Freitag, 8. April 2022

Neuzugänge im März

 Hey ihr Lieben!

Nun ist schon wieder ein Monat vorbei und wow, war in dem viel los bei mir! Meine Vorlesungen, Seminare und Übungen sind jetzt Gott sei Dank zu großen Teilen wieder vor Ort. Da bin ich echt froh darüber, denn ich nehme einfach viel mehr mit. Gleichzeitig merke ich aber auch, dass das seinen Tribut fordert: Vor Ort bin ich produktiver, kann endlich wieder ordentlich mitlernen und dabei auch noch meine Studienkolleginnen sehen und nach der Uni vielleicht spontan noch einen Kaffee mit ihnen trinken. Mir tut das total gut. Aber ich merke trotzdem, dass es mir mehr Energie kostet. Energie, die ich dann in andere Dinge nicht investieren kann. Mein Blog gehört zu diesen Dingen dazu. Nein, keine Angst, ich plane nicht, mit dem Bloggen aufzuhören. Aber ich muss mir meine Ressourcen besser einteilen. Seit die Pandemie begonnen hat, habe ich mindestens jeden zweiten Tag gepostet. Das geht jetzt einfach nicht mehr. Ab jetzt kommt also nur noch jeden dritten Tag ein Post und ich werde einfach mal schauen, wie das so funktioniert.

So, jetzt aber zu lustigeren Themen: meine neuen Bücher. Im März habe ich es geschafft, mich zusammenzureißen und nicht in jeden Buchladen hineinzugehen, den ich sehe. Und bei mir sind auch keine neuen Rezensionsexemplare angekommen. Daher ist mein Stapel der Schande nur um zwei Bücher gewachsen und die sind beide selbstgekauft. Ist das die geringste Anzahl an Neuzugängen, die ich seit Inbetriebnahme dieses Blogs hatte? Gute Frage. Kann sehr gut sein. Ich hoffe, ihr seid alle stolz auf mich. Ich glaube, ich sollte mich für meine Selbstbeherrschung belohnen... mit einem neuen Buch oder so...

Quelle: Verlag

Mit diesem Buch habe ich seit Ewigkeiten geliebäugelt. Das Cover finde ich süß und die Idee ist großartig. Literatur als Medizin... Hört sich für mich richtig an! Egal wie schlimm/frustrierend/traurig oder auch wunderschön einige Tage oder Phasen meines Lebens waren, da waren immer meine Bücher. Ich weiß ehrlich nicht, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich nicht immer Geschichten gefunden hätte, in die ich mich flüchten kann. Ich wäre definitiv nicht die gleiche Frau, die ich heute bin und die gerade diese Zeilen tippt. Diese Idee, eine Buchhandlung wie eine Apotheke zu betreiben, unterstütze ich also komplett. Zu hundert Prozent! Und ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt, wie denn diese Idee hier umgesetzt wurde.

Quelle: Verlag

War es vorhersehbar, dass ich mir den zweiten Teil dieser Reihe holen musste, nachdem ich den ersten Teil verschlungen habe? Nun, hoffentlich! Und auch hier geht es sehr spannend weiter, das kann ich euch jetzt schon verraten. Spannend war auch meine Suche nach dem Buch. Ich musste in fünf Buchhandlungen gehen und das Buch dann in der letzten bestellen, bis ich es endlich in den Händen halten konnte. Aber den Aufwand war es wert.

So, das waren also meine beiden Neuzugänge. Lasst es mich gerne wissen, ob ihr euch auch so gut unter Kontrolle hattet. Und schreibt mir gerne einen Kommentar, falls ihr eines der Bücher schon kennt.

Alles Liebe!

Eure Mira

Dienstag, 5. April 2022

Mondmeridian

 Autor: Edo Popovic
Erschienen am 8.2.2022
Im btb Verlag
ISBN: 9783442771363
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Die Erde ist in Aufruhr: Mirko Graf fährt mit dem Zug nach Zagreb, in eine Stadt, die überfüllt ist mit Obdachlosen und Bettlern, Hungrigen und Arbeitslosen. Gut geht es nur den Angepassten und den Reichen. Mirkos Organisation ist auf der Suche nach den »Vergessenen«, Menschen, die angeblich in einem verborgenen Paradies irgendwo in Mitteleuropa leben. In diesem »Paradies« wiederum geht das Gerücht von den »Vergifteten« um, Menschen, die ihre Umwelt völlig zerstört haben. Leben sie alle mit einer Lüge? Kann es ein freies Leben geben?"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Dieses Buch möchte kritisch sein. Das war mir eigentlich von Seite eins an klar. Und das kann auch wirklich gut enden, vor allem, wenn das Buch trotzdem gut geschrieben ist und den Leser:innen mehr anbietet als nur Kritik oder (in diesem Fall) Gejammere. Vor allem die Klimakrise bietet sich da aktuell ja an. Leider leben wir noch immer nicht in einer der Utopien, die ich mir in langweiligen Vorlesungseinheiten gerne herbeiträume. Es ist immer noch normal, jeden Meter mit dem Auto zu fahren, beinahe täglich Fleisch zu essen und Müll einfach fallenzulassen. Da halte ich eine Dystopie wie die in diesem Buch beschriebene, für gar nicht so weit hergeholt. Zagreb versinkt im Müll und die Leute darin leben im Elend. Nur einige wenige haben sich in Kommunen außerhalb der Stadt zusammengefunden, um dort ein besseres Leben zu führen.

Beginnen wir vielleicht mit den positiven Seiten des Buchs. Der Beginn war stark und spannend. Wir bekommen schnell einen Einblick, wie diese Welt aussieht und wie sie funktioniert und wir lernen sogar schon verschiedene Wege kennen, mit dieser Welt umzugehen. Das war für mich spannend. Auch das Ziel von Mirko und seiner Organisation wirkte auf mich eigentlich glaubwürdig.

Trotz des guten Starts konnte mich dieses Buch leider nicht überzeuge. Ich habe mich irgendwann einfach gelangweilt und das darf bei so einem Thema und nach diesem Beginn nicht passieren. Man könnte aus dieser Geschichte vor allem auch auf stilistischer Ebene viel draus machen! Und ja, auch eine philosophische Herangehensweise kann hier passend sein. Aber das, was der Autor hier gemacht hat, hat nicht funktioniert. Ein Monolog jagt den nächsten und alle beschäftigen sich eigentlich nur damit, dass die Menschheit schlecht ist, die Umwelt kaputt und die Politik korrupt. Wenn so ein Monolog hin und wieder mal eingestreut wird und das zur Handlung passt, dann wäre das in Ordnung. Mein Problem war, dass es eigentlich kaum Handlung gab, sondern die Figuren wirklich einen großen Teil der Zeit nur monologisierten. Und die Monologe waren leider auch nicht wirklich glaubwürdig. Wären die gut geschrieben, dann würde ich mich auf ein solches Experiment gerne einlassen. Aber das waren großteils nur Phrasen und Belehrungen. Hat man als Figur in einer solchen Welt wirklich nichts anderes zu sagen?

Mein Fazit? Starker Beginn, der Rest des Buches konnte mich gerade aufgrund der langen und nicht besonders gut geschriebenen Monologe nicht überzeugen. Schade.

Samstag, 2. April 2022

Meine liebsten Buchzitate #86

 1. "Nachrichten von Männern" von Berlin und Decker, Seite 84 und 85

Die Fähigkeit zur Selbstkritik ist gut und wichtig. Wir sollten sie auch nicht nur in Umkleidekabinen nutzen, wenn wir nicht in die bekloppten Skinny Jeans passen. Aber ein Wutausbruch vom Vorgesetzten ist kein adäquates Mittel, um dir zu zeigen, woran du bei dir noch arbeiten solltest.

2. "Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben" von Matt Haig, Seite 179

Wenn du denkst, du hast keine Zeit zum Entspannen, ist das der Moment, in dem du dir dringend Zeit zum Entspannen nehmen solltest.

3. "The Comfort Book" von Matt Haig, Seite 39

Don't absorb criticism from people you wouldn't go to for advice.

4."Die Göttliche Komödie. Läuterungsberg" von Dante Alighieri, Seite 301

Wenn wir einen, der uns liebt, verurteilen, was sollen wir dann mit einem tun, der uns übelwill? 

5. "Für immer und ein Wort" von Anne Sanders, Seite 38

Das Mutigste, das ich je getan habe?
Weiterleben.