Mittwoch, 16. November 2022

Lovelybooks Community Award 2022

 Hey ihr Lieben!

Es ist November und wie alle wissen, was das heißt: Die Zeit der großen Community-Preise ist wieder angebrochen. Beim Goodreads-Voting konnte ich leider wieder nicht besonders viel beisteuern, deswegen spare ich mir die Berichterstattung, aber bei Lovelybooks kannte ich wieder viele Bücher. (Falls ihr noch nicht abgestimmt habt, gelangt ihr durch einen Klick auf "Lovelybooks" direkt zur Seite. Geht und stimmt ab! Der Award ist witziger, wenn möglichst viele Menschen abstimmen!) Und natürlich muss ich meine Voting-Entscheidungen mit euch teilen.

Literatur:

Quelle: Verlag

Ja, das ist das Cover der englischen Version. Ja, ich habe die deutsche Übersetzung nicht gelesen. Nein, eine Rezension zu diesem Roman gibt es auf meinem Blog noch nicht. Aber dieser Roman hat mich tief beeindruckt und berührt und mich einfach nicht mehr losgelassen. Die Geschichte ist ganz anders als die meisten anderen, die ich bisher gelesen habe und auch der Stil war total ungewöhnlich. Dieses Buch wird von mir definitiv den Approved-Stempel bekommen und deswegen habe ich auch für die Übersetzung dieses Romans gestimmt.

Liebesroman:

Quelle: Verlag

Die Wahl des besten Liebesromans war für mich dieses Jahr besonders hart und sorgte mal wieder dafür, dass ich die Tatsache verfluchte, dass ich für jede Kategorie nur eine Stimme habe. Ich hab so viele tolle Liebesromane dieses Jahr gelesen, dass ich für eine Entscheidung ewig brauchte. Dann hab ich mich aber doch für diesen neuen Band von Lyssa Kay Adams Reihe entschieden, da mir diese Reihe einfach insgesamt sehr viel Spaß gemacht hat.

Fantasy und Science-Fiction:

Quelle: Verlag

Auch hier gilt: Ich habe so viele tolle Fantasy-Romane gelesen, dass ich mich gar nicht für ein Buch entscheiden wollte. Also entschied ich mich für diesen Roman, weil der es geschafft hat, sich aus der Masse abzuheben. Das Konzept war großartig, der Stil total spannend und das Ende fasziniert mich bis heute. Ganz große Leseempfehlung, Leute!

Jugendbuch - Belletristik:
Quelle: Verlag

Von diesem Buch war ich so begeistert, dass ich es nicht nur hier auf meinem Blog rezensiert, sondern auch eine Leseempfehlung für Lovelybooks geschrieben habe (die dort übrigens weiter verfügbar ist, falls ihr sie noch nicht gelesen haben solltet). In diesem Buch geht es um chronische Krankheiten. Das Thema wird mit richtig viel Fingerspitzengefühl behandelt und schafft es auch gesunden Menschen etwas klarer zu machen, wie sich eine chronische Krankheit anfühlen kann.

Sachbuch und Ratgeber:

Quelle: Verlag

Dieses Buch habe ich erst vor Kurzem rezensiert und es ist definitiv eines der besten Sachbücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Es ist spannend, behandelt aktuelle Themen ohne Panik zu verbreiten und versucht den Leser:innen dabei zu helfen, Strategien für schwierige Zukunftsszenarien zu entwickeln. Eine leichte Lektüre für Zwischendurch war das nicht, aber doch einfacher geschrieben als gedacht und über weite Teile sehr unterhaltsam.

Bestes Buchtitel und bestes Buchcover:


Quelle: Verlag

Ich weiß, das sind zwei unterschiedliche Kategorien. Trotzdem habe ich beide Male das gleiche Buch ins Rennen geschickt. Das war nicht geplant, aber jetzt ist es so und wir alle müssen mit den Konsequenzen dieser Handlung leben. Ätsch.

Natürlich wollte ich auch dieses Jahr viel, viel mehr Bücher ins Rennen um diesen Preis schicken und habe Lovelybooks dafür verflucht, dass ich nur eine Stimme pro Kategorie habe und keine nicht bereits nominierten Bücher vorschlagen darf. Natürlich kann ich verstehen, dass das den Aufwand früher um einiges größer gemacht hat, aber ernsthaft? Nur eine Stimme? Wisst ihr eigentlich, wie schwierig das ist?

Aber wie sieht es bei euch aus? Habt ihr bereits abgestimmt? Wenn ja, welche Bücher habt ihr ins Rennen geschickt? Lasst es mich gerne wissen - ich freue mich darauf, mit euch zu diskutieren.

Alles Liebe,
Eure Mira

Sonntag, 13. November 2022

Meine liebsten Buchzitate #104

1. "Das Inferno" von Michael Meier, Seite 61

Ahhh, Hybris und Testosteron, welch köstlicher Cocktail! 

2. "Spoiler Alert" von Olivia Dade, Seite 47

It was more or less the same advice April had received for more than thirty years: If people are cruel, make yourself smaller and smaller, until you're so inconsequential no one can target you. 

But April was done cringing and hiding. The opinion of fatphobic randos on Twitter didn't matter, and she wouldn't make herself small just to avoid their notice. 

3. "Das irrationale Vorkommnis der Liebe" von Ali Hazelwood, Seite 152

"Siehst du diesen dürren, verkümmerten, muskellosen Körper? Er ist dafür gebaut, in einer parasitären Symbiose mit einer Couch zu leben."

4. "Das irrationale Vorkommnis der Liebe" von Ali Hazelwood, Seite 160

Manchmal frage ich mich, ob Dr. Curie auch eine Geheimidentität hatte, die sie niemandem offenbaren durfte. Der Epoche nach könnte sie Jack the Ripper gewesen sein. Sag niemals nie, oder?

5. "Das irrationale Vorkommnis von Liebe" von Ali Hazelwood, Seite 241 und 242

"Meinem Lebenslauf zufolge bin ich ein exzellenter Kommunikator mit überragenden zwischenmenschlichen Fähigkeiten."

"In meinem steht, dass ich fließend Portugiesisch spreche, aber als ich das letzte Mal in Coimbra etwas zu essen bestellen wollte, habe ich dem Kellner aus Versehen zu verstehen gegeben, dass auf der Toilette eine Bombe sei."

Donnerstag, 10. November 2022

Bereit für die Zukunft

 Autorin: Jane McGonigal
Erschienen am 21.09.2022
Im Penguin Verlag
ISBN: 9783328602576
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Wie wird unsere Welt in zehn Jahren aussehen? Welche Folgen werden Klimawandel, technologischer Fortschritt und gesellschaftliche Umbrüche haben? Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen. Wir aber können uns auf das vorbereiten, was heute noch niemand kommen sieht. Mit verblüffend realistischen Szenarien lässt uns »Bereit für die Zukunft« die Fähigkeiten entwickeln, die es dazu braucht: Ein Denken, das auf unvorhergesehene Herausforderungen schneller reagiert; die Inspiration, heute die richtigen Weichen für unser Leben in der Zukunft zu stellen; die Kreativität, Probleme auf nie dagewesene Weise zu lösen. So gerüstet können wir selbstsicher auf künftige Entwicklungen reagieren, die jetzt noch unvorstellbar scheinen und sind damit in der Welt von Morgen allen anderen einen Schritt voraus. Ausgestattet mit einem Wendeumschlag: Wir entscheiden, wie unsere Zukunft aussieht!"
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Als sich durch Corona alles änderte, fühlte sich das für mich an, als wäre mein Leben zu Ende. Ich konnte nicht richtig verarbeiten, was da passierte. Plötzlich war da dieses Virus, von dem meine Mutter schon im Dezember angekündigt hatte, dass der auch nach Österreich kommen würde. In der nächsten Sekunde hielt ich einen Quarantänebescheid in der Hand und musste zusehen, wie meine Studienkolleg:innen plötzlich alle mit einem Virus krank wurden, den ich vor einer Woche noch nichtmal richtig ernst genommen hatte. Und dann ging alles schnell: Maskenpflicht, Lockdown, Onlineuni, grauenhafte Bilder von Massenbegräbnissen in den Fernsehnachrichten und in der Zeitung, Verschwörungstheorien online. Ich hatte Angst und war einfach überfordert. Und wie mir ging es wohl den meisten Menschen zu diesem Zeitpunkt. 

Jetzt leben wir schon seit mehreren Jahren mit diesem Virus (der immer noch real ist) und ich habe mich an ein Leben damit gewöhnt. Was mir in diesen Jahren aber klar wurde, ist, dass ich mich in meinem Leben nie wieder so hilflos fühlen möchte, wie ich es zu Beginn von Corona getan habe. Das ist auch das Ziel von Jane McGonigal: Sie möchte mit ihren Büchern und Kursen Menschen dabei helfen, sich auf das Unvorstellbare vorzubereiten. Sie vergleicht ihre Methode des episodischen Zukunftsdenkens mit Impfungen. Durch ihre Gedankenspiele soll eine Art Erinnerung an eine imaginäre zukünftige Situation abgelegt werden. Und diese Erinnerung kann dann im Ernstfall abgerufen werden, wenn es doch zum "Unvorstellbaren" kommt - und dann soll der erste Schock und die daraus entstehende psychische Belastung nicht mehr ganz so arg sein. Immerhin hat man das Szenario schonmal durchlebt, wenn auch nur in seinem Kopf. Funktioniert also wie Antikörper bei Impfungen.

Hört sich doch nach einem schönen Versprechen an, oder? Also wollte ich das auf jeden Fall mal ausprobieren. Wenn es nichts bringen sollte, dann wird es mir wohl auch nicht schaden. Also bin ich in den letzten Wochen in Zukunftsszenarien verschiedenster Art eingetaucht. Ich bin durch Supermärkte spaziert, in denen Obst und Gemüse kostenlos für alle waren, habe mich am Tag der Dankbarkeit mit tausend Euro bei einem Menschen bedankt, der das Leben von Zukunfts-Mira erleichtert und habe über die fünfprozentige Chance nachgedacht, dass mein Heimatort in drei Jahren von einem Asteroiden getroffen werden könnte. Aktuell befinde ich mich im Jahr 2033 und bereite mich dort auf einen zehnjährigen künstlich geschaffenen Winter vor, der den Klimawandel verlangsamen soll. Das ist das Abschlussprojekt, an dem ich arbeite: Ich beschäftige mich zehn Tage lang mit diesem Szenario und lasse mein Zukunfts-Ich Tagebucheinträge verfassen.

Für mich besonders spannend war, wie sich meine Vorstellungen im Laufe des Buches entwickelt haben. Zu Beginn habe ich mich bei vielen Szenarien überfordert und hilflos gefühlt. Wie damals in den ersten Wochen von Corona. Bei meinem Abschlussprojekt sieht das schon anders aus: Mein Zukunfts-Ich recherchiert online und in der Bücherei über das, was uns bevorsteht, legt Vorräte an und spaziert mit ihrer Tochter (die heute noch nicht existiert und auch in der nahen Zukunft nicht existieren wird, in zehn Jahren laut meinem Gehirn aber schon) auf einen Berg, damit sie ihr vor diesem Winter die wichtigsten Sternbilder zeigen kann. Schön ist dieses Szenario immer noch nicht, aber ich bin nicht einfach nur noch eine passive Beobachterin, sondern arbeite aktiv daran mit, diese Situation so erträglich wie möglich zu gestalten. Mein Zukunfts-Ich ist von einer reinen Schablone zu einer Persönlichkeit geworden, die mir sympathisch ist und für die ich nur das beste möchte. Zu Beginn konnte ich gar nicht so weit in die Zukunft denken. Ich weiß, dass da hoffentlich eine Mira existieren wird, aber sie war für mich so weit weg, dass sie keine wirkliche Rolle spielte. Das ist jetzt anders. Ich mag Zukunfts-Mira, wie sie in meinen Vorstellungen ist. Nicht weil sie ein perfekter Tagtraum ist, das ist sie ganz sicher nicht. Aber sie fühlt sich nach mir an, nicht nach einer Fremden. Allein wegen dieser Entwicklung hat sich die Lektüre für mich gelohnt.

Ob diese Übungen tatsächlich etwas bringen und in Zukunft dafür sorgen, dass ich mich bei "undenkbaren" Nachrichten weniger hilflos fühle, werden wir sehen. Vielleicht danke ich mir in zehn Jahren dafür, dass ich dieses Buch gelesen habe, vielleicht hab ich keine Erinnerung mehr daran. Wir werden es sehen. Was auf jeden Fall passieren wird: Ich werde in zehn Jahren eine Online-Buchpräsentation der Autorin besuchen, zu der sie im Schlusswort dieses Buchs eingeladen hat.

Mein Fazit? Durch dieses Buch konnte ich total spannende Experimente ausprobieren, an denen ich sonst nicht teilgenommen hätte. Das war für mich ein komplett neues, aber sehr interessantes Erlebnis, das ich euch unbedingt auch empfehlen möchte.