Donnerstag, 30. September 2021

One Last Stop [Kurzrezension]

 

Quelle: Verlag

Endlich, ENDLICH!, kann ich euch mein Highlight dieses Sommers vorstellen. Dieses Buch hat mir meine Schwester zum Geburtstag geschenkt und ich habe es innerhalb kürzester Zeit verschlungen. 

Die Protagonistinnen sind unglaublich sympathisch. Da ist August: eine totale Realistin, desillusioniert, verschlossen, introvertiert und ängstlich. Sie studiert in New York und hilft nebenbei in einem Café aus. Jane ist das genaue Gegenteil von ihr: extrovertiert, laut, rebellisch und wild. Sie ist ziemlich cool, wenn ihr mich fragt. Wie die beiden sich kennenlernen? Durch die New Yorker U-Bahn. Jane leiht August einen Schal und danach sieht August Jane ständig. Immer dann, wenn sie in die Linie Q einsteigt. Totaler Zufall, nicht? Und so kommen die beiden ins Reden und können sich näher kennen lernen. Und August ist begeistert von Jane. Und gleichzeitig verunsichert: Wie kann es sein, dass Jane einfach immer in der U-Bahn ist, wenn auch August einsteigt? Geht da alles mit rechten Dingen zu?

Ich sag's euch ganz ehrlich: Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich mich mit beiden Protas gerne anfreunden. Und eigentlich mit vielen anderen der Figuren auch. Die sind alle so unglaublich liebenswürdig! Da sind so viele spannende Details an den Figuren und an ihrer Umgebung, die es zu entdecken gibt. Bei Büchern wie diesem wünsche ich mir manchmal, dass ich einfach mal langsamer lesen könnte. Vielleicht sehe ich dann ja noch mehr von dieser Welt?

Keine Ahnung, ob man das hier jetzt gemerkt hat, aber ich liebe dieses Buch. Es war eines meiner Sommerhighlights und wird wahrscheinlich sogar in der Liste meiner Jahreshighlights aufscheinen. Ich wünschte, ich könnte es nochmal zum ersten Mal lesen.

Mein Fazit? Eine absolute Leseempfehlung. Dieses Buch ist unglaublich schön und ihr solltet es alle bei euch im Regal stehen haben.

Dienstag, 28. September 2021

Hier geht's lang. Mit Büchern von Frauen durchs Leben

 Autorin: Elke Heidenreich
Erschienen am 24.9.2021
Im Eisele Verlag
ISBN: 9783961611201
Rezensionsexemplar: Ja

Quelle: Verlag

Klappentext:
"Mit Büchern von Frauen durchs Leben!

Es waren Bücher von Frauen, die Elke Heidenreich geprägt haben, von frühester Jugend an. Später machte sie das Reden und Schreiben über Bücher zu ihrem Beruf. Und wurde, wie sie heute ist, durch Bücher: Denn Lektüre und Persönlichkeitsentfaltung bedingen einander, das Lesen durchdringt das Leben. Bücher von Frauen gaben ihr das Rüstzeug für alles, was sie heute macht, für die lebenslange Freude an Auseinandersetzungen, schwierigen Lektüren, am immer Weitermachen. Lesen macht glücklich und ist der rote Faden im Leben der Elke Heidenreich. Sie schreibt dieses Buch, um nachzuvollziehen, wie Bücher von Frauen uns zu dem machen, was wir sind, um zu verstehen, was Literatur bedeutet, und um ihren Leserinnen Anregungen zum eigenen Lesen und Leben zu geben."
Quelle: Verlag

Meine Meinung:
Ich habe lange darauf gewartet, euch dieses Buch vorstellen zu dürfen. Das Rezensionsexemplar bekam ich mehrere Monate vor dem Erscheinungstermin und ich hab zwar das Lesen rausgezögert, aber das geht halt auch nicht ewig. 

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Art Lesebiografie. Heidenreich erzählt von den Büchern, die sie als Menschen geprägt haben, und zwar von der frühesten Kindheit an. Der Fokus liegt dabei auf Büchern von und über Frauen und auf der Frage, wie sie ihre Lektüren verändert haben.

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich Heidenreich vor diesem Buch nicht kannte. Ich weiß, das ist eigentlich fast schon peinlich für jemanden, der so viel mit Büchern zu tun hat wie ich. Der Name sagte mir was, aber ich hatte keine Ahnung woher. Und wie auch? Ihre Fernsehserie "Lesen!" gab es leider nicht mehr als ich alt genug war, um mich für eine solche Serie zu interessieren. Und gelesen habe ich bisher auch noch nichts von ihr, zumindest nicht bewusst. Es war für mich also eine ziemliche Überraschung, während der Lektüre herauszufinden, dass Heidenreich eine Berühmtheit ist. Gleichzeitig machte das die Biografie für mich auch um einiges interessanter. Ich meine, genau das, was Heidenreich ihr Leben lang gemacht hat, würde ich jetzt auch nicht grad schlecht finden: Leute zum Lesen bringen, indem ich ihnen die Bücher empfehle, von denen ich glaube, dass sie ihnen gefallen könnten. Meine Schwester kann es bestätigen: Ich flippe jedes Mal vor Freude fast aus, wenn ich ihr ein Buch empfehlen darf. Und noch glücklicher macht es mich, wenn ihr die Bücher, die ich ihr empfehle, auch noch gefallen. Und genauso glücklich macht es mich, wenn ich höre, dass sich meine Leser:innen hier meine Buchempfehlungen zu Herzen genommen haben.

Durch dieses Buch durften viele, wirklich viele neue Bücher auf meine Wunschliste landen. Und ich war überrascht, dass ich durch dieses Buch Neues lernen konnte. Das habe ich nicht erwartet. Wusstet ihr zum Beispiel, dass es früher in einigen Büchern Werbung für Zigaretten gab? Also ich hatte keine Ahnung. Ich habe bereits Werbung für Fanartikel gesehen und halt für andere Bücher, aber das wars dann auch schon. Und vor allem war diese Werbung dann immer nur am Ende des Buches und wollte mir keine Zigaretten oder andere Drogen verkaufen, sondern eben nur Bücher!

Ich halte diese Biografie für sehr gelungen. Die Idee, eine Biografie mithilfe der Bücher zu gliedern, die man gelesen hat, finde ich spannend. Sollte ich irgendwann eine Biografie schreiben, würde ich das wohl auch so angehen. Mich persönlich hätte es auch noch interessiert, welche Bücher denn die Autorin abgeschreckt oder ihr so gar nicht gefallen haben, falls es da irgendwelche herausragenden Beispiele gab, aber ich verstehe, dass sie sich doch eher auf die positiven Leseerfahrungen konzentriert hat.

Sonntag, 26. September 2021

Meine liebsten Buchzitate #61

1. "Doktor Maxwells chaotischer Zeitkompass" von Jodi Taylor, Seite 248

"Und jeder, der das Wort 'fürwahr' in meiner Hörweite verwendet, wird sofort an Professor Rapson verwiesen, damit er die Hauptrolle im Experiment 'Wie oft konnten die Druiden eigentlich die Eingeweide um eine heilige Eiche winden?' spielt."

2. "the witch doesn't burn in this one" von Amanda Lovelace, Seite 121

script
for when
he
tells you
you're
beautiful:

"i know."

- confidence isn't egotism.

3. "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury, Seite 149

Everyone must leave something behind when he dies, my grandfather said. A child or a book or a painting or a house or a wall built or a pair of shoes made. Or a garden planted. Something your hand touched some way so your soul has somewhere to go when you die, and when people look at that tree or that flower you planted, you're there. It doesn't matter what you do, he said, as long as you change something from the way it was before you touched it into something that's like you after you take your hands away. The difference between the man who just cuts lawns and a real gardener is in the touching, he said. The lawn-cutter might just as well not have been there at all; the gardener will be there a lifetime.

4. "Kaleidra - Wer das Dunkel ruft" von Kira Licht, Seite 223

"Kann es sein, dass wir zwei unterschiedliche Unterhaltungen führen?"
"Keine Ahnung, ich höre dir nicht zu."

5. "Der Buchspazierer" von Carsten Sebastian Henn, Seite 12 und 13

Das geschriebene Wort wird immer bleiben, Frau Schäfer. Weil es Dinge gibt, die auf keine Art besser ausgedrückt werden können. Und der Buchdruck ist die beste Konservierungsmethode für Gedanken und Geschichten. Darin können sie Jahrhunderte überdauern.