Samstag, 25. Juni 2022

Meine liebsten Buchzitate #94

1. "The Comfort Book" von Matt Haig, Seite 125

Check your emotional armour is actually protecting you, and not so heavy you can't move.

2. "Act your Age, Eve Brown" von Talia Hibbert, Seite 32

Eve's family saw her as "the social one" - but only because her eldest sister was a hermit, and her middle sister was a bookworm with a vague disdain for human contact.

3. "Goddess in the Machine" von Lora Beth Johnson, Seite 128

"That's terrifying", she whispered. 

He drew back, brow furrowed. "What?" 

"You, being serious. It's disturbing. What's your malfunction? Are you dying?" 

4. "Take a hint, Dani Brown" von Talia Hibbert, Seite 280

Major or minor, if something keeps you human when pressure makes you feel like a volcano, hold on to that thing by whatever means necessary. 

5. "Honey Girl" von Morgan Rogers, Seite 5

Für die Mädchen mit Klauen. Zeigt sie!

Mittwoch, 22. Juni 2022

Der chinesische Zwilling

 Autorin: Sarah Engell
Erschienen am 10.03.2022
Im Saga-Egmont-Verlag
ISBN: 9783869749501
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Eine dänische Kleinstadt wird von mysteriösen Vorfällen erschüttert: Auf dem Friedhof wird eine Leiche gestohlen. Ein kleines Mädchen wird aus dem Kindergarten entführt. Und eine alte Frau verschwindet spurlos. An allen Tatorten findet die Polizei chinesische Schriftzeichen. Im Zentrum der grauenvollen Ereignisse steht Eva, die sich nach einem Schicksalsschlag zusammen mit ihrem gelähmten Mann in den Alltag zurückkämpft. Eva macht sich daran, auf eigene Faust herauszufinden, wer diese Taten begeht und warum. Doch dann geschieht ein weiteres Verbrechen, und die Dinge spitzen sich zu."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Zu Beginn war ich diesem Thriller gegenüber noch eher kritisch eingestellt. Vor allem, weil ich Angst hatte, dass mir auch dieses Buch nicht gefällt. "Tod im Trödelladen" hat mir ja gar nicht zugesagt und ich fühle mich immer sehr unwohl, wenn ich mehrere negative Rezensionen nacheinander einreichen muss. Und der Beginn dieses Buchs war auch wieder nicht stark. Eher in Richtung mittelmäßig. Dann hat sich dieser Thriller aber ordentlich ins Zeug gelegt und die letzten 150 Seiten habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Insgesamt brauchte ich für diesen Thriller nur drei Tage, was während der Prüfungsphase dann doch nicht schlecht ist.

Dieses Buch beginnt mit einer Hochzeit zwischen einem kleinen Jungen und einem kleinen Mädchen. Er ist so um die acht Jahre alt, sie ist sechs. Und an dieser Hochzeit ist irgendwas total schräg. Also abgesehen davon, dass es eine Hochzeit zwischen zwei Kindern ist natürlich. Da stimmt noch etwas nicht. Was genau das ist, erfahren wir erst am Ende der Hochzeitsfeierlichkeiten und es ist absolut verstörend.
Doch dann kommt auch schon der Cut und wir befinden uns plötzlich an einem ganz anderen Ort und einer ganz anderen Zeit bei Eva. Eva hatte gerade eine Fehlgeburt und ist deswegen am Boden zerstört. Was alles noch schlimmer macht? Ihr Mann Steen, den dieser Verlust ebenfalls schwer belastet, hat sich nach der Fehlgeburt ins Bett gelegt und ist gelähmt wieder aufgewacht. Und dann steht da plötzlich auch noch die Polizei vor der Tür, weil die Leiche von Steens Vater gestorben wurde. Wie ihr also seht: Totales Desaster. Grauenhafte Ausgangssituation. Einfach nur schrecklich. Und von hier spinnt sich dann die Geschichte weiter und die Situation wird immer noch schlimmer für Eva und ihr Umfeld, bis Eva sich gezwungen sieht, selbst auf Spurensuche zu gehen...

Mir gefiel an diesem Thriller genau das, was in einigen Rezensionen von anderen Leser:innen kritisiert wurde: Die psychologischen Aspekte und die Tatsache, dass einige Abschnitte des Buches fast schon ins Horror-Genre passen könnten. Ich wusste lange nicht, wem ich trauen soll und ob ich irgendjemanden als Verdächtigen ausschließen kann und habe auch der Protagonistin Eva nicht wirklich getraut. Ihre Sicht der Dinge wirkte auf mich nicht immer zuverlässig, unter anderem auch weil sie sich manchmal selbst nicht sicher zu sein scheint, was sie tut und warum sie es tut. Das hat mich fasziniert und hat die Ermittlerin in mir geweckt. Wenn mir die Protagonistin nicht sagt, was passiert, muss ich es eben selbst herausfinden!

Mein Fazit: Der Beginn ist noch eher mittelmäßig, aber im Verlauf des Thrillers wurde das Buch immer stärker und spannender!

Sonntag, 19. Juni 2022

Mary Shelley. Freiheit und Liebe

Autorin: Barbara Sichtermann
Erschienen am 22.02.2022
Im Osburg Verlag
ISBN: 9783955102777
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Klappentext:
"Dass der Roman Frankenstein das Werk eines jungen Mädchens von erst neunzehn Jahren war, hat die Öffentlichkeit fast zwei Jahrhunderte in aller Welt kaum zur Kenntnis genommen. Der Shootingstar war Frankensteins Kreatur, der künstliche Mensch, das Grauen erregende Monster. Dem Filmpublikum des 20. Jahrhunderts war das alles egal. Es ergötzte sich ein ums andre Mal an Horrorstreifen wie Frankenstein – klassisch 1931 mit Boris Karloff als Monster. 1994 kam ein Film mit Anspruch heraus. Kenneth Branagh spielte die Titelrolle und Robert de Niro die Kreatur. Der Film hieß: Mary Shelley's Frankenstein. Erst durch dieses Werk wurde Mary Shelleys Name nachhaltig in das Bewusstsein auch des Massenpublikums gepflanzt. Der Bann war gebrochen. Als sie ihren nachmaligen Geliebten, Gefährten und Gemahl 1814 kennen lernte, war sie sechzehn Jahre alt und wusste, dass der jugendliche Freund und Bewunderer ihres Vaters, der Dichter Percy Bysshe Shelley, verheiratet war. Sie brannte gleichwohl nur wenige Monate später mit ihm durch – die Reise ging auf den Kontinent, nach Frankreich, Italien und der Schweiz. Die acht Jahre, die Mary an Shelleys Seite verbrachte, waren geprägt durch drei große Reisen in den schönen Süden Europas, und all diese Exkursionen waren zugleich Fluchten: vor erzürnten Eltern, ungeduldigen Gläubigern und böswilligen Klatschmäulern. 1816 war das Jahr, in dem Byron vorschlug: »Lasst uns alle miteinander eine Gespenstergeschichte schreiben« und Mary diesen Wettstreit mit Frankenstein gewann. Schon 1822 verlor Mary ihren Mann wieder: Er ertrank vor der Küste von Viareggio."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Mit Mary Wollstonecraft Shelley habe ich mich im Zuge meines Studiums schon öfter beschäftigt und ich werde noch lange nicht damit aufhören. Diese Frau bzw. dieses Mädchen (ich vergesse immer wieder, wie jung Mary eigentlich war) hatte einen unglaublich großen Einfluss auf die Literatur und ich wünschte, sie hätte das miterlebt. Schon vor diesem Buch gehörte Mary zu den Menschen, die ich unbedingt mal kennenlernen möchte, sollte ich je eine Zeitmaschine in die Hände bekommen. Während ich dieses Buch gelesen habe, wurde dieser Wunsch noch viel stärker. Ich begann sogar schon davon zu tagträumen, wie Mary wohl auf die Möglichkeiten reagieren würde, die Frauen wie ich heute haben. In diesem Buch wird so oft erwähnt, wie sehr sich Mary sich gute Bildung für Mädchen und Frauen wünschte. Stellt euch doch mal vor, wie begeistert sie davor wäre, dass ich eine Universität besuche und sogar mehr Bildung genossen habe als viele Männer.

Ich denke, dass ich trotz meines Vorwissens über Mary Wollstonecraft Shelley eine sehr vereinfachte und wahrscheinlich auch romantisierte Version ihres Lebens im Kopf hatte. Mir war bewusst, dass Mary sehr früh mit dem Dichter Shelley durchgebrannt ist, der aber bereits mit einer anderen verheiratet war, und ich wusste auch, dass ihr das ihr Vater übel nahm und den Kontakt zu ihr abbrach. Ich wusste, dass Shelley Schulden hatte und nur wenige Jahre nach dem Kennenlernen starb. Ich weiß, dass "Frankenstein" gleichzeitig mit dem Fahrrad erfunden wurde und dass für beide Erfindungen ein Vulkanausbruch verantwortlich war. Diese Biografie geht aber noch um einiges mehr ins Detail. Ich wusste zum Beispiel nichts darüber, dass sie mehrere Kinder verloren hat. Ich wusste nicht wirklich viel über ihre Familie und kaum was über ihre Schwester, die das Paar auf ihren Reisen begleitet hat. Und ich hatte keine Ahnung, wie Shelley eigentlich so drauf war. Jetzt bin ich überzeugt davon, dass Percy Bysshe Shelley ein Narzisst war, der nur sich selbst gesehen hat und die Menschen um sich herum manipulierte und Mary vielleicht sogar am meisten. Da war so viel Toxisches in dieser Beziehung! Meine inneren Alarmglocken läuteten ununterbrochen. Wenn eine:r von euch das Gegenteil glaubt, könnt ihr gerne versuchen, mich davon zu überzeugen. Ich befürchte nur, dass ihr das nicht schaffen werdet.

Meiner Meinung nach hat Sichtermann bei der Recherche für diese Biografie ganze Arbeit geleistet. Ich habe das Gefühl, als würde ich Mary nun um einiges besser kennen als vor der Lektüre. Und Gott sei Dank wurden am Ende der Biografie auch alle Quellen aufgelistet. Mit dieser Liste werde ich mich in Zukunft auf jeden Fall noch länger beschäftigen.

Auch der Schreibstil war die längste Zeit sehr angenehm. Es handelt sich bei dieser Biografie um eine Romanbiografie, deswegen darf der Stil manchmal auch etwas kreativer und weniger sachlich sein. Nur an manchen Stellen wurde mir dann zu viel mit Einschüben und Gliedsätzen gearbeitet. Das erschwerte an diesen Stellen meiner Meinung nach dann auch die Verständlichkeit des Textes.

Aber alles in allem? Interessante Romanbiografie, die ich mit viel Interesse gelesen habe.