Freitag, 7. Mai 2021

Kaleidra. Wer die Seele berührt

 Autorin: Kira Licht
Erschienen am 26.3.2021
Im One Verlag
ISBN: 9783846601167
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Emilia und Ben wurden entführt. In den Fängen des Quecksilberordens sollen sie den Tria-Bund schließen und das Voynich-Manuskript entschlüsseln. Dabei kommt es jedoch zu einem Zwischenfall, und auf einmal scheint alles, was die Orden zu wissen geglaubt haben, hinfällig. Doch die Quecks geben nicht auf und lassen Emilia keine Wahl: Gemeinsam mit Ben muss sie nach Kaleidra reisen - zum Ursprung aller Alchemisten -, wohlwissend, dass sie sich dadurch in große Gefahr begeben. Aber die Zeit arbeitet gegen sie, und die beiden stoßen mehr und mehr an ihre Grenzen. Denn Herz und Verstand sind nun mal nicht immer einer Meinung ..."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Man sagt, dass der zweite Teil einer Reihe immer der schwächste ist. Ich hoffe, dass das auch hier zutrifft. Ihr wisst vielleicht noch, dass ich den ersten Band wirklich toll fand. Vor allem der Schreibstil und die Idee konnten mich fesseln. Das Voynich-Manuskript gehört meiner Meinung nach zu den spannendsten Dokumenten, die es überhaupt gibt. Der zweite hat meiner Meinung nach mehr Schwächen, war aber trotzdem noch in Ordnung.

Der zweite Band startet auf jeden Fall langsamer in die Handlung. Es dauerte sicher die ersten hundert Seiten lang bis da so richtig Action reinkam und mich die Geschichte wieder fesseln konnte. Das fand ich schade, immerhin ist das doch fast ein Drittel des Buches. Und auch danach war ich nicht ganz so begeistert wie vom vorhergehenden Band. Es gab für Emilia weniger Rätsel zu lösen, was ich schade fand, denn genau das fand ich am ersten Teil so spannend. Dafür bekommen wir mehr Einblicke in den Quecksilberorden und in die magische Parallelwelt Kaleidra. Auch die Beziehung zu anderen Figuren wurde eher seicht gehalten. Da wäre mehr Tiefe möglich gewesen. Erst gegen Ende konnte die Spannung dann wieder mit dem ersten Teil mithalten.

Im ersten Teil habe ich den Schreibstil sehr gelobt. Den fand ich hier auch wieder schön, allerdings gibt es hier Rechtschreibfehler. Ich weiß, es kann passieren, dass Fehler übersehen werden. Passiert jedem und auch mir ist es schon passiert. Allerdings nicht in diesem Ausmaß! Hier waren an einigen Stellen sogar Fallfehler und manchmal waren Wörter doppelt oder haben gefehlt. Sowas darf einfach nicht übersehen werden!

Mein Fazit? Nicht ganz so überzeugend wie der erste Teil. Schade, aber vielleicht wird der dritte Teil ja wieder besser. 

Mittwoch, 5. Mai 2021

Gone Girl. Das perfekte Opfer [Hörbuch/Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Wow! Was zur Hölle habe ich mir da bitte angehört? Um "Gone Girl" bin ich seit meinem ersten Semester an der Uni herumgeschlichen. Da habe ich mir ein Buch zum Thema "Diversität in Büchern" ausgeliehen und "Gone Girl" wurde darin als positives Beispiel hervorgehoben. Konkret ging es in diesem einen Kapitel um die Frage, wie man einen Bösewicht schreiben kann, ohne alte Klischees zu bedienen. Es ging um mögliche Motive, um Psychopathen und um psychisch kranke Verbrecher und war eine spannende Lektüre. Ich weiß nicht mehr in welcher Hinsicht "Gone Girl" gelobt wurde, doch seitdem stand dieses Buch auf meiner inneren Leseliste.

Im Winter (ja, so lang ist das schon wieder her!) habe ich mir dann dieses Hörbuch für meine Spaziergänge ausgeliehen und was soll ich sagen? Ich war trotz dieser grauenhaften Kälte so lang unterwegs wie davor und danach lange nicht mehr. Ich musste einfach weitergehen und weiterhören. Flynn beherrscht ihr Fach einfach! Sie erzählt hier auf zwei Zeitebenen: Einmal aus der Sicht von Nick, dessen Frau plötzlich vermisst wird, und dann noch aus der Sicht von Amy, der verschwundenen Ehefrau. Nick erzählt über die Gegenwart, über die Polizeiermittlungen und darüber, warum er plötzlich selbst der Hauptverdächtige ist. Amy erzählt in Form von Tagebucheinträgen. Die reichen zurück bis zu dem Tag, an dem sie Nick zum ersten Mal getroffen hat. Und erzählen dann Stück für Stück von ihrem Leben und ihrer Beziehung, die sich langsam, aber sicher in eine Richtung zu entwickeln scheint, die sich wohl niemand wünscht. 

Durch die zwei Erzählebenen wusste ich sehr lange nicht, was denn hier eigentlich vorgeht. Das war gut gelöst, denn wenn man Amy und Nick so zuhört, würde man nicht glauben, dass sie über die gleiche Beziehung sprechen. Das war aufregend und ich hätte gerne noch zwei Wochen mit dieser Geschichte verbracht. Auch die beiden Sprecher sind gut gewählt, vor allem Amy wurde verdammt gut verkörpert. Ob diese Autorin wohl noch mehr Thriller gelesen hat? Ich werde es herausfinden - und wenn ja, dann muss ich die auch noch lesen oder hören.

Mein Fazit? Müsst ihr gelesen haben!

Montag, 3. Mai 2021

Abschied von Hermine

 Autorin: Jasmin Schreiber
Erschienen am 29.03.2021
Im Goldmann Verlag
ISBN: 9783442315819
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Wir müssen alle sterben

Wir Menschen, die Tiere im Wald und definitiv fast jede Büropflanze dieser Welt – alle müssen irgendwann sterben. Zieht der Tod in unserem Umfeld ein, bringt er Schmerz mit und hinterlässt Lücken in unseren Reihen und Herzen, die nur schwer oder gar nicht wieder zu schließen sind. Oft denken wir dann: warum, warum, warum? Und genau hier setzt dieses Buch an, denn als Biologin geht Jasmin Schreiber den Dingen gern auf den Grund. Sie sieht sich an, was Leben überhaupt ist und was mit uns im Laufe der Zeit passiert, wenn wir altern. Sie betrachtet die Zellen, aus denen wir bestehen, wir treffen mit ihr ungewöhnlich jung gebliebene Kiefern, schwimmen mit unsterblichen Quallen und durchschreiten gemeinsam das Tal der Trauer. Am Beispiel ihres verstorbenen Hamsters Hermine erfahren wir außerdem, was passiert, wenn ein Körper verwest. Und wieso dieser Prozess auch Chancen birgt – für andere. Denn es lebt und stirbt sich einfach besser, wenn wir verstehen, dass der Tod zwar unschön ist, wir ihn aber trotz allem brauchen.
»Wie liebevoll die Autorin das Leben erklärt! Ich will meine Begeisterung teilen wie eine Zelle.« Micky Beisenherz"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Über den Tod spricht man nicht. Ich zumindest nicht. Ich setze mich höchstens dann mit ihm auseinander, wenn ich nicht anders kann. Weil zum Beispiel ein Mensch in meiner Umgebung gestorben ist oder dem Tod plötzlich sehr nahe gekommen ist oder weil irgendjemand denkt, dass er oder sie plötzlich über den Tod sprechen muss. Ansonsten ist der Tod höchstens als fantastisches Element einer Geschichte oder eines Films in Ordnung. Ja, mein Umgang mit dem Thema ist vielleicht nicht unbedingt gesund. Der Tod macht mir Angst. Nicht weil ich irgendwann selbst sterben muss, damit kann ich umgehen. Eher weil ich nicht will, dass Menschen plötzlich aus meinem Leben verschwinden und ich weiß, dass sie für immer weg sind.

Jasmin Schreibers Buch zu lesen, war für mich daher auch fast eine Art Tabubruch. Ihr Roman "Marianengraben" gehörte zu meinen Lieblingen 2020 - deswegen habe ich ihr genug vertraut, um mich zusammen mit ihr mit diesem Thema zu beschäftigen. Und ich habe Recht behalten: Ihr Sachbuch ist einfach wunderbar! Gerade weil sie einen anderen Ton verwendet als ich erwartet hätte. Das ganze Buch ist von einem feinen Humor durchzogen, der Ton ist fröhlich, ich musste oft lächeln, manchmal sogar laut lachen. Da sind wirklich tolle Illustrationen (zum Beispiel von einer Zelle mit Hamsterohren) und die ganze Zeit ist der Hamster Hermine an unserer Seite, um uns durch das Thema zu begleiten. Dieses Buch ist ein Wohlfühlbuch - was ich absolut nicht erwartet hätte!

Trotz dem vielleicht eher ungewöhnlichen Stil wirkte das Buch auf mich seriös. Schreiber beweist großes biologisches Wissen und Talent, das auch zu vermitteln. Hätte ich sie als Biologielehrerin gehabt, wäre ich vielleicht doch in die Naturwissenschaften gegangen. Wir lernen hier zuerst darüber, was es denn aus biologischer Perspektive eigentlich heißt, am Leben zu sein und wie das mit dem älter werden funktioniert. Dann geht es darum, was es bedeutet zu sterben. Anschließend widmet sich die Autorin der Frage, was denn eigentlich nach dem Tod kommt. Zuerst aus biologischer Perspektive, dann aus kultureller und psychologischer. Am besten gefielen mir die Kapitel über die Biologie.

Mein Fazit? Klare Leseempfehlung. Ein wirklich tolles Buch!