Donnerstag, 6. Februar 2020

A Good Girl's Guide to Murder

Autorin: Holly Jackson
Erschienen am 20.12.2019
Im One-Verlag
ISBN: 9783846600870
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Zur Autorin:
"Wenn gute Mädchen Böses tun: Holly Jackson wurde 1992 geboren und wuchs in Buckinghamshire im mittleren Südengland auf. Sie begann mit dem Schreiben von Geschichten schon sehr früh und schloss mit fünfzehn Jahren ihren ersten Versuch eines Romans ab.
Mittlerweile hat sie viel Übung im Schreiben und wagt mit ihrem Yound-Adult-Roman „A good girl´s guide to murder“ ihr Debüt als Autorin. Der erste Teil dieser Buchreihe erschien 2019.
Sie lebt in London, liebt Videospiele, das Schreiben und weist andere Leute gerne auf grammatikalische Fehler hin."
Quelle: lovelybooks.de

Klappentext:
"Eigentlich ist der Fall abgeschlossen: Vor fünf Jahren wurde die Schülerin Andy Bell von ihrem Freund Sal Singh ermordet. Die Polizei ist sich sicher, dass es so war. Die ganze Stadt ist sich sicher. Alle - außer Pippa. Für ein Schulprojekt will sie den Fall noch einmal aufrollen. Bewaffnet mit ihrem Laptop, einer Diktiergerät-App und viel Mut beginnt Pippa, Fragen zu stellen. Doch bald merkt sie, dass nicht alle wollen, dass die dunklen Geheimnisse der Vergangenheit gelüftet werden ..."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Dieses Buch verdient den Hype, der darum gemacht wird. Genau deswegen hab ich es angefragt: Ich wurde von großartigen Rezensionen zum Buch verfolgt und wollte wissen, ob die auch gerechtfertigt sind. Wie ihr wisst, bin ich da meistens gleich nochmal kritischer, als ich es eh schon bin. Meist bin ich dann enttäuscht, wenn das Buch nicht ganz meinen Erwartungen entspricht. Aber hier? Jede positive Rezension ist absolut gerechtfertigt.

Pippa, unsere Protagonistin, ist eine Streberin und damit total authentisch. Normalerweise sind viele Streber in den Büchern entweder unsympathisch, nervige Nebencharaktere oder einfach unglaubwürdig. Aber Pippa ist keines der drei Dinge. Sie ist total toll! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Ich muss ehrlich sagen: Teilweise erinnerte sie mich ein bisschen an mich selbst. Ja, ich oute mich gerade als Streberin. Total überraschend, ich weiß. Immer wieder, wenn Pippa über ihre Einstellung zum Thema Schule und Hausübungen spricht, erkannte ich mich total in ihr wieder. Ist einfach so.

Die Geschichte war spannend und machte Spaß. Wir begleiten Pippa dabei, wie sie versucht, ihr Schulprojekt umzusetzen und dabei die Unschuld von Sal zu beweisen. Sie kannte ihn nämlich, früher, als sie noch jünger war und sie kann sich nicht vorstellen, dass er sowas macht. Die Geschichte wird auf zwei Arten erzählt: Erstens so wie man es von Büchern halt kennt, mit Sicht auf Pippa, in der dritten Person. Zweitens, als eine Art Lerntagebuch. Pippa muss so eines führen, für dieses Schulprojekt. Dort sammelt sie all ihr Material, das eben bei ihrem Projekt so anfällt: Transkripte von Interviews, Beweismaterial und so weiter und so weiter. Die Abschnitte des Lerntagebuchs fand ich persönlich spannender, weil sich da Pippa so richtig austoben konnte. Das machte einfach Spaß.

Der Schreibstil ist großartig. Ich habe dieses Buch innerhalb kürzester Zeit durchgesuchtet. Nicht mal einen Tag hab ich dafür gebraucht. Der Schreibstil ist lebendig, fließt so richtig schön dahin und da ist immer so eine feine Prise Humor dabei. Das war einfach nur erfrischend. Gerade in Krimis und Thrillern ist es sehr schwer, Humor zu verwenden, ohne dass dadurch das ganze Buch lächerlich wird. Holly Jackson hat aber bewiesen, dass es doch möglich ist. Wow! Hätte ich nicht geglaubt!

Mein Fazit? Ein supertolles Buch, das ich euch wärmstens empfehlen kann.

Dienstag, 4. Februar 2020

Dark World. EinThriller aus der nahen Zukunft

Autorin: Laura Lam
Erschienen am 9.12.2019
Im Heyne Verlag
ISBN: 9783453317208
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zur Autorin:
"Laura Lam wuchs in der Nähe von San Francisco auf und lebt heute in Schottland. Sie ist Autorin vieler Kurzgeschichten, Essays und Romane, darunter der preisgekrönten »Micah Grey«-Trilogie. Neben dem Schreiben unterrichtet sie Creative Writing an der Edinburgh Napier University."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Taema und Tila sind siamesische Zwillinge. Sie wachsen in einer Sekte auf, die jede medizinische Behandlung ablehnt. Als ihnen mit sechzehn die Flucht gelingt, können sie sich endlich voneinander trennen lassen – seither schlägt in der Brust einer jeden von ihnen ein mechanisches Herz. Doch die beiden Schwestern bleiben einander innig verbunden. Zehn Jahre später kommt Tila eines Abends blutüberströmt nach Hause und wird kurz darauf wegen Mordes verhaftet. Taema ist schockiert – und von Tilas Unschuld überzeugt. Als die Polizei ihr einen Deal anbietet, schlüpft Taema in die Rolle ihrer Schwester und taucht ab in die düstere Welt von San Franciscos Drogensyndikaten ..."
Quelle: Verlag

Meine Meinung: 
Das erste Buch, das mich in den Ferien begleiten durfte. Und gleich ein absolutes Highlight für mich, das ich nur so verschlungen habe. Zwischendurch versank ich so tief in dem Buch, dass ich nicht mehr reagierte, wenn ich angesprochen wurde und total desorientiert war, wenn ich kurz mal eine Lesepause einlegte. Das spricht für sich, nicht wahr? Weil  ich aber weiß, dass das als Rezension doch noch zu kurz ist, schreib ich wohl doch noch ein bisschen mehr.

In diesem Buch geht es um die Zwillinge Taema und Tila. Sie wurden als siamesischer Zwillinge geboren, die an der Brust zusammengewachsen sind. Das eigentliche Buch spielt aber zehn Jahre später: Die beiden sind der Sekte entkommen, leben getrennte Leben und finden sich in dieser neuen Welt eigentlich ganz gut zurecht. Bis eines Abends Tila blutüberströmt vor Taemas Haustüre auftaucht und kurz darauf verhaftet wird. Dieser eine Abend stellt Taemas Leben auf den Kopf. Sie ist die Hauptfigur in diesem Buch, auch wenn wir auch Tila durch Tagebucheinträge besser kennen lernen dürfen. Taema ist total verängstigt. Das ist eigentlich die Emotion, die sie das Buch hindurch am meisten beeinflusst. Sie fürchtet sich vor so vielem: Dass sie Tilas Unschuld nicht beweisen kann, dass sie und ihre Schwester sterben müssen und vor allem, dass sie Tila vielleicht falsch eingeschätzt hat und sie vielleicht doch schuldig sein könnte. Diese Angst wirkte dabei aber nie nervig oder übertrieben, sondern einfach nur authentisch. Taema wirkte einfach total menschlich und war für mich eine sehr spannende Protagonistin, die ich sehr gerne noch länger begleitet hätte. Aber naja, ich gehe fix davon aus, dass es noch einen weiteren Teil geben wird. Nicht, weil diese Geschichte nicht abgeschlossen wäre, denn das ist sie, aber weil auf Goodreads hinter dem Titel (Pacifica #1) steht. Ich hab keine Ahnung, was es mit dem Pacifica auf sich hat, immerhin könnte ich mich nicht daran erinnern, dass eine Pacifica im Buch vorgekommen wäre. Aber egal: Das #1 weißt auf jeden Fall darauf hin, dass es auch eine #2 geben wird. Warum denn sonst überhaupt Nummern verteilen, nicht?

Die Geschichte fand ich total spannend, gerade weil sie in einer so nahen Zukunft spielt. 2050, wenn mich nicht alles täuscht und ich das richtig in Erinnerung habe. Das werde ich miterleben, denke ich zumindest. Da wäre ich dann 50 Jahre alt. Deswegen fand ich es sehr interessant zu lesen, wie sich Lam die Zukunft so vorstellt. Und ich muss sagen: Sie scheint wirklich in Ordnung zu sein. Diese Version der Zukunft ist nicht perfekt, wirklich nicht. Es gab sogar einige Elemente, die mich zum Nachdenken brachten, ob das nicht vielleicht eine Dystopie ist. Allerdings gibt es auch vieles, das ich eigentlich ganz gut fand oder zumindest nicht unbedingt nur schlecht. Zum Beispiel, dass animierte Tattoos in dieser Zukunft möglich sind. Oder, dass die Medizin sich um so vieles weiterentwickelt hat. Und am spannendsten fand ich, dass sich diese Zukunftsversion gar nicht so abwegig anfühlte. 2050 ist in 30 Jahren - da kann viel passieren. Oder hätte sich vor 30 Jahren irgendwer vorstellen können, dass wir heutzutage Smartphones, Laptops und Virtual-Reality-Brillen haben? Ich denke nicht. Ehrlich gesagt hab ich aber keine Ahnung, ich bin noch nicht so alt.

Den Schreibstil fand ich auch gut. Er konnte mich wirklich fesseln und ich habe dieses Buch nur so verschlungen und jede Seite davon genossen. Zu Beginn war der Stil etwas gewöhnungsbedürftig. Auch da nicht schlecht und eigentlich sogar gut, aber doch gewöhnungsbedürftig. Aber sobald ich dann wirklich drin war, nahm ich gar nichts mehr um mich herum war.

Mein Fazit? Total spannendes Buch, das ich euch wirklich weiterempfehlen kann. Die Lektüre hat mir total Spaß gemacht und ich bin sehr gespannt, ob es wirklich einen zweiten Teil geben wird.

Sonntag, 2. Februar 2020

Sandgrab

Autorin: Helene Tursten
Erschienen am 9.9.2019
Im btb-Verlag
ISBN: 9783442718030
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Zur Autorin:
"Geschichten hinter Mundschutz entwickeln: Helen Tursten, geboren am 17.2.1954 in Göteborg, ist eine schwedische Schriftstellerin. Die ehemalige Zahnärztin musste aufgrund einer rheumatischen Erkrankung, ihren Beruf im Alter von 39 Jahren aufgeben. Seitdem schreibt sie Kriminalromane. So nutzte sie ihre neu gewonnene Freizeit und Energie dafür, das Ausgedachte auf Papier zu bringen. Heute lebt sie in Sunne/Värmland."
Quelle: Verlag

Klappentext:
"Es ist kurz vor Weihnachten, und die neunjährige Amelie verlässt ihre Schule in Strömstad in Südschweden, um nach Hause zu fahren. Doch sie kommt nie an. Kurz darauf verschwindet ein weiteres Kind, und der Verdacht richtet sich gegen einen schweigsamen und sonderbaren Teenager in dem kleinen Ort. Doch als ein Polizist tot aufgefunden wird und kurze Zeit später ein explosionsartiger Brand in einer Scheune ausbricht, ist die Polizei hoch alarmiert. Kriminalinspektorin Embla Nyström von der Mobilen Einheit der Bezirkskriminalpolizei Västra Götaland, übernimmt den Fall. Leben die Kinder noch? Oder läuft im idyllischen Strömstad ein Serienmörder frei herum?"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich durch die Prüfungsphase begleitet. Deswegen hab ich dafür leider auch länger gebraucht, als eigentlich geplant. Total nervig, weil jetzt mein Leseplan total durcheinander ist, aber egal. Jetzt sind ja Ferien, jetzt hab ich wieder etwas mehr Zeit. Gott sei Dank. Die nächsten Tage werde ich mich mit meinen Katzen und einer großen Kanne Tee verkriechen und einfach nur noch lesen.

Aber jetzt weg von mir und hin zum Buch. Dieses Buch wird die meiste Zeit aus der Sicht Emblas erzählt. Embla ist eine ziemlich coole Polizisten von irgendeiner besonderen Einheit, deren Sinn ich nicht ganz verstanden habe. Sie ist eine moderne Frau, die ihrem Beruf mit Herzblut nachgeht. Der Fall der verschwundenen Kinder geht ihr ziemlich nah und sie möchte alles geben, um die Kinder bald wieder zu ihren Eltern zurückzubringen. Ich mochte sie. Das einzige, was mich an ihr gestört hat, war, dass sie irgendwann in der Mitte des Buches dann plötzlich eine dunkle Vergangenheit bekam. Diese dunkle Hintergrundgeschichte war für den Rest der Geschichte nicht wirklich relevant. Davor hat überhaupt nichts darauf hingewiesen, aber plötzlich war das dann halt einfach da und hat das restliche Buch überschattet. Das wirkte dabei irgendwie so, als hätte die Autorin nach einem Lückenfüller gesucht, der der Protagonistin mehr Tiefe verleiht und so den Leser fesselt und dazu bringt, den nächsten Band der Reihe auch noch zu lesen. Das hätte man sich meiner Meinung nach sparen können. Das Buch wäre doch auch ohne spannend gewesen! Das hätte ich persönlich sogar besser gefunden, weil es authentischer gewirkt hätte.

Die Geschichte des Buches fand ich ziemlich gut und sehr spannend. Besonders anspruchsvoll ist das Buch nicht, aber ich wollte während meiner Prüfungsphase auch auf keinen Fall irgendwas zu hohes lesen. Wenn ich eh schon den ganzen Tag Platon, Saussure, Goethe und Kristeva lese, dann will ich nicht auch noch am Abend hohe Literatur lesen. Aber egal. Weiter im Text. Das Geschichte machte Sinn und verlief total anders, als ich es gedacht habe. Dieses Ende hätte ich nie im Leben erwartet. Im Laufe der Geschichte muss Embla sich mit sehr vielen unterschiedlichen Problemen befassen. Die meiste Zeit war ich mir gerade zu Beginn nicht sicher, ob und wenn ja, wie zur Hölle die einzelnen Fälle denn zusammenhängen. Die Autorin hat es aber tatsächlich geschafft, alle Stränge so zusammen zu bringen, dass das Sinn macht. Im letzten (oder vorletztem) Kapitel, wo sich dann alles auflöst, war ich einfach nur noch baff. Wow! Damit habe ich echt nicht gerechnet. Fand ich gut, hat mir gefallen.

Den Schreibstil fand ich auch in Ordnung. Er war jetzt nicht der beste, den ich jemals irgendwo gesehen habe, aber ich fand ich ganz in Ordnung. Gut genug, um mich fesseln zu können.

Mein Fazit? War ganz gut. Die Lektüre fand ich gut, aber es gab halt leider doch ein paar kleinere Schwachstellen.