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Sonntag, 21. August 2022

Vergiss mein nicht

 

Quelle: Verlag

Als Kind habe ich Kerstin Gier immer gerne gelesen. Vor allem die Welt von "Silber" hat mich in ihren Bann gezogen. Als "Vergiss mein nicht" angekündigt wurde, habe ich lange überlegt, ob ich dieses Buch lesen soll. Immerhin bin ich in der Zwischenzeit doch etwas älter geworden und ich wollte mir die Erinnerung an die Bücher der Autorin nicht kaputt machen, falls mir dieser neue Roman dann nicht gefällt. Dann hat meine Neugierde aber doch gesiegt und ich habe mir dieses Buch gekauft.

Tja, was soll ich sagen? Ich habe keine Sekunde bereut, dass ich den Roman gekauft habe. Das Lesen hat mir einfach Spaß gemacht. Ich wollte immer weiter in die Welt der Protagonisten eintauchen, sie Stück für Stück weiter kennenlernen und all die kleinen Details entdecken, die Kerstin Gier in dieser Geschichte versteckt hat. Als der zweite Teil im Nachwort angekündigt wurde, habe ich gejubelt. Informationen dazu habe ich bisher zwar noch keine gefunden, aber ich bin mir sicher, dass ich es herausfinden werde, wenn es dann so weit ist.

Die erste Protagonistin ist Matilda und ich habe ihre Kapitel besonders genossen. Sie ist das "Problemkind" einer streng katholischen Familie, obwohl sie eigentlich ziemlich zahm ist. Einfach nur, weil sie nicht wirklich daran interessiert ist, den Glauben ihrer Familie in diesem Maß auszuleben, wie diese es tut. Der zweite Protagonist ist Quinn. Er liebt Parkour, aber dann hat er gleich zu Beginn des Buches einen schlimmen Autounfall, den er nur knapp überlebt und ist danach an den Rollstuhl gefesselt. Und zusätzlich scheint auch sein Gehirn in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein (seine Worte, nicht meine), denn plötzlich sieht und hört er Dinge, die eigentlich nicht da sind, nicht da sein können. Dass plötzlich Matilda vor seiner Tür steht (die er in der ersten Sekunde mal wieder für ihre schreckliche Cousine Louisa hält), ist ihm zuerst gar nicht recht. Doch dann wird ihm bewusst, dass sie ja seinen Rollstuhl schieben könnte und er so eher herausfinden kann, was mit ihm passiert. Und so beginnt für dieses Team wieder Willen ein Abenteuer, mit dem sie so nicht gerechnet haben....

Mein Fazit? Habe ich sehr gerne gelesen. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil!

Freitag, 3. Januar 2020

Kalter Strand [Abgebrochen]

Autorin: Anne Nordby
Erschienen am 13. 3. 2019
Im Gmeiner Verlag
ISBN: 9783839224250
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zur Autorin:
"Hinter dem Pseudonym Anne Nordby verbirgt sich Anette Strohmeyer. Die 1975 in Göttingen geborene Autorin lebt und arbeitet in Kopenhagen. Sie schreibt Krimis, Thriller und Hörspiele. Viele Jahre verbrachte sie in Skandinavien, Neuseeland und den USA. Ihre Erfahrungen verarbeitet sie in den internationalen Settings ihrer Romane. Auch nahm die Autorin an verschiedenen Writers‘ Rooms teil, in denen sie gemeinsam mit anderen Autoren Serienstoffe und -konzepte entwickelte. Mehr auf www.anette-strohmeyer.de"
Quelle: Verlag

Klappentext:
"»Und jetzt zu deiner neuen Aufgabe: Kaufe vier Benzinkanister, gehe zu einem Haus in
deiner Nachbarschaft - aber eines, in dem auch Menschen sind! - und schütte das Benzin dort aus. Mit der Fackel zündest du das Haus an! Widersetzt du dich meinem Befehl, bekommst du Stefanies Kopf mit der Post zugeschickt.
Du hast nur heute Nacht Zeit!
Und vergiss nicht: Ich sehe alles.
DAS AUGE.«"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Uff, die erste Rezension des Jahres und schon die ist negativ. Na, das kann ja was werden, das ist sicher ein ganz tolles Omen!  Bei diesem Buch konnte der Funken leider überhaupt nicht überspringen. Und naja, man wird nicht jünger. Lebenszeit ist kostbar. Deswegen hab ich abgebrochen, auch wenn ich es vielleicht sogar geschafft hätte, mich durch das ganze Buch hindurchzuzwingen. Doch, ganz ehrlich? Warum sollte ich das tun? Dafür ist mir meine Zeit dann doch zu schade, denn die könnte ich mit anderen Büchern verbringen, die mich auch wirklich begeistern können.

Aber was zur Hölle hat mich denn dazu gebracht, abzubrechen? Nun, mein Hauptgrund war wohl der Klappentext. Der ist total spannungsgeladen und hört sich nach der Art von Buch an, die ich gerne lese. Ich war total gespannt und hatte sehr große Erwartungen. Ich meine, wenn der Klappentext schon so ist, muss mich das Buch doch fast begeistern, nicht? Nun, leider spielte der Klappentext, außer im Prolog, dann gar keine Rolle mehr. Ich hab bis etwa Seite 150 gelesen und bis dahin war dann kein einziges Mal die Rede von dem Auge oder von ominösen Handlungsanweisungen oder Morddrohungen oder was auch immer. Nur ein netter Familienurlaub und nebenher Ermittlungen zu einem toten Mädchen, das kurz vor ihrem Tod vergewaltigt wurde und daher wahrscheinlich Selbstmord beging. Keine Ahnung, ob das dann wirklich der Grund für ihren Tod war, wie gesagt, ich hab dann nicht weitergelesen. An sich ist die Idee ja gut, aber doch nicht, wenn ich etwas ganz anderes erwarte! Ich lese ein Buch doch genau wegen dem Klappentext und nicht, um dann eine Geschichte zu verfolgen, die scheinbar nichts mit dem Klappentext zu tun hat. Wie gesagt, ich hab nicht zu Ende gelesen. Vielleicht würde das Buch ja noch ganz gut werden. Vielleicht hat der hintere Teil des Buchs ja noch mehr mit dem Klappentext zu tun. Wer weiß. Ich weiß es nicht. Und ich habe auch nicht die Lust das noch herauszufinden. Die Hinleitung zur eigentlichen Geschichte ist mir also, um mich nochmal kurz zu fassen, eindeutig zu lang und zu zäh.

Auch mit den Hauptfiguren wurde ich leider nicht ganz warm. Sie scheinen zwar interessant zu sein, aber leider nicht interessant genug, um mich dazu zu bringen, das Buch weiterzulesen. Da ist halt der nette Familienvater, der anfängt seltsame Dinge in der Siedlung zu beobachten, in denen seine Familie und er den Urlaub verbringen, und der Polizist, der irgendwie Probleme mit dem Meer zu haben scheint, die aber nie weiter ausgeführt werden. Ich wette irgendjemand ist ertrunken und er gibt sich die Schuld daran.

Den Schreibstil fand ich eigentlich sogar ganz gut. Er war zumindest nicht schlecht. Aber leider hat auch der gute Schreibstil nicht gereicht, um mich dazu zu bringen, das Buch zu beenden. Sehr schade, aber so ist das nun mal.

Mein Fazit? Aufgrund des sehr spannenden Klappentextes bin ich leider mit falschen und vielleicht auch zu hohen Erwartungen an das Buch herangegangen. Der Funke konnte dann leider nicht überspringen, was ich sehr schade finde. Aber naja, kann man nichts machen.

Sonntag, 24. September 2023

Ice Planet Barbarians. Liz und Raahosh [Kurzrezension/Hörbuch]

 

Quelle: Verlag

Wie ihr wisst, habe ich erst vor Kurzem den ersten Teil dieser Reihe gehört und ja, ich fand ihn problematisch, ja, objektiv war das nicht gut und ja, ich hatte trotzdem meinen Spaß. Deswegen hier auch jetzt meine Rezension zum zweiten Teil, der irgendwie sogar noch schlimmer war als der erste und den ich trotzdem aus irgendeinem Grund zumindest erträglich fand. Er war schwächer als der erste Teil, aber trotzdem nicht so grauenhaft, wie ich es erwartet habe.

Ach ja: Für diese Rezension gilt Spoiler-Gefahr! Leute, wenn ihr nicht wissen wollt, wie dieses Buch endet, solltet ihr jetzt zum Lesen aufhören!

Sagt euch das Stockholm-Syndrom etwas? Das bezeichnet ein Phänomen, bei dem die Opfer einer Geiselnahme oder Entführung für die Täter positive Gefühle entwickeln. Das muss nicht unbedingt eine Verliebtheit sein, wie das in der Literatur dann oft ist - einfache Sympathie reicht schon. Für die Betroffenen muss das unglaublich verwirrend und einfach grauenhaft sein und ich bin keine Psychologin, kenne mich nicht damit aus, aber wenn ich das richtig verstanden habe, ist das eine Art Schutzmechanismus für die Psyche eines Menschen. (Widersprecht mir gerne, wenn ihr es besser wisst. Ich bin Literaturwissenschaftlerin mit Google-Zugriff, keine Psychologin) 

Genau dieses Stockholm-Syndrom spielt auch hier in diesem Buch eine Rolle. Innerhalb des ersten Kapitels wird Liz von Raahosh entführt und ist mindestens die erste Hälfte des Buches seine Gefangene. Was sie zu Beginn natürlich grauenhaft findet, so wie das wohl alle tun würden. Vor allem, weil er seinen Wunsch, sie zu schwängern, von Anfang an ganz klar mitteilt. Immerhin hat sein Khui (ein Parasit, der es ihnen ermöglicht, auf dem Planeten zu leben) bei Liz angeschlagen, sie ist jetzt also seine Gefährtin und soll sich gefälligst nicht so anstellen. Wen interessiert schon Consent oder so? Auf diesem Planeten spielt das keine Rolle, wie wir auch anhand Raahoosh Eltern eindrucksvoll demonstriert bekommen. Leider ist Raahoosh bis zum Ende des Buches nicht wirklich in der Lage, die Beziehung seiner Eltern kritisch zu hinterfragen. Das finde ich schade, denn ich glaube, dass das Raahoosh mehr Tiefe verliehen hätte und es mir ermöglicht hätte, ihn positiver zu sehen. So wirkt er halt die meiste Zeit einfach wie das Stereotyp des wilden Barbaren, ohne das zu irgendeinem Zeitpunkt zu durchbrechen.

Auch Liz zeigte sich hier nicht unbedingt von ihrer besten Seite. Fangen wir mal damit an, dass sie eindeutig nicht die hellste Kerze auf der Torte ist und die meiste Zeit nur herumzickt. Okay, letzteres verstehe ich irgendwie, immerhin wurde sie entführt. Aber wie kann man nur so mit sich selbst beschäftigt sein, dass man mehrere Kapitel lang nicht checkt, dass dein Entführer deine Sprache versteht und man sich deswegen vielleicht doch zweimal überlegen sollte, was man so von sich gibt? Und wie schnell passierte da bitte der Wechsel zwischen "Ich hasse Raahosh, weil er mich entführt hat" und "Raahosh ist der beste Mann im ganzen Universum und ich will ein Kind von ihm" passiert? Lizs Verliebtheit ist unglaublich krankhaft und ich habe mir gewünscht, dass eine der entführten Frauen Psychologie-Studentin ist, um mal ein ernsthaftes Wörtchen mit Liz zu sprechen. Als nämlich Raahosh (Gott sei Dank) mit den Konsequenzen seiner Entführung umgehen muss und ins Exil geschickt wird, dreht Liz komplett durch und versteift sich auf den Gedanken, dass es alle auf sie und ihre Liebe zu Raahosh abgesehen haben und alle gemein und böse sind. Liz. Mädel. Ganz langsam und für Anfänger: Der Typ hat dich entführt. Eure sexuellen Begegnungen waren nicht immer zu hundert Prozent consensual, du hast nicht immer deine volle Zustimmung gegeben und warst auch gar nicht in der Lage dazu, überhaupt informierten Consent, informierte Zustimmung zu geben. Dass der Stamm Regeln für solche Aktionen hat und Raahosh rauswirft, ist das mindeste, was er für dich tun kann. Oh mein Gott, sei froh, dass nicht alle Männer in diesem Stamm Psychopathen sind! Vergiss Raahosh und schnapp dir irgendeinen anderen Alien!

Dieses Buch ist extrem problematisch und diese problematischen Aspekte werden hier auch romantisiert. Überlegt euch also auf jeden Fall gut, ob ihr dieses Buch lesen möchtet.

Und trotzdem. Ich weiß nicht warum. Es gibt keinen Grund dafür. Aber ich möchte auch den dritten Teil hören, sobald er auf Skoobe verfügbar ist.

Mein Fazit? Eine grauenhafte und problematische Geschichte. Und trotzdem will ich wissen, wie es weitergeht.

Sonntag, 5. Januar 2020

Vergiss nie - Ich weiß, wer du wirklich bist

Autor: J. S. Monroe
Erschienen am 18. 11. 2019
Im Blanvalet Verlag
ISBN: 9783734108051
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag


Zum Autor:
"Eine Vorliebe für Psycho-Spielchen: J.S. Monroe ist ein britischer Schriftsteller. Er studierte Englisch in Cambridge und fing nach seinem Abschluss an als Journalist zu arbeiten. Er verfasste Artikel und Kolumnen für zahlreiche renommierte Tageszeitungen Englands.
Darüber hinaus war er als Auslandskorrespondent für den „Daily Telegraph“ und als Redakteur für „BBC Radio 4“ tätig. Sein Debüt als Autor gab er mit seinem Thriller „Find Me“. Seitdem ist Monroe für seine Psycho-Thriller bekannt. Heute lebt der Autor zusammen mit seiner Familie in Wiltshire."
 Quelle: Verlag

Klappentext:
"Du glaubst, niemand erinnert sich an die Wahrheit? Du irrst dich ...

Eine junge Frau steigt in einem kleinen englischen Dorf aus dem Zug. Ihre Tasche wurde gestohlen und mit ihr ihre Identität. Sie kann sich an nichts mehr erinnern. Noch nicht einmal an ihren Namen. Nur eines weiß sie noch: wo sie wohnt. Jetzt steht sie vor Tonys und Lauras Tür. Sie behauptet, dort zu leben. Die beiden behaupten, sie noch nie zuvor gesehen zu haben. Einer von ihnen lügt – und die Wahrheit ist so schockierend, dass sie das Leben der drei für immer zerstören könnte …"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Das war anders, als ich es erwartet habe. Aber auf gute Art anders. Auf, "verdammt, das sind gute Plottwists, wieso hab ich das nicht kommen sehen"- Art anders.

Die Hauptfigur des Buchs ist eine junge Frau, deren Name zumindest zu Beginn des Buches unsicher ist.  Und deswegen werde ich hier auch nicht verraten, wie sie wirklich heißt. Ätsch, müsst ihr schon selber lesen! Auf jeden Fall ist diese junge Frau total verwirrt: Sie ist am Flughafen angekommen, dann wurde ihre Tasche gestohlen und damit auch ihre Identität, wie es scheint. Sie hat keinerlei Erinnerungen mehr, was sie in London wollte, wo sie hergekommen ist oder wer sie überhaupt ist. Nicht mal an ihren Namen kann sie sich mehr erinnern. In ihrer Jackentasche hat sie ein Zugticket, deswegen geht sie davon aus, dass sie dorthin wollte. Sie steigt also in den Zug und fährt dorthin. Eines der Häuser kommt ihr bekannt vor, sie ist sicher: da wohnt sie. Und dann öffnet jemand anders die Tür. Tony und Laura. Sie eine junge Yogalehrerin, er Besitzer eines veganen Cafés und Fotograf von Seepferdchen. Beide behaupten, die junge Frau nicht zu kennen - trotzdem beschließen sie ihr zu helfen. Das Problem dabei? Nun, einer der zwei hat ein düsteres Geheimnis. Ein wirklich unglaubliches Geheimnis, auf das ich von selbst nie gekommen wäre.

Das gesamte Buch handelt von, wie könnte es anders sein, unserem Gedächtnis und seinen Tücken. Woran erinnert die namenlose junge Frau sich, woran nicht? Was ist passiert, was hat ihren Verdächtnisverlust ausgelöst? Doch nicht nur darüber spricht das Buch: Auch über Alzheimer und darüber, wie es den Angehörigen geht, welche Arten des Vergessens es gibt und wie zur Hölle Seepferdchen mit dem Thema Erinnern und Vergessen zusammenhängen. Gerade letztere Frage fand ich total spannend. Und die Erklärung stimmt sogar. Ich habe das online nachgeprüft und brrr, ich weiß, warum ich nie, nie, nie Ärztin werde. Sogar schon solche Bilder sind mir zu viel und ich meine, da war jetzt nicht mal wirklich viel Blut zu sehen.

Die Geschichte fand ich gut. Voll mit einem Haufen von Plottwists. Der Autor führt den Leser ständig hinters Licht. Alle paar Seiten dachte ich, haha, jetzt hab ichs! Jetzt weiß ich was hier los ist und jetzt kenn ich die Geheimnisse der Geschichte. Ich weiß, worum es geht, ich weiß, was passieren wird, jetzt kann ich mich entspannt zurücklehnen und einfach nur abwarten, bis sich meine Vorhersagen erfüllen. Dann blättere ich zweimal um und der Autor belehrt mich eines Besseren. Plötzlich kommt dann alles ganz anders und nichts ist so, wie es zu sein scheint.

Den Schreibstil fand ich sehr angenehm und fesselnd. Ich hatte sofort ein Bild vor Augen und konnte mich gar nicht mehr losreißend. Das ist gut, da das natürlich ein Qualitätsmerkmal ist, das bei weitem nicht alle Bücher erfüllen können. Gleichzeitig ist das aber schlecht für mich, denn ich habe die Ferien damit verbracht, an einer weiteren Proseminararbeit zu schreiben und es kostete mich sehr viel Willenskraft, das Buch auch wieder wegzulegen.

Mein Fazit? Hat mir gefallen, fand ich sehr gut. Dieses Buch kann ich euch empfehlen, mich konnte es begeistern.

Donnerstag, 28. November 2024

Der längste Schlaf [Kurzrezension]

Quelle: Verlag


Es gibt fast nichts Schlimmeres für mich, als wenn ich nicht gut schlafen kann. Eine schlaflose Nacht und die nächsten paar Tage sind zum wegwerfen. Dann bekomme ich nichts mehr auf die Reihe und fühle mich einfach generell ganz ekelhaft. Mehrere schlaflose Nächte hintereinander? Nope, vergiss es! Da muss ich mich krankschreiben lassen. 
In meiner Kindheit und Jugend war das Nicht-Schlafen-Können leider ein eher häufiges Problem. Gerade mit so 12, 13 Jahren hatte ich eine Phase, in der ich diese Schlaflosigkeit im Nachhinein doch eher schon als krankhaft bezeichnen würde. Ich konnte einfach nicht schlafen. Ich lag da, aber der Schlaf kam nicht. Es war grauenhaft. Heute bin ich meiner Schlaflosigkeit Gott sei Dank entwachsen und leide nur noch in extremen Stressphasen darunter. Und auch dann ist es für mich heute nicht mehr so schlimm wie es das als Kind war. Dann schalte ich mir meine Lieblingspodcasts ein, zücke mein Rätselbuch, mach mir eine Wärmflasche und koche mir noch eine Kanne Tee. Und meistens bekomme ich dann trotzdem noch zumindest ein paar Stunden Schlaf. Gott sei Dank!

Anders geht es hier Mara Lux. Sie ist Schlafforscherin und leidet ironischerweise ebenfalls an Schlaflosigkeit. Doch ihre Gründe sind anders und etwas ungewöhnlicher als die meinen es waren: Sie hat seit ihrer Kindheit prophetische Träume. Was sie im Schlaf sieht, passiert oft auch. So auch der Autounfall, bei dem ihre Eltern gestorben sind. Daher hat sie bis heute panische Angst vor ihren Träumen und hat einige Tage sogar versucht, gar nicht mehr zu schlafen. Und diese Angst zeigt sich schon zu Beginn der Handlung als berechtigt: Bereits zu Beginn der Handlung träumt sie, dass ihre Nachbarin durch den Himmel fliegt – und findet am nächsten Tag heraus, dass diese aus dem Fenster gefallen oder gesprungen ist.
In Deutschland ist Mara fast nie, zu viel erinnert sie dort an ihre Eltern. Doch dann wird sie durch
einen Anwalt aus Frankfurt kontaktiert. Ein ihr fremder Mann möchte ihr anonym ein Herrenhaus
vererben. Zuerst glaubt Mara an Betrug, dann an eine Verwechslung, schließlich reist sie doch an –
und plötzlich träumt sie von einem maskierten Mann und einem Mädchen, das ihre Hilfe braucht.
Gleichzeitig scheint es im Herrenhaus zu spuken – oder ist das doch eine Psychose, die durch Maras
Schlafmangel ausgelöst wurde?

Melanie Raabe kannte ich zuvor nur durch ihre Krimis und Thriller. „Der längste Schlaf“ ist wiederum eher ein sehr spannender Roman mit Mystery- und Horror-Elementen. Traum und Realität vermischen sich, verschwimmen ineinander, und wir Leser:innen rätseln an jedem Morgen wieder, welche Traumelemente sich heute denn wieder in Maras Alltag drängen werden. Das macht mir Lust auf mehr aus diesem Genre!
Wir zweifeln gemeinsam mit Mara an ihrem Verstand, wundern uns über das Herrenhaus und bangen um das kleine Mädchen. Vor allem in der zweiten Hälfte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die letzten 200 Seiten habe ich in einer Sitzung verschlungen.

Mein Fazit? Ein geniales neues Buch von Melanie Raabe!

Sonntag, 2. Juli 2023

Meine liebsten Buchzitate #116

 1. "Milch, Blut, Hitze" von Dantiel W. Moniz

Es dämmert Margot, dass auch ihre Mutter die Welt zum ersten Mal erlebt, trotz ihrer Jahre. 

2.  "Highly Suspicious and Unfairly Cute" von Talia Hibbert, Seite 26

"Give me five synonyms for hypocrite, and yes, you're allowed to use your own name."

3. "Untouchable" von Talia Hibbert, Seite 215

Lisha, 

DO NOT TOUCH THE EXPOSURE. Unless you want your model to look like the ghost of a croissant, in which case, go for it. 

Nate.

4."Vergiss mein nicht. Was bisher verloren war" von Kerstin Gier, Seite 33

"Anmutig wie eine Katze", sagte Bax. "Oder wie heißen die Tiere mit den großen Augen, die immer auf Sandbänken herumliegen?"

5. "No more Tears" von LalalaLetMeExplain, Seite 42

Auch die Konnotationen, die mit dem Wort "Single" einhergehen, ärgern mich - es wird suggeriert, dass man ohne romantischen Partner allein ist -, und Begriffe wie "sein Glück finden" ärgern mich noch mehr, weil man auch ohne Partner rundherum glücklich sein kann. Wer in einer Beziehung lebt, wird niemals gefragt: "Warum hast du einen Partner?" Seltsamerweise geht alle Welt davon aus, dass eine Beziehung in jedem Fall besser ist als keine Beziehung.