Donnerstag, 16. Juli 2026

Heartstopper. Volume 6

 

Quelle: Verlag

Auf Wiedersehen, Charlie und Nick!

Jetzt ist es leider so weit: Der voraussichtlich letzte Band der „Heartstopper“-Reihe ist erschienen. Die Protagonisten werden erwachsen, breiten langsam ihre Flügel aus, beginnen damit, die Welt außerhalb der Schule zu entdecken. Während Charlie sich als neu gewählter Schulsprecher gegen LGBTQ+-Feindlichkeit an seiner Schule engagiert, bewirbt sich Nick bei seiner Traumuniversität. Es geht natürlich um psychische Gesundheit, um Selbstakzeptanz, aber auch um die Angst vor dem Zerbrechen der ersten Jugendliebe – denn ob eine Fernbeziehung wirklich funktionieren kann, da ist sich vor allem Nick nicht ganz so sicher.

Auch das letzte Graphic Novel der Reihe war wieder eine süße und angenehme Lektüre für Zwischendurch. Inhaltlich wurde hier die Zeit etwas gerafft, einzelne Ereignisse standen damit weniger im Vordergrund als bei den vorherigen Büchern. Das ist aber vielleicht sogar eine gute Entscheidung, denn ich fühlte mich dadurch sehr an das Gefühl vor meiner eigenen Matura erinnert: ein ganz normales Schuljahr – und dann, in den letzten Wochen, ist alles plötzlich ganz schnell vorbei.

Vor allem jüngere Leser*innen werden auch mit diesem Band ihre Freude haben. Durch die Netflix-Serie zu "Heartstopper" ja ein regelrechter Hype ausgelöst. Komplett gerechtfertigt, meiner Meinung nach! Ich habe sowohl die Serie als auch die Graphic Novels sehr genossen. Die Reihe ist eine wunderschöne Coming-of-Age-Liebesgeschichte, die sich mit viel Fingerspitzengefühl auch sehr schwierigen Themen widmet. Und ich glaube auch, dass viele Jugendliche sich in diesem Graphic Novels selbst wiederfinden können. Repräsentation ist sehr wichtig - und hier findet ihr Figuren unterschiedlicher Sexualität und unterschiedlicher Gender, alle Figuren sehen unterschiedlich aus und sind auch durch ihr Verhalten einzigartig. Allein diese Repräsentation ist schon so viel wert!

Wenn ihr die Reihe bisher noch nicht gelesen habt, dann lasst das euer Zeichen sein. Lest die Reihe - jetzt ist sie ja abgeschlossen und ihr müsst keine Wartezeiten mehr befürchten. Natürlich hoffe ich aber trotzdem noch auf einen (oder fünf) weitere Teile von "Heartstopper". Träumen darf man doch, oder?

Mittwoch, 15. Juli 2026

Hazelthorn

 

Quelle: Verlag

Geh nicht in den Garten!

Evander ist krank und hat die letzten Jahre in seinem Zimmer verbracht. Sein Leben dreht sich um drei Regeln:

1. Verlasse niemals das Anwesen.

2. Betritt niemals den Garten.

3. Und sei nie wieder allein mit Laurie.


Und seit Laurie vor einigen Jahren versucht hatte, ihn im Garten des Anwesens zu ermorden, hält er sich penibel daran. Bis heute weiß er nicht, was Laurie dazu gebracht haben könnte, ihn so sehr zu hassen, dass er ihn umbringen möchte. Denn eigentlich hat er ihm nie etwas getan. Ganz im Gegenteil: Er bewundert Laurie sehr!

Als Evanders Vormund stirbt, geht das Millionenerbe auf Evander über – und nicht auf Laurie, wie eigentlich erwartet wurde. Doch entgegen allen Erwartungen plant Laurie nicht sofort den nächsten Mordanschlag, sondern möchte Evander dabei helfen, den Mörder seines Vormundes zu finden. Und sie sollten sich beeilen, denn der Garten hat Hunger …

C.G. Drews legt mit "Hazelthorn" nun einen neuen Dark Fantasy Roman für Leser*innen ab 16 Jahren vor. Die hier präsentierte Art des Horrors ähnelt dem Vorgängerbuch »Don’t Let the Forest in«: Botanical Horror, Body Horror, explizite Beschreibungen. Das führte leider dazu, dass in meinem Kopf automatisch der Vergleich losging – und bei diesem schnitt »Don’t Let the Forest in« besser ab. Zwar war auch »Hazelthorn« spannend, doch »Don’t Let the Forest in« schaffte es, glaubwürdigere Beziehungen zu zeichnen und mehr auf die Grautöne der Protagonisten und Nebenfiguren einzugehen. In »Hazelthorn« ist Gut und Böse wiederum sehr klar und eindeutig definiert.

Trotzdem: Ein spannender Horror-Roman für junge Erwachsene. Seid euch nur bitte bewusst, dass die Beschreibungen hier sehr explizit sind.

Dienstag, 14. Juli 2026

Cryptos. Graphic Novel

Quelle: Verlag

Poznanskis Thriller jetzt als Graphic Novel!

In »Cryptos« ist die Welt durch die Klimakrise unbewohnbar geworden. Die Menschheit verbringt daher den größten Teil ihres Lebens in Online-Welten: Märchenwelten, unendlich große Bibliotheken, verlorene Städte wie Venedig, aber auch Welten voll Spannung und Abenteuer. Sogar Gefängnisse finden sich online. Doch plötzlich kommt es in Kerrybrook, einer der friedlichsten Online-Welten, zu einem Verbrechen. Und Jana, die Designerin dieser Online-Welt, beginnt nachzuforschen. Und muss schon bald begreifen, dass der Tod nun auch für sie keine Illusion mehr ist.

Neben der Neuauflage des Romans ist nun kurz vor dem Erscheinen von Band 2 auch eine Adaption als Graphic Novel erschienen. Diese überzeugt vor allem durch die vielen unterschiedlichen Zeichenstile. Mit jeder besuchten Welt ändern sich die Darstellung der Figuren, das Farbschema und so weiter. Ich als Leserin konnte so die Welten von »Cryptos« nochmal ganz neu entdecken.

Natürlich muss hier auf einige Details, auf Dialoge und auf Janas Innensicht verzichtet werden, durch die Illustrationen rücken dafür andere Dinge in den Vordergrund. Die Geschichte ist auch als Graphic Novel durchaus lesenswert und wird wohl vor allem auch jüngere Leser*innen ansprechen oder auch Personen, die normalerweise eher weniger lesen.

Besonders spannend fand ich auch das Nachwort, in dem die Beteiligten erklären, wie man denn eigentlich vorgeht, wenn man einen Roman wie »Cryptos« in ein Graphic Novel verwandeln möchte. Und das alles ganz ohne Künstliche Intelligenz! Das wird auch für jüngere Leser*innen mit unterschiedlichen Leveln an Lesefähigkeit und Sprachverständnis interessant sein und kann Bibliotheken oder Schulen als Aufhänger für verschiedene Veranstaltungen dienen.

Mein Fazit? Eine tolle Ergänzung fürs Bücherregal!