Sonntag, 5. Mai 2019

Monsters of Verity

Teil 1: Dieses wilde, wilde Lied
Teil 2: Unser düsteres Duett
Erschienen am 17.9.2018 und am 11.3.2019
im Loewe Verlag
ISBN 1: 9783785588635
ISBN 2: 9783785589229
Rezensionsexemplare: Nein und Nein

Quelle: Loewe Verlag
Quelle: Loewe Verlag




















Zur Autorin:
"Victoria Schwab lebt in Nashville, Tennessee, und arbeitete nach dem Studium in den verschiedensten Jobs, ehe sie ihre Leidenschaft zum Beruf machte. Mit ihren Büchern, die sich regelmäßig auf der New York Times-Bestsellerlist platzieren, hat sie sich in den USA bereits eine große Fangemeinde erschrieben. Sie veröffentlicht auch als V.E. Schwab."
Quelle: Loewe Verlag

Klappentext des ersten Buches:
"In der geteilten Metropole Verity City herrscht ein erbitterter Kampf ums Überleben. Denn jede neue Gewalttat der Menschen bringt leibhaftige Monster hervor, welche nachts den Bewohnern der Stadt auflauern ... 

In dieser düsteren Welt treffen die Kinder der beiden verfeindeten Herrscher aufeinander: Kate, die den Drang hat, sich endlich gegenüber ihrem Vater zu beweisen. Und August, der jeden Tag damit ringt, seine wahre Identität zu verbergen – denn August ist ein Sunai, eine extrem seltene und sehr gefährliche Art von Monster. Als Kate eines Tages in einen Hinterhalt gerät, müssen die beiden gemeinsam fliehen. Doch wem kannst du noch trauen, wenn die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwinden?"

Quelle: Loewe Verlag

Meine Meinung:
Einfach zwei großartige, großartige Bücher! Durchgehend spannend. Wirklich, ich hatte keine ruhige Minute! Ständig passiert etwas: Monster fallen über jemanden her, Menschen fallen übereinander her, Monster und Menschen fallen sich gegenseitig an... Action pur!

Ich bin ein Schwaab-Neuling. Erst jetzt, vor nicht mal fünf Minuten, fand ich heraus, dass sie auch schon andere Bücher geschrieben hat. Wirklich, wirklich viele andere Bücher. Tja, wieder was Neues gelernt. Das bedeutet, jetzt wohl, dass ich jetzt so einiges zum Nachholen habe. Die Frau hat einen hammermäßigen Schreibstil, den ich so erst sehr selten gesehen habe!

[Achtung, enthält Spoiler!]
Kate ist kalt wie ein Eisblock.  Zumindest zu Beginn. Sie ist mächtig und sie weiß das. Und sie lässt es jeden spüren, der ihr in den Weg kommt. Das kostet ihr den Platz an was-weiß-ich-wievielen Schulen, denn so bekommt sie, was sie will. Und was will sie? Sie will, dass ihr Vater stolz auf sie ist. Und dafür muss sie halt raus aus den Internaten, rein nach Verity, auch wenn die Stadt wirklich verdammt gefährlich ist. Auch wenn sie zu Beginn so kalt und unfreundlich ist, wurde sie mir doch bereits nach wenigen Kapiteln sympathisch. Ich begann sie zu verstehen, und zum Ende des ersten Bandes war sie mir bereits richtig ans Herz gewachsen.

August ist das Gegenteil von Kate. Er ist warmherzig und freundlich und sensibel. Und...er ist ein Monster, das sich von den Seelen der "Sünder" ernährt. Die Sünder sind alle die, die einem anderen Menschen das Leben genommen haben. Er wurde von Henry, einem der zwei Herrscher, adoptiert. Für ihn schleicht er sich auf einer edlen Privatschule ein und trifft dort auf - drei Mal dürft ihr raten - Kate. Mit ihm war es von Anfang an leicht. Ja, er ist ein Monster, ABER er ist total lieb - deswegen mochte ich ihn von der ersten Sekunde an. Er entwickelte sich am stärksten, viel stärker als Kate - auch wenn sie sich ebenfalls sichtbar weiterentwickelt. August möchte zuerst ein Mensch sein. Dann ist ihm das egal und er will nur mit Kate zusammen sein und auf keinen Fall "dunkel" werden. Dann ist ihm alles egal, er blendet seine Wünsche komplett aus und wird zum eiskalten Krieger. Und dann, zum Schluss, wird er doch wieder ein bisschen menschlich.

Das einzige, das ich zu bemängeln habe, ist, dass die Buchhandlung meines Vertrauens dieses Buch unter "ab 12" eingeordnet hat. Ich schätze, dass das ein Fehler war. Es muss ein Fehler gewesen sein. Mein zwölfjähriges Ich hätte von diesem Buch nämlich definitiv Albträume bekommen. Und, wir erinnern uns, blutige Thriller waren für mich echt kein Problem. Dabei war das Buch gar nicht sooo blutrünstig, wirklich nicht. Aber die Monster sind echt nichts für schwache Nerven, denn die werden wirklich gut beschrieben. Mich persönlich hat das nicht gestört (ganz im Gegenteil), aber gerade jüngeren Lesern könnte das, meiner Meinung nach, ziemlich Angst machen.




Freitag, 3. Mai 2019

Erebos 2 kommt!

Hallo ihr Lieben!

Ich hab sowas schon lange nicht mehr gemacht, aber ich dachte mir, heute schreibe ich wieder mal ein bisschen was über eine Neuerscheinung, auf die ich mich schon total freue. Und zwar erscheint am 14. August 2019 der zweite Band von "Erebos" von Ursula Poznanski!

Quelle: Autorenwebsite
Aber warum geh ich euch jetzt damit auf die Nerven? Immerhin gibt es ja jedes Jahr hunderte Neuerscheinungen, denen ich entgegen fiebere. Meine Wunschliste müsstet ihr sehen!

Und zwar hat dieses Buch etwas damit zu tun, wie es mit dem Blog hier angefangen hat. Am 6. August 2012 erschien meine allererste Rezension online. Sie war sehr kurz, das Bild wurde irgendwann irgendwie gelöscht und nie wieder online gestellt. Die Beistrichsetzung war katastrophal, der Ausdruck war sehr kindlich. (Ist ja nicht so, als wäre ich damals erst 12 Jahre alt gewesen, Neiiiin!).
Meine allererste Rezension schrieb ich über Erebos von Ursula Poznanski. Diese Rezension war das erste, was meine allerersten Leser von dieser Seite zu sehen bekamen.

Mein abschließender Kommentar dazu war und ich zitiere: "Eigentlich gibt es keine schlechten Kritikpunkte, aber mich hätte es auch nicht gestört, wenn es etwas länger wäre, oder es wenigstens einen zweiten Teil gäbe."
Tja, sieht so aus, als hätte sich mein Wunsch erfüllt. Amen und Halleluja!

Zum Abschluss für diese heutige und eher kurze Sondermeldung möchte ich nur eines sagen und zwar ist das eine Nachricht an die Autorin: Bitte, bitte versauen Sie es nicht! Riesen Fan hier, Ihre Bücher sind großartig. Nachricht Ende. Ich hoffe, dass ich nicht mit zu großen Erwartungen an "Erebos 2" rangehe - ich weiß ja, wie schnell man sonst enttäuscht wird!

Schreibt mir mal in die Kommentare, ob ihr den ersten Band gelesen habt und, wenn ja, ob ihr auch den zweiten lesen werdet? Oder seid ihr dem gegenüber eher kritisch eingestellt?

Alles Liebe und bis bald!
Eure Mira

Mittwoch, 1. Mai 2019

Du bringst mein Leben so schön durcheinander

Autorin: Claire Christian
Erschienen am 11.2.2019
Bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlags GmbH
ISBN: 9783522202572
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Zur Autorin:
Die Geschichtenerzählerin: Claire Christian, geboren in Australien, schafft es, nicht nur mit ihren Romanen ihr Publikum zu begeistern, sie ist auch mit Theaterstücken und Gedichten erfolgreich. Beispielsweise war ihr Stück „Bloom“ auf der Shortlist für den Griffin Award 2009 und die Autorin war eine der 125 führenden Frauen der YWCA Queensland im Jahr 2013. Für ihr Jugendbuchdebüt „Du bringst mein Leben so schön durcheinander“ erhielt sie 2016 den angesehenen Text Prize for Young Adult & Children’s Writing. Das Buch erschien 2019 als erstes von Christians Werken auch in deutscher Übersetzung. Claire Christian lebt und arbeitet derzeit in Brisbane.
Quelle: lovelybooks.de

Klappentext:
Eine poetische Liebesgeschichte für alle Fans von „Eleanor & Park"

„Weißt du, was die Japaner mit zerbrochenen Dingen machen? Sie setzen sie wieder zusammen. Aber die Lücken füllen sie mit Gold. Sie gehen davon aus, dass diese Risse eine Sache nur noch schöner und wertvoller machen, weil sie ein Teil ihrer Geschichte sind.“

Als Ava und Gideon sich beim Nebenjob im Schnellrestaurant kennenlernen, vermutet keiner von beiden, dass diese Begegnung alles verändert. Das beliebte Mädchen und der schüchterne Poetry-Slammer könnten nicht unterschiedlicher sein. Gemeinsam haben sie nur, dass Schicksalschläge etwas in ihnen haben zerbrechen lassen. Schnell entsteht zwischen ihnen eine tiefe Freundschaft, in der sie sich gegenseitig Halt geben. Immer intensiver werden die Gefühle, aus der Freundschaft wird mehr. Doch so viel Nähe sind beide nicht gewöhnt, ob ihre Liebe das aushalten wird?
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
An einer Erkältung gibt es nur ein Ding, das positiv ist: Man kann massenhaft Bücher lesen, denn was anderes kann man sowieso nicht machen. Also, beginnen wir mit der ersten Rezension in der Reihe "Mira-ist-verkühlt-und-wenn-sie-nicht-gerade-rumjammert-veranstaltet-sie-einen-Lesemarathon". Ach, im Titelfinden bin ich einfach großartig!

Also, beginnen wir: Der Klappentext wird der Geschichte nicht gerecht, wirklich nicht. Das hört sich so an, als wäre das eine 0815-Liebesgeschichte, zwischen dem beliebten Mädchen und dem Nerd, deren Umfeld sich enorm gegen diese Liebe wehrt. Denn cool und uncool, beliebt und unbeliebt passt halt einfach nicht zusammen!
Dabei ist diese Geschichte überhaupt nicht so, wirklich nicht. Beide Protagonisten sind liebevoll gestaltet, ohne Klischees und dafür mit ganz vielen originellen Ideen.
Ava trauert um ihre beste Freundin Kelly, die sich vor einem halben Jahr das Leben genommen hat. Seitdem findet sie sich in ihrem eigenen Leben nicht mehr zurecht. Sie wird der Schule verwiesen, fängt ständig Streitereien an und hat keine Lust auf gar nichts. Im Großen und Ganzen wirkt sie stellenweise wie ein kleines Kind, das wie wild um sich schlägt, damit jeder auf Abstand bleibt. Gleichzeitig muss sie versuchen stark zu bleiben und sich erwachsen zu verhalten. Diese zwei gegensätzlichen Reaktionen Avas knallen ständig aufeinander und machen es ihrem Umfeld und auch ihr selbst wirklich sehr, sehr schwer.
Gideon kämpft seit seiner Kindheit mit Depressionen. Momentan hat er sie unter Kontrolle, doch er hat trotzdem Angst. Ständige Angst. Vor Vorstellungsgesprächen, vor gut aussehenden Mädchen, vor fremden Menschen, vor neuen Situationen. Kurz: vor dem Leben.

Trotzdem ist dieses Buch nicht traurig. Gut, es ist traurig. Aber nur ein bisschen. Die Traurigkeit ist immer da, aber fast nie dominierend. Ganz im Gegenteil: Während dem Lesen habe ich regelmäßig laut gelacht und hatte insgesamt ein richtig breites Grinsen im Gesicht. [Danke an den älteren Herren, der mir im Zug gegenüber gesessen ist, und mich gefragt hat, mit wem ich denn da gerade Nachrichten schreibe, dass ich so glücklich bin! Du warst eines meiner Highlights der bisherigen Woche, vor allem deine Reaktion darauf, dass man "auf diesem flachen Ding Bücher lesen kann"!]
Das Buch ist also wirklich alles andere als traurig. Es ist ungemein positiv und unterhaltsam, ist lustig und macht Hoffnung. Und gleichzeitig werden die (auch negativen) Emotionen der Figuren manchmal so stark, dass es sich wie ein heftiger Schlag ins Gesicht anfühlt.

Die Liebe zwischen Gideon und Ava ist von Anfang an ungewöhnlich und das nicht, weil sie beide psychische Probleme haben. Das finde ich lobenswert. Warum ist diese Liebe so ungewöhnlich, wenn nicht, weil sie beide psychisch labil sind? Nun, gut, dass ihr gefragt habt. Machen wir es im Stil von Gideon und schreiben eine Liste:
  1. Gideon hat kein Handy und keinen Computer. Also, er hat beides, aber er weigert sich bis zum Ende beides einzuschalten. Stattdessen schreiben sich Gideon und Ava Briefe. Diese Briefe sind nicht besonders tiefgründig und nicht so kitschig, dass sie zum erbrechen wären. Ganz im Gegenteil: Beide wissen eigentlich gar nicht so wirklich, wie man Briefe schreibt und schreiben einfach irgendwas, was ihnen gerade einfällt.
  2. Sie schreiben sich gegenseitig Gedichte. Ja, auch Liebesgedichte, aber nicht so nervig romantische!
  3. Es kommt zu einem totalen Rollentausch. Ihr kennt das sicher aus einer Milliarde Liebesgeschichten: Die Frau ist die schüchterne, der Mann ist mutig und laut. Nun, hier nicht. Die Frau ist "besonders", der Mann hält sich zumindest dafür. Nun, hier nicht. Hier sind beide einfach wirklich besondere Menschen, ohne Anführungszeichen. Die Frau ist total unerfahren, der Mann ist seeeehr erfahren. Wie gesagt: Totaler Rollentausch.
  4.  Die beiden fassen einander mit Samthandschuhen an und das ist total süß! Ich weiß nicht, ob das in vielen anderen Liebesgeschichten auch so ist - normalerweise kommt es mir eher so vor, als hätten Protagonisten Spaß dabei, sich gegenseitig zu verletzen.
  5. Beide behalten ihre Probleme. Gerade junge Autoren auf Seiten wie zum Beispiel wattpad.de scheinen Liebe oft als eine Art Allheilmittel zu betrachten. Hier ist die Liebe das nicht. Sie ist schön und gibt beiden etwas, an dem sie sich festhalten können, aber beide behalten ihre Probleme und ihre Fehler.
Alles in allem also ein richtig süßes Buch.  Auf jeden Fall eine der besten und schönsten und am wenigsten klischeehaltige Liebesgeschichten, die ich in den letzten Jahren gelesen habe! Und deswegen, hat dieses Buch den Approved-Stempel mehr als nur verdient!