Dienstag, 14. Juli 2026

Cryptos. Graphic Novel

Quelle: Verlag

Poznanskis Thriller jetzt als Graphic Novel!

In »Cryptos« ist die Welt durch die Klimakrise unbewohnbar geworden. Die Menschheit verbringt daher den größten Teil ihres Lebens in Online-Welten: Märchenwelten, unendlich große Bibliotheken, verlorene Städte wie Venedig, aber auch Welten voll Spannung und Abenteuer. Sogar Gefängnisse finden sich online. Doch plötzlich kommt es in Kerrybrook, einer der friedlichsten Online-Welten, zu einem Verbrechen. Und Jana, die Designerin dieser Online-Welt, beginnt nachzuforschen. Und muss schon bald begreifen, dass der Tod nun auch für sie keine Illusion mehr ist.

Neben der Neuauflage des Romans ist nun kurz vor dem Erscheinen von Band 2 auch eine Adaption als Graphic Novel erschienen. Diese überzeugt vor allem durch die vielen unterschiedlichen Zeichenstile. Mit jeder besuchten Welt ändern sich die Darstellung der Figuren, das Farbschema und so weiter. Ich als Leserin konnte so die Welten von »Cryptos« nochmal ganz neu entdecken.

Natürlich muss hier auf einige Details, auf Dialoge und auf Janas Innensicht verzichtet werden, durch die Illustrationen rücken dafür andere Dinge in den Vordergrund. Die Geschichte ist auch als Graphic Novel durchaus lesenswert und wird wohl vor allem auch jüngere Leser*innen ansprechen oder auch Personen, die normalerweise eher weniger lesen.

Besonders spannend fand ich auch das Nachwort, in dem die Beteiligten erklären, wie man denn eigentlich vorgeht, wenn man einen Roman wie »Cryptos« in ein Graphic Novel verwandeln möchte. Und das alles ganz ohne Künstliche Intelligenz! Das wird auch für jüngere Leser*innen mit unterschiedlichen Leveln an Lesefähigkeit und Sprachverständnis interessant sein und kann Bibliotheken oder Schulen als Aufhänger für verschiedene Veranstaltungen dienen.

Mein Fazit? Eine tolle Ergänzung fürs Bücherregal!

Montag, 13. Juli 2026

The Elements of Baking

 

Quelle: Verlag


Ich mache mich gerne darüber lustig, dass meine Familie dem Ernährungsklischee entspricht, das Boomer gerne auf Facebook teilen. Vegetarier, zuckerarm, laktosefrei, glutenfrei. Jeder braucht was anderes und allein schon ein normales Abendessen wird kompliziert, wenn alle zusammenkommen.

Ganz ehrlich? Als es zu mir hieß, dass es für meine Autoimmunerkrankung gut wäre, wenn ich in Zukunft auf Gluten verzichte, ging für mich eine Welt unter. Ich liebe es, zu backen. Wenn ich gestresst bin, bringt mich das so richtig runter. Und zu Treffen im Freundeskreis Kuchen mitzubringen, ist für mich eine eigene Love Language. UND DAS SOLL JETZT NICHT MEHR GEHEN?

Naja, doch. Ganz ruhig, Mira der Vergangenheit! Du darfst weiter Kuchen backen und essen - du musst dich nur anpassen. Und wie du dich anpasst, lernst du in "The Elements of Baking". Egal ob Blätterteig, Zimtschnecken, eine Pistazientorte, ... Du findest hier Rezepte für jeden Anlass und für jedes Bedürfnis.

Und zusätzlich findet man hier auch verständliche Erklärungen, was auf chemischer Ebene im Teig passiert. So lernst du schnell, wie du deine Lieblingsrezepte für deine Bedürfnisse anpassen kannst. So funktioniert dann auch der Apfelkuchen deiner Oma in glutenfrei. Die Autorin erklärt ganz genau, was wie und in welcher Menge ersetzt werden kann und auf was geachtet werden sollte.

Auch die Gestaltung dieses Buches ist total hochwertig und einfach schön. Ich habe jedes Mal wieder meine Freude, wenn ich dieses Buch in die Hand nehme und etwas daraus nachkoche.

Mein Fazit? Egal, ob ihr selbst auf etwas verzichten müsst/möchtet oder jemand eurer Lieben - hier findet ihr super Rezepte, die super schmecken und immer funktionieren! Ein echter Gamechanger, den ich euch sehr empfehlen kann!

Freitag, 5. Juni 2026

Statt aus dem Fenster zu schauen

 

Quelle: Verlag

Einfach mal ausbrechen und ein paar Hühner kaufen ... wer träumt denn nicht davon? Also ich auf jeden Fall und das dürfte wohl auch der Grund sein, warum in meinem kleinen Hochbeet gerade ein Kürbis vor sich hin wuchert. Ja, darauf bin ich stolz. Auf den Kürbis und auf die einzelne Erdbeere, die daneben wächst. Zählt das schon als Quarter Life Crisis?

Eine schlimmere Krise hat aber Sophie, die Protagonistin dieses Buches. Ihr Leben lang bekommt sie schon gesagt, dass aus ihr mal „etwas“ wird – aber was genau das sein soll, weiß sie bis heute nicht. Stattdessen sitzt sie in einem Praktikum, das sie langweilt, macht ein Studium, das sie nicht interessiert, und lebt in einer WG, in der sie sich nicht wohlfühlt. Während eines weiteren, viel zu langen Tages vor Excel-Tabellen, beschließt sie, auszubrechen. Sie kauft ein Haus – oder die Überreste davon – in der ostdeutschen Provinz um wenige tausend Euro, packt ihre Sachen auf ihr Fahrrad und steigt in den Zug.

Was folgt, ist ein knallbunter Mix aus Überforderung, Angst und Chaos, aber auch Lebensfreude, Erfindergeist und Optimismus. Das Haus hat zwar keinen Strom und ein Loch im Dach – aber wozu gibt es Youtube-Tutorials? Der Garten ist verwildert – also der perfekte Platz für ein Kartoffelfeld und Hühner! Und Handyempfang gibt es auch nicht wirklich – kein Problem, wenn man nur das perfekte Kaffeehaus in der Nähe findet!

In poetischer, bildhafter Sprache und einer ruhigen Atmosphäre erzählt die Autorin von Sophies Erfolgen und Misserfolgen, von kleinen und großen Dramen. Sie lässt ihre Hauptfigur und deren Umfeld an ihrem Verstand zweifeln und immer wieder fast aufgeben, bevor sie sich dann aber doch wieder irgendwie aufrappelt. Und in der Zeit zwischen den Renovierungsaufgaben und in den langen Nächten stellt die Autorin die Frage, was wir denn eigentlich vom Leben wollen – und warum.

Ein schönes Buch, das zum Nachdenken anregt und dazu einlädt, sich damit auf dem Balkon zu verkriechen. Wenn ihr so wie ich aktuell Mitte 20 seid, dann wird euch dieses Buch sehr wahrscheinlich gefallen. Ich habe es auf jeden Fall geliebt!