Samstag, 18. April 2026

Bite the Bride

Quelle: Verlag


Katherine Campbell ist eine von sehr wenigen menschlichen Studentinnen an der Darkthorn Universität – und sie hasst Vampire. Nicht unbedingt ideal an einer Universität, wo es vor Vampiren, Werwölfen und ähnlichen Wesen nur so wimmelt. Doch als sie dann versucht, ein Zauberbuch zu stehlen, ist sie plötzlich auf Vampire angewiesen. Denn sie entfesselt einen gefährlichen Fluch, der nur dadurch im Zaum gehalten werden kann, wenn Chef-Bibliothekar Ethan Hawthorn sie regelmäßig beißt. Und das ist nur mehr in Ehen legal. 

Also werden die beiden blitzschnell verheiratet, ohne Rücksicht auf gegenseitige Sympathien, und ein ständiges Seilziehen beginnt. Kann diese Ehe funktionieren?

Kurze Antwort: Nein! Sollte sie nicht! Dürfte sie nicht! Ich konnte diese Beziehung nicht ausstehen und ich weiß echt nicht, warum zur Hölle diese beiden Figuren ein gemeinsames Happy End bekommen haben. Und ich verstehe beim besten Willen nicht, warum die Beziehung bei allen anderen Figuren, Kreaturen und Mächten SO GUT ankommt, wie sie es in diesem Buch tut.

Katherine Campbell hält sich selbst für sehr intelligent, aber ist trotzdem in jedem Kapitel wieder davon überrascht, dass ihr Handeln Konsequenzen haben könnte. Sie ist ein Mensch ohne irgendwelche magischen Talente - trotzdem überschätzt sie sich selbst immer und immer wieder. Denn wie kann es jemand wagen, ihr zu vorzuschreiben, welche Talente sie hat oder nicht hat? Das wär ja noch schöner!

Und statt dann Verantwortung zu übernehmen, wenn mal wieder etwas schiefgeht, sieht sie sich selbst lieber als Opfer und versucht, gegen Ethan und alle anderen Figuren zu rebellieren, indem sie einfach wirklich unfreundlich zu allen ist. Dabei scheint sie zu vergessen: Schuld an ihrer Situation ist nun mal vor allem sie selbst. Denn wenn sie auch nur einmal kurz nachdenken würde statt nur davon auszugehen, dass sie aufgrund ihrer Menschlichkeit diskriminiert wird, dann würde keine dieser Situationen passieren.

Mitleid braucht man mit Ethan  aber trotzdem nicht zu haben. Immerhin beweist er Seite für Seite wieder, dass er nicht in der Lage dazu ist, sinnvoll zu kommunizieren oder mit seinen Emotionen erwachsen umzugehen. Auch wird er Katherine gegenüber handgreiflich und würgt sie. Aber natürlich findet sie das heiß. Auch sonst war das Thema Consent hier immer wieder ein Problem. Aber auch das findet sie natürlich gut. Meiner Meinung nach ist das einfach nur problematisch, gerade da das hier ein Buch ist, das sich selbst als „witzig“ vermarktet. Auch in Liebesromanen kann und muss toxisches und gewalttätiges Verhalten als solches reflektiert werden. Natürlich, es gibt auch Dark Romance - aber diese wird dann als solche vermarktet. Leser*innen wissen, was sie dort erwartet. Wenn so ein Verhalten aber einfach als gegeben in einer ROM-COM angenommen wird, dann trägt dieses Buch zu einer Normalisierung von Gewalt gegen Frauen bei.

Dieses Buch hätte eine wunderbare RomCom in düsterem Setting werden können. Mich hat das Buch aber leider nicht abgeholt. Daher auch keine Leseempfehlung.

Mittwoch, 25. Februar 2026

Cultish

 

Quelle: Verlag

Amanda Montell sagt euch vielleicht aktuell noch nicht so viel, ich kenne den Namen aber ohne Übertreibung schon seit mindestens zwei Jahren. Immerhin bin ich Hörerin ihrer Podcasts "Sounds Like a Cult" und "Magical Overthinkers". Und wie ihr, wenn ihr die Autorin googelt, sehen werdet: Zu beiden Podcasts gibt es Bücher. Einerseits eben "Cultish", aber auch "The Age of Magical Overthinking", das ich letztes Jahr gelesen, aber scheinbar nicht rezensiert habe, weil einfach viel zu viel los war. Nur zu ihrem dritten Buch, "Wordslut", ist mir bisher noch kein Podcast untergekommen. Würde ich aber wohl ebenfalls hören, falls er irgendwann auftauchen sollte. 

Wenn ihr ähnlich drauf seid wie ich noch vor ein paar Jahren, dann seid ihr wahrscheinlich überzeugt davon, dass ihr NIE auf einen Kult oder eine sektenhafte Gruppe reinfallen könntet. NIE. Ihr seid viel zu intelligent dafür, zu stabil und natürlich durchschaut ihr Tricks wie Gehirnwäsche (die es übrigens gar nicht gibt, wie man in diesem Buch erfährt) sofort! Natürlich! Aber: Menschen sind Rudeltiere. Wir brauchen Gemeinschaft, um ein glückliches und gesundes Leben führen zu können. Egal ob Fußballverein, Politik oder Religionsgemeinschaft: Menschen gründen Gruppen. In vielen Fällen sind diese Gruppen harmlos. In anderen Fällen weniger. Aber wohl jeder von uns ist Teil von verschiedenen Gruppen. Buchclub. Theatergruppe. Chor. Pen-and-Paper-Rollenspiel-Gruppe. Tanzverein. Kampfsportverein. Um nur ein paar zu nennen, in denen ich Mitglied bin oder in meinem Leben schon Mitglied war. Gruppen gehören dazu und wer zu keiner einzigen Gruppe gehört, führt wohl ein ziemlich einsames Leben. Aber natürlich kann fast jede Gruppe irgendwann auch kippen und extrem werden.

Zusammen mit Amanda Montell tauchen wir in diesem Buch ein in die Welt der Kulte. Sie erzählt fesselnd davon, was einen Kult eigentlich zu einem Kult macht, wie man einen Kult als solchen erkennt und ab wann dieser gefährlich wird. Den Fokus legt die Linguistin dabei natürlich auf die exklusive Sprache, die die Gruppe von Außenstehende abgrenzt. Doch auch für Nicht-Sprachwissenschaftler*innen ist dieses Buch eine interessante Lektüre: Wir begegnen hier Tragödien wie „Jonestown“ oder „Heavens Gate“, beschäftigen uns mit Multi-Level-Marketingstrategien und mit Sporttrends.

Mein Fazit? Ein echtes Must-Read! Und hört euch verdammt nochmal den Podcast der Autorin an!

Montag, 23. Februar 2026

Don't Let The Forest In

 

Quelle: Verlag

Fühlst du das Moos in deinem Bauch…

… und die Pilze hinter deinen Augen?

Die Monster kommen und sie werden dich holen! 


Als Andrew nach dem Sommer wieder an die Wickwood Academy zurückkehrt, ist nichts wie zuvor. Seine Zwillingsschwester ist beleidigt, sein bester Freund Thomas benimmt sich seltsam. Bisher waren sie ein unschlagbares Dreierteam, doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Andrew hat immer Horror-Geschichten geschrieben, Thomas dazu gezeichnet, jetzt weigert sich Thomas, einen Stift auch nur anzufassen. Als Andrew ihm in den verbotenen Wald folgt, erkennt er den Grund: Die Monster sind zum Leben erwacht.

Ein Horrorroman, der mich sofort in seinen schönen und seltsamen Bann gezogen hat. Ich war süchtig, konnte den Roman nicht mehr weglegen. Nein, das meine ich Ernst. Das ist mit einer der Gründe, warum ich Horror eigentlich kaum je lese: Ich fürchte mich ganz enorm, grusele mich mindestens die nächste Woche vor meinem eigenen Schatten (oder hier: vor meinen Zimmerpflanzen), aber MUSS das Buch trotzdem fertig lesen, da mir als Kind von einer Klassenkollegin eingeredet wurde, dass die Angst sonst nicht vergehen kann. Ob da was dran ist? Dafür weiß ich zu wenig über Horror - ich höre mir aber gerne an, was die Expert*innen unter euch darüber zu sagen haben.

Da ich mich ja mit Horror sowieso nicht auskenne, sagte mir bisher auch Botanical Horror nichts. Joa, jetzt weiß ich, dass das was ganz enorm Gruseliges ist, das eventuell damit zu tun hat, dass Pflanzen in dir wachsen. Was für eine schreckliche Vorstellung, die definitiv dafür gesorgt hat, dass ich meine Hauspflanzen jetzt ein bisschen kritischer betrachte. (WEHE, die breiten sich IN MIR aus! NOPE, NOPE, NOPE!!!!)

Wisst ihr, was ich getan habe, sobald ich mit diesem Buch fertig war? Ich habe das Buch als Weihnachtsgeschenk für meinen Bruder bestellt. Und meiner Schwester danach eingeredet, dass sie dieses Buch auch lesen muss. Denn ja, ich habe mich zu Tode gegruselt, ABER WENN ICH SCHON DARUNTER LEIDEN MUSS, DANN WENIGSTENS NICHT ALLEIN! Wozu hat man denn Geschwister, nicht? 

Auf jeden Fall freue ich mich jetzt schon darauf, mich auch vor den anderen Büchern von C. G. Drews zu gruseln. Ist es eine gute Idee, diese Bücher auch noch zu lesen? Wahrscheinlich nicht. Bin ich gerade in der Laune, gute Entscheidungen zu treffen? HELL NO!

Mein Fazit also? Total spannend, viel zu gruselig für mich. Lest es trotzdem. Und drückt mir die Daumen, dass ich bei den anderen Büchern von C.G. Drew nicht durchdrehe!