Dienstag, 28. Mai 2024

Verwandelt [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Ich bin mir immer noch unsicher, wie ich das mit den Arbeits-Rezensionsexemplaren machen soll. Denn ja: Hier bin ich schwach geworden und hab mir ein Buch in der Arbeit eingepackt. Soll ich das hier in der Rezension besonders kennzeichnen? Normalerweise tue ich das ja bei Rezensionsexemplaren immer. Aber: Das hier ist kein Rezensionsexemplar, das ich explizit für meinen Blog bekommen habe. Zählt das dann immer noch dazu? Oder fällt das dann unter Kategorie "Ganz normales Buch". Kann ich darüber eine Kurzrezension schreiben? Ich habe ganz ehrlich nicht die geringste Ahnung. Falls ihr besondere Wünsche habt, dann schreibt mir das gerne in die Kommentare, bis ich für mich selbst eine Antwort gefunden habe, probiere ich einfach ein paar verschiedene Varianten aus. Und meine erste Variante ist die für mich angenehmste: die Kurzrezension. Denn niemand zwingt mich dazu, dieses Buch auf meinem Blog zu rezensieren, denn ich lese es für ein anderes Medium, das mit diesem Blog kein bisschen zusammenhängt.

Also, worum geht es hier genau? Es handelt sich bei diesem Buch um eine Kafka-Biographie. Die beiden Autoren beschränken sich hier aber nicht nur auf Worte, sondern arbeiten auch mit Illustrationen und machen aus Kafkas Leben einen richtig spannenden Graphic Novel. Zusätzlich findet ihr hier einige Textausschnitte - wodurch diese Texte jeweils auch in Kafkas Leben verortet werden. Und gleichzeitig (zumindest bei mir) die Lust geweckt wurde, mal wieder einen (oder gleich alle) Kafka-Texte zu lesen. Kafka ist sowieso einer der Autor:innen, die mich besonders faszinieren. So sehr, dass ich sogar überlegt habe, meine Masterarbeit über einen seiner Texte zu schreiben, zumindest bis ich bemerkt habe, wieviel Sekundärliteratur ich dann berücksichtigen müsste. Meine Faszination mit ihm entstand viel zu früh, nämlich mit 12 Jahren. Damals habe ich mit meiner Familie einen Ausflug nach Prag gemacht und ging dort gemeinsam mit meinem Vater ins Kafka-Museum. Und tada: So wurde eine lebenslange Obsession in mir geweckt, die ich so schnell wohl nicht mehr loswerde. Warum das entstanden ist, kann ich bis heute nicht erklären, aber naja: Here we are!

Dieses Buch beschäftigt sich mit extrem vielen Themen, die für Kafka-Leser:innen spannend sein könnten - und das ohne, dass Vorwissen vorausgesetzt wird. Wahrscheinlich könntest du keine Ahnung haben, wer denn Kafka eigentlich ist, und dieses Graphic Novel trotzdem interessant finden. Besprochen werden sowohl Kafkas Familie und Jugend als auch seine Krankheit, seine Liebschaften und sein unerfüllter Wunsch, sich ganz dem Schreiben widmen zu können. 

Mein Fazit? Eine gut abgerundete Biografie mit tollen Bildern und vielen gut gewählten Textausschnitten und Zitaten. Konnte mich als  Kafka-Nerd sehr begeistern, ist aber sich auch was für Neulinge!

Sonntag, 26. Mai 2024

That Time I Got Drunk And Saved A Demon [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Wer diese Rezension außerhalb von meinem Blog liest, wird sehen, dass es hier keine Sternebewertung gibt. Und das hat damit zu tun, dass ich selbst an meiner Leseerfahrung schuld bin und die Autorin nichts dafür kann. Und jetzt denken sich wahrscheinlich alle, die diese Rezension lesen: Mira, WAS ZUR HÖLLE IST PASSIERT? Joa. Was soll ich sagen? Ich hab mich wie immer brav die Triggerwarnungen durchgelesen. Und da war auch ein Trigger dabei, den ich nicht kannte: Dubcon. Und anstatt zu googeln, was das denn bitte bedeutet, bin ich einfach davon ausgegangen, dass mich das wahrscheinlich eh nicht stören wird. Tja, und so habe ich auf die harte Tour rausgefunden, was denn dubcon bedeutet. Damit ihr das nicht auch googeln müsst: Dubcon steht für "dubious consent". Heißt also, dass nicht ganz klar ist, ob alle Figuren Consent geben oder nicht. Keine Ahnung, ob ich da einfach zu altmodisch bin, aber ich war eher überrascht, als ich diese Definition gelesen habe. Für mich gibt es nur klaren Consent oder keinen Consent. Und wenn kein Consent da ist, dann gibt es da für mich keine Diskussion und keine Zweifel - dann ist kein Consent da. Da gibt es für mich keine Graustufen: Entweder alle Beteiligten sind informiert und begeistert, oder sie geben keine Zustimmung. Wer nicht voll informiert und begeistert seine Zustimmung kund tut, gibt keinen Consent. 

Ihr seht also: Ich bin für Bücher mit dieser Triggerwarnung wirklich nicht die richtige Leserin. Deswegen war ich auch vor allem in der ersten Hälfte des Buches eher schockiert. Ich will wirklich kein Kink-Shaming betreiben, aber damit kann ich wirklich gar nichts anfangen. 

Die zweite Hälfte des Buches war dann eher die typische Romanze, die ich mir von Anfang an erwartet hätte. Auch das war kein absolutes Lesehighlight, aber für mich um einiges ansprechender als die erste Hälfte. Hier wurde mir dann leider fast zu viel mit Klischees gespielt. Gerade im Bezug auf den Dämon konnte ich diese nicht alle mit der Figur, die uns in der ersten Hälfte gezeigt wurde, in Einklang bringen.

Mein Fazit? Ich bin nicht die Zielgruppe und konnte deswegen leider nicht viel mit diesem Roman anfangen.

Mittwoch, 22. Mai 2024

Scheiß auf Selflove, gib mir Klassenkampf [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Wenn ihr diesen Blog lest, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr ähnlich denkt wie ich, und in der ersten Sekunde total verwirrt von diesem Titel sind. Wie sollen denn bitte Selflove und Klassenkampf zusammenhängen? Aber naja, um uns diesen Zusammenhang zu erklären, dafür ist ja Jean-Philippe Kindler da. Er erklärt hier, warum der aktuelle Trend rund um Selflove ein Zeichen dafür ist, dass der Klassenkampf schon lange überfällig ist. Anschließend geht er auch noch auf andere Bereiche unseres Lebens ein und stellt die Frage: Wo zeigt sich das noch? Dabei geht er auf viele interessante Punkte ein und zeigt so, wie ein neuer Klassenkampf die Situation für uns alle verbessern würde.

Ich persönlich war bis zum Ende etwas verwirrt, wie ein Klassenkampf denn nun wirklich aussehen würde. Ich höre dieses Schlagwort aktuell immer und immer wieder - aber weiß bis heute nicht, was ich mir darunter vorstellen kann. Auch dieses Buch konnte diese Frage leider nicht klären.

Ich stimme dem Autoren sicher nicht in jedem Detail seiner Argumentation zu. Aber: Er spricht viele wichtige Punkte an, argumentiert gut und ich kann seine große Message unterstützen. Ich kann mir zwar (wie so viele von uns) keine Alternative zum Kapitalismus vorstellen, aber das hängt wahrscheinlich eher damit zusammen, dass ich halt in diesem System aufgewachsen bin und darin lebe. Das geht sicher den meisten von uns so. Trotzdem kann der Kapitalismus nicht unsere beste oder sogar unsere einzige Option sein. Dieses System basiert auf der Ausbeutung von Menschen und der Natur. Das darf nicht unsere beste Option sein. Daran will ich einfach nicht glauben.

Mein Fazit? Ein interessanter Essay, den ich gerne gehört habe.