Dienstag, 27. Juni 2023

No More Tears. Dein Anti-Fuckboy Guide

Autorin: LalalaLetMeExplain
Erschienen am 21.06.2023
Im Goldmann Verlag
ISBN: 9783442179817
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Gibt es überhaupt anständige Männer?
Wo kann man sie finden?
Und ist es die Mühe wirklich wert?
Die Antwort ist klar: In den meisten Fällen ist Frau mit einem Hund oder einer Katze besser beraten als mit einem Partner – leider. Fakt ist, dass Frauen nicht nur lustig-peinliche, sondern auch unangenehme, übergriffige und beängstigende Situationen beim Dating und beim Sex erleben müssen.
Von Ghosting und Negging bis hin zu Gaslighting und Missbrauch – das ist der erste Datingratgeber, der zeigt, auf welche Red Flags Frauen* achten müssen, damit sie nicht versehentlich in eine Beziehung mit Männern geraten, die eigentlich nur auf Sex aus sind oder insgeheim Frauen hassen.
Selbstbewusst Nein sagen und Zeichen einer potentiell gesunden, gleichberechtigten Beziehung erkennen – mit dem Anti-Fuckboy-Guide kein Problem."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Dass Dating oft unangenehm oder sogar gefährlich sein kann, können wohl die meisten Frauen und Personen, die als Frauen gelesen werden, bestätigen. Und auch wenn die Anfangsphase einer Beziehung überstanden wurde, wird die Situation für uns nicht unbedingt sicherer. Immerhin werden leider immer noch Frauen von ihrem (meist männlichen) Partner geschlagen, manipuliert und viel zu oft sogar ermordet. Wie wir das in Zukunft vermeiden können? Am besten, indem wir damit anfangen, unsere Söhne anders zu erziehen, unseren Brüdern nichts durchgehen zu lassen und keine Typen daten, die uns oder andere Frauen wie Dreck behandeln. Und es wäre auch schön, wenn die paar männlichen Leser, die ich habe und die bis hierher gelesen haben, ihre Freunde darauf ansprechen, wenn die sexistische Sprüche klopfen oder Frauen anbaggern.

Der Autorin dieses Buches ist es bewusst, dass Dating nicht unbedingt immer nur schön ist. Deswegen hat sie dieses Buch ja erst verfasst und ihren Instagramaccount erstellt, auf dem sie Ratschläge zu den Themen Dating und Liebe gibt. Und der scheint ziemlich gut zu laufen, wenn man bedenkt, dass das Buch der Autorin nun ins Deutsche übersetzt wurde. Der Fokus der Autorin liegt hier auf verschiedenen RedFlags, die frau kennen muss, um mehr oder weniger sicher daten zu können. Sie spricht über verschiedene Bindungsstile, über Manipulationsstrategien und über verschiedene Arten des Missbrauchs, wie sie in Beziehungen vorkommen können.

Das Buch ist schön gestaltet, das habe ich auch beim eBook direkt erkannt. Ich gehe davon aus, dass die Seiten, in denen Zitate aus dem Text hervorgehoben sind, bunt gestaltet sind? Und dass die verschiedenen Red Flags rot und die Green Flags durch grünen Hintergrund hervorgehoben wurden? Ist beim eBook natürlich immer etwas schwer zu erkennen, da mir nur Grautöne angezeigt werden, aber das wäre meine Interpretation der verschiedenen Grauschattierungen.

Für mich persönlich war es vor allem mal schön, eine klare Auflistung von Red Flags vor mir zu haben und diese auch erklärt zu bekommen. Denn in der Vergangenheit ist es leider nicht gerade selten vorgekommen, dass ich Red Flags einfach nicht erkannt habe oder nicht richtig interpretiert habe - und dann enttäuscht wurde. Hier wurde in leicht verständlicher Sprache erklärt, warum diese Dinge, die hier als Red Flags bezeichnet werden, überhaupt problematisch sind.

Diese leicht verständliche Sprache ist gleichzeitig aber auch mein erster Kritikpunkt. Dadurch werden nämlich viele Konzepte stark vereinfacht dargestellt. Ein Beispiel dafür ist zum Beispiel das psychologische Phänomen der Limerenz, das hier wirklich stark vereinfacht wurde. So stark vereinfacht, dass ich keinen Unterschied zwischen Limerenz und für mich normaler Verliebtheit erkennen konnte. Das hat dazu geführt, dass ich sofort gedacht habe, dass ich von diesem Phänomen betroffen sein könnte. Erst weitere Recherche hat bei mir zu erleichtertem Aufatmen geführt, denn erst so wurde mir klar, wie viel extremer Limerenz eigentlich ist als sich Verliebtheit für mich anfühlt. Ich stalke nicht, weder online noch offline, ich möchte nicht diese Person sein und mein Alltag wird nicht nur noch von dieser Person geprägt. Viele dieser Aspekte wurden hier aber zwecks der Vereinfachung ausgespart. Bis zu einem gewissen Grad kann ich nachvollziehen, dass die Autorin ihr Buch einfach halten möchte, damit es für eine möglichst breite Zielgruppe verständlich ist, aber eine Aussparung wichtiger Aspekte und eine Vereinfachung halte ich gerade bei psychischen Erkrankungen für gefährlich.

Mein zweiter Kritikpunkt bezieht sich auf die Vorgehensweise bei ersten Dates, die die Autorin empfiehlt. Ihrer Meinung nach ist es Zeichen von beidseitigem Desinteresse, wenn getrennt gezahlt wird. Sie findet, dass Männer immer und unter allen Umständen bezahlen sollten. Und dem stimme ich einfach nicht zu. Ich habe mein eigenes Geld und fühle mich unwohl dabei, wenn ein Mann darauf besteht, für mich zu bezahlen. Da entsteht dann so eine seltsame Hierarchie. Der Mann wird in die Rolle des finanziellen Versorgers getrennt, ich in die Rolle der finanziell von ihm Abhängigen, die ihm aufgrund der Abhängigkeit Zuneigung schuldet. Ja, vielleicht interpretiere ich in eine solche Situation zu viel hinein. Meine Gefühle gegenüber solcher Situationen ändert das aber trotzdem nicht.

Mein Fazit? Im Großen und Ganzen ein schön gestaltetes und informatives Buch. Stellenweise fand ich aber die Vereinfachungen problematisch und den Finanztipps der Autorin kann ich gar nicht zustimmen.

Montag, 26. Juni 2023

That Kind of Guy [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

So, jetzt habe ich mir endlich das große Finale der Ravenswood-Reihe von Talia Hibbert gegönnt. Diesmal geht es um die Liebesgeschichte zwischen Rae und Zach, die beide im letzten Buch eingeführt wurden. Das habe ich übrigens glaube ich noch gar nicht rezensiert, oder? Tja, kommt schon noch. Nur Geduld, Leute!

Rae hat sich nach ihrer Scheidung von ihrem jetzt Ex-Mann in das Dörfchen Ravenswood zurückgezogen, wo die Gerüchte über sie sofort hochgehen. Denn wenn man eine Frau in ihren 40ern ist, die geschieden ist UND eine große Narbe im Gesicht hat, dann muss ja irgendwas seltsam an dir sein. Dass Rae noch dazu recht schüchtern, sehr verträumt und ein Nerd ist und einen sehr, SEHR großen Hund hat, verbessert ihren Ruf nicht gerade. Durch die Protagonistinnen der letzten Bücher hat Rae aber trotzdem schnell eine Gruppe netter Leute gefunden. Unter ihnen ist Zach. Er hat eigentlich den Ruf, die Dorfmatratze zu sein, doch Rae hat davon bisher nicht besonders viel mitbekommen - was sie eigentlich schade findet, denn sie findet Zach unglaublich attraktiv. Der Grund für diesen Verhaltenswechsel? Zach hat endlich akzeptiert, dass er demisexuell ist. Das ist eine Sexualität auf dem Asexualitäts-Spektrum. Sexuelle Anziehung gibt es für Leute, die demisexuell sind, erst dann, wenn sie eine tiefere emotionale Bindung zu jemandem entwickelt haben. Dass das Zachs sexuelle Orientierung ist, weiß bisher aber noch niemand, denn bisher hat er sich noch nichtmal bei seinem Bruder geoutet.

Zumindest bis Rae zu einer Convention eingeladen wird, bei der auch ihr Exmann anwesend sein wird. Und Rae will ihm nicht unbedingt alleine entgegentreten und will auch auf gar keinen Fall das ganze Wochenende lang mitleidige Blicke aushalten müssen. Deswegen bittet sie Zach darum, sie zu begleiten. Als Fake-Freund. Und natürlich stimmt Zach zu. Und natürlich kommt man sich während so einer Fake-Beziehung auch näher....

Wie auch die vorhergehenden Teile, hat mir auch Teil drei super gefallen - allerdings halte ich ihn für schwächer als die beiden vorhergehenden Bücher der Reihe. Raes Perspektive fand ich sehr spannend und interessant, Zachs halte ich dafür für weniger gut gelungen. Versteht mich nicht falsch, auch die ist gut. Aber für mich war der Wechsel zwischen "keine Attraktion" und "Rae, bitte spring mit mir in die Kiste und zwar SOFORT" doch etwas zu schnell. Da hätte mir persönlich ein schleichender Übergang besser gefallen. Ich hätte mir auch insgesamt gewünscht, dass sich die Beziehung zwischen den Figuren langsamer entwickelt. Normalerweise ist Talia Hibbert da ja Meisterin darin, doch hier hat das nicht ganz so gut funktioniert wie in ihren anderen Büchern.

Um nun aber mit den positiven Aspekten dieses Buches abzuschließen: Ich liebe die Dialoge zwischen Zach und Rae. Ich liebe Talia Hibberts Schreibstil und ich halte auch diesen dritten Teil im großen und ganzen für lesenswert. Und natürlich: Die genialen Dialoge sind halt einfach Talia Hibberts, zumindest meiner Meinung nach.

Mein Fazit? Kann leider nicht ganz mit den vorhergehenden Büchern mithalten, hat mir aber trotzdem gefallen.

Freitag, 23. Juni 2023

Die unheimliche Stille. Warum außerirdische Zivilisationen schweigen [Hörbuch/Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Viele von euch wissen es nicht, aber wenn mir mein Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaften nicht gefallen hätte, wäre Physik meine zweite Wahl gewesen. Vor allem die Astrophysik hat es mir angetan und ich habe schon als Kind Dutzende Bücher über das Weltall verschlungen. Was für mich besonders spannend ist, ist das Phänomen, das in diesem Buch beschrieben wurde: Unser Universum ist unvorstellbar groß. So groß, dass ich es am liebsten als unendlich groß beschreiben würde, auch wenn das offensichtlich nicht stimmt. Aber trotz dieser unglaublichen Größe ist die Erde bisher der einzige Planet mit intelligentem Leben, den wir kennen. Dieses Buch beschäftigt sich mit der Frage, wie das denn bitte sein kann.

Die Autoren betrachten hier die Suche nach außerirdischem Leben aus verschiedenen Perspektiven. Sie sprechen über die Geschichte der Erforschung von Signalen, die eventuell von Aliens stammen könnten, erklären, was man überhaupt unter intelligentem Leben versteht und welche Voraussetzungen denn wahrscheinlich stimmen müssen, damit sich Leben auf einem Planeten entwickelt. Außerdem wird das Fermi-Paradoxon beschrieben (das streng genommen kein Paradoxon ist, wie uns hier erklärt wird) und diskutiert, ob es überhaupt eine gute Idee ist, Aliens auf uns aufmerksam zu machen, oder ob das vielleicht gefährlich für uns werden könnte.

Die Erklärungen erfolgen in einer Sprache, die für mich unterhaltsam und leicht verständlich war. Besonders schön fand ich, dass es die Autoren geschafft haben, hier auch Humor einzubauen - das ist ja bei Sachbüchern auch nicht selbstverständlich. Und durch diesen Humor schaffen es die beiden, auch noch weitere wichtige Themen aufzugreifen, nämlich die Klimakatastrophe, die sich aktuell entwickelt, aber auch die Gefahr, die uns durch Atomwaffen droht. Die Möglichkeit, dass wir uns durch unseren Leichtsinn und unseren Egoismus selbst vernichten werden, wird so sehr deutlich sichtbar und ich glaube, dass das eine sehr wichtige Message ist, die nicht oft genug erwähnt werden kann.

Mein Fazit? Sehr gut gelungenes Buch, durch das ich viel Neues über die Suche nach außerirdischem Leben lernen durfte.