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Freitag, 5. Juni 2026

Statt aus dem Fenster zu schauen

 

Quelle: Verlag

Einfach mal ausbrechen und ein paar Hühner kaufen ... wer träumt denn nicht davon? Also ich auf jeden Fall und das dürfte wohl auch der Grund sein, warum in meinem kleinen Hochbeet gerade ein Kürbis vor sich hin wuchert. Ja, darauf bin ich stolz. Auf den Kürbis und auf die einzelne Erdbeere, die daneben wächst. Zählt das schon als Quarter Life Crisis?

Eine schlimmere Krise hat aber Sophie, die Protagonistin dieses Buches. Ihr Leben lang bekommt sie schon gesagt, dass aus ihr mal „etwas“ wird – aber was genau das sein soll, weiß sie bis heute nicht. Stattdessen sitzt sie in einem Praktikum, das sie langweilt, macht ein Studium, das sie nicht interessiert, und lebt in einer WG, in der sie sich nicht wohlfühlt. Während eines weiteren, viel zu langen Tages vor Excel-Tabellen, beschließt sie, auszubrechen. Sie kauft ein Haus – oder die Überreste davon – in der ostdeutschen Provinz um wenige tausend Euro, packt ihre Sachen auf ihr Fahrrad und steigt in den Zug.

Was folgt, ist ein knallbunter Mix aus Überforderung, Angst und Chaos, aber auch Lebensfreude, Erfindergeist und Optimismus. Das Haus hat zwar keinen Strom und ein Loch im Dach – aber wozu gibt es Youtube-Tutorials? Der Garten ist verwildert – also der perfekte Platz für ein Kartoffelfeld und Hühner! Und Handyempfang gibt es auch nicht wirklich – kein Problem, wenn man nur das perfekte Kaffeehaus in der Nähe findet!

In poetischer, bildhafter Sprache und einer ruhigen Atmosphäre erzählt die Autorin von Sophies Erfolgen und Misserfolgen, von kleinen und großen Dramen. Sie lässt ihre Hauptfigur und deren Umfeld an ihrem Verstand zweifeln und immer wieder fast aufgeben, bevor sie sich dann aber doch wieder irgendwie aufrappelt. Und in der Zeit zwischen den Renovierungsaufgaben und in den langen Nächten stellt die Autorin die Frage, was wir denn eigentlich vom Leben wollen – und warum.

Ein schönes Buch, das zum Nachdenken anregt und dazu einlädt, sich damit auf dem Balkon zu verkriechen. Wenn ihr so wie ich aktuell Mitte 20 seid, dann wird euch dieses Buch sehr wahrscheinlich gefallen. Ich habe es auf jeden Fall geliebt!

Samstag, 18. April 2026

Bite the Bride

Quelle: Verlag


Katherine Campbell ist eine von sehr wenigen menschlichen Studentinnen an der Darkthorn Universität – und sie hasst Vampire. Nicht unbedingt ideal an einer Universität, wo es vor Vampiren, Werwölfen und ähnlichen Wesen nur so wimmelt. Doch als sie dann versucht, ein Zauberbuch zu stehlen, ist sie plötzlich auf Vampire angewiesen. Denn sie entfesselt einen gefährlichen Fluch, der nur dadurch im Zaum gehalten werden kann, wenn Chef-Bibliothekar Ethan Hawthorn sie regelmäßig beißt. Und das ist nur mehr in Ehen legal. 

Also werden die beiden blitzschnell verheiratet, ohne Rücksicht auf gegenseitige Sympathien, und ein ständiges Seilziehen beginnt. Kann diese Ehe funktionieren?

Kurze Antwort: Nein! Sollte sie nicht! Dürfte sie nicht! Ich konnte diese Beziehung nicht ausstehen und ich weiß echt nicht, warum zur Hölle diese beiden Figuren ein gemeinsames Happy End bekommen haben. Und ich verstehe beim besten Willen nicht, warum die Beziehung bei allen anderen Figuren, Kreaturen und Mächten SO GUT ankommt, wie sie es in diesem Buch tut.

Katherine Campbell hält sich selbst für sehr intelligent, aber ist trotzdem in jedem Kapitel wieder davon überrascht, dass ihr Handeln Konsequenzen haben könnte. Sie ist ein Mensch ohne irgendwelche magischen Talente - trotzdem überschätzt sie sich selbst immer und immer wieder. Denn wie kann es jemand wagen, ihr zu vorzuschreiben, welche Talente sie hat oder nicht hat? Das wär ja noch schöner!

Und statt dann Verantwortung zu übernehmen, wenn mal wieder etwas schiefgeht, sieht sie sich selbst lieber als Opfer und versucht, gegen Ethan und alle anderen Figuren zu rebellieren, indem sie einfach wirklich unfreundlich zu allen ist. Dabei scheint sie zu vergessen: Schuld an ihrer Situation ist nun mal vor allem sie selbst. Denn wenn sie auch nur einmal kurz nachdenken würde statt nur davon auszugehen, dass sie aufgrund ihrer Menschlichkeit diskriminiert wird, dann würde keine dieser Situationen passieren.

Mitleid braucht man mit Ethan  aber trotzdem nicht zu haben. Immerhin beweist er Seite für Seite wieder, dass er nicht in der Lage dazu ist, sinnvoll zu kommunizieren oder mit seinen Emotionen erwachsen umzugehen. Auch wird er Katherine gegenüber handgreiflich und würgt sie. Aber natürlich findet sie das heiß. Auch sonst war das Thema Consent hier immer wieder ein Problem. Aber auch das findet sie natürlich gut. Meiner Meinung nach ist das einfach nur problematisch, gerade da das hier ein Buch ist, das sich selbst als „witzig“ vermarktet. Auch in Liebesromanen kann und muss toxisches und gewalttätiges Verhalten als solches reflektiert werden. Natürlich, es gibt auch Dark Romance - aber diese wird dann als solche vermarktet. Leser*innen wissen, was sie dort erwartet. Wenn so ein Verhalten aber einfach als gegeben in einer ROM-COM angenommen wird, dann trägt dieses Buch zu einer Normalisierung von Gewalt gegen Frauen bei.

Dieses Buch hätte eine wunderbare RomCom in düsterem Setting werden können. Mich hat das Buch aber leider nicht abgeholt. Daher auch keine Leseempfehlung.

Montag, 24. Februar 2025

"Iron Flame" und "Onyx Storm" [Hörbuch/Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Quelle: Verlag

Nachdem ich "Fourth Wing" beendet hatte, kam für mich gleich die große Enttäuschung: "Iron Flame" sollte schlechter sein. Das hörte ich von ringsum überall. Deswegen war ich mir zuerst dann auch gar nicht sicher, ob ich mit dieser Reihe überhaupt weitermachen wollte. Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher, wissen wir doch alle. Als dann aber der Erscheinungstermin von "Onyx Storm" näher rückte, wurde meine Neugierde dann doch zu groß. Plötzlich war mein Instagram nur noch voll mit Content zu dieser Reihe. Und dann kamen noch neue Stimmen aus meinem Freundeskreis dazu, die mich beruhigten, dass "Iron Flame" gar nicht so schlecht sei, sondern einfach nur unter dem "Second Book Syndrome" leide, das ich ja selbst schon öfters auf dieser Seite beschrieben habe. Also habe ich mir noch gerade rechtzeitig das Hörbuch gekauft und Band 2 nur eine Woche vor dem Erscheinen von "Onyx Storm" beendet. Für mich ideal, denn nach diesem Cliffhanger hätte ich nie ein Jahr (oder war es länger zwischen diesen Büchern?) durchgehalten.

War dieses Buch genauso unterhaltsam und gut wie "Fourth Wing"? Nö. Vor allem die erste Hälfte fand ich schwach. Da sind ein paar Logikfehler drin (Warum zur Hölle lasse ich als Regierung zu, dass ein Lehrer jedes Jahr fast meine Schüler ermordet und sie zumindest traumatisiert?) Aber ich habe trotzdem zu keiner Sekunde darüber nachgedacht, dieses Buch abzubrechen. Die Handlung hat es geschafft, mich trotz der Schwächen genug zu fesseln, um das Hörbuch innerhalb kurzer Zeit durchzuhören. Wir durchleben hier gemeinsam mit Violet das zweite Schuljahr am War College, lernen mit ihr mehr über Politik und den Widerstand dagegen kennen.

Und dann ging das Drama um die Drachenreiter bereits in die dritte Runde … Und diesmal war ich in der ersten Reihe mit dabei. Ich hatte mir das Hörbuch zu Band 3 sogar vorbestellt und mir einen früheren Wecker gestellt, damit ich noch vor der Arbeit mit der Geschichte anfangen konnte. Hier dann die erste Enttäuschung: Leider erschien das Buch weltweit um die gleiche Zeit, nicht um Mitternacht, wie ich es vermutet hätte. Also musste ich noch den ganzen Arbeitstag abwarten und konnte mich erst am späten Nachmittag in die Geschichte stürzen. Und "stürzen" trifft es denke ich ganz gut: Ich habe mich mit voller Wucht in die Geschichte geworfen und bin erst einige Tage später wieder daraus aufgetaucht. 

Nachdem sich die Handlung der vergangenen zwei Bücher hauptsächlich auf den brutalen Alltag im Basgiath War College konzentriert haben, erfahren die Leser:innen hier endlich auch mehr über die restliche Welt. Zusammen mit Violet und Xaden machen wir uns hier auf die Suche nach der Familie des jungen Drachens Andarna und hoffen, damit ein Heilmittel für Xaden (Warum er ein Heilmittel braucht, fragt ihr? Verrate ich euch nicht. Lest Teil 2) und eine Waffe gegen die Wyvern und die Veneni zu finden. Dabei entdecken wir Inseln mit spannenden und ungewöhnlichen Kulturen und hinterfragen den Aufbau und die Struktur ihres Heimatlandes Navarre mehr als je zuvor. Natürlich dürfen auch emotionale und spicy Momente zwischen Violet und Xaden nicht fehlen. Aber, nochmal: Genauso wie Band 1 und 2 ist auch dieses Buch kein Erotikroman. Liebe Book-fluencer, hört bitte auf, so zu tun, als wäre dem so. Bei Erotik-Romanen steht der Sex im Vordergrund, hier ist der Sex eine nette Nebenhandlung neben einer ausgefeilten Fantasy-Welt mit komplizierter Politik und spannenden Kämpfen. 

Besonders lobend hervorheben muss ich in diesem Buch die Nebenfiguren, die mir immer mehr ans Herz gewachsen sind und mich sehr gut unterhalten haben. Ich sag nur: Brokkoli!

Allerdings kann ich niemandem von euch empfehlen, Buch 3 als das deutsche Hörbuch anzuhören. Tut es nicht. Das geht am Anfang sehr gut und wird auch toll gesprochen, aber was zur Hölle ist da am Ende ab Abschnitt 508 passiert? Die Audioqualität ist plötzlich in manchen Kapiteln um einiges schlechter und die Schnitte haben mich fast zum Weinen gebracht. Wer hat das bitte verbrochen? Normalerweise würde ich dafür irgendwelche Praktikanten verantwortlich machen, aber das glaube ich nicht. Das könnte ich keinem Praktikanten zuschreiben. Jeder Mensch hätte erkannt, dass da Sätze und Wörter noch nicht zu Ende waren. Niemand hätte den Schnitt so gelegt. Niemand. Ich muss daher leider davon ausgehen, dass dieser Verlag KI genutzt hat und dann niemand mehr das Ergebnis kontrolliert hat. Einige der letzten Kapitel waren so mies geschnitten, dass ich recherchiert habe, ob ich das Hörbuch irgendwo zurückgeben oder melden kann. Spoiler: nein, ging leider nicht. Fragt mich also bitte nicht, was in den letzten paar Kapiteln passiert ist, denn ich habe nicht zugehört. Ich war zu abgelenkt davon, auf den nächsten unglücklich gesetzten Schnitt zu warten.

Mein Fazit? Die Reihe geht super weiter und bleibt spannend. Ich werde auch Band 4 wieder lesen - dann aber voraussichtlich nicht mehr als Hörbuch. Da ist mir leider das Risiko zu groß, dass auch hier wieder geschlampt wird.

Mittwoch, 11. September 2024

Wolke sieben ganz nah

Autorin: Kirsty Greenwood
Erschienen am: 2.7.2024
Im Knaur Verlag
ISBN: 9783426448878
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Was tun, wenn du die Liebe deines Lebens erst nach dem Tod findest?

Mit 27 Jahren in ihrem leicht peinlichen Nachthemd an einem Mikrowellen-Burger zu ersticken, stand definitiv nicht auf Delphi Bookhams To-do-Liste. Trotzdem findet sich die Londonerin genau auf diese Weise im Nachleben wieder – das leider ganz und gar nicht so ist, wie sie es sich vorgestellt hatte.

Nichts scheint im Jenseits so richtig zu funktionieren, angefangen bei der verkratzten VHS-Kassette, auf der Delphi sich die High- und Lowlights ihres Lebens anschauen soll. Doch dann steht sie plötzlich dem attraktivsten Mann gegenüber, dem sie je begegnet ist. Als sein umwerfendes Lächeln sie gerade für alles zu entschädigen scheint, wird der Fremde jedoch mit dem Kommentar »großer Fehler« auf die Erde zurückgeschickt!

Aber anders als in ihrem irdischen Dasein ist Delphi diesmal nicht bereit, sich einfach so mit ihrem Pech abzufinden …"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Wisst ihr noch damals, als ich überzeugt war, Liebesromane nicht ausstehen zu können? Ja, ich bin ebenfalls froh, dass diese Zeiten vorbei sind. Sonst hätte ich diesem Buch nämlich nie eine Chance gegeben - und das wäre ein Riesenverlust!

Hier geht es um Delphi, die ich schon nach wenigen Seiten ins Herz geschlossen habe. Sie erstickt an einem Burger und stirbt so. Und muss feststellen, dass das Jenseits ganz anders ist als das, was sie sich vorgestellt hat: Alles sieht aus wie in einem Wäschesalon und ihre Therapeutin Merritt ist nicht unbedingt so feinfühlig, wie man sich eine Jenseits-Therapeutin so vorstellen würde. Und nachdem Delphi beim Abspielen aller Lowlights ihres eher langweiligen Lebens schon fast durchgedreht ist, trifft sie auch noch ihre wahre Liebe im Warteraum - der aber nur irrtümlich hier gelandet ist. Doch Delphi hat Glück: Merritt ist vernarrt in Liebesromane und kann sich diese Chance nicht entgehen lassen. Und so bekommt Delphi doch nochmal eine zweite Chance und zehn Tage Zeit, um diesen Traummann dazu zu bringen, sie zu küssen. Schafft sie es, darf sie noch ein bisschen weiterleben. Wenn nicht, stirbt sie nochmal...

Delphi war mir sofort sympathisch. Sie hatte es bisher im Leben nicht leicht und hatte immer schon damit zu kämpfen, mit anderen Menschen zurechtzukommen. Deswegen hat sich auch nicht besonders viele Freundschaften - ihr Vertrauen in andere Menschen hat sie schon zu Schulzeiten verloren. Es war schön, mitzuerleben, wie sie in diesen zehn Tagen es endlich wieder mal wagt, andere Menschen mal wieder in ihr Leben zu lassen. Dieses Buch vermittelt so ein unglaublich positives Menschenbild, dass das sogar mich Zynikerin beeinflusst hat. Und das, ohne nur tolle, perfekte Menschen zu zeichnen.

Vor dem Lesen hatte ich ein bisschen Sorge, dass das Thema Tod hier geschmacklos behandelt werden würde. Doch das war zumindest meiner Meinung nach nicht der Fall. Es handelt sich natürlich um eine romantische Komödie, aber der Humor ging meiner Ansicht nach nicht unter die Gürtellinie. Gebt aber bitte nicht zu viel auf meine Wahrnehmung - gerade dieses Thema ist eines von denen, die wohl jeder Mensch ein bisschen anders wahrnimmt. Während es für mich auch in Zeiten der Trauer voll in Ordnung ist, zu lachen, sich mit Freund:innen zu treffen, zu tanzen und bunte Kleidung zu tragen, sehen das andere ganz anders. Auch für mich ist der Tod traurig, aber das Leben mit offenen Armen zu begrüßen, ist die Strategie, die mir am meisten dabei hilft, mit Verlusten umzugehen und mich an meine Verstorbenen auf eine positive und produktive Art zu erinnern. Klar fließen da auch Tränen (verdammt, ich weine ja selbst jetzt gerade wieder), aber trotzdem finde ich, dass Spaß und Humor trotzdem Teil eines Lebens sein dürfen, selbst wenn dieses Leben gerade von einem Verlust oder sogar der eigenen Sterblichkeit überschattet wird. Und dieses Buch hatte einfach den perfekten Humor für den Umgang mit dem Thema: Leicht zynisch, liebenswürdig, manchmal eine Prise Slapstick, und meistens einfach wunderbar nachvollziehbar.

Das Ende dieses Romans war für mich vorhersehbar - doch die Autorin hat es geschafft, einen Twist einzubauen, den ich so nicht erwartet hätte. Und selbst diese Vorhersehbarkeit hat mich nicht gestört. Ich hatte meinen Spaß - und was sonst ist bitte wichtig?

Lobend hervorheben möchte ich auch eine Behauptung, die ganz zu Beginn des Buches von Merritt aufgestellt wird und die ich sehr schön finde: Jeder Mensch hat fünf Seelenverwandte. Ist das nicht wundervoll??? Und sowas Wunderschönes finde ich in einem Liebesroman? Einem Genre, das normalerweise die eine wahre Liebe feiert? Wunderbar!

Mein Fazit? Ein wunderbarer Liebesroman!

Freitag, 23. Februar 2024

The Lost Memory Project

 Autor: Alexis Hall
Erschienen am 22.12.2023
Im LYX Verlag
ISBN: 9783736320659
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag



Klappentext:
"Ein vorgetäuschter Gedächtnisverlust trifft auf echte Gefühle ...

Am liebsten würde Sam Becker das Meeting mit seinem Boss absagen, weiß er doch, dass der mit ihm über mögliche Entlassungen in seinem Team sprechen will. Jonathan Forest ist attraktiv - keine Frage -, aber leider auch ein bisschen einschüchternd. Und als Sam sich während des Termins den Kopf stößt, nutzt er die Gelegenheit und tut das einzig "Logische": Er gibt vor, sein Gedächtnis verloren zu haben und sich deshalb auch nicht an ihr Gespräch erinnern zu können. Was zuerst wie eine gute Idee aussieht, entwickelt sich schnell zu einem Desaster, denn bei ihrer zweiten Chance, sich wirklich kennenzulernen, entdeckt Sam ganz neue Seiten an seinem verschlossenen Boss und beginnt, ungeahnte Gefühle für ihn zu entwickeln ..."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Da es bei mir gerade wieder zu schneien begonnen hat, schreibe ich einfach mal eine Rezension zu einem der Weihnachtsbücher, die ich dieses Jahr gelesen habe. Auch wenn ich zugeben muss, dass mich das Weihnachts-Setting hier doch eher überrascht hat. Immerhin weißt nichts in Klappentext oder auf dem Cover darauf hin, dass es hier um Weihnachten gehen könnte. Das könnte man vielleicht bei der nächsten Auflage noch ergänzen, denn ich bin sicherlich nicht die einzige, die es gestört hätte, von dieser Zeit zu lesen, wenn sie das Buch im Hochsommer aufgeschlagen hätte.

Ich habe auch bereits "Boyfriend Material" und "Husband Material" des Autoren gelesen. Und war von beiden gut unterhalten, auch wenn mir vor allem "Husband Material" zwiegespalten zurückgelassen hat. Ich möchte ehrlich mit euch sein: Auch wenn ich das Buch lustig und unterhaltsam fand, hielt ich die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten in beiden Büchern nicht für gesund. Deswegen war ich umso gespannter darauf, ob ich das gleiche Problem auch hier wieder haben würde.

In "The Lost Memory Project" habe ich sehr viele Elemente aus den anderen Büchern des Autoren wiedererkannt. Da wäre zum einen die Namensgebung der Figuren ("der übereifrige neue Chris") und das Verhalten der Nebencharaktere, die oft überzeichnet, aber genau deswegen lustig und liebenswert waren. Wie auch bei den anderen Büchern habe ich auch dieses gerne gelesen und fand gerade zu Beginn vieles lustig. Ich habe mich über weite Teile gut unterhalten gefühlt und das ist ja etwas definitiv Positives.

Die Ähnlichkeit geht aber leider auch in eine weniger positive Richtung. Auch hier halte ich die Protagonisten für überhaupt nicht kompatibel. Die beiden bringen die schlimmsten Charaktereigenschaften des jeweils anderen zum Vorschein. Sie mögen sich die meiste Zeit des Buches nicht mal! Jonathan ist ein ziemlicher Arsch und das ändert sich auch im Laufe des Buches nicht wirklich. Irgendwann scheint Sam das halt einfach nicht mehr wirklich zu stören. Der Umschwung von "Sam hasst Jonathan" zu "Sam liebt Jonathan" passierte dabei ordentlich schnell - für mich fast zu schnell. Sam wiederum lügt Jonathan das ganze Buch über an. Die Lüge wird erst so zehn Seiten vor Schluss aufgeklärt - was mir persönlich einfach zu spät war. Denn so entstand nicht unbedingt die ideale Grundlage für eine gesunde Beziehung und alles musste sehr schnell abgehandelt werden. Ich wartete ständig darauf, dass jetzt alles aufkam und die Beziehung zerbrach, damit die beiden neu zueinander finden könnten und sich dieses Mal in die Wahrheit verlieben könnten. Aber das ist leider nicht passiert und ich wurde auch nie so wirklich warm. Am Ende habe ich mir dann eigentlich sogar gewünscht, dass die Beziehung vielleicht einfach zerbricht und beide feststellen, dass sie ohne Partner besser dran sind.

Allerdings hatte ich auch mit Sam so ein bisschen meine Probleme. Er ist unglaublich gutherzig - aber das war für mich leider oft nicht komplett glaubwürdig. Denn gleichzeitig konnte Sam auch ordentlich austeilen und war gegenüber von Jonathan teils auch richtig gemein. Sam kann nicht mit Geld umgehen, ist keine Führungsperson und ich habe mich oft gefragt, wie es denn dazu kam, dass er die Filiale leiten durfte. Denn er wirkt auf mich nicht so, als würde er die notwendigen Kompetenzen mitbringen. Ich meine: Er hat einen Mitarbeiter, der dafür bekannt ist, die Ausstellungsstücke zu beschädigen. Da scheint fast täglich was zu passieren. Es tut mir ja echt leid, aber der würde nicht lange für mich arbeiten. Vielleicht macht mich das zu einem schlechten Menschen, denn der Angestellte braucht das Geld, um seine Oma zu pflegen, aber hallo? Da verstehe ich Jonathan und seine Aufforderung an Sam, diesen Mitarbeiter endlich zu feuern.

Auch hatte ich bei diesem Buch ein bisschen das Problem, dass nur sehr wenig passiert. Meiner Meinung nach hätte man ohne große Änderungen an der Handlung auch einfach hundert Seiten kürzen können. Hört sich hart an, ich weiß. Aber für mich persönlich war das Buch für so wenig Handlung und Entwicklung leider einfach zu lange.

Mein Fazit? Gerade der Beginn war echt gut und ich mag auch den Humor des Autors. Auch die Nebenfiguren waren mir sympathisch. Mit den beiden Protagonisten und ihren Liebesgeschichten konnte ich allerdings leider weniger anfangen.

Sonntag, 26. November 2023

Starling Nights. Im Schatten der Wahrheit [Hörbuch]

Autorin: Merit Niemeitz
Gesprochen von Lydia Herms und Philipp Oehme
Erschienen am 24.10.2023
Bei Harper Audio
ISBN: 9783745704082
Rezensionsexemplar: Ja
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Alles, was Mabel an der Universität Cambridge will, ist in Ruhe ihr Studium durchzuziehen. Doch als ihre beste Freundin Zoe in die Kreise einer geheimen Verbindung rutscht, gerät Mabels Stabilität ins Wanken. Schon bald findet sie heraus, dass der Bund der Stare seit Jahrhunderten eine Reihe seltsamer Ereignisse nach sich zieht. Ehe Mabel sich‘s versieht, befindet sie sich mittendrin – und damit ganz nah an Cliff, dessen Unergründlichkeit sie sofort fasziniert. Doch je näher sie ihm und seinen Freunden kommt, desto mehr bringt sie sich selbst in Gefahr …"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Als ich dieses Buch beim Verlag anfragte, wusste ich, dass das in beiden Extremen enden könnte. Entweder ich feiere dieses Buch, oder ich bekomme die Krise und breche es ab. Das sind irgendwie die einzigen beiden Optionen, die ich bei Dark Academia zu haben scheine. Fragt mich nicht warum. Umso glücklicher bin ich, dass bei diesem Buch ersteres der Fall war.

Wir begleiten hier Mabel während ihrer Zeit an der Uni. Sie ist intelligent, super ehrgeizig, bekommt ein Stipendium - und wäre da nicht ihre beste Freundin Zoe, wäre sie ziemlich alleine auf der Welt. Nicht, weil sie so ein unsympathischer Mensch ist oder eitel oder aus einem der üblichen nervigen Gründe, sondern weil sie vor nicht zu langer Zeit ihre Mutter verloren hat und das für sie verständlicherweise sehr traumatisierend war. Da hält sie sich dann lieber gleich fern von allen und bleibt für sich als dass sie sich nochmal so verletzlich macht und sich selbst nochmal so einem Schmerz aussetzt, wie sie ihn durch den Tod ihrer Mutter fühlen musste. Doch dann beginnt Zoe, sich mit einem neuen Typen zu treffen. Und das wäre ja an sich kein großes Problem, aber irgendwas stimmt mit diesem Typen und seinen Freund:innen nicht - und Mabels Eindruck verstärkt sich noch weiter, nachdem Mabel Zoe auf eine Party dieser Studentenverbindung begleitet.

Dieses Buch hat meiner Meinung nach mittelmäßig begonnen, aber schon nach der ersten Stunde des Hörens war ich angefixt. Ich habe das Hörbuch dann richtig schnell durchgesuchtet und hatte große Freude dabei, Mabel auf ihrem Weg zu begleiten. Dieses Buch hat mich tatsächlich dazu gebracht, länger im Fitnessstudio zu bleiben. Das ist einer der Orte, an denen ich immer Hörbücher höre. Und eigentlich wollte ich da nur eine halbe Stunde oder so bleiben, aber dann war diese Geschichte so spannend, dass ich dann am Ende fast zwei Stunden vor Ort war. Upsi?

Was ich an dieser Stelle besonders schön fand, ist, dass Cliff, das Love-Interest und unser zweiter Protagonist, nicht einfach als böser Bad Boy gezeichnet wurde, wie das aktuell in Büchern leider oft passiert. Ist er ein guter Mensch? Nein, ganz sicher nicht. Aber er hat ein Gewissen, er hat einen immer noch vorhandenen moralischen Kompass, er hat Tiefe und bereut, wenn es notwendig ist. Das machte es mir leicht, ihn doch irgendwie interessant zu finden und auch seinem Teil der Erzählung gerne zu folgen.

Und ich war tatsächlich überrascht, was es mit dem Bund der Stare auf sich hatte. Ich habe viele Theorien aufgestellt und nur eine davon hat sich zumindest teilweise bewahrheitet. Das hat mich überrascht, denn normalerweise bin ich inzwischen ziemlich gut darin, vorauszuahnen, was die großen Twists denn sein werden. Auch das war ein Punkt, der mich am Buch gefallen hat: Es hat es geschafft, mich zu überraschen und dabei aber trotzdem glaubwürdig zu bleiben.

Zu guter Letzt bleibt mir eigentlich nur noch eines zu sagen: Der zweite Band ist direkt auf meine Wunschliste gewandert und ich bin schon gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird.

Mein Fazit? Sehr spannender Fantasy-Roman, den ich gerne gehört habe.

Montag, 26. September 2022

Das irrationale Vorkommnis der Liebe

 Autorin: Ali Hazelwood
Erschienen am 20.09.2022
Im Rütten & Loening Berlin Verlag
ISBN: 9783352009648
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Für Neurowissenschaftlerin Bee ist die Liebe nur ein neurophysiologischer Zwischenfall, hoffnungslos instabil und der wahre Bösewicht menschlicher Beziehungen, deren neuronale Grundlagen sie erforscht. Als Frau in den Naturwissenschaften ist Bee eine bedrohte Art in einer von Männern beherrschten Welt, in der für sie stets gilt: Was würde Marie Curie tun? Dann wird ihr die Leitung eines neurotechnischen Wunschprojekts angeboten – was Marie Curie sofort annehmen würde. Aber die musste auch nie mit Levi Ward zusammenarbeiten, Bees langjährigem akademischem Erzfeind, der ihren Traum zum Projekt des Grauens macht. Bis Bee sich plötzlich in eine völlig irrational romantische Zwangslage verstrickt findet, in der nur noch zählt: Was wird Bee tun?"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Jetzt hats mich nach über zweieinhalb Jahren doch noch erwischt und ich sitze mit Covid daheim. Schade, ich hatte echt schon gehofft, dass ich einfach immun gegen diesen Virus bin. Aber naja, wenigstens habe ich jetzt eine gute Ausrede, mich die ganze nächste Woche lang in meine Decken einzuwickeln, literweise Tee zu trinken und Bücher zu lesen. Und dann starte ich mit einer frischen Dosis Antikörper ins neue Semester! Eines der ersten Bücher, die mir in meiner Isolation Gesellschaft leisten durften war "Das irrationale Vorkommnis der Liebe", Ali Hazelwoods zweites Buch, das ins Deutsche übersetzt wurde. Ihr erstes Buch "Die irrationale Unwahrscheinlichkeit von Liebe" mochte ich ja total gerne. Was mich daran besonders begeistert hat, war die Tatsache, dass das Universitäts-Setting glaubwürdig war. Eigentlich traurig, dass das eines der ersten Bücher war, wo ich es den Protagonisten wirklich abkaufte, dass sie an der Uni sind und wo die Wissenschaft wirklich eine Rolle spielt.

In diesem zweiten Buch geht es um die Neurowissenschaftlerin Bee, die bei einem Projekt der NASA gezwungen wird, mit ihrem Erzfeind zusammenzuarbeiten. Warum sie genau Feinde sind, weiß sie nicht, aber irgendwas scheint Levi an ihr abstoßend zu finden, schon seit ihrem Studium.
Bee ist eine total interessante Persönlichkeit. Mit Neurowissenschaften habe ich mich bisher nicht wirklich beschäftigt, aber nach diesem Roman verstehe ich, warum man das interessant finden kann. Bee lebt für die Wissenschaft. Das zeigt sich auch an ihrem Online-Leben: Sie ist der Kopf hinter dem beliebten fiktionalen Twitter-Account "WhatWouldMarieDo?", mit dem sie anderen Frauen Tipps gibt, wie sie mit Sexismus und Ungerechtigkeiten in der Welt der Wissenschaft umgehen kann. Dass sie dieses Doppelleben hat, fand ich sehr interessant. Das einzige, was mich an ihr störte, war die Tatsache, dass sie alle paar Kapitel wieder in Ohnmacht fällt. Da hätte ich mir früher oder später eine wissenschaftliche Erklärung gewünscht, warum ihr das passiert. Ich merke doch, dass die Autorin für dieses Buch viel recherchiert hat - warum gibt es für ihre Ohnmachtsanfälle dann also keine Erklärung, die weitergeht als "Ich hab halt keinen stabilen Blutdruck." Gibt es das? Und wenn ja: Gibt es dafür nicht wenigstens irgendeinen intelligent klingenden lateinischen Fachausdruck, den man hätte einbauen können?
Levi war mir in den ersten paar Kapiteln so unsympathisch, dass ich schon daran zu zweifeln begann, dass sich da irgendeine Art von glaubwürdiger Liebesgeschichte entwickeln könnte. Allerdings gab es dann später eine sehr interessante Wendung/Entwicklung, nach der ich Levi einfach in mein Herz schließen musste.

Wie schon im ersten Teil habe ich mir vieles angestrichen. Manche der Zitate werde ich vielleicht sogar mit euch teilen.
Trotzdem liegt auch einer meiner sehr wenigen Kritikpunkte im Bereich Schreibstil. Oder besser: im Bereich des Lektorats. Denn leider wurde gerade gegen Ende des Buches der ein oder andere Fehler übersehen. Da spricht dann zum Beispiel plötzlich offensichtlich eine falsche Person, ein Anführungszeichen fehlt oder ein Beistrich wurde falsch gesetzt. Nichts wirklich Tragisches, passieren sollten solche Fehler allerdings trotzdem nicht. Allerdings habe ich ja ein Vorab-Exemplar bekommen. Ich kann also immer noch hoffen, dass diese Fehler gefunden und behoben wurden, bevor das Buch auf dem Markt landete.

Mein Fazit? Wieder ein tolles Buch von Ali Hazelwood. Ich freue mich auf weitere Bücher und hoffe natürlich, dass sich eines davon einer Literaturwissenschaftlerin widmet.

Donnerstag, 8. September 2022

The Atlas Six

 Autorin: Olivie Blake
Erschienen am 1. September 2022 (als eBook. Die Printversion erscheint am 28. September 2022)
Im Fischer Tor Verlag
ISBN: 9783596707638
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Die Bibliothek von Alexandria ist niemals untergegangen, sie verwahrt im Verborgenen seit Jahrtausenden die dunkelsten Geheimnisse der Menschheit. Alle zehn Jahre bekommen die talentiertesten Magier*innen ihrer Generation die Möglichkeit, das uralte Wissen zu studieren: Jene, die die Initiation überstehen, erwarten ungeheurer Reichtum, Macht und Weisheit. Doch von den sechs Auserwählten werden nur fünf überleben.

Dieses Mal sind mit dabei: Libby Rhodes und Nico de Varona, zwei begnadete Physiomagier von der New York University of Magical Arts, die einander nicht ausstehen können. Die Telepathin Parisa Kamali und der Empath Callum Nova, beide Meister der Manipulation. Tristan Caine, der zynische Sohn eines Londoner Gangsters, der jede Illusion durchschauen kann, und Reina Mori, eine mysteriöse Naturmagierin aus Japan.

Zwischen den mächtigen Adepten beginnt ein Spiel auf Leben und Tod."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
An dieses Buch hatte ich sehr hohe Erwartungen. Ich habe in der englischen Bücherbubble schon sehr, sehr viel dazu gehört und vor allem sehr viel Positives. Die Protagonisten arbeiten und lernen ja in der geheimen Bibliothek von Alexandria und dieses Leben dort wurde immer wieder sogar mit Hogwarts verglichen. Das weckte bei mir natürlich viele positive Kindheitserinnerungen. Als ich dann sah, dass dieses Buch nun ins Deutsche übersetzt wird, war mir sofort klar, dass ich das lesen muss. Unbedingt.

Leider konnte dieses Buch meine Erwartungen nicht ganz erfüllen. Versteht mich nicht falsch: Ich glaube, dass dieses Buch viel Potential hat. Die Geschichte ist kreativ, ich liebe diese Welt, in der die Handlung spielt und bin mir sicher, dass man daraus viel machen könnte. Aber dieses Potential wurde meiner Meinung nach nicht ganz genutzt.

So blieben die Figuren meiner Meinung nach leider bis zum Ende recht blass. Am meisten Tiefe hatten da wohl Libby und Nico. Durch den Konflikt, der da zwischen ihnen herrschte, bekamen sie etwas Farbe. Aber den Rest hätte ich gerne noch etwas besser kennengelernt. Gleiches gilt für die Welt, in der die Handlung spielt. Dort ist Magie ein ganz normaler Teil des Alltags, zumindest wenn man der Sicht der Figuren trauen darf. Ich hätte gerne gewusst, inwiefern das die Welt beeinflusst. Inwiefern leben zum Beispiel Nicht-Magier anders als wir es tun? Ist Magie für sie auch so selbstverständlich? Müssen sie sich über Dinge wie Umweltverschmutzung Gedanken machen oder können solche Probleme durch Magie gelöst werden? All das hätte mich sehr interessiert, behandelt wurde es aber leider nicht. Auch habe ich jetzt nach der Lektüre nicht wirklich eine Ahnung, wie sich Magie für die Protagonisten anfühlt. Meiner Meinung nach wäre das sehr interessant gewesen.

Das Buch war an sich ja gut geschrieben, aber blieb für meinen Geschmack aber leider zu sehr an der Oberfläche. Ob ich dem zweiten Band noch eine Chance geben werde, mich zu begeistern? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Vielleicht, wenn ich gerade nichts anderes zu lesen habe. Wir werden sehen.

Mein Fazit? Mich konnte dieser Fantasyroman leider nicht ganz überzeugen. Schade, aber ich glaube einfach, dass da viel mehr möglich gewesen wäre.

Dienstag, 1. März 2022

Honey Girl

 Autorin: Morgan Rogers
Erschienen am 12.1.2022
Im dtv Verlag
ISBN: 9783423263047
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag
Klappentext:
»Kennen wir uns?«

»Naja, wir … haben in Vegas geheiratet.«

Als einzige schwarze Frau in einer weißen Umgebung ist die 29-jährige Grace es gewohnt, überall die Beste sein zu müssen – und so hat sie auch ihr Astronomiestudium mit Bestnote bestanden. Doch nach einem Wochenende in Las Vegas gerät ihr sonst so vorbestimmtes Leben aus den Fugen: Verkatert erwacht Grace mit einer Frau namens Yuki im Bett – und einem Ehering am Finger! Und obwohl sie und Yuki noch am selben Tag getrennter Wege gehen, kann Grace Yuki nicht vergessen. Zusehends unwillig, den Karriereansprüchen ihrer Umgebung Folge zu leisten, schmeißt sie alles hin und folgt Yuki nach New York – in ein Leben, das alle Gewissheiten, Lebensziele und vor allem ihre Haltung zum Thema Liebe fundamental infrage stellt.
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Eigentlich ist Grace ja eine hochintelligente junge Frau. Ich meine: Die hat einen Doktortitel in Astronomie. Aber dann wacht sie eines Tages in Las Vegas verkatert auf und muss feststellen, dass sie in der letzten Nacht geheiratet hat. Und zwar eine Frau namens Yuki. Wie die so ist? Gute Frage. Grace hat leider einen Filmriss und Yuki ist schon verschwunden. Wer weiß also schon so genau, wer Yuki ist und wie sie so drauf ist! Also bleibt Grace eigentlich nichts anderes übrig, als in ihr altes Leben zurückzukehren. Aber das ist auch nicht so einfach, jetzt, wo sie ihr Studium abgeschlossen ist. Grace ist die einzige schwarze Frau in einer weißen Umgebung und ist es deswegen eigentlich gewöhnt, dass sie immer ihr Bestes geben muss. Aber jetzt während der Jobsuche scheint ihr bestes einfach nicht mehr gut genug zu sein. Also beschließt Grace, sich eine Pause zu nehmen und reist zu Yuki, um endlich die Frau richtig kennenzulernen, die sie geheiratet hat.

Es hat mir sehr viel Freude gemacht, Grace auf ihrem Weg zu begleiten. Gerade der Anfang ist unglaublich mitreißend und es gibt viele witzige Stellen. Ein paar davon werdet ihr in Zukunft unter meinen Buchzitaten finden. Ich finde es gut, dass die ernsten Themen, von denen es auch in diesem Buch mehr als genug gibt, erst im Laufe der Handlung einfließen. Psychische Probleme und die Angst, verlassen zu werden oder nicht gut genug zu sein, spielen eine große Rolle. Es geht um Alltagsrassismus und strukturellen Rassismus. Das alles ist in einen super Schreibstil verpackt, der mich in seinen Bann gezogen hat.

Grace war mir auf Anhieb sympathisch. Sie ist definitiv keine einfache Persönlichkeit, aber das machte es für mich nur noch interessanter, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Yuki mochte ich persönlich eher weniger gern. Meiner Erfahrung nach gibt es Menschen, die nur wenig meiner Energie brauchen, wenn ich in ihrer Nähe bin und dann gibt es Leute, mit denen ich keine fünf Minuten sprechen kann, ohne mich nach einem starken Kaffee und meinem Bett zu sehnen. Yuki fühlte sich für mich wie letztere Art von Mensch an. Eine weitere Figur, die mir stark in Erinnerung geblieben ist, ist Graces Vater, der "Colonel". Er arbeitet beim Militär und ist ziemlich genau so, wie ich mir so einen Ausbildner beim Heer vorstelle. Er hat seine Tochter ihr Leben lang darauf gedrillt, dass sie immer die Beste sein muss, koste es, was es wolle. Keine besonders gesunde Einstellung, ich glaube, da sind wir uns alle einig. Und auch Grace weiß das eigentlich. Aber der Typ ist trotzdem ihr Vater und sie will, dass er stolz auf sie ist. Und wenn sie sich dafür zu Tode arbeiten muss, dann wird sie das tun.

Mein Fazit? Sehr spannender Roman. Einen kleinen Abzug gibt es, weil ich Yuki als Love-Interest nicht ganz nachvollziehen kann. Aber sonst ein cooles Buch, das ich euch gerne weiterempfehlen kann.

Dienstag, 4. Januar 2022

Shadowborn. Is my soul too dark for you?

 Autorin: Melanie Lane
Erschienen am 26.11.2021
Bei Loomlight im Thienemann-Esslinger Verlag
ISBN: 9783522654876
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Jeden Monat eine unschuldige Seele an den König des Schattenreichs opfern – so sieht Jujus Leben als Mitglied und zukünftige Hohepriesterin des mächtigsten Voodoo-Clans in ganz New Orleans aus. Und sie hasst es! Schlimmer wird es nur noch, als sie erfährt, dass Dean – seines Zeichens sexy Barkeeper und Jujus bester Freund – einen Pakt mit ebenjenem Teufel geschlossen hat. Im Tausch gegen Deans Seelenheil macht sie sich auf die gefährliche Suche nach einem göttlichen Amulett, doch dabei geraten nicht nur ihre Gefühle für Dean außer Kontrolle, sondern auch ihre eigene dunkle Magie."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Also nach New Orleans würde ich auch gerne mal fahren. Da spielen so viele Bücher und Filme, das muss ich mir irgendwann in der Realität ansehen. Außerdem steckt New Orleans voller Geschichten, die man wahrscheinlich nur so richtig genießen kann, wenn man vor Ort ist.

Aber jetzt ab zum Buch: Leute, lasst euch von diesem kindlichen Cover nicht täuschen. Dieses Buch würde ich nicht als Jugendbuch einstufen, eher als New Adult-Roman. Juju ist Mitte 20, genau wie die anderen Hauptfiguren auch. Auch wenn ich das zugegebenermaßen immer wieder vergessen habe. Sie benimmt sich für ihr Alter noch recht jugendlich, ihre Emotionen wirken manchmal etwas unreif und das Gleiche trifft auch auf die anderen Figuren zu. Gerade bei Dean hat mich das überrascht: Immerhin ist er nicht einfach nur ein sexy Barkeeper, sondern auch Besitzer von ebendieser Bar.

Jujus Familie ist nicht gerade gewöhnlich. Zum Beispiel gibt es in ihrem Haushalt keine Männer, wenn man von den Fröschen im Terrarium ihrer Tante absieht, die irgendwann mal ihre Lover waren. Dann ist da der Höllenhund, den Juju als Haustier adoptiert hat. Oder auch die Tatsache, dass ihre Familie vor Generationen einen Pakt mit dem Teufel geschlossen muss und nun seitdem jede Frau einmal pro Monat eine Seele abliefern muss. Doch Juju hat keine Lust mehr auf das Ganze. Sie will nicht mehr morden und beschließt, ihren eigenen Weg zu gehen. Ihre Familie ist davon nicht so begeistert und der Teufel höchstpersönlich erst recht nicht. Also bietet er Juju einen Pakt an: Ihr bester Freund Dean hat seine Seele an den Teufel verkauft. Er wäre bereit, diesen Handel aufzulösen, wenn Juju ihm ein Amulett bringt, mit dessen Macht er vielleicht sogar das Reich der Schatten verlassen könnte...

Schade finde ich, dass Juju einen großen Teil ihrer Entwicklung schon abgeschlossen hat, als die Handlung des Buches einsetzt. Gerade ihren Gewissenskonflikt, was das Seelensammeln angeht und ihre Entscheidung, das in Zukunft anders zu regeln, hätte ich gerne miterlebt.

Mein Fazit? Netter Roman für zwischendurch. Hat seine Schwächen, ich konnte ihn aber trotzdem genießen.