurück zu seinem Anwesen Manderley, wo sie sich aber nicht so richtig wohlfühlen kann, da dort immer noch alles an Maxims verstorbene Ehefrau Rebecca erinnert. Ihr Geist scheint dort immer noch anwesend zu sein, Maxim verheimlich etwas über Rebecca und die Haushälterin Mrs. Danvers (Willemijn Verkaik) verhält sich sowieso so, als würde Rebecca irgendwann wieder zurückkommen und dann die Erzählerin wieder verjagen.

Bevor ich mir dieses Musical angesehen habe, wusste ich nicht wirklich viel über "Rebecca". Im Chor, in dem ich als Jugendliche mitgesungen habe, hat ein anderes Mädchen mal "Rebecca. Reprise I" in unserer Weihnachtsstunde gesungen, in der wir einfach irgendwas vorsingen durften. Aber das war dann auch schon alles an Vorwissen. Das Buch habe ich mir auf mein Tablet geladen, aber dann wurde ich vorgewarnt, dass das Musical an Reiz verlieren soll, wenn man bereits weiß, was mit Rebecca passiert ist. Deswegen habe ich die Lektüre also doch aufgeschoben und werde sie erst jetzt, nach der Aufführung, lesen.

Ich war total begeistert von diesem Musical. Die Musik ist großartig, die Choreographie der Schauspieler:innen war spannend und das Bühnenbild einfach unglaublich. Ich darf nicht zu viel verraten, da das doch Spoiler wären, aber gerade gegen Ende gab es dann eine Art Special Effekt auf der Bühne, das bei mir dafür sorgte, dass mir die Luft wegblieb. Das war gigantisch, einfach nur gigantisch! Alle Schauspieler:innen waren unglaublich talentiert und teils wusste ich gar nicht, wem ich die meiste Aufmerksamkeit schenken möchte. Am liebsten würde ich dieses Musical noch dreimal ansehen, damit ich wirklich jedes Detail wahrnehmen kann. Falls das jemand von euch bezahlen will: Feel free to do so!

Besonders beeindruckt hat mir Willemijn Verkaik als Mrs. Danvers. Mrs. Danvers ist die Antagonistin des Musicals und ich glaube, ich habe schon lange nicht mehr eine Figur im Theater gesehen, die so glaubwürdig böse war. Dass das eine Schauspielerin ist und nicht wirklich Mrs. Danvers, ist für mich eigentlich unglaublich. Und dann noch diese Stimme! Gänsehaut, Leute! Ich hatte Gänsehaut und Tränen in den Augen und während die Schauspielerin sang, schien sich das ganze Theater um mich herum einfach aufzulösen. Da war nur noch diese Musik. 

Auch Nienke Latten wirkte als "Ich" authentisch und konnte die Rolle glaubwürdig verkörpern. Und besonders viel Spaß hatte ich auch mit Ana Milva Gomes als Mrs. van Hopper. Das ist ja eigentlich "nur" eine Nebenfigur, aber die Schauspielerin hat eine unglaubliche Präsenz. Die Figur hält sich selbst ganz sicher für die Protagonistin der Geschichte und Gomes schaffte das glaubwürdig rüberzubringen. Meine Mutter und ich waren überrascht, wie groß der Eindruck war, den sie bei uns hinterlassen hat.

Und natürlich waren auch alle anderen Schauspieler:innen großartig! Ich könnte sowas nicht. Tanzen, Singen, Schauspielern und das alles gleichzeitig. Sie schlüpfen in ganz unterschiedliche Rollen und schaffen es, das ganze Gefühlsspektrum glaubwürdig zu präsentieren. Ich liebe sowas!

 Ich hatte bei "Rebecca" einen super schönen Abend. Das Musical hat mich tief beeindruckt und ich kann es euch voll und ganz weiterempfehlen.